„Sparen ohne anzukommen – Das Schrumpfen der Mittelschicht“

Folgender Beitrag von mir erschien bei Der Privatinvestor. Es ist ein Auszug aus meinem neuen Buch: Das Märchen vom reichen Land:

Im Frühjahr 2016 berichteten die Medien lautstark über eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), wonach die Mittelschicht hierzulande besonders stark schrumpft. Zwar musste das DIW kurz darauf eingestehen, (erneut) Daten in die gewünschte Richtung verfälscht zu haben, doch die Nachricht war in der Welt.

In der Tat ist es vor allem die Mittelschicht, die die Folgen der Globalisierung mit voller Wucht zu spüren bekommt. Arbeitsplätze, die als sicher galten, erweisen sich plötzlich als gar nicht mehr so sicher. Neue Wettbewerber aus anderen Teilen der Welt sind nicht nur günstiger, sondern können auch technisch immer mehr mit uns mithalten. Die richtige Reaktion wäre – nicht nur in Deutschland, sondern in allen Industrieländern der westlichen Welt – eine Innovations- und Bildungsinitiative. Stattdessen haben wir uns damit abgefunden, dass die Löhne stagnieren oder sinken. In Deutschland wurde das durch die Einführung des Euro zunächst verstärkt. Um die Wettbewerbsfähigkeit nach der Euroeinführung wiederherzustellen, haben wir Lohnzurückhaltung geübt und Arbeitsmarktreformen – Hartz-Gesetze – durchgeführt. Statt „work smarter, not harder“ haben wir uns darauf versteift, billiger zu sein. So sind wir Exportweltmeister geworden.

Der Rückgang der Einkommen war explizit gewollt, um internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erlangen und die Arbeitslosigkeit zu senken. Ich finde nach wie vor, dass es besser ist, einen schlecht bezahlten Job zu haben als gar keinen. Doch sollte niemand, der jahrelang die Politik verfolgt, über Lohnanpassung die Arbeitslosigkeit zu senken, anschließend bedauern, dass die Löhne tatsächlich gesunken sind.

Die Hauptursache für den bedauerten Rückgang der Mittelschicht dürfte jedoch im überproportionalen Anwachsen der unteren Einkommens- und Vermögensschichten liegen. Ein einfaches Rechenbeispiel illustriert das sehr gut. Gehen wir von einer Bevölkerung von 80 Millionen im Jahr 2000 aus und nehmen eine Verteilung 10/40/50 – auf die Oberschicht 10 Prozent, die Mittelschicht 40 Prozent und die ärmere Bevölkerungshälfte 50 Prozent – an. Kommt es aufgrund der demografischen Entwicklung und der Abwanderung zu einem Rückgang der Bevölkerung um 15 Prozent, der ausschließlich durch ein Anwachsen in den unteren Einkommensregionen kompensiert wird, sinkt der Anteil der Mittelschicht von ehemals 40 auf nur noch 34 Prozent (ein Rückgang um 15 Prozent wäre dann die Schlagzeile!). Obwohl wir eine unveränderte Bevölkerungszahl haben, ist der Mix ein deutlich anderer.

Das starke Anwachsen des Anteils der unteren Einkommensgruppen als Folge von Zuwanderung und Abwanderung ist folglich ein wesentlicher Grund für die Abnahme des Anteils der Mittelschicht. Ein Thema, das uns noch intensiver beschäftigen wird.

Nun könnten wir ja aus dem, was uns bleibt, mehr machen. Doch auch das gelingt nicht. Hauptursache dafür ist die Art und Weise, wie wir unser Geld anlegen.

Aus einerseits missverstandener Fürsorge und um andererseits die Finanzierung des Staates zu sichern, hat unsere Politik über Jahrzehnte hinweg die falschen Anreize gesetzt. Anstatt einen großen Teil der Bevölkerung am Produktivvermögen zu beteiligen, wurde das Sparen in niedrig rentierlichen Anlagen von der Politik mit allen Mitteln gefördert. Sparbuch, Riester-Rente und Lebensversicherung dominieren das Vermögen der Deutschen.

Befragt, was sie mit 10.000 Euro machen würden, die sie auf Sicht von zehn Jahren anlegen sollten, antworteten die Teilnehmer einer repräsentativen Umfrage zu 33 Prozent, sie würden Gold kaufen. 29 Prozent würden es auf dem Bankkonto liegen lassen und nur 15 Prozent trauen sich an Aktien.

