Die Europäische Zentral­bank hat kein Mit­leid verdient

Egal, wie sich Europäische Zentralbank (EZB) und US-Notenbank Fed winden: Die massive Ausweitung der Geldmenge ist verantwortlich für den Inflationsanstieg. Länder mit geringerem Geldmengenwachstum wie Japan und Schweiz haben geringere Inflationsraten.
Sichtbar ist das auch am Anstieg der Immobilienpreise. Wenn diese in den USA in zwölf Monaten um 18 Prozent steigen, hat das nichts mit Lieferkettenproblemen oder Energiepreisen zu tun, sondern mit zu viel Geld.

Es ist überfällig, dass die Fed die Zügel anzieht und die EZB dies ebenfalls erwägt. Es droht bereits eine Lohn-Preisspirale, selbst in Deutschland, wo die Industriegewerkschaft IG Metall mit der Forderung nach einer Lohnsteigerung um 8,2 Prozent in die Tarifrunde zieht.

Ökonomen wie Marcel Fratzscher bestreiten diese Gefahr und betonen stattdessen die positive Wirkung auf Kaufkraft und Nachfrage in einem schwierigen Umfeld. EZB-Direktorin Isabel Schnabel zeigt sich da zum Glück weniger entspannt.

Die Rückbesinnung der Notenbanken auf ihre Kernaufgabe, die Sicherung der Kaufkraft des Geldes, fällt leider in eine besonders problematische Zeit. Neben der großen Gefahr, dass sich die Inflation verfestigt, steht auf der anderen Seite das hohe Rezessionsrisiko. Ein Zinsanstieg um einen Prozentpunkt lässt die Zinslast in der Euro-Zone und den USA um rund drei Prozentpunkte des Bruttoinlandsprodukts steigen.

Grat, auf dem die Notenbanken wandern, wird schmaler

Gerade in den USA könnte die monetäre Straffung schon weiter fortgeschritten sein, als der Notenbankzins erkennen lässt. Die Zentralbanken verfolgen seit der Finanzkrise bekanntlich die Politik des Quantitative Easing. Diese ist ein Instrument der Geldpolitik von Zentralbanken, bei dem diese große Mengen an Wertpapieren ankaufen. Es kommt zum Einsatz, wenn die Zinsen bereits sehr stark oder sogar auf null gesenkt wurden.Über die Maßnahme urteilte der frühere US-Notenbankchef Ben Bernanke, dass diese zwar in der Theorie wirkungslos sei, in der Praxis aber wirke. In der Tat zeigen Studien, dass der effektive Zins durch diese Maßnahme deutlich in den negativen Bereich gedrückt wurde.

Umgekehrt bedeutet das, dass die Verlangsamung von Wertpapierkäufen oder gar ein Schrumpfen der Bilanz der Notenbank zu einem faktischen Zinsanstieg führt, selbst dann, wenn der offizielle Zins noch unverändert ist.

Analysten der französischen Bank Société Générale haben vorgerechnet, dass bereits vor dem Zinsentscheid in dieser Woche der effektive Zins in den USA um 2,5 Prozentpunkte gestiegen ist. In Summe wären wir also bei drei Prozent, was mit entsprechender Verzögerung auf die Realwirtschaft durchschlägt. Kein Wunder, dass die Börsen und Immobilienmärkte den Rückwärtsgang einlegen.

Der Grat, auf dem die Notenbanken wandern, wird immer schmaler. Straffen sie zu rasch, stürzen die Vermögensmärkte, straucheln die Schuldner und fällt die Wirtschaft in die Rezession. Straffen sie unzureichend, verfestigt sich die Inflation, und das Vertrauen in das Geld schwindet. Mitleid haben sie nicht verdient, haben sie uns doch in diese Situation geführt. Daumen halten sollten wir trotzdem. Im eigenen Interesse.

handelsblatt.com: “Die Europäische Zentralbank hat kein Mitleid verdient”, 06. Mai 2022

Kommentare (31) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Stoertebekker
    Stoertebekker sagte:

    Da mit mir sowieso kaum noch einer spielen will, gehe ich mal auf die unpopuläre Seite.

    a) Wieso US-Zahlen zur Immobilienentwicklung was mit der EZB und deren Politik zu tun haben sollen, erschließt sich mir nicht.

