Ein Plädoyer für Staatsschulden

Im Podcast am 17. April 2022 geht es um Staatsschulden. Sind sie nun gut oder schlecht? Was ist zu viel? Dazu im Gespräch Barry Eichengreen. Eichengreen ist ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Professor für Ökonomie und politische Wissenschaften an der University of California, Berkeley. Sein Hauptforschungsfeld sind die internationale Makroökonomie und die Geschichte des Finanzsystems. Während der Asienkrise war er für den Internationalen Währungsfonds tätig. Dort arbeitete er an der Analyse praktischer und theoretischer Probleme der Liberalisierung der internationalen Kapitalmärkte. Gemeinsam mit Asmaa El-Ganainy, Rui Esteves and Kris James Mitchener hat er ein Buch zum Thema Staatsschulden veröffentlicht: In Defense of Public Debt.

Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch einen Beitrag in der FINANCIAL TIMES  (FT):

  • “Covid-19 in 2020 precipitated the largest one-year debt surge since the second world war, with global debt rising to $226tn. Borrowing by governments accounted for more than half of that increase, as the global public debt ratio jumped to a record 99 per cent of gross domestic product. This debt mountain now poses a monumental political economy challenge.” – bto: Das kann man wohl sagen! Natürlich haben diese Schulden eine Wirkung und beeinflussen die weitere Politik.
  • “As the Italian economist Alberto Alesina once remarked, public debt management boils down to whether to bleed the rentier, sweat the worker or tax the entrepreneur to tears.” – bto: Noch interessanter ist es, andere Steuerzahler heranzuziehen, wie es die Strategie Frankreichs und Italiens ist. Das ist ein neuer Weg, der allerdings voraussetzt, dass man es mit einem Verhandlungspartner zu tun hat, den man leicht erpressen kann (Stichwort TARGET2) und der die eigenen Interessen nicht vertritt, weil er sie nicht kennt oder sie ihm egal sind (siehe Wahlprogramme der SPD und der GRÜNEN).
  • In Defense of Public Debt explores the rise of the sovereign debt market all the way from the Italian city states to the multitrillion global government debt overhang of the 21st century. (…) The authors show how over time governments moved from borrowing to provide the public good of national defence to borrowing to provide the public good of financial stability, while also financing railways, urban infrastructure and social capital, thereby underpinning economic growth.” – bto: Es wird also erklärt, wieso die Staatsschulden gut sein können. Das ist nicht gleichzusetzen mit “immer sind”.

Und wie soll man dann mit zu hohen Schulden umgehen?

  • “(…) governments running primary budget surpluses — surpluses before interest — to pay off debt. If the growth rate exceeds the interest rate on the debt the ratio also declines.” – bto: Wir sehen aber an Beispielen wie Italien, dass das nicht unbedingt funktioniert.
  • Inflation is another resort.” – bto: Hier liegt der Verdacht nahe, dass genau dieser Weg beschritten werden soll.
  • “And then debt can be restructured or written off.” – bto: Das ist der ganz unbequeme Weg und wird von der Politik deshalb gescheut.
  • “The authors point out that after the Napoleonic wars the decline in the British debt-to-GDP ratio from 194 per cent in 1822 to 28 per cent nine decades later relied chiefly on primary budget surpluses, which outweighed an adverse interest rate-growth differential. The franchise was limited then to 2.5 per cent and there was considerable overlap between public creditors and voters. Much the same dynamic applied to debt reduction in the US after the civil war and in France after the Franco-Prussian war.” – bto: Damals wurden Schulden wirklich aus Steuern bezahlt. Das ist heute politisch undenkbar, was an der veränderten Zusammensetzung der Wählerschaft resultiert: “The broadening of the franchise in the 20th century changed that dynamic as demands emerged for state provision of social and income security. Two world wars also had to be financed. So after 1945, growth played a bigger part in debt reduction while governments kept interest rates low and maintained capital controls.” – bto: Es war also die finanzielle Repression, die nichts anderes bedeutet hat, als dass die Gläubiger real Geld verloren haben.
  • Why, you might ask, does public debt need to be defended? One reason is that austere moralists dislike debt and fear the burden it might impose on future generations. (Like) sentiments prevailed in Germany during the eurozone crisis towards Greece and southern Europe more generally.” – bto: Und wir haben ja gerade in Deutschland mit der schwarzen Null und der Schuldenbremse weiterhin diese politischen Prioritäten.
  • Es gibt aber eine entscheidende Aussage, die Eichengreen übrigens auch im Gespräch mit mir macht: The authors have no illusions about the difficulties of addressing the current debt overhang given mounting political polarisation and anaemic growth prospects.”
  • Das Fazit der FT ist positiv: “That said, this is a rich and absorbing narrative that makes an unanswerable case for the legitimacy of incurring massive debts to protect citizens against war, pandemics and financial crises. (…) The snag is that retreating from current public debt levels is a political nightmare and tactically fraught. Policymakers’ current penchant for muddling through inspires little confidence in a benign outcome.” – bto: Das stimmt leider.

ft.com (Anmeldung erforderlich): „The virtues of public debt to protect citizens“, 7. Februar 2022

Kommentare (15) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Johann Schwarting
    Johann Schwarting sagte:

    @ bto

    “Die Autoren weisen darauf hin, dass nach den napoleonischen Kriegen der Rückgang der britischen Schuldenquote von 194 Prozent im Jahr 1822 auf 28 Prozent neun Jahrzehnte später vor allem auf primären Haushaltsüberschüssen beruhte, die ein ungünstiges Zins-Wachstums-Differential ausglichen. Der Freibetrag war damals auf 2,5 % begrenzt, und es gab erhebliche Überschneidungen zwischen öffentlichen Gläubigern und Wählern. Die gleiche Dynamik galt für den Schuldenabbau in den USA nach dem Bürgerkrieg und in Frankreich nach dem französisch-preußischen Krieg.”