„Sicher“ soll es sein. Dabei ist das einzig „Sichere“ dabei der Verlust. Real – also nach Inflation gerechnet – ist mit dieser Form der Geldanlage kein Blumentopf zu gewinnen. Studien zum Ertrag verschiedener Anlageformen ergeben ein eindeutiges Bild. In „The rate of Return on Everything 1870–2015“ rechnet ein Team um den Bonner Ökonomen Moritz Schularick vor, wie viel man mit der Geldanlage in Anleihen, Aktien und Immobilien verdienen konnte und wie schlimm die zwischenzeitlichen Verluste im Zuge von Börsencrashs und Wirtschaftskrisen waren. Das Ergebnis ist eindeutig:

  • Der reale Ertrag von „sicheren“ Anlagen in Anleihen war im betrachteten Zeitraum gering. Staatsanleihen erbrachten im Durchschnitt 1 Prozent pro Jahr und Unternehmensanleihen 2,5 Prozent. Obwohl die Kursschwankungen geringer waren als bei Aktien und Immobilien, bot diese Anlageklasse keinen Schutz vor erheblichen Vermögensverlusten in Inflationszeiten und während der Kriege.
  • Demgegenüber liegt der langfristige Ertrag von „weniger sicheren“ Anlagen in Immobilien und Aktien je nach Land bei 6 bis 8 Prozent pro Jahr. Ein sehr robuster und stabiler Ertrag, wie die Autoren festhalten. Die Preisschwankungen von Aktien waren dabei deutlich größer als von Immobilien, aber bei ausreichender Haltedauer ist man immer besser gefahren als mit den vermeintlich sicheren Anleihen.

Der Unterschied im Ergebnis ist erheblich. Legt man 1.000 Euro an und reinvestiert den jährlichen Ertrag, so hat man bei einer Anlage zu 1 Prozent Zins nach 30 Jahren ein Vermögen von 1.350 Euro. Legt man sein Geld zu 6 Prozent an, ein Vermögen von 5.743 Euro.

Wir lieben es, unser Geld ertragsarm anzulegen. So sind von 100 Euro Finanzvermögen 47 Euro auf dem Bankkonto geparkt, 24 in einer freiwilligen Pensionskasse oder Lebensversicherung, 9,70 Euro in Investmentfonds und nur 6,90 Euro in Aktien. Dabei muss man bedenken, dass Lebensversicherungen und Pensionsfonds von der staatlichen Aufsicht gezwungen werden, überwiegend in Anleihen zu investieren und damit geringe Erträge zu erwirtschaften. Hauptnutznießer sind die Staaten, die sich so eine stabile und günstige Finanzierung sichern.

Hinzu kommt, dass die Kosten der Geldanlage zu hoch sind. Die Bundesregierung unterstellt eine Verzinsung der Beiträge für die Riesterrente mit 4 Prozent jährlich, bei Kosten von 10 Prozent der eingezahlten Summe. In Wahrheit liegen die Kosten signifikant über diesen Werten, im Extremfall bei dem Fünffachen, wie eine Untersuchung der Verbraucherzentrale ergeben hat. In der Folge sinken die Erträge deutlich. Nicht besser sieht es bei den Lebensversicherungen aus. Allein im Jahre 2015 berechneten die Versicherungen den Kunden 7,2 Milliarden an Abschlusskosten für neue Verträge. Geld, welches in die Kassen der Unternehmen und an deren Aktionäre fließt und sich nicht für die Sparer verzinst. Und das seit Jahrzehnten.

privatinvestor.de: „Sparen ohne anzukommen – Das Schrumpfen der Mittelschicht“, 10. September 2018

43 Kommentare
    • Gregor_H sagte:

      @Stöcker
      Gestern war MITNICHTEN die mit Abstand beste Dokumentation zur Finanzkrise zu sehen!
      Ich hörte in den ersten zwanzig Minuten „zdfzoom“ eine Reihe von Fehlinformationen (Neudeutsch „Fakenews“) des Sprechers. Ich gewann den Eindruck, daß diese Sendung keine objektive Aufarbeitung der Geschehnisse ist.

      Sehenswert war vielmehr der nachfolgende, aus 2009 stammende, Film „The Inside Job“ über die Finanzkrise 2007/2008.
      Bemerkenswert Information darin: Das FBI hatte bereits 2005 (wenn ich mich recht erinnere) auf unsaubere und auch strafbare Praktiken im US-Hypothekengeschäft hingewiesen!

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      • Hybrid Raising GmbH sagte:

        Im benachbarten Kanada gab es um 2007 keine Immobilienblase und auch das Bankensystem dort war – im Gegensatz beispielsweise zum europäischen – von den negativen Entwicklungen mit verbrieften Hypotheken nicht betroffen, weshalb dort viele Bankaktien teilweise deutlich über den Höchstständen von 2007 notieren:

        https://www.boerse.de/charts/SundP-TSX-60-Aktien/XC0009654721

        Beispielsweise Bank of Montreal, Bank of Nova Scotia, Canadian Imperial Bank of Commerce, NATIONAL BANK OF CANADA, ROYAL BANK OF CANADA, TORONTO-DOMINION BANK.

        Insofern wird deutlich, daß die Krise ab 2007 auf mangelnde Risikokontrolle und falsche Regulierung zurückzuführen war.

        Allerdings gibt es heute in Kanada eine Immobilienblase, so daß das Bankensystem dort zukünftig ebenfalls vor Belastungen stehen wird.

