Die soziale Marktwirtschaft funktioniert

In der vergangenen Woche hatte die soziale Marktwirtschaft mal wieder schlechte Presse: Das ZDF meldete, die „Deutsche Mittelschicht schrumpft“, der Ökonom Marcel Fratzscher beklagte in DIE ZEIT „Das gebrochene Aufstiegsversprechen“ und SPIEGEL Online das „gebrochene Versprechen der sozialen Marktwirtschaft“.

Basis für diese Aussagen war eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Die hat festgestellt, dass der Bevölkerungsanteil, der zur Mittelschicht gehört, seit 1995 von 70 Prozent auf 64 Prozent gefallen ist.

Blickt man in die Studie, stellt man fest, dass die deutsche Mittelschicht mit 64 Prozent immer noch zwei Prozentpunkte größer ist als im Durchschnitt der OECD-Länder und nur einen Punkt kleiner als in der Schweiz und in Schweden, sowie zwei Punkte kleiner als in Österreich und Frankreich.

Seit 2005 ist die Mittelschicht stabil und sie erzielte in den Jahren vor der Coronapandemie deutliche Einkommenszuwächse. Der Anteil der hohen Einkommen liegt in Deutschland mit sieben Prozent unter dem Schnitt der OECD, der Anteil der Armutsgefährdeten und Einkommensarmen liegt auf dem Niveau vergleichbarer Länder. Das sind Daten, die nicht so recht zu den Schlagzeilen passen.

In Wahrheit haben wir es mit einer Erfolgsgeschichte zu tun, erreichen wir diese Werte doch trotz einer deutlich gestiegenen Zuwanderung von überwiegend gering Qualifizierten, nicht zuletzt im Zuge der humanitären Hilfe. Dies führt zu einem Druck auf die untere Mittelschicht, wie die Bertelsmann Stiftung ausführt: „Die Wahrscheinlichkeit, dass Zugewanderte der Mittelschicht angehören, ist geringer als Mitte der 1990er-Jahre, was jedoch die veränderte Zusammensetzung der deutschen Bevölkerung mit Migrationshintergrund widerspiegeln könnte.“ Und weiter: „Die Zunahme sogenannter humanitärer Migranten ab 2015 führte zu einem Anstieg des Anteils von Immigranten (…), die möglicherweise länger brauchen, um sich in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren.“

Diesen Aspekt auszublenden und stattdessen über „gebrochene Aufstiegsversprechen“ und implizit über die Notwendigkeit von mehr Umverteilung zu schreiben, lenkt von den eigentlichen Herausforderungen ab, vor denen wir stehen: Wie gelingt es uns, die untere Mittelschicht so zu qualifizieren, dass sie den Aufstieg schafft?

Die Chancen stehen nicht so schlecht, wie man meinen könnte. Allein die demografische Entwicklung wird zu einer stark steigenden Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften führen.

Schreiben wir die Erfolgsgeschichte der sozialen Marktwirtschaft fort! Gelang es uns in den letzten Jahren, die Mittelschicht auf hohem Niveau zu stabilisieren, müssen wir Alteingesessene und Neuankömmlinge nun so fordern und fördern, dass sie künftig das Rückgrat der Gesellschaft bilden und dies zu höheren Realeinkommen als heute.

handelsblatt.com: “Die deutsche Mittelschicht ist in Anbetracht starker Zuwanderung noch bemerkenswert groß”, 10. Dezember 2021

Kommentare (53) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    @ Richy Odd

    „Warum dreht er dann *im Auftrag* der Bertelsmann-Stiftung einen Film?

    Glauben Sie, ausgerechnet die Bertelsmänner tun das, weil ihnen das Gemeinwohl so sehr am Herzen liegt? :D“

    Aufgabenstellung mal wieder grandios verfehlt. Begründen Sie Ihren Vorwurf oder bestätigen mal wieder durch Ablenkungen, dass Sie doch gar nicht an der Wahrheit interessiert sind, sondern AUSSCHLIEßLICH an PROPAGANDA.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Genosse Stöcker

      Werden Sie etwa auch von der Bertelsmann-Stiftung beauftragt und bezahlt, oder warum sind Sie plötzlich so beleidigt?

      Antworten
  2. Stoertebekker
    Stoertebekker sagte:

    @foxxly

    So, vermutlich sind wir hier jetzt unter uns. Da können wir mal n bisschen plaudern. Ihre Vorstellungen vom REALEN Leben der Unternehmer und Manager weichen etwas von dem ab, was ich erlebt habe. Das gilt im Übrigen allgemein für die Gesellschaft und führt zu diesen ganzen bescheuerten Diskussionen um mehr Umverteilung/Vermögenssteuer usw.

    Zweite Vorbemerkung: Unternehmer und Manager sind für mich absolut zu trennen. Letztere sind letztlich auch nur Angestellte, die häufig einen ähnlichen Jammermodus haben, nur auf höherem Niveau. Es gibt hin und wieder aber auch Manager, die sich wie Eigentümer-Unternehmer verhalten.

    Nun zum Einfluss auf die Politik. Ich kenne persönlich einen ehemaligen BDI-Chef, darüber hinaus Manager, die Teil von deutschen Regierungsdelegationen waren. Die SPRECHEN die Themen an, kommen aber nur begrenzt durch.

    Wir hatten mit Kohl und Merkel zwei Kanzler (ich spar mir diesen neumodischen :-innen-Quatsch), die sich für Volkswirtschaft genau Null interessiert haben. Dazu kam dahinter ein Schäuble (u.a.), die sich AUSSCHLIESSLICH für die rechtssichere Seite des Handelns interessiert haben. Das ist ja auch nötig, weil Vertragseinhaltung überragende Bedeutung hat. Dabei geht leider das Wirtschaftsinteresse verloren.

    Hinzu kommt, dass die Banken im Crash und im Anschluss die Automobilindustrie die Regierung schlicht BETROGEN haben. Schafft kein Vertrauen.

    Zum Unternehmer und der Gesellschaft. Der Unternehmer IST SEINEM UNTERNEHMEN VERPFLICHTET. That’s it. Und das ist schon sehr viel. Der Rest ist von der Politik und der Gesellschaft zu leisten. Punkt. Unternehmen finanzieren bereits mit ihren Steuern den gesamten Staat. DEN GESAMTEN STAAT. Dass Unternehmen zusätzlich Maskenpflicht kontrollieren sollen (ohne Gewaltmonopol) ist eine Zumutung, dass Patente freigegeben werden sollen (um die Welt zu retten) mehr als abenteuerlich. Dann können wir uns auch gleich den Staat sparen und die Unternehmer alles machen lassen.

