„Reich werden im Crash ist nicht so leicht“

Dieser Kommentar von mir erschien bei WirtschaftsWoche Online:

Die Börsen reizen zur Spekulation auf den großen Einbruch in diesem Herbst. Ein heißes Spiel.

Neuer Rekord im S&P 500. Wer wie ich immer skeptischer wird angesichts rekordhoher Bewertungen und Unternehmen, die nichts Besseres mit ihrem Geld anzufangen wissen als eigene Aktien zurückzukaufen sowie einer Wirtschaft, die in den USA einen letzten Rausch erlebt, mag daran denken, auf einen Crash zu wetten.

Es lohnt sich bekanntlich, wenn man richtig liegt. Der Milliarden-Gewinn von John Paulson der im großen Stil gegen die Subprime-Papiere wettete, die von dummen Investoren – gerade auch aus Deutschland, Stichwort IKB, gekauft wurden – ist legendär. Er und andere wurden im Buch und Film „The big short“ verewigt.

Starke Nerven

Buch und Film zeigen allerdings auch, dass man starke Nerven und geduldige Investoren haben muss, wenn man diese Spekulation mit fremdem Geld macht. Es kann deutlich länger dauern, als man denkt, bis die Märkte der eigenen Einschätzung folgen. Ich erinnere mich an die Diskussion mit einem Kollegen im Sommer 1999. Schon damals war die US-Börse heillos überbewertet. Dennoch war es viel zu früh, auf fallende Kurse zu setzen. Es ging noch einige Monate beschleunigt aufwärts. Schon John Maynard Keynes wusste, dass Märkte länger falsch liegen könnten, als man selber das Geld hat gegen sie zu wetten.

Auch in der Finanzkrise hat nicht mehr viel gefehlt und die Spekulanten gegen den Markt wären pleitegegangen, kurz vor dem Crash. Nichts dürfte frustrierender sein, als mit der richtigen Meinung sein Geld zu verlieren, nur weil man ein paar Monate zu früh dran war.

Das hat auch damit zu tun, dass man selbst in einer perfekten Blase mit der richtigen Strategie am Ende als Verlierer dastehen kann. Genau dies zeigt Rob Arnott von Research Affiliates in einer faszinierenden Studie „Yes, it’s a bubble – so what“. Als Beispiel nimmt er eine Blase, die nicht so bekannt ist, und zwar die der Börse von Simbabwe während der Hyperinflation.

Minus 95 Prozent in zwei Wochen

In nur drei Monaten (August – Oktober 2008) stürzte der Simbabwe-Dollar von 10 auf 1000 pro US-Dollar. Was zunächst positiv für die dortige Börse war. Die Bevölkerung flüchtete angesichts der Hyperinflation in Sachwerte und die Aktien verfünfhundertfachten sich innerhalb von nur acht Wochen. Das führte zu der Situation, dass sich die Aktien in US-Dollar gerechnet verfünfzigfachten. Die Freude war nur von kurzer Dauer. In den nächsten zwei Wochen verlor die Börse von Simbabwe 85 Prozent, während der Wert der Währung sich nochmals drittelte. In US-Dollar gerechnet verlor die Börse so 95 Prozent.

Danach ging es erst richtig los. Die Hyperinflation gewann an Fahrt. Die Kaufkraft zehntelte sich innerhalb einer Woche und die Börse fiel um 99 Prozent! In US-Dollar ein Verlust von 99,9 Prozent. Dann hörte die Börse in Simbabwe auf, zu existieren.

Wer das hat kommen sehen, hätte doch richtig Geld verdienen müssen, könnte man meinen? Die offensichtliche Strategie wäre doch gewesen, Aktien aus Simbabwe leer zu verkaufen. Ganz so wie die Vorbilder aus dem Big Short. Tatsächlich ist es aber nicht so leicht, wie Arnott vorrechnet. Während eine Blase nicht so schwer zu identifizieren ist, wie gemeinhin gerne angenommen, ist es nämlich viel schwerer daraus einen Gewinn zu schlagen. Das hat damit zu tun, dass Blasen am Ende noch mal so richtig aufgepumpt werden können. Selbst wenn man gewusst hätte, dass der Markt in drei Monaten auf null fällt, hätte man auf dem Weg dahin sein Geld verloren. Niemand hält eine zwischenzeitliche Verfünfzigfachung durch.

