FINANCIAL TIMES: Die FED setzt auf Inflation

Der Kurswechsel der Fed wird zur Kenntnis genommen. – Doch ist es wirklich einer oder nur die noch konsequentere Fortsetzung des Kurses der letzten Jahrzehnte?  Für die FINANCIAL TIMES (FT) liegt auf der Hand, die vermeintlich „sicheren Assets“ bieten nur noch sicheren Verlust:

  • „Looked at through the lens of history, ‘safe’ has been an odd word to describe government IOUs. Middle-class people who lived through the second world war invested heavily in government bonds to provide for old age, as they had been heavily influenced by the deflationary conditions of the 1930s. The inflation of the 1960s and 1970s eradicated much of their wealth and impoverished their retirement.“ – bto: Safe sind sie ja auch nur, wenn man in MMT-Logik davon ausgeht, dass der Schuldner nicht ausfällt. Das ist natürlich sicherer als Anleihen von Unternehmen, so diese nicht auch unter dem Rettungsschirm der Notenbank fliehen können wie zuletzt in den USA. Faktisch übernimmt hier der Staat die privaten Schulden.
  • „That said, governmental paper promises are, in the absence of hyperinflation, a secure and serviceable asset in the short term. (…) safe for whom? Safe, yes, for the sponsoring company of a defined benefit pension scheme looking to match its liabilities with fixed-interest assets. But for scheme members there is no safety once price rises exceed the inflation cap on their benefits.“ – bto: Sie sind nominal sicher. Real ist das natürlich eine andere Sache!
  • „This issue is particularly pertinent in the light of the super-loose monetary policy framework announced last week by Jay Powell, chair of the Federal Reserve. Henceforth inflation will be allowed to run above the Fed’s longstanding target to compensate for periods of undershooting. The notion of pre-emptive tightening has also been expunged from the central bank’s modus operandi. That definitively confirms the disappearance of any remaining anti-inflationary bias in US monetary policy.“ – bto: und damit in der Welt, denn kein Land kann es sich auf Dauer leisten, nicht mitzumachen.
  • „Thanks to the devastating impact of Covid-19 on the economy, it will take time for inflation to pick up and for interest rates to rise. But in the end they always do rise, and that will inflict serious damage on supposedly safe fixed interest portfolios.“ – bto: Und es wird alles getan werden, um genau diesen Anstieg der Zinsen zu verhindern.
  • „At the same time it is striking that government bonds this year have no longer been reliably providing relief when stocks fall. (…) This continues a broader theme: as central banks have pumped liquidity into markets through vast bond-purchase programmes since the financial crisis, different asset classes have tended to move more uniformly. Fundamentals no longer matter for the overall market indices.“ – bto: Es geht nur noch um die Frage der Liquidität.
  • „Longview Economics points out that there is a clear correlation between the S&P 500’s forward price/earnings ratio — a common measure of equity valuation — and the amount of so-called quantitative easing the Fed undertakes. In the past five months, the Fed has done close to two-thirds of the amount of QE it executed from 2009 to 2014. In this light, the dramatic re-rating of the equity market since March and its decoupling from the real economy makes more sense.“ – bto: weil die Liquidität in die Finanzmärkte und nicht in die Realwirtschaft fließt.
  • „(…) Big Tech is now highly cash generative. Nobel laureate Michael Spence has argued that these companies tend to have high levels of intangible assets and cost structures abnormally tilted towards fixed costs and low marginal expenses. This can make their platforms hugely scalable, which in turn confers significant pricing power.“ – bto: Das heißt, sie bieten Inflationsschutz.
  • „It seems counter-intuitive to think of equities as safe. (…) For long-term investors this boils down to choosing between governmental paper promises and real assets such as property, commodities and gold. It is, in the time-honoured phrase, a no-brainer.“ – bto: Ja, das ist es. Real könnte es sein, dass selbst diese No-Brainer vor schlechten Zeiten stehen, falls die große Welle der Vermögensvernichtung unter dem Deckmantel der Gleichheit bevorstünde.

ft.com (Anmeldung erforderlich):“Fed’s inflation shift is another blow to ‘safe’ assets“, 3. September 2020

Kommentare (15) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Alexander sagte:

    Die FED kann nur Geld schöpfen, was bleibt ihr übrig als weiter zu hämmern?

    Geldschöpfung sorgt in schwachen Nachfragemärkten (übliche Probleme struktureller Versäumnisse) für Inflation der Pfänder=Vermögenspreisinflation. Diese asset price inflation sorgt am langen Ende sogar für Arbeitsplätze und frägt mit Zeitverlauf alle Sektoren nach, wenn gefühlter Reichtum aus Inflation den Konsum (Premium KfZ z.B.) ankurbelt.