    Zur Vorausschau. Gute Unternehmer sehen, wo die Reise enden kann. Sind in ihrem Handeln aber in die gesellschaftlich gewollte Umgebung eingebunden. (Von jedem Euro, den ich meiner Assistentin zusätzlich Gehalt gegeben habe, gingen 0,50€ sofort wieder weg. Das ist doch Sch… Nun kann ich ihr Gehalt aber nicht unendlich erhöhen und die paar Steueroptimierungen über Gutscheine etc. waren schon längst ausgeschöpft.)

    Und dann gibt es halt zwei Alternativen. @Bauer erklärt sich staatenlos und ohne gesellschaftliche Verpflichtung. @Stoertebekker verkauft seinen Laden, fährt sein Einkommen runter und macht jetzt schöne Dinge nur für sich, statt andere mit auf die wunderbare Reise durchs Leben zu nehmen (Mitarbeiter, Praktikanten).

    @Bauer vertraut auf die Kraft des Goldes als universeller Werteinheit für die Zeiten des evtl. Chaos. @Stoertebekker auf die Kraft der Hände (und des Geistes), um das evtl. Chaos zu überstehen.

    Das ist in beider Historie bedingt. Nach dem Krieg gab es sehr wenig, aber man konnte sich relativ frei bewegen. In der sozialistischen Diktatur konnte man sich leider nicht mehr frei bewegen. Geld war kaum was wert, aber mit gefragten Waren konnte man im direkten Tauschhandel weit kommen. Bei Gold hätte die Stasi sofort lange Ohren und Popeye-Augen bekommen.

    Insofern – beyond the obvious ist eine Menge zu entdecken. Und die Verhaltensweisen ergeben einen Sinn. Letztlich bleiben sie aber immer Wetten auf die Zukunft. Die der Unternehmer allerdings bewusst eingeht, der angestellte Jammerer eben nicht.

    PS Admiral Raven auf einer Abschlussrede: Life ain’t always fair – move on. Be prepared to fail often. Never ever give up. (Lift up the downtrodden. Face down the bullies.)

    Antworten
    • Michael Stöcker
      Michael Stöcker sagte:

      @ Stoertebekker

      Weitgehende Zustimmung! Ausnahme:

      „Unternehmen finanzieren bereits mit ihren Steuern den gesamten Staat.“

      Darüber sollten Sie vielleicht doch noch mal ein wenig reflektieren.

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @M Stöcker

        Hab ich. Hab mir sogar n Bild dazu gemalt. Freue mich aber wie immer über eine kritische Diskussion. Man kann ja nur schlauer werden.

        Prämisse: der Staat erwirtschaftet Einnahmen NICHT über Bodenschätze. Sehe ich bei uns aber nicht.

        Wenn nicht über Rohstoffverkauf, dann finanziert sich der Staat über Steuern oder/und Kreditaufnahme. Kreditschulden werden entweder unendlich verlängert oder mittels Steuereinnahmen getilgt. Müssen wir uns nur noch über die Steuern unterhalten.

        1.a) Steuern werden primär auf die Erstellung von Produkten/Dienstleistungen in Unternehmen (oder bei Selbständigen/Landwirten/…) erhoben. Diese Ersteller können natürlich auch staatliche Unternehmen/Dienstleister sein, die sehe ich dann aber als Teil der freien Wirtschaft aka Unternehmen.

        1.b) Gleichzeitig zahlen die erstellenden Unternehmen (Selbständige/…) Löhne und Gehälter. Mit diesen Löhnen und Gehältern werden dann die erstellten Produkte/Dienstleistungen gekauft und die nächste Runde Steuern erhoben. Bis hierhin ist‘s der kleine Kreislauf, die Steuern stammen alle aus der wertschöpfenden Tätigkeit der Unternehmen.

        2.) Mit den Steuern (oder Krediten s.o.) finanziert der Staat nun eigene Beamte, Angestellte, Sozialhilfeempfänger, Institutionen mit eigenen Angestellten usw.

        3.a) Wenn nun Produkte/Diesntleistungen gekauft, Immobilien erworben, die GEZ-Gebühr/SV-Beiträge/… abgeführt werden, passiert das immer aus Löhnen/Gehältern, die entweder direkt von Unternehmen an ihre Mitarbeiter für wertschöpfende Aktivitäten gezahlt werden.

        3.b) Oder aus Löhnen/Gehältern, die der Staat aus seinen Steuereinnahmen auf wertschöpfende Aktivitäten finanziert. Letztere sind aber immer nur “die erste Ableitung” der ursprünglich an den Staat abgeführten Wertschöpfungssteuern. (Ausnahme: die oben erwähnten staatlichen Unternehmen mit eigener Wertschöpfung, dazu zähle ich zB auch Teile der Zollbehörden)

        Wo ist der Denkfehler?

      • Carsten Pabst
        Carsten Pabst sagte:

        Sehr geehrter Herr Stöcker und Stoertebekker;
        vorneweg: Bin eifriger Leser der hier im Block anwesenden Notenbankexperten. Das ist/ soll nicht abwertend gemeint sein, im Blog sind immer wieder sehr gute Kommentare über das Thema Notenbankpolitik zu lesen.
        Ich selbst bin neugieriger Laie.
        Das Thema, wie finanziert sich der Staat, sehe ich folgendermaßen (sehr vereinfacht):
        Da ein Staat mit eigener Währung nicht pleitegehen kann (Durchaus möglich, dass keiner das bedruckte Papier annimmt,
        aber das ist ein anderes Thema), wird ihm das Geld in der Regel von einer selbst geschaffenen institution (BoJ, Fed, EZB…)
        in der notwendigen Menge zur Verfügung gestellt.
        Der Staat bringt doch somit sein Geld in Umlauf, indem er die Zentralbank anweist, seine “Rechnungen” zu bezahlen. So gelangt das Geld auf das Konto des Rechnungsempfängers. Somit können Steuern eigentlich keine Finnazierungsquelle sein, da der Staat doch erst den Bürgern das Geld gegeben haben muss. Erst dann kann der Bürger seine Steuern zahlen. Er sammelt somit nur das ein, was er vorher ausgegeben hat.
        Oder habe ich da ein Denkfehler?
        Beste Grüße
        Carsten Pabst

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @Carsten Pabst

        Hr. Stöcker macht das sicher gleich besser. Hier mit meinen einfachen Worten.