    b) Dass die EZB kein Mitleid verdient hat, ist irgendwie ne komische Aussage. Sie machen ihren Job – gut oder schlecht. Das kann man kritisieren, aber Mitleid ist ne Kategorie aus nem anderen Lebensbereich.

    c) Ob die heutige Geldpolitik der EZB, die sowieso (bis auf die Ankündigungswirkung) ziemlich wirkungslos sein dürfte, richtig oder falsch ist, kann man doch heute noch gar nicht beurteilen. Geht erst im Nachhinein. Da bin ich ganz beim gestrigen O. Issing. Mal ganz vorsichtig mit Zukunftsvorhersagen. GANZ vorsichtig.

    d) Wenn wir uns alle ein wenig zurücknehmen und überlegen, wie die internationale Finanzwelt aussieht, würde ich gern mal Vorschläge des Bessermachens sehen. Die EZB ist für den Euro zuständig, nicht für Zahlungsströme, die über diesen Zahlungsraum hinausgehen.

    Da wir, gerade die Euro-Länder, aber massive globale Handelsströme haben, wie und mit welchen Mitteln sollen da Geldmengen gesteuert werden? Der Euro ist die zweitwichtigste globale Währung. Kurz hinter dem USD, beide mit knapp unter 40% der globalen Handelsvolumina.

    Es würde allen Beteiligten – allerdings auch den EZB-Beamten – gut zu Gesicht stehen, schlicht zuzugeben, dass es für diese globalen Finanzverflechtungen, die von der PRIVATwirtschaft gemanagt werden, KEINE Steuerungsmöglichkeit gibt. (Vielleicht kann man das tatsächlich nicht machen, weil ohne den Glauben ans System alles zusammenbricht. Aber wenigstens hier am Blog könnte ja mal etwas “BEYOND” diskutiert werden.)

    PS @SFR Ihrer Einschätzung zu M Fratzscher stimme ich zu. Allerdings finde ich den von Ihnen beschriebenen Wirtschaftswissenschaftler auch nirgendwo. Und ich war wirklich auf der Suche. Die (meisten?) Amerikaner haben immerhin die angenehme Eigenschaft, eigene Fehler zuzugeben und dann neu anzusetzen. Und auch während ihrer jeweils aktuell gültigen Argumentiererei darauf hinzuweisen, dass es anders sein KÖNNTE. Wenn ich mir die Verbissenheit der Diskussion in D und zT auch hier am Blog anschaue…

    Erkenntnis ist ein Weg. Keine göttliche Eingabe. (@R Ott, das brauchen Sie mit Ihrem Kalenderblattspruch jetzt nicht zu kommentieren.😉)

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    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Stoertebekker

      “Erkenntnis ist ein Weg. Keine göttliche Eingabe. (@R Ott, das brauchen Sie mit Ihrem Kalenderblattspruch jetzt nicht zu kommentieren.😉)”

      Heute hätte ich dazu passend einen leicht abgewandelten Bibelspruch für Sie: “Herr, vergib ihm, denn er weiß nicht, was er tut.” 😉

      “Es würde allen Beteiligten – allerdings auch den EZB-Beamten – gut zu Gesicht stehen, schlicht zuzugeben, dass es für diese globalen Finanzverflechtungen, die von der PRIVATwirtschaft gemanagt werden, KEINE Steuerungsmöglichkeit gibt.”

      Ihnen ist schon klar, dass die EZB auch für die Aufsicht und Regulierung der Banken (ob nun PRIVATwirtschaftlich oder öffentlich-rechtlich oder sogar genossenschaftlich) in der Eurozone zuständig ist, oder? Da unser Kreditgeld über Kreditvergabe geschöpft wird, ist das eine wichtige Steuerungsmöglichkeit, welche die EZB dadurch hat…

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      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @R Ott

        Erstmal danke, dass Sie bei Ihm ein gutes Wort für mich einlegen. 🙏

        Ansonsten ist mir der von Ihnen beschriebene Sachverhalt schon klar. Ich hab aber über GLOBALE Verflechtungen geredet, also Euros, die in Bangladesh ankommen (und dort irgendwie weiter genutzt werden), wenn Sie Ihre Anti-FFF-Aufbügler dort bezahlen. Oder meine Euros, wenn ich aus Vietnam meinen Kopi Luwak Kaffee liefern lasse. (Wobei ich mir nur die künstlich fermentierte Variante leisten kann.)

