Argentinien als Warnung

„Der Fall Argentinien ist ein empirischer Beweis dafür, dass, egal wie reich man auch sein mag …, wenn Maßnahmen ergriffen werden, die das freie Funktionieren der Märkte, des Wettbewerbs, der Preissysteme, des Handels und des Besitzes von Privateigentum behindern, das einzig mögliche Schicksal Armut ist.“ Das sagte der neu gewählte argentinische Präsident Javier Milei bei seiner Rede im Januar in Davos.

In der Tat: Vor 100 Jahren gehörte Argentinien zu den reichsten Ländern der Welt. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag auf dem Niveau Westeuropas. Hätte sich das Land in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt wie Länder mit vergleichbarer Wirtschaftsstruktur, läge das Pro-Kopf-Einkommen einer Studie zufolge heute auf dem Niveau von Neuseeland (51.967 USD) statt auf dem Niveau von Mauritius (26.505 USD). Argentinien wäre ein reiches Land und nicht ein Land, welches seine Hoffnung auf einen „Anarchokapitalisten“ setzt, um eine Trendwende einzuleiten.

Blickt man auf die Geschichte des Landes in den vergangenen 100 Jahren, so muss man feststellen, dass populistische Regierungen und Militärdiktaturen, die abwechselnd an der Macht waren, auf Klientelpolitik und Umverteilung gesetzt haben und zugleich immer weitgehender in die Wirtschaft eingriffen. Liest man die Analyse des Ökonomen Rok Struk über die Ursachen der Misere kommt nicht umhin, einige Ähnlichkeiten zu dem zu sehen, was auch hierzulande die Politik immer mehr prägt.

Der Staat griff immer mehr in die freien Märkte ein, was zur Bevorzugung dominanter Interessengruppen und zur Ausrichtung der Wirtschaft an staatlichen Fördergeldern und Subventionen statt produktiver Wirtschaftstätigkeit führte. Durch eine Reihe von Verstaatlichungen wuchs der Anteil staatlicher Aktivitäten in der Wirtschaft. Dies ging einher mit Preiskontrollen und weiteren Einschränkungen der Eigentumsrechte wie das Verbot der Räumung nicht zahlender Mieter.

Hierzulande erleben wir Ähnliches: Der Staat greift, getragen vom politisch definierten Ziel einer „Transformation“, immer weiter in die Wirtschaft ein, bis hin zu Gewinngarantien bei entsprechendem Verhalten der Unternehmen – Differenzverträge genannt.

Parallelen Argentinien und Deutschland

Eng damit verbunden war in Argentinien ein Ausbau des öffentlichen Sektors, wo Stellen geschaffen wurden, die dazu dienten, politische Weggefährten zu versorgen. Hierzulande hat allein die Ampel nach einer Analyse der Bundeshaushalte und Stellenpläne durch die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft von Ende Januar 11.500 zusätzliche Beamtenstellen geschaffen. Allein die laut „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ 46 neu geschaffenen Stellen als „Sonderbeauftragte“ der Bundesregierung kosten jährlich 30 Millionen Euro.

Ebenfalls im Fokus stand in Argentinien immer wieder eine populistische Einkommens- und Vermögensumverteilungspolitik. Auch hierzulande steht der Ausbau des Sozialstaats und eine immer weiter gehende Umverteilungspolitik hoch auf der Agenda. Seit Jahren steigt der Anteil der Sozialausgaben am Bundeshaushalt, und die Rufe nach Vermögensteuern, Vermögensabgaben und höheren Erbschaftsteuern sind unüberhörbar.

Um trotz der schlechten wirtschaftlichen Entwicklungen Umverteilung und Klientelpolitik weiter finanzieren zu können, setzten Argentiniens Regierungen immer wieder auf Staatsschulden und die Finanzierung über die Notenbank. Mehrere Hyperinflationen und Staatsbankrotte waren die Folge.

Hierzulande besteht diese Gefahr noch nicht, versperren doch Schuldenbremse und Unabhängigkeit der Zentralbank einen solchen Weg. Die Diskussionen zur Aufhebung der Schuldenbremse unterstreichen jedoch, dass der Anreiz hoch ist, die Folgen der eigenen Politik – geringes Wachstum, Subventionskultur – durch Schulden zu kaschieren.

Noch ist es unangebracht, Deutschland mit Argentinien gleichzusetzen. Dennoch sollten uns die Parallelen zu denken geben. Angesichts der demografischen Entwicklung werden die Verteilungskonflikte deutlich zunehmen und damit die Verlockung der Politik, auf populistische Maßnahmen zu setzen, die das Wirtschaftswachstum zusätzlich bremsen. Wohlstand ist aber kein Zufall, sondern das Ergebnis funktionierender Märkte und freien Unternehmertums.

→ handelsblatt.com: „Argentiniens Abstieg ist eine Warnung für Deutschland“, 18. Februar 2024

Kommentare (40) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. weico
    weico sagte:

    Dass sich jeder argentinische Präsident(in) zu den Inseln bekennt und die Rückführung anspricht,ist schon lange nationalistische Landestradition/”Folklore” und taugt nur noch für kurze Meldungen im Ausland..

    https://www.spiegel.de/ausland/david-cameron-besucht-als-erster-britischer-aussenminister-seit-30-jahren-falklandinseln-a-b6036bd4-f19f-4bc4-ae8c-80bf37f6d95f

    Als Anarchokapitalist sollte er das Abstimmungsresultat von 2013 akzeptieren..aber dem Wähler ist wohl die Floskel geschuldet ! :-)

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @weico

      “Dass sich jeder argentinische Präsident(in) zu den Inseln bekennt und die Rückführung anspricht,ist schon lange nationalistische Landestradition/”Folklore”

      Wenn die Briten bei ihren ja auch schon seit Jahrhunderen traditionellen Angriffsversuchen auf die Krim weiter so viele ihrer Waffen sinnlos an die Ukraine verschenken, könnte tatsächlich noch die Gelegenheit für Argentinien in Sachen Falklands-Rückeroberung kommen… ;)

      Antworten
  2. foxxly
    foxxly sagte:

    ….. ich hoffe, dass dir büger argentiniens bald erkennen und begreifen, dass milei ein verräter ist und ihren land massiv schädigt.
    möglichst bald sollte diese episode beendet werden und ein neuanfang gestartet werden.
    mit milei wird es jedenfalls nichts!

    genau das sollten wir deutsche auch lernen und begreifen, wer uns das fell bei lebendigen leibe über die ohren zieht!
    dies umso dringender wegen unsere historischen vergangenheit, dürfen wir uns nicht in diesen ukraine-krieg/konflikt hineinreiten lassen.
    wahrscheinlich ist es schon zu spät (sicherheitsbündnis !?)

    Antworten
  3. Bakwahn
    Bakwahn sagte:

    zum Ausbau des öffentlichen Dienstes zur Versorgung von „verdienten Parteigenossen“, oder wie
    Stelter sagt politischer Weggefährten.
    Machen wir ein schnelles Gedankenexperiment. AfD und WU gewinnen die nächste BTW 2025. Dann wünschte ich mir ein „Entverbeamtungsgesetz“, welches es möglich macht, den aufgeblähten Verwaltungs- und Beamtenapparat gründlich zu reformieren und radikal zu verschlanken, Beamte zu entlassen und diese vielen Fachkräfte dem Arbeitsmarkt zuführen, der diese doch so dringen braucht. Dort können dann die vielen Soziologen, Politologen, Geistesakrobaten und „Völkerrechtler“ (hahahaha) höchst produktiv arbeiten; sich einbringen.
    Anmerkung:
    Warum Lehrer Beamte sind, erschließt sich mir bis heute nicht. (Ich weiß. Lehrer sind Ländersache.)

    zur demographischen Entwicklung, die der Text erwähnt:
    Ich habe mich so ab 1967 / 1968 intensiv mit Demographie beschäftigt; habe in der Düsseldorfer Stadtbibliothek entsprechende Forschungsliteratur gelesen. Damals unter dem Leseinteresse des starken Ungleichgewichts zwischen Männern und Frauen in den jüngeren Jahrgangskohorten (auffallender Jungen-, Jungmännerberschuß, dementsprechend ein Mangel an jungen Mädchen, jungen Frauen). Heute ist dieses Verhältnis durch die fortdauernde Massenzuwanderung überwiegend junger Männer völlig aus dem Ruder gelaufen. (Aber da es ja seit Neuestem viele Geschlechter gibt, mache ich mir um die weitere Bevölkerungsentwicklung keine Sorgen … hahaha)
    Im Verlaufe der Jahrzehnte bin ich immer drangeblieben an diesem Thema Demographie. Als dann vor ca. 30 Jahren die ersten Warnungen wegen der Rentenproblematik aufkamen, habe ich immer mal wieder folgenden Lösungsvorschlag gemacht. Eltern mit zwei und mehr Kindern sollten bei der Rente und auch bei der Pension besser gestellt werden. Auch in der Pflegeversorgung sollten Eltern mit zwei und mehr Kindern bevorteilt werden. Kinderlose haben hintenan zu stehen.
    Aber auf mich hört ja keiner … 55555

    Zwei meiner Freunde – jetzt alle im Rentenalter -, kinderlos, haben in Düsseldorf eine Eigentumswohnung. Die, die Kind(er) haben, sind ins Knie gef…. wohnen zur extrem teuren Miete.
    Wenn ich neben meiner Tochter noch ein weiteres Kind hätte, dann könnte ich mir meine langen und ausgedehnten Fernreisen zum Überwintern nicht leisten. Denn diese finanziere ich nicht über meine kümmerliche Rente, sondern aus Lebensersparnissen. Diese hätte ich bei einem weiteren Kind nie ansparen können.

    Gruß aus der Sonne – 30 Grad, blauer Himmel
    nicht erst seit 2014 alternativ

    Antworten
    • Vater Thiel
      Vater Thiel sagte:

      @ Bakwahn

      “Wenn ich neben meiner Tochter noch ein weiteres Kind hätte, dann könnte ich mir meine langen und ausgedehnten Fernreisen zum Überwintern nicht leisten. ”

      Ausser Ihre zweite Tochter wäre Unternehmerin geworden und wäre heute Inhaberin eines Luxushotels in Palm Beach, Beverly Hills oder einem Ort Ihrer Wahl …

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      • Bakwahn
        Bakwahn sagte:

        Vater Thiel,
        ja, nach Beverly Hills Los Angeles California oder Palm Beach Florida würde ich ebenfalls gerne reisen und dann in einem Luxushotel der Extraklasse bei meiner (fiktiven, ungeborenen) zweiten Tochter kostenlos!!! übernachten.
        Das erinnert mich an den Song von den Mamas und Papas „California Dreaming“ von 1966, in dem das Schlager-Ich sich aus dem winterlichen, naßkalten NY ins deutlich wärmere LA hinüberträumt.

        I had be safe and warm
        If I was in LA
        California dreaming
        On such a winters day

        eine Hymne des Aufbruchs, des Optimismus, der Fröhlichkeit trotz widriger Umstände, kalifornisch-sonnendurchflutet.
        https://www.youtube.com/watch?v=RzQDi7xPW9c

        Aber ein paar weitere Hotels in Hinterindien wären ebenfalls sehr genehm für mich.
        Ein zweites „Oriental“ direkt am Chayo Praya in Krung Thep.
        https://www.mandarinoriental.com/en/bangkok/chao-phraya-river

        Ein weiteres Hotel in Rangun – Yangon – an der Strandstraße 120 m vom Yangon River entfernt; ein zweites Strandhotel; direkt neben der britischen Botschaft ist noch Platz.
        In den Vor-Corona-Jahren war ich oft in diesem Hotel; nicht als Hotelgast (das hätte meine Reisekasse gesprengt), sondern als Gast des Hotels in der Sarkies Bar bei Jasmin Tee und zwei oder drei Myanmar Lagerbeer.

        https://www.hotelthestrand.com/

        Oder ein Hotel in unmittelbarer Nähe zum Mekong in Vientiane; hochoben im 15. Stock eine Zimmersuite mit 360° Rundumblick über Vientiane und den Mekong River.

        Also, liebe ungeborene zweite Tochter, hau rein, pack es an, es gibt viel zu tun für deinen alten Vater.

    • E.W.
      E.W. sagte:

      Ein Entverbeamtungsgesetz allein bringt nichts. Zuerst muss der Gesetzesapparat ordentlich entschlackt werden, sonst gibt es eine Verstopfung.

      Antworten
  4. komol
    komol sagte:

    Argentinien ist eine Warnung, ja. Schaut man sich diesen Typ Millei an, sieht man die Verzweiflung, Aggressivität und geradezu Irregemachtheit bzw. den Wahnsinn, in welchen Liberale und Libertäre jetzt im Wandel von G3 zu G4 getrieben sind. Man sieht was aus ihnen wird, wenn die Zeit sie überholt. Man sieht, was sie schon immer waren. Lustig ist v.a., wie sie die Geschichte verklären, denn im Grunde waren es solche Leute (wenn auch eben meistens aus dem Ausland, sprich USA usw.), die Argentinien ruiniert haben. Die Zeiten, wo sie die Weißen, und den Kontinent (auch mit fremder Hilfe) dominieren konnten, sind längst vorbei. Es ist ein gutes emp. Bsp., dass wir jetzt genauer beobachten sollten. Der Wandel von G3 zu G4 vergegenständlicht sich überall anders, je nachdem, aus welcher Situation man kommt. Dass die Leute dort jetzt so gewählt haben, zeigt die Verzweiflung und spez. Geschichte des Landes. Aber egal wie es wo zum Bürgerkrieg kommt, es wird überall kommen, egal von welcher Situation her. Und wenn man den Telos der Geschichte erkannt hat (Rosseau, Hegel, Adorno usw.), weiß man wohin es geht und wie es kommen wird. Das Liberale ist am Ende (und das sieht man ja auch schon darin, dass schon wieder 75% der Weltbevölkerung, Tendenz steigend, in nicht-liberalen Konfigurationen leben), denn es ist Abbau, nicht Aufbau von Gesellschaft bzw. sozialen Systemen. Genauer betrachtet ist es eine kurze Phase zum Ende von G3 gewesen, deren Zustandekommen man geschichtsphilosophisch gut erklären kann – es war die “Ruhe- bzw. Stillstandsphase” in den Erholungssituationen zwischen den Kriegen zwischen links und rechts, welche als zwei Formen von mehr Vergesellschaftung (bzw. Staat) das, was die franz. Rev. als G3-Crux (Zivilisationsschritt) brachte, weiterführen, wobei sich links mittel- bis langfr. durchsetzen wird (oder anders gesagt: global-rechts).

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @komol

      Kommentieren Sie mal wieder über Länder, von denen Sie null Ahnung haben?

      “Schaut man sich diesen Typ Millei an, sieht man die Verzweiflung, Aggressivität und geradezu Irregemachtheit bzw. den Wahnsinn, in welchen Liberale und Libertäre jetzt im Wandel von G3 zu G4 getrieben sind. (…) Lustig ist v.a., wie sie die Geschichte verklären, denn im Grunde waren es solche Leute (wenn auch eben meistens aus dem Ausland, sprich USA usw.), die Argentinien ruiniert haben.”

      Blödsinn. Die Peronisten, die Argentinien jahrzehntelang ruiniert haben, waren überhaupt nicht liberal oder gar libertär. Oder haben Sie vielleicht ein Beispiel für ein libertäres Projekt einer peronistischen Regierung?

      “Aber egal wie es wo zum Bürgerkrieg kommt, es wird überall kommen, egal von welcher Situation her.”

      Bürgerkrieg? In Argentinien kam es zu mehreren Militärdiktaturen als Intermezzo zwischen den peronistischen Perioden…

      “Und wenn man den Telos der Geschichte erkannt hat (Rosseau, Hegel, Adorno usw.), weiß man wohin es geht und wie es kommen wird.”

      In dieser Aufzählung fehlen aber eindeutig die beiden größten Philosophen unserer Netzwerkgesellschaft: Robert Habeck und Ulrike Herrmann. :D :D :D

      PS: Glauben Sie eigentlich, dass man irgendwann nach Ende des nächsten amerikanischen Bürgerkrieges auch so einen bewegenden Musical-Film über Michelle Obama drehen wird? ;)

      Evita [das war die erste Frau von Peron, also dem Typen, der den Peronismus erfunden hat] – Don’t Cry For Me Argentina
      https://www.youtube.com/watch?v=KD_1Z8iUDho

      Antworten
      • komol
        komol sagte:

        @ott

        Das ist lustig. Der Beitrag hier argumentiert wie immer rein ökonomisch, ihr Kommentar stärker bis rein politisch. Beide kommen mit tollem Faktenwissen daher. Doch beide haben kein Überblickswissen, keine Ganzheitlichkeit, eben auch in der Gesamteinschätzung dann. Ökonomie, Politik usw. sind Teilontologien, Teilsysteme der G. Ich argumentiere gesamtgesellschaftlich mit Gesamtüberblick, sprich i. Sinne einer Gesamteinschätzung, die auf Nennung der tausenden Fakten, die ihr zugrunde liegen, verzichtet. Und ich formuliere es Ihnen auch gern noch einmal in Ihren kleinontologischen Spartenssprachen um: Gesellschaft ist eine Geschichte von Ausbeutung und Kampf. Das verstehen Sie vllt. alle noch am besten – und schon lösen sich Ihre Teilontologien im Meer des Gesamten auf. Obwohl der Ausbeutung und dem Kampf noch etwas vorsteht. Nämlich die Entwicklung des Systems, welche Menschen bzw. zumindest deren Bewußtseine zu Nutzobjekten der Kommunikation macht, sprich, man muss schon auch Ausgebeuteter und Ausbeuter werden wollen, eben um an Gesellschaft teilzunehmen zu können.

        Ps: Ja, ich vergaß Marx, und viele andere .. Und falls Sie sich geschichtphil. weiterbilden wollen, vergessen Sie nicht, Hegel eingeschränkt zu sehen (das zeigte uns Adorno), denn er musste für den schließen, von dem er letztlich bezahlt wurde (es läuft also nicht auf pure Freiheit raus; denn Freiheit ist immer Freiheit von etwas und andererseits Freiheit zu etwas; Schauen Sie auf die Parole der franz. Rev.: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, oder besser gesagt: Freiheit durch Gleichheit und/oder Brüderlichkeit; die letzten beiden Begriffe werden bzw. wurden seitdem, und v.a. im 20 Jhd. umkämpft, eben wie gesagt durch links und rechts; dieser Kampf ist die Weiterführung bzw. Weiterentwicklung der franz. Rev.; und die, die nur Freiheit sehen, also die Liberalen, sind die, die nur den Boden der franz. Rev. halten wollen, ohne den Acker zu bepflanzen; aber das geht gegen den Telos; es ist Betrug; es sind die, die nicht an Gesellschaft denken, nur an sich selbst, quasi “asoziale Altmenschen” ..)

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @komol

        Gratulation. Sie haben es tatsächlich geschafft, über 300 Wörter zu schreiben ohne auch nur die zartesten Versuche in die Richtung zu entwickeln, dass Sie tatsächlich meine Frage an Sie beantworten.

        Also nochmal:

        Haben Sie ein Beispiel für ein libertäres Projekt einer peronistischen Regierung?

      • komol
        komol sagte:

        @ott

        Warum hab ich das nicht? Sagen Sie es mir, damit ich sehen kann, ob Sie lernen und vorankommen!

      • komol
        komol sagte:

        @ott

        Nagut, ich glaube wirklich dass Sie nicht einfach nur blöd tun .. Sie wissen oder verstehen es anscheinend tats. nicht .. Also gut: Wenn die Ausbeutung von außen kommt, also von Liberalen aus dem Ausland, dann ist es egal, ob man in einem Land Liberales versucht zu installieren oder nicht, ja sogar besser, wenn nicht, also besser rechts, denn so läßt sich am Sichersten bzw. Konstantesten am meisten rausziehen (also wenn nicht blöderweise grad links dran ist, aber das wurde ja deshalb versucht, leider erfolgreich, weil der Kontinent eben zum Vorhof der USA gehört, für rechts abzufegen). Würden Sie bspw. liberal im Inneren versuchen zu installieren, dann läßt sich zwar mittel- bis langfr. mehr rausziehen (also die Bev. wird der Ausbeutung von außen noch stärker zugänglich bzw. abgreifbar), aber es sind dann weniger sichere Returns, also mit mehr Unsicherheitkosten über die Zeit, mehr Diskontinuierlichkeit usw. verbundene Returns.

      • weico
        weico sagte:

        @ komol

        “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, oder besser gesagt: Freiheit durch Gleichheit und/oder Brüderlichkeit;”

        Durch solche sozialistisch-kollektive und woken Umdeutungen, geht es mit Deutschland ja immer mehr nach Unten… :-)

        “Der historische Wahlspruch „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ wird heute in Deutschland oftmals durch „Freiheit, Gleichheit, Solidarität“ oder „Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität“ ersetzt, beispielsweise im Grundsatzprogramm der SPD.
        Der Grund dafür ist, dass der Begriff der „Solidarität“ im Gegensatz zur „Brüderlichkeit“ geschlechtsneutral sei und Frauen mit einschließe.

        Auf einem Wahlplakat der Grünen zur Europawahl 2019 wurde der Spruch in „Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit“ abgewandelt.”

        https://de.wikipedia.org/wiki/Freiheit,_Gleichheit,_Brüderlichkeit

        Eine weitere bekannte sozialistische Umdeutung :
        “Arbeit macht frei….”

      • komol
        komol sagte:

        @ott

        Zur Vorbeugung und zur Abbruchssicherung, weil Sie, wie ich Sie kenne, bestimmt wieder fleissig irgendw. Fakten recherchieren werden, um kleinteilige Gegenargumente zu formulieren: Das ist ein Reinmodell. In der Realität sind die Situationen natürlich nicht ohne Vorgeschichte (also Pfadabhänigkeiten), nicht ohne andere Bedingungen und Verstellungen der Gesamtsituation usw. .. sprich sachlich und sequentiell komplex. So war der Kalte Krieg natürlich eines der haupt-constraints. Deshalb sah es nat. nie rein und direkt so aus, als ob die USA erstes Peron (anfangs usw.) wirklich wollten oder nicht; zweitens ist das was Politik offents. sagt und tlw. auch macht nicht immer das, was von denen, die die Macht haben, und sich nicht selbst in die erste Riege stellen, in Wahrheit intendiert ist (meist führen auch gerade gegenstzl. aussehende Handlungen zu Zielen, die offensichtlich nicht gleich gut erkennbar sind); drittens läuft das Spiel nach dem trial-error-Schema, weil auch andere externe Akteure (Region usw.) beteiligt sind uswusf., und dabei kommt es freilich auch zu Rückschlägen, Überschlagungen, zeitl. Rückzügen, Nachdenkphasen, Strategieanpassungen uswusf. Wichtig ist, was über die Zeit rausgezogen werden konnte, an ökon., pol., soz., kultur. usw. Kapital. Bitte suchen Sie, wenn dann überhaupt, ggf. dazu Daten, wenn Sie hier irgend jemanden irgendwie weiterbringen wollen (aber die werden Sie nicht finden, weil das von vornherein keiner untersucht :-)).

      • komol
        komol sagte:

        @weico

        Aber die weicosche “Freiheit als Sarkasmus und Zynismus” ist jetzt auch nicht so deerr Zivilisationsfortschrittskracher, oder? :-) Ich empfehle Ihnen das Buch: Sloterdijk “Kritik der zynischen Vernunft”, oder auch “Regeln für den Menschenpark” von gleichen Autor.

      • Vater Thiel
        Vater Thiel sagte:

        Müsste man bei dem Thema nicht sauber die Begriffe trennen ?

        Liberale sind m.E. Frei- und Schöngeister und haben mit so profanen Dingen wie Macht und Geld nichts am Hut.

        Macht und Geld sind Themen ganz anderer Menschentypen.
        Hier greift C.G. Jungs Schattenprinzip.
        Demzufolge ist überspitzt gesagt im tiefsten Inneren
        – jeder Sozialist ein Machtmensch und Ausbeuter
        – jeder Prediger und Apostel ein Ungläubiger
        – jeder Moralist ein Wüstling
        – jeder Pazifist ein Gewaltmensch
        – u.s.w.

        Der Ausbeuter und der Sozialist sind zwei Seiten derselben Medaille, deren gemeinsames Thema die Macht und als Mittel zur Macht das Geld ist. Der eine lebt es bewusst, der andere unbewusst im Schatten.
        Das Thema lässt sich nicht per Gesetz regulieren, denn Ausbeutung gibt es bereits auf Ebene kleinster Gruppen bis hin zur Familie.
        Im Grunde hat sogar der Asket und Frömmler ein Machtproblem, der er giert nach Macht über sich selbst, seinen Körper, seine Gedanken, seine Emotionen und Gefühle.

        Für einen wirklich Liberalen wie Westerwelle, Lagerfeld, Beckenbauer, den Prinzregenten Luitpold u.s.w. ist Macht und Geld kein Thema, manche Liberale haben Geld ohne Anstrengung, andere haben kein Geld und leben von “Luft und Liebe” für ihre Kunst oder Leidenschaft. Das heisst nicht, dass Liberale keine Schattenthemen und Problembereiche haben.

        Kapitalist, Sozialist, Ausbeuter, Altruist, Liberaler, Definition und Abgrenzung ist eine tiefgründige Sache.
        Oder ?

      • weico
        weico sagte:

        @komol

        “Ich empfehle Ihnen das Buch: Sloterdijk “Kritik der zynischen Vernunft”, oder auch “Regeln für den Menschenpark” von gleichen Autor.”

        Sie meinen ein 4-mal verheirateter, philosophierender Schriftsteller und ehemalige Bhagwan-Anhänger, kann wirklich etwas für Mich gewinnbringendes …. über Vernunft schreiben. ?! :-)

      • jobi
        jobi sagte:

        @Vater Thiel

        “Kapitalist, Sozialist, Ausbeuter, Altruist, Liberaler, Definition und Abgrenzung ist eine tiefgründige Sache. Oder ?”

        Allerdings. Eine vollständige Abgrenzung ist kaum möglich. Sollte i.d.R. aber auch kein Problem darstellen, denn damit umzugehen gibt es Konzepte.

        Schwierig wird es immer dann, wenn Moral oder Hybris ins Spiel kommen ..

      • jobi
        jobi sagte:

        @Herr Ott

        “Kommentieren Sie mal wieder über Länder, von denen Sie null Ahnung haben?”

        Seien Sie dankbarer.

        @komol beschäftigt sich nicht mit profanen Details, er eröffnet Ihnen Teilhabe an seinem Überblickswissen, gibt Ihnen Anstoß zur Reflektion und damit die Möglichkeit, Ihre teilonkologische Beschränktheit zu überwinden ..  :D:D:D

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Jobi und Vater Thiel

        >Kapitalist, Sozialist, Ausbeuter, Altruist, Liberaler, Definition und Abgrenzung ist eine tiefgründige Sache.

        Es wird m.E. zur tiefgründigen Sache verschwurbelt statt mit 1-3 klipp und klaren Definitionen zu arbeiten. Paradebeispiel ist für mich Kapitalismus vs. Sozialismus. Den Kern der zwei gesellschaftlichen Organisationsformen kann man mit ganz wenigen Definitionen fassen – wenn man möchte. Daraus leitet sich der Rest dann ab. Dass zumindest die Sozialisten diese Klarheit nicht fördern, verwundert nicht. Dann fällt der Scam auf, dass die Kapitalelite durch eine Politikelite ersetzt wird und der kleine Bürger noch schlechter dran ist und noch weniger frei entscheiden kann. Hochklettern und Strampeln muss er ohnehin in beiden Systemen.

        “Ausbeutung” fällt dabei aus der Reihe. Das ist ein auf Emotionen basierend vergebenes Attribut und kaum objektivierbar. Was für den einen Ausbeutung, ist für den anderen womöglich eine gelungene kooperative Geschäftsbeziehung.

        Dazu passend: “Schwierig wird es immer dann, wenn Moral oder Hybris ins Spiel kommen.”

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Thomas M.

        Mal ein ganz anderer Denkansatz:

        Vielleicht ist die ideologische Geschmacksrichtung der lokalen Regierung gar nicht so wichtig, wenn Kräfte aus dem Ausland ein reiches Land systematisch filetieren und ausplündern wollen und die gleichzeitig aus welchen Gründen auch immer großen Einfluss auf die Regierung vor Ort haben?

        Wir kennen das Prinzip ja mittlerweile auch aus Deutschland, da trat einst eine pazifistische grüne Partei an, die plötzlich zum größten Kriegsbefürworter wurde, genau so wie es zu den Interessen ihrer Puppenspieler in Washington passt.

      • jobi
        jobi sagte:

        @Thomas M.

        “Ausbeutung fällt dabei aus der Reihe ..”

        Ein m.E. verstaubter Begriff aus Zeiten des Klassenkampfes.

        Im sozialstaatlichen Umfeld dominiert die Selbstausbeutung, die von freien Individuen nicht nur negativ erlebt wird, sondern auch als das Ergreifen von Chancen zur Selbstverwirklichung wahrgenommen wird. 

        Das heißt natürlich nicht, dass unterschiedliche Machtinteressen heute keine Rolle spielen – im Gegenteil. Sie wirken nur supranational, korrumpieren unsere Eliten und sind daher schwerer erkennbar.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Ott
        Ja, Auffahrtsrampen für externe Interessen gibt’s systemunabhängig. Ich weiß aber nicht, ob man auf unsere Regierung aus Washington mehr Einfluss nimmt als auf andere oder ob das gar nicht nötig ist, weil “Germany is eager to please and show off” greift… vielleicht muss man “uns” einfach laufen lassen. Da braucht es gar nicht viel Überredung und “wir” zücken die Brieftasche.

        @jobi
        >Im sozialstaatlichen Umfeld dominiert die Selbstausbeutung, die von freien Individuen nicht nur negativ erlebt wird, sondern auch als das Ergreifen von Chancen zur Selbstverwirklichung wahrgenommen wird.

        Guter Punkt! Aber, googlen Sie mal “taz ausbeutung” – das ist der Begriff noch fresh ;)

    • Lothar
      Lothar sagte:

      Ich denke in Argentinien handelte es sich wohl jeweils um Faschismus als Ausdruck und Folge einer tiefen Krise des Monopolkapitalismus und dieser wiederholt sich gerade wieder.

      Antworten
      • Lothar
        Lothar sagte:

        Zur Ergänzung:
        Schließlich kann der Staat in Not geratene Großunternehmen durch Subventionen retten oder als Großauftraggeber, häufig in der Rüstungsindustrie, Konzerne stützen. Der Monopolkapitalismus wird sich also rasch zu einem staatlichen Monopolkapitalismus fortentwickeln, bei welchem die herrschenden Monopole eng mit dem Staatsapparat verstrickt sind.

        Verlagert sich die Konkurrenz weg von einer Konkurrenz zwischen Unternehmen einer Branche hin zu einer Konkurrenz zwischen kapitalistischen Nationalstaaten und Kapitalblöcken, nimmt sie mehr und mehr auch militärische Formen an. Es kann sich eine permanente Rüstungswirtschaft mit eigenen Widersprüchen herausbilden.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Lothar

        Wenn jemand noch “Islamismus” sagt, hab ich meine Bingo-Karte voll. ;)

        “Ich denke in Argentinien handelte es sich wohl jeweils um Faschismus als Ausdruck und Folge einer tiefen Krise des Monopolkapitalismus und dieser wiederholt sich gerade wieder.”

        Puh, kommt jetzt auch noch Staatsmonopolkapitalismus-Theorie? Argentinien wird einfach heruntergewirtschaftet und ausgeplündert. Der Abstieg ging ja auch jedes Mal weiter, wenn eine Militärdiktatur wieder von einer demokratisch gewählten Regierung, egal wie sozialistisch, abgelöst wurde.

        “Verlagert sich die Konkurrenz weg von einer Konkurrenz zwischen Unternehmen einer Branche hin zu einer Konkurrenz zwischen kapitalistischen Nationalstaaten und Kapitalblöcken, nimmt sie mehr und mehr auch militärische Formen an. Es kann sich eine permanente Rüstungswirtschaft mit eigenen Widersprüchen herausbilden.”

        Das sagen die europäischen Theoretiker, aber es gibt da ein Problem: Eine bedeutende eigene Rüstungsindustrie hatte Argentinien nie, und selbst während der Zeit der Militärdiktaturen war die argentinische Armee die meiste Zeit mit innenpolitischen Konflikten beschäftigt. Andere Nationalstaaten spielten da als Konkurrenten – mit einer kleinen Ausnahme, siehe unten – keine Rolle.

        (Und wenn Sie jetzt vom Falkland-Krieg anfagen: Der dauerte 2 Monate und hatte insgesamt nicht einmal 1000 Todesopfer. In der Ukraine und in Gaza gibt es jeweils locker so viele Opfer *alle 3 bis 4 Tage*. So unterschiedlich sind die Dimensionen.)

  5. Beobachter
    Beobachter sagte:

    Schöner Artikel. Das Absurde ist nur, dass er beim Handelsblatt erschienen ist, das gerade zu den Hauptinitiatoren der Kampagne #Zusammenland gehört. Propaganda-Unterstützung einer Regierung, die gerade die Wirtschaft platt macht. Muss man nicht verstehen.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Beobachter

      “Das Absurde ist nur, dass er beim Handelsblatt erschienen ist, das gerade zu den Hauptinitiatoren der Kampagne #Zusammenland gehört. Propaganda-Unterstützung einer Regierung, die gerade die Wirtschaft platt macht.”

      Die Argentinier hatten ja auch nie ein “grünes Wirtschaftswunder” so wie wir in Deutschland – das ist die regierungskoforme Lehre, die man aus dem Artikel ziehen kann. :D :D :D

      Außerdem, und das ist die zweite Lehre, sind “Populisten” total böse, die Regierung muss nur darauf achten, dass dieses Etikett nur ihren politischen Gegnern angeklebt wird. ;)

      Die tieferen Details interessieren dann eh keinen mehr, Sie sehen ja schon, wie wenig Hintergrundwissen das linksgelbgrüne Kommentariat hier über Südamerika hat.

      Antworten
  6. Felix
    Felix sagte:

    Mir ist ein Anarchokapitalist lieber, als ein Stalin, Hitler oder Mao.

    Am besten wäre natürlich einfach VERNUNFT. Aber das scheint den Menschen unmöglich zu sein. Die Mehrheit kann (noch?) nicht aus der Geschichte lernen und ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen. Ist ganz normal: wiederholen bis es klappt oder dabei untergehen. Wahrscheinlich ist das Weltall deswegen so leer.
    Für´s erste unterstütze ich Argentinien gerne durch den Kauf von Steaks und Rotwein. Es lebe die Freiheit, verdammt!

    Antworten
    • Vater Thiel
      Vater Thiel sagte:

      @ Felix

      “Wahrscheinlich ist das Weltall deswegen so leer.”

      Der Hobby-Schamane Indianer-Herbert, mein alter Stammtischbruder-aus den Nullerjahren, hätte wahrscheinlich gesagt:
      “Astrologisch-esoterisch gesehen, hat jeder Himmelskörper im Universum seine spezifische Aufgabe.
      Der Planet Erde ist das Irrenhaus der Milchstrasse, und ihr Heim für Verhaltensauffällige und Schwererziehbare.
      Die gefallenen Engel (*) verweilen nicht allzu lange dort und kehren geläutert nach Myriel (**) zurück …”

      (*) Anmerkung VT: Einmal Kanzler Scholz ist mehr als genug.
      (**) Wie ich auf MTV von einem schwarzen Musiker gelernt habe, war der Astral-Planet Myriel die Heimat von Jimi Hendrix, der dort den Funk erfand und ihn nach seinem Rauswurf von dort mit auf den Planeten Erde brachte.

      Und nein, ich habe heute nur Eilles Gourmet Kaffe und Schwarztee konsumiert.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Vater Thiel

        “Und nein, ich habe heute nur Eilles Gourmet Kaffe und Schwarztee konsumiert.”

        Sie Lügner. ;)

      • Felix
        Felix sagte:

        Hallo Vater Thiel,

        Sie sagen also, dass Weltall ist nur aus unserer Sicht leer. Möglich.

        Der Hinweis auf ihre Genussgewohnheiten war überflüssig. War schließlich alles sachlich nachvollziehbar.

        In Sachen Astrologie empfehle ich derzeit Silke Schäfer auf YT. Man kann die Aussagen dieser Frau auch in Börsenerfolg umsetzen.

  7. Alexander
    Alexander sagte:

    Zitat Heinsohn / Steiger aus 66 Thesen für Eigentum, Recht, Freiheit
    https://www.dasgelbeforum.net/sammlung/Steiger66Thesen.pdf

    “Ein Hinweis auf Argentinien mag genügen. Noch im Jahre 1929 gehört das Land zu
    den – gemessen am Pro-Kopf-Einkommen – sieben reichsten Nationen der Welt. Man
    spricht von einer «zweiten USA» in Amerika. Dann kommt die Weltwirtschaftskrise,
    die genauso wie im Deutschen Reich unter dem Präsidenten der Reichsbank, Hjalmar
    Schacht, «bewältigt» wird – durch eine verharmlosend «leichtes Geld» genannte Politik,
    die nichts anderes als simples Gelddrucken bedeutet. In Argentinien heissen die dafür
    verantwortlichen Zentralbankpräsidenten Raúl Prebisch ([1901–1986] unter den Militär-
    regimes seit Mitte der dreissiger Jahre), der später als Entwicklungsökonom – zu Unrecht
    – berühmt werden soll, und Miguel Miranda (unter Júan Peróns Regierung, 1946–1951).

    Anfängliche Erfolge, insbesondere unter Perón, der wie Hitler eine Zeit lang jedem einen
    Arbeitsplatz garantieren kann, führen letztendlich zu einer vollständigen Zerstörung
    der Eigentumsgrundlagen der einst hochentwickelten argentinischen Wirtschaft. Das
    Land sinkt unter den auf Perón folgenden Militärregimes, die dessen Politik des «leich-
    ten Geldes» fortführen, auf das Niveau eines Entwicklungslandes herab. Und daran
    haben auch die 1983 installierten demokratischen Regimes bis auf den heutigen Tag nichts
    Entscheidendes ändern können (siehe dazu insgesamt Rojas 2002). Vielleicht wäre alles
    anders gekommen, wenn Perón, gleich dem ihm gedanklich verwandten Hitler, gegen die
    USA Krieg geführt hätte und ähnlich diesem von den Vereinigten Staaten besiegt worden
    wäre. Doch solche Glücksfälle kommen in der Geschichte bekanntermassen nur einmal
    vor.”

    Fazit – Zitat
    “• Eigentum und Recht werden zusammen geschaffen und
    gehen zusammen unter
    • Eigentum und Wirtschaft werden zusammen geschaffen und
    gehen zusammen unter
    • Eigentum und Freiheit werden zusammen geschaffen und
    gehen zusammen unter
    Eigentum bedingt Recht und Wirtschaft und Freiheit”

    Mein Fazit:
    Keine Nation braucht Clowns wie Milei, die unter falscher Flagge falsche Ziele verwirklichen.

    Antworten
    • Tom96
      Tom96 sagte:

      Es gibt dieses Eigentum, nachdem es zu den Warlords des Rechtssystems im Bankenkreditsystems mit ihren Söldnern wechselte.

      Die Fußnote 4 aus dem Steiger-Text:
      Ҥ 20
      Die Revolution von 1848 soll die noch fehlende Freiheit brin-
      gen. Besessen vom Drang zur Einigkeit, bietet das deutsche Bürgertum dem
      König von Preussen die Kaiserkrone an, das Zeichen der feudalen Herr-
      schaft. Der aber weist sie zurück, schlägt statt dessen die Revolution nieder
      und begründet 1871 das Deutsche Reich, das zur grösstmöglichen Aneig-
      nung von Besitz 4 in zwei Weltkriegen zweimal sein eigentumsbasiertes
      Geldsystem zerstört.

      4 Die Begründung dafür ist, wie im 2. Weltkrieg auch in Japan, die Reichtumsschaf-
      fung durch eine Politik der Erweiterung des «fehlenden Lebensraums». Gaston Bouthoul
      ([1896–1980] 1972 [1970] 138 f.), hat in der von ihm begründeten «Polemologie» – einer
      Wissenschaft, die den Krieg als soziales Phänomen untersucht – scharfsinnig erkannt, dass
      ein solches Streben ökonomisch fehlerhaft begründet ist, da es statt Reichtum zu schaffen,
      ihn zerstört: «All diese Grausamkeiten und Zerstörungen waren letztlich die Folge des
      Glaubens an eine volkswirtschaftliche Theorie, die sich als völlig falsch entpuppt hat.»
      Dieses Urteil gilt auch für die Mächte, die seit Beginn der Neuzeit glauben, durch Erobe-
      rung fremder Territorien – Kolonialismus und Imperialismus – Reichtum zu erwerben – und
      zwar unabhängig davon, ob sie bereits auf dem Weg zur Eigentumsgesellschaft sind oder
      nicht. Zu nennen sind insbesondere England, Frankreich, Deutschland, Russland, Italien
      und Japan bzw. Spanien und Portugal. Der verhängnisvolle Fehler der volkswirtschaft-
      lichen Theorie ist in dem Unverständnis der grossen ökonomischen Schulen vor dem
      Eigentum zu suchen, das anders als der blosse Besitz erst nachhaltigen Reichtum ermög-
      licht; siehe näher unten Abschnitt 2, §§ 25–34.”

      kindermord-aus-staatsraeson-der-krieg-als-bevoelkerungspolitischer-ausgleich-gaston-bouthoul
      Deutsche Verlags-Anstalt
      Erscheinungsdatum
      01.11.1982
      Vorgestellt ab Minute 14.23 im Video:
      “Menschliches Maß für die Kriegsbereitschaft”
      https://zkm.de/media/video/gunnar-heinsohn-von-morgenroeten-die-noch-nicht-geleuchtet-haben

      Das Warum liegt in der leichten Beherrschung der ökonomisch unterlegenen Wirtschaftenden.

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