      • NoFiatMoney sagte:

        @Stöcker, ich weiß nicht, was @Gregor_H an jenem Beitrag des Staatsfunks mißfiel, aber ich kann Ihnen einige Gründe nennen, weshalb ich ihn -nach Besuch der Mediathek des mittels staatlichem Zwang finanzierten ZDF- in die Rubrik Propaganda einordne:

        -Keine Erläuterung des die Geschehnisse erst ermöglichenden Geldsystems.
        Keine Beleuchtung der politischen Motive/Antriebe, welche in EU/Zone zu anderem politischen Handeln als in den USA führten.
        -Auf Ackermann und die DB fokussierte Schuldzuweisung, obwohl er und die DB gerade wegen dieses Geldsystems und der Verknüpfung desselben mit politischen Zielsetzungen überhaupt handeln konnten wie geschehen.
        -Lahme Interview-Ausschnitte mit Thomas Mayer und Jürgen Stark, usw.

        Am Ende blieb der von ökonomischen wie geopolitischen Kenntnissen u.a. mittels des staatlichen Bildungssystems unberührt gehaltene Zuschauer mit der Botschaft zurück: Noch mehr Regulierung, noch mehr Zentralisierung wird es richten.

        Die Verantwortlichkeit der Politik für die in dem Beitrag zutreffend benannte Tatsache, daß die Gefahren heute weit größer sind als sie seinerzeit waren -Dr. Mayer oder Prof. Stark sprach in einem Interviewausschnitt nach meiner Erinnerung ausdrücklich von einer Erhöhung der Fallhöhe- wurde Richtung Verdrängung aus dem Blickfeld gelenkt.

        Einem um tiefe Klärung wirklich bedachten Journalisten wäre sicherlich z.B. nicht entgangen, was Prof. Stark z.B. 2014 u.a. zu diesem Thema äußerte (ab ca. Min. 18:35)
        https://www.youtube.com/watch?v=5w_XhmFY0yE

        Dirk Laabs, dem Autor des Staatsfunkbeitrags, entging nicht nur das. Zur Belohnung (?) war er am 12.09.2018 Gast bei Markus Lanz. Um ein Narrativ in der politisch gewünschten Weise zu bestärken?

        Zu gern ginge ich den ZDF-Beitrag Punkt für Punkt durch und würde konkreter. Nur ist im Staatsfunk so viel Transparenz nicht, daß ein Sendemanuskript mit allen Wortbeiträgen zusätzlich zum Video online gestellt wird. Oder haben Sie es gefunden? Falls ja, klären Sie mich bitte auf. Dann legte ich gern noch nach.

      • Michael Stöcker sagte:

        @ NoFiatMoney

        Meine Frage war nicht, was persönliches Missfallen hervorgerufen hat, sondern was angeblich sachlich falsch ist. Insofern kann ich mit Ihrer erwartungsgemäß libertären Kritik am herrschenden Geldsystem wenig anfangen. Insbesondere deshalb nicht, weil es hier schwerpunktmäßig um die Verantwortung der Deutschen Bank sowie die Rolle von Josef Ackermann ging. Insofern ist Ihre Kritik in Bezug auf diese Dokumentation knapp daneben.

        „Einem um tiefe Klärung wirklich bedachten Journalisten wäre sicherlich z.B. nicht entgangen, was Prof. Stark z.B. 2014 u.a. zu diesem Thema äußerte“

        Insbesondere, was er zu den libertären Ansichten von Polleit & Co. äußerte: „…extrem, um es vorsichtig zu formulieren“ (Minute 19:50).

        Zudem bringt es nichts zu jammern, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Da müssen Lösungen her. Die Regeln müssen ZUVOR eingehalten werden; und da hat nicht nur die EZB versagt, sondern insbesondere der Bankensektor und mit ihm auch die Politik, die sich von den ganzen Finanzmarktliberalisierungsforderungen hat ins Bockshorn jagen lassen. Und damit wurden zahlreiche Regeln und Beschränkungen einkassiert, die von Stark seinerzeit wieder eingefordert wurden.

        „Falls ja, klären Sie mich bitte auf. Dann legte ich gern noch nach.“

        Danke. Mir reicht das, was ich gelesen habe, völlig aus und muss feststellen, dass auch Sie bislang den Beweis schuldig geblieben sind für angebliche Fehler in der Dokumentation.

        LG Michael Stöcker

      • Veking sagte:

        „Sehenswert war vielmehr der nachfolgende, aus 2009 stammende, Film „The Inside Job“ über die Finanzkrise 2007/2008.“

        Zur Unterhaltung kann man sich auch den aus 2010 stammenden Film „Company Man“ ansehen, der die Finanzkrise aus Sicht führender Mitarbeiter eines mittelständischen Unternehmens thematisiert. Allerdings kann man es auch als einen „Durchhalte-Film“ interpretieren, da die Erkenntnis, Familie, Glück, Gesundheit sind wichtiger als Erfolg und Geld, leicht zu erahnen ist.