    Dieselbe Inflation der Pfänder (Immobilien) sorgt für Kostendruck im Inland (Mieten, Lebenshaltung, Löhne, share hoder value) und macht financial engineering bedingungslos – mit der Folge, dass verlorene Wettbewerbsfähigkeit durch Globalisierung kompensiert werden will.

    Globalisierung trifft ausgerechnet jene Bevölkerungsgruppen, die nicht von der Inflation der Pfänder profitieren, sondern als Dienstleister ihre mangelnde Wettbewerbsfähigkeit vorgeworfen bekommen.

    Mehr Inflation der Pfänder scheitert auf Dauer, wenn die loser of competition inmitten der Pandemie gar nicht arbeiten dürfen und Dienstleistungen (sozial, handwerklich, Freizeit) kaum von home office geleistet wird.

    Die Flucht nach vorne = höhere Bildungsabschlüsse der Kinder ist keine, wenn gerade akademische Jobs per remote von z.B. Indien aus konstengünstig ersetzt werden können. Hohe Mieten zahlen nicht nur Schuhverkäufer sondern eben auch die Sklaven von silicon valley …

    Zitat:
    The top 5%–speculators, technocrats, managers and the chattering classes– haven’t grasped that America is now a variation on the old Soviet joke: The Soviet joke was we pretend to work and you pretend to pay us. In America, the joke is: we work like crazy to make you rich and you pretend to pay us.

    This is why inflation will rip everyone’s faces off: production will continue to stagnate no matter how many trillions the Federal Reserve prints and throws around. With capital addicted to financial engineering and the purchasing power of labor’s wages in permanent decline, we’re about to reap the consequences of hollowing out our real economy to benefit the most parasitic and socially useless sociopaths at the top.
    http://charleshughsmith.blogspot.com/2020/09/this-is-why-inflation-will-rip.html

    „Sollen sie doch Kuchen essen“ – und das wird gut so sein.

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      ruby sagte:

      @ Alexander
      Die ersten sieben Absätze hier“
      https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=540087
      erklären obige Sachverhalte in Kreditgewährung und -tilgung sowie Geldumlaufgeschwindigkeit für mich ebenfalls sehr nachvollziehbar.
      Mit dem fehlgeleiteten Lockin scheint das Gegenteil des Gewollten einzutreten. Mit Inkompetenz der Institutionenakteure können unkontrollierte Entwicklungen eintreten, denn, wie reagieren die 80 % Schaafe bei eingeschalteter Triebsteuerungen gegenüber den „Authoritäten“/ Autoritären?

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        Alexander sagte:

        @ruby

        Natürlich erzählt unsere Matrix ihre Märchen. Da die Versprechen schon länger keine Erfüllung zeitigen -> werden die Lügen steiler, wobei der Aufwachmoment inmitten des Scheiterns schonungslos vollstreckt – z.B. an den zahlreichen Kriegsschauplätzen oder zerstörten Existenzen…

        Mit Lügen meine ich alles vom amerikansichen Traum, über Freiheit/Demokratie bis zu den großen aktuellen Themen. Alles wird durch die Traumfabriken erklärt und bebildert, entsprechend reagiert man empfindlich gegen Kritik oder die Unterstellung von fake news…

        Die Matrix lebt vom Verschuldungspotential und umwirbt ihre nachwachsenden Opfer, deren Eltern lebende Belege über den Betrug an Lebenszeit sind.

        Die Bereitschaft mit der Matrix zu brechen um keine zusätzliche Zeit mehr zu verschwenden, wächst in Richtung Verweigerung v. Konsum, „Ausbildung“, Arbeit, Haus, Familie, Wahlen, Militärdienst, Einzahlungen… per Grundrechenarten gegen zu rechnen.

        Die Belagerung läuft und das „Imperium des Nichts“ (Jack Donovan) kann sich nicht retten.

        Trotz der inszenierten Plünderungen (in den USA), den Mikroschießereien und dem BS-Anarchismus bleibt das Land friedlich, weil sich „Kriegsteilnehmer“ nicht so einfach aus der Deckung locken lassen. Keine Sammlungsbewegung von niemandem, die beiden Parteien decken immer noch alle Strömungen ab? :o)

        Auf der finanziellen Strecke bleiben die Gläubigen der letzten Aufschuldungsrunden, deren Schicksal auch in Europa hässlich wird.

  2. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    >That definitively confirms the disappearance of any remaining anti-inflationary bias in US monetary policy.“>

    Diese Feststellung von ft.com ist FALSCH.