    Nathan Rothschild hatte von der britischen Krone wegen der Finanzierung ihrer jahrelangen Kriege gegen Napoleon den Auftrag, bei Provisionen von 2 bis 6 Prozent bekommen, europaweit – trotz Kontinentalsperre – Gold und Silber aufzukaufen. Die kontinentalen Koalitionspartner wollten nämlich wegen ihrer politischen, militärischen und wirtschaftlichen Dienste in Edelmetall bezahlt werden und nicht in Pfund. Wegen der zunehmenden britischen Verschuldung fielen die Kurse der typischen dreiprozentigen ‘100-Pfund-consols’ von Februar 1792 bis zum Beginn der Schlacht bei Waterloo am 15. Juni 1815 von 96 auf 60 Pfund. Der Aufkauf von Edelmetall wurde noch verstärkt nach der Rückkehr Napoleons (Nathan Rothschild: eine ‘unerfreuliche Nachricht’) von Elba am 1. März 1815 – während des Wiener Kongresses vom 18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815 – in der Annahme, dass der kommende Krieg ein langer Konflikt werden würde – was sich beinahe als verhängnisvolle Fehleinschätzung erwies.

    Die Schlacht von Waterloo (Wellington: “die knappste Sache, die man sich vorstellen kann.”) endete für die Krone nach einem Tag mit dem Sieg. Was sollte jetzt mit den großen Bargeldbeständen in Edelmetallen geschehen? Die jetzt anstehende Demobilisierung führte zur Reduzierung der britischen Verschuldung und damit zur Erwartung von Nathan Rothschild des Anstieges der Renditen der ‘consols’. Die Rothschilds setzten Gold und Silber zum Kauf von britischen Staatsanleihen ein. Ende 1817 verkauften sie sie mit einer Rendite von 40%. Damit war das finanzielle Fundament der Rothschild-Bank gelegt. Einfach genial und ausführlich nachzulesen bei Niall Ferguson in: ‘Der Aufstieg des Geldes – Die Währung der Geschichte’

    Niall Ferguson zieht in seinem Buch allen nachfolgenden Dämonisierungen und Verschwörungstheorien über den fantastischen Aufstieg der Rothschild Bank, der nur das Ergebnis geldökonomischer Gesetze war, den Boden unter den Füßen weg. Sie beschäftigte sich vorwiegend mit der Staatsfinanzierung und brachte damit auch neue Finanzinnovationen hervor. Heinrich Heine hatte das im März 1841 in Lutetia

    http://www.heinrich-heine-denkmal.de/heine-texte/lutetia32.shtml

    zu der anerkennenden Bemerkung veranlasst: “… wie klein der Mensch und wie groß Gott ist! Denn das Geld ist der Gott unserer Zeit, und Rothschild ist sein Prophet. …” (letzter Satz im 6. Absatz).

    Napoleon konnte sich immer auswärts finanzieren ohne Binnen-Steuern zu erhöhen oder Anleihen aufzunehmen. Er finanzierte seine ‘Armée d’Italie’ durch Raub und Ausbeutung der eroberten Gebiete und “sorgte […] dafür, dass Geld in die leeren Kassen der Regierung kam.” – geraubte Edelmetalle gingen sofort in die Kriegsfinanzierung und die geraubten Kunstwerke sind heute noch in französischen Museen zu bewundern. Dagegen wurde der Krieg auf der Seite der Krone durch Anleihen finanziert – er war ein Anlageprodukt wie heute der ‘War on Terror’. Die französische Ökonomie beruhte auf Raub, die britische auf Verschuldung. Bei Napoleons Abgang gab es eine Pro-Kopf-Verschuldung von 50 Fr. gegenüber einer von 1000 Fr. in England!! Was nebenbei wieder mal beweist, dass es niemals auf die Schulden, sondern auf die Verschuldungsmöglichkeiten ankommt – DEBITISMUS pur; bewiesen zuletzt durch Niall Ferguson in: The Cash Nexus, 2001.

    Niall Ferguson erörtert dort auch die unterschiedlichen Kulturen, die bis in die heutige Zeit nachwirken, der britischen und französischen Staatsfinanzierung mit ihren jeweiligen Ökonomien und die andersartigen Entscheidungen der Rothschild-Bank in Bezug auf den amerikanischen Bürgerkrieg.

    Antworten
    • Alexander
      Alexander sagte:

      @Johann Schwarting

      “primären Haushaltsüberschüssen” beruhen auf der Verschuldung “anderer”.

      Das Empire gewährte solche Möglichkeiten durch politisch erteilte Monopole, wo das nicht half führte man Krieg (vgl. Opiumkriege)
      Dieses Geschäftsmodell bemühten einige Großmächte bis zur einzig verbliebenen Supermacht, deren Schulden heute ein Problem “anderer” sind. Echte Unabhängigkeit hat kaum einer der ehemaligen Vasallenstaaten erreicht.

      Schwierig wird die Entwicklung erst wenn man technologisch / demopgraphisch / industriell abgehängt wird, wie sich das in UK, Resteuropa, USA immer mehr abzeichnet; wenn man nicht mal mehr mit veralteter Waffengewalt politische Ziele durchsetzen kann….

      Am Ende besiegen sich die Mächtigen immer selbst…..
      https://youtu.be/N0id3WfiJrc

      Antworten
      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Johann Schwarting – Nachtrag

        UA Emirates FM Anwar Gargash: “It´s over with the US hegemony”
        https://www.bitchute.com/video/4LaTR0hEGEW2/

        …allein die Frechheit solche Überlegungen auszusprechen zeugt vom Zeitenwechsel.
        Damit Staatsschulden wirken können, darf nicht alles Potential konsumiert sein.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @ Alexander

        “Schwierig wird die Entwicklung erst wenn man technologisch / demographisch / industriell abgehängt wird, …”

        Ich möchte Niall Fergusons Satz:

        “… Aber sie [die Schlacht bei Waterloo] war nicht nur eine Auseinandersetzung zwischen zwei Heeren, sondern auch ein Wettstreit zwischen konkurrierenden Finanzsystemen: Dem französischen, zu dessen Grundlage unter Napoleon die Plünderung (der eroberten Länder) geworden war, und dem englischen, das auf Schulden beruhte. …”

        zitieren und etwas zu den unterschiedlichen Kulturen – der damaligen britischen und französischen Staatsfinanzierung – ergänzen.

        Die Vereinigten Provinzen der Niederlande finanzierten ihren Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien durch die Entwicklung neuer Anlageprodukte und Wertpapiere, die am Markt in Amsterdam gehandelt und die vor allem von Rentiers gekauft wurden. Nach 1688 gelangten diese Neuerungen nach London. Das britische Steuersystem unterschied sich schon wesentlich von dem der kontinental-europäischen Monarchien. Die Ausgaben der Krone standen unter der Kontrolle des Parlaments, weil die königlichen Ländereien weitgehend verkauft waren. Es bildete sich ein professioneller Staatsdienst mit bezahlten Beamten. Die Gründung der ‘Consolidated Fund’ – daher ‘consols’ für die neuen standardisierten britischen Staatsanleihen – half Staatsbankrotte – wie den ‘Stop the Exchequer’ von 1672 – zu vermeiden. Das Parlament versuchte durch die Einführung des Goldstandards im Jahre 1717 eine zukünftige Wertminderung des Münzgeldes zu verhindern. In London existierte ein Rentenmarkt, auf dem vor allem die liquiden und damit leicht verkäuflichen consols gehandelt wurden – auch für Ausländer.

        Dagegen gab es in Frankreich regelmäßig wiederkehrende Zahlungseinstellungen – Repudiationen der Staatsschulden. Zur Erlangung von Staatseinnahmen wurden Ämter verkauft. Die Staatshaushalte waren vorwiegend undurchschaubar. Die Generalstände – eine 1302 eingerichtete Versammlung der drei Stände Klerus, Adel und Dritter Stand – tagten sehr unregelmäßig. Da in Paris kein professioneller Rentenmarkt etabliert war, wurde Geld für den Staat mittels großzügiger Bedingungen durch rentes und tontines mühselig besorgt. Jacques Neckers niederschmetternde Aussage: “La dette de l’Etat, déjà immense à mon avancement au trône, s’est encore accrue sous mon règne …. ” führte dann geradewegs zur Französischen Revolution.

        Die Situation des amerikanischen Sezessionskrieges ist aber ein anders – auch aktuell sehr interessantes – Thema.

        Die Krone siegte, weil Rothschild sich einmischte – die Südstaaten verloren im amerikanischen Bürgerkrieg, weil Rothschild sich nicht einmischte. Niall Ferguson formuliert in den Sätzen:

        “… Sie [die Rothschild] hatten den Ausgang der Napoleonischen Kriege entschieden, indem sie ihr finanzielles Gewicht auf Seiten Großbritanniens in die Waagschale geworfen hatten. Jetzt würden sie mit über den Ausgang des amerikanischen Sezessionskrieges entscheiden – indem sie sich heraushielten. …”

        Die Eroberung von Vicksburg durch die Nordstaaten gilt vielen Historikern als Wendepunkt im Amerikanischen Bürgerkrieg – so steht es wenigstens in den Geschichtsbüchern. Der Fall von New Orleans ein Jahr vorher war aus finanzieller Hinsicht aber verheerend für die Südstaaten – und damit kriegsentscheidend.

        Wegen der ungenügenden industriellen Basis, den vielen sich selbst versorgenden Farmen, den vielen Kleinstädten und dem Fehlen eines zentralen Steuersystems war liquides Geldvermögen, das ja den Finanzierungen an der Basis der Ökonomie entstammt, nur in begrenztem Umfang vorhanden. Es konnte sich kein ausreichend großer eigenständiger Kapital- und Rentenmarkt als Grundlage zur Finanzierung der Sezession im Süden bilden – die Konföderation war auf ausländische Geldgeber angewiesen.

        Jenseits einer tiefen Ablehnung der Sklaverei kamen die Rothschilds allein aus geldökonomischer Sicht zu der Erkenntnis, dass der Süden nicht kreditwürdig war. Der Versuch der Konföderation, konventionelle Anleihen auf dem europäischen Markt zu platzieren, scheiterte.

        Wegen der fehlenden Steuerbasis wurde jetzt die Baumwolle als neue Art der Besicherung der Anleihen herangezogen. Unter klar definierten Bedingungen konnten die Pfund-Sterling-Anleihen in Baumwolle getauscht werden bei sieben Prozent Verzinsung und zwanzigjähriger Laufzeit. Trotz der militärischen Misserfolge der Konföderation bei Gettysburg und Vicksburg und auch der Fähigkeit die Baumwollernte wegen der Monopolstellung zu reduzieren, erhöhten sich die Kurse der Südstaaten-Anleihen.

        Sicherheiten taugen nur etwas, wenn die Gläubiger im Falle der Einstellung der Zinszahlung auf sie zurückgreifen können. Das änderte sich mit dem Fall von New Orleans als zentralem Exporthafen für Baumwolle – er war der Wendepunkt des Sezessionskrieges. Die Ausfuhr der Baumwolle brach zusammen auch aufgrund des Embargos, das die Südstaaten gegen Großbritannien verhängt hatten – das Königreich sollte nämlich gezwungen werden, zugunsten der Konföderation in den Krieg einzusteigen. Sie bezog ihre Baumwolle fortan vorwiegend aus China, Ägypten und Indien.

        Die Südstaaten waren mit ihrem Versuch, die Rentenmärkte und Kapitalmärkte zu manipulieren, gescheitert.

        Die Regierung des Südens war jetzt gezwungen, ungedeckte Papierdollar schlechter Qualität herzustellen. In der Folge gab es zunehmende Geldfälschung und viele Gemeinden druckten einfach auch eigene Scheine. Das Ergebnis war eine Hyperinflation von 4000 Prozent – die Wirtschaft des Südens brach noch vor der Kapitulation zusammen. Bei Kriegsende betrug der Wert des Dollars der Konföderation nur noch einen Cent.

        Die Hyperinflation ist ein unbewusstes und außer Kontrolle geratenes ins Verderben führendes immer wiederkehrendes Ereignis – ausgelöst von der Zentralmacht. In den Worten von Niall Ferguson:

        “Es sollte nicht das letzte Mal in der Geschichte gewesen sein, dass der Versuch, den Rentenmarkt anzuzapfen, in ruinöser Inflation und militärischer Demütigung endete.”

    • Tom96
      Tom96 sagte:

      @ Johann Schwarting
      Hier die Afrikaversion des Lionel Zinzou vom 12. März 2022
      https://youtu.be/_8lgx8Qga2A
      “Frankreich verliert Afrika…”
      Zuckerberg wollte mit Facebook/Meta private Digitalwährungen in Afrika und Europa installieren, nichts mehr zu hören?

      Antworten
  2. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >“In Defense of Public Debt“.>

    und

    >The virtues of public debt to protect citizens>

    Ja, aber bitte erst einmal RICHTIG darstellen, WARUM sich die Staatsschulden ERHÖHEN.

    >The authors show how over time governments moved from borrowing to provide the public good of national defence to borrowing to provide the public good of financial stability, while also financing railways, urban infrastructure and social capital, thereby underpinning economic growth.”>

    Hier wird UNTERSCHLAGEN, dass zum “public good” nicht nur die nationale Verteidigungsfähigkeit und die Stabilität des Finanzsystems gehören, sondern AUCH die gesellschaftliche Stabilität, die vor allem in der EU, aber auch in USA z. B. nur durch VERMEHRTE Alimentierung von Bevölkerungsteilen zu leisten ist.

    Der ENTSCHEIDENDE Punkt dabei:

    Zu lange staatliche Alimentierung behebt eine soziale Not nicht mehr, sie verewigt sie. [Die Zeit, 24.04.2003, Nr. 18].

    Auch das ist falsch, nicht nur, weil wir nach der großen Finanzkrise und anderem längst nicht mehr in 2003 sind:

    Die BEHEBUNG sozialer Not lässt GENERELL die ANSPRÜCHE an den Staat WACHSEN – Motto: geht doch, und warum Alimentierung nur bei Not – und damit den Finanzierungsbedarf des Staats, der bei hoher Abgabenlast NUR durch Verschuldung zu decken ist.

    >Und wie soll man dann mit zu hohen Schulden umgehen?>

    Hohe Schulden lassen sich zwar auch durch Masseninsolvenzen und vereinbarte, strukturierte Abschreibungen verringern. Das ist aber politisch/gesellschaftlich nicht durchsetzbar und entfällt daher.

    Bleiben nur noch Wachstum und Inflation.

    Hinreichendes Wachstum ist nicht möglich, weil es keine Kriege gibt, die einen weitreichenden Wachstumseffekt auslösen könnten, nicht die Innovationen gibt, die hinreichend Arbeitskräfte binden, aber eine demografische Entwicklung in Gang ist, die dämpfend auf die Gesamtnachfrag wirkt.

    Daher:

    INFLATION ist die einzige OPTION die in den entwickelten Volkswirtschaften verfügbar ist zur Bekämpfung der Staatsverschuldung.

    Sie ist aber letztendlich ein STUMPFES Schwert:

    Denn Inflation steigert den BEDARF an Alimentierung bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein, was wiederum die Staatsverschuldung steigen lässt.

    Das ist die ERKLÄRUNG, warum die Staatsschulden STEIGEN – und zwar UNABHÄNGIG von Pandemien oder Kriegen wie den in der Ukraine, dadurch aber vermehrt.

    >“The authors have no illusions about the difficulties of addressing the current debt overhang given mounting political polarisation and anaemic growth prospects.”>

    Das ist akademisch vornehm ausgedrückt, aber im Grunde eine BESCHÖNIGUNG der mehr Staatsverschuldung bedingenden Situation.

    >“Why, you might ask, does public debt need to be defended?>

    Die Antwort ergibt sich aus dem zuvor Gesagtem:

    Wenn die staatliche Alimentierung nicht erfolgte, würden die Gesellschaften sich noch mehr spalten als sie es eh schon tun, und wären irgendwann nicht mehr regierbar oder würden in unberechenbare Diktaturen abdriften.

    Das will niemand, kann niemand wollen.

    Und nun zum Unsinn, der hier geschrieben steht:

    >One reason is that austere moralists dislike debt and fear the burden it might impose on future generations. (Like) sentiments prevailed in Germany during the eurozone crisis towards Greece and southern Europe more generally.”>

    Es geht NICHT um Austeritätsmoralismus und ist auch NICHT im Fall Griechenlands darum gegangen.

    Griechenland hatte ein Staatsdefizit von ca. 13%!

    Die weitere Finanzierung hätte UNWEIGERLICH zu einem expliziten griechischen Staatsbankrott geführt, der sowieso nur durch die ELA-Kredite der EZB vertuscht und verhindert werden konnte, und in der FOLGE zu – absehbar – einem Crash insbesondere des französischen und damit auch des europäischen Bankensystems geführt hätte.

    Das MUSSTE verhindert werden und ist auch verhindert worden.

    Das öffentliche Geschwätz hat dies Austeritätspolitik genannt.

    Und bitte, Dr. Stelter, ärgern Sie mich doch nicht immer mit dieser Behauptung:

    >Noch interessanter ist es, andere Steuerzahler heranzuziehen, wie es die Strategie Frankreichs und Italiens ist. Das ist ein neuer Weg, der allerdings voraussetzt, dass man es mit einem Verhandlungspartner zu tun hat, den man leicht erpressen kann (Stichwort TARGET2) und der die eigenen Interessen nicht vertritt, weil er sie nicht kennt oder sie ihm egal sind (siehe Wahlprogramme der SPD und der GRÜNEN).>

    Wir sind NICHT erpressbar.

    Denn wir haben die OPTION, FREIWILLIG aus der Eurozone auszutreten, die uns niemand nehmen kann.

    Wenn es GB mit dem Brexit getan hat, können wir es auch tun.

    Wir, egal unter welchen der Regierung bildenden Parteien, tun es aber freiwillig NICHT, weil es uns erkenntlich MEHR schaden würde, als der vermeintliche oder tatsächliche Schaden – kann offenbleiben hier – ist, die Eurozone nicht zu verlassen.

    Antworten
  3. weico
    weico sagte:

    @Tom96

    “Mehr als 70 Jahre wurde in der BRD nur der geheime Globalkapitalismus der Räuberbandenökonomie zugelassen, die Welt kann auch anders”

    Ein Mitgrund diese Ökonomie, warum die USA so hohe Staatsschulden hat und die westliche Hybris am sinken ist.

    Zurzeit lese ich gerade dieses Buch :
    “Made in Washington: Was die USA seit 1945 in der Welt angerichtet haben” (Bernd Greiner)

    https://de.1lib.ph/book/18791290/14a61b

    Kann ich jedem NATO-Versteher, Ukraine Kriegstreiber und US-Wertefetischisten nur empfehlen.

    Es zeigt toll auf, was Deutschland sich, mit einer “noch engeren US und NATO-Partnerschaft, sich in Zukunft so alles aufhalst. Neben stark zunehmenden und höheren Staatsschulden ….noch viele weitere Überraschungen. Neben den F-35 und dem Abwehrschild , sollte man nicht vergessen ….auch genug Leichensäcke zu bestellen.

    Antworten
    • Stoertebekker
      Stoertebekker sagte:

      @Tom96

      Solange die Kapitalverkehrskontrollen in China & Russland RELATIV heftiger sind als bei USD & EUR, wird außer China & Russland da keiner – über das nötige Maß (Handelsvolumen) hinaus – mitmachen.

      Zudem ist China – in längeren Zeiträumen betrachtet – aufgrund der eigenen Demographie auch bald wieder auf dem absteigenden Ast. Pandemie-Politik/ Tech-lash und aktuelle staatliche Innovationspolitik zeigen, dass staatliche Planung bei großen Infrastrukturprojekten Vorteile hat, aber kaum flexibel und kreativ nach vorn schauen kann. Da ist der Markt schlicht nicht zu schlagen.

      PS Meines Erachtens entwickelt sich der Kern des neuen Finanzsystems dort, wo Geld ursprünglich entstanden ist – in irgendeiner Ecke der REALwirtschaft. Aus den Aktivitäten von Unternehmen.

      Antworten
    • Johann Schwarting
      Johann Schwarting sagte:

      @ Tom96

      “… die Welt kann auch anders.” Kann die Welt das wirklich?

      Sergej Glasjew: “… ein neues [Finanzsystem] ersetzt werden wird, das auf einem Konsens der Länder beruht, die sich der neuen Weltwirtschaftsordnung anschließen.”

      Der Beitrag vom 31.08.2016 in bto über ‘Das Scheitern historischer Währungsräume: Kann sich die Geschichte auch für die Eurozone wiederholen?’ von Norbert Berthold, Stella Braun und Mustafa Coban beinhaltet das grundlegende Problem des von Glasjew gewünschten ‘neuen globalen Finanzsystems’.

      In ihm werden die Währungsunionen ‘Die Lateinische Münzunion’ (1865 – 1927 Frankreich, Schweiz, Belgien, Italien und Griechenland), ‘Die Skandinavische Münz-/Währungsunion’ (1872 – 1924 Schweden, Norwegen und Dänemark) und ‘Die Kronenzone’ (1918 – 1924 Österreich, Ungarn, …) in ihrer Entwicklung vorgestellt. Sie sind gescheitert, weil versucht wurde, mittels einer Währungsunion eine politische Union zu verwirklichen – also die Wirtschaft der Politik voranzustellen. Das steht ganz im Gegensatz zu den im 19. Jahrhundert geschaffenen Währungsunionen. Es waren lediglich jene von Dauer, die vorher durch die Bildung eines Zentralstaates politisch abgesichert wurden. Beispiele hierzu bilden die Schweiz, Italien und Deutschland. Das stimmt ja auch mit Paul C. Martins Erkenntnissen (‘Machttheorie des Geldes’) überein: Geld, Wirtschaft und Markt sind Derivate der Macht. Im 19.Jhd. waren die drei Nationalstaaten noch national finanzierbar – wenn es sein musste, stand die Rothschild-Bank bereit.

      Auf der Grundlage des ‘Doomsday Book’ von 1086 kann im Kreditgeldsystem des angloamerikanischen Kapitalismus der über den Kredit ermöglichende Zugang zum Geld nicht mehr an eine vorhandene Sache (Baumwolle, Roggen, Öl, Bitcoin, Rohstoffe, Gold, Silber, Roggen etc.) gekoppelt werden.

      In der Hyperinflation 1923 gab es den Versuch mit der ‘Roggen-Mark’. Der Finanzexperte Karl Helfferich entwickelte den Plan einer reformierten Mark, die nicht mehr durch Gold gedeckt sein sollte, sondern durch Roggen – genauer: durch sogenannte ‘Rentenbriefe’, die wiederum den Wert von einer Tonne Roggen verkörperten. Aber das ging nicht, weil man Angst vor den Preisausschlägen am Getreidemarkt hatte. Wäre der Roggen unter den Kurs gefallen, zu dem die ZB Banknoten dagegen ausgegeben hatte, wäre die ZB auf dem Roggen sitzengeblieben. Die Bank – oder wer auch immer den Roggen verpfänden ließ -, hätte lieber den Zoff mit der ZB in Kauf genommen, als nach Auslösung des Roggens bei der ZB wg. dessen gefallenem Preis gleich pleite zu gehen.

      “… Gold und andere Edelmetalle, wichtige Industriemetalle, Kohlenwasserstoffe, Getreide, Zucker sowie Wasser und andere natürliche Ressourcen. … Ich plädiere schon seit langem dafür, Dollar, Euro, Pfund und Yen in unseren Devisenreserven durch Gold zu ersetzen, das in Russland im Überfluss produziert wird.”

      Sergej Glasjews ‘neue Weltwirtschaftsordnung’ wird von der chinesischen Zentralmacht mithilfe des Yuan tributär beherrscht. Der Konsens der Länder, die sich dem ‘neuen globalen Finanzsystem’ anschließen, wird natürlich von China erzwungen. Die Volatilität, die ja ausgeschlossen werden muss, der Pfänder, die Titel sein müssten, in Glasjews Vorstellung der Geldschöpfung kann nur in der Diktatur des chinesischen Sozialkredit-Systems überwunden werden – das SKS ist nur das Kind des KGS. Die Geldverteilung ist heute ausschließlich von den Erwartungen der Zukunft abhängig – in einem offenen aber zeitlich befristeten System. Wie können sich Private in einem reinen SKS verschulden?

      Sigmund Freud erkannte 1932 in seinem Brief an Albert Einstein schon in Übereinstimmung mit Paul C. Martins Machttheorie:

      “Interessenkonflikte unter den Menschen werden … prinzipiell durch die Anwendung von Gewalt entschieden. So ist es im ganzen Tierreich, von dem der Mensch sich nicht ausschließen sollte…”

      “Anfänglich, in einer kleinen Menschenhorde, entschied die stärkere Muskelkraft darüber, wem etwas gehören oder wessen Wille zur Ausführung gebracht werden sollte. Muskelkraft verstärkt und ersetzt sich bald durch den Gebrauch von Werkzeugen; es siegt, wer die besseren Waffen hat oder sie geschickter verwendet. Mit der Einführung der Waffe beginnt die geistige Überlegenheit (!) die Stelle der rohen Muskelkraft einzunehmen; die Endabsicht des Kampfes bleibt die nämliche, der eine Teil soll durch die Schädigung, die er erfährt, und durch die Lähmung seiner Kräfte gezwungen werden, seinen Anspruch oder Widerspruch aufzugeben …”

      “Der Tötungsabsicht kann sich die Erwägung widersetzen, dass der Feind zu nützlichen Dienstleistungen verwendet werden kann, wenn man ihn eingeschüchtert am Leben lässt. Dann begnügt sich also die Gewalt damit, ihn zu unterwerfen, anstatt ihn zu töten. Es ist der Anfang der Schonung des Feindes, aber der Sieger hat von nun an mit der lauernden Rachsucht des Besiegten zu rechnen, gibt ein Stück seiner eigenen Sicherheit auf.”

      Es gilt: “… die Überwindung der Gewalt durch Übertragung der Macht an eine größere Einheit”, vergrößert die Gewalt auf der höheren Ebene.

      Das sind genau die Gedanken, die Paul C. Martin am 03.07.2005, 14:13 in ‘Re: Geld als Kriegskind und Kriegsvater’ zum Ausdruck bringt und die das russische ZMS gerade in der Ukraine realisiert:

      “Die Unterlegenen (griechische Antike z.B.: Metoiken) werden dabei gleich noch ‘Schutzbefohlene’. Sie stehen hinfort unter dem ‘Schutz’ ihrer Oberhunde, und sind so gegen die Ausbeutung durch andere Clans ‘versichert’. Das klassische Staatsmodell also: Ich beute dich aus und schütze dich davor (Armee und so), von anderen eventuell noch krasser ausgebeutet zu werden. Gern auch als ‘Feudalismus” verkauft.”

      “Feines Beispiel ebenfalls die Mafia. Entstanden im 19. Jh. als Schicht jener, die für den Latifundisten die Abgaben (Pachten usw.) eintreiben durften (Variante: tax farming). Als in der Bodenreform die Latifundisten ihrer Inkasso-Rechte entkleidet wurden, behielten die ‘Mafiosi’ ihre Funktion bei, kassierten also weiter, ohne aber wie bisher abliefern zu müssen.”

      Antworten
      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ Johann Schwarting
        Die “Rentenökonomie” (M. Hudson)
        https://multipolar-magazin.de/artikel/der-dollar-schluckt-den-euro
        zeigt, daß nach Ende ihrer Leasingdauer nur die Extinction der Rentner(genauer ihrer Forderungen/Obligationen) zählt.
        Die Vorbereitung läuft seit Jahrzehnten im Countdown99-0, wie “The Global Revolution” des Club of Rome 1988 als Fortschreibung der “The Population Bomb” von Paul Ehrlich 1968 analysiert.
        Dort wird das Idealbild eines Feudalsystems mit Sklaven in modernster Technologie angebetet.
        It is the other way round 😉
        Gesetzmäßigkeiten nur Theoriefiktionen
        PS Klaus Schwab’s WEF ein Finanzinvest aus demselben Hause – Mottenkiste, längst über dem Höchsthaltbarkeitsdatum der Prophetie

      • Tom96
        Tom96 sagte:

        Zu @endgültiges Buch
        “„Und als es dann endlich vollbracht war, war dieses Buch wenig mehr als ein Luxusobjekt, ein Requisit im Theater der Macht“, sagt Symes. Denn praktisch genutzt wurde dieses mittelalterliche Kataster wahrscheinlich nicht – diese Aufgabe übernahmen die unzähligen regionalen Listen und Vorläuferdokumente.”
        aus
        https://www.wissenschaft.de/geschichte-archaeologie/entstehung-des-domesday-book-entraetselt/
        Wer Kredit auf Papiergeldpfand durch Raub sich aneignet, um seine Bücher zu frisieren, der hat das Vertrauen dem Gespött der Öffentlichkeit geopfert und eine ehrhafte Kaufmannstätigkeit im Stile der Doppik ebenso.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @ Tom96

        Vielen Dank für die mir unbekannten fundierten Inhalte Ihrer Ausführungen, die ja auch nur möglich waren, weil ‘bto’ über Ostern seinen Kommentatoren jenseits der heutigen Orgien inhaltsloser Kommunikation im Zeitalter des Spektakels zwei beitragsfreie Tage zwecks vertiefenden Antwortens gegen die Dissimulation der das System tragenden Prozesse gegönnt hat.

        Der in diesen Stunden erst so richtig ins Laufen kommende ukrainische Stellvertreterkrieg zwischen Russland und den Vereinigten Staaten kann nur mit Paul C. Martins Debitismus, dessen Kern die Machttheorie ist, verstanden werden. Letztendlich wird auch Deutschland seinen Preis zahlen.

        Im Zusammenhang mit dem Grundbuch, in welchem Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Eigentumsverhältnisse verzeichnet sind, ist die Entstehung des ‘freien’ Lohnarbeiters im sich entwickelnden Kapitalismus von Wichtigkeit. Paul C. Martin liefert mit Verweis auf H/S dazu Informationen in ‘Woher kommt der Arbeiter?’:

        “Heinsohn und Steiger hatten dies am Beispiel der Lollarden unter Wat Tyler in England nachgewiesen (14. Jh. – der bekannte Aufsatz in ‘Leviathan’), aber man findet es ebenfalls schon erheblich früher, z.B. in den Reformen des Atheners Solon. Nach dessen ‘seisachtheia’ (Schuldenbefreiung, clean slates) finden wir zum ersten Mal in Attika ‘Arbeiter’ (Theben). Ähnliche Abläufe sind natürlich durch die diversen Bauernbefreiungen in aller Welt (z.B. Stein-Hardenberg’sche Reformen).”

        Quelle: https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=289672

        Während des Studiums sprach ein Professor von den 3 wichtigsten mathematischen Abhandlungen, die im Grunde genommen nur jährlich veröffentlicht werden, und dem Problem: Wie finde ich sie?

      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ Johann Schwarting
        Mir fällt dies zur Suche ein:
        “Euklids Elemente sind in mehr Auflagen erschienen als alle anderen Bücher außer der Bibel und sind eine der wichtigsten mathematischen Abhandlungen aller Zeiten. Es wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und ist seit Druckbeginn kontinuierlich im Druck. …
        The Elements besteht aus dreizehn Büchern, die sich mit Geometrie (einschließlich der Geometrie dreidimensionaler Objekte wie Polyeder), Zahlentheorie und Proportionstheorie befassen. Es war im Wesentlichen eine Zusammenstellung aller Mathematik, die den Griechen bis zur Zeit Euklids bekannt war.”
        aus
        https://de.wikibrief.org/wiki/Treatise
        Die neueren Fragen der Mathematik zu Problembehandlungen knüpfen vielleicht daran an.

        Im Hansemuseum Lübeck wird der Übergang von der Leibeigenschaft zum frei arbeitenden Stadthandwerker beschrieben.
        Erst nach erheblichen nutzbaren / erfolgreichen Zeitraum bezogenen Arbeiten, z.B. Pflaster-, Mauersteinarbeiten, wurde das Privileg der Selbständigkeit und des Schutzes durch die Stadtmauer samt Einrichtungen in Erwägung gezogen.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @ Tom96

        “Euklids Elemente sind in mehr Auflagen erschienen als alle anderen Bücher außer der Bibel und sind eine der wichtigsten mathematischen Abhandlungen aller Zeiten. …”

        In wikipedia ist zu lesen:

        “Nicolas Bourbaki ist das kollektive Pseudonym einer Gruppe vorwiegend französischer Mathematiker, die seit 1934 an einem vielbändigen Lehrbuch der Mathematik in französischer Sprache – den ‘Éléments de mathématique’ – arbeitete und mehrmals jährlich an verschiedenen Orten Frankreichs in Seminaren ihr gemeinsames Buchprojekt vorantrieb.”

        “Bourbaki sah es nicht als seine Aufgabe an, neues mathematisches Wissen zu schaffen. Vielmehr sollten bestehende mathematische Erkenntnisse neu aufbereitet und in einen stringenten Zusammenhang gestellt werden.”

        “Aufbau und Notation des Werks der Bourbaki-Gruppe sind außerordentlich rigide. Die Argumentation geht grundsätzlich vom Allgemeinen zum Besonderen. Alles, was gesagt wird, ist aus dem vorher Gesagten begründet. So ist das Referenzsystem in den ersten sechs Büchern absolut linear: Jeder Verweis bezieht sich auf einen früheren Bourbaki-Text. Verweise auf andere Werke werden als überflüssig angesehen.”

        Der Aufbau des Werkes von Bourbaki erinnert an Paul C. Martins – in Zusammenarbeit mit seinen Mitstreitern im alten Elliott-Wellen-Forum – entdeckten Code des Debitismus.

        Ausgehend von egalitären ‘Solidargemeinschaften’ (Stämme, Familien, Dörfer), in denen nicht geliehen, sondern gegeben wird, erkannte Paul C. Martin vieles, was nach der neolithischen Revolution entstand und wir gegenwärtig erleben. Was PCM ausgehend durch historische Wahrnehmung und Betrachtungen sagt, ist, dass Systeme, die mit bewaffnetem Zwang arbeiten, zu immer weiter sich verschlechternden Verteilung führen, die auch in Demokratien – als die letztmögliche Zession / Diffusion von Macht-Teilen an die Bevölkerung zu beobachten ist – mit Bürgerkrieg und anschließender Ausbildung neuer Machtsysteme (warlords, autokratische, waffengestützte Systeme).

        Wie bei Bourbaki entwickeln sich neue debitistische Erkenntnisse ohne Berücksichtigung der klassischen Theorien, deren Gravitationskräfte werden vielmehr durch den debitistischen Code überwunden.

        Quelle: https://www.spektrum.de/lexikon/mathematik/bourbaki-nicolas/1279

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