      • NoFiatMoney sagte:

        Ach, @ Stöcker, mir nicht (L)ieber (G)enosse, woraus schlossen Sie denn, ich hätte mit meinem Kommentar die Absicht verfolgt, auf eine von Ihnen nicht einmal als solche formulierte Frage zu antworten?
        Ich schrieb doch für des Lesens und Verstehens Mächtige unzweideutig, „Ihnen einige Gründe [zu] nennen, weshalb ich ihn [den Beitrag] -nach Besuch der Mediathek des mittels staatlichem Zwang finanzierten ZDF- in die Rubrik Propaganda einordne“. Und genau das tat ich.

        Kommen wir zur Sache. Ich zitiere aus Ihrem Kommentar (Michael Stöcker sagte:Freitag, 14UTCFri, 14 Sep 2018 14:35:50 +0000 14. September 2018 um 14:35):
        „Insbesondere, was er zu den libertären Ansichten von Polleit & Co. äußerte: „…extrem, um es vorsichtig zu formulieren“ (Minute 19:50).“

        Und dagegen setze ich mein Transkript des Vortrages von Prof. Stark ab ca. Min. 19:20:
        „ …Mein Glückwunsch auf jeden Fall der Leitung des Von-Mises-Instituts [….] für diese Initiative, für das Ansinnen , die Gedanken, die Arbeiten und Einsichten der Österreichischen Schule und insbesondere der Arbeiten und Einsichten von Ludwig von Mises einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich und verständlich zu machen. Das ist ganz klar, das ist nicht Mainstream. Und Mainstream beurteilt natürlich auch Ihre Ausrichtung als, ich möchte sagen, extrem, um es vorsichtig zu formulieren. Aber interessanterweise bekennen sich mehr und mehr Ökonomen zu den Österreichern. Auch solche Ökonomen, von denen man das nie hätte erwarten können…“

        Jeder kann meine Transkription anhand der Quelle auf Fehler überprüfen:

        https://www.youtube.com/watch?v=5w_XhmFY0yE

        Im Ergebnis ist damit klar und unzweifelhaft belegt, daß Prof. Stark selbst keineswegs die Sichtweisen der Österreichische Schule der Nationalökonomie als extrem bezeichnete, wie Sie, @ Stöcker, mittels Ihres aus dem Zusammenhang gerissenen Zitats jedoch suggerierten.

        Klar ist damit zudem, daß Sie ein Zitat aus dem Vortrag Prof. Starks aus dem Zusammenhang rissen und es damit in seiner Aussage verstellten und um den wirklichen und bewiesenen Aussageinhalt brachten.

        Anderen hätte ich angesichts solchen Vorgehens bewußte Demagogie vorgeworfen. Was könnte es bei Ihnen sein? Auf Hybris oder Selbstüberschätzung oder auf Kognitiver Dissonanz beruhende intellektuelle Fehlleistung? Ich kann das nicht wissen.

        Jedoch sollten Sie sich einprägen: So billig und schlicht, wie Sie es allgemein zu machen scheinen, geht es bei mir nicht!

    • Christoph Naujoks sagte:

      Die ist tatsächlich ausgezeichnet! Ich frage mich immer, was Prof. Dr. Binswanger (https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Christoph_Binswanger), der Doktorvater von Viktory-Joe Ackerman (https://boerse.ard.de/boersenwissen/boersengeschichte-n/ackermanns-victory-zeichen-schreibt-geschichte100.html) sich wohl über seinen Doktorsohn so dachte. Das Institut für Wirtschaftsethik, für welches sich die HSG nach aussen immer rühmte, dürfte der Joe nie betreten haben. Letzteres war sowieso nur genehm, solange es nach aussen hin unauffällig war (https://www.nzz.ch/interessenkonflikte_an_der_universitaet_st_gallen-1.6635310).

      Ah, dieses Off-Topic…ich muss mich beherrschen:-)

      Was ich eigentlich schreiben wollte, auf der fiktionalen Seite fand ich folgende beiden Filme gut:
      -https://de.wikipedia.org/wiki/Der_gro%C3%9Fe_Crash_%E2%80%93_Margin_Call
      https://de.wikipedia.org/wiki/The_Big_Short_(Film)

      LG Christoph Naujoks

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    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      Ross und Reiter:

      Ja, wer denn sonst, die DB war die Nr. 1, und Ackermann die Nr. 1 der Nr. 1

      Fusionen:

      Was denn sonst, ob Karstadt und Kaufhof, DB und Commerzbank – Kosten senken, Infrastruktur bündeln, Leute feuern, der Renditewettbewerb verlangt’s eben

      TINA:

      Klar, wenn man schon angezählt ist, dann muss man klammern, um nicht zu fallen

      Zentralorgane des Finanzkapitalismus:

      Wie kann jemand überhaupt auf die Idee kommen, dass die Presse neben und nicht im Kapitalismus agiert.

      Irgendetwas dabei, das neu wäre?

      Nicht, dass ich sehe.

      Alles nur Bestätigung:

      So war’s gestern, so ist es heute.

