„Deutschland – ein Nachruf“

Ein ausgesprochen guter Kommentar in der FINANZ und WIRTSCHAFT. An Klarheit nicht zu überbieten. Die Lowlights:

  • „Der Zusammenhalt (in Deutschland) findet sich nur noch in Parteitagsreden, nicht mehr in der Gesellschaft. Eine Phase der Stabilität geht in Deutschland zu Ende, und ihre Totengräber feierten sich ein vielleicht letztes Mal. Zusammenführen, das wollte die Kanzlerin nach eigener Aussage, doch die Spaltung ist unübersehbar.“ – bto: Das kann man wohl so sagen. Treffend auch die Charakterisierung der CDU als Totengräber.
  • „Taktisch ist die Position der Merkel-CDU und ihrer immer widerwilliger angetrauten CSU bequem. Ganz wie es das Medianwählertheorem vorhersagt, ruiniert die Positionierung der Christdemokraten die andere Volkspartei (SPD), die nun keine mehr ist und wohl nie mehr sein wird, und so führt heute in der Regierungsbildung kein Weg an der CDU vorbei. Die Taktik, alles rechts der CDU als Nazigefahr abzutun, erweist sich manchmal gar als selbst erfüllende Prophezeiung. Beide taktischen Positionen werden langfristig aber zu einer Strategie der Spaltung der Gesellschaft und des Niedergangs auch der verbliebenen Volkspartei – der eigenen.“ – bto: Ich denke, das trifft es gut und ist eine passende Beschreibung der politischen Verschiebung, die wir erlebt haben.
  • „Obwohl Merkel nichts anderes tat, als Systemzwängen zu folgen, wurde sie zum Sündenbock der Euro-Fehlkonstruktion. Auf der einen Seite deutsche Exportweltmeister, leider alleiniges Resultat eines Euros, der schwächer ist als die D-Mark, (…).“ – bto: was nichts anderes bedeutet, als dass wir in einer Wohlstandsillusion leben.
  • „Die kühle Merkel zierte damals ausländische Titelseiten als weiblicher Hitler – was die Tochter eines sozialistischen Pastors hart treffen musste. Vermutlich bewog dieses im Raum stehende Moraldefizit, die angedichtete Herzlosigkeit, zu einer «Hypermoral». (…) es war gewiss nicht bloss Nächstenliebe, die ihre unbedachten Gesten motivierte und den widerrechtlichen Freibrief, hinfort diejenigen, die sich Schlepper leisten können, besser zu behandeln als die Menschen, die im Vertrauen auf deutsche Korrektheit den formalen Maßstäben der Legalität folgen.“ – bto: Auch das ist treffend beschrieben und zeigt nochmals überdeutlich, dass es um die persönlichen Eitelkeiten, nicht um das Land geht.
  • „Die Moral verkommt zur Reputationsangst von Mitläufern, eine Heerschar von Blockwärtern wacht über den Diskurs und will um jeden Preis moralisch erscheinen. Darum werden die Nazis nun in aller Inbrunst gut hundert Jahre zu spät bekämpft, was praktischerweise die CDU/CSU gegen «rechts» absichert, Gewalt gegen Andersdenkende legitimiert und Deutschland zum europäischen Spitzenreiter der Internetzensur macht.“ – bto: und vor allem die Kategorie von „rechts“ bereits sehr in der Mitte beginnen lässt.
  • „Deutschland ist eines der produktivsten Länder der Welt – Resultat einer historisch gewachsenen Hochvertrauenskultur. An dieser nährt sich aber auch parasitär ein Funktionärsapparat, der das kulturelle Kapital schleichend verkonsumiert. Jedes Jahr verlassen bereits viele tausend Unternehmer das Land und werden durch Wohlfahrtsstaatsklienten ersetzt.“ – bto: Darf man wohl nur noch in der Schweiz so schreiben. Bei uns wäre das schon „Hetze“.
  • „So wenig sich Migranten über den Kontinent gleichverteilen lassen, die gelockt vom deutschen Wohlfahrtsstaat am wenigsten Schuld am Debakel tragen und dennoch letztlich als Sündenbock in einem polarisierten Deutschland herhalten werden, lassen sich die Schieflagen einebnen, die in den Target2-Salden deutlich werden. Die Gleichmacherei, das Gottspielertum und die Realitätsferne der Funktionäre führen notwendig zu Zwang auf Grundlage einer ohnehin schon überforderten Staatsgewalt. Ständige Überwachung, Kapitalverkehrskontrollen, Bargeldverbot und militarisierte Polizei im Kampf gegen Wutbürger werden die Folgen einer politischen Taktik sein, der das christliche C und das demokratische D nur noch leere Etiketten sind, um sich selbst moralisch überlegen zu fühlen.“ – bto: und damit die Grundlagen des Gemeinwesens und des Wohlstands zu vernichten.
  • „Die Frustrationstoleranz der Deutschen ist Teil ihres sozialen Kapitals: Fleiss trotz enteignender Steuersätze, zivilgesellschaftliches Engagement trotz Politisierung aller Lebensbereiche, Loyalität trotz Bevormundung durch Politik und Medien. Noch lassen sich die Wutbürger auf den Straßen als Extremisten abtun. In Frankreich ist man es gewohnt, nach Straßenschlachten zur Tagesordnung überzugehen, wohl weil die französische Nation noch unhinterfragt Identität stiftet.“ – bto: Und wir werden angesichts unserer Geschichte und der medialen Begleitung freiwillig und glücklich den Niedergang hinnehmen. Außer jenen, die bereits auswandern.
  • „Die Deutschen, so achtbar im Einzelnen, werden die Welt weiterhin mit ihrem Fleiss, ihrer Klugheit, ihrer Verlässlichkeit und Kooperationsfähigkeit bereichern. Aber sie werden es wohl immer mehr außerhalb Deutschlands tun, wenn dort nicht die Sekundärtugenden ein wenig davon ablassen, die letzten paar Funken Klugheit, Mäßigung, Mut und Gerechtigkeit hysterisch auszutreten. In Deutschland werden sich dann die verbliebenen Funktionäre und ihre Klienten das Zusammenleben täglich neu aushandeln dürfen. Der Medianwähler wird dann nicht mehr in der Mitte der Gesellschaft liegen, sondern an den Rändern ihrer Trümmer.“ – bto: ein schlimmes Bild von unserem Land, dem man sich leider nur schwer entziehen kann.

→ fuw.ch: „Deutschland – ein Nachruf“, 12. November 2018

62 Kommentare
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    Michael Stöcker sagte:

    Lieber Herr Dr. Stelter,

    ich gehe mal davon aus, dass Sie heute ganz bewusst ein wenig provozieren möchten. Es ist ja nicht alles falsch, was Taghizadegan hier mal wieder so zum Besten gibt; aber diesem libertären Schwätzer sollten Sie nun wirklich nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. Als bekennender Staatshasser hans-hermann-hoppelt Taghizadegan auf der misesten Klaviatur der randständigen Österreichischen Schule.

    Die propagierte Große Freiheit führt aufgrund des Matthäus-Effekts unmittelbar in die Große Unfreiheit. Dieser „Wirtschaftsphilosoph“ leidet am Baaderline Syndrom und sollte sich vielleicht doch ein wenig mehr mit den Erkenntnissen zum Goldenen Kalb befassen statt auf Kryptokonferenzen den feuchten Traum der Austrians zu zelebrieren: Kryptos gegen finanzielle Turbulenzen – Interview mit Rahim Taghizadegan: https://youtu.be/pMWrMUBGvZo .

    LG Michael Stöcker

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    SB sagte:

    „Deutschland ist eines der produktivsten Länder der Welt – Resultat einer historisch gewachsenen Hochvertrauenskultur. An dieser nährt sich aber auch parasitär ein Funktionärsapparat, der das kulturelle Kapital schleichend verkonsumiert.“

    Man nennt das auch „aus dem Bestand leben“. Die ganz gezielte Destruktion kommt noch hinzu. Ein daueraktuelles Beispiel, wie dieser parasitäre Funktionärsapparat funktioniert und agiert, wird hier geschildert:

    Abkassiermodell: Neue DUH-Geschäftsfelder: Große Destruktion in Breitbildformat
    https://www.tichyseinblick.de/meinungen/neue-duh-geschaeftsfelder-grosse-destruktion-in-breitbildformat/

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      Dieter Krause sagte:

      Die DHU hat knapp über 300 Mitglieder – arbeitet aber auch global??? Das soll denen erst mal einer nachmachen! Ohne missionarisches Sendungsbewusstsein geht das wohl nicht. Erstes gebot (neu): Du sollst kein CO2 ausstoßen!

