FINANCIAL TIMES: Zeit für “den großen Reset” des Finanz­systems

Es wird immer wieder vom “großen Reset” gesprochen, getrieben auch vom World Economic Forum. Ich tue mich schwer mit Verschwörungstheorien aller Art. Andererseits wissen wir, dass wir uns dem “monetären Endspiel” nähern, nachzulesen in zwei der meistgelesene Beiträgen auf dieser Seite.

Dann lässt es aufhorchen, wenn in der FT ein Artikel erscheint mit dem Titel: “Time for a great reset of the financial system”.

  • “On average international monetary systems last about 35 to 40 years before the tensions they create becomes too great and a new system is required. Prior to the first world war, major economies existed on a hard gold standard. Intra-wars, most economies returned to a ‘semi-hard’ gold standard. At the end of the second world war, a new international system was designed — the Bretton Woods order — with the dollar tied to gold, and other key currencies tied to the dollar. When that broke down at the start of the 1970s, the world moved on to a fiat system where the dollar was not backed by a commodity, and was therefore not anchored. This system has now reached the end of its usefulness.” – bto: Jetzt kann man natürlich diskutieren, worin der Nutzen eines ankerlosen, massiv manipulierbaren Systems liegt außer in der Schaffung einer Überschuldungssituation, der man nur mit einem “great reset” begegnen kann?
  • “An understanding of the drivers of the 30-year debt supercycle illustrates the system’s tiredness. These include the unending liquidity that has been created by the commercial and central banks under this anchorless international monetary system. That process has been aided and abetted by global regulators and central banks that have largely ignored monetary targets and money supply growth.” – bto: Nein, sie haben es nicht ignoriert, sondern bewusst gefördert, um die Illusion von Scheinwohlstand zu schaffen.
  • “The massive growth of mortgage debt across most of the world’s major economies is one key example of this. Rather than a shortage of housing supply, as is often postulated as the key reason for high house prices, it’s the abundant and rapid growth in mortgage debt that has been the key driver in recent decades.” – bto: Natürlich, ein unbegrenzt schaffbares Gut trifft auf ein knappes.
  • “(…) now is a good time for the major economies of the west (and ideally the world) to sit down and devise a new international monetary order. As part of that there should be widespread debt cancellation, especially the government debt held by central banks. We estimate that amounts to approximately $25tn of government debt in the major regions of the global economy.” – bto: Wie soll das funktionieren. Wir hatten diese Diskussion auch schon. Denn einfaches Ausbuchen ändert ökonomisch nichts.
  • “Whether debt cancellation extends beyond that should be central to the negotiations between policymakers as to the construct of the new system — ideally it should, a form of debt jubilee.” – bto: Es gibt aber auch eine andere Seite – die der Sparer. Denn hier gibt es massive Verluste für jene, die Kredite gegeben haben. Und das sind die Sparer.
  • “(…) recapitalisation of parts of the financial system should be included as part of the establishment of the new international monetary order. Equally, the impact on pension assets also needs to be considered and prepared for.” – bto: Aber dann hat der Schuldner doch wieder die Schulden. Denn woher sollen die Mittel zur Rekapitalisierung kommen?
  • “Secondly, policymakers should negotiate some form of anchor — whether it’s tying each other’s currencies together, tying them to a central electronic currency or maybe electronic special drawing rights, the international reserve asset created by the IMF.” – bto: Die Logik ist also, wieder zu einer Knappheit und damit einer Ordnung zu kommen.
  • “(…) the ability of central and commercial banks to create unending amounts of liquidity and new debt. This has created somewhat speculative economies, overly reliant on cheap money (whether mortgage debt or otherwise) that has then funded serial asset price bubbles. Whilst asset price bubbles are an ever-present feature throughout history, their size and frequency has picked up in recent decades. As the Fed reported in its 2018 survey, every major asset class over the 20 years from 1997 through to 2018 grew on average at an annual pace faster than nominal GDP. In the long term, this is neither healthy nor sustainable.” – bto: Ja, es geht nicht, wenngleich Piketty und Co. – die diesen Mechanismus nicht verstehen – behaupten, es ginge.
  • “With a liquidity anchor in place, the world economy will then move closer to a cleaner capitalist model where financial markets return to their primary role of price discovery and capital allocation based on perceived fundamentals (rather than liquidity levels). Growth should then become less reliant on debt creation and more reliant on gains from productivity, global trade and innovation. In that environment, income inequality should recede as the gains from productivity growth become more widely shared.” – bto: Das ist ein sehr wichtiges Ziel!
  • “The key reason that many western economies are now overly reliant on consumption, debt and house prices is because of the set-up of the domestic and international monetary and financial architecture. A Great Reset offers therefore opportunity to restore (some semblance of) economic fairness in western, and other, economies.” – bto: Richtig, aber es ist leichter gefordert als organisiert und umgesetzt!

ft.com (Anmeldung erforderlich): “Time for a great reset of the financial system”, 18. März 2021

Kommentare (41) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Gnomae sagte:

    Bleibt der “Great Reset” ein Märchen? Vielleicht ja. Er wird sicherlich so stattfinden, dass wesentliche Bondholder nicht beschädigt werden. Darauf deutet jedenfalls hin, dass die SZR’s um 650 Mrd. USD erhöht werden sollen. Die USA sind geneigt zuzustimmen, so dass davon ausgegangen werden kann, dass dies geschehen wird. Ziel ist die Stabilisierung schwächerer Länder.