        Ich hoffe nicht, dass das so ist, wie von Ihnen beschrieben.

        Der Bundestag beschließt auf Vorlage der Regierung den Haushalt. Darin werden die Ausgaben benannt, aber auch die Einnahmen. Letztere speisen sich aus der Steuerschätzung und der (Neu)Verschuldung.

        Steuereinnahmen bekommt der Staat direkt (über das Finanzamt Ihres Vertrauens), aufgeteilt nach Steuerempfänger – Bund, Land, Kommune usw.

        Die Verschuldung erfolgt über Bundeswertpapiere (Obligationen, Anleihen usw.) Diese werden ausgegben und dann auktioniert und von Geschäftsbanken (ausschließlich?) gekauft. Damit fließt dem Staat das Geld in Form des Auktionserlöses zu.

        Die Geschäftsbanken reichen die Bundespapiere an die Zentralbank weiter und bekommen dafür dann ein Guthaben bei der Zentralbank. In Höhe dieser Guthaben können sie sich dann Bargeld zustellen lassen, um die Nachfrage nach Bargeld durch die Privat-/Geschäftskunden zu bedienen.

        Die Aussage, dass ein Staat nicht pleitegehen kann, kommt daher, dass die Regierung die Zwischenstufe Geschäftsbanken weglassen könnte und ihre Schuldenpapiere direkt bei der Zentralbank abgeben könnte. Wenn wir soweit sind, haben wir ein ernstes Problem. Aber auch dann hängt es noch von der Unabhängigkeit der Zentralbank ab, ob sie diese Papiere annimmt.

        PS Staaten können im Übrigen pleite gehen. Siehe Argentinien u.a. Das kommt dann vermutlich daher, dass sie sich in Währungen verschuldet haben, die sie NICHT selbst ausgeben.

      • @foxxly
        @foxxly sagte:

        @ stoertebekker
        denkfehler ja und nein!
        sie haben unterschlagen, dass der unternehmer sich mehr als die kosten durch den absatz seiner produkte refinanziert.
        die kredite , steuern, abgaben plus gewinne, gibt der unternehmer über die erzeugten produkte weiter.
        ich verstehe ihr jammern bzw. ihre argumentationen dadurch nicht ganz.
        ihre einzelargumente sind ja richtig, aber eben nur ein teil der wahrheit.

        wenn sie es so wollen, dann finanziert der konsument alle kosten und nicht der unternehmer.
        der staat dabei ist ein eigenes kapitel: dass er schlecht wirtschaftet, ist ein offenes geheimniss!

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        Und erinnern Sie sich noch an das Begrüßungsgeld 1989/90?

        Die Kopfgelder der Währungsreform wurden erst in jüngster Zeit aus der Bilanz der Bundesbank ausgebucht/durch Anleihen ersetzt. Denn ansonsten hätte man ja gegen das Verbot der monetären Staatsfinanzierung verstoßen. Waren selbstverständlich im Hinblick auf die Bilanzsumme nur Peanuts.

        Und nicht zu vergessen: Dass BIP wird nicht nur durch die Unternehmen erzeugt, sondern auch durch den Staat; und zwar im Jahre 2020 rund 592,7 Mrd. EUR: https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Volkswirtschaftliche-Gesamtrechnungen-Inlandsprodukt/Publikationen/Downloads-Inlandsprodukt/zusammenhaenge-pdf-0310100.html Seite 9.

        Meine Tätigkeit als Lehrer zählt übrigens auch dazu.

        LG Michael Stöcker

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        Korrigenda:

        Nicht genügend nachgedacht: Die 592 Mrd. sind natürlich nicht nur durch den Staat erwirtschaftet worden. Ich bin z. B: an einer privaten Schule tätig.

        LG Michael Stöcker

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @foxxly
        Ja, am Ende finanziert der Konsument alle Kosten. ABER die Möglichkeit, dies zu tun, bekommt er durch den UNTERNEHMER, der ihm seinen Lohn zahlt UND die Produkte herstellt, die er kauft. Und das VOLLE Mißerfolgsrisiko liegt beim Unternehmer (der Angestellte bekommt Insolvenzausfallgeld).

        @M Stöcker
        Die Fragen, wie das “Schmiermittel” der Wirtschaft (Geld) in Umlauf kommt und wie sich der Staat finanziert, sind aber unterschiedliche. DM wurde gegen DDR-Mark getauscht, ebenso DM gegen RM.

        Das hat aber nichts mit der Finanzierung des Staates und seines Apparates zu tun. Dafür werden Steuern erhoben. Die in letzter Konsequenz ALLE auf Wertschöpfung im System beruhen.

        Dass das BIP die diversen über die eigentliche Wertschöpfung hinausgehenden “nachgelagerten” Geld-/Steuerkreisläufe aufweist, ist ja ok. Wenn aber ALLE wertschöpfenden Unternehmen/Selbständige etc.morgen aufhören, Wert zu schöpfen, ist der Staat am Ende. Es bliebe nur noch die Kreditaufnahme, die ihm schlicht verweigert würde.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Carsten Pabst

        “Der Staat bringt doch somit sein Geld in Umlauf, indem er die Zentralbank anweist, seine ‘Rechnungen’ zu bezahlen.”

        So funktioniert es heute in der Praxis nicht, wie Stoertebekker schon ausführlich beschrieben hat, aber wenn ein Staat das versucht, bekommt er schnell ein Problem: Immer weniger Anbieter der vom Staat nachgefragten Leistungen oder Güter werden dessen in beliebiger Menge geschöpftes Geld noch wollen! Wenn der Staat eine Diktatur ist, kann er seine Untertanen zwingen, das Geld trotzdem anzunehmen, aber im Ausland beeindruckt das niemanden, was das Importgeschäft sehr schwierig macht.

        Möchten Sie ein praktisches Beispiel?

        Im Reichsbankgesetz von 1939 stand:
        “§ 16. (1) Die Deutsche Reichsbank darf dem Reich Betriebskredite gewähren, deren Höhe der Führer und Reichskanzler bestimmt.”

        http://www.verfassungen.de/de33-45/reichsbank39.htm

        Wie das ausging, wissen Sie ja. Erst kam die nationalsozialistische Planwirtschaft mit Rationierung, und dann der totale Zusammenbruch inklusive Staatspleite.