        Dorthin reicht dann auch der Privatbankenarm der EZB nicht.

  2. Bakwahn
    Bakwahn sagte:

    Ich habe nicht nur kein Mitleid mit der EZB, sondern vor allen Dingen auch mit den verblendeten deutschen Wählern. Die jahrelange intensive Propaganda in den ÖRM und den anderen Hauptstrommedien bringen den Grünen überschäumende Zugewinne. Ein Großteil der jungen und nicht mehr ganz so jungen, dynamischen, modernen, progressiven, antifaschistischen, antirassistischen, europa- und eurobesoffenen Wähler hat unstillbare Sehnsucht nach dem Lastenfahrrad.

    Live aus dem Biergarten Stoffeln zu Düsseldorf – 9.5.2022 – 14.52 Uhr Ortszeit
    Felix Haller – nicht erst seit 2013 alternativ

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    • weico
      weico sagte:

      @Bakwahn

      “Ein Großteil der jungen und nicht mehr ganz so jungen, dynamischen, modernen, progressiven, antifaschistischen, antirassistischen, europa- und eurobesoffenen Wähler hat unstillbare Sehnsucht nach dem Lastenfahrrad.”

      Der deutsche Wähler WILL ja eine KLIMAREGIERUNG und eine ENERGIEWENDE !

      Die Grünen bzw. die Ampel kämpft ja verbissen darum, dieses Ziel möglichst schnell auch zu erreichen

      Manchmal über sehr “komische” Umwege:
      Wie man die Raffinerie PCK ,bei einem russischen Ölembargo, weiterbetreiben will…grenzt im Angesicht von der (an)gepriesenen “Klimapolitik” … ja schon fast an Satire.

      “Nach Habecks Vorstellungen soll Tankeröl in Rostock und Danzig angelandet und über Pipelines in die riesige Anlage an der deutsch-polnischen Grenze gebracht werden. Langfristig könnte sich PCK dann weiterentwickeln hin zu Wasserstoffen – denn wegen der Klimawende sei ja ohnehin eine Abkehr von fossilen Brennstoffen nötig, sagte Habeck.”

      https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2022/05/pck-habeck-schwedt-brandenburg-raffinerie-oel-embargo-woidke.html

      Nebenbei:
      GLEICHZEITIG kauft der neue “Wertepartner” Indien JETZT “Russenöl” zu Sonderkonditionen und die Deutsche Regierung unterstützt Indien’s ZUKUNFT…. mit Entwicklungsgeldern in Milliardenhöhe.

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      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @weico

        Ein erschreckendes Ausmaß an Ahnungslosigkeit gepaart mit Realitätsverlust:

        “Langfristig könnte sich PCK dann weiterentwickeln hin zu Wasserstoffen – denn wegen der Klimawende sei ja ohnehin eine Abkehr von fossilen Brennstoffen nötig, sagte Habeck.”

        Tja, wer kennt sie nicht, die großen “Wasserstoff-Raffinerien” für die “Klimawende”? :D :D :D

        In der Instandhaltungs-Werkstatt von PCK könnten außerdem ganz viele Rahmen für Lastenfahrräder geschweißt werden, das ist für die klimagerechte Versorgung von Berlin sogar noch wichtiger…

      • weico
        weico sagte:

        @Richard Ott

        “Ein erschreckendes Ausmaß an Ahnungslosigkeit gepaart mit Realitätsverlust”

        Absolut !

        Wie Hr. Bauer früher schon andeutete, ist Deutschland in Sache Geopolitik etwas “schwach auf der Brust”.

        Die neusten Gespräche, zwischen Scholz und Xi, sind in hiesigen Medien ja etwas dürftig ausgefallen.
        Aber nach den Gesprächen, die nicht ganz den westlichen Erwartungen entsprachen, will man in Deutschland ja die Beziehung zu Peking einer “Neubewertung” unterwerfen und eine “Kurskorrektur” vornehmen.