Riskant und teuer

Auf fallende Kurse zu setzen riskant und teuer. Die möglichen Verluste sind, so man wirklich leer verkauft und nicht mit Optionen arbeitet, unbegrenzt. Doch auch wenn Optionen nur zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen, ist das schmerzhaft genug. Die Zeit spielt gegen einen und ist ein Faktor, den man nicht beeinflussen kann. Wäre die Finanzkrise nicht 2008, sondern erst 2010 ausgebrochen, wären Paulson und Co. namenlose Spekulanten, die viel Geld verloren haben, weil sie zu früh dran waren.

Doch was tun, wenn die Blase offensichtlich ist? Was, wenn man auf die Börsen blickt und feststellt, dass diese nur noch von den USA und dort von wenigen Werten gezogen werden? Was, wenn man den Zinsanstieg in den USA als das sieht, was er bisher immer war: als Auslöser für eine Rezession in den USA oder eine Krise in den Schwellenländern? Beides Szenarien, die mit fallenden Kursen einhergehen.

Profis rät Arnott sich vorsichtig von den Wettbewerbern abzusetzen, und zwar in einem Umfang, der zu einer maßvollen Underperformance führt, falls man (zeitweise) falsch liegt. Konkret auf heute bezogen bedeutet dies, weniger der hoch bewerteten und überkauften FAANG-Werte im Portfolio zu haben. Verhalten sich viele Investoren so vorsichtig – und aus eigenem Karriereinteresse werden sie es wohl tun – verlängert dieses vorsichtige Abweichen die Blasen allerdings. Dem professionellen Investor dürfte das letztlich egal sein, sichert er durch sein abgemindertes Verhalten doch seinen Job.

Besser in Anti-Bubbles investieren

Noch besser ist es, nach den „Anti-Bubbles“ zu suchen, also Märkten, die deutlich unterbewertet sind, weil sie gerade unter Druck oder unbeliebt sind. Im Jahre 2009 waren das Junk Bonds und Finanzwerte. Natürlich gab es da auch einige Pleiten und Ausfälle, der Sektor als Ganzes war auf jeden Fall ein Kauf. Heute sind die unpopulärsten Investments nach der jüngsten Umfrage der Bank of America unter anderem:

  • Schwellenländer
  • Großbritannien
  • Rohstoffe
  • Energie
  • Eurozone

Wer also nach einer Strategie sucht, mit der Überbewertung in vielen Märkten umzugehen, sollte eher sein Portfolio in jenen Bereichen aufstocken, die von der Herde vernachlässigt werden. Ich denke beispielsweise, dass Großbritannien auf mittlere Sicht deutlich besser dastehen wird ( „2030 wünschen wir uns vielleicht, wir wären ausgetreten“), als von vielen Beobachtern heute erwartet und vor allem besser als wir, die wir uns in der Illusion des „reichen Landes“ verlieren, während unsere Politiker den Wohlstand des Landes verbrauchen, statt die Grundlagen für die Zukunft zu legen.

Auch in den Schwellenländern liegt trotz der aktuellen Turbulenzen langfristig mehr Potential. Die doppelte Dividende aus Bevölkerungswachstum und besserer Bildung schlägt dann demografischen und bildungsmäßigen Niedergang hierzulande.

Wer auf Anti-Bubbles setzt, hat die Zeit auf seiner Seite, ganz anders als beim Versuch gegen die Blasen zu wetten. So interessant es sein mag, über den Zeitpunkt des Einbruchs zu spekulieren, so wenig praktischen Nutzen hat es. Anti-Bubbles verdienen derweil Geld.

Was tun beim System-Kollaps?

Alles schön und gut werden an dieser Stelle jene denken, die sich Sorgen machen, dass der nächste Einbruch an diesen von Notenbanken aufgeblasenen Vermögensmärkten den ultimativen Margin Call auslösen wird und das System zum Einsturz bringt. Armageddon also. Ganz ausschließen kann man das nicht, wie die Finanzkrise zeigt, wo nicht mehr viel gefehlt hat. Doch was ist die Investmentstrategie für einen solchen Fall?

