Klimakrise: Was nun?

Immer wieder habe ich mich bei bto kritisch mit der Energiewende auseinandergesetzt. Ein heikles Thema. Im morgigen Podcast spreche ich mit Dr. Lars Schernikau, Energieökonom und Entrepreneur, über die Möglichkeit, gleichzeitig aus Kohle- und Atomkraft auszusteigen und Deutschland zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu versorgen. Sicherlich wird es wieder hohe Wellen schlagen, weil wir bei diesem Thema zunehmend emotional argumentieren. Das sehe ich ohnehin problematisch. 

Zur Vorbereitung heute ein Gastbeitrag von Dr. Schernikau bei bto. Darin analysiert er erneuerbare Energien als Antwort auf die Erderwärmung und ob eine komplette „Energiewende“ mit heutiger Technologie überhaupt möglich oder ratsam ist:

Ich stand vor der „Mwakirunge Municipal Dump Site“ am Stadtrand von Mombasa, Kenia. Vor mir durchsuchten afrikanische Kinder und Frauen den teilweise giftigen Elektroschrott nach werthaltigen Metallen. Als ich wieder nach Hause kam, erkundigte ich mich und fand heraus, dass Elektroschrott die weltweit am schnellsten wachsende Abfallkategorie mit mehr als 50 Millionen Tonnen pro Jahr ist.

Der Großteil des Elektroschrotts der westlichen Welt wird nach Afrika und Asien „exportiert“. Berüchtigte Mülldeponien wie die Dandora-Deponie in Nairobi (Kenia) oder die Agbogbloshie-Deponie nordwestlich der Stadt Accra (Ghana) sind Beleg der Kapitulation vor der Krise des Recycling-Systems, von der die Menschen kaum etwas hören.

Wovon die Menschen jedoch hören, ist die Klimakrise. Es scheint, dass die fossilen Brennstoffe und allen voran Kohle, aber auch Gas und Ölprodukte bzw. die durch sie verursachten Kohlendioxid (CO2)-Emissionen das neue Feindbild der Welt sind. Dies hat dazu geführt, dass ganze Nationen, Banken und Industriekonzerne jeder Quelle erneuerbarer Energie hinterherjagen, die sich ihnen bietet. Billionen von Euro – meist Steuergelder – fließen in den Bau neuer Windparks, Solaranlagen und Elektrofahrzeuge. Es gibt einen Handel für Kohlendioxid-Zertifikate, Berater produzieren Hochglanzberichte, Journalisten übertreffen sich gegenseitig in der Verbreitung von Katastrophenmeldungen und das Geld fließt weiterhin von einer Tasche in die andere (in der Regel von Arm zu Reich).

Die Energiekosten steigen, doch laut den Medien sind Wind- und Solarenergie bereits jetzt – oder zumindest bald – günstiger als konventionell erzeugte Energie. Einige Projekte versprechen Solarstrom zu 0,03 US$/kWh. Kann das stimmen? Was ist mit dem Abfall?

Auf lange Sicht wird der Energiemix unserer Erde vermutlich stärker auf erneuerbaren Energien und Fusion/Fission basieren. Dennoch stellen sich die Fragen, ob die derzeit durchgeführten Vorhaben wirklich gut für die Umwelt sind und ob die heutige Wind- und Solartechnologie die Lösung unserer Energieprobleme bereithält.

Heute leben fast acht Milliarden Menschen auf der Welt und 80 % des weltweiten Energiebedarfs wird mit Kohlenwasserstoffen bzw. „fossilen Brennstoffen“ gedeckt. Wind- und Solarenergie machten 2018 schätzungsweise zwei Prozent der Primärenergie aus, der „nicht-fossile“ Rest stammt weitgehend aus Kernenergie, Wasserkraft und Biomasse.