        Herr Scholz sollte eigentlich WISSEN ,dass die Chinesen den Ukrainekonflikt den USA anlasten und die Dauereinmischungen und Manipulationen in Russland und andere Länder …. genaustens verfolgen .

        Der neuste “Fact Sheet”-Artikel aus dem Ministry of Foreign Affairs, the People’s Republic of China.. hätte Schulz halt vorher lesen sollen.
        Die “Enttäuschung” ,das China auf der Seite von Russland steht, wäre dem (H)Ampelkanzler dann erspart geblieben . Er hätte sogar erfahren…WARUM !

        https://www.fmprc.gov.cn/eng/zxxx_662805/202205/t20220507_10683090.html

  3. Bauer
    Bauer sagte:

    >> “Der Grat, auf dem die Notenbanken wandern, wird immer schmaler. Straffen sie zu rasch, stürzen die Vermögensmärkte, straucheln die Schuldner und fällt die Wirtschaft in die Rezession.”

    Anfrage an Radio Eriwan: Ist die Vermeidung von Inflation schädlich für die Konjunktur?

    Antwort: Im Prinzip nein, aber die Zentralbanken glauben das.

    Spass beiseite: Die EZB hat den gesetzlichen Auftrag, den Geldwert stabil zu halten, aber nicht, den Spielern auf einem exzessiv geleveragten Finanzmarkt das Überleben zu garantieren.

    Antworten
    • Bauer
      Bauer sagte:

      @ Markus

      >> “8,2 Prozent. Soll das ein Witz sein? Und dann einigt man sich auf 4% oder was?”

      Sorry, diesmal nicht. Denn noch bevor die Tarifverhandlungen abgeschlossen sind, werden wir im zweistelligen Bereich sein.

      Ich erinnere mich noch gut: 1969 – Willy Brandt/SPD wurde Kanzler – habe ich die Gehälter zweimal erhöht. Jeweils 6 % im Frühjar und dann im September, damit ich meinen Laden zusammenhalten konnte. Aber das konnte ich leichten Herzens tun, denn der Laden brummte. Heute brummt nichts mehr!

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      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @Bauer

        bto: “Kein Wunder, dass die Börsen und Immobilienmärkte den Rückwärtsgang einlegen.”
        Bauer: “… Aber das konnte ich leichten Herzens tun, denn der Laden brummte. Heute brummt nichts mehr!”

        Die Finanzierung, die zwischen Nichtbanken und Kreditinstituten entsteht, ist die notenbankfähige Sicherheit für die Entstehung des Geldes und zugleich die systematische Basis aller zeitlich nachfolgenden notenbankfähigen Sicherheiten. Im Rahmen der geldpolitischen Operationen der ZB wird dem Kreditnehmer ein Guthaben auf Geld eingeräumt, mit dem er eine Anleihe zwecks Finanzierung des Staates kauft. Der geldinflationäre Hebel ist: Im Rahmen der geldpolitischen Operationen kann mit dem Geld aus diesem Staatstitel wieder eine Staatsanleihe gekauft werden. Die WIEDERBELEIHUNGSNATUR ist jetzt: “Die Laufzeit des ersten geldpolitischen Refinanzierungsgeschäftes bestimmen systematisch die Laufzeiten aller später darauf basierenden Schuldtitel. … Denn einen Tag vor Ablauf des Grundgeschäfts (Kreditkontrakt) muss die ZB den Kredittitel gemäß der Rückkaufvereinbarung wieder herausreichen.”

        Die Schlingen der Wiederbeleihungsrunden, auf die Paul C. Martin immer wieder hingewiesen hat, ziehen sich zu – er sollte recht bekommen. Die globalen ZBen drehen sich immer schneller um ihre eigenen Achsen. H. Ford: “Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.”

        Es gibt metatheoretisch betrachtet historische Preisrevolutionen mit ihren praedeflationären Inflationen “What goes up, must come down” und den Phasenlängen in: Babylon 150 Jahre, Griechenland BC 50 Jahre, Augsburg 60 Jahre (Dreißigjähriger Krieg), England 50 Jahre (Napoleonischen Kriege) und seit 1970.