      Der Verein ist ein eingetragener und als gemeinnützig anerkannter Verein nach deutschem Vereinsrecht. Die DUH hat 347 Mitglieder (2018)…Der Verein erreichte 2014, dass die UNESCO das Okavango-Delta im afrikanischen Botswana als UNESCO Weltnaturerbestätte anerkannte. Zudem baute die DUH zwischen 2012 und 2014 gemeinsam mit dem Flussbüro Erfurt Brücken um, damit Fischotter sie gefahrlos unterqueren können. Die DUH koordinierte bis Dezember 2013 außerdem die Arbeit von OCEAN2012 in Deutschland. Diese europaweite Allianz setzte sich gegen eine Überfischung der europäischen Meere sowie für eine nachhaltige Gemeinsame Fischereipolitik der Europäischen Union ein.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Umwelthilfe

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    Noah sagte:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter,

    Sie schreiben unter dem Artikel der Finanz und Wirtschaft „Leider wird der Niedergang aber auch Europa mitziehen und selbst die Schweiz wird sich dem allgemeinen Niedergang nicht entziehen können. Was sehr Schade ist, wird doch gute Politik nicht nachhaltig belohnt. Die Zukunft dürfte für unsere Kinder auf anderen Kontinenten liegen.“

    Denken Sie, dass auch Großbritanien sich langfristig (nach hartem Brexit) nicht vom Niedergang Europas entziehen wird können?
    Und wo raten Sie Ihren Kindern hinzugehen, in die USA oder nach Asien?

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        Dieter Krause sagte:

        Tja, Herr Stelter – ein bisschen guter Geschichtsunterricht würde Sie lehren, das Staaten SEHR LANGE BESTAND haben – länger als Träume von einer NORDUNION oder regionaler europäischer Republiken, die manche gern aus der Zerlegung der europäischen Nationalstaaten bilden wollen (Katalonien!). Der Brexit sollte doch alle eigentlich auch gelehrt haben, das zu viel grandioser englischer Geschichtsunterricht, den ganz offensichtlich einige Torys in Eton genossen haben, auch schwere politische Wahrnehmungsschäden hervorrufen kann oder? – Ich bin in der alten DDR aufgewachsen – für mich ist die Bundesrepublik des Jahres 2018 immer noch so etwas wie das gelobte Land! Ich will auch nicht nach Singapur oder Australien. In der EU fühle ich mich sehr wohl: Als Leipziger, als Sachse, als Deutscher, als Europäer und manchmal auch ein bisschen als Weltbürger (aber entschieden weniger wie Frau Merkel, die wohl gern noch MIss Universe werden möchte). Naja, noch mal eine Ariane-Rakete besteigen, Frau Merkel, und dann auf in den Andromeda-Nebel! Die brauchen ihre Hilfe!

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Krause

        Stichwort Hilfe für Andromeda: Donald Trump hat 2014 auf Twitter geschrieben, dass er hofft, dass die NASA niemals außerirdisches Leben auf einem fremden Planeten entdeckt. Die Obama-Regierung würde sonst sofort anfangen, Entwicklungshilfe dort hin zu überweisen.

        Aber eigentlich wollte ich Ihnen ein Buch empfehlen, damit Sie von ihrer verrückten Idee wegkommen, dass alle Brexit-Befürworter an „schweren politischen Wahrnehmungsstörungen leiden“. Die haben ganz rationale Argumente und legitime Interesen – und nur ein ganz kleiner Teil von ihnen wurde in Eaton ausgebildet.

        Das Buch heißt „The Road to Somewhere: The Populist Revolt and the Future of Politics“ von David Goodhart. Kernthesen werden auch in dieser Guardian-Rezension diskutiert, die orthodoxen Pro-EU-Positionen dieser Zeitung teilen Sie ja offensichtlich. Vielleicht ein guter Start um sich mit Goodharts Thesen zu bechäftigen: https://www.theguardian.com/books/2017/mar/22/the-road-to-somewhere-david-goodhart-populist-revolt-future-politics

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      Tobias W. sagte:

      Noah,

      ich bin in die USA gegangen und bereue es keinen einzigen Tag.

      Voraussetzung ist, wie Herr Stelter das auch beantwortet: eine Top Ausbildung. Ich muss hinzufügen: eine STEM Ausbildung (Science, Technology, Engineering and Math) – ein MBA ist nett, aber eben auch nur das: nett. Es gibt auch in den USA zu viele BWLer.

      Mit der Kombination aus Informatik, Mathematik und Statistik (-> Data Science/Data Scientists) macht man in den nächsten 20 Jahren nichts verkehrt. Gute Leute in dem Bereich verdienen bei meinem Arbeitgeber auch ohne Promotion und als „Individual Contributor“ gerne mehr als USD350K pro Jahr.

      Als „einfacher“ Software Entwickler bin ich auch nicht weit von der Marke entfernt. In Deutschland wären es bei dem gleichen Arbeitgeber übrigens ein Drittel davon – Deutschland ist ein Niedriglohnland für Softwareentwicklung im Vergleich zu den USA.

      Mathe, Mathe, Mathe – ohne das geht gar nichts. Früh mit Informatik anfangen. Die brennenden Themen der nächsten Jahre sind Machine Learning/Data Science und IoT.

      Viel Erfolg!

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        Wolfgang Selig sagte:

        @ Tobias W.: Herzlichen Glückwunsch zur Karriere, aber vielleicht geht es im Leben auch noch um etwas anderes. Ich hätte wohl auch nichts gegen 350k$ Jahresgehalt, aber mir reicht auch weniger Geld, wenn ich im Gegenzug nicht in einer gated community leben muss und abends in den Park gehen kann, weil auch meine Umgebung noch ausreichend Geld hat, wenn die Preise nicht auf dem Mond sind. Ich würde gerne bei meinem bescheidenen deutschen Gehalt bleiben, wenn ich dafür eine funktionierende Grenzsicherung bekäme und eine funktionierende Notaufnahme im nächsten Krankenhaus. Nichts gegen Datenspezialisten, aber es muss auch noch jemand geben, der den OP-Tisch steril putzt und eine Infusion legen kann. Nur mit Datenspezialisten bleibt der Kühlschrank leer, weil keiner mehr weiß, wie man Getreide anbaut oder eine Kuh melkt.

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    Christoph Jacob sagte:

    M.E. ein leider grandioser Text. Ich bin ca. die Hälfte des Jahres im Ausland und muss immer mehr feststellen, dass ich mich jedes mal weiter von diesem Deutschland entfremde (anders herum ist es wahrschlich ähnlich). Insbesondere 2 Sachen fallen mir immer extremer auf: 1. Ich wüsste kein Land auf der Welt, dessen Bewohner so ausgeprägt Obrigkeitshörig, folgsam, sehr kritisch/negativ gegenüber seiner eigenen Kultur und Historie, ja nicht aus dem Rahmen fallen wollend und leidensfähig bis zur Selbstaufgabe sind wie in Deutschland, obwohl wir uns in der Selbstdarstellung oft anders sehen. 2. Der Deutsche ist zur Selbstkritik kaum fähig und tendiert dazu einen falsch eingeschlagenen Weg bis zum bitteren Ende zu gehen ohne Rücksicht auf Verluste und mit aller Konsequenz. Je weiter man sich verirrt, desto radikaler wird der Weg verteidigt.

    Beides ist nicht nur in Politik und Medien, sondern auch in weiten Teilen der Gesellschaft zu erkennen. Leider!

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      Dieter Krause sagte:

      Verursacht durch KONSENSSEHNSUCHT in der Politik und linken, politikhörigen Medien! Wer gewisse Zustände aus einer liberal-konservativen Werte heraus deutlich kritisiert (wie in dem Artikel oben oder in TICHY EINBLICK), befindet sich schon außerhalb des journalistischen Mainstreams in Deutschland. Konfrontation ist zwar nicht immer besser, schärft aber definitiv die Argumente! Frau Merkel freilich (politische Haupteigenschaft FEIGHEIT) hat die Sedierung der Gesellschaft (asymmetrische Demobilisierung des politischen Gegners!) bis zur Selbstaufgabe perfektioniert. Wie „Mutti“ jetzt öffentlich über die Niederlage von Friedrich Merz auf dem CDU-Parteitag (der freilich auch einige Fehler gemacht hat) frohlockt – einfach widerwärtig! Und eigene Fehlereinsicht von Merkel? Null. Sie freut sich wohl jetzt schon über die großen Hagiografien nach ihrem Abgang aus dem Kanzleramt: Die Geschichte hat mich freigesprochen!

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      RaS sagte:

      „Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nie zu säen. Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen, dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinten ihre Pflicht zu tun. Törichter ist kein anderes Volk auf Erden. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“
      Das Zitat wird Napoleon zugeschrieben, andere sagen, es sei ihm von Joseph Görres (Rheinischer Merkur) 1814 untergeschoben worden.