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Stoertebekker

        „DM wurde gegen DDR-Mark getauscht, ebenso DM gegen RM.“

        Nein, da wurde 1948 nichts getauscht. Eine Währungsreform (1948) ist etwas anderes als eine Währungsumstellung 1990 (DDR-Mark/DM) bzw. 1999 (DM, Lira…/Euro). Für die Bürger gab es 1948 ein Kopfgeld in zwei Stufen. Die Erstausstattung der öffentlichen Hand erfolgte für die Länder und kommunalen Gebietskörperschaften durch die Landeszentralbanken, für die Bahn- und Postverwaltungen durch die Bank Deutscher Länder. Die Länder und kommunalen Gebietskörperschaften erhielten eine durchschnittliche Monatseinnahme, die Bahn- und Postverwaltungen die Hälfte einer durchschnittlichen Monatseinnahme. https://magazin.spiegel.de/EpubDelivery/spiegel/pdf/46039635

        Mit dieser STAATLICHEN Erstausstattung konnten sodann AUCH die Güter und Dienstleistungen der Unternehmen erworben werden.

        „Das hat aber nichts mit der Finanzierung des Staates und seines Apparates zu tun. Dafür werden Steuern erhoben. Die in letzter Konsequenz ALLE auf Wertschöpfung im System beruhen.“

        Doch, hat es durch die Erstausstattung. Und: Die Wertschöpfung im System erfolgt AUCH durch staatliche Aktivitäten (Bildung, Gesundheit, Infrastruktur…).

        LG Michael Stöcker

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @M Stöcker

        Oh – ja, da haben Sie recht. Hatte mich bei RM-DM auf die natürlichen und juristischen Personen bezogen (das Kopfgeld wurde bei der Umstellung des gesamten Altgeldes angerechnet), unsere Diskussion ging aber richtigerweise um den Staat/Körperschaften. Wieder was gelernt.

        Bzgl. der Wertschöpfung ist der Staat immer dann mit dabei, wenn er kostenüberdeckende Einnahmen erzielt. Hatte ich oben ja auch geschrieben.

        Zu Bildung, Infrastruktur (ohne Maut etc.), Gesundheit: überwiegend erfolgt deren Finanzierung doch über Steuern (auf/aus Wertschöpfung)/ Kredite oder “Zwangsbeiträge” (auf/aus Wertschöfpung). Welche Teile davon in welcher Form wertschöpfend sind, müsste man mal ausdiskutieren – bei nem Rotwein oder gern auch nem Weißen aus der Region (Schloss Proschwitz hab ich vor 10 oder 15 Jahren mal vor Ort kennengelernt – sehr gut, damals vergleichsweise teuer).

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        „Welche Teile davon in welcher Form wertschöpfend sind, müsste man mal ausdiskutieren – bei nem Rotwein oder gern auch nem Weißen aus der Region (Schloss Proschwitz hab ich vor 10 oder 15 Jahren mal vor Ort kennengelernt – sehr gut, damals vergleichsweise teuer).“

        Sehr gerne. Falls Sie mal in der Gegend sein sollten, dann melden Sie sich doch einfach. Vielleicht klappt es ja.

        LG Michael Stöcker

  3. Felix
    Felix sagte:

    @ Doc Fischer

    Das wird sich ausdifferenzieren. Es wird Heloten geben, die es irgendwie “geschafft” haben. Die werden die treuesten Anhänger unserer Regierung sein und ihre Landsleute beeinflussen. Ich komme z.B. gerade von einem Iraker, der mit über 40 noch in D-Land Arzt geworden ist (Abschluss mit “rite”). Er hat sich NULL über die Impfung informiert, er ist absolut überzeugt, dass die Regierung Recht hat. Er kannte nicht die WHO – Statistiken, nicht die weitaus genaueren Erhebungen aus Schottland noch irgendetwas.

    Antworten
    • Tom96
      Tom96 sagte:

      @ Felix
      Es ist sehr lobenswert mit Integrierten zu kommunizieren, aber daß Sie
      @ Susanne ein Urgestein (thematisch nicht Lebensalter bezogen) hier mit Dr, Lucie verwechseln, geht so nicht in Ordnung.
      Zum Osmanischen Reich und dessen soziökonomischen Revivalspekulationen ein Literaturhinweis aus Henry Meltemi,Wirtschaft und Finanz für meinen Sohn”:Niall Ferguson, https://twitter.com/deyook/status/1134623944827396097, The Great Degeneration, 2012 kommentiert mit “Eine Analyse über Verfall und Untergang von Organisationen”, wobei der Brite aus seinem Imperial College in Oxford ging, nachdem seine prognostizierten 500.000 Toten in GB durch keine wissenschaftliche Nachprüfung geschweige denn die Ralität bestätigt werden konnten.
      Bitte etwas mehr Aufmerksamkeit für die Damen, macht uns alle glücklicher.

      Antworten
      • Gnomae
        Gnomae sagte:

        @ Tom96

        “wobei der Brite aus seinem Imperial College in Oxford ging, nachdem seine prognostizierten 500.000 Toten in GB durch keine wissenschaftliche Nachprüfung geschweige denn die Ralität bestätigt werden konnten.”

        Ich darf höflich berichtigen, dass der von ihnen angesprochene Tweet den schottischen Historiker Niall Campbell Ferguson betrifft, der britische Epidemiologe jedoch Neil Morris Ferguson heißt. Letzterer war am Imperial College London tätig und hat die Modelle für Covid-19 errechnet.

      • Felix
        Felix sagte:

        Typische Freudsche Fehlleistung: die Heloten waren natürlich von Susanne, aber dieser “Edel-Helot” ist der Impfmotor seiner Heloten, und das Impf – Thema moderiert hier Doc Fischer federführend.

  4. JürgenP
    JürgenP sagte:

    @DS „Wie gelingt es uns, die untere Mittelschicht so zu qualifizieren, dass sie den Aufstieg schafft?“

    Die Frage sollte lauten: „Wie können die Führungskräfte der mittleren und oberen Mittelschicht so qualifiziert werden, dass sie AUCH und GERADE die Menschen der unteren Mittelschicht befähigen, zu Höchstleistungen zu kommen“.

    Damit das funktioniert, bedarf es weiterhin einer Antwort auf die Frage: „Wie können die führenden Köpfe in Verwaltungen und Unternehmen so befähigt werden, dass sie in Zukunft den Führungskräften der „mittleren und oberen Mittelschicht“ alle Möglichkeiten verschaffen, ihr Werk zu tun. Dazu gehört auch das Entfernen von unfähigen Entscheidern / Managern, den größten Bremsklötzen für das Performing der „unteren Mittelschicht“.

    Die Anforderung ist also lösbar. Sie ist nicht vom “Wissen” von Migranten oä. abhängig, sondern vom Management.