        Auf der Grundlage des bisher Geschriebenen und der hermetischen Schriften des Hermes Trismegistos und des Kybalion ist die Involution als notwendige Gegenbewegung zur Evolution unvermeidlich:

        “Die Boost und Blow-Off-Zyklen des Debitismus müssen als ein von den Laufzeiten der Verschuldungen abhängiger und nur solange, wie die Wiederbeleihungen der Spekulationen exponentiell fortsetzbar sind, die harmonischen Auskehrungen (Wohlstandszunahme) ermöglichender Schwingungsraum begriffen werden.”

        “Was die wenigsten akzeptieren können: Der mathematisch unabwendbare Rückschlag des Pendels, die Tatsache, dass sich systemisch alles klar gegen die rationale Erwartung der Akteure zur irrationalsten Zahl hinkehren muss, wird durch die Spektakel der Gesellschaft (so auch die Corona-Pandemie-Simulation oder Trumps Wiederwahl? [meine Ergänzung: oder Lieferketten oder Ukraine – Krieg]) vor einer Bewusstwerdung der Massen verborgen.”

        “Es würde unseren gesamten Ordnungsraum sprengen, wenn sich die Menschen vollends (aktiv und nicht weiter durch das Spektakel in der Passivität gefangen gehalten) der nur aus der debitistischen Perspektive ergründbaren Tatsache bewusst würden, dass mit jeder unserem Zeitmangel geschuldeten, erfüllungshalberen Auslagerung der Fälligkeiten in die Zukunft, nicht nur ein wachsender Tilgungsdruck, sondern (Danke Dottore!), aufgrund der den meisten Menschen völlig unbewussten, mittlerweile global verstrickten WIEDERBELEIHUNGSNATUR des Systems, auch eine auf dem Wellenberg umgekehrt sich polarisierende, schlagartig exponentiell zunehmende Verschuldungsfähigkeit und damit Absturzorgie aufwartet.”

        “Egal wie tief ich diesen Gedanken noch weiter ausführen werde, niemals kann diese prinzipielle Wahrheit von denjenigen verstanden werden, die sich nicht der Polarität des Debitismus, der Tatsache, dass ab einem gewissen Zeitpunkt das rationale Ziel vor Augen ohne Ursache, nur aufgrund der Polarisierung des Potential- /Schuldenraumes bzw. des systemischen Umkehrzwangs der Potentiale (dem schlagartigen zusammenziehen der das Wachstum begründenden Kreditnachfragen aller Systemteilnehmer) verschwindet, bewusst werden.”

        Wir werden sie erleben, die Zeit der Unsicherheit!
        https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=542423

      • jobi
        jobi sagte:

        @Johann Schwarting

        Den “systemischen Umkehrzwang der Potentiale” verstehen offensichtlich diejenigen am besten, die ihn bereits erfahren durften, auch wenn sie sich der Metaebene nicht bewusst waren:
        https://youtu.be/5YgU2am5TMY

        Game Over For The Everything Bubble.

      • weico
        weico sagte:

        @Bauer

        ” Aber das konnte ich leichten Herzens tun, denn der Laden brummte. Heute brummt nichts mehr!”

        Lang ist’s her…! .Da herrschte noch Hochkonjunktur und Vollbeschäftigung.

        Jüngere Leute können sich die ehemaligen “Zustände” ja mal hier anschauen.

        “Aufgrund des so erhaltenen Arbeitskräftemangels war der Arbeitnehmer „König“ am Arbeitsmarkt. Er konnte sich die Stellen fast nach Belieben aussuchen und wurde in der Mehrzahl aller Fälle über Tarif bezahlt.”

        http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/creutz/geldsyndrom/kap27.htm

  4. PhilSt
    PhilSt sagte:

    Henry Kissinger: “it may be dangerous to be America’s enemy, but to be America’s friend is fatal.