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    Dieter Krause sagte:

    Sehr geehrter Herr Ott, das Buch von Goodhart über die Anywheres und die Somewheres dürfte ich schon lange vor Ihnen gelesen haben. Aber woher nehmen Sie eigentlich die Gewißheit, dass es nach dem Brexit den Somewheres in Großbritannien bedeutend besser gehen wird? Das sollten Sie mir noch einmal genauer erklären. Vielleicht weil dann der Neomarxist Corbyn von Labour – ganz ohne EU-Vorschriften über die vier Freiheiten der EU – seinen „Labour-Sozialismus – zweiter Versuch“ in Großbritannien einführen kann? Man sehen, ob es dann besser wie beim ersten Mal enden wird – ich habe da so meine Zweifel…

    Die Zukunft gehört den GLOKAListen, die beide Elemente auf einer neuen Integrationsstufe in sich vereinigen, Heimat und offener Horizont. Progression und Bewahrung. Und gibt es nicht massenweise Beispiele, wie sich Dörfer, Regionen, Stadtteile aus der Stagnation befreien, wo soziale Innovation entsteht, weil neue Allianzen zwischen aktiver Zivilgesellschaft, lokalen Unternehmern und klugen Politikern entstehen? Dörfer mit sozialem Zusammenhalt wachsen in der Stadt – in den zahlreichen Co-Living-Projekten, den genossenschaftlichen Wohnformen, in denen die Wohngemeinschaften der 70er eine Renaissance erleben. Urbane Problemviertel können sich mit Bürger-Engagement und Zivilcourage transformieren – zahlreiche Beispiele „Smarter Gentrifizierung“ weltweit zeigen es. Gleichzeitig bilden sich in den Flächenlandschaften die Progressiven Provinzen aus. Kleinstädte gewinnen neues Selbstbewusstsein. Regionen betreiben ein kluges Standortmarketing. Dörfer rekonstruieren sich rund um charismatische Bürgermeister. Die soziale Welt ist heute weitaus bunter, vielfältiger, komplexer als in der Industriegesellschaft. Und die Topografien von Stadt und Land sind es auch. Es leben die städtischen Dörfer! Hoch mit den kreativen Provinzen! Vorwärts im Kampf der rurbanen Landschaften!
    https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/wohnen/somewheres-anywheres/

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Krause

      Ach, Sie haben das Buch von Goodhart gelesen und halten die Brexit-Befürworter trotzdem für „schwer wahrnehmungsgestört“? Das müssen Sie mir erklären, denn das kann nur bedeuten, dass Sie Goodharts Beschreibung der Situation und des Konfliktes entweder für komplett falsch halten oder aber dass Sie die Somewheres für so „gestört“ halten, dass sie Dinge fordern, die ihren eigenen Interessen (die Sie offenbar besser verstehen als die Somewheres selbst) entgegen laufen.

      Eine Gewissheit, dass es den Somewheres nach dem Brexit besser gehen wird, kann ich Ihnen auch nicht geben. Ich glaube aber, dass der Brexit eine notwendige Voraussetzung dafür ist, dass Großbritannien überhaupt Maßnahmen ergreifen kann, die den Somewheres nützen könnten. Erinnern Sie sich an einen der schönsten Brexit-Slogans? „Take back control.“

      Mit Ihrem letzten Absatz kann ich leider gar nichts anfangen. Was konkret soll es bedeuten, wenn sich im „GLOKALismus“ die beiden Elemente „Heimat und offener Horizont“ auf einer neuen Integrationsstufe in sich vereinigen? Welche politischen Handlungsforderungen folgen daraus? Sie glauben, wenn das Standortmarketing ein bisschen besser wird und ominöse „Co-Living-Projekte“ gegründet sind dann gehen die Gelbwesten zufrieden nach Hause und die Brexiter stimmen für „Remain“? Das im Artikel sind alles Worthülsen von einer fast schon Habeckschen Cremigkeit – nur dass Habeck natürlich niemals das böse H-Wort („Heimat“) verwenden würde.

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    Dieter Krause sagte:

    Sehr geehrter Herrn Stöcker, ich muss Ihnen hier wirklich mal applaudieren – auch wenn ich den Artikel von Herrn Taghizadegan in FuW oben nicht für ganz so scharf libertär wie Sie halte. Frau Merkel, die große politische Kommunikations- und Handlungsverweigerin, ist schon eine große Zumutung! Auch wenn kein Politiker in Deutschland, der es noch eine Weile im Bundeskanzleramt aushalten will, die Reformvorschläge von Herrn Stelter alle exekutieren würde – einiges mehr darf man aber schon von einem deutschen Bundeskanzler erwwarten! Ich bin ja auch ab und an mal ein Libertärer – wenn ich allein in meinem Zimmer sitze. Bin ich aber unter Menschen, fällt mir ganz schnell auf, dass dieser kein wirklicher Homo Oeconomicus sondern viel eher ein soziales Kommunikations- und Anerkennungswesen ist. Auch Herr Stelter möchte ja gern Beifall und Anerkennung für seine Bücher und seine Blogeinträge hier oder? Vom Zuschauerrang herunter kann man die Politik immer gut kritisieren – ist man dort aber aktiver Mitspieler, sieht das meist sehr viel anders aus (vor allem in Demokratien)! – Ihnen, Herr Stöcker, möchte ich hier aber wirklich mal eine hohe soziale Intelligenz bescheinigen – und intellektuelle Redlichkeit, die sich auch an Moralnormen jenseits des Eigennutzes gebunden weiß. Von solchen Menschen kann eine Gesellschaft eigentlich nicht genug haben – vor allem dann, wenn sie wirklich auch Rückrat haben! Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest und kommen Sie gut ins neue Jahr, Herr Stöcker!

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    Urich Remmlinger sagte:

    Immer wieder beschreibt und kommentiert Herr Dr. Stelter die Politik in D und in welches Desaster sie führt. Wann diskutieren wir, WARUM unsere Politiker so handeln, wie sie handeln?

    Viele Kommentatoren haben auf bto bisher geschrieben, Merkel fahre auf Sicht und orientiere sich an Umfragewerten. Die derzeitige Politik sei also das, was die Mehrheit im Lande sich wünscht.
    Ich glaube, das ist nur die halbe Wahrheit.

    Die Politik kann sehr wohl die Mehrheitsmeinung beeinflussen und teilweise sogar steuern. Man denke an die Propaganda der Medien, die „Meinungen macht“. Relotius ist die Spitze des Eisbergs und kein Ausrutscher. Die Regierung beschäftigt eine Abteilung für „Nudging“ und erläßt Zensurgesetze. Die Regierung duldet die Behinderung und Beschädigung der Opposition (AfD) durch die Antifa und subventioniert NGOs wit die Amadeo-Antonio-Stiftung.
    Die Regierung betreibt also aktiv die Durchsetzung ihrer Politik und setzt nicht nur Volkesmeinung um.

    Deshalb also die Frage: warum wollen INTELLIGENTE Politiker die Herabstufung Deutschlands auf das Niveau eines Schwellenlandes? Wem nützt das?

    Vielleicht können große Konzerne in einem Schwellenland höhere Umsätze und Gewinne erzielen, als in einem Land mit schrumpfender und überalternder Bevölkerung? Ein Kommentator hat berechnet, daß wir für die Bildung an unseren Hochschulen genau so viel Geld ausgeben, wie für die Alimentierung der Migranten. Was können wir aus dieser Schwerpunktsetzung sowie aus der Begeisterung Merkels für den UN-Migrationspakt schließen? Welches sind die dahinterliegenden Absichten und Strategien? Geht es um Absatzmärkte und die Sicherung einer großen Konsumentenbasis? Die Treiber sind sicher nicht die Moral und der Wille „Gutes zu tun“.

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      Hans sagte:

      Die Regierung ist nicht wirklich unabhängig, nicht souverän. (Zitat Schäuble) Es gibt geopolitische Interessen von fremder Seite. (Atlantikbrücke) Die EU muss im Wettbewerb kleingehalten werden. Eigenständige Völker dürfen keine beispielhaften Sozialsysteme mehr behalten. (Migration) Eine Symbiose Europa-Russland muss verhindert werden. Für solche Interessen opfern unsere Politiker ihr Land.

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      Hansjörg Pfister sagte:

      Geistesgeschichtlich erklären wo welcher Gedankenfurz herkommt kann ich schon, allerdings bin ich mittlerweile zu der Überzeugung gelangt, man hat Ihnen gesagt das zu tun. Ich weiß nur nicht wer und warum. Das mit den Konzernen glaube ich nicht und von irgendwelchen Verschwörungstheorien halte ich auch nichts. Vielleicht haben sie sich gedacht, sie könnten so die verhassten Nationalstaaten auflösen und ihr europäisches Himmelreich auf Erden (den europäischen Zentralstaat) errichten. Wenn dem so ist, ging der Schuß wohl ziemlich nach hinten los. Nur warum halten sie dann an ihrer verfehlten Politik weiter fest?

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        Axel Jung sagte:

        Hansjörg Pfister: „Nur warum halten sie dann an ihrer verfehlten Politik weiter fest?“

        Schon mal in Betracht gezogen, dass diese „verfehlte Politik“ in den Augen der Handelnden als „richtige Politik“ wahrgenommen warden könnte? Es gibt eben unterschiedliche Sichtweisen auf die Welt …

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      Jacques sagte:

      Man sollte eben niemals die Dummheit der Politiker unterschätzen.
      Mancher Historiker hat bereits den Niedergang des antiken Athens an dem Punkt ausgemacht, als der Staat für die Versorgung der Politiker aufkam.