Es gibt in einem Mega-Crash kein sicheres Investment. Nicht mal Bargeld und Gold sind dann sicher. Bargeld kann über Nacht für ungültig erklärt werden. Gold im Preis drastisch verfallen und privater Goldbesitz gleich ganz verboten werden. Alles schon mal da gewesen. Man sollte man natürlich Gold als Absicherung im Portfolio haben, aber nicht davon ausgehen, dass man wirklich als der große Gewinner im Fall der Fälle dasteht.  In einer Folge der genialen Fernsehserie „Der Tatortreiniger“ wurde diese Logik herrlich als herzlich naiv entlarvt.

 Besser ist es sein Geld unter der Annahme anzulegen, dass es eben nicht zum Armageddon Szenario kommt. Statt auf die Krise zu starren, sollte man seine Energie eher darauf verwenden, jene Assets zu identifizieren, die günstig zu haben sind und damit auf Sicht bessere Erträge bieten. Schon früh habe ich an die goldene Regel erinnert, wonach im Einkauf der Gewinn liegt.

 Zeit für Anti-Bubbles

Trotz neuer Rekorde an den US-Märkten ist es höchste Zeit, auf Anti-Bubbles zu setzen. Vieles spricht dafür, dass wir an den Märkten vor deutlich höherer Volatilität stehen. Steigende Zinsen sind ein Gift für hoch verschuldete Volkswirtschaften und hoch geleveragte Finanzmärkte. So wird es auch diesmal wieder sein.

29 Kommentare
    • GOFX sagte:

      Für mich hat der Dirk Müller keine Ahnung, wenn es um Trading geht. Er labert nur Leberkäse. Er empfahl ja auch vor ein paar Wochen Gold zu kaufen – und ??? wo steht jetzt Gold?? Sauber gefallen….. Sein Fund hat seit 3 Jahren endlich Plus gemacht von 10% und das ist nur von kurzer dauer, denn die Stocks werden bald (Dieses Jahr) fallen.

      Die Stockbubble ist schon da!!! US500 wird mit Sicherheit unter die Januar 2016 Levels fallen als Trump Präsident wurde.

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  1. Thiele sagte:

    Lieber Herr Stelter
    Sie lassen die Möglichkeit von inversen ETF-Fonds aussen vor. Diese Fonds steigen, wenn der Markt fällt. So gibt es mittlerweile inverse ETFs auf diverse Indices (Dax, DowJones, usw.). Hier kann man auch einen Sparplan anlegen und so sich auf die Lauer über einen längeren Zeitraum legen (1-2 Jahre). Zwar kann es auch bei einem inversen ETF zu Verlusten kommen. Jedoch spielt der Faktor Zeit eine nicht so grosse Rolle.
    Gruss Carsten

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    • HA sagte:

      Guten Abend,
      finde inverse ETFs durchaus interessant. Habe hierzu bisweilen keine Erfahrungen.

      Wie stehen/begegnen Sie zu dem „Risiko“ der Pfadabhängigkeit – gerade weil Sie für inverse ETFs einen langfristigen Zeitraum (1-2 Jahre) über einen Sparplan angesprochen haben?

      Wie ist: „Jedoch spielt der Faktor Zeit eine nicht so grosse Rolle“ zu verstehen?

      Freundliche Grüße
      HA

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      • Daniel Haase sagte:

        Angenommen der Markt steigt von 100 auf 120, dann fällt der inverse ETF von 100 auf 80. Fällt der Markt anschließend um rd. 17% von 120 auf 100, dann steigt der inverse ETF um eben diese rd. 17% auf 93-94. Und siehe da, ganz so einfach ist es mit inversen ETFs dann doch nicht. Die Zeit, in der der Markt noch steigt, läuft deutlich gegen einen. Man muss bald recht kriegen, damit sich diese Vehikel für die Käufer lohnen.