    Ich rufe nochmals in Erinnerung, was Powell jüngst zur Geldpolitik der Fed gesagt hat, nachzulesen unter

    https://www.federalreserve.gov/newsevents/speech/powell20200827a.htm

    Auszüge:

    “… when employment is below its maximum level, as is clearly the case now, we will actively seek to minimize that shortfall by using our tools to support economic growth and job creation.”

    UND:

    “Of course, if excessive inflationary pressures were to build or inflation expectations were to ratchet above levels consistent with our goal, we would not hesitate to act.”

    Das heißt NICHT:

    VERSCHWINDEN jeglicher antiinflationärer Ausrichtung der Geldpolitik der Fed.

    Es heißt:

    JETZT haben andere Ziele, nämlich Wachstum und Beschäftigung Vorrang, die Bekämpfung der Inflation kann jedoch irgendwann wieder ein Thema werden, möglicherweise sogar ein VORRANGIGES.

    Es stellen sich allerdings Fragen.

    Wird diese Neuausrichtung der Fed, wenn man sie wie Dr. Stelter m. A. n. zu Recht als Bekenntnis für monetäre Staatsfinanzierung bewertet, zu Inflation führen?

    D. Ehnts hat mit Blick auf Japan behauptet: nicht notwendigerweise.

    Andererseits werden bereits mit Zollaufschlägen und der Drohung, auf unliebsame Produkte Zölle zu erheben, die Weichen für Inflation gestellt.

    Gäbe sie es, wie würde die Fed reagieren?

    Würde sie mit Zulassung höherer Zinsen versuchen, sie unter Kontrolle zu halten und so wahrscheinlich die Assetblasen zum Platzen bringen, wenn diese nicht bereits geplatzt wären

    ODER

    würde sie das nicht tun und so eine mögliche Entwicklung zu nicht mehr kontrollierbarer Inflation zulassen?

    Diese Frage betrifft nicht die DARLEGUNG gegenwärtiger geldpolitischer Priorität, sondern zielt auf zukünftiges geldpolitisches HANDELN der Fed.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      „… when employment is below its maximum level, as is clearly the case now, we will actively seek to minimize that shortfall by using our tools to support economic growth and job creation“

      Hohles Gerede.

      Wie genau soll die Geldpolitik der Fed „job creation“ in den Sektoren ermöglichen, in denen die Corona-Einschränkungen dafür sorgen, dass Millionen von Arbeitsplätzen in den USA verloren gegangen sind und die auch nicht wieder kommen, solange die Einschränkungen fortbestehen?

      Die Zentralbank kann Geld drucken um die Arbeitslosen bei Laune zu halten, aber mit „job creation“ hat das nichts zu tun.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Es ist KEIN hohles Gerede, verstärkt dafür sorgen zu WOLLEN, dass die US-Regierung über die finanziellen Ressourcen verfügt, in GROSSEM Umfang Nachfrage zu schaffen und damit die Wirtschaft auf Wachstumskurs zu bringen.

        Wenn die Demokraten gewinnen, sind das deren linkem Flügel nach u. a. staatlich gepamperte INVESTITIONEN in grüne Energie, die – wie Sie gepostet haben – die Stromverbraucher angeblich nichts kosten werden. Wallstreet wäre wild darauf, weil Geld damit zu verdienen sein würde.

        Die Republikaner könnten SCHECKS verschicken, um die hoch verschuldeten Amerikaner zum Geldausgeben zu animieren und dadurch die Wirtschaft auf Wachstumskurs zu bringen.

        Ob die Fed und die jeweilige Regierung damit ERFOLGREICH sein werden, ist eine ganz andere Frage.

        Da würde ich allerdings auch ein ganz, ganz großes Fragezeichen setzen.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Das Problem, das die USA im Moment haben, ist doch nicht mangelnde Nachfrage. Die Arbeitsplätze im Einzelhandel, in Restaurants und Hotels gingen verloren, weil diese Einrichtungen aufgrund der staatlichen Corona-Einschränkungen gar nicht mehr öffnen dürfen oder mit so reduzierter Kapazität, dass kein kostendeckender Betrieb mehr möglich ist.

        Geldpolitik kann dieses Problem nicht lösen.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Die USA haben im Moment MANGELNDE Nachfrage, weil zumindest vorrübergehend durch die staatlichen Corona-Einschränkungen Arbeitsplätze verloren gingen – was Sie ja bestätigen.