      So ähnlich kann man das auch heute sehen. Die Politik ist eine ganz eigene Kaste, die gerade heutzutage völlig abgehoben von der Bevölkerung existiert. Schauen sie sich doch mal den neuen Generalsekretär der CDU von der Jungen Union an, nie gearbeitet, nur ewig irgendwas studiert und hängt nun am Parteitopf. Somit bestimmen Leute die Richtung eines Landes, die eigentlich gar nicht wissen über was sie bestimmen. Sie haben es nie kennengelernt!
      Die Parteien sind mittlerweile voll solcher Leute, insbesondere an den entscheidenden Funktionärspositionen. Hoch kommen damit nur Personen, die sich an die Konsensmeinung anpassen. Diskurs ist nicht geduldet.
      Das führt mich letztens zur Überzeugung das es in einem gewissen zeitlichen Rahmen immer einen „Restart“ des Systems geben muss, um die unvermeidliche Korruption im System und die zunehmend parasitären Parteien auf Null zu setzen.
      Die Parteien haben es sich in den 70 Jahren seit dem Bestehen der BRD gemütlich gemacht. Es gibt ein sehr gutes Buch zum deutschen Parteienapparat und seinen negativen Effekten, welches dies genau beschreibt (Die Hebel der Macht: und wer sie bedient – Parteienherrschaft statt Volkssouveränität von Herbert von Arnim). Die Frage ist dann natürlich wie dieser Restart vonstatten geht. Früher hat dies in Europa in gewissen Abständen ein Krieg erledigt, diese Zeiten haben wir glücklicherweise und hoffentlich hinter uns. Bleibt wohl nur eine tiefe wirtschaftliche Krise deren Erschütterungen alles infrage stellen. Da die nächste Krise wohl auch unser Geldsystem und die Glaubwürdigkeit der EZB infrage stellen wird, könnte dies der Punkt sein. Denn wo war die Politik? Und vor allem für was brauchen wir eigentlich ein Bundesverfassungsgericht wenn dieses sowieso alles abnickt obwohl es kontrollieren soll? Die angebliche Teilung der Gewalten ist im Grunde nicht existent!

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    Dietmar Tischer sagte:

    >Deutschland – ein Nachruf>

    Ein Nachruf – obwohl Deutschland noch mit dicken Backen umher läuft.

    >Ganz wie es das Medianwählertheorem vorhersagt, ruiniert die Positionierung der Christdemokraten die andere Volkspartei (SPD), die nun keine mehr ist und wohl nie mehr sein wird,>

    Wenn das Theorem es voraussagt, kann die SPD natürlich nichts für ihren Niedergang.

    Interessant:

    >„Die kühle Merkel zierte damals ausländische Titelseiten als weiblicher Hitler – was die Tochter eines sozialistischen Pastors hart treffen musste. Vermutlich bewog dieses im Raum stehende Moraldefizit, die angedichtete Herzlosigkeit, zu einer «Hypermoral».>

    Wie bei Freud auf der Couch, nur noch abenteuerlicher …

    >…es war gewiss nicht bloss Nächstenliebe, die ihre unbedachten Gesten motivierte und den widerrechtlichen Freibrief, hinfort diejenigen, die sich Schlepper leisten können, besser zu behandeln als die Menschen, die im Vertrauen auf deutsche Korrektheit den formalen Maßstäben der Legalität folgen.“ >

    Mutmaßungen statt Analyse.

    >Ständige Überwachung, Kapitalverkehrskontrollen, Bargeldverbot und militarisierte Polizei im Kampf gegen Wutbürger werden die Folgen einer politischen Taktik sein, der das christliche C und das demokratische D nur noch leere Etiketten sind, um sich selbst moralisch überlegen zu fühlen.“ >

    Reaktionen auf funktionale Dysfunktionen?

    Nicht doch, Politik ist schließlich Taktik für das GEFÜHL moralischer Überlegenheit.

    Muss ich noch weiter kommentieren?

    Nein, denn bei den Gläubigen ist das verlorene Liebesmüh und die anderen sollten genug Verstand haben, um den Schwachsinn zu durchschauen.

    Dr. Stelter, uns das anzubieten, ist unter Ihrem Niveau.

    Nicht pseudopsychologisches Gestammel, sondern die von Ihnen dargelegten SACHVERHALTE, zeichnen das Bild Deutschlands und der Politik, die dafür verantwortlich ist.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      Wenn es Ihnen zu viel Psychologisierung ist, dann lesen Sie Professor Patzelt (übrigens CDU-Mitglied, aber seit seinen Forschungen zu Pegida trotzdem von den Linksgrünen verketzert). Der hat im Prinzip die gleiche Analyse, aber etwas weniger pessimistisch:

      „offenbar meinte die Delegiertenmehrheit [beim CDU-Parteitag] immer noch, ausgerechnet die Grünen – inzwischen doch der liebste Koalitionspartner der CDU – wären jener Hauptgegner, gegen den man durch Wegnahme seiner Spielfelder vorgehen müsse. So hielt man es zwar erfolgreich hinsichtlich der SPD, die nun wirklich kein großer Gegner der Union mehr ist. Erweist sich das aber nicht immer klarer als ein Pyrrhus-Sieg? Obendrein verkennt die CDU wie ehedem die SPD beim Umgang mit den Grünen, dass der Hauptgegner inzwischen in der eigenen Spielfeldhälfte steht. Also müsste man genau dort das verlorene politische Terrain zurückgewinnen wollen. Doch stattdessen scheint auch die neue CDU-Vorsitzende geneigt zu sein, früheres CDU-Gelände durch „Trennstriche“ einer Exklusivnutzung durch die AfD zu reservieren. (…) ich fürchte: Die AKK-CDU wird – bei loyaler Geschlossenheit dieser gutwilligen Partei – migrations-, integrations- und identitätspolitisch auf Merkel-Kurs bleiben; dafür werden bei den kommenden Landtagswahlen die CDU-Landesverbände Brandenburgs, Thüringens und Sachsens mit weiteren Verlusten an die AfD bezahlen; das wird AKK’s innerparteiliche Stellung im Vorfeld der spätestens in zwei Jahren zu bestehenden Bundestagswahl unterminieren; gleichwohl wird sie als Kanzlerkandidatin die CDU/CSU anführen – und auf diese Weise deren Dahinschwinden fortsetzen. Dann schlägt schon noch die Stunde der Merz & Spahn & Co. – doch leider erst, wenn Deutschland gar keine bundesweite Volkspartei mehr hat.“
      http://wjpatzelt.de/2018/12/07/vermutungen-zur-akk-cdu/

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Prof. Patzelt präsentiert nicht die prinzipiell GLEICHE Analyse, auch wenn er mehr oder weniger zum gleichen Ergebnis kommen mag.

        Er bedient sich etwas der Spielfeld-Analogie und versteht Politik FUNKTIONAL, wenn er u. a. sagt:

        > Die AKK-CDU wird – bei loyaler Geschlossenheit dieser gutwilligen Partei – migrations-, integrations- und identitätspolitisch auf Merkel-Kurs bleiben; dafür werden bei den kommenden Landtagswahlen die CDU-Landesverbände Brandenburgs, Thüringens und Sachsens mit weiteren Verlusten an die AfD bezahlen: dafür werden bei den kommenden Landtagswahlen die CDU-Landesverbände Brandenburgs, Thüringens und Sachsens mit weiteren Verlusten an die AfD bezahlen; das wird AKK’s innerparteiliche Stellung im Vorfeld der spätestens in zwei Jahren zu bestehenden Bundestagswahl unterminieren; gleichwohl wird sie als Kanzlerkandidatin die CDU/CSU anführen – und auf diese Weise deren Dahinschwinden fortsetzen. Dann schlägt schon noch die Stunde der Merz & Spahn & Co. – doch leider erst, wenn Deutschland gar keine bundesweite Volkspartei mehr hat.“>

        Beachten Sie die sequentielle EREIGNISFOLGE, als deren Ausgangspunkte die Merkel-Politik und die Befindlichkeit der CDU angesehen werden.

        Das ist nachvollziehbar und kann durchaus so eintreten, wir haben uns darüber schon anderswo unterhalten und dabei weitgehend auf gleicher Linie gelegen.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Doch, doch, die beiden Analysen sind schon sehr ähnlich. Es sind beides Varianten des „Medianwählermodells“ (bei Patzelt ist die Links-Rechts-Achse das „Spielfeld“) mit der Grundannahme, dass CDU so weit nach links gerückt ist, dass sie die SPD zerdrückt, aber am Ende das Parteiensystem und die Gesellschaft zersprengt weil sich die Mitte polarisiert und es dann nicht mehr einen „Medianwähler“ in der Mitte sondern 2 Medianwähler-Gruppen in der linken und rechten Hälfte gibt. Patzelt geht mit seiner Vorhersage nicht ganz so weit wie Taghizadegan, aber er impliziert auch, dass Merkel und AKK gerade dabei sind, die CDU zu ruinieren.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Sie müssen die unterschiedliche METHODIK beachten.

        Patzelt verortet die Erklärung nicht in der psychischen Verfasstheit bzw. Betroffenheit der Person, sondern macht sie an deren Absicht fest, d. h. bezüglich der migrations-, integrations- und identitätspolitschen Ziele und dem Mitteleinsatz, die er als Merkel-KURS benennt.

        Psychische Verfasstheit bzw. Betroffenheit einer Person und deren funktionale Zielverfolgung sind völlig unterschiedliche Erklärungsansätze.

        Ich bin ganz sicher, dass Patzelt den hier präsentierten Text als unsinnige Erklärung ansehen würde.

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      Alexander sagte:

      @ Mutmaßungen

      Schon 2014 hat das BAMF solche Informationsvideos zur Einreise als Flüchtling in 16 Sprachen übertragen lassen, damit die neuen Bürger ohne Scheu von den Angeboten Gebrauch machen: https://www.youtube.com/watch?v=PQjcCZe8r9Y

      Selbstverständlich ist Frau Merkel keine Anfängerin und ihre Nachrichtendienste keine Armleuchter. Alle waren sich bewußt wie die ausgesandten Signale (2014!!!) aufgenommen werden müssen, genauso wie Frau Merkel Wahlsiege nicht mit deutscher Flagge zu feiern wünscht.

      Ich glaube heute nicht mehr an die Bilder, die unsere Medien von unserer „Mutti“ zeichnen. Wie Frau Merkel „Politik ohne Opposition“ macht hat die Professorin Gertrud Höhler hier sehr scharf gezeichnet: https://www.youtube.com/watch?v=e4gpz9K06Lk

      Sich der alternativlosen Politik zu entziehen und gekaufte (EZB)Zeit sinnvoller zu nutzen als am „offenen Herzen“ (vgl. Höhler) der dt. Wirtschaft zu operieren (-> Energiewende) hat Gunnar Heinsohn in seiner „ungehaltenen Merkelrede“ bereits 2012 zu Papier gebracht.
      https://www.achgut.com/artikel/eine_ungehaltene_merkel_rede

      Niemand von uns (?) ist angetreten den Niedergang handlungsunfähig zu kommentieren.
      Niemand will das erleben und doch sind wir gezwungen…
      Insofern war 2018 ein schweres Jahr und alle haben sich die ruhigen Tage verdient, das bittere Ende kommt früh genug..

      Vielen Dank an Herrn Stelter für seine Ausdauer und Toleranz, wenn wir Kommentatoren Maß und Ziel verlieren..

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      Peter Rolf sagte:

      Ihre Antwort zum Punkt „ein Nachruf“ klingt wie der Ausruf des vom Hochhaus Stürzenden, der meint, als er am 5. Stock vorbeirast, bisher sei doch alles gut gegangen. Der Niedergang eines Landes spielt sich langfristig ab.
      Die SPD könnte versuchen, sich in der Mitte zu positionieren und der CDU einen Teil wegzuschnappen. Stattdessen konzentriert sie sich auf pseudointellektuelle Randfiguren und wundert sich über den Niedergang.
      Was Sie mit funktionalen Disfunktionen meinen, ist mir nicht klar. Dass aber mit der Bargeldabschffung nicht Kriminaltätsbekämpfung gemeint ist, dürfte klar sein. Man kann diese und andere Maßnahmen, die der Autor des Kommentars erwähnt, durchaus als eine Spirale von Zwangsmaßnahmen interpretieren, mit denen der Staat und die dahinterstehenden Interessen versuchen, ihre Ziele mit Gewalt gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen.

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    Axel Jung sagte:

    bto: und vor allem die Kategorie von „rechts“ bereits sehr in der Mitte beginnen lässt

    Ist umgekehrt genauso. Je nach Standpunkt beginnt auch „links“ sehr weit in der Mitte,wie ja auch an der teilweise hier im Blog vertretenen Meinung, Merkel sei eine Kommunistin, zu sehen ist.
    Anderes Beispiel: „Linke“ halten die EU für ein neoliberals Projekt, „Rechte“ sehen in derselben EU eine sozialistische oder kommunistische Veranstaltung.

    Das dahinter liegende Problem ist immer das gleiche: es geht darum, den „Gegner“ verächtlich zu Machen und herabzuwürdigen. Ist er erst mal kategorisiert, braucht man sich mit Argumenten nicht mehr zu beschäftigen. Das ist eine erhebliche Vereinfachung furs Geschäft. Nebeneffekt ist die Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas, oder eben: Spaltung.

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    Axel Jung sagte:

    „doch die Spaltung ist unübersehbar“

    Ich frage mich manchmal, ob da wirkllich eine Spaltung ist, oder ob sie den Menschen von interessierte Seite (der Politik) eher eingeredet bzw.von Journalisten herbei geschrieben wird. Jeder, der sich mit seiner Privatmeinung nicht zu 100 % durchsetzen kann, faselt heute von Spaltung. Eine Demokratie braucht gegenseitigen Respekt und Kompromissbereitschaft – und die Fähigkeit zu erkennen, dass ich ggf. mit meiner Position keine Mehrheit organisieren kann. Daran mangelt es.

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      Wolfgang Selig sagte:

      @Axel Jung: Das sehe ich ähnlich. Wenn man die aktuelle Definition gesellschaftlicher Spaltung nimmt, wäre die Gesellschaft schon immer gespalten gewesen: 1968 ff in Union und SPD, 1923 ff. in Nazis und Kommunisten, bis 1918 in Monarchisten und Demokraten, vor 400 Jahren in Katholiken und Protestanten, vor 500 Jahren in Bauern und Adel, vor 800 Jahren in Ritter und Raubritter, vor 2.000 Jahren in Römer und germanische Barbaren, usw.

      Der Begriff der „gesellschaftlichen Spaltung“ ist einfach nur eine verbale Unverschämtheit, die umschreiben soll, dass sich die Altparteien und ihre Unterstützer weigern, mit ihren Kritikern auf der linken, rechten und islamophoben bzw. islamkritischen Seite (Definition je nach Blickwinkel) über den richtigen Weg zu streiten. Und das nur, weil man inzwischen schon Angst hat, mit einem Diskussionspartner, dessen Meinung man nicht teilt, GESEHEN zu werden.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Axel Jung + Wolfgang Selig

      Es ist ja richtig, dass Gesellschaften schon IMMER gespalten waren.

      Was wir hier und heute in Deutschland und zunehmend auch anderswo erleben, ist eine Spaltung NACH mehr als 70 Jahren Frieden und Wohlstand.

      Das ist entscheidend für die Wahrnehmung und Wertung – und, meine Besorgnis, WIE wir damit umgehen werden, wenn sie sich weiter verschärft.

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        Wolfgang Selig sagte:

        @DT: Zunehmende Spaltung nach 70 Jahre Frieden und Wohlstand?

        Wohlstand, meinetwegen, da gab es in den 60ern bis 80ern Fortschritte, auch wenn viele in den 50ern und 60ern aus finanziellen Gründen noch kein Gymnasium besuchen konnten, was weniger als 70 Jahre zurückliegt. Von den heutigen Tafeln will ich gar nicht reden, die als eine der wenigen Dinge in dieser Republik wirklich wachsen, neben der Zahl undichter Schuldächer und maroder Eisenbahnbrücken.

        Aber weniger Spaltung im Vergleich zu heute? Das sehe ich nicht so. Was ist mit der RAF und dem Deutschen Herbst? Was mit den pflastersteinwerfenden 68ern wie beispielsweise Joschka Fischer? Wackersdorf? Startbahn West? Hausbesetzerszene? Ostermärsche mit hunderttausenden Leuten wegen Pershing und SS20-Raketen? Mauer und innerdeutsche Grenze inkl. Schießbefehl? 17. Juni 1953? Streit um die Gründung der Bundeswehr im Westen? Samstags gehört Papi mir – Streiks? Volkszählungsstreit?

        Nichts für ungut, Herr Tischer, aber eine zunehmende Spaltung sehe ich nicht. Nur eine gewachsene Verweigerung des Diskurses seitens mancher etablierter Politiker und Medienvertreter, die das vor 20 Jahren mangels Angst noch nicht nötig hatten. Vor 50 Jahren waren die Konservativen an den Schaltstellen von Politik, Gesellschaft und Medien und die gemäßigten Sozialisten in der Minderheit; heute ist es umgekehrt. Die jeweilige Minderheitengruppe wird nicht gerne gehört. So wie Union und SPD Anfang der 80er über die Grünen gespottet haben (trotz deren berechtigter Kritik an etlichen Dingen), so wird heute die AFD und andere wie Tichys Einblick verachtet trotz ebenfalls häufig berechtigter Kritik (unabhängig von der Qualität der Lösungsvorschläge).

        Besser wäre es damals gewesen, in den konstruktiven Diskurs zu gehen und die oft praxisfernen oder unbrauchbaren Vorschläge der Minderheit zu zerpflücken und bessere Gegenvorschläge zu machen statt die Kritiker zu verunglimpfen. Hat man so gut wie nie gemacht. Heute ist es genauso, nur mit geänderten politischen Vorzeichen.

        Daher bleibe ich politisch bei Ben Akiba (ca. 50 bis 135 n.Chr.):

        „Es ist alles schon einmal da gewesen.“

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Selig, Herr Tischer

        Unterschiedliche Interessengruppen gibt es in Gesellschaften immer. Entscheidend ist, wie die miteinander umgehen. In demokratischen Gesellschaften wird es genau dann kritisch, wenn die einzelnen Interessengruppen und von ihr repräsentierten Parteien nicht mehr in der Lage dazu sind, miteinander Kompromisse zu schließen oder überhaupt vernünftig miteinander zu reden.

        Die Gesellschaft in den USA hatte ab ungefähr 1840 auch immer mehr „Spaltung“, die dann immer weiter eskalierte bis 1861 der Amerikanische Bürgerkrieg ausbrach. (Es ist übrigens sehr interessant, in alten Quellen zu lesen, wie hysterisch und unnachgiebig die politische Debatte in den USA damals geführt wurde und wie das gegenseitige Misstrauen immer größer wurde. Stichwort: „Slave Power“) Das ist der Worst Case, aber alle bisherigen Konflikte in der BRD nach 1945 und im wiedervereinigten Deutschland seit 1990 waren weit von so einer Eskalationsstufe entfernt. Der 17. Juni 1953 ist ein Sonderfall, weil es in der DDR-Diktatur nicht die gleichen politischen Mechanismen wie in der BRD gab, um überhaupt Kompromisse finden und umsetzen zu können.

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        Thomas sagte:

        Richard Ott: Im Amerikanischen Bürgerkrieg ging es um Geld. Die Verschuldung des Südens. Landwirtschaft mit ihren organischen Erträgen gegen Industrie und Geldwirtschaft mit ihren exponentiellen Erträgen. Die Hand gegen den Geist. Kein Weisser wäre in den Krieg gezogen gegen seine Brüder um die Sklaven zu befreien.

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        Richard Ott sagte:

        Natürlich ging es im Bürgerkrieg um wirtschaftliche Interessen. Aber eben nicht nur. Wenn es ausschließlich um Geld gegangen wäre und nicht auch um Ideologie, wieso war dann kein finanzieller Kompromiss möglich um den Krieg abzuwenden? Waren die Konfliktparteien einfach zu gierig?

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        Alexander sagte:

        @ Richard Ott

        Die Sezession des Südens begründete sich durch Schutzzölle.

        Der US Unabhängigkeitskrieg benötigte Industrien, deren Produkte den englischen Importen nach Kriegsende einfach unterlegen waren. Der Norden wollte sich durch Zölle schützen, die Europa auf US Baumwolle reaktiv erhob… Den Unabhängigkeitskrieg sollte der Süden verlieren…

        Die Nordstaaten gewannen diesen Krieg durch Kriegsverbrechen, wie man später die Arbeiteraufstände durch das US Militär niederschlagen ließ. Auch die Veteranenaufstände nach dem I WK wurden militärisch gelöst….

        Die Geschichte ist noch nicht zu Ende…

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        Johann Schwarting sagte:

        @Alexander

        Niall Ferguson hat im Hinblick auf die Situation im Amerikanischen Sezessionskrieg in seinem Werk ‚Der Aufstieg des Geldes: Die Währung der Geschichte‘ dazu

        „Den Unabhängigkeitskrieg sollte der Süden verlieren…“

        grundlegende Betrachtungen angestellt.

        Die Eroberung von Vicksburg durch die Nordstaaten gilt vielen Historikern als Wendepunkt im Amerikanischen Bürgerkrieg – so steht es wenigstens in den Geschichtsbüchern. Der Fall von New Orleans ein Jahr vorher war aus finanzieller Hinsicht aber verheerend für die Südstaaten – und damit kriegsentscheidend.

        Wegen der ungenügenden industriellen Basis, den vielen sich selbst versorgenden Farmen, den vielen Kleinstädten und dem Fehlen eines zentralen Steuersystems war liquides Geldvermögen, das ja den Finanzierungen an der Basis der Ökonomie entstammt, nur in begrenztem Umfang vorhanden. Es konnte sich kein ausreichend großer eigenständiger Kapital- und Rentenmarkt als Grundlage zur Finanzierung der Sezession im Süden bilden – die Konföderation war auf ausländische Geldgeber angewiesen.

        Jenseits einer tiefen Ablehnung der Sklaverei kamen die Rothschilds allein aus geldökonomischer Sicht zu der Erkenntnis, dass der Süden nicht kreditwürdig war. Der Versuch der Konföderation, konventionelle Anleihen auf dem europäischen Markt zu platzieren, scheiterte.

        Wegen der fehlenden Steuerbasis wurde jetzt die Baumwolle als neue Art der Besicherung der Anleihen herangezogen. Unter klar definierten Bedingungen konnten die Pfund-Sterling-Anleihen in Baumwolle getauscht werden bei sieben Prozent Verzinsung und zwanzigjähriger Laufzeit. Trotz der militärischen Misserfolge der Konföderation bei Gettysburg und Vicksburg und auch der Fähigkeit die Baumwollernte wegen der Monopolstellung zu reduzieren, erhöhten sich die Kurse der Südstaaten-Anleihen.

        Sicherheiten taugen nur etwas, wenn die Gläubiger im Falle der Einstellung der Zinszahlung auf sie zurückgreifen können. Das änderte sich mit dem Fall von New Orleans als zentralem Exporthafen für Baumwolle – er war der Wendepunkt des Sezessionskrieges. Die Ausfuhr der Baumwolle brach zusammen auch aufgrund des Embargos, das die Südstaaten gegen Großbritannien verhängt hatten – das Königreich sollte nämlich gezwungen werden, zugunsten der Konföderation in den Krieg einzusteigen. Sie bezog ihre Baumwolle fortan vorwiegend aus China, Ägypten und Indien.

        Die Südstaaten waren mit ihrem Versuch, die Rentenmärkte und Kapitalmärkte zu manipulieren, gescheitert.

        Die Regierung des Südens war jetzt gezwungen, ungedeckte Papierdollar schlechter Qualität herzustellen. In der Folge gab es zunehmende Geldfälschung und viele Gemeinden druckten einfach auch eigene Scheine. Das Ergebnis war eine Hyperinflation von 4000 Prozent – die Wirtschaft des Südens brach noch vor der Kapitulation zusammen. Bei Kriegsende betrug der Wert des Dollars der Konföderation nur noch einen Cent.

        Die Hyperinflation ist ein unbewusstes und außer Kontrolle geratenes ins Verderben führendes immer wiederkehrendes Ereignis – ausgelöst von der Zentralmacht. In den Worten von Niall Ferguson:

        „Es sollte nicht das letzte Mal in der Geschichte gewesen sein, dass der Versuch, den Rentenmarkt anzuzapfen, in ruinöser Inflation und militärischer Demütigung endete.“

        Ist der ‚Krieg‘ nicht zwangsläufig eine Erweiterung der Haftungsräume im Falle der Überschuldung? Kriege werden an den Börsen und an den Rentenmärkten gehandelt und auch dort entschieden – und nicht nur Kriege. Bertolt Brecht hat die Gegebenheit in literarische Texte gefasst, und Paul C. Martin hat mit dem Debitismus und der Machttheorie die theoretischen und historisch nachprüfbaren Grundlagen gelegt.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Johann Schwarting

        Ich will Niall Ferguson gar nicht widersprechen. Von Beginn an waren die Südstaaten im Nachteil, aber sie hatten die besseren Kämpfer.

        „The young bloods of the South; sons of planters, lawyers about towns, good billiard players and sportsmen, men who never did any work and never will. War suits them. They are splendid riders, first rate shots and utterly reckless. “
        (General Sherman, Memoiren)

        Obwohl ökonomisch unterlegen mussten die Männer gebrochen werden, die Schlußfolgerung von Sherman:

        „There is a class of people men, women and children, who must be killed or
        banished before you can hope for peace and order. “
        ( General Sherman, Brief an Lincolns Kriegsminister Edwin Station, 21. Juni 1864)

        Shermans Soldaten brannten Häuser nieder, brachen Eisenbahngleise auf, peitschten die Frauen der Oberschicht aus, Schnitten Eheringe von Fingern, vergewaltigten, mordeten und taten ihr sonstiges übriges dazu den Krieg zu
        gewinnen. Die Moral der Südstaatler war gebrochen und Hoffnungslosigkeit darüber machte sich breit …. Die Schlacht von Waynesboro endete als Suizidakt von Südstaatlern, die zu dieser Einsicht gekommen waren
        und lieber starben, als ihre Verluste zu akzeptieren. Der Süden verlor um die 28% aller seiner kampffähigen Männer, um die 289.000 Mann, sowie fast seine gesamte Infrastruktur…….-> hier schließt sich der Kreis zu Ferguson.
        —————
        „Ist der ‚Krieg‘ nicht zwangsläufig eine Erweiterung der Haftungsräume im Falle der Überschuldung? “

        Richtig, aber Krieg wird aus Gründen von Machterweitertung geführt nicht um Überschuldung zu verlängern, denn

        §1 Steiger/Heinsohn
        Gleich allen Menschenrechten ist auch das Recht auf Eigentum
        kein natürliches Recht. Es existiert nicht vom Beginn der Menschheits-
        geschichte an, wird vielmehr in bestimmten Perioden von Menschen ge-
        schaffen, aber auch wieder VERNICHTET.

        Die USA traten nicht zuletzt der an England und Frankreich vergebenen Kredite wegen in den ersten Weltkrieg ein. Man finanzierte vor und nach den Weltkriegen Abhängigkeiten. Diese Abhängigkeiten sind Haftungsräume die durch geschaffen oder vernichtet werden.

        Die verlorenen Kriege der USA seit 9/11 bedrohen zuletzt die USA selbst. Der Rücktritt von Verteidigungsminister Mattis wegen der geplanten Rückzuge könnte den Bruch zwischen Militär und Präsident markeren…mit der weltweiten Vorherrschaft fallen die Haftungsräume in sich zusammen.

        Seit 9/11 ist es den Militärs nicht gelungen den Willen der Kämpfer zu brechen, man hätte das machen müssen wie im US Bürgerkrieg oder den Bombennächten gegen deutsche Städte im II Wk….und sich in „Kriegsverbrecherprozessen wieder gefunden“ (vgl. Heinsohn, Krieg aber wie)

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        Johann Schwarting sagte:

        @Alexander

        Ergänzung: Die Rothschilds hatten über den Ausgang des amerikanischen Sezessionskrieges entschieden, indem sie sich finanziell heraushielten – die Südstaaten verloren im amerikanischen Bürgerkrieg. Das steht ganz im Gegensatz zur Situation ein halbes Jahrhundert zuvor.

        Nathan Rothschild hatte von der britischen Krone wegen der Finanzierung ihrer jahrelangen Kriege gegen Napoleon bei Provisionen von 2 bis 6 Prozent den Auftrag bekommen, europaweit – trotz Kontinentalsperre – Gold und Silber aufzukaufen. Die kontinentalen Koalitionspartner wollten nämlich wegen ihrer politischen, militärischen und wirtschaftlichen Dienste in Edelmetall bezahlt werden und nicht in Pfund. Wegen der zunehmenden britischen Verschuldung fielen die Kurse der typischen dreiprozentigen ‚100-Pfund-consols‘ von Februar 1792 bis zum Beginn der Schlacht bei Waterloo am 15. Juni 1815 von 96 auf 60 Pfund. Der Aufkauf von Edelmetall wurde noch verstärkt nach der Rückkehr Napoleons (Nathan Rothschild: eine „unerfreuliche Nachricht“) von Elba am 1. März 1815 – während des Wiener Kongresses vom 18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815 – in der Annahme, dass der kommende Krieg ein langer Konflikt werden würde – was sich beinahe als verhängnisvolle Fehleinschätzung erwies.

        Die Schlacht von Waterloo (Wellington: „… die knappste Sache, die man sich vorstellen kann.“) endete für die Krone nach einem Tag mit dem Sieg. Was sollte jetzt mit den großen Bargeldbeständen in Edelmetallen geschehen? Die jetzt anstehende Demobilisierung führte zur Reduzierung der britischen Verschuldung und damit zur Erwartung von Nathan Rothschild des Anstieges der Renditen der ‚consols‘. Die Rothschilds setzten Gold und Silber zum Kauf von britischen Staatsanleihen ein. Ende 1817 verkauften sie sie mit einer Rendite von 40%. Damit war das finanzielle Fundament der Rothschild-Bank gelegt. Einfach genial und ausführlich nachzulesen bei Niall Ferguson in: ‚Der Aufstieg des Geldes: Die Währung der Geschichte‘

        Niall Ferguson zieht in seinem Buch allen nachfolgenden Dämonisierungen und Verschwörungstheorien über den fantastischen Aufstieg der Rothschild Bank, der nur das Ergebnis geldökonomischer Gesetze war, den Boden unter den Füßen weg. Sie beschäftigte sich vorwiegend mit den Finanzierungen von Staaten und brachte damit auch neue Finanzinnovationen hervor. Heinrich Heine hatte das im März 1841 in Lutetia

        http://www.heinrich-heine-denkmal.de/heine-texte/lutetia32.shtml

        zu der anerkennenden Bemerkung veranlasst: „ …wie klein der Mensch und wie groß Gott ist! Denn das Geld ist der Gott unserer Zeit, und Rothschild ist sein Prophet.“ (letzter Satz im 6. Absatz).“

        Napoleon konnte sich immer auswärts finanzieren ohne Binnen-Steuern zu erhöhen oder Anleihen aufzunehmen. Er finanzierte seine ‚Armée d’Italie‘ durch Raub und Ausbeutung der eroberten Gebiete und „sorgte […] dafür, dass Geld in die leeren Kassen der Regierung kam.“– geraubte Edelmetalle gingen sofort in die Kriegsfinanzierung und die geraubten Kunstwerke sind heute noch in französischen Museen zu bewundern. Dagegen wurde der Krieg auf der Seite der Krone durch Anleihen finanziert – er war ein Anlageprodukt wie heute der „War on Terror“.

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        Alexander sagte:

        @ Johann Schwarting

        Danke für diese Auszüge. Niall Ferguson muss man lesen.
        Auf einen Schlüsselsatz möchte ich eingehen:

        „Die Schlacht von Waterloo (Wellington: „… die knappste Sache, die man sich vorstellen kann.“)“

        Bei der Vielzahl an Kriegen, die das Vereinigte Königreich global allein im 19.Jahrhundert führte, muss man sich klar sein, dass die Gläubiger eine technologische Supermacht finanzierten. So überdehnt die Nachschubwege waren, hing nicht nur der Sieg bei Waterloo am dünnen Faden….und man wußte das. Die Kombination aus Industrie 1.0 + Kapital zur Vorfinanzierung + die Bereitschaft kulturelle/historische Gegensätze als dritte Partei zu nutzen = machte das Empire aus.

        Man sorgte sich nicht nur in Europa um die „balance of power“ sondern unterwarf den indischen Subkontinent + China (2x Opiumkrieg), führte den ersten Krimkrieg, zerschlug das osmanische Reich (unter Anführung des Araberaufstandes) und schuf die Grundlage für unsere Weltordnung, deren Ausdruck die Vereinten Nationen und der Weltsicherheitsrat sind.

        Ob die Geopolitik nur Ordnung schaffen wollte (globales Ende der Sklaverei) oder der Krone Vorteile für Rohstoffe und Beseitigung von Konkurrenz ist nicht zu trennen.

        Ewgie Religionskonflikte wie in Bengalen (Kashmir, Pakistan, Indien) haben unsere Freunde auf der Insel ebenso zu verantworten, wie die Religionskonflikte in Syrien zwischen schiitischen Alawiten und den Suuniten im Hinterland. Auch die Tschechoslowakische Republik (ab 1918) war ein auf Konlikten gegründeter Vielvölkerstaat, dessen Lunte jederzeit entzündet werden konnte. Die Grünung der Muslimbruderschaft ist ebenso geniale Idee der Krone wie die stattliche Finanzierung der dt. öffentlich rechtlichen Medienanstalten im korrektem Erziehungsauftrag. Erdogan ist keineswegs frei und britische Truppen helfen JETZT in der Ukraine mit militärischem Sachverstand. https://youtu.be/kbJNz7wBgmc

        Was der Krone heute fehlt ist der technologische Vorsprung und der Geldwert hat sich sehr südlich entwickelt…..leider ganz Europa mit..

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        Johann Schwarting sagte:

        @Alexander

        Ich möchte gerne auf Ihre sehr richtige Feststellung

        „Die Kombination aus Industrie 1.0 + Kapital zur Vorfinanzierung + die Bereitschaft kulturelle/historische Gegensätze als dritte Partei zu nutzen = machte das Empire aus.“

        eingehen, indem ich ergänzend den Satz:

        „Aber sie [die Schlacht bei Waterloo] war nicht nur eine Auseinandersetzung zwischen zwei Heeren, sondern auch ein Wettstreit zwischen konkurrierenden Finanzsystemen: dem französischen, zu dessen Grundlage unter Napoleon die Plünderung (der eroberten Länder) geworden war, und dem englischen, das auf Schulden beruhte.“

        von Niall Ferguson zitiere und etwas zu den unterschiedlichen ‚Kulturen‘ – der damaligen britischen und französischen Staatsfinanzierung – schreibe.

        Die Vereinigten Provinzen der Niederlande finanzierten ihren Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien durch die Entwicklung neuer Anlageprodukte und Wertpapiere, die am Markt in Amsterdam gehandelt und die vor allem von Rentiers gekauft wurden. Nach 1688 gelangten diese Neuerungen nach London. Das britische Steuersystem unterschied sich schon wesentlich von dem der kontinental-europäischen Monarchien. Die Ausgaben der Krone standen unter der Kontrolle des Parlaments, weil die königlichen Ländereien weitgehend verkauft waren. Es bildete sich ein professioneller Staatsdienst mit bezahlten Beamten. Die Gründung der ‚Consolidated Fund‘ – daher ‚consols‘ für die neuen standardisierten britischen Staatsanleihen – half Staatsbankrotte – wie den ‚Stop the Exchequer‘ von 1672 – zu vermeiden. Das Parlament versuchte durch die Einführung des Goldstandards im Jahre 1717 eine zukünftige Wertminderung des Münzgeldes zu verhindern. In London existierte ein Rentenmarkt, auf dem vor allem die liquiden und damit leicht verkäuflichen ‚consols‘ gehandelt wurden – auch für Ausländer.

        Dagegen gab es in Frankreich regelmäßig wiederkehrende Zahlungseinstellungen – Repudiationen der Staatsschulden. Zur Erlangung von Staatseinnahmen wurden Ämter verkauft. Die Staatshaushalte waren vorwiegend undurchschaubar. Die Generalstände – eine 1302 eingerichtete Versammlung der drei Stände Klerus, Adel und Dritter Stand – tagten sehr unregelmäßig. Da in Paris kein professioneller Rentenmarkt etabliert war, wurde Geld für den Staat mittels großzügiger Bedingungen durch ‚rentes‘ und ‚tontines‘ mühselig besorgt.

        Die niederschmetternde Aussage:

        „La dette de l’Etat, dejà immense à mon avénement au trône, s’est encore accrue sous mon règne … .“

        von Ludwig XVI. entstammt der Rede, die der französische König zur Eröffnung der Generalstände in Versailles am 5. Mai 1789 gehalten hatte – sie führte dann geradewegs zur Französischen Revolution.

        Bemerkenswert ist noch, dass sowohl Alexander der Große vor mehr als 2300 Jahren als auch der britische Empire im 19. Jahrhundert mit ihren Versuchen scheiterten, Afghanistan zu erobern – wie eben gegenwärtig das heutige Imperium.

        Vielen Dank für die tollen Diskussionen, die Sie anregen – sie kommen leider insgesamt in allen Blogs und Foren viel zu kurz! Wir ersticken nur noch in den Oberflächlichkeiten der ‚Orgien der Kommunikation‘ (Jean Baudrillard).

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        Alexander sagte:

        @ Johann Schwarting

        ->Die Ausgaben der Krone standen unter der Kontrolle des Parlaments, weil die königlichen Ländereien weitgehend verkauft waren.<-

        Eigentumsökonomik pur. Warum sollte die (Bundes)Regierung Staatsbetriebe halten (Telekom, Post, Energieversorger), wenn sie über die Besteuerung der Erträge mehr Rendite aus privaten Unternehmungen erzielt als aus staatlichen? Die privaten Eigentümer können später per Erbschaftssteuer, Spekulationssteuer, Quellensteuer oder Vermögenssteuer ihrer gemeinwohlen Verwendung zugeführt werden.
        Die britische Krone hat ihr Monopol auf Eigentum schon früh durch liberale Denker (John Locke) freilegen lassen und per Gesellschaftsvertrag einer besseren Philosophie unterworfen. Jede Evolution ist besser als Revolution, wie sich an der Verschuldungsunfähigkeit Frankreichs zeigen sollte – dessen Eigentumsrechte nach Sozialisation kaum marktfähig waren….Die Kollektiven sollten alle scheitern (vgl. Bastiat)…

        …das britische Empire im 19. Jahrhundert mit ihren Versuchen scheiterten, Afghanistan zu erobern

        Gemäß wiki war an Afghanistan nur die Absicht interessant, den Russen friedlichen Zugang zu einem Ozean zu verbauen. Ferner kultiverte die Krone den Drogenanbau zur Unterwerfung Chinas, was sich bis heute in globalem Fernhandel institutionalisieren sollte. Das Modell machte Schule, wie die Iran – Contra – Affaire beweist? Russland einzuhegen war britsche Politik bei allen Krimkriegen, dem ersten und vor dem zweiten Weltkrieg? Man suchte seinen technologsichen Vorsprung mit unfairen Mitteln zu halten?

        Die Bundeswehr verteidigt am Hindukusch nicht die Interessen Deutschlands, sondern steht als nützlicher Depp im Dienst unserer Siegermächte, dito. Syrien, Jordanien, Irak, Türkei, Mali, Mittelmeer und vor Somalia….für die USA hat Afghanistan an Wert verloren….

        Ich danke ihnen für die präzisen Querpässe, die gewisse Überlegunen erst sinnvoll erscheinen lassen . –

        Wie unser Bundespräsident wünschte auch ich mir mehr angstfreie Diskussion, deren Ausgang aber nicht im Interesse des "Feine Sahne Fischfilet" Anhängers Steinmeier ist, wenn Erkenntnisse geteilt werden.

  11. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    @ Wolfgang Selig

    Was Sie zur RAF ff. schreiben ist ja richtig.

    Mir geht es nicht um weniger oder mehr Spaltung verglichen mit früher, sondern um ZUNEHMENDE Spaltung nach einer Zeit der Wohlstandsmehrung und des Friedens.

    Warum sehe ich die Spaltung, in die wir laufen, als zunehmend an und attestiere ihr daher – weil nicht nur mitlaufende – eine besondere Qualität?

    Aufgrund von Megatrends, die wir der Grundtendenz nach NICHT beeinflussen können (entgleisende Globalisierung, demografische Entwicklung, Migration/Integration) sehe ich Deutschland erstmals nach WK II mit nachhaltigen Wohlstandsverlusten konfrontiert oder, wie ich es nenne, einer erzwungenen Anpassung nach unten ausgesetzt. Von weiteren, selbstgemachten Problemen wie dem Bildungs- und Infrastrukturdefiziten sowie der ausufernd betriebenen Energiewende rede ich gar nicht erst.

    Das war in DIESER Kombination und OHNE wirksame Kompensationsmechanismen noch nie da.

    Auslösend und/oder verstärkend können Schocks auftreten.

    Man denke nur an den Brexit.

    Zur Stunde weiß kein Mensch, wie sich eine der wichtigsten Wirtschaftsnationen in gut 100 Tagen von der EU trennen wird – unfassbar, aber Realität.

    Wenn man alles addiert, sind wir auf einem Weg, der weder durch öffentliche Diskussionen, noch durch irgendwelche Parteienkoalitionen gutmeinender Williger verlassen werden kann.

    Es geht m. A. n. nur noch darum, OB wir einigermaßen zivilisiert auf diesem Weg vorwärts kommen.

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      Wolfgang Selig sagte:

      @DT: Tut mir leid, aber Ihre Aussagen wirken auf mich defätistisch. Wir können Globalisierung, Migration und Demographie natürlich beeinflussen. Nur ist die Bereitschaft noch nicht da. Dazu müsste die Analyse von Herrn Dr. Stelter u.a. erst einmal verstanden und akzeptiert werden; alleine davon sind wir z.B. im Gegensatz zur Schweiz oder Singapur Lichtjahre entfernt. Und auch langfristige Ziele kann man sich setzen, wie die Volksrepublik China mit Ihrem 100 Jahresziel zeigt. Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass der margin call viele Menschen aufweckt.

      Antworten
  12. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    @ Peter Rolf

    >Ihre Antwort zum Punkt „ein Nachruf“ klingt wie der Ausruf des vom Hochhaus Stürzenden, der meint, als er am 5. Stock vorbeirast, bisher sei doch alles gut gegangen.>

    Man kann natürlich darüber diskutieren, ob bisher alles gut gegangen ist.

    Man kann aber nicht darüber diskutieren, ob Deutschland tot ist oder nicht.

    Es ist noch nicht am Boden aufgeschlagen und demnach, wie immer bewertet, nicht in einem ZUSTAND, der zu einem Nachruf berechtigt.

    Kurzum:

    Nicht auf Projektionen hereinfallen, die lediglich Verachtung ausdrücken, und nicht über den „Klang“ von Begriffen spekulieren, sondern sich an ihrer Bedeutung orientieren.

    >Was Sie mit funktionalen Disfunktionen meinen, ist mir nicht klar. Dass aber mit der Bargeldabschffung nicht Kriminaltätsbekämpfung gemeint ist, dürfte klar sein.

    Ich meine damit, dass Maßnahmen wie die genannten, u. a. das behauptete Bargeldverbot – das es nicht gibt -, nicht damit erklärt werden können, dass die verantwortlichen Entscheider sich durch sie MORALISCH überlegen FÜHLEN.

    Wenn man derartige Maßnahmen ERKLÄREN will, muss man auf Voraussetzungen, ihr Zustandekommen und auf ihre tatsächliche oder vermeintliche Wirkung eingehen.

    Heißt:

    Aussagen darüber fördern nur dann das Verständnis, wenn sie in einem FUNKTIONALEN Sinnzusammenhang stehen mit Sachverhalten, zu denen Wirkmechanismen bestehen oder zumindest plausibel gemacht werden können.

    Alles andere mag zwar interessant und sogar – wie Dr. Stelter meint – an Klarheit nicht zu überbieten sein, ist aber für einen Erkenntnisgewinn wertlos.

    Wir haben es hier mit an Klarheit nicht zu überbietenden Unsinn zu tun.

    Antworten
  13. Avatar
    Ulrich Remmlinger sagte:

    Weiter oben habe ich nach dem WARUM gefragt.
    Ich rätsele immer noch.
    Eine mögliche Antwort gibt Raymond Unger, der von der Psychoanalyse her kommt und die Ursache in der Infantilisierung der Babyboomer sieht:
    https://www.amazon.de/Die-Wiedergutmacher-Das-Nachkriegstrauma-Fl%C3%BCchtlingsdebatte/dp/3958902340/ref=tmm_hrd_swatch_0?_encoding=UTF8&qid=&sr=
    Mir erscheint das zu wenig differenziert, ich glaube, es gibt auch noch wirtschaftliche Interessen.
    Hat jemand zu Unger eine Meinung?
    Unger ist auch hier zu hören:
    https://www.youtube.com/watch?v=R3KPcHyHyb8

    Antworten

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