    • Martin Ebner sagte:

      Nette Idee! Allerdings kann eine Fondsgesellschaft ihre ETFs jederzeit (!) schließen, egal ob long, short, invers oder sonst was. Gerne auch zu einem unbequemen Zeitpunkt vor dem erwarteten Crash, d.h. mit beträchtlichem Verlust für die Anleger. (Ist mir selbst vor ein paar Jahren passiert mit einem Shortdax-ETF von Amundi).

      Die Kombination von dubiosem SWAP-Produkt und Sparplan „über einen längeren Zeitraum“ scheint zur Verlustmaximierung durchaus geeignet zu sein – es gibt aber sicher befriedigendere oder wenigstens sinnvollere Arten, sein überflüssiges Geld loszuwerden…

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  2. RW sagte:

    Zitat:
    „Heute sind die unpopulärsten Investments nach der jüngsten Umfrage der Bank of America unter anderem:

    Schwellenländer
    Großbritannien
    Rohstoffe
    Energie
    Eurozone“

    E s wird Panik und damit Verunsicherung geschürt. Erst sagt Herr Dr. Stelter, wir sollen nicht in der Eurozone investitieren. Im nächstem Atemzug wird dann gerufen, man solle antizyklisch in „anti-bubbles“ investieren, nach Aussage der Bank of America also auch in die Eurozone.

    Glaubwürdigkeit, Herr Dr. Stelter, sieht anders aus. Für eine Handvoll Euros (Honorar für die Kolummnen) wird das „Bäumchen wechsel Dich“-Spiel gespielt. Das hat mit Strategie nichts mehr zu tun, das ist „Voodo-Ökonomie“, Herr Dr. Stelter.

    Ich denke, dass die Zeit reif ist, sich darauf zu besinnen, dass Unternehmen mehr sind als Börsenvehikel. Die Börse hat sich durch „Financial-Engineering“ (z.B. riskobereinigter Zins, Shiller-KGV etc.) selbst ein Bein gestellt und viele sind auf diese Götzen hereingefallen.

    Crash hin, crash her – wer soll denn nach einem Crash die Geldmittel aufbringen, um die alten Kurshochs wieder zu erreichen. Nein, gute Unternehmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie ein interessantes Produkt verkaufen, die dazu passende Strategie haben und die Aktionäre an diesem Erfolg teilhaben lassen. Ob der Kurs dann bei 1 € oder bei 10 € steht, ist egal, denn diese Zahlen stehen, solange ich nicht verkaufe, sowieso nur auf dem Papier.

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  3. jobi sagte:

    Anti-Bubbles – super Idee in Zeiten der Alles-Blase.

    Für Professionals, denen relative Outperformance genügt, vielleicht – für Vorsorgesparer eher weniger.

    Bezeichnend auch, dass Gold in der „jünsten Umfrage“ der BoA gar nicht vorkommt. (wen sie da wohl befragt haben mag :-)

    Noch unpopulärer als Gold sind nur noch Goldminenaktien.
    Einfach mal unter stockcharts.com $HUI:$SPX als Symbol eingeben ..
    hab leider nichts fertiges gefunden.

    Antworten
  4. Klaus Samer sagte:

    Ich würde in keine dieser Antiboobles investieren, es gibt jeweils trifftige Gründe warum die so unpopulär sind. Bei GB kommt noch der Glaube vieler Ökonomen hinzu der Austritt aus der EU würde mittelfristig von den anderen EU Mitgliedern beneidet da die Wirtschaft mehr prosperiert. Ich denke die nächsten Jahre werden das Gegenteil zeigen.

    DIe Schwellenländer sind zwar demographisch gut aufgestellt aber wenn die entwickelten Ökonomien crashen wird das auch an den Schwellenländern nicht vorbei gehen, das Kapitla dürfte dann massiv in liquidere Märkte wie z.B. die USA abwandern. Der Dollar wird auch mittelfristig noch die Weltleitwährung bleiben.

    Rohstoffen werden im nächsten Crash als zyklische Werte direkt mit abstürzen, Ausnahme vielleicht Gold.

    Energie , was soll das sein die großen Konzerne in Deutschland kämpfen mit der Profitabilität international sieht auch nicht viel besser aus und ja in der Wirtschaftkrise wird auch weniger Energie verbraucht.

