„Albert Edwards: ‘There Is An Earthquake Happening In Government Bonds’“

Albert Edwards hatte ich gerade erst in der letzten Woche mit seinem Interview in der FINANZ und WIRTSCHAFT. Heute nun via Zero Hedge sein letzter Kommentar. Er bleibt sich auf jeden Fall treu:

  • „One thing that amazes me about the current cohort of global central bankers is the lack of insight into the fact that their extreme loose monetary policy and financial repression may actually be making deflation in the real economy worse –despite clearly succeeding in creating rampant inflation in financial assets.“ – bto: Genauso ist es aber, weil sie die Zombies erhalten und die Blasen aufpumpen.
  • „The foundering of the current economic cycle and the imminence of its likely end has rammed home to investors the clear failure of financial repression to generate anything other than the most feeble of economic recoveries and no sustainable cyclical upturn in economy – wide inflation – either in wages or in prices. This failure has nurtured the current trend towardseven looser monetary policy via the increasing influence of the Modern Monetary Theorists.“ – bto: Klar, wir allen brauchen eine höhere Dosis Geld …
  • „(…) the latest probability from the NY Fed model has reached 30% – but as the NY Fed model only reached a high of 42% during the 2008 recession – the deepest since the Great Depression –isn`’t it reasonable to rescale these probabilities? On that basis the current probability is above 65%.“ – bto: simpel, aber richtig. Es ist doch naheliegend, das anzupassen.

Quelle: SocGen

  • „One key measure of inflation expectations central banks watch closely is 5y inflation expectations in 5 years time. These have collapsed to shocking new lows in the eurozone!“ – bto: Wir segeln doch auch in unsere weniger erfreuliche Version von Japan.

Quelle: SocGen

  • „A key part of the Ice Age has been the prediction that US and European 10y government bond yields would fall to levels never previously seen – replicating Japan’s experience. We were told that this would never happen in the west because policymakers would not make the same mistakes Japan made! But with European yields plunging to new negative lows and the US yield curve giddy with inversion, the sceptics are now seriously contemplating the brave new world in which US 10y bond yields fall below zero.“ – bto: Japan überall. Witzig war der Verweis auf einen Artikel im Wall Street Journal, der gezeigt hat, wie falsch die Auguren mit Blick auf die Zinsen lagen.

Quelle: Zero Hedge

→ zerohedge.com: „Albert Edwards: ‘There Is An Earthquake Happening In Government Bonds‘“, 13. Juni 2019

19 Kommentare
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      Horst sagte:

      Quaas überblendet einige Punkte aufgrund seiner schon fast manischen Fehde (s. diverse unter die Gürtellinie gehende Wortgefechete auf „oekonomenstimme“ mit Ehnts (das bedeutet nicht, dass er mit Teilen seiner Kritik auch richtig liegen kann, vollständig widerlegt hat er sie hingegen nicht).

      Z.B. schreibt Quaas auf Seite 4:

      „In der Regel setzt ein Kreditvertrag auf Seiten des Kreditnehmers die Existenz von Vermögenswerten voraus, die im Fall einer Insolvenz von der Bank in Anspruch genommen werden können und die deshalb den Wert des Kredits möglichst übersteigen sollten.“

      In vielen Fällen der Kreditvergabe wird durch den Kredit das Vermögen erst geschaffen oder erworben (insbesondere Immobilienfinanzierung, in diesem Fall ist die Kreditsumme gleich des Wertes des geschaffenen oder erworbenen Objektes). In anderen Fällen wird auf die zukünftige Ertragskraft des Kreditnehmers gesetzt (z.B. Studienkredite, die in D. noch nicht sehr weit verbreitet sind, in den USA hingegen schon).

      Unwissenschaftlich reagiert Quaas darauf folgendermaßen:

      „(iii) In Ehnts theoretischer Darstellung vermisst man das Objekt des Kredits: Ein Kredit ist keine Luftnummer, sondern erlaubt die Verfügung über ein Etwas. Wenn auf S.35 f. simuliert wird, dass noch kein Geld vorhanden ist, was kreditiert der Gläubiger dem Schuldner dann? Sachwerte wie „Gummibärchen“ (57) oder vom Gläubiger zu erbringende Dienstleistungen?“

      Wenn Immobilien oder Bildung Gummibärchen sind, dann reiht sich Quaas zurecht in die Riege der Hellseherin und des mitteldeutschen Misanthropen ein.

      Richtig ist dennoch, dass ein Kredit keine Luftnummer ist. Der Versuch der vollständigen Widerlegung hingegen schon.

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    Dietmar Tischer sagte:

    > … the clear failure of financial repression to generate anything other than the most feeble of economic recoveries and no sustainable cyclical upturn in economy – wide inflation – either in wages or in prices. This failure has nurtured the current trend towards even looser monetary policy via the increasing influence of the Modern Monetary Theorists.“>

    WELCHER Fehler?

    Die Zentralbanken füttern das System mit Liquidität, um den Systemzusammenbruch zu verhindern.

    Das ist GEWOLLT so.

    Am eindeutigsten und von niemanden bestritten ist das durch Draghis „Whatever it takes …“ belegt.

    Die Zentralbanken sind damit bis heute sehr erfolgreich – auch das ist eindeutig.

    Denn es gibt bis heute keinen Systemzusammenbruch.

    Dass es keinen zyklischen Aufschwung gegeben hat – den es möglicherweise auch mit einer anderen Geldpolitik der Notenbanken nicht gegeben hätte und wenn doch, dann vermutlich erst nach einem Sys-temkollaps – ist KEIN Fehler, sondern die FOLGE dieser Politik der Notenbanken.

    Man muss die Politik der Notenbanken nicht als erfolgreich ansehen.

    Aber man wird nach einer Fortführung der Liquiditätsschwemme suchen, auch auf Basis von MMT, wenn man sie als erfolgreich ansieht.

    Was bei Edwards und anderen nervt:

    Die Beurteilung der Notenbankpolitik am nicht erreichten WUNSCHZUSTAND statt sie an den ERGEBNISSEN zu messen, zu denen ihnen offen gestandene Handlungsalternativen geführt hätten.

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    Markus sagte:

    Gedankenexperiment: die Zentralbanken machen ewig so weiter und das Verhältnis Assetpreise zu kurzlebigen Gütern geht gegen Unendlich. Dann haben wir eine völlig starre (sehr ungleiche) soziale Schichtung und der Handel wird komplett zum erliegen kommen. Leider sehe ich nun keinen Grund warum die Richtung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung anders sein sollte, wenn wir nur einen Teil beschreiten.

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      Peter Pan sagte:

      > … und das Verhältnis Assetpreise zu kurzlebigen Gütern geht gegen Unendlich.

      Tut es ja nicht, nicht einmal ein Trend dazu ist zu beobachten. Die Zinsen mögen gegen 0 oder gegen -0,x konvergieren und trotzdem müssen die Assetpreise keineswegs gegen unendlich streben.

      Stichwörter dazu: EK-Anforderungen, Bonitätsanforderungen, makroprudenziellen Steuerung, usw.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Peter Pan:

        Nicht zu vergessen Preisregulierungen. Derzeit wird in Deutschland nur begonnen, Mieten einzufrieren (siehe Berlin). Wer sagt denn, dass wir nicht in drei Jahren darüber reden, Immobilienpreise einzufrieren, da die junge Generation sonst nichts mehr erwerben kann? Ich würde es Herrn Kühnert zutrauen, eine solche These zu unterstützen.

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        Horst sagte:

        ad SFR, RO:

        Der Grundstein zu Ihren Überlegungen wird bereits gelegt, jedoch aus einer ganz anderen Richtung (nicht aus der, die Sie bevorzugen):

        CDU fordert „Ethikkodex“ für Wohnungsbranche
        Die CDU mischt in der Mietendebatte verstärkt auf der Seite der Branchenkritiker mit. „Ich erwarte von der Wohnungswirtschaft, dass sie sich über den gesetzlichen Rahmen hinaus auf eine Art Ethikkodex verpflichtet“, sagte Kai Wegner, baupolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Vermieter sollen laut Wegner, der gleichzeitig Vorsitzender der Berliner CDU ist, Mieter nicht mit Luxusmodernisierungen überfordern, Einzelfälle gewissenhaft prüfen und im Zweifel für die Mieter entscheiden. Die Immobilienbranche müsse „im Sinne unserer sozialen Marktwirtschaft ihrer Verantwortung für sicheres und bezahlbares Wohnen voll nachkommen“. Christian Gräff, wohnungspolitischer Sprecher der CDU in der Hauptstadt, sagte der „Welt“: „Ich könnte mir vorstellen, dass man zu einer gemeinsamen rechtsverbindlichen Vereinbarung über eine Art von Mietenstabilisierung kommen kann, wenn man sich an einen Tisch setzt und wirtschaftlich machbare Lösungen für alle Seiten findet“. Von einer früheren Äußerung, die so klang, als befürworte Gräff den vom Berliner Senat geplanten Mietendeckel, distanzierte er sich aber.

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        Schlimm genug, dass die CDU jetzt den Enteignungs-Linken hinterher rennt. Noch ein Grund mehr, wieso ich CDU nicht mehr wähle – obwohl ich natürlich in der ungefähren Richtung bleibe.

        Wenn es tatsächlich so kommt, dann wird die Konsequenz daraus allerdings sein, dass viele Mietwohnungen in Eigentumswohnungen zum Verkaufen und dann Selbstbewohnen umgewandelt werden. Diejenigen, denen die Regelung eigentlich helfen soll, nämlich Mieter mit niedrigem Einkommen, gucken dann in die Röhre. Und in der CDU will danach wieder niemand gewusst haben, dass die Regelung diesen Effekt hat.

        PS: Wieso hat die Immobilienbranche angeblich eine „Verantwortung für sicheres und bezahlbares Wohnen“? Und wer legt fest, was „sicher und bezahlbar“ ist? Wenn dem Staat die Mieten, die die Immobilienbranche fordert, zu hoch sind, dann möge er selbst in den sozialen Wohnungsbau investieren.

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