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ JürgenP

      Mit der Frage von DS und Ihrer Umstellung funktioniert gar nichts.

      Die einzig RELEVANTE Frage mit Blick auf das gewünschte Funktionieren lautet:

      WAS kann die Menschen der unteren Mittelschicht dazu MOTIVIEREN, den Aufstieg zu WOLLEN unter den Bedingungen (Arbeitsnachfrage, Entlohnung, Qualifikation etc.), unter denen man aufsteigen kann?

      Wenn diese Menschen nicht wollen, kann man ihnen den schönsten „Palast des Lernens“ und die besten Ausbilder vor die Nase setzen – es wird umsonst sein.

      Ein schwieriges Problem, wenn die Bedingungen FORDERND sind und auch OHNE Aufstieg kein materiell schlechtes Leben geführt werden kann.

      Wollte man es angehen, MÜSSTE man m. A. n. MASSIV in unsere „Respekt-Gesellschaft“ eingreifen.

      Will man das?

      Kaum jemand will das.

      Denn es wäre DISKRIMINIERUNG der unteren Mittelschicht (nach heutigen Standards).

      Also lassen Sie’s gut sein.

      Antworten
  5. Uwe Nowotnick
    Uwe Nowotnick sagte:

    Für mich ist das nicht einmal mehr dreist. Es grenzt an Demagogie. Man holt also Millionen Leute, die nichts haben, ins Land. Dann stellt man hinterher fest, dass die Mittelschicht relativ geschrumpft ist. Zudem sind nun auch noch mehr geringe Einkommen und Vermögen zu verzeichnen. Nun stellt man die steile These ins Schaufenster, dass die Marktwirtschaft versagt hätte. Außerdem fordert man (links-logisch) mehr Umverteilung und höhere Steuern für “die Reichen”. Das ist unsäglich. Das ist unanständig. Das ist für mich Demagogie und gehört an den Pranger. Nieder mit #SPD #DieLinke #DieGrünen und weg mit #Fratzscher!

    Antworten
    • der Kater
      der Kater sagte:

      too little.
      too late.

      Die werden nicht aufhören, und Widerstand wird es keinen geben. Wenn dem Deutschen gesagt wird, Stalingrad wird fallen, dann glaubt er das, weil er es glauben muss. Er kann nicht anders.

      Antworten
      • weico
        weico sagte:

        @Kater

        “Wenn dem Deutschen gesagt wird, Stalingrad wird fallen, dann glaubt er das, weil er es glauben muss. Er kann nicht anders.”

        Die Grundrechte sollten wohl langsam an die Realität angepasst werden..

        von Theorie:

        “Artikel 1
        Die WÜRDE des MENSCHEN ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.”

        zu Praxis:

        “Artikel 1
        Die BÜRDE des DEUTSCHEN ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.”

  6. Felix
    Felix sagte:

    Da fehlt ein “e” in der Überschrift: …funktionierte.

    Die Soziale Marktwirtschaft war die richtige Idee um Deutschland wieder erblühen zu lassen. Leider hat man diese Idee nach und nach umdefiniert. Der Erfinder und seine Schriften gelten heute als “Nazi”.

    Tatsächlich gibt es aber auch Probleme mit der Idee. Z.B. ist es heute unmöglich, genügend Menschen hinreichend zu qualifizieren. Die Entwicklung schreitet voran und die Hinweise kritischer Menschen zu allen möglichen Problemen werden überhört, solange es irgend möglich ist.

    Jetzt sind wir an einem Punkt, an dem die Alten gefährliche Medikamente für ihre Enkelkinder fordern, weil sie sich davon versprechen, selbst noch ein paar Monate länger Kaffee trinken zu können, bevor der Sensenmann sie holt.

    Da fällt mir nur noch ein Spruch aus GoT ein: “Was tot ist, kann niemals sterben.”

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Felix

      “Die Soziale Marktwirtschaft war die richtige Idee um Deutschland wieder erblühen zu lassen. Leider hat man diese Idee nach und nach umdefiniert. Der Erfinder und seine Schriften gelten heute als ‘Nazi’.”

      Ach, Sie müssen nicht über jedes Stöckchen springen, das Ihnen die Linksradikalen aus der taz-Redaktion und ihre diversen Multiplikatoren auch in dieser Kommentarsektion hinhalten.

      Die glauben mittlerweile auch, Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine seien Nazis – und Boris Palmer sowieso…

      Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Felix

      “Die Soziale Marktwirtschaft war die richtige Idee um Deutschland wieder erblühen zu lassen. Leider hat man diese Idee nach und nach umdefiniert. ”

      Korrekt.

      Leider ist die Idee, schon seit Jahrzehnten, bis zur Unkenntlichkeit verwässert worden.

      “Erhard jedenfalls erklärte im Jahre 1974 enttäuscht, die Epoche der Sozialen Marktwirtschaft sei längst beendet, das, was aus seiner Sozialen Marktwirtschaft geworden sei, sei von seinen Vorstellungen von Freiheit und Selbstverantwortung weit entfernt ”
      “Parallel zur Transformation der Sozialen Marktwirtschaft der 50er Jahre in einen
      sozialen Versorgungsstaat ist das Wissen um den Bedeutungsgehalt des großen „S”
      allmählich abhanden gekommen, so dass heute die Schreibweise „soziale Marktwirtschaft” dominiert. Aus den Äußerungen von Parteipolitikern jeder Couleur lässt
      sich entnehmen, dass Erhards Konzept damit nicht gemeint sein kann.”

      Nebenbei:
      Unterscheiden sollten die Medien ,auch im Hinblick der Staatsquote, zwischen … Soziale Marktwirtschaft und soziale Marktwirtschaft.

      Dr. Reichel dazu:

      “Von entscheidender Bedeutung ist hier die Frage nach dem wünschbaren Umfang
      sozialstaatlicher Aktivität. Misst man diese – etwas vereinfachend – an der
      Staatsquote, so legen die oben vorgestellten Ordnungskonzeptionen folgende Einteilung nahe:
      · Libertarianism 0%
      · Manchestertum und klassischer Liberralismus 10-15%
      · Ordo-Liberalismus und Soziale Marktwirtschaft 25-30%
      · soziale Marktwirtschaft 30-50%
      · Wohlfahrtsstaat über 50%

      http://www.gkpn.de/reichel.pdf

      Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Felix

      >Leider hat man diese Idee nach und nach umdefiniert.>

      WER ist der „man“, der umdefiniert hat?

      Es gibt ihn nicht.