    Die Eurozone wird die nächste Wirtschaftskrise wohl eher nicht überleben.

    Bleiben also, wie oben schon beschrieben Aktien von Unternehmen deren Geschäftsmodell auch in der Krise Gewinn abwirft, wahrscheinlich Konsumgüterkonzerne und Firmen wie Microsoft oder SAP.

    Die Frage bleibt ob die Notenbanken nach dem nächsten Crash Helikoptergeld abwerfen werden und was die Konsequenzen daraus wären.

    Nach 1929 hat es 25 Jahre gedauert bis der Dow den Stand vor dem Crash wieder erreicht hatte, für ausgesuchte Einzelwerte dürfte aber auch eine bessere Geschichte exisitieren. Mal sehen wie lange es diesmal dauert.

    Antworten
    • waltomax sagte:

      „Nach 1929 hat es 25 Jahre gedauert bis der Dow den Stand vor dem Crash wieder erreicht hatte, für ausgesuchte Einzelwerte dürfte aber auch eine bessere Geschichte exisitieren. Mal sehen wie lange es diesmal dauert.“

      Und das trotz des II. Weltkrieges, seiner gewaltigen Zerstörung und des daraus resultierenden Booms.

      Außerdem standen damals noch bedeutende Basierfindungen und deren wirtschaftliche Konversion an, was jetzt NICHT der Fall ist.

      Der Crash kommt diesmal bei gesättigten und BEREITS mit billigem Geld gefluteten Märkten sowie Anlagenotstand.

      Es herrscht eine beginnende Stagflation fern der Euphorie vor 1929.

      Das sind sämtlich sehr schlechte Indikatoren, die gegen eine baldige und schnelle Erholung sprechen.

      Bei einem DJ von vierhundert Punkten war der Absturz auch nicht so hoch, wie er es demnächst sein wird.

      Die Erholung dürfte 100 Jahre dauern und mehr, vorausgesetzt, es gibt keinen veritablen Zivilisationsbruch.

      Antworten
  5. 200-Tage-Linien-Strategie sagte:

    Wenn ich entsprechend der 200-Tage-Linie von 2000 bis 2003 in sicheren Staatsanleihen, danach im Aktienmarkt, von 2007 bis 2009 wieder in sicheren Staatsanleihen und seitdem wieder im Aktienmarkt investiert war, bin ich dann nicht wohlhabender geworden?

    Momentan ist der S&P 500 – Index noch nicht aus der 200-Tage-Linie gelaufen.

    Im Crash werden Sie regelmäßig auch mit den Staatsanleihen etwas wohlhabender, weil das allgemeine Zinsniveau sinkt und man so beim Verkauf Kursgewinne bei den Staatsanleihen realisiert.

    Antworten
  6. waltomax sagte:

    WARNUNG! „CASH – DRAIN“ VORAUS!

    Deflationärer Schock durch Insider?

    Insider könnten Ihr Geld von der Bank holen wollen, bevor der Crash kommt.

    Da sie viel Geld besitzen, kommt es schnell zu einer stark ansteigenden Knappheit von Bargeld am Bankschalter und am Bankomat. Wer mit Creditkarte zahlen will, findet sein Konto als “nicht gedeckt” vor, weil die Banken auch hier den Hahn abdrehen. Das zusammen löst dann einen Bankrun aus.

    So könnte das Ende aussehen!

    Vorher, bevor die blöde Masse Lunte riecht, wird noch der Edelmetallmarkt leergefegt. Edelmetalle steigen plötzlich massiv im Wert und könnten umgehend verboten werden, um den Cash – Drain zu mildern.

    Das könnte innerhalb von wenigen Tagen passieren!

    Kann die EZB helfen? Nein. Es geht – durch Panik bedingt- um einen explodierenden Bedarf an Bargeld, nicht um Elektronen.

    Antworten
  7. Dietmar Tischer sagte:

    >Es lohnt sich bekanntlich, wenn man richtig liegt.>

    Das ist so richtig, dass es immer richtig ist.