        Dies wiegt umso schwerer, weil die USA keine Sozialsysteme wie wir haben, die als automatische Stabilisatoren der Nachfrage gelten und die große Zahl der Amerikaner hoch verschuldet ist, also kaum auf Ersparnisse zurückgreifen kann, um mehr nachzufragen.

        Abgesehen davon:

        Schon VOR der Pandemie war die Nachfrage zu gering TROTZ geringer Arbeitslosigkeit, die mit unter 4% so niedrig wie noch nie nach WK II war.

        Man erkennt das auch daran, dass die Inflationsraten so niedrig waren, wie die Fed richtig feststellt.

        Warum ist das so?

        Es ist nicht nur, aber auch dem Verlust von HOCHBEZAHLTEN Arbeitsplätzen im produzierenden Gewerbe mit Migration der Arbeitenden in die durchschnittlich deutlich WENIGER zahlenden Dienstleistungsbranchen bzw. der Schaffung neuer Jobs dort, u. a. bedingt durch die demografische Entwicklung, zuzuschreiben.

        Diese Transformation der Wirtschaft hat z. B. auch in Frankreich und Italien für schwache Nachfrage mitgesorgt.

        Wir folgen den USA 20 Jahre später (Otte), sind daher bisher noch nicht gravierend betroffen, aber sehr engagiert, die Entwicklung mit der Energiewende stark zu beschleunigen.

        Der verhängnisvolle Trend SOLL kompensiert werden durch

        a) massive DIREKT nachfrageorientierte Fiskalpolitik (bei uns: Investitionen u. a. in die Digitalisierung und Subventionen, z. B. für den Kauf von E-Automobilen)

        und

        b) Bürgergeld, wie hier am Blog von M. Stöcker propagiert, oder BGE sowie Ausweitung der Sozialleistungen

        Das ist die Realität und darauf setzend die Mechanismen, die mit der Geldschöpfung der Notenbanken in Gang gesetzt werden sollen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Der verhängnisvolle Trend SOLL kompensiert werden durch
        a) massive DIREKT nachfrageorientierte Fiskalpolitik (bei uns: Investitionen u. a. in die Digitalisierung und Subventionen, z. B. für den Kauf von E-Automobilen)“

        Und wie soll das zu neuen Arbeitsplätzen führen? Sollen die arbeitslosen Kellner, Verkäufer und Zimmermädchen alle zu Webdesignern umgeschult werden?

        (Oder auf Deutschland bezogen: Werden die arbeitslosen Bergleute aus dem Braunkohletagebau dann alle Sachbearbeiter in noch in der Lausitz neu zu gründenden Bullshit-Behörden oder Think-Tanks für „grüne Transformation“? )

        „Die USA haben im Moment MANGELNDE Nachfrage, weil zumindest vorrübergehend durch die staatlichen Corona-Einschränkungen Arbeitsplätze verloren gingen – was Sie ja bestätigen. “

        Tja, *vorübergehend* sind die Arbeitsplatzverluste nur genau dann gewesen, wenn die Corona-Beschränkungen irgendwann wieder aufgehoben worden sind. Im Moment verschärfen wir die stattdessen wieder.

        Genau darauf will ich ja hinaus. Alle Diskussionen über von oben verordnete oder aus sich selbst heraus geschehende Strukturwandel in der amerikanischen Wirtschaft sind völlig müßig, solange die Corona-Beschränkungen nicht aufgehoben sind. Solange die weiter fortbestehen, kann die Geldpolitik nur Geld drucken, damit die Regierung dann Schecks verschicken kann.

        (Oder, wieder auf Deutschland bezogen: Wir verlängern die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes immer weiter und haben dadurch verdeckte Arbeitslosigkeit, die über die aus dem Staatshaushalt subventionierten Sozialversicherungssysteme finanziert wird. Dadurch sehen die Statistiken schöner aus, das Grundproblem bleibt aber das gleiche.)

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Und wie soll das zu neuen Arbeitsplätzen führen? Sollen die arbeitslosen Kellner, Verkäufer und Zimmermädchen alle zu Webdesignern umgeschult werden?>

        Sollen sie sicher nicht.

        Kellner, Verkäufer, Zimmermädchen und andere sind aber durchweg nicht so ANSPRUCHSVOLL, dass sie sich in großer Zahl z. B. einem staatlichen BS-Job verweigern würden, wenn er die einzige Möglichkeit wäre, durch Erwerbsarbeit ein Einkommen zu erzielen.

        Nur:

        Was sollen diese Erörterungen?

        Ich habe Ihnen doch gesagt, dass ich nicht daran glaube, dass das, was ich Maßnahmen skizziert habe, Erfolg haben wird, jedenfalls nicht den, unseren Wohlstand zu sichern.

        Die Corona-Beschränkungen MÜSSEN natürlich aufgehoben werden, seht weitgehend jedenfalls.

        Deshalb hofft man auf einen Impfstoff.

        Aber das hat nichts damit zu tun, aus welchem Grund was wie getan und finanziert werden soll.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Kellner, Verkäufer, Zimmermädchen und andere sind aber durchweg nicht so ANSPRUCHSVOLL, dass sie sich in großer Zahl z. B. einem staatlichen BS-Job verweigern würden, wenn er die einzige Möglichkeit wäre, durch Erwerbsarbeit ein Einkommen zu erzielen.“

        Das mag schon sein. Einen gesellschaftlichen Nutzen haben diese Tätigkeiten allerdings nicht, sonst wären es ja keine „Bullshit-Jobs“.

        Letztendlich sinkt dadurch unser aller Lebensstandard, sogar der von den Leuten mit den neuen Bullshit-Jobs, die vorher in Sektoren gearbeitet haben, wo tatsächlich nützliche Dienstleistungen angeboten oder Waren hergestellt wurden.

        Wenn Sie das meinen, wenn Sie davon schreiben, dass die Maßnahmen nicht dazu taugen, „unseren Wohlstand zu sichern“, dann haben wir hier wohl einen Konsens.

        „Was sollen diese Erörterungen?“

        Ganz plakativ formuliert:

        Wenn die Regierung verbietet, dass bestimmte Unternehmen geöffnet sein dürfen, dann sind die Arbeitsplätze in diesen Unternehmen weg.

        Es ist völlig egal, wie weit die Zentralbank die Zinsen senkt oder wie viel Geld sie druckt, die Arbeitsplätze kommen dadurch nicht zurück, solange das Verbot weiter fortbesteht.

        Ich halte das für ein ganz grundsätzliches Problem, wenn die US-Zentralbank in der aktuellen Situation von „job creation“ als Zielsetzung redet.

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    jobi sagte:

    „bto: Es geht nur noch um die Frage der Liquidität“

    So jedenfalls der Glaube der Aktieninvestoren an das Narrativ der Notenbanken, der bis jetzt jedenfalls noch funktioniert.

    Allerdings sind dafür immer größere Injektionen in immer kürzeren Abständen erforderlich um zu überspielen, dass der Kaiser nackt ist.

    Es geht in Wirklichkeit nur noch darum, die Märkte wieder von risk-off zu risk-on zu pushen – gelingt das nicht, ist das Spiel aus.

    Ein Spiel, bei dem es am Ende sehr viele Verlierer geben wird.

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    Wolfgang Selig sagte:

    bto: „und damit in der Welt, denn kein Land kann es sich auf Dauer leisten, nicht mitzumachen.“

    Wirklich?

    Und was wäre, wenn man nicht mitmacht und gleichzeitig Kapitalverkehrskontrollen beschließt? Hatten wir schon mal. Sie können beispielsweise als nichtansässiger Ausländer in der Schweiz nicht einfach eine Wohnimmobilie kaufen. Es wäre eine Überlegung wert, ob eine seriösere Geldpolitik mit Kapitalverkehrskontrollen nicht aussichtsreicher wäre, auch bei Aktien oder Anleihen. Klingt vielleicht vorsintflutlich, würde ich aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht kategorisch ausschließen wollen. Denn wenn der US-$ in echte Probleme kommt, will man da wirklich immer noch mitmachen? Ich bin mir da nicht so sicher und würde das noch einmal durchdenken wollen. Das ist die nächsten Wochen wohl noch kein Problem, aber die nächsten Jahre?

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    • Avatar
      jobi sagte:

      @W.Selig

      Vom USD werden wir uns nicht abkoppeln können aber die Idee, den spekulativen Druck auf die Wohnimmobilienpreise zu reduzieren, wäre durchaus eine Überlegung wert.
      Selbst innerhalb der EU ist das bei einigen Nachbarländern so geregelt, wie in der Schweiz.

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    Stefan Bohle sagte:

    „bto: Es geht nur noch um die Frage der Liquidität“ – das ist fast wie in der Sanierungsberatung. Finde Geld, und es kann weitergehen. Nachhaltige Wirtschaftlichkeit zählt allenfalls nachrangig.

    „Real könnte es sein, dass selbst diese No-Brainer vor schlechten Zeiten stehen, falls die große Welle der Vermögensvernichtung unter dem Deckmantel der Gleichheit bevorstünde.“ Ja, aber ein relative overperformance gegenüber allen Staatspapieren erscheint dann doch ziemlich wahrscheinlich.

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