      Das System, das Deutschland hat erblühen lassen, wurde MIT dem Erblühen UMGESTALTET von denen, die es zum Erblühen gebracht haben.

      Sie denken nicht systemisch.

      Mit ihrem Denken hätten Sie genauso gutsagen können:

      Leider wurde der Baum in meinem Garten – angenommen es gibt einen – nach und nach so umdefiniert, dass das Laub abgefallen ist.

      Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Genosse Stöcker

      Schön, dass Sie es gleich sagen, sonst hätte ich es recherchiert, aber das ist noch nicht die ganze Wahrheit:

      “Der Film wurde von der Bertelsmann Stiftung kofinanziert und in Auftrag gegeben.”

      Eine Propaganda-Auftragsarbeit. Soso.

      Antworten
      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Richy Odd

        Mal wieder reflexhaft geantwortet OHNE zu prüfen oder zu belegen. Oder kannten Sie den Film doch schon, weil ich ihn schon mal vor einiger Zeit verlinkt hatte? Oder wie kommen Sie sonst zu der Einschätzung, dass es sich um eine „Propaganda-Auftragsarbeit“ handelt? Ich konnte in den letzten 5 Jahren jedenfalls nicht feststellen, dass sich Philipp Stachelsky für irgendeine Art von Propaganda hergibt.

        Oder liegt es einfach an Ihrer selektiven Rezeption, dass alles, was nicht in Ihr persönliches Weltbild passt, einfach nur Propaganda sein kann?

        Ich bin aber für konstruktive Hinweise auf potentielle Propaganda sehr dankbar. Vielleicht habe ich ja etwas übersehen. Insofern: Auf an die Arbeit und belegen Sie Ihren Propaganda-Vorwurf anhand konkreter Beispiele.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Genosse Stöcker

        ” Ich konnte in den letzten 5 Jahren jedenfalls nicht feststellen, dass sich Philipp Stachelsky für irgendeine Art von Propaganda hergibt.”

        Warum dreht er dann *im Auftrag* der Bertelsmann-Stiftung einen Film?

        Glauben Sie, ausgerechnet die Bertelsmänner tun das, weil ihnen das Gemeinwohl so sehr am Herzen liegt? :D

  7. @foxxly
    @foxxly sagte:

    @ ….. was für ein “schönreden” der lage !!

    die meisten menschen können sich immer weniger ein eigentum leisten (haus, whng etc.)
    ja, sogar der autoanteil sinkt bei den jüngeren. (wenn unterstellt wird, dass diese menschen zuwenig sparen, so wäre dies pauschal, falsch)

    systemisch ist ja auch garnichts anderes zu erwarten, bzw. möglich, als eine zunehmende verarmung und auszerrung des “unteren”.mittelstandes. (höflicher weise vermeidet man zu sagen:unterschicht!)
    die masse hat eher ein unterdurchschnittliches einkommen und vermögen.
    gerade bei diesen schlägt die systemisch bedingte umverteilung und auszerrung am stärksten zu buche.

    diese ausbeutung musss systemisch so sein, sonst könnten die zuwächse im gehobenen mittelstand und ganz oben, nicht so sein, wie es sind.

    die zuwanderung ist gesellschaftlich eine katastrophe!
    hat aber zwei große gewinner:
    die unternehmer, welche billige arbeitskräfte bekommen und gleichzeitig als konsumenten für guten absatz sorgen.
    und die fanatisch, ideologisierte linken, welche die umvolkung und zerstörung deutschlands forcieren.

    das volk schaut paralisiert zu, als wenn es dies nichts angeht/betrifft.

    Antworten
    • Stoertebekker
      Stoertebekker sagte:

      @foxxly

      Hatten wir gestern schon – definieren Sie doch mal, was jemand haben sollte, damit das aus Ihrer Sicht ein anständiges Leben ermöglicht. Am besten in absteigender Reihenfolge der Dringlichkeit. Ich meine so in Begriffen wie Dach überm Kopf, Gesundheitsversorgung (bitte mit Abstufung) usw.

      PS Für mich sind diese ganzen abstrakten Diskussionen um Durchschnitt/ Median/ Prozentpunkte theoretisch ok, praktisch völlig irrelevant.

      Antworten
      • weico
        weico sagte:

        @Stoertebekker

        “Für mich sind diese ganzen abstrakten Diskussionen um Durchschnitt/ Median/ Prozentpunkte theoretisch ok, praktisch völlig irrelevant.”

        Richtig !

        Wie sag ich immer:
        “Ich habe einen sehr einfachen Geschmack. Ich gebe mich immer mit dem Besten zufrieden.” :)

      • @foxxly
        @foxxly sagte:

        @ stoertebekker
        das ist natürlich je nach gebiet völlig unterschiedlich: zb. in münchen sind die lebenshaltungskosten sehr viel höher, als in passau; – die löhne aber nicht so stark unterschiedlich.
        zb. ein haus, oder wohnung zu besitzen ist für mich kein luxus. ein teueres auto allerdings schon.
        in der gesundheitsversorgung ist es schon fast ein luxus privat versichert zu sein, oder teils wie ein asylant versorgt zu werden, während in der gesetzlichen kasse immer mehr dazubezahlt werden muss.
        selbst einem hartz iv-empfänger wird gelegentlicher kinobesuch zugebilligt, während sich eine große anzahl von bürgern dieses nicht leisten können.
        in der ernährung muss man nicht unbedingt auf teuere bio-ware zugreifen, – denn gesund kann ich mich auch ohne ernährung durch eigenes verhalten, zb. zucker vermeiden.

        das hiese in etwa, in münchen und umgebung:
        runde 700 bis 900€/mon/pro pers, zum leben ohne mietkosten.
        davon kann man ganz normal leben.

        durch die hohen mietkosten erreichen diesen wert eine beachtliche anzahl an menschen dieses nicht.
        und das ist eine sauerei für deutsche verhältnisse.
        systembedingt werden die verhältnisse schnell und erheblich schlechter werden.

        es gilt zunehmend der spruch:
        wärst du nicht arm, wärst du nicht reich! (und umgekehrt)

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @foxxly

        Naja, wenn Sie jedem Eigentumswohnung oder Haus zugestehen wollen, verstehen Sie die Anreizsysteme einer Marktwirtschaft nicht.

        Unsere Gesundheitsversorgung ist super, nur leider viel zu teuer. Und das bekommt JEDER – nicht wie in anderen Ländern, wo viele eine Karte im Portemonnaie haben, dass sie im Notfall lieber sterben als ins Krankenhaus eingeliefert werden wollen. Oder eine einfache Grundversorgung und alles andere zuzahlen.