    Die Forderung eines Verzichts der Zentralbanken wegen der gehaltenen Staatsschulden deutet auch nicht darauf hin, dass andere Institutionen verzichten müssen. Es wäre ein Teilverzicht mit der Folge von negativen Zentralbankbilanzen. Es ändert an der Ausreichung der Gelder durch die Staaten nichts. Es dürfte ferner an der Gläubigerposition anderer Marktteilnehmer (außer den Zentralbanken) nichts ändern, da ansonsten die Kernschmelze eintritt, weil Banken und Versicherungen derartige Verluste nicht tragen können.

    Bisher nicht gelöst ist das sich aufstauende Problem ausstehender Zins- und Tilgungszahlungen bei Hypothekenfinanzierungen. Je länger der Lockdown dauert, desto größer wird das Problem einer Wachstumsrezession und damit im Immobiliensektor.

    Die neue Finanz- und Währungsarchitektur wird jedenfalls nicht so verstanden von deren Architekten, dass die Staaten bezahlen sollen, sondern eher in der Tendenz die Bürger durch höhere Steuern und Abgaben. Um ungeschoren zu bleiben, werden sich die Konzerne wohl auf eine weltweite Mindeststeuer einstellen müssen.

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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    Gähn, das Thema hat inzwischen einen sehr langen Bart, denn wie immer nach rund zwei Generationen ist finanziell Krise angesagt, weil eine gewisse Dekadenz um sich greift, die übrigens der verstorbene deutsche Außenminister Westerwelle in erstaunlicher politischer Offenheit schon vor Jahren diagnostiziert hat.

    1971 hob Nixon das Goldfenster auf und der unbegrenzten Geldschöpfung war kein Limit mehr gesetzt.

    Nimmt man die biblischen 49 Jahre aus dem Alten Testament bzw. aus der jüdischen Tora, dann wäre 2020 ein Schuldenerlassjahr fällig gewesen, das ja auch über die Pleite der Schuldner kommen kann, wenn die Gläubiger uneinsichtig sind:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Erlassjahr

    Man kann aber auch in Generationen rechnen, wie z.B. der verstorbene Reichskanzler Bismarck, und kommt auf ähnliche Ergebnisse, wenn man eine Generation mit ungefähr 25 Jahren Altersunterschied zur nächsten hochrechnet:

    “Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt.”

    Mir persönlich gefällt der religiöse Kontext besser.

    Die Technikbegeisterung, der Fortschrittsglaube, der Wunsch nach Wohlstand und die Leistungsbereitschaft sind in den letzten Jahrzehnten vom Westen (Nordamerika / Westeuropa) nach Ostasien (China, Taiwan, Südkorea, Indonesien, Malaysia, Singapur, etc.) gewandert, allerdings auch die Umweltzerstörung, das Aufheben von Traditionen/Kultur/Religion und in Teilen auch eine überzogene Gier. Wir hier diskutieren hinigegen über Toiletten für das 3. Geschlecht, work-life-balance, Arbeitszeitregeln bei Nato-Mänövern für Bundeswehrsoldaten, Einfamilienhausverbote und Mietendeckel in Berlin, während der Bau von Flughäfen, Bahnhöfen oder Konzertsälen bzw. die Inbetriebnahme militärischer Fahr- und Flugzeuge nicht mehr zeit- und kostengerecht gelingt (wenn überhaupt).

    Der große Reset ist nichts anderes als der notwendig gewordene Offenbarungseid, dass sich der bisherige Wohlstand bei Beibehaltung der Lebensweise nicht mehr aufrecht erhalten lässt, auch wenn keiner die böse Botschaft als erstes gerne seinen Wählern überbringen will. Schon Bill Clinton hat deswegen Fannie Mae und Freddie Mac zu unsinnigen Kreditvergaben animiert.

    Daher ist es m.E. auch egal, ob die Staatsschulden bei den Zentralbanken gestrichen werden oder nicht, denn der Wohlstandsverlust tritt so oder so ein. Das kann man schon umdrehen, aber m.E. erst, wenn (und nur wenn!) durch die Verarmung weiter Bevölkerungsteile die Einsicht eintritt, dass es unsinnig ist, wenn große Bevölkerungsteile entweder keine Berufsausbildung mehr machen oder umgekehrt eine, die weit am Markt vorbeigeht (Beispiel: setze ein beliebiges geisteswissenschaftliches Massenstudium ein (keine Orchideenfächer, die sind schwer und sinnvoll, weil klein!)).

    Die Geldpolitik der Schweiz ist seit rund 200 Jahren fast egal, weil das dahinterstehende Volk diszipliniert, fortschrittlich, sparsam, investitionsfreudig, weltoffen, grenzschützend, heimatliebend und technologieaffin ist und daher keine monetäre Staatsfinanzierung braucht. Singapur folgt der Schweiz gerade. Deutschland, die USA, Spanien, Frankreich u.a. müssen das halt wie frühere Völker und Generationen gerade mal wieder auf die harte Tour lernen, wie es das einst arme Südkorea nach 1953 gelernt hat. Oder eben nicht und verarmen wie Venezuela, das mal pro Kopf das halbe Bruttosozialprodukt der USA hatte (allerdings schon 1957…). Heute töten sich die Leute dort für ein Hähnchen, so groß ist der Hunger.

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      Richard Ott sagte:

      @Frau Finke-Röpke

      “Arbeitszeitregeln bei Nato-Mänövern für Bundeswehrsoldaten”

      Im Kriegsfall helfen eine Protestnote an die UN oder alternativ eine schöne Hashtag-Kampagne auf Twitter (#SamstagsgehörtdieSoldatenmuttimir), wenn sich der Kriegsgegner empörenderweise nicht ans deutsche Arbeitszeit-Gesetz halten will…

      “Der große Reset ist nichts anderes als der notwendig gewordene Offenbarungseid, dass sich der bisherige Wohlstand bei Beibehaltung der Lebensweise nicht mehr aufrecht erhalten lässt, auch wenn keiner die böse Botschaft als erstes gerne seinen Wählern überbringen will.”

      Schon klar. Aber was passiert, wenn der Offenbarungseid per “Great Reset” keine negativen Konsequenzen für die Pleitiers haben soll, anders als bei jeder normalen Privatinsolvenz für den popeligen Kleinpöbel?

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Richard Ott:

        Was passiert? Das gleiche wie immer. Schulden werden stets bezahlt – entweder von Gläubiger oder vom Schuldner. Beim Great Reset offensichtlich vom Gläubiger durch Entwertung seiner Forderungen. Konkret die Nominalwertbesitzer, sei es aufgrund von Bargeld, Lebensversicherungen, Anleihen, fixe Renten oder Sparkonten. Und selbstverständlich zahlt der von Ihnen sog. “popelige Kleinpöbel”. Wer sonst? Die Sachwertbesitzer auf den Cayman Islands schon eher mal nicht.

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    Zweifler sagte:

    Wieder einmal mehr großartige „Great-Reset“ Theorien, aber keine praktischen Schlußfolgerungen.
    Über Reset, Währungsreformen, Geldsysteme usw. zu schwadronieren, scheint ein recht spannendes Hobby für Ökonomen und Bücherschreiber zu sein.
    Praktische Lösungen oder auch nur Hinweise, wie man beispielsweise sein Vermögen halbwegs hinüberretten kann, sind wie immer Mangelware. Die überragenden Elfenbeinturm-Theorie-Genies schaffen genau dies nie. Sie versuchen es nicht einmal.
    Erinnert mich immer an den hochintelligenten Professor, der nicht imstande ist, die Mikrowelle anzuwerfen.

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      Joerg sagte:

      @Zweifler,
      “Praktische Lösungen oder auch nur Hinweise, wie man beispielsweise sein Vermögen halbwegs hinüberretten [Reset] kann”:

      Alles in Gold tauschen, heimlich vergraben, in die Blockhuette nach Alaska ziehen und wenn alles vorbei ist, zurueckkommen ;-)

      Jetzt gluecklicher, mit so einem kostenlosen Tipp?
      Allerdings nur von einem unwissenden Idioten … deshalb brauchen Sie auch nicht dankbar zu sein!

      Gegenueber dem Blog-Betreiber vielleicht aber schon ein bisschen, oder?

      LG Joerg

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      Dr.LucieFischer sagte:

      @Zweifler,
      Ziemlich einfache Antwort: nützliche Sachwerte, z.B. Minibagger, den können Sie auch als Produktionsmittel verwenden/ verleihen/ gebaggert wird immer ( und es macht Spass).
      Ihrer kreativen Sachwert-Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

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      Richard Ott sagte:

      @Zweifler

      Ich kauf mir ganz viele Duplo und stecke mir immer eines in den Mund, wenn mich jemand nach Anlageideen fragt. Das ist gleich auf 2 Arten genial denn:

      1. Fühle ich mich damit wie ein Gesundheitsminister und
      2. gehe ich dadurch so kugelrund wie Claudia Roth in die Inflationszeit. ;)

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      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Zweifler:

      Wieder einmal jemand, der für einen sachwertorientierten Honorarberater zu geizig ist.

      Nur zur Erinnerung: Herr Dr. Stelter ist Makroökonom und Strategieberater. Ich vermute, Sie können ihn gegen einen nennenswerten Stundensatz gerne buchen. Fragen Sie ihn doch!

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    Reiner sagte:

    Vielleicht könnte eine kreative, digitalisierte Vermögensteuer helfen zu stabilisieren!?

    Was waren bisher die wesentlichen Argumente gegen eine Vermögensbesteuerung? Einerseits hoher Verwaltungsaufwand, da die Berechnung der Bemessungsgrundlage für die Vermögensteuer aufwändig sein kann. Vereinfachungen bei der Immobilienbewertung haben 1995 dazu geführt, dass der Bundesgerichtshof eine unterschiedliche steuerliche Belastung von Grundbesitz und sonstigem Vermögen nicht mit dem Gleichheitsgrundsatz vereinbar angesehen hat. Anderseits Liquiditätsprobleme des Steuerzahlers, der Zahlung der Vermögensteuer geht in manchen Fällen kein adäquater eingehender Geldstrom voraus, sodass die Zahlung der Steuer ggf. den Verkauf von Immobilien oder Firmenanteilen notwendig macht. Damit steht einerseits die Sicherheit von Arbeitsplätzen oder Wohnraum auf dem Spiel oder andererseits der Verlust von unternehmerischer Souveränität. Hohe Wertschwankungen z.B. bei Startups erhöhen noch das Problem. Wenn diese Probleme beseitigt wären und der Steuersatz bei sagen wir 1% läge, wären auch dem „abwanderungsbereiten Kapital“ Argumente genommen, die heute gerne gegen eine Vermögensbesteuerung vorgeschoben werden.

    Ich möchte hier ein Gedankenmodell zur Diskussion stellen. Wie wäre es wenn man die Vermögensgegenstände in zwei Gruppen einteilte:
    Gruppe 1: Vermögensgegenstände mit potenziellen volkswirtschaftlichen Kollateralschäden wie z.B. Unternehmensbeteiligungen (auch Aktien), Gebäude Gruppe 2: andere Vermögensgegenstände wie z.B. Geld, Finanzanlagen (auch Aktien)

    Basierend auf dieser Klassifizierung könnte jetzt die Besteuerung vorgenommen werden. Für die Vermögensgegenstände der Gruppe 2 würde die Bemessungsgrundlage ermittelt, darauf 1% Steuer berechnet und die Steuerschuld zeitnah eingefordert.
    Für Vermögensgegenstände der Gruppe 1 würde die Steuer quasi zum volkswirtschaftlichen Nutzen „gestundet“. Stattdessen würde dem Staat jedes Jahr 1% des Vermögensgegenstands virtuell „übereignet“, aufgezeichnet in einem digitalen, (de)zentralen Vermögensregister. Das „unternehmerische“ Eigentum verbliebe beim Steuerpflichtigen, der Staat bekäme dafür im ersten Jahr 1% der darauf entfallenden Unternehmensgewinne oder Mieteinnahmen. Auf eine Ermittlung der Bemessungsgrundlage könnte verzichtet werden da die Steuerzahlung sich an reinen Geldflüssen orientiert. Bei der Veräußerung des Vermögensgegenstandes erhielte der Staat x% (x=Anzahl der Jahre) des Veräußerungsgewinns. Der Staat hätte kein Recht auf unternehmerische Entscheidungen Einfluss zu nehmen, sondern würde lediglich, wann immer Geld fließt, die „gestundete“ Steuer kassieren.

    Eine gerechtere Besteuerung würde helfen die Schere zwischen Arm und Reich ansatzweise etwas zu schließen. Der Verwaltungsaufwand könnte für einen Großteil der Vermögensgegenstände minimiert werden. Ein durch die Steuerschuld entstehender volkswirtschaftliche Schaden könnte vermieden werden. Dem Gleichheitsgrundsatz müsste meines Erachtens Rechnung getragen sein, da das Modell die Vermögenswerte realitätsgerecht abbildet.

    Das Prinzip könnte vermutlich auf die Erbschaftssteuer analog übertragen werden.

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      Bauer sagte:

      @ Reiner

      >> “Bei der Veräußerung des Vermögensgegenstandes erhielte der Staat x% (x=Anzahl der Jahre) des Veräußerungsgewinns.”

      Das ist die perfekte Methode, um Zombies zu züchten.

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        Richard Ott sagte:

        @Bauer

        …die irgendwann auch niemand mehr kaufen oder verkaufen will, weil der Gewinn aus der Transaktion dann ja größtenteils an den Staat geht.

        Nach 100 Jahren sind sämtliche Unternehmensanteile der schwammig definierten “Gruppe 1” dann gar nichts mehr wert, weil sämtlicher Gewinn an den Staat geht – und wer will in so einem System überhaupt noch Unternehmer sein?

        Die Zombies müssten irgendwann einfach pleite gehen, werden aber vermutlich erfolgreich nach Staatshilfen schreien, was alles nur noch schlimmer macht. DDR-Planwirtschaft durch die Hintertür.

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    Dietmar Tischer sagte:

    > That process has been aided and abetted by global regulators and central banks that have largely ignored monetary targets and money supply growth.“ – bto: Nein, sie haben es nicht ignoriert, sondern bewusst gefördert, um die Illusion von Scheinwohlstand zu schaffen.>

    Richtig, sie haben es nicht ignoriert, aber die Geldschöpfung wurde auch nicht gefördert, um eine Illusion zu schaffen.

    Es ging darum, die STABILITÄT des Systems aufrechtzuerhalten.

    Es ist bis zum heutigen Tage gelungen und hat WOHLSTAND erhalten.

    >bto: … Denn einfaches Ausbuchen ändert ökonomisch nichts.>

    So ist es.

    Was hilft ÖKONOMISCH?

    >„With a liquidity anchor in place, the world economy will then move closer to a cleaner capitalist model where financial markets return to their primary role of price discovery and capital allocation based on perceived fundamentals (rather than liquidity levels).>

    Ein SAUBERERES kapitalistisches System soll also das Ziel sein?

    >A Great Reset offers therefore opportunity to restore (some semblance of) economic fairness in western, and other, economies.“>

    Darum geht es nicht.

    Es geht vielmehr darum, das System weiterhin zu STABILISIEREN.

    MONETÄR gibt es nur EINE Antwort darauf:

    WEITER SO.

    Jede ANDERE monetäre Lösung würde es nach Lage der Dinge DESTABILISIEREN.

    Und Destabilisierung würde weltweit NICHT als FAIRNESS angesehen werden.

    REALWIRTSCHAFTLICH wird eine ANDERE Lösung versucht:

    Kampf gegen den Klimawandel mit einer Energiewende.

    Ausgang offen, was die Stabilität des Systems anlangt, aber ein ÖKONOMISCHER Ansatz, dem das Geldsystem und die Geldschöpfung FOLGEN.

    Man kann die Energiewende für ein mit ILLUSIONEN behaftetes Verfahren halten, es ist aber zumindest ansatzweise die ALTERNATIVE zu einer monetären Lösung.

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      foxxly sagte:

      @ tischer 13:17
      >>Man kann die Energiewende für ein mit ILLUSIONEN behaftetes Verfahren halten, es ist aber zumindest ansatzweise die ALTERNATIVE zu einer monetären Lösung.<<

      wieso soll dies eine monetäre lösungs sein? vielleicht im "weiter so"?

      um die die energiewende zu realisieren; (soweit sie nicht tatsächlich eine illusion ist. Denn die speziellen rohstoffe dazu, dürften kaum ausreichen)
      muss erst unheimlich viel energie für zb: beton/zement etc., hergestellt werden.

      eine ausführliche kosten -nutzenrechnung hierzu ist dringend nötig, um mehr reales bewustsein rein zu bringen. ist aber wohl politisch nicht gewollt!

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      “Man kann die Energiewende für ein mit ILLUSIONEN behaftetes Verfahren halten, es ist aber zumindest ansatzweise die ALTERNATIVE zu einer monetären Lösung.”

      Das hoffen viele, und die staatstreuen Propagandamedien tröten es jeden Tag aufs Neue ins Volk, aber wie kann das eine Lösung unserer Probleme sein?

      Energiewende bedeutet erstmal ganz vereinfacht: Wir legen alle fossilen Kraftwerke still, die Atomkraftwerke auch, und bauen stattdessen extrem viele Solar- und Windkraftanlagen in die Landschaft und verlegen überall viel dickere Stromleitungen und bauen ganz viele neue Stromspeicher.

      Dadurch werden ganz sicher die Strompreise noch teurer, und die Staatsverschuldung wird auch deutlich steigen, wenn das so finanziert wird, wie staatliche Projekte in der EU üblicherweise finanziert werden. Und einige Luisas, Gretas, Roberts und auch chinesische Photovoltaik-Firmeninhaber profitieren persönlich von dem Gesellschaftsumbau und der Umverteilung der Nachfrage im Energiesektor.

      Aber was ändert das am System und seinem grundlegenden Verschuldungsproblem?

      Antwort: Gar nichts.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Doch, ETWAS würde sich ändern:

        Die private VERSCHULDUNG würde weitgehend zum Staat TRANSFERIERT.

        Beispiel:

        Die angemessene Entschädigung für die Stilllegung der Kohlekraftwerke würde deren Eigner ENTSCHULDEN insoweit es dieses Sachvermögen betrifft

        Ob sich das für die gesamte Wirtschaft realisieren lässt, ist natürlich mit einem ganz großen Fragezeichen zu versehen – so wie der hier propagiert „große Reset“.

        Aber wenn es weitgehend möglich wäre, ist dann nur noch die Frage zu beantworten, wie der Staat entschuldet werden kann.

        Dafür gibt es eine bekannte Lösung:

        Aufkauf seiner Schulden durch die Zentralbank.

        Um keine überflüssigen Diskussionen aufkommen zu lassen:

        Ich befürworte nicht die verfolgte Energiewende und würde, wenn sie als Entschuldungsmechanismus BEGRÜNDET würde, erst recht ablehnen.

      • Avatar
        Bauer sagte:

        @ R. Ott

        Warum nicht gleich wieder Pyramiden bauen. Dann sieht man wenigstens etwas imposantes, kann den Tourismus ankurbeln, und umweltfreundlich ist es auch. Baupläne und Baumethoden kann man ja von den Ägyptern übernehmen. Und man weiss, wohin man Mutti und den Rest der Klique standesgemäss entsorgen kann. ;-)

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Ob sich das für die gesamte Wirtschaft realisieren lässt, ist natürlich mit einem ganz großen Fragezeichen zu versehen – so wie der hier propagiert ‘große Reset’.”

        Dahinter mache ich ein riesengroßes Fragezeichen. Die Energiewirtschaft ist zwar groß und bedeutend, aber trotzdem noch viel zu klein, als dass ihre Entschuldung über staatliche “Energiewende-Entschädigungen” die private Gesamtverschuldung wesentlich beeinflussen könnte.

        Und mit welcher Rechtfertigung sollte es im “Great Reset” solche Entschädigungen für den nicht-energieintensiven Teil der Wirtschaft geben? Als “Super-Corona-Wiederaufbauhilfe” nach jahrelangem Total-Lockdown?

        @Bauer

        Eine Pyramide für Mutti? Reizvoll, aber ihr Hofstaat wird sich heftig dagegen wehren, mit ihr bestattet zu werden, so wie das noch bei den Pharaonen Tradition war. Ich kann mir schon die flehenden Tagesthemen-Kommentare und die empörten Eingaben aus sämtlichen Ministeriums-Referaten und NGOs vorstellen. Daher tippe ich eher auf die Mausoleums-Lösung mit Einbalsamierung als Solitär-Mumie wie bei Lenin und Stalin. Die Historiker in einigen Jahrzehnten werden dann entscheiden, ob sie aufgebahrt liegen bleiben darf oder doch noch an der Kanzleramts-Mauer verscharrt wird…

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Und mit welcher Rechtfertigung sollte es im „Great Reset“ solche Entschädigungen für den nicht-energieintensiven Teil der Wirtschaft geben?>

        Wenn UNBEGRENZT Geld geschöpft werden kann – und mittels der Notenbanken kann es das zumindest eine Zeit lang –, dann bedürfen Entschädigungen jeglicher Art KEINER Rechtfertigung.

        Es geht dann NUR darum, die Verteilung des Geldes mit gekonntem Polit-Marketing so zu begleiten, dass niemand UNGERECHTIGKEIT schreit.

        Ich kenne keine andere Lösung, sehe aber, dass dieser Weg bereits nahezu HEMMUNGSLOS beschritten wird.

        Biden macht’s vor, die EU wird folgen.

        Es ist klar, dass das System irgendwann damit an die Wand fährt und nervöse Kommentatoren verzweifelt nach einen RESET verlangen.

        Aber auf ZEIT wird das System STABILISIERT.

        Das ist nicht wegzuleugnen.

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    Johannes sagte:

    Werter Herr Stelter; Sie schreiben: “Ich tue mich schwer mit Verschwörungstheorien aller Art.”

    Ich tue mich mit kruden Theorien auch schwer. Inzwischen mehren sich aber die Menetekel (an der Wand) für eine globalisierte Orchestrierung eines “Resetes”. Auf allen Ebenen wird dafür getrommelt. Wir müssen es schlicht zur Kenntnis nehmen, dass entweder eine planvolle, bewusst verborgene Absicht (= Verschwörung) oder das “Ausnutzen einer guten Gelegenheit” dahinter steckt.

    Spielt aber für das Ergebnis keine Rolle – der “große Reset” wird kommen; unaufhaltsam. Vielleicht nicht (von Anfang an) so wie gedacht/geplant, aber er kommt. Wir werden dabei auf ein Wirtschaftssystem zusteuern, in dem v.a. Kontrolle des individuellen Verhaltens und der Geldströme die allergrößte Rolle spielen wird.

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    • Avatar
      Dr.LucieFischer sagte:

      @Johannes
      Wieder einmal lohnt es ich, auf präziser Wahl der Worte/ Begriffe/ zu bestehen:
      ” Verschwörungs-Theorien” unterstellt eine im psychiatrischen Sinne vorhandene paranoide Tendenz:
      Wahnvorstellungen , fehlende Realitäts-Prüfung, Verfolgungs-Ängste , formale Denkstörung. (= Verrückt) .
      Dient zu bösartig-pauschaler Pathologisierung von Kritikern, die auf organisierte Absprachen von Reichen und Mächtigen ohne demokratische Kontrolle hinweisen.

      ” Wenn ich ein Wort verwende”, sagte Humpty Dumpty ziemlich geringschätzig, ” dann bedeutet es genau, was ich es bedeuten lasse und nichts anderes”
      ” die Frage ist doch”, sagte Alice ” ob du den Wörtern einfach so viele Bedeutungen geben kannst”?
      ” Die Frage ist”, sagte Humpty Dumpty,” wer die Macht hat- und das ist alles”

      Lewis Caroll

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      • Avatar
        Johannes sagte:

        Werte Frau Fischer,

        ethymologisch ist Ihre Betrachtung sicher nicht zu beanstanden ;-)

        Hier im Forum wissen aber sicher die meisten, wie ich´s gemeint habe.

        Beste Grüße,
        Johannes

      • Avatar
        Johannes sagte:

        … und geheime Kampagnen (Verschwörungen?) gehören zum Handwerkskasten der Politik. Hier nachzulesen:

        “The Secret History of the Shadow Campaign That Saved the 2020 Election”

        https://time.com/5936036/secret-2020-election-campaign/

        “In a way, Trump was right.

        There was a conspiracy unfolding behind the scenes, one that both curtailed the protests and coordinated the resistance from CEOs. Both surprises were the result of an informal alliance between left-wing activists and business titans. The pact was formalized in a terse, little-noticed joint statement of the U.S. Chamber of Commerce and AFL-CIO published on Election Day. Both sides would come to see it as a sort of implicit bargain–inspired by the summer’s massive, sometimes destructive racial-justice protests–in which the forces of labor came together with the forces of capital to keep the peace and oppose Trump’s assault on democracy.

        The handshake between business and labor was just one component of a vast, cross-partisan campaign to protect the election–an extraordinary shadow effort dedicated not to winning the vote but to ensuring it would be free and fair, credible and uncorrupted. For more than a year, a loosely organized coalition of operatives scrambled to shore up America’s institutions as they came under simultaneous attack from a remorseless pandemic and an autocratically inclined President. Though much of this activity took place on the left, it was separate from the Biden campaign and crossed ideological lines, with crucial contributions by nonpartisan and conservative actors. The scenario the shadow campaigners were desperate to stop was not a Trump victory. It was an election so calamitous that no result could be discerned at all, a failure of the central act of democratic self-governance that has been a hallmark of America since its founding.”

      • Avatar
        namor sagte:

        Als Abgrenzung zur Paranoia, Psychose, etc schlage ich den fehlenden Bezug zum jeweiligen Individuum vor. So beruhige/vergewissere ich mich nach der selbstgestellten Frage: “Bin es ich, oder ist es die Welt?”
        Jeder kennt den Witz mit dem Geisterfahrer. Dem? Da sind Hunderte?
        Krankhafter Wahn stellt meines Wissens den Patienten immer in den Mittelpunkt des Wahngeschehens.
        Bleibt das Problem der Esoterik, als dem erlauchten Kreis zugehörig. Da haben Verschwörungstheorien natürlich selbstwertdienliche Funktion.

        Pathologisierung ist ein Werkzeug der Zersetzung!

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    Alexander sagte:

    Durch Zerstörung der Eigentumsökonomie (RESET) fällt alles Eigentum zurück an das Machtmonopol….d.h. stellvertretend an den “lender of last resort” = die Zentralbanken als letzte Halter der Kreditpfänder.

    Die Begeisterung aller Sozialisten für Einschränkungen inmitten der tödlichsten Pandemie seit dem schwarzen Tod ist kein Zufall und diente ausschließlich der Sorge um die Gesundheit anonymer Wähler*innen.

    Martin Armstrong:
    >In einem Punkt muss ich Karl Marx zustimmen: Bei seiner Version der “rich” in England ging es darum, die unteren Klassen daran zu hindern, jemals Reichtum zu erlangen.

    Die [Marxisten] wollen die Erbschaftssteuern drastisch erhöhen, um die Rechnung auszugleichen und jeden zu zwingen, immer bei Null zu beginnen, nicht anders als die alten englischen Aristokraten. Anstatt es also den Aristokraten zu überlassen, ersetzen die [Marxisten] sie durch den Staat.<

    Mission accomplished

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      Richard Ott sagte:

      @Alexander

      “Die [Marxisten] wollen die Erbschaftssteuern drastisch erhöhen, um die Rechnung auszugleichen und jeden zu zwingen, immer bei Null zu beginnen, nicht anders als die alten englischen Aristokraten.”

      Das halte ich für ein naives Missverständnis.

      Die Marxisten wollen die alten Aristokraten ablösen und selbst die neue Aristokratie sein, auch wenn dann nur ein eher kläglicher “Palast der Republik” und eine Waldsiedlung in Wandlitz dabei herauskommen. Da würde ich lieber in Windsor Castle wohnen wie die Queen.

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        Alexander sagte:

        @ Richard Ott

        ***Verschwörung***

        Raten Sie 1x für wen Karl Marx seine Lohnschriften verfertigte, wenn er im Zentrum der Supermacht des 19.Jahrhunderts ungestört revolutionäre Ideen abfasste? Ideen die später Territoriakonkurrenten infizieren sollten und die ganze Erde mit ihrer Toxizität zu Massenmorden anstiften würden?

        Die französischen Sozialisten scheiterten mit diesen Ideen, weil sie diese in Frankreich umzusetzen versuchten – ganz anders als niemals im Vereinigten Königreich.
        vgl. SaudiArabien als Superspreader des Salafismus ohne sich selbst zu infizieren….

        ***Verschwörung Ende***

        Dass die Financial Times den “great reset” thematisiert hat viel aufklärerisches, muito obrigado.

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      markus sagte:

      “tödlichsten Pandemie seit dem schwarzen Tod”

      Was ist.mit Spanischer Grippe z.B.?

      “Die [Marxisten] wollen die Erbschaftssteuern drastisch erhöhen, um die Rechnung auszugleichen und jeden zu zwingen, immer bei Null zu beginnen, nicht anders als die alten englischen Aristokraten. ”

      Die englischen Aristokraten wollen also die Erbschaftssteuer drastisch erhöhen. Lesen Sie eigentlich, was Sie schreiben?

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        Richard Ott sagte:

        @markus

        >>„tödlichsten Pandemie seit dem schwarzen Tod“
        >Was ist.mit Spanischer Grippe z.B.?

        Oh mein Gott! Sie zweifeln die Gefährlichkeit des Virus an! Sind Sie etwa Corona-Leugner? ;)

        “Die englischen Aristokraten wollen also die Erbschaftssteuer drastisch erhöhen. Lesen Sie eigentlich, was Sie schreiben?”

        Gemeint ist sicher, dass der gemeine Pöbel sowohl unter der Herrschaft von englischen Aristokraten wie auch unter der Herrschaft der Marxisten nichts geerbt hätte.

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        Alexander sagte:

        @markus

        Guten morgen, auch schon wach?

        Englische Aristrokraten (Ländereien als Basispfand) dominieren den englischen Finanzplatz, damit das englische Bankensystem. Den Brexit kann sich UK nicht leisten, weil man Autos exportiert sondern einen Stellenwert im commonwealth inne hat ….

        Piketty schreibt wie mancher deutsche Utopist für progessive Erbschafts- und Vermögenssteuern. Das kommt immer den Bedürftigen zugute und schließt unser “Oma ihr klein Häuschen” aus – es sei denn die Einnahmen reichen nicht 😂

        Ach ja und die Legalisierung der Cum-Cum-Ex Geschäfte durch einen dt. Kanzlerkandidaten der dt. Arbeiterpartei kamen auch nur Bedürftigen zugute…..

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    Jürgen Kosider sagte:

    Nach meinem Verständnis hat auch ein System ohne „Verankerung mit Gold, SDR oder anderen virtuellen Größen“ zumindest den Zins als Steuerungsmechanismus. Dieser Mechanismus wurde durch die systematische Senkung des Leitzinses durch die Zentralbanken außer Kraft gesetzt. Auch die Mindestreserve liegt im Moment nur bei 1% und könnte zur Reduzierung der Geldmenge eingesetzt werden. Solange Geld so günstig ist und Investoren mit Leverage enorme Renditen mit Assets wie Aktien und Immobilien machen, warum sollten sie dann in die Realwirtschaft investieren?

    Wer sollte überhaupt ein Interesse an einem neuen Finanzsystem haben, gerade jetzt, wo MMT von einigen Regierungen als „Problemlösung“ entdeckt wurde?
    Europas größter Gläubiger ist die EZB. https://de.statista.com/infografik/22397/anteil-der-von-der-ezb-gehaltenen-staatsschulden/
    Und die Schulden der Staaten bei den ZBs ist ja ein rein buchhalterischer Faktor. Da wäre also noch Luft nach oben.

    Woher sollte der große Reset daher im Moment kommen?

    Für eine fairere Umverteilung gibt es viele Instrumente, auf die man sich auch international einigen könnte. Gerade wird ja über eine Mindestbesteuerung von großen Konzernen diskutiert.

    Kurz zusammengefasst: auch im bestehenden System könnte man vieles optimieren, wenn man es nur wollte…

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    markus sagte:

    “Aber dann hat der Schuldner doch wieder die Schulden. Denn woher sollen die Mittel zur Rekapitalisierung kommen?”

    Wieso? Es sind doch nicht alle Sparer gleich groß.

    Es gibt nur zwei mögliche Weiterentwicklungen:

    A) Die Vermögensverteilung bleibt wie sie ist oder wird noch ein bisschen ungleicher. Das geht nur mit (Almosen-) Transfers an die Armen. Dabei können die Vermögen und Schulden nominell weiter steigen. Das ist das Wunschszenario der rational denkenden Superreichen und könnte z.B. durch ein BGE erreicht werden. Damit wären wir dann endgültig in einer statischen, feudalen Gesellschaft.

    b) Ein Großteil der Schulden wird erlassen. Das bedeutet Tumult, teilweise Ungerechtigkeit, wahrscheinlich Gewalt und sicher Ungewissheit. Langfristig sollte das jedoch für den überwiegenden Teil der Menschen die bessere Lösung sein.

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    foxxly sagte:

    der motor des finanzsystems ist am kochen/überhitzt.
    die frage ist, ob man mit dem great reset,
    a, nur eine abkühlung erreichen will, ? oder
    b, das finanzsystem umbauen will?

    -zu a, eine abkühlung ist ohne systemabbruch kaum vorstellbar:
    wenn aus dem vorhandenen schulden, diese gekappt werden sollen, dann bricht die nachfrage massiv ein. es sei denn man würde das einkommen und vermögen der oberen 30% kappen. dies dürfte aber eine illusion sein!

    zu b, ob die herrschende und vermögende oberschicht ein anderes system zulassen, in dessen einkommen und vermögen gerechter verteilt würden, sprich sie finanziell kastriert würden, bezweifle ich auch stark.

    es wird im grunde nicht viel geändert werden und am system gar nix.

    das finanzsystem verteilt systemisch vermögen, von unten nach oben um, in einer exponentiellen geschwindigkeit bzw. in der vermögenssumme.

    der kollaps ist dann erreicht, wenn in der realwirtschaft die entreicherung, entwertung etc. die verarmung offen sichtbar und diese in ihren wirtschaftlichen handlungen , lähmt und blockiert werden; – wenn nicht vorher weltweite krisen mit waffen geführt werden, was sehr wahrscheinlich ist.

    die gefahr eines neuen kriegszyklus ist real!

    einen great reset ohne einer massenhaften zerstörung, ändert an dem systemischer fehlentwicklung nichts wirklich.

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  11. Avatar
    Bauer sagte:

    Auszug aus meinem Buch (ISBN 978-3-8370-6890-0), Seite 57 (März 2016):

    Seit 1971 hat Gold seine Funktion als Währungsbasis verloren. Die Mehrheitsmeinung ist heute, dass dies das endgültige Aus ist, während eine Minderheit der Ökonomen immerhin für eine Rückkehr plädiert. Der Dollar gilt allgemein als abgewirtschaftet und die Tendenz geht dahin, ihn durch die SDR (special drawing rights), zu deutsch Sonderziehungsrechte des IWF zu ersetzen. Die kürzliche Aufnahme Chinas in den IWF zielt in diese Richtung. Aber das wäre nur wieder eine virtuelle Basis (fiat money), die über kurz oder lang die Geschichte des Dollar wiederholen würde. Außerdem ist der IWF ein Club unabhängiger Staaten wie die EU und aus denselben Gründen ungeeignet, eine Kunstwährung im Zaum zu halten. Die Geschichte des fiat money würde sich in noch größerem Maßstab wiederholen. Die Folgen wären nicht mehr begrenzbar, da die ganze Welt an den SDR hängen würde.

    Anders sähe nach meiner Meinung die Sache aus, wenn gleichzeitig die SDR am Gold festgemacht würden, da sie dann nicht willkürlich vermehrt werden könnten. Schon eine 30-prozentige Golddeckung könnte zur Stabilisierung genügen, wenn das Recht auf Tausch auf die Mitglieder des IWF beschränkt würde. …

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      foxxly sagte:

      @ bauer 09:33
      maßnahmen zur stabillisierung des finanz- und wirtschaftssystems, sind nur dann erfolgreich, wenn die realwirtschaft finanziell gestärkt wird, ohne sie mit neuen krediten zu belasten.

      dies wäre natürlich eine art umkehrung des herrschendes systems.
      wer würde dies zulassen?

      Antworten
  12. Avatar
    Richard Ott sagte:

    Der “große Reset des Finanzsystems” scheint darauf hinauszulaufen, dass die überschuldeten Akteure (also im Wesentlichen Staaten und Banken) ihre Schulden loswerden sollen ohne gleichzeitig in Insolvenz zu gehen, wodurch die Machtposition von Davos-Klaus und seinen vielen Freunden auch in Zukunft gesichert wäre.

    Ich kann mir nicht vorstellen, wie man das ohne Diktatur realisieren könnte.

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      Johann Schwarting sagte:

      @Richard Ott

      “Ich kann mir nicht vorstellen, wie man das ohne Diktatur realisieren könnte.”

      Müssen Sie auch nicht – es genügt, die sehr kenntnisreiche Stimme aus dem Weltinnenraum des Kapitals erneut zu Wort kommen zu lassen.

      “Niemand muss mehr zum Chinesen werden. Die Socialcredits kommen durch die Hintertür. Die Gesetze sind schließlich schon alle da. Terror, Gesundheit, Klima … such es dir aus.”

      “No way out! Die Diktatur im Wartemodus ist nicht verhandelbar!”

      Quelle: https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=560081

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