    Dabei kann man es schon belassen. Die Europäer wollen es nicht verstehen, das für den Krieg einer den Preis zahlen muss. Und da die EZB zumindest ganz eindeutig nicht europäischen Interessen dient, wird halt irgendeiner für Krieg und Sanktionen zahlen müssen. Und solang es der breiten Masse egal ist, wird das auch so bleiben.
    Und wie das mit allein staatlichen Institutionen so ist, kooperieren sie meistens mit den BIG-Playern des jeweiligen Sektors.
    Das Gesundheitsministerien ist der verlängerte Arm von Big Pharma nicht von den Bürgern.
    Die Finanzministerien und die Zentralbanken arbeiten für die BigBanks und die großen Vermögensverwalter (alles US-Unternehmen) die auch US-Interessen vertretern.
    Unsere “Philantropen” sind nichts anderes wie die russischen Oligarchen.
    Mit so einem bürokratischen Wasserkopf, würde ich sogar für Rubel arbeiten wenn meine Abgabenlast für so eine Fassadendemokratie geringer wird.

    Antworten
  5. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    Die einzige Geldmenge, die die ZBen unmittelbar beeinflussen können, ist die Sondergeldmenge M0 abzgl. des Bargeldumlaufs (aka Reserven). Diese Geldmenge verlässt jedoch niemals den Geldkreislauf der Banken und hat somit auch KEINEN Einfluss auf die Inflation. Die SNB hält hier übrigens den Rekord mit einer Bilanzsumme in Höhe von ca. 140 % zum BIP, gefolgt von Japan mit 120 %, EZB 60 % sowie Fed 38 %.

    An vorderster Front bei dieser zentralbankinduzierten Ausweitung stehen also gerade die Schweiz sowie Japan. Und in der Schweiz liegt die Einlagefazilität mit -0,75 % noch um 25 Basispunkte unter der von Euroland.

    Insofern kann es sich bei der Kritik nur um die Geldmengen M1/M2/… handeln, auf die die ZBen aber überhaupt keinen unmittelbaren Einfluss haben. Ursächlich sind also der private sowie der staatliche Kreditimpuls. Der private dümpelt vor sich hin, während insbesondere in den USA der staatliche Fiskalimpuls sehr groß war; WAR ! Dieser Impuls fällt nun weg und somit auch der dominante Preissteigerungsimpuls. Das nun höhere Preisniveau skalpiert zusätzlich die verfügbaren Einkommen.

    Hier gibt es einen weiteren „SCHARLATAN“, der der Stagflationsthese der 70er Jahre nicht folgt: https://youtu.be/NVnbFQjqh5o

    Im gleichen Kanal findet sich auch ein aktuelles Interview von Freitag mit dem OBER-SCHARLATAN.

    LG Michael Stöcker

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Genosse Stöcker

      “Insofern kann es sich bei der Kritik nur um die Geldmengen M1/M2/… handeln, auf die die ZBen aber überhaupt keinen unmittelbaren Einfluss haben.”

      Na, wie viel Neuschulden könnte denn beispielsweise der italienische Staat so aufnehmen, bevor die nötigen Zinszahlungen ihm jeglichen Handlungsspielraum nähmen, falls es die EZB nicht gäbe, welche die Zinsen auf Nullniveau hält und italienische Staatsanleihen “solidarisch” aufkauft? ;)

      “Ursächlich sind also der private sowie der staatliche Kreditimpuls. Der private dümpelt vor sich hin, während insbesondere in den USA der staatliche Fiskalimpuls sehr groß war; WAR ! Dieser Impuls fällt nun weg”

      In Ihrer Fantasie vielleicht.

      Die Neuschuldenaufnahme amerikanischer Konsumenten war im letzten Monat so hoch wie noch nie und das US-Budgetdefizit liegt immer noch bei ungefähr 200 Milliarden US-Dollar *PRO MONAT* – vielleicht auch bald wieder mehr, denn im November sind die Zwischenwahlen in den USA und nicht nur die US-Wähler sondern auch die Ukraine sind sehr gierig nach schuldenfinanzierten Geschenken – und es gibt bei letzteren ja oft “10% for the big guy” als Kickback-Zahlung…

      https://www.zerohedge.com/economics/shocking-consumer-credit-numbers-everyone-maxing-out-their-credit-card-ahead-recession

      Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      Sie sind offensichtlich der Meinung, dass es KEINE Inflation gibt, weil Inflation NUR mit der Stagflationsthese der 70er Jahre zu erklären sei.

      Das ist falsches Denken.

      Die Situation ist heute selbstverständlich anders als in den 70er Jahren, beispielsweise gibt es heute nicht bzw. noch nicht die Lohn-/Preis-/Lohn-Spirale der 70er Jahre.

      Dennoch GIBT es Inflation – GEMESSENE!

      Dafür muss dann eben eine andere Erklärung als die der 70er Jahre geben.

      Der kann man sich NICHT verweigern, mit dem Hinweis, dass die Angebotsseite sich entspannen wird und es dann keine Inflation mehr gibt.

      Ich glaube wie viele andere auch, dass die Angebotsseite sich normalisieren wird.

      Das wird preisdämpfend wirken.

      Die Schlussfolgerung daraus, dass es HEUTE keine Inflation gäbe, ist SCHARLATANERIE.

      Antworten
      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Sie sind offensichtlich der Meinung, dass es KEINE Inflation gibt, weil Inflation NUR mit der Stagflationsthese der 70er Jahre zu erklären sei.“

        Sie basteln sich mal wieder was zurecht. Viele Ökonomen ziehen Parallelen zu den 70er Jahren. Ich tue das nicht. Inflation war, ist und bleibt ein monetäres Phänomen; auch dann, wenn es lohninduziert ist (siehe Video); zumeist ist es jedoch staatsschuldeninduziert; insbesondere in Weichwährungsländern. Sie ist strikt zu unterscheiden von anderen temporären Phänomenen. Die ersten 16 Minuten erklärt Flassbeck sehr schön die Zusammenhänge. Ich teile seine Ansichten in diesen 16 Minuten zu 100 %: https://youtu.be/RilAtQqUM3I?t=46

        „Die Schlussfolgerung daraus, dass es HEUTE keine Inflation gäbe, ist SCHARLATANERIE.“

        Die Schlussfolgerung daraus, dass es heute EINE Inflation gäbe, ist SCHARLATANERIE. Passt allerdings sehr gut zum intellektuellen Zustand der VWL. Insofern befinden Sie sich in bester Gesellschaft.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >Die Schlussfolgerung daraus, dass es heute EINE Inflation gäbe, ist SCHARLATANERIE.>

        Keine Fragen mehr.

        Die Behauptung ist eben die Demonstration eines intellektuellen Zustands.

  6. weico
    weico sagte:

    @bto:”Sichtbar ist das auch am Anstieg der Immobilienpreise. Wenn diese in den USA in zwölf Monaten um 18 Prozent steigen, hat das nichts mit Lieferkettenproblemen oder Energiepreisen zu tun, sondern mit zu viel Geld.”

    Ob diese Aussage wirklich stimmt…?

    Also bei uns in der Schweiz sind die Immobilienpreise seit 20 Jahren am steigen .
    Hat ebenfalls nichts mit Lieferkettenproblemen oder Energiepreisen zu tun, ABER auch NICHT an ZU VIEL Geld.”

    Ein Blick auf den Index:

    Der SWX IAZI Private Real Estate Price Index bildet die Preisentwicklung von Wohneigentum (Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen kombiniert) ab.

    https://www.iazicifi.ch/wp-content/uploads/2019/07/SI-PRIVATE-PR-10.png

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @weico

      Die Links funktionieren beide nicht. Da haben Sie vermutlich eine Webseite herausgesucht, die es nicht erlaubt, Bilddateien direkt auf andere Seiten zu verlinken.

      “Also bei uns in der Schweiz sind die Immobilienpreise seit 20 Jahren am steigen .
      Hat ebenfalls nichts mit Lieferkettenproblemen oder Energiepreisen zu tun, ABER auch NICHT an ZU VIEL Geld.”

      Irgendwie doch schon. Die Schweiz ist ja einer der wenigen Staaten, die nicht exzessiv Geld gedruckt haben (beziehungsweise war die Schweiz so schlau mit den neu erschaffenen Schweizer Franken Sachwerte im Ausland zu kaufen und nicht irgendwelche Schwachsinnsprojekte und Transferzahlungen zu finanzieren), da wollen natürlich viele Leute gern leben… ;)

      Antworten
      • PhilSt
        PhilSt sagte:

        @Ott so würde ich das auch sehen.
        Die Schweiz ist ein kleine Land: wenig Angbot.
        Aber mit sehr vielen lukrativen Angeboten. Sei es wirtschaftlich oder gesellschaftlich, vielleicht sogar politisch.
        Somit haben die Schweizer vor Ort einfach eine sehr hohe Konkurrenz aus dem Ausland.
        Weshalb es ja auch einige Hürden gibt um dort Wohneigentum zu erwerben.

  7. Susanne Finke-Röpke
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: “Ökonomen wie Marcel Fratzscher bestreiten diese Gefahr …”

    Äh, tut mir leid, das ist falsch. Es muss heißen: “Politische Ideologen wie Marcel Fratzscher bestreiten diese Gefahr…”

    Ein echter Ökonom = Wirtschaftswissenschaftler analysiert die Realität und zieht daraus seine Schlüsse. Ein Ideologe hat ein fertiges politisches Ziel und sucht sich die Argumente dorthin nach möglichst großer Glaubwürdigmachbarkeit gegenüber dem Publikum retrograd zusammen. Herr Fratzscher ist kein Ökonom, er ist ein streng fixierter Politikberater.

    Antworten
    • Bakwahn
      Bakwahn sagte:

      Fratzscher steht einem Institut vor, dessen Aufgabe darin besteht, den Euro bis zum letzten Bluttropfen zu verteidigen. Deswegen wird er in den ÖRM immer wieder als der Eurosuperexperte präsentiert; es wird ihm eine Bühne geboten, um den Euro und alles was um den Euro herum geschieht, in einem goldenen Licht zu zeigen. Fratzscher ist ein Täuscher und Betrüger.

      Antworten
  8. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    bto: “Sichtbar ist das auch am Anstieg der Immobilienpreise. Wenn diese in den USA in zwölf Monaten um 18 Prozent steigen, hat das nichts mit Lieferkettenproblemen oder Energiepreisen zu tun, sondern mit zu viel Geld.”

    Quatsch, an den höheren US-Immobilienpreisen ist doch selbstverständlich auch “Putin” schuld. :D :D :D

    Antworten
    • Susanne Finke-Röpke
      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Herrn Richard Ott:

      Ja, Herr Putin und die Diskriminierung auf dem Bau. Gäbe es auf den Baustellen eine Frauenquote von 50 %, hätten wir nicht so eine große Angebotslücke bei Wohnraum. Das ist alles eine Folge der fehlenden Diversität. Die bösen Baufirmen stellen nur männliche Maurer ein und keine weiblichen oder diversen. Wir sollten eine Kommision einsetzen, das Problem zu diskutieren.

      Antworten
  9. @foxxly
    @foxxly sagte:

    in diesen schuldgeldsystem MUSS die geldmenge systembedingt,schneller wachsen, als das wirtschaftswachstum.

    weiter zb. einige faktoren, welche über das wi-wachstum hinaus gehen:
    zinsen, sparen, teuerung, neue – klimaprojekte, friedens/kriegsprojekte, transferleistungen zur “gut-will-stimmung” anderer länder, investitionen in unproduktive maßnahmen wie zb. die zuwanderung und deren folgen, nicht zuletzt, die aufblähung des gesamten verwaltungs- und regierungapparates, und einiges mehr.

    leidtragend ist die realwirtschaft.
    hier fehlen die echten wirkungsvollen maßnahmen, wie zb.
    steuern und arbeitskosten senken, den verbraucher stärken (ein gleichgewicht zum produzenten herstellen)
    arbeitsleistung darf keine kreditschuld sein, (d.h. die NB muss den betrag des BIP-zuwaches jährlich, pro kopf und lastenfrei auszahlen.)
    bürokratie-abbau, und vieles mehr !

    “wie kann die realwirtschaft nachhaltig gestärkt werden und von dem systemischen ungleichgewicht befreit werden”

    das wäre ein wirklich notwendiges thema, welches auch fortschritte und echte ergebnisse bringen würde. findet aber so gut wie nicht statt.

    Antworten
    • Felix
      Felix sagte:

      @ foxxly

      Es beginnt gerade. Der Mensch kommt nicht durch Umdenken aus diesen Situationen heraus. Stattdessen schafft er Katastrophen, die ihn zum Umdenken zwingen.

      Das Problem haben Erziehungswissenschaftler (!) vor Jahrzehnten benannt: Durch die zunehmenden technischen Möglichkeiten des Menschen, steigert sich auch sein “Katastrophenpotential”.

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