        Und bzgl. was vom Lohn bleibt bei hohen Mieten – man kann auch umziehen. Das ist in D irgendwie bei nur wenigen Leuten auf dem Radar.

        Was Sie beschreiben ist ein Recht auf Eigentumswohnung/Haus, die beste Gesundheitsversorgung der entwickelten Welt, das Recht auf Wohnen am Ort der Wahl zu Konditionen, die ausreichend Geld für Kultur, Klamotten, gute Lebensmittel lassen. Wenn das der Maßstab ist, werden Sie auf ewig schimpfen.

        (Und warum sollte man sich dann anstrengen, um soviel Geld zu verdienen, dass man sich das teure Wohnen an einem wünschenswerten Ort [München] leisten kann.)

        PS Ein Auto ist auf dem Land KEIN Luxus, sondern eine absolute Notwendigkeit.
        PS2 Ich bin schon für mehr Gerechtigkeit, aber nicht für ein “wünsch-dir-was-Land”. Für ein wirklich schönes Leben muss man halt hart und lange arbeiten, vorher eine gute Ausbildung absolvieren, Mut zum Risiko haben und sich ergebende Chancen auch ergreifen. Und nicht dauernd schimpfen, dass einen das Leben schlecht behandelt…

      • @foxxly
        @foxxly sagte:

        @ stoertebekker
        sie legen mir worte/aussagen in den mund, welche nicht gesagt habe. zb.
        ich bin sehr dafür, dass die menschen für das erwähnte maß arbeiten müssen.
        ich habe nicht geschrieben, dass jeder ein haus, oder wohnung bekommen müsste.

        nochmals:
        wir haben ein riesen verteilungsproblem.
        vermutlich wissen dies die meisten.
        trotzdem wollen und verteidigen die reichen ihren luxus. sie akzeptieren, dass die gesellschaft an der massiv zunehmenden umverteilung, zerbricht.
        indem sie dieses verteidigen, forcieren sie diese entwicklung.

        wie dass denn ? glauben diese, dass sie einen frieden erkaufen können?

      • Carsten Pabst
        Carsten Pabst sagte:

        @foxxly 16:58
        Wie definieren Sie „Die Reichen“? Ab welchem Gesamtvermögen bin ich denn reich? Und wie definieren Sie Reichtum? Das dritte Bad, Pool im Keller, drei Autos in der Garage, goldenes Klo mit Dollarzeichen auf dem Klopapier? Wenn ich mir das als hart arbeitender Unternehmer mit xBeschäftigten aufgebaut habe, wo ist da bitte das Problem! Wenn ich meinen Beschäftigten anständig entlohne, kann ich mit meinem Geld machen, was ich will.
        Und gerade in Deutschland finde ich die klein- und mittelständigen Unternehmen phantastisch und diese sind sich auch Ihrer Verantwortung der Gesellschaft gegenüber bewusst. Sollten Sie Amazon und Co mit Ihrer Kritik meinen, dann bitte die Steuergesetze und Schlupflöcher ändern, bzw. schließen.
        Und Stoertebekker hat es treffend formuliert. Ich bin nicht glücklicher, wenn ich 3 Klos im Haus habe, da ich nur einen Klo zur gleichen Zeit nutzen kann. Ich laufe auch nicht im Hamsterrad, um mir alle 4 Jahre ein neues Auto leisten zu können oder das neuste Mobiltelefon. Da tut es auch der alte Hobel von 2004. Und unsere Gesundheitsversorgung ist top. Nur sollten wir Deutsche auch nicht wegen jedem Zipperlein zum Arzt rennen.
        Also noch fühle ich mich in meiner Wohlstandsillusion sehr wohl, kann sich ja ändern. Aber selbst wenn ich die Ansprüche 10 Prozent runterschraube, wird sich an meiner Ansicht nicht viel ändern. Es mag manches im Argen liegen, aber ich für meinen Teil bin glücklich mit dem was uns die Natur und das Leben gibt. Vom Jammern ist es noch nie besser geworden. Und gejammert wird mir mittlerweile zuviel.
        Freundliche Grüße
        Carsten Pabst

      • @foxxly
        @foxxly sagte:

        @ c. papst
        als sie, angenommen, – 5 millionen, oder 10 mill € hatten, warum wollten sie mehr?

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @foxxly

        Man müsste, hätte, könnte. Der Masse geht’s schlecht, die Reichen kümmern sich nicht usw. usw. Alles locker flockige Allgemeinplätze, leicht hingeschrieben, völlig unkonkret. Weil ich gerade Lust habe, geb ich Ihnen jetzt mal n bisschen was Konkretes.

        In 10 beispielhaften Jahren hab ich in Summe 50 Festangestellte gehabt und 100 Praktikanten. Kleinstes Einkommen 1500€ (Prakti nach Bachelor) höchstes 200k€. (Für alle hab übrigens ich die Hälfte der Sozialversicherung bezahlt.)

        In diesen 10 Jahren hab ich nur für mich (!) irgendwo zwischen 2 und 3m€ Steuern abgeführt, mein Netto lag deutlich darunter. Auch, weil ich Geld für harte Zeiten im Unternehmen gelassen habe. Die dann in Gestalt der Finanzkrise auch kamen.

        Das GESAMTE Risiko für ALLE Gehälter lag bei mir, im Zweifel wäre mein Haus versteigert und die Familie auf die Straße gesetzt worden. Ohne Arbeitslosen- und Rentenversicherung.

        Was meinen Sie denn, wie weit der Staat mich noch hätte ausnehmen sollen? Immerhin bin ich für meine Rente VOLL verantwortlich. Rechnen Sie mal durch, was man für 30 Rentenjahre a 3000€/Monat braucht.

        Es ist billig, risikolos zu schimpfen UND durch das Geld anderer umfassend sozialversichert zu sein. Es ist ne ganz andere Kanne Bier, Risiken zu akzeptieren, Verantwortung (für das Leben der Familien der Angestellten) zu übernehmen und sein Bestes zu geben.

        PS Ich bin 1990 aus dem Osten gekommen und hab mit genau 2000 DM begonnen, als Möbelpacker, Weihnachtsmann, am Band mein Geld verdient und am Monatsanfang nicht gewusst, ob’s bis zum Ende reicht. So what? Helm festzurren, Kopf runter und durch. Und AUFHÖREN zu JAMMERN.
        PS2 Die Lösung ist 1,1m€ (!!!)

      • @foxxly
        @foxxly sagte:

        @ stoertebekker 20:59
        was nun?
        ich bin niemals in meinen leben gegen die unternehmer eingestellt gewesen. aber ich sehe auch die andere seite, und
        frage mich, wie diese entwicklung weiter geht.

        dies ist offensichtlich der unterschied.
        die unternehmen haben und müssen einen gewissen weitblick für ihr unternehmen haben. das ist klar.
        aber sie haben keinen blick, wo diese gesamte entwicklung hinführt.

        die gesamte gesellschaft, speziell auch die unternehmer müssten schon längst massiven protest an der politik richten wegen dieser entwicklung, insbesondere weil das kreditgeldsystem der sicher weg an die wand ist

        was haben sie dann davon, wenn dadurch alles, ihre gesamte lebensleistung wegen dieser falschen politik zu bruch geht ??

        in dieser ebene herrscht meistens eine gewisse mehr oder weniger große arroganz, egal was kommt, wir können mit geld alles erkaufen.dies hat im beruf bei vielen tatsächlich funktioniert.

        wenn aber das wachstum wegen gesamter überschuldung nicht mehr ausreicht, dann spätestens, bricht alles zusammen.
        warum lassen es die unternehmen mit ihren einfluss soweit kommen?

        die unternehmer sind meist helle köpfe, aber weitsichtig sind sie nur in der eigenen gier, immer mehr haben zu wollen.

        ja, und weill es alle so machen, ist es richtig. das ist ein riesen großer irrtum !!!!!!!!!!

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        “Das GESAMTE Risiko für ALLE Gehälter lag bei mir, im Zweifel wäre mein Haus versteigert und die Familie auf die Straße gesetzt worden. Ohne Arbeitslosen- und Rentenversicherung.”

        Oh Gott, waren Sie etwa ein unbeschränkt haftender Einzelkaufmann im Schlecker-Style und kein GmbH-Geschäftsführer?

        Oder spielen Sie darauf an, dass Sie viel investieren mussten und die Bank eine private Bürgschaft von Ihnen für die Kapitalgesellschaft forderte?

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @R Ott

        Umgotteswillen. Nein, Hasardeur bin ich nicht. Aber Sie kennen ja die Banken. Wollte zum Start nen Kredit – 2.000€ hat man mir angeboten. KEIN Witz. Hatte zu dem Zeitpunkt 10 Angestellte. Also bleibt nix als Bürgschaften zu unterschreiben und Forderungen zu verpfänden.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        “Wollte zum Start nen Kredit – 2.000€ hat man mir angeboten. KEIN Witz. Hatte zu dem Zeitpunkt 10 Angestellte.”

        Das glaube ich Ihnen sofort. Mir hat die Bank ganz am Anfang gesagt, Finanzierungen für Existenzgründer biete sie grundsätzlich nicht mehr an. Da musste ich mir dann halt was anderes einfallen lassen.

  8. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    Propaganda vom Bertelsmann-Konzern: “Die Zunahme sogenannter humanitärer Migranten ab 2015 führte zu einem Anstieg des Anteils von Immigranten (…), die möglicherweise länger brauchen, um sich in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren.”

    Ja, “möglicherweise” gibt es da ein paar Probleme.

    9% aller Arbeitslosen in Deutschland sind seit 2015 zugewanderte “Arbeitslose im Kontext von Fluchtmigration”, wie das so schön in den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit heißt. Und 75% von denen suchen eine Stelle mit Qualifikationsniveau “Helfer”.

    https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/202111/fluchtmigration/fluchtkontext/fluchtkontext-dlkaajc-0-202111-xlsx.xlsx?__blob=publicationFile&v=1
    (Tabelle 5)

    Wenn die Ampel die Hürden für die Einbürgerung dieser unqualifizierten Migranten absenkt, dann zählen die natürlich in Zukunft als Arbeitslose mit deutscher Staatsbürgerschaft und fallen aus der Statistik raus.

    Problem gelöst! ;)

    Antworten
    • Susanne Finke-Röpke
      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Herrn Michael Stöcker:

      Tja, das ist die große Frage. Die Deutschen wollten für die Schmutzarbeiten seit den 50er-Jahre Heloten.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Heloten

      Die Frage ist, ob die Mehrheit der Neubürger Heloten sein wollen, sich assimilieren wollen oder eine Fortsetzung der

      https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Expansion

      anstreben.

      Keine Ahnung, wofür sich die Migranten überwiegend entscheiden. Wird spannend. Und hoffentlich friedlich bleiben.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Frau Finke-Röpke

        “Keine Ahnung, wofür sich die Migranten überwiegend entscheiden. Wird spannend. Und hoffentlich friedlich bleiben.”

        Na, Sie sind ja optimistisch. Es gab mal eine berühmte große Umfrage aus 2013 über die gesellschaftlichen und politischen Ansichten von Muslimen in ganz verschiedenen Staaten, und da kam beispielsweise folgende bemerkenswerte Erkenntnis heraus, die auch erklärt, wieso Afghanistan so aussieht, wie es eben aussieht, und wieso da ein islamistisch-fundamentalistischer Sharia-Staat die stabilste Regierungsform zu sein scheint:

        “Muslims around the world strongly reject violence in the name of Islam. Asked specifically about suicide bombing, clear majorities in most countries say such acts are rarely or never justified as a means of defending Islam from its enemies. In most countries where the question was asked, roughly three-quarters or more Muslims reject suicide bombing and other forms of violence against civilians. And in most countries, the prevailing view is that such acts are never justified as a means of defending Islam from its enemies. Yet there are some countries in which substantial minorities think violence against civilians is at least sometimes justified. This view is particularly widespread among Muslims in the Palestinian territories (40%), Afghanistan (39%), Egypt (29%) and Bangladesh (26%).”

        https://www.pewforum.org/2013/04/30/the-worlds-muslims-religion-politics-society-overview/

        39% Zustimmung für Selbstmordanschläge gegen Zivilisten “zur Verteidigung des Islam vor seinen Feinden” ist ganz schön viel.

        Vielleicht holen wir ja nur diejenigen Afghanen nach Deutschland, die solches Verhalten ganz klar ablehnen – obwohl wir nicht einmal deren Identität eindeutig zuordnen können?

  9. Sven Mensing
    Sven Mensing sagte:

    Vielen Dank Herr Dr. Stelter für diese differenzierte und positiv nach vorne blickende Analyse (ich habe den Podcast gehört). Ein sehr wohltuender Beitrag in der heutigen Zeit.

    Antworten

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