Noch vor 100 Jahren lag die Weltbevölkerung bei zwei Milliarden Menschen. Von den heute acht Milliarden Menschen haben mindestens drei Milliarden keinen oder nur unregelmäßigen Zugang zu Strom. Es wird erwartet, dass die Weltbevölkerung in den nächsten 50 Jahren um weitere drei Milliarden Menschen anwachsen wird. Das addiert sich auf sechs Milliarden neue Stromkunden. Doch nicht nur die Bevölkerung wächst. Da die Menschen auch weiterhin neue elektronische „Gadgets“, Flugzeuge, Autos und Dinge, wie Raumfahrt verlangen, steigt zudem der durchschnittliche Energieverbrauch pro Kopf dramatisch an. Zusätzlich zu dem drastischen Anstieg des globalen Brutto- Stromverbrauchs soll der Anteil an Wind- und Solarstrom exponentiell wachsen und so wird der Elektroschrott drastisch mitwachsen.

 

Wind- und Solarenergie sind nachteilig, wenn sie en masse eingesetzt werden

Der auf YouTube und Vimeo seit Mai 2020 verfügbare Dokumentarfilm von Michael Moore „Planet der Menschen“ (Planet of the Humans) veranschaulicht das Problem der Erneuerbaren sehr gut. Solar- und Windenergie sind offensichtlich nicht neu. Diese beiden Energiequellen haben auch nichts Außergewöhnliches oder Revolutionäres an sich. Im Laufe der Jahrzehnte wurde ihre Effizienz jedoch stark verbessert – tatsächlich sind ihre physikalischen Grenzen fast erreicht. Die Schockley-Queisser-Grenze besagt, dass maximal 33 Prozent der einfallenden Photonen in der Silizium-Fotovoltaik (PV) in Elektronen umgewandelt werden können. Moderne PV-Anlagen erreichen 26 Prozent. Das Betz-Gesetz besagt, dass der Rotor eines Windrads maximal 60 Prozent der kinetischen Energie der Luft nutzen kann. Moderne Windanlagen haben 45 Prozent erreicht. Es gibt kein Mooresches Gesetz in der Energie. Man kann also bei der Energieerzeugung nicht das erwarten, was man von Computern kennt. Die Kosten werden nicht ewig weiter sinken. Es ist daher an der Zeit, einen ganzheitlichen Blick auf die Wind- und Solarenergie bzw. jede Form der Energieerzeugung zu werfen.

Ein Kernproblem von Wind- und Solarenergie ist das der Unbeständigkeit. Es gilt der Grundsatz, dass praktisch jede Kilowattstunde an Solar- und Windenergie ein Back-up benötigt. Wind und Sonne stehen naturgemäß nur zeitweise zur Verfügung. Das bedeutet, dass entsprechende Anlagen nur dann funktionieren, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint. Es gibt keine Fläche, die groß genug wäre, um sicherzustellen, dass Wind oder Sonne immer verfügbar ist. Alle paar Jahre kommt es vor, dass auf einem Kontinent wie Nordamerika ein oder zwei Tage lang nirgendwo die Sonne scheint oder der Wind weht. Auch in Deutschland, einem Land mit viel Wind, ist das nicht anders.

Aktuelle Energiekostenvergleiche auf der Grundlage der standardisierten Stromgestehungskosten (LCOE, Levelized Cost of Electricity) sind irreführend. Sie berücksichtigen weder Leistungsdichte und Energiedichte (siehe eROeI) noch folgende Sachverhalte, die für einen sinnvollen Vergleich mit konventioneller Energieerzeugung notwendig sind:

1. Energie und Materialien, die für den Bau von Solar- und Windkapazitäten benötigt werden (siehe auch Rendite der investierten Energie, eROeI – Energy Return On Energy Envested).
2. Kosten und Energiebedarf für das Recycling von Abfällen aus erneuerbaren Energien.
3. Kosten für konventionellen Strom oder Batterien als Back-up.
4. Effizienzverluste der konventionellen Energieerzeugung durch geringere Auslastung.
5. Kosten für zusätzliche Stromanbindungen.
6. Kosten für das Betreiben von Netzwerken mit stark schwankenden Energieinputs.
7. Kosten für Platzbedarf, Tötung von Tieren, Veränderung von Winden und lokalem Klima.

Effizienzverluste und die Kosten für konventionelle Energie als Back-up erklären, warum die Gesamtkosten für Strom IMMER ansteigen, je mehr Wind- oder Solarenergie ab einem bestimmten Punkt installiert wird. Dieser Punkt hängt vom Land und der Region ab. Eines ist aber sicher: Deutschland ist weit über diesen Punkt hinaus, wie die hohen Strompreise zeigen (Abbildung 3).

