Die wahre Wirkung der EZB-Politik

Jetzt, wo sich das (vorübergehende) Ende der Politik des billigen Geldes zumindest in den USA (und abgeschwächt in der Eurozone) abzeichnet, ein kurzer Blick auf die Wirkungen. Vom Sommer 2017:

Junk wurde gekauft wie wild:

Quelle: zerohedge.com

Damit wurden europäische Junk Bonds „sicherer“ als US-Staatsanleihen – was sich, seitdem die Zinsen in USA steigen, weiter vergrößert hat:

Quelle: zerohedge.com

European HY yields have almost declined to the yield on BofAML’s US Treasury index adding that while there are indeed duration differences between the two markets, it doesn’t detract from the eye-watering levels that European high-yield has now reached.

Quelle: zerohedge.com

„The results become even more eyewatering if one drills down on the higher rated European junk bonds, those in the BB bucket: here the relative value is even more eye-watering as over 60% of BBs rated HY bonds yield less than similar-maturity USTs and, ironically, €23bn of Italian BBs now yield less than Treasuries.

Quelle: zerohedge.com

„(…) the plunge in bonds yielding more than matched-maturity Treasurys started roughly around the time Draghi unleashed the CSPP, confirming yet again (in addition to the chart on top), that it was the ECB that made European junk bonds safer than US government paper.“ – bto: und was nun? Wie lange hält sie das durch?

Quelle: zerohedge.com

Das hat sich in den letzten Monaten allerdings geändert: „(…) around €23bn of Italian Euro BB-rated junk bonds yield less than equivalent-maturity US Treasuries.“ – bto: Und hier wird es spannend werden in den kommenden Monaten. Die Zinsen in den USA steigen, der Spread für italienische Anleihen auch. Beides nicht verkraftbar in einer Welt mit zu vielen Schulden.

Quelle: zerohedge.com

→ zerohedge.com: „An Insane Bond Market In 4 Charts: ‚Italian Junk Bonds Yield Less Than US Treasurys‘“, 10. August 2017

Kommentare (9) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Alexander sagte:

    Die EZB veröffentlicht die Einkäufe ihrer nationalen MutterZentralbanken, sie kauft nicht selbst.
    Die Zombie junk bond Papiere Italiens schlummer in italienischen Zentralbankkonten und es besteht kein Erpressungspotential durch ausländische Politiken.

    Da die Zombie junk bonds niemals mehr auf den Markt zurück können, es sei denn die Firmen wären saniert und marktfähig – ist der Ankauf ihrer Anleihen eine stille Verstaatlichung. Ohne Marktpreise ist die Bewertung willkürlich, somit die haltende Zentralbank nie insolvent.

    Wer sich davon machen möchte, durch Euroaustritt, um schlimmeres für seine Gesellschaft zu verhindern kann das unter Abschreiben seiner EZB Guthaben tun, aber jeder Geldwert ist durch dieses WirtschaftsAids (vgl. Roland Baader) schon jetzt untergraben.

    „Whatever it takes“ war die Ansage und ich zweifle nicht, dass das ernst gemeint war.

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      NoFiatMoney sagte:

      @Alexander
      „Whatever it takes“ war die Ansage und ich zweifle nicht, dass das ernst gemeint war.

      Jeder ideologisch motivierte Wahn mußte schon immer sehr ernst genommen werden. Der von Draghi mittels des von Ihnen gebrachten Zitats zum Ausdruck gebrachte ebenso. Aber nicht zuletzt deutsche Politiker werden es -so steht nach dem Stand der Dinge zu befürchten- erneut in den Endkampf treiben, an dessen Ende ein „Endsieg“ stehen könnte, der das von der Politik des national-sozialistischen Führers hinterlassene wirtschaftliche Desaster ebenso zu übertreffen droht, wie das, welches die SED-Sozialisten (sind weiterhin aktiv und nennen sich jetzt nach Vereinigung mit des WASG und früheren Namensänderungen Die Linke) in der DDR anrichteten.

      Das war von Draghi ernst gemeint und ist über den Kontext, in welchem er es sagte, hinaus ernst und bedrohlich.

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      Wolfgang Selig sagte:

      @Alexander: er meinte es sicher todernst. Und er hat die volle Unterstützung fast aller deutschen Politiker, ausgenommen von Wagenknecht, Schäffler, u.ä. sowie natürlich der AFD. Das wird politisch nicht reichen für einen deutschen Sonderweg.

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