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    • MFK sagte:

      Am lustigsten war Matthäus-Maier (ehemalige KfW Vorstand): Der Ackermann mache immer auf charmant und verbindlich. In der IKB Krise habe er dann brutal und einseitig die Interessen der Deutschen Bank vertreten. Selten so gelacht. Diese Rührseligkeit hat die KfW übrigens fast 8 Milliarden € gekostet hat allerdings zur Einhaltung der Frauenquote bei Vorständen beigetragen.

      Warum eigentlich hat sich die KfW an der IKB mit 38% beteiligt? Nur weil sich die IKB auch an Vermittlung von staatlich geförderten Darlehensprogrammen beteiligt hat? Zufall auch dass die KfW die Anteile an der IKB und MüRü von der Allianz übernahm. Von wem hat die Commerzbank die Dresdner Bank übernommen, was letztendlich fast das aus für die Commerzbank bedeutet hätte.

      Die Staatsgläubigkeit in Finanzangelegenheit rührt mich immer zu Tränen.

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  1. Alexander sagte:

    @Mister 25%

    Zitat aus einer Risikoabschätzung zur dt. Bank von 2011.
    „Die Deutsche Bank ist hochgehebelt mit einem Leverage Ratio (Verhältnis Aktiva zu Eigenkapital) von 36! Man kann es auch so umschreiben, bei den Vermögenswerten der Deutschen Bank sind auf 1 Euro Eigenkapital 36 Euro Fremdkapital gehebelt.“

    Mein Fazit:
    25% Eigenkapitalrendite sind schlechter als jene vom Klemptner um die Ecke, bei dem Risiko.

    Finanzkrise heißt renditefreies Risiko.

    ————-

    „Nicht jeder erbitterte Kleinbürger könnte ein Hitler werden, aber ein Stückchen Hitler steckt in jedem von ihnen.“
    Leo Trotzki

    Antworten
  2. troodon sagte:

    „Nun könnten wir ja aus dem, was uns bleibt, mehr machen. Doch auch das gelingt nicht. Hauptursache dafür ist die Art und Weise, wie wir unser Geld anlegen.“

    Deshalb wünsche ich mir von Ihnen Dr. Stelter häufiger auch mal einen Artikel (so wie diesen), der auf die Sinnhaftigkeit von mehr langfristigen Aktieninvestments hinweist. Tendenziell dürfte Ihr Blog, der die (selbstverständlich vorhandenen) Risiken im Finanzsystem häufig sehr stark betont, aber leider eher dazu führen, dass die Bereitschaft der Leser zu Aktieninvestments sicherlich nicht gerade in die Höhe schnellt, wenn diese gerade einen weiteren „Doom“ Artikel gelesen haben….

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ troodon

      Aus Investor-Sicht scheint mir das Kribbelige dieses Blogs doch GERADE darin zu bestehen:

      Habe mich lange mit „ja, aber und besser doch nicht“ gequält und endlich eine Anlageentscheidung getroffen, mit der ich einigermaßen ruhig schlafen zu können glaube – und dann kommt wieder so ein Crash-Szenario mit furchtbarer Grafik und ausufernden Kurven.

      Schrecklich, wie soll man da zur Ruhe kommen!

      Soll man nicht, diese Blog will Beine machen.

      Aus gutem Grund:

      Wenn so ziemlich alles durchdreht, muss man hellwach sein, wenn man nicht unter die Räder kommen will.

      Mit diesem Blog kann man Fitness-Training betreiben, nicht nur beim Investieren.

      Antworten
      • troodon sagte:

        @ DT
        „Soll man nicht, diese Blog will Beine machen.

        Aus gutem Grund:

        Wenn so ziemlich alles durchdreht, muss man hellwach sein, wenn man nicht unter die Räder kommen will.

        Mit diesem Blog kann man Fitness-Training betreiben, nicht nur beim Investieren.“

        Prinzipiell bin ich klar bei Ihnen.

        Leider dürften sich gefühlte 90% mit zu vielen Informationen eher überfordert fühlen und entsprechend sieht dann leider das Spar- und Anlageverhalten aus.

        Und etliche die dann doch in Aktien investieren, machen das dann eher zur kurzfristigen Spekulation und leider nicht mit dem langfristigen Anlagehorizont. Davon dürften wiederum die meisten keinen finanziellen Erfolg haben. Vielen Anlegern fehlt leider die Geduld, das Wissen, aber auch der Mut für eine renditeorientierte, langfristige Geldanlage. Teilnehmer in diesem Blog sind von dieser Aussage natürlich ausgenommen. :)
        Wahrscheinlich fehlt in D der rechtliche Rahmen für mehr Aktienbesitz. Z.B. ein vor Pfändung oder Hartz4. geschütztes Altersvorsorgekonto, welches in der Höhe natürlich begrenzt sein müsste und über das erst ab 60/65 Jahren verfügt werden kann. Und dies dann auch nur in monatlichen oder jährlichen Entnahmen…

        Und natürlich nicht zu vergessen, dass etliche gar keine finanziellen Möglichkeiten haben nennenswertes Vermögen aufzubauen. Aber das ist wieder ein anderes Thema…

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Stimme Ihnen zu:

        Die Rahmenbedingungen sind zu KOMPLEX, um als der Normalbürger damit zu einer EIGENSTÄNDIGEN Investitionsentscheidung zu kommen.

        Also überlässt er die Investitionen anderen, wenn er es schon einmal bis zum Investieren gebracht hat.

        Die aber vertreten nicht unbedingt seine Interessen.

        Sie sind auf Bindung fixiert, um möglichst lange am Investor verdienen zu können – und das letztlich auch auf dessen Kosten.
        Das ist systembedingt so, kann gar nicht anders sein.

        So ist es prinzipiell auf allen Gebieten:

        Jede weiterreichende Entscheidung ist, mehr oder weniger, ein Lebensrisiko.

        Kein Schritt ohne Rechtsanwalt – und dann muss man auch noch Glück haben, dass es einer ist, der nicht nur Formularwissen aus dem Internet herunterlädt.

        Und das alles auf insgesamt nicht mehr berechenbaren materiellen Perspektiven (Jobsicherheit, Einkommen).

        Diesem Szenario ab Mitte bis unten stehen die mehr oder minder gesicherten Vermögenden gegenüber:

        Tiefgreifend angelegte Spaltung der Gesellschaft, die NICHT über Umverteilung zu verhindern und zu kompensieren ist.

  3. Michael Stöcker sagte:

    „Die richtige Reaktion wäre – nicht nur in Deutschland, sondern in allen Industrieländern der westlichen Welt – eine Innovations- und Bildungsinitiative.“

    Grundsätzlich der richtige Ansatz. Es wird aber zu einem noch härteren Wettkampf um die immer weniger werdenden Arbeitsplätze führen. Insofern sind diese Maßnahmen eine notwendige, aber keine hinreichende Voraussetzung für eine friedliche Zukunft. Nach Turner thematisieren nun auch Haldane und Stiglitz die kommenden Probleme: https://www.theguardian.com/technology/2018/sep/08/joseph-stiglitz-on-artificial-intelligence-were-going-towards-a-more-divided-society

    „Der Rückgang der Einkommen war explizit gewollt, um internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erlangen und die Arbeitslosigkeit zu senken.“

    Das wäre alles nicht nötig gewesen, wenn man synchron die Investitionen in Bildung und Infrastruktur erhöhte hätte, statt den Ratschlägen der Askäseökonomen (kein Schreibfehler!) rund um Ludger Schuknecht zu folgen, der ja nun glücklicherweise zur OECD entsorgt wurde.

    „Ich finde nach wie vor, dass es besser ist, einen schlecht bezahlten Job zu haben als gar keinen.“

    Das sehe ich auch so, fordere aber einen zusätzlichen Transfer.

    „Anstatt einen großen Teil der Bevölkerung am Produktivvermögen zu beteiligen, wurde das Sparen in niedrig rentierlichen Anlagen von der Politik mit allen Mitteln gefördert.“

    Hauptverantwortlich ist hierfür allerdings in erster Linie die Finanzindustrie, die die Politik zu Riester und Rürup gedrängt hat. Und statt Kapitalerhöhungen stehen die Altaktionäre auch eher auf Fremdkapital, damit die Renditen schön hoch bleiben. Somit ist das Aktienkapital viel zu niedrig, um allen Deutschen eine Anlage in Aktien zu ermöglichen. Und wenn doch, dann würden wegen des demografischen Faktors die Kurse spätestens dann einbrechen, wenn alle im Alter auf diese zusätzliche Vorsorge anwiesen sind. Denn um nur von den Dividendenzahlungen leben zu können reicht ein normaler Job nicht aus, wenn man auch noch zwei bis drei Kinder großzieht. Also verkaufen alle im Alter gleichzeitig. An der Demografie führt leider kein Weg vorbei. Von daher war die Absenkung des Rentenalters so ziemlich das Dümmste, was man machen konnte. Ansonsten stimme ich Ihnen selbstverständlich zu, dass auch Aktien zum Vermögensaufbau gehören. Aber bei Minilöhnen ist das alles eine große Illusion.

    LG Michael Stöcker

    Antworten
  4. Michael Stöcker sagte:

    „Allein im Jahre 2015 berechneten die Versicherungen den Kunden 7,2 Milliarden an Abschlusskosten für neue Verträge. Geld, welches in die Kassen der Unternehmen und an deren Aktionäre fließt und sich nicht für die Sparer verzinst. Und das seit Jahrzehnten.“

    Wie sagte Pispers so treffend: Reich werden kann jeder; aber eben nicht alle: https://youtu.be/73WSD612B54

    LG Michael Stöcker

    Antworten
  5. markus sagte:

    „Befragt, was sie mit 10.000 Euro machen würden, die sie auf Sicht von zehn Jahren anlegen sollten, antworteten die Teilnehmer einer repräsentativen Umfrage zu 33 Prozent, sie würden Gold kaufen. 29 Prozent würden es auf dem Bankkonto liegen lassen und nur 15 Prozent trauen sich an Aktien.“

    Sooo schlecht ist das doch gar nicht. Hier wird doch immer grob 25% flüssig, 25% Immobilien, 25% Aktien und 25% Edelmetalle empfohlen.

    Wenn man keinen Garagenplatz oder ein Mini-Waldstück kaufen will, dann reichen 10 kEUR nicht weit und dann ist doch die angegebene Verteilung nicht soooo weit weg von der empfohlenen Gleichverteilung auf die Anlageklassen.

    Antworten
    • Azius sagte:

      @ Markus
      Bei Wald und Co. kann der Borkenkäfer jucken, der Feuerteufel, wie dieses Jahr, Trockenheit oder der kommende Schneebruch etc.
      Nichts ist sicher.

      10.000 Euro: „33 Prozent, sie würden Gold kaufen. 29 Prozent würden es auf dem Bankkonto liegen lassen und nur 15 Prozent trauen sich an Aktien.“
      Hier fehlen 27%?

      Beim kommenden Paradigemenwechsel sind auch Einzelaktien eine große Unsicherheit.
      Wer kann als Außenstehender das CEO-Vehikel einer AG klar einschätzen?
      Und Bilanzen waren gestern!!
      DB und Commerz:
      Einen Lahmen mit seiner Krücke sollte man nicht aufhalten.

      Wer beherrscht die Zukunftssimmulation?
      Die KI ist eine Symbiose aus Homosapiens und Zell-Technologie.
      Der neue Spezies absorbiert den Alten.

      Wieviel wollen das in 10- 20 Jahren?

      Antworten
    • Wolfgang Selig sagte:

      @Markus: das Problem für den Normalbürger ist, dass er in keinster Weise sicher sein kann, dass er die 10 T€ nicht doch braucht. Motorschaden am KFZ, überraschende Arbeitslosigkeit, Beziehungstrennung, Eigenbedarf des Vermieters, schwere Erkrankung, etc. – es gibt eine Fülle von Unwägbarkeiten. Daher finde ich die hohe Quote an Cashliebhabern verständlich.
      Das erklärt allerdings nicht den Unfug mit Riesterrenten und Kapitallebensversicherungen.

      Antworten
  6. Azius sagte:

    Für die Zukunft steht die Frage: weniger mit Verstand (Gesetze und Co.), sondern mehr Bauch-Gefühl (Anlage des Schöpfers) zu entscheiden.
    Täuschen Gefühle?
    Nach jeder Prüfung hat man ein Gefühl.

    Was sind Gesetze: Faust oder Mephisto?
    Will man uns nun den Goethe auch noch austreiben?
    Weil:
    Schulden-Mephisto in der Kneipe sitzt und anschreiben lässt?

    Antworten
  7. Azius sagte:

    Mein kleiner Beitrag zu den Hundstagen wurde hier nicht freigeschaltet, deshalb wiederhole ich:
    Unser Sommer war ein Üblicher in der Dekade.
    Unsere Bauern-Vorfahren, die die Natur genau beobachteten (ohne digt. Wetterstation), haben deshalb die Hundstage beschrieben.
    Und die Bedeuten: einen Winter lange weiß.

    Nun kann jeder hier 1 € auf den kommenden Winter verwetten.
    Einen Schnee-Call auf den Winter.
    Oder einen Put?

    Antworten
  8. MFK sagte:

    Wer in Aktien investiert sollte folgendes wissen:

    Die realen Erträge aus Aktieninvestitionen Deutschland waren:

    1949-1959: 4.373 % (Wiederaufbau nach WK II)
    1980-1989: 220 % (Aufschwung 80iger)
    1990-1990: 150% (Tech Area)
    aber

    1900-2016: 3,3 %
    2000-2016: 2,2%
    (Quelle Credit Suisse Investment Returns Yearbook 2017 und 2018)
    Das bedeutet im Ergebnis, dass Zeiten außerordentlich starken Wirtschaftsaufschwungs den langjährigen Durchschnitt extrem verfälscht haben.

    Antworten
  9. Thomas M. sagte:

    Da es zum Thema der „schrumpfenden Mittelschicht“ passt, hier ein Gedanke ohne Zahlen aus den USA – zu eben diesem Thema, das ja auch die Amis beschäftigt:

    „[20 or 40 years ago] Middle class meant something. It meant security. It didn’t mean you were rich, didn’t mean that you drove around in a new Mercedes, but you probably had a new Chevrolet or a new Ford. You had a steady job, you had a pension accruing, you had good public schools. You could afford to go out to dinner every now and then. Not five nights a week, but maybe one night a week or a couple nights a month. […] It was a stable existence. Nobody was going to pull the rug out from under you, […] But what we really have today is that middle group, that middle quintile, the group between 40% and 60% […] they don’t have the job security. They don’t feel that the company they work for will necessarily be around in a couple years. Even if the company is around, they don’t feel that their job is secure. They can be laid off at any time. People are being replaced by robots.“

    Daran anknüpfend…

    Subjektiv erlebte oder tatsächliche Job-Sicherheit dürfte das Verhalten doch sehr stark beeinflussen. Von der Kreditaufnahme, über das Spar- und Anlageverhalten bis hin zum Kinderkriegen und natürlich der Parteienwahl. An anderer Stelle hatte ich gelesen, dass die US-Millenials konservativer anlegen bzw. mehr in Cash sind als die Generationen vor ihnen. Auch das passt ins Bild.

    Die Deutschen tun sich ja ohnehin schwer mit volatilen Anlageformen. Wenn man nun nicht weiß, ob man in 2-3 Jahren überhaupt noch einen Job hab, dürfte für die meisten das letzte sein, noch etwas mehr Unberechenbarkeit beim Sparen sich ins Haus zu holen.

    Die klassischen Sparformen suggerieren hingegen Sicherheit. Die 1.000 €, die ich heute spare bekomme ich auch mindestens wieder raus. Staatlich garantiert. Das ist dann schon einmal eine Konstante mehr für die Zukunft. Inflation und Wechselkurse und Statistiken zum langfristigen Gewinn von Aktien sind hingegen abstrakte Themen und vor allem ohne emotionalen Eindruck, weil man das nicht selber erlebt hat – sofern man nicht schon ein paar Jahrzehnte dabei war. Dass Aktien schwanken und ab und an crashen sieht man hingegen jeden Tag im Fernsehen und hat es vielleicht auch schon selber erlebt – als man z.B. 2007 inspiriert vom Höhenflug dann auch mal was ins Depot gelegt hat.

    Wen wundert da das spar- / Anlegeverhalten?

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    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Thomas M.

      >It was a stable existence.>

      War, ist nicht mehr, auch bei uns

      Erklärt unterm Strich das Verhalten der Menschen.

      Und es erklärt auch:

      Da ist nicht eben mal der Schalter umzulegen, wie etwa bei der Abschaltung der Atomkraftwerke.

      Die Politik ist relativ machtlos.

      Daher der Verschiebung der Debatte auf die öffentliche Deutungshoheit, wenn es um fundamentale Probleme geht.

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    • Jacques sagte:

      Der Nachkriegsboom gilt ja ohnehin als „Golden Age of Capitalism“ weil wir in den entwickelten Staaten einen breiten Wohlstandsboom erlebt haben.

      Was wir heute haben ist ein Rückschritt in die wirtschaftlichen & gesellschaftlichen Zustände VOR dieser goldenen Ära. Auch da haben eher unsichere Zeiten geherrscht, vom Industrieproletariat gar nicht zu reden. Genau diese Entwicklung sehen wir heute wieder: die absolute Einkommens- und Vermögenselite ganz oben (10%), dann die hochqualifizierten Mitprofiteure (20%), als nächstes 30% mit halbwegs ordentlich bezahlten Job mit weiterhin stagnierendem Realeinkommen und darunter dann die völlig Abgehängten (egal ob mit Job oder ohne).
      Die klassische Mittelschicht wird sich auflösen. Steigerungen im Reallohn wird es wie in den letzten Jahren nur für die oberen 30% geben.

      Alles auch kein Wunder, wenn die Politik die Mittelschicht zur Oberschicht umdefiniert, wie in einer Ausgabe der Capital zuletzt schön beschrieben.

      Antworten
  10. Olaf sagte:

    Mich wundert, warum der Beginn der Finanzkrise nicht besser recherchiert wird. Dies war nach meiner Einschätzung die Deregulierung, die ja schon unter Kohl und dann unter Schröder forciert wurden.
    Die Politik hat auf diesem Wege die späteren Exzesse praktisch bestellt. Wer klärt die Öffentlichkeit endlich über das Wirken von Finanzstaatssekretär Assmussen auf? Vor Hedgefonds hat ein so prominenter wie Kostolany gewarnt. Hatten wir dann aber doch. Und vor dem Platzen der Immoblase hat z.B. Max Otte eindringlich gewarnt. Ackermann ist nicht der Schuldige.

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  11. Michael Stöcker sagte:

    @ Horst

    Ja, wenn es ernst wird, dann kneift er/sie. Und lustig ist natürlich, dass er/sie Jürgen Stark als eifrigen Verfechter des Kreditgeldsystems als Zeugen anführt, nur weil er ein paar Elemente der Österreichischen Schule aufgreift und ausdrücklich befürwortet. Das tue ich übrigens auch; insbesondere die Kritik von von Hayek an der Unmöglichkeit der zentralen Planung. Weiter oben enthält dann sein/ihr Transkript nur die Passagen, die ins NoFiatMoney-Weltbild passen, während der nachfolgende relativierende Teil geflissentlich ausgelassen wird: https://youtu.be/5w_XhmFY0yE?t=1225 . Die kognitive Dissonanz ist einfach übermächtig; insbesondere seitdem die guten Ansätze der ÖS unter der Meinungsführerschaft der hohen Priester zur Ersatzreligion degeneriert sind, damit es doch noch einen Hoffnungsschimmer für das Degussa Gold-Kalb gibt.

    LG Michael Stöcker

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