    >Es gibt in einem Mega-Crash kein sicheres Investment.>

    Wenn Mega, ist auch das ist richtig.

    Statt auf die Krise zu starren, sollte man seine Energie eher darauf verwenden, jene Assets zu identifizieren, die günstig zu haben sind und damit auf Sicht bessere Erträge bieten.

    Heißt „auf Sicht“, dass kein Mega-Crash in Sicht ist?

    Ist das RICHTIG?

    Ich empfehle, den Blick einmal darauf zu richten und zwar nicht nur auf die Summe und die Entwicklung, sondern auch darauf, dass es anscheinend KEINE MÖGLICHKEIT gibt, ihr entgegenzuwirken:

    Leveraged Loans.

    Was man darunter versteht:

    https://moneyweek.com/491615/what-are-leveraged-loans-and-why-should-you-worry-about-them/

    Daraus:

    “Leveraged loans are loans made to non-investment grade (“junk”-rated) companies. Unlike most corporate bonds, they mostly come with floating interest rates – so when interest rates go up in the wider market, they do so on leveraged loans too.”

    Was das HEUTE praktisch heißt:

    https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-09-27/wall-street-s-riskiest-loans-flash-dangers-as-watchdogs-muzzled?srnd=premium

    Daraus:

    “These kinds of transactions are increasingly common in the U.S.’s more than $2 trillion market for leveraged loans and junk bonds, and agencies including the Federal Reserve can’t do much about it. That’s because some of the most aggressive financing is being done outside the traditional banking sector.”

    Sogar J. Yellen, die vor nicht allzu langer Zeit verkündete, dass das Finanzsystem sicherer geworden sei seit der Lehman-Krise, schlägt Alarm:

    “Regulators should sound the alarm,” former Fed Chair Janet Yellen said in an interview. “They should make it clear to the public and the Congress there are things they are concerned about and they don’t have the tools to fix it.’’

    Fazit:

    Das Finanzsystem funktioniert BESTENS:

    Die Notenbanken halten über das regulierte Bankensystem nicht existenzfähige Zombie-Unternehmen am Leben.

    Der wenig oder überhaupt nicht regulierte Nicht-Bankenbereich („grauer Finanzmarkt“) – und daher NICHT geordnet sanktionsfähig – finanziert innovative, hoch risikobehaftete Unternehmen in einem Ausmaß mit „leveraged loans“, das nicht nachhaltig tragfähig ist.

    Was tun – noch mehr Regulierung?

    Nein, es funktioniert ja nicht wie sich ZEIGT.

    Offensichtlich ist nur ein Crash ist die BEREINIGENDE Lösung.

    Lieber Herr Dr. Stelter und liebe Anleger, ich sehe ja das Problem:

    Wie das Vermögen retten, wenn KEINE Anlage-Rettung möglich sein sollte im Mega-Crash?

    >Statt auf die Krise zu starren, sollte man seine Energie eher darauf verwenden …>

    Den Blick abwenden, um das Mega-Problem nicht zu sehen …?

    Das kann es doch nicht sein, das machen doch nur Merkel und die Verdummungs-Eliten, aber doch nicht Leute, die den Durchblick haben.

    Ich würde es daher einmal mit einer anderen Überschrift versuchen:

    Wie wäre es statt

    >Reich werden im Crash ist nicht so leicht>

    mit

    Arm werden im Crash ist ganz leicht?

    Antworten
    • SB sagte:

      @Dietmar Tischer:

      „Offensichtlich ist nur ein Crash ist die BEREINIGENDE Lösung.“

      Warum ist das so? (…Eigentlich wollte ich selbst eine Vermutung äußern. Es würde mich aber interessieren, wie Sie es sehen. Dieses Problemlösungsmuster lässt sich ja nicht nur an der Börse nachvollziehen, sondern im übertragenen Sinne auch in allen anderen Lebensbereichen: Krieg, Insolvenz, Scheidung etc.)

      Antworten
      • Dietmar Tischer sagte:

        @ SB

        Es ist so, weil die Verschuldung steigt und die Steigerung nicht begrenzt werden kann.

        Hier noch mal diejenige, die es wissen muss:

        >“Regulators should sound the alarm,” former Fed Chair Janet Yellen said in an interview. “They should make it clear to the public and the Congress there are things they are concerned about and they don’t have the tools to fix it.’’>

        Die Regulierer haben demnach KEINE MITTEL, die weitere Verschuldung hoch risikobehafteter Unternehmen zu verhindern.

        Wenn das so ist und die bereits hohe Verschuldung mit leveraged bonds anhält, dann ist der Crash UNAUSWEICHLICH, weil der nicht regulierte graue Finanzmarkt auch auf der Basis von Assetwertungen die Mittel der Finanzierung generiert.

        Wenn Stabilität nur durch Verschuldung zu erreichen ist, wird man sich eben verschulden – es ist DAS Problemlösungsmuster.

        Das Problem dabei:

        Es ist kein Perpetuum mobile, irgendwann ist Schluss damit.

      • SB sagte:

        @Diemtar Tischer:

        Vielen Dank für Ihre Antwort. Es ging mit aber mit meiner Frage gar nicht so um den speziellen Crash im Finanz- und Wirtschaftsbereich. Es ging mir mehr um die Frage, warum Crashs, in welcher Form auch immer, in vielen Lebenssachverhalten offenbar eine grundsätzliche Lösungsstrategie ist.

      • Dietmar Tischer sagte:

        Ein Crash ist NIE die Lösungsstrategie.

        Denn ein Crash benachteiligt oder zerstört in aller Regel auch den bzw. die Urheber.

        Ausgenommen Verrückte, kann ihn also keiner Wollen.

        Er ist immer FOLGE von irgendetwas.

        Was ist dann die Erklärung dafür, dass es immer wieder einen gibt, im Leben von einzelnen Menschen wie auch Gemeinschaften und Gesellschaften bis hin zu Völkern oder gar ganzen Kontinenten?

        Es gibt m. A. n. nicht DIE Erklärung, weil es auch nicht DIE Ursache gibt.

        Wenn eine Ehe aufgelöst wird, dann beruht das Scheitern in aller Regel nicht auf einem Irrtum oder der Irrationalität von zwei Menschen, nämlich dem vermeintlichen, sie eingegangen zu sein, sondern darauf, dass sie sich irgendwann in einer Situation wiederfinden, in der einer oder beide bessere Option für sich sehen und sie wahrnehmen.

        Die deutsche Katastrophe unter Hitler wollte auch keiner, selbst Hitler nicht. Er wollte mit einem gewinnenden Krieg seine politischen Vorstellungen realisieren und tobte, als ihm der Krieg mit dem Münchener Abkommen versagt wurde. Den Krieg und damit die Katastrophe ermöglichte ihm, folgsam bis zum bitteren Ende geführt von den Eliten (Juristen, Generäle, Industrie), die unbefriedigenden Zustände in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg, das nicht wirksam gewordene, sondern hintertriebene Lausanner Schuldenabkommen, die sich langsam bessernde Wirtschaftslage auch durch die Fiskalpolitik, zumindest anfangs Kooperationsmöglichkeiten (Hitler-Stalin-Pakt), sowie schließlich das deutsche Volk, das Hitler orientierungslos folgte und noch nicht einmal im Anblick der Katastrophe Widerstand leistete.

        Niemand, so glaube ich, würde auf dem Weg von 1933 bis 1945 gesagt haben, dass er die Katastrophe als Lösung wolle.

        Crash, Katastrophen GESCHEHEN, haben aber Ursachen, die irgendwann einmal gewollt waren, ohne zu erkennen oder zu wollen, dass sie letztlich zu einem Crash bzw. einer Katastrophe führen.

    • Jacques sagte:

      Kostolany hat in seinen jungen Jahren auf einen Crash gewettet und lag richtig.
      Allerdings hat er auch gesehen, dass ihn das Geld nicht glücklich gemacht hat, denn seine Freunde waren dadurch alle pleite. Außerdem kann man ohne Hebel im Crash eben lange nicht so viel verdienen wie in einem Bullenmarkt. Deshalb hat er nach diesem Erlebnis nur noch in Bullenmärkten investiert und spekuliert.

      Antworten

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