„Gold – Totgesagte leben länger“

Dieser Kommentar von mir erschien bei WirtschaftsWoche Online:

Zuletzt wurde 2001 so massiv gegen Gold spekuliert. Das Ergebnis ist bekannt.

Gold hat kein gutes Jahr hinter sich. Notierte das Edelmetall zu Jahresanfang noch über 1.350 US-Dollar, so lag der Kurs in den vergangenen Tagen um 1.200 Dollar, immerhin ein Rückgang um 11 Prozent. Auch in Euro gerechnet, machte die Anlage in Gold keine Freude: rund sechs Prozent Verlust seit Jahresbeginn.

Kein Wunder, dass die Kritiker des Edelmetalls wieder Aufwind bekommen. Wann, wenn nicht in Zeiten von Handelskriegen, politischer Unsicherheit, anziehender Inflation und zurückkehrender Eurokrise sollte Gold als sicherer Hafen gesucht sein? Doch es ist es nicht. Ein Beweis dafür, dass es sich eben auch beim Gold um eine Blase handelt? Eine Blase, die nunmehr schon mehr als 6000 Jahre anhält?

Die größte Blase der Menschheitsgeschichte?

Genau diese These hat vor einiger Zeit der Chefökonom der Citibank, William Buiter, in einer Studie aufgestellt. Darin weißt er zu Recht darauf hin, dass der Wert von Gold, wie auch der Wert jeder Papierwährung, vom Glauben möglichst vieler Wirtschaftsakteure abhängig ist, dass es Wert besitzt. Kommen Zweifel auf, dass Gold den Wert behalten wird, werden Leute andere Wertaufbewahrungsmittel bevorzugen. Damit sinken der Umlauf und der Wert weiter – bis auf null. Gold ist für Buiter damit so gut und so schlecht wie alles andere, was Menschen zur Wertaufbewahrung verwenden. Nicht besser als die Steinscheiben, die einst auf der Pazifikinsel Yap als Währung verwendet wurden.

Konsequent zu Ende gedacht, ist für Buiter der fundamental gerechtfertigte Gleichgewichtspreis von Gold und allen Papierwährungen null. Deshalb kann es auch keinen richtigen Wechselkurs zwischen beiden geben. Der Preis für Gold ist so gesehen immer willkürlich. Da können die Goldfans noch so sehr die explodierenden Bilanzsummen der Notenbanken und weltweiten Geldmengen anführen. Aus der Tatsache an sich, dass es von einem inhärent wertlosen Geld mehr gibt als von einem anderen ebenso inhärent wertlosen Geld, lässt sich nicht ableiten, dass der Preis des einen fallen und des anderen steigen muss. Auch hier wirken die Erwartungen der Marktteilnehmer stärker, was sich auch daran zeigt, dass Wechselkursprognosen regelmäßig schief liegen.

So überzeugend die Argumentation von Buiter ist, so sehr denke ich, dass sie hinkt. Im Unterschied zu den Papierwährungen ist die Goldmenge fixiert. Es kann nicht beliebig mehr erzeugt werden. Die Gesamtmenge an Gold auf der Erde ist bekannt und die Förderung bringt nur noch geringe Zuwächse. Damit hat Gold eine nennenswerte Beschränkung, die Papierwährungen aber auch Steinen fehlt. Hinzu kommt, dass Gold relativ kompakt ist, was den Transport erleichtert und es zudem nicht verfällt. Diamanten erfüllen dieses Kriterium zwar auch, allerdings hängt der Wert sehr stark von der Güte und Verarbeitung ab. Gold ist homogener, weltweit leicht zu erkennen und damit fungibel.

So mag es stimmen, dass Gold in einer Blase ist, die nunmehr schon 6000 Jahre andauert. Für mich Grund genug, an die Fortsetzung der Blase zu glauben, was allerdings nicht ausschließt, dass Gold – wie in diesem Jahr geschehen – im Wert sinkt. Für den Langfristinvestor, der Gold als Versicherung gegen Katastrophen im Portfolio hält, ist es letztlich egal, wo der offizielle Kurs ist. Er hat es gekauft, um es zu vergessen.

In der hier immer wieder gepredigten Assetallokation auf Liquidität/Anleihen, Aktien, Immobilien und eben Gold kommt die Frage nur einmal im Jahr auf den Tisch, wenn man die prozentuale Verteilung wieder auf die Sollstruktur bringt, also jene Position reduziert, die gut gelaufen ist und jene nachkauft, die hinterher hinkt.

Kritische Stimmen am Wendepunkt

Was uns dennoch zur aktuellen Situation führt. Taktisch gesehen spricht einiges dafür, dass wir vor einer deutlichen Rallye im Goldpreis stehen:

  • Kritische Stimmen, wohin man schaut: Wie immer in den Finanzmärkten kommentieren die Medien es, nachdem die Entwicklung stattgefunden hat. Bitcoin war in aller Munde, nachdem der Preis explodiert ist. Gold wird runtergeschrieben, nachdem der Preis gesunken ist. Beispielhaft sei hier der Artikel „Fünf bitteren Wahrheiten über Gold“ genannt. Die Punkte sind alle zutreffend, die in dem Text angeführt sind. Dennoch kann man davon ausgehen, so einen Artikel nicht bei neuen Spitzenkursen zu lesen, sondern eben nach einer Abwärtsbewegung.
  • Gold ist billig im Vergleich zu Aktien: Mag es wenig sinnvoll sein, Gold in Papierwährungen zu bewerten, ist der Vergleich mit der Bewertung an der Börse durchaus aussagekräftig. Hier vergleicht man das zinslose Gold, welches nicht an der wirtschaftlichen Entwicklung partizipiert mit dem eigentlichen Produktivvermögen. Seit 2012 haben sich die Börsen besser entwickelt und man muss heute rund 20 Unzen Gold für den Dow Jones bezahlen. (Indexstand/Goldpreis). Das liegt über den historischen Höchstwerten für Gold von 1,94 Unzen (1933) und 1,29 Unzen (1980) und auch über den bisherigen Tiefstwerten von 42,19 (1999) und 27,45 (1965). Daraus alleine lässt sich nicht auf eine bevorstehende grundlegende Trendwende schließen. In Verbindung mit der rekordhohen Bewertung der US-Börse und der sich abzeichnenden Abschwächung der Ertragslage der US-Unternehmen, auch getrieben von steigenden Zinsen, liegt die Erwartung nahe, dass es in den kommenden Monaten zu einer relativen Outperformance von Gold gegenüber Aktien kommen könnte.
  • Verkaufsdruck in den Schwellenländern: Gold wird vor allem aus den Schwellenländern nachgefragt, was oftmals mit den dortigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu tun hat. So ist Gold in Indien seit Jahrhunderten ein probates Mittel der Vermögenssicherung. In vielen Ländern mit Kapitalverkehrsbeschränkungen ist Gold eine der wenigen Möglichkeiten aus einer verfallenden Währung zu fliehen. Zudem bietet Gold einen Weg, Ersparnisse vor dem Zugriff der Macht habenden zu verstecken. Mit der sich abzeichnenden Krise in den Schwellenländern – die Türkei ist hier nur der sprichwörtliche Kanarienvogel in der Kohlegrube – kommt es zu mehr Verkäufen in der Region, weil sich Schuldner US-Dollar besorgen müssen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen. Verschärfen sich die Probleme, ist damit zu rechnen, dass die US-Fed – nach anfänglichem Zögern – vom Kurs der geldpolitischen Straffung abkehrt. Damit dürfte auch der Verkaufsdruck abnehmen.
  • Korrektur des US-Dollars: Damit einhergehend dürfte eine Korrektur des US-Dollars bevorstehen. Je einseitiger die Märkte auf einen weiteren Kursanstieg setzen, desto größer die Wahrscheinlichkeit einer Trendwende. Daran dürften auch die jüngsten Aussagen von Donald Trump nichts ändern, dessen Forderung nach einem Stopp der Zinserhöhungen in der vergangenen Woche einige Wellen geschlagen hat.
  • Massive Spekulation gegen Gold: Das Hauptargument für Gold kommt aus der massiven Spekulation, die derzeit gegen Gold läuft. In Erwartung steigender Zinsen wetten die Akteure in den Finanzmärkten mit erheblichem Einsatz auf fallende Kurse für US-Staatsanleihen (die nicht fallen, sondern im Gegenteil steigen) und auf weiter fallende Preise für Gold. In Summe waren Hedge-Fonds, Asset Manager und Händler seit 17 Jahren nicht mehr so negativ zu Gold positioniert. Damals begann bei 271 US-Dollar/Unze der Bullenmarkt in Gold, der den Preis bis September 2011 auf das Allzeithoch von 1920,65 US-Dollar trieb. Sehr gut möglich, dass die Spekulanten wie schon vor 17 Jahren falsch liegen.

Taktisch und praktisch spricht einiges für Gold. Wer also spekulieren möchte oder noch beim Aufbau seines diversifizierten Portfolios ist, sollte über Gold nachdenken.

45 Kommentare
  1. SB sagte:

    Da wir alle in Sachen Spekulation nur in die Kristallkugel schauen, kann man diesbezüglich nur sagen: Schaun mer mal, dann sehn mer scho. Wer spekulieren will, braucht ein gutes Timing. Und das schaffen bekanntlich die wenigsten.

    Gold sollte man im Übrigen als Versicherung gegen Systemausfälle begreifen. Und die Wahrscheinlichkeit dafür steigt mit exponentiell zunehmender, weltweiter Verschuldung. Man sollte rechtzeitig je nach Gusto einen Anteil des Vermögens in Gold (und Silber) halten, denn wenn ein Systemausfall eintritt, wird man nichts mehr bekommen.

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  2. jobi sagte:

    So sind sie, die Theoretiker.
    Selbst langlebige und offensichtliche Tatsachen halten sie nicht davon ab, ihre abstrusen Theorien zu verbreiten.
    Nun ist es gerade das Gold und nicht irgendwelche Steinscheiben irgendeiner Südseeinsel, das über 60T Jahre von fast allen Kulturen akzeptiert wird und sich unter allen erdenklichen Umständen als wertbeständiges Zahlungsmittel bewährt hat.
    Und ich kann keinen Grund erkennen, warum das ausgerechnet in den kommenden 60 Jahren anders sein sollte.
    In der Theorie unterscheiden sich Theorie und Praxis nicht – in der Praxis allerdings sehr wohl.

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    • Wolfgang Selig sagte:

      @jobi: Ja, das mit den Theoretikern ist wirklich interessant. Gold ist im Gegensatz zu Steinen oder Kryptowährungen (wenn bitcoin limitiert ist, kreiere ich einfach eine neue…):

      * weltweit allgemein bekannt
      * nicht künstlich herstellbar
      * dauerhaft (kann man auch nach 5000 Jahren aus dem Boden ausgraben ohne Korrosionsprobleme)
      * teilbar
      * schmelzbar
      * von Stromausfällen unabhängig
      * vergleichsweise klein und daher gut zu transportieren und zu verstecken
      * mit sehr niedrigem stock-to-flow-ratio, also mit weitgehend konstanter Menge
      * ohne intellektuelle Spitzenleistung für fast jeden verständlich
      * ohne Intermediäre (wie z.B. Banken, SWIFT-System, Internet, etc.) handelbar
      * in allen Sprachen mit einem eigenen Begriff versehen
      * relativ fälschungssicher
      * mit durchaus interessanten Anwendungsgebieten von Schmuck bis zur Zahntechnik versehen
      * nicht süchtig machend wie andere Wertaufbewahrungsmittel (z.B. harte Alkoholika)
      * in der EU umsatzsteuerfrei als Währung
      * in Deutschland sind Gewinne nach der Spekulationsfrist von 1 Jahr einkommensteuerfrei
      * insolvenzgeschützt
      * nach dem Einschmelzen im Prinzip nicht rückverfolgbar

      Nach 6.000 Jahren Blase reichen meiner Familie vermutlich weitere 100 Jahre Blase locker aus… Alle, denen 6.000 Jahre Blase zu gefährlich ist, sollten halt was Beständigeres suchen…^^

      Noch Fragen?

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      • Barthel Berand sagte:

        @Wolfgang Selig

        Ich darf noch ergänzen: ohne Gegenparteirisiko.

        Aus der Aufstellung wird deutlich, dass „Geld“ – als Substantiv verstanden – eigentlich eine Fehlbezeichnung ist. Es kommt auf die Eigenschaften an, die etwas zu – gutem – Geld werden lässt. Adjektive sind daher notwendig, um die Eignung als Geld zu beschreiben.

        Aber: Wenn bitcoin limitiert ist, ist bitcoin limitiert. Sie können eine neue Kryptowährung erschaffen. Ob diese Akzeptanz findet, steht auf einem anderen Blatt.

      • mg sagte:

        Den Teil mit dem Bär habe ich zwar nicht verstanden, aber wie heißt es so schön?

        „Gesagt ist noch nicht gehört,
        gehört ist noch nicht verstanden,
        verstanden ist noch nicht einverstanden,
        einverstanden ist noch nicht getan,
        getan ist noch nicht beibehalten.”
        (Konrad Lorenz)

        Zum Gold kann ich auch noch eine schönes russisches Sprichwort beisteuern (bitte mit russischem Akzent und ausreichend Vodka vortragen):
        „Hast Chahn Kopf abgeschlagen,
        legen Chühner immer noch Eier,
        chalt nur nicht von Gold.“
        (altes, russisch Spriechwort)

        Was mir daran so gut gefällt, ist die Tatsache, dass man Hühnereier auch in die Pfanne hauen kann, wenn sie nicht aus Gold sind. Auch die kleinen, braunen Schrumpeleier, Güteklasse B, Gewichtsklasse M aus der Freiland- oder Biohaltung. Man kann sie immerhin schön gold-gelb braten.

      • Wolfgang Selig sagte:

        @Bartel Berand:insolvenzgeschützt und ohne Gegenparteirisiko sind wohl weitgehend das Gleiche, denn bei einem Geldschein ist meine Gegenpartei die Notenbank. Auch die kann ins Straucheln kommen, wie man gerade in Venezuela sieht. Ihren Begriff finde ich besser, weil auch Inflationierung oder Zahlungsverzug darunter verstanden werden können.

      • Wolfgang Selig sagte:

        @DT: die Nachteile von Gold sind m.E.:

        – es wird gerne vom Staat konfisziert, Stichwort „Gold gab ich für Eisen“. Eine beliebte staatliche Methode in Kriegszeiten
        – es wird vom Staat gerne verboten. Einfach mal Roosevelt oder Hitler in dem Zusammenhang googeln
        – es wird bei großen Barren gerne mit Wolfram gefälscht
        – es gibt unterschiedliche Reinheitsgrade, für den Laien ein lästiges Problem
        – Einbrecher und Diebe lieben es
        – es verdirbt den Charakter potentieller Erben, falls sie davon Kenntnis haben. Familiär also nicht unbedingt positiv.
        – Banken befürworten Papiergold. Das ist aber nur was für Profis. Und nie anstelle von physischem Gold.
        – die Ankaufkurse mancher Händler sind unverschämt niedrig
        – es wiegt den Laien gerne in falsche Sicherheit, aber Edelmetalle alleine sind Quatsch. Nach dem 2. Weltkrieg war der mit Lebensmitteln im Vorteil.
        – die heutige Generation in den Industrienationen hat vergessen, dass alle Papierwährungen irgendwann auf ihren inneren Wert Null zurückfallen. Dazu gibt es schöne Beispiele in der Literatur von Voltaire bis Goethes Faust, aber natürlich erlaubt das staatliche Schulwesen keine Zweifel am herrschenden Geldsystem. Daher wird so etwas natürlich nicht im Deutschunterricht behandelt, schon gar nicht von linken Lehrern. Das kann in einer Krise also dauern, bis die staatsgläubigen Nudgingbürger zum Denken anfangen.
        – und zu guter letzt: der gute alte deutsche Neid. Es glaube bitte keiner, in einer Währungskrise würden einen Freunde, Verwandte und Bekannte, Nachbarn oder Kollegen für die Weitsicht bewundern, rechtzeitig vorgesorgt zu haben. Im Zweifel ist man der böse Kapitalist, dem man nur mit Unverteilung beikommen kann. Daher ist der Besitz von Edelmetallen in jedem Fall geheim zu halten, bis sich die deutsche Mentalität geändert hat. Keine Ahnung, wie viele Jahre oder Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte das noch dauert.

  3. Christof777 sagte:

    Es gibt einen fundamentalen Unterschied zwischen Papiergeld und Edelmetallen der Vielen aber nicht bewusst ist:

    Während alle Papierwährungen reine Fiktionen sind die auf Vertrauen basieren (O-Ton der Bundesbank zum Euro) sind Gold und Silber substanzielle Werte. Alle Fiktionen können jederzeit verändert oder auch aufgelöst werden, eben weil es Fiktionen sind. Gold und Silber sind Substanz und können nicht verschwinden.

    Wer Euro in Gold tauscht, tauscht die Fiktion gegen Substanz ein (geht auch umgekehrt – und zwar immer, egal wie die Fiktion gerade heißt).

    Und zum Schluss:

    Gold und Silber haben spirituelle Eigenschaften, es sind quasi göttliche Substanzen. Das kann jeder mal testen: Bei der nächsten Geburtstagsparty einfach mal ein paar Unzen Silber oder eine Unze Gold (je nach Geldbeutel) an den Jubilar vor den Augen der Gäste als Präsent überreichen und die Reaktionen beobachten. Jeder will es mal in der Hand haben, alle sind fasziniert von der Ausstrahlung und Niemand bleibt teilnahmslos.

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Christof777

      Es führt in die Irre, wenn man etwas aufwertet indem man etwas anderes abwertet.

      >Während alle Papierwährungen reine Fiktionen sind die auf Vertrauen basieren (O-Ton der Bundesbank zum Euro)>

      Klar, der Euro basiert auf Vertrauen.

      Er ist aber keine Fiktion.

      Den Schein, den ich dem Bäcker reiche für die Brötchen ist keine Fiktion. Und wenn ich das Datenvolumen im Speicher eines Bank-PC, der meinem Bankkonto zugeordnet ist, verringere, ist das auch keine Fiktion, wenn daraufhin Ware geliert wird.

      Wenn das allgemein so ist, dann ist auch die Währung Euro REALITÄT.

      Ich weiß auch nicht, was spirituelle EIGENSCHAFTEN sind.

      Einfach mal wieder die Niederungen betreten.

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      • jobi sagte:

        „Es führt in die Irre, wenn man etwas aufwertet indem man etwas anderes abwertet“

        In diesem Fall trifft es genau den Kern, denn Gold ist die (einzig bewährte) Alternative zum Papiergeld.
        Noch bekomme ich meine Brötchen für das bedruckte Papier, seine Wertaufbewahrungsfunktion hat es – im Gegensatz zum Metall – aber bereits eingebüßt.
        Der angestrebte Weg aus den Schulden ist die Finanzielle Repression.
        Diese Strategie kann nur erfolgreich sein wenn 1. unbegrenzt Liqidität geschaffen werden kann 2. die Nominalzinsen niedrig bleiben und 3. die Realzinsen deutlich negativ werden.
        Dazu kommt 4. die gleichzeitige und anhaltende Manipulation des Goldpreises, um das Metall als Alternative unattraktiv zu machen und ihm gleichzeitig die Funktion eines Fieberthermometers zu nehmen, um so das Siechtum des Papiergeldes zu verbergen.

      • Wolfgang Selig sagte:

        @mg: keine schlechte Idee für den Alltag, aber bei höheren Werten schlecht lagerfähig. Den Gegenwert von 100 g Gold in Hühnereiern zu lagern, geht wohl nur als Landwirt. Wird nach ein paar Wochen schwierig.

        Wie wäre es damit: zehn bis fünfzehn Hühner, ein Hahn, und einen Goldbarren einen Meter unter dem Hühnerstall? Meine ich nicht als Witz.

      • mg sagte:

        Unsere Nachbarn haben ein wunderschönes Landhaus und halten in ihrem Garten zwei Ziegen, zwei Laufenten, zwei Hühner, einen Hahn der einen lustigen Krährhythmus aufweist, zwei Kaninchen, zwei Schweine und einen grossen Hund. Und das Beste daran, die Tiere sind farblich aufeinander abgestimmt. Ich nehme an, dass der Unterhalt dieser Tiere einiges an Arbeit erfordert und ich nehme an, dass unsere Nachbarn dies nicht zur Krisenvorsorge sondern für ihr Lebensgefühl tun. Ein Lebensgefühl, was meiner eigenen Wahrnehmung nach durch mehrere Bauvorhaben (vier Stockwerke, Klotzbauweise, handtuchbreiter Grünstreifen drumherum) eingeschränkt wird.

        Was nun das Gold angeht… zunächst einmal macht es aus meiner Sicht Sinn kleinere Einheiten zu wählen. Krugerrand, Maple Leaf und Wiener Philharmonika zu je einer Feinunze. Wenn Sie Barren erwerben wollen, würde ich ebenfalls zu kleineren Einheiten raten (25g, 50g, max. 100g). Eine Notenbank kann die Echtheit grosser Barren beurteilen, aber ob man als Privatperson einen Goldbarren mit Wolframkern erkennt? Vom Einbuddeln im Garten halte ich gar nichts.

        Einen Edelmetall-Anteil von 25% am Vermögen, wie von Dr. Stelter und anderen Auguren (z.B. Marc Faber) empfohlen, erscheint mir ausserordentlich hoch. Viel wichtiger – und ich glaube, Sie haben sich dahingehend schon mal ähnlich geäussert – ist der eigene Lebensentwurf und dessen Konsequenzen für die Assetallocation. Eigentümer mit sehr grossem Vermögen, können überwiegend in die Aktienmärkten investieren. Ihnen macht die Volatilität nicht viel aus, man kann international sehr gut diversifizieren, verfügt über hohe Liquidität, die Unternehmen sind die Basis unserer gesellschaftlichen Wertschöpfung – wenn Sie von Schulen, Universitäten, öffentliche Infrastruktur einmal absehen.

        Was tun als Normalo? Wer mit 50 Jahren ein 16m Segelschiff erwerben will und damit die Weltmeere bereisen will, wird sich anders aufstellen als jemand, der in dem Alter Kinder hat, die zu dem Zeitpunkt besonders viel Unterhalt zum Abschluss ihrer Ausbildung benötigen. Vom Zocken halte ich jedenfalls nichts. Meinem Eindruck nach verschweigen die Kollegen, die vollmundig von ihren Heldentaten an den Weltbörsen berichten, ihre Misserfolge. Das äussert sich beispielsweise so, dass ihnen irgendwann die Partnerin verärgert mit Aussagen wie „Aber das nächste Mal investieren wir wieder in Immobilien!!!“ ins Wort fällt. Bisweilen mit erheblich schmerzverzerrtem Gesicht, was das Ausmass der erzielten Verluste erahnen lässt.

        Ich würde mich so aufstellen, wie es zu meinem Lebensentwurf passt, und einen eventuellen Gau an den Finanzmärkten links liegen lassen.

        Meiner Ansicht nach hält die finanzielle Repression und man sollte als historischen Vergleich lieber den Verlauf der US-Zinsen zwischen 1945 und 1975 heranziehen, als den des Zeitraums 1985 bis 2015. Des Weiteren gibt es für unsere Hochkultur keinen Weg zurück. Aus der Geschichte wissen Sie, dass alle Hochkulturen irgendwann unter gegangen sind. Dies ist für uns aber keine Option, weil wir im Gegensatz zur Bronzezeit die Ressourcen nicht mehr im Tagebau vom Boden abkratzen können, sondern der Zugriff auf Ressourcen (zum Beispiel in 3000m Meerestiefe) bereits Hochtechnologie erfordert. Wir müssen uns also entscheiden, ob wir uns weiter die Köpfe einschlagen wollen, oder ob wir dafür Sorge tragen wollen, dass die Weltbevölkerung nicht weiter wächst und wir den Menschen ermöglichen ihren Fähigkeiten angemessen am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Nationale Egoismen helfen da nicht weiter, unregulierte Migration selbstverständlich auch nicht.

      • mg sagte:

        Man sieht, dass ich vom Weltbild her Herrn Stöcker näher stehe, als vielen anderen, die sich hier äussern. Ich bin der Überzeugung, dass die Notenbanken einen Grossteil der Schulden aufkaufen und klammheimlich in einen Sondertilgungsfond auslagern werden (kein symbolträchtiges ans Kreuz nageln, wirbelt zu viel Staub auf). Des Weiteren glaube ich, dass die Inflationsraten und die Wirkung von Inflation von vielen unterschätzt wird. Und jetzt verziehe ich mich ins WE, over and out. ;-)

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ mg

        Da Sie vermutlich irgendwann aus dem WE auftauchen werden, ein paar Bemerkungen.

        >Und ich sag es nochmal: investieren Sie in Hühnereier, die wachsen nach.>

        Zustimmung.

        Dieses Investment wird aber nicht vielen möglich sein.

        Daher:

        Es werden nicht genug Hühnereier dort verfügbar sein, wo sie im Falle eines Falles gebraucht werden.

        Dann beginnt der Wettbewerb, wer wie viele bekommt.

        ERFAHRUNGSGEMÄSS war es mitunter vorteilhaft, für diesen Fall Gold zu besitzen.

        >Ich würde mich so aufstellen, wie es zu meinem Lebensentwurf passt, und einen eventuellen Gau an den Finanzmärkten links liegen lassen.>

        Würde ich auch.

        Allerdings würde ich meinen Lebensentwurf auch überdenken, m. A. n. sollte er nicht fixiert sein, aber natürlich auch nicht mit der Vergangenheit total brechend auf einen sich ereignenden Gau ausgerichtet sein.

        >Des Weiteren gibt es für unsere Hochkultur keinen Weg zurück. Aus der Geschichte wissen Sie, dass alle Hochkulturen irgendwann unter gegangen sind. Dies ist für uns aber keine Option, weil wir im Gegensatz zur Bronzezeit die Ressourcen nicht mehr im Tagebau vom Boden abkratzen können, sondern der Zugriff auf Ressourcen (zum Beispiel in 3000m Meerestiefe) bereits Hochtechnologie erfordert.>

        Die Frage ist, ob WIR die Optionen BESTIMMEN, unter denen wir wählen können.

        Bestenfalls bestimmen wir sie mit und vermutlich bestimmen wir sie nicht ausschlaggebend mit.

        Ich halte es für möglich, sogar wahrscheinlich, dass man in irgendeiner Zukunft „Hochkultur“ anders verstehen wird als wir es heute tun.

        Insofern halte ich es viel zu eng gedacht, in der Linearität von „vor und zurück“ zu denken.

        >Man sieht, dass ich vom Weltbild her Herrn Stöcker näher stehe, als vielen anderen, die sich hier äussern.>

        Abgesehen vom eifernden Sendungsbewusstsein des Herrn Stöcker muss man bei seinem Weltbild, falls man ihm überhaupt eines zuschreiben kann, unterscheiden:

        Funktional das, was er (und sie) den Notenbanken zutraut und letztlich von ihnen erwarten.

        Das ist nicht unrealistisch, auch ich sehe darin mehr und mehr den Exit aus der Krise, allerdings wird er aufgrund politischer Verwerfungen alles andere als glatt verlaufen, möglicherweise die Krise nicht verhindern können.

        Außerdem gehört sein Umverteilungsverlangen dazu. Das wird zwar real weiter verfolgt werden, aber bei weitem nicht in dem Maß gelingen, das er offensichtlich für erforderlich hält.

        Fundamental besteht seine Überzeugung darin, dass ein Ersatz ausfallender privater Nachfrage durch staatliche Nachfrage geleistet werden könne. Dies jedenfalls so weit, dass die Gesellschaft(en) nicht zerfallen.

        Ich halte das für ein Glaubensbekenntnis, für das es keine fundierte Begründung gibt.

        Zu sagen, dass das Projekt nur noch nicht hinreichend durchgeführt wurde, ist keine Begründung.

        Die fehlende Nachfrage über Fiskalpolitik zu generieren, liegt zwar nahe, ist aber per se nicht hinreichend, daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, dass dies die Problemlösung sei.

        Es ist ein Notausgang, und erst einmal weiter nichts.

  4. Veking sagte:

    Ich versuche es nochmal mit meiner Frage zur aktuellen Spekulation bzgl. Gold:
    Wir hatten vor einiger Zeit hier doch auch die short-Positionen von Bridgewater auf europäische Aktien und long-Position auf Gold in der Diskussion. Ist bekannt, wie das ausgegangen ist? Die short-Positionen auf deutsche Aktien wurden wohl schon relativ schnell glatt gestellt.
    In einem Interview hat Dalio bekräftigt, an den long-Positionen zu Gold festhalten zu wollen (obwohl es natürlich sein kann, daß er öffentlich so eine Aussage trifft und dann gegenteilig handelt).
    Wenn ein großer Teil der short-Positionen auf Gold seit Januar dieses Jahres eingegangen wurde, müßten diese dann nicht bald glatt gestellt werden?

    Antworten
    • troodon sagte:

      „müßten diese dann nicht bald glatt gestellt werden?“

      Nein, sie MÜSSEN nicht.
      Die Spekulanten stellen meistens dann glatt, WENN es zu stark gegen sie läuft (oder das Gewinnziel erreicht wurde).

      Und immer daran denken, dass es an den Terminbörsen immer jemanden gibt, der die entsprechende Gegenposition hält…

      Antworten
  5. Thomas M. sagte:

    Bzgl. spiritueller Eigenschaften des Goldes und Silbers. (Nur halb ernst gemeint, aber faszinierend allemale.)

    Man spürt vermutlich den Nachhall der gewaltigen Energien kollidierender Neutronensterne:

    https://www.telegraph.co.uk/science/2017/10/16/secret-gold-finally-found-precious-metals-forged-cataclysmic/

    Die kosmischen Zentralbanken schmieden atomare Reservewährungen aus Neutronen… “We’re all made of stardust, but gold, silver and platinum are made of neutron stardust.“

    Antworten
  6. waltomax sagte:

    Was sind wahre Werte? Existenzmittel. Wasser, Energie, Luft und Boden. Warum? Ohne diese sterben Sie. Der Wert von Wasser ist daher beispielsweise unendlich. Daher ist es die beste Daseinsvorsorge, über diese Existenzmittel in genügendem Maße verfügen zu können. Wenn möglich, frei. Neben diesen „primären“ Existenzmitteln gibt es noch sekundäre, wie z.B. Wohnung, Bildung, Gesundheitsversorgung, soziale Enbindung, Mobilität usw. Mangelt es an diesen, stirbt man nicht, aber das Leben ist schwerer oder macht sogar krank. Das sind also „die wahren Werte“. Diese stehen für sich und sind mit Geld eigentlich kaum aufzuwiegen. Was ist es Ihnen beispielsweise wert, wenn Sie einen Herzinfarkt erleiden und die nächste Klinik um die Ecke liegt und schnell hilft?

    Wenn man Bildung als sekundäres Existenzmittel betrachtet, so hängt viel daran. Ohne Bildung kann man keinen Plan fassen und ein Projekt durchführen. Vor der materiellen Wertschöpfung muss also die „immateriell – geistige“ kommen. Mangelt es an Leuten mit Ideen und der Fähigkeit zur realen Umsetzung, sind auch keine Kapitalanlagen möglich. Spekulanten sind meist nicht kreativ und hegen keine unmittelbare Wertschätzung für die Menschen, von denen sie profitieren. Wenn Sie in einem Penthouse in Beirut sitzen, draußen Bürgerkrieg herrscht und man ihnen den Strom und die Heizung oder das Wasser abstellt, sind Sie schnell am Ende. Was machen Sie mit Ihren Aktien, wenn es für die Emittenten nicht rund läuft und diese die Bude sogar dicht machen?

    Das Leben ist also von unmittelbaren und mittelbaren Abhängigkeiten bestimmt. Wer sich dessen nicht bewusst ist, kommt auch mit Gold alleine nicht weiter.

    Antworten
    • Zweifler sagte:

      Warum Goldskeptiker das Edelmetall regelmäßig mit Überlebens- und Existenzmitteln vergleichen? Kaum ist von Gold die Rede, geht es bis zum Überdruß wieder los: Gold kann man nicht essen, lieber Hühner, Wasser, Zigaretten und was weiß ich, kaufen. Daß Immobilien oder Aktien auch nicht besonders schmecken, wenn man heineinbeißt, bin ich mir sicher.
      Gold wird immer mit Weltuntergang assoziert, es ist aber nur Geld, das haben noch nicht alle verstanden.
      In Venezuela bekommt man für eine Silberunze 6 Monate Lebensmittel vom Bauern. Dort herrscht Hyperinflation, aber die Welt steht noch, einen eigenen Hühnerstall braucht man nicht. Ähnlich war es in Argentinien, den Goldbesitzern ging es gut.
      Aber wie kann man nur Venezuela oder Argentinien mit Europa vergleichen, hör ich schon die Goldgegner. Na, wir werden sehen.

      Antworten
      • waltomax sagte:

        Hallo, ich bin kein Goldgegner. Momentan herrscht Kondratieff-Winter und damit drückt der Anlagenotstand. In solchen Zeiten einer einsetzenden Rezession gibt es nichts anderes als Gold. Damit bewahrt man sich zumindest einen Teil seiner Ersparnisse. Worum es mir geht, das ist die Warnung, sich auf Gold alleine zu verlassen. Mit einer „Gegnerschaft“ zu Gold hat das nichts zu tun.

  7. waltomax sagte:

    In eine gute Idee zu investieren, die vielleicht zu einem ganzen Struktur – Baum diverser Wertschöpfungen führt, ist eine bessere Anlage als Gold. (Beispiel: Diesel, Schiffsdiesel, Lokomotiv-Diesel, usw.) Sofern es solche „dynamischen“ Anlegemöglichkeiten gibt. Mangelt es an diesen, wie momentan, dann bleibt der Anleger konservativ. Er kauft auch Gold. Der Grund:

    Gold wird unter seinen intrinsischen Wert kaum fallen. Ebenso Silber. Schließlich muss Arbeit zu deren Gewinnung aufgewendet werden. Warum enteignete Roosevelt die US-Bürger teilweise und nahm ihnen ihr Gold ab, wenn es „nichts“ wert war? Aus welchem Grund gehen Chinesen, Inder und Russen in das Gold und steigen immer mehr aus dem Dollar aus?
    Wenn der Wert immer null ist, so könnten die ja alle den Dollar halten. Tun sie aber nicht. Wenn 3 Milliarden Menschen Gold als werthaltig ansehen und als Zahlungsmittel annehmen, dann darf auch ich mich darauf verlassen.

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  8. Thomas M. sagte:

    >Einen Edelmetall-Anteil von 25% am Vermögen, wie von Dr. Stelter und anderen Auguren (z.B. Marc Faber) empfohlen, erscheint mir ausserordentlich hoch.

    Ich habe bei Recherchen zum Thema so ziemlich alles von 0-100% gesehen. Die schlauer begründeten lagen jedoch bei 10%-25%.

    Die Empfehlungen basieren letztlich auf Analysen der Performance und Volatilität der zurückliegenden Jahrzehnte, siehe z.B. hier: http://proactiveadvisormagazine.com/what-is-the-optimal-portfolio-allocation-to-gold/

    Das kann natürlich für die kommenden Jahrzehnte komplett falsch sein. Aber es ist zumindest unwahrscheinlicher falsch als eine 0%- oder 100%-Allokation.

    Bezüglich Land für Gemüse und Hühner: Das ist ja gut und schön. Aber als Städter mit Job in der Stadt sind nicht mehr als ein paar Gurken auf dem Balkon und eine gelegentlich gefangene Taube drin. Insofern muss der Städter wohl notgedrungen und realistisch in etwas sparen, womit er im Doomsday-Fall sich den Weg aufs Land und zu den Hühnern zurücktauschen kann. Das geht mit Edelmetallen und sogar Banknoten vermutlich besser als mit einem Konto- oder Depotauszug.

    Edelmetalle sind halt ein Mittel zum Zweck unter vielen und eine Versicherung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ich schätze, dass es oft unnötig verkompliziert wird, da viele das Edelmetallinvest abschließend quantifizieren wollen, um Gewissheit zu erhalten und die Scheinverlässlichkeit von festen % vermissen, die Sparverträge in € bieten.

    Ein *qualitatives* Verstehen von Edelmetallen reicht m.E. bereits vollkommen aus, um eine Entscheidung zu treffen, ob man überhaupt welche halten sollte.

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    • Wolfgang Selig sagte:

      @Thomas M.: bitte beachten Sie bei der Beurteilung des Goldanteils am Gesamtvermögen, dass Herr Dr. Stelter und ganz sicher seine Kunden finanziell in einer deutlich höheren Liga spielen als der Normalbürger. Das Eigenheim ist in der Klasse eher nachrangig, während es für Normalbürger fast alles ist. Wenn er es überhaupt schafft.

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      • Thomas M. sagte:

        @Hr. Selig: Danke für den Hinweis. Vermögen wäre noch zu definieren. Ich weiß (auswendig) nicht, ob und wie Hr. Dr. Stelter das in seinen Büchern empfiehlt. Wenn ich mich recht entsinne, bezieht sich diese Allokation von 10-25% auf das liquide Anlagevermögen. Die selbst genutzte Immobilie, das Gesparte für die Ausbildung der Kinder, die ggf. eigene kleine Firma (man denke hier an Handwerker und Co.) und der Notgroschen wären gerade nicht Teil des liquiden Anlagevermögens. Das dürfte daher in der Regel ohne Erbschaft sehr überschaubar sein – bzw. kleiner sein, als der große Name „Anlagevermögen“ suggeriert. Da bin ich bei Ihnen.

        >Wenn er es überhaupt schafft.

        Köln-Düsseldorf ist jedenfalls mehr als ernüchternd. Eine der Sachen, die ich anders machen würde, wenn ich noch mal 20 Jahre zurück könnte mit einer Zeitmaschine… aber hinterher ist man immer schlauer.

  9. Alexander sagte:

    Rechnung für Barbaren.

    Die Durchschnittsrente entspricht etwa 1 Unze AU.

    Zwangsversicherte können in AU etwas zum Zusetzen ansparen…ohne, dass Sozialämter das auf ihrem Schirm haben :o)

    Es fällt keine Erbschaftssteuer an, wenn der Erblasser nicht dämlich ist und früher stirbt.
    AU verfällt nie, das Zahlungsmittel wird immer international anerkannt sein und erfreut die ganze Familie generationenlang.

    Die Unfähigkeit der Regierenden erzwingt Konsequenzen, die niemand wollte.

    Es gibt Dinge, die der aufgeklärte, höchst entwickelte Westen von Dritte Welt shitholes lernen kann.
    Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte.

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    • SB sagte:

      @Alexander:

      „Zwangsversicherte können in AU etwas zum Zusetzen ansparen…ohne, dass Sozialämter das auf ihrem Schirm haben :o)“

      Der Begriff Sparen (= Vorsorge; Gold, Silber sind anonyme Vorsorge) dürfte 99 Prozent der Bevölkerung im besten Fall im Zusammenhang mit Urlaub bekannt sein. Aber auch dafür gibt’s ja bekanntlich Kredit. Und der Begriff Anonymität ist in Zeiten der gedankenlosen Nutzung von Fratzenbook, Google, Twitter & Co. sowie Väterchen Überwachungsstaat aus einer völlig anderen Welt

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  10. Klaus Samer sagte:

    Die Frage wäre ob ich in Krisenzeiten Gold gegen Brot tauschen würde, da wäre dann auch die Stückelung eher unhandlich. Ich würde zusehen das ich die dann akzeptierte Währung bekommen würde, nach dem 2. Weltkrieg waren das Zigaretten.

    Selbst 1929 existierten die Depots der Menschen, damals noch auf Papier, noch sie waren nur fast nichts mehr Wert. Papier kann übrigens brennen und es ist einfacher Sicherungskopien Deutschland oder Weltweit auf verschiedene Server zu legen als das Gleiche in Papier zu bewerkstelligen, mal abgesehen vom Platzbedarf.

    Übrigens gilt für alle Girokonten das die Daten elektronisch gespeichert werden und nicht in Papierform, genausowenig wie die Einlagen aller Kontoinhaber bei den Geschäftsbanken in bar jederzeit abhebbar sind.

    Bei physischem Goldbesitz wird man beim Verkauf dann vielleicht in Zunkunft nach dem Nachweis für den rechtmäßigen Besitz gefragt werden, insbesondere dann wenn es irgendwo im Schließfach liegt. Das erübrigt sich bei Wertpapieren die ja auch schon seit Jahrzehnten in Sammelverwahrung liegen.

    Beim großen Knall bleibt einem sowieso nur die eigene Bildung erhalten und wer darin investiert übersteht auch den nächsten Crash, insbesondere wenn es sich auch im fiannzielle Bildung handelt.
    Wichtig ist das man dann zu denen gehört die noch einen Job haben.

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  11. mg sagte:

    Also, ich bleibe dabei, in der zukünftigen, postapokalyptischen Gurkenwirtschaft (siehe Evangelium nach Thomas) sind Hühner Gold wert. In einer solchen Situation können Sie mit Eiern Silbermünzen verdienen und die Hühner geben Sie nur gegen mehrere Unzen Gold ab – wenn überhaupt, denn auch zum reinbeissen sind sie zu kostbar, sie sollen schliesslich noch gemolken werden. Tauben sind im Übrigen echte Keimschleudern („Ratten der Lüfte“) und deren mickrigen Eier schmecken dem Vernehmen nach ziemlich sch…. lecht, wachsen nach wie liebevoll, vollgeschriebens, doppel gepoppelt, unterzeichnetes Papier. Aber wertvoller Rohstoff, nein. Alexander kann nach der Apokalypse mit seinen Barbaren durch die Strassen ziehen und dabei wirres Zeug und Konsequenzen fordern, die Kunde von unfähigen Regierungen, und überhaupt. Herr Samer wirft seine Bildung im finanziellen Sinn in die Wurstschale, Strausseneier werden nicht in die Pfanne gehauen, Thomas knallt Neutronensterne ineinander und der ZWEIFLER meint nichts persönlich, sondern maximal genau, wenn überhaupt erreichbar. Der Edelzucht Cocker Spaniel trägt während dessen schwer an seinen unmenschlichen schweren Gewichten und geht doch allein nach Hause.

    Meine Herren, Sie haben sich wieder einmal mit viel Ruhm und göttlichem Glanz bekleckert. ;-)

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