 

Abbildung 4 veranschaulicht die irreführenden Kostenvergleiche, die der aktuelle LCOE gegenüber dem korrekteren, aber immer noch unvollständigen VALCOE der International Energy Agency (IEA) ergeben würde.

Im Januar 2020 veröffentlichte das renommierte Institute of Energy Economics, Japan (IEEJ) seinen „IEEJ Outlook 2020“ und äußerte dabei seine Besorgnis über die steigenden Integrationskosten für erneuerbare Energien. Das IEEJ kam zu dem Schluss, dass die LCOE nicht in der Lage sind, die wahren Kosten von Wind und Sonne zu erfassen.

Die deutsche Politik und Stromunternehmen sind sich bewusst, dass trotz der großen Wind- und Solarkapazitäten konventioneller Strom benötigt wird. Die installierte Wind- und Solarkapazität Deutschlands lag Ende 2019 bei 110,5 GW – was 50,3 Prozent der gesamten deutschen Stromkapazität entspricht. Laut Frauenhofer ISE lag der Anteil der Wind- und Sonnenenergie an der Bruttostromerzeugung in Deutschland 2019 bei 28,6 Prozent und bei nur 4,9 Prozent bei der Primärenergie.

Deutschland hat beschlossen, neben der Kernenergie auch aus der Kohlekraft auszusteigen. Wind und Sonne sind jedoch unzureichende Energiequellen, ganz gleich wie viel Kapazität installiert ist.

Daher beschloss das Land, stattdessen neue Gaskraftwerke zu bauen und in große Gasleitungen aus Russland zu investieren. Trotz der derzeit bestehenden Überkapazitäten an verflüssigtem Erdgas (LNG) und den daraus resultierenden rekordtiefen Preisen ist Gas in der Regel teurer als Kohle, schwieriger und teurer zu transportieren (dazu sind Pipelines oder LNG erforderlich) – und allgemein schwieriger und potenziell gefährlicher zu lagern.

Warum hat Deutschland also seine bestehenden Kohlekraftwerke abgeschaltet und baut nun neue Gaskraftwerke? Die Antwort liegt in der Emission von Treibhausgasen oder „Green-House Gasen“(GHG), da Gas bei der Verbrennung nur etwa halb so viel CO2/kWh wie Kohle emittiert. Weniger bekannt scheint die Tatsache zu sein, dass die Gasversorgung während der Förderung, der Verarbeitung und des Transports mit Leckagen von Methan (ein 84-malschädlicheres GHG als CO2 über einen Zeitraum von 20 Jahren, und 28-mal schädlicher über 100 Jahre) einhergeht. Dies ist in mehreren Studien belegt, unter anderem in Poyrys deutscher Studie von 2016 mit dem Titel „Vergleich der Treibhausgasemissionen von Kohle- und Gaskraftwerken“.

Dieser Zusammenhang wurde auch von Bloomberg in einem Artikel vom Januar 2020 aufgegriffen, in dem Methanleckagen im Zusammenhang mit LNG erörtert wurden. Methanemissionen variieren sehr stark, aber es gibt viele Fälle, in denen die GHG-Emissionen bei Gas höher als bei Kohle sind – wie eine von Total Gas finanzierte Studie aus dem Jahr 2016 belegt. In der Studie heißt es, dass „US-amerikanisches Schiefergas mit 95-prozentiger Sicherheit mehr Treibhausgase emittiert als kolumbianische Steinkohle“.

Abbildung 5 veranschaulicht diese Tatsache und vergleicht die direkten (bei der Verbrennung entstehenden) mit den indirekten (bei der Förderung und beim Transport entstehenden) Emissionen:

 

  • Gas emittiert bei der Verbrennung etwa die Hälfte an CO2 im Vergleich zu Kohle.
  • Bei der Förderung, Verarbeitung und dem Transport von Gas wird mehr CO2-Äquivalent emittiert (meist in Form von Methan).
  • Die Gesamtemissionen von Gas ausgedrückt in CO2- Äquivalenten sind in den meisten Fällen gleich hoch oder höher als die von Kohle, je nach Turbinentyp, Standort und der Quelle und der Art des Gases.

Gas ist ein guter und notwendiger Brennstoff im Strommix, aber wenn man an die vom Menschen verursachte globale Erwärmung glaubt, muss man konsequent sein und darf nicht das Geld der Steuerzahler ausgeben, um von Kohle auf Gas umzusteigen, wenn es selbst nach eigenen Angaben keine positiven Auswirkungen auf das „Klima“ hat. Methanemissionen werden weder gemessen noch besteuert. Ist das fair in Bezug auf Kohle, die Umwelt und den Steuerzahler?

Heutige Batterietechnologie ist nicht für die Anwendung in großem Maßstab bei der Stromerzeugung geeignet

Wenn Gas nicht die Lösung ist, was ist es dann? Sie könnten fragen: „Was ist mit diesen tollen Batterien?“ Es stimmt, dass ein kostengünstiges und nachhaltiges Speichersystem eine Lösung für das Problem der Verfügbarkeit von Wind und Sonne wäre. Allerdings wird keine Speicherlösung je die Probleme der Leistungsdichte oder Energiedichte (siehe auch eROeI) lösen können.

Im Laufe der Jahre sind die Batterien wesentlich effizienter geworden, und der jüngste Trend hin zu Elektrofahrzeugen hat weltweit zu großen Investitionen in „Giga-Fabriken“ für Batterien geführt. Eine der größten Batteriefabriken ist die fünf Milliarden US-Dollar teure Giga-Fabrik von Tesla in Nevada (USA), die im Jahr 2020 voraussichtlich eine jährliche Batterieleistung von 50 GWh produzieren wird. Die Berliner Giga-Fabrik 4 wird 2021 bis 2022 mit der Produktion von E-Autos beginnen. Diese Fabriken werden die Batterien für die Elektrofahrzeuge der Welt und auch Ersatzbatterien für Häuser liefern. Aber welche ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen haben diese Fabriken?

Abbildung 6 fasst die ökologische Herausforderung der heutigen Batterietechnologie zusammen. Die drei Hauptprobleme bei jeder bekannten Batterietechnologie sind Energiedichte, Materialbedarf und Recycling.

 

Energiedichte

Kohlenwasserstoffe sind eine der effizientesten Möglichkeiten, Energie zu speichern. Die modernste Batterietechnologie von heute kann nur 1/40 der Energie speichern, die Kohle speichern kann. Die Energie, die eine 540 kg, 85 kWh Tesla-Batterie speichern kann, entspricht 30 kg Kohleenergie. In dieser Zahl ist die Effizienz von Kohlekraftwerken von etwa 40 Prozent bereits berücksichtigt. Eine Tesla-Batterie muss dann noch mit Strom aufgeladen werden, während die Kohle bereits „geladen“ ist. Natürlich hinkt der Vergleich, aber bitte lesen Sie weiter, es wird noch interessanter.

Darüber hinaus lässt sich berechnen, dass die jährliche Produktion einer Giga-Fabrik von 50 GWh Tesla-Batterien gerade ausreichen würde, um den gesamten Stromverbrauch der USA für sechs Minuten abzudecken. Die heutige Batterietechnologie kann leider nicht die Lösung für das Problem der Verfügbarkeit sein. Wenn man das Speicherproblem für Erneuerbare Energien gelöst hätte, bedarf es immer noch unglaublich großer abgeholzter Flächen, auf denen nicht gebaut oder Nahrungsmittel angebaut werden können, um den Platz für energie-ineffiziente Windräder oder Sonnenkollektoren bereitzustellen.

Materialbedarf und Recycling

Als nächstes stellt sich die Frage nach den für die Herstellung einer Batterie erforderlichen Materialien. Nach konservativen Annahmen wird erwartet, dass jede Tesla-Batterie mit 85 kWh bis zu 25 bis 50 Tonnen Rohstoffe benötigt, die abgebaut, transportiert und verarbeitet werden müssen. Zu den benötigten Materialien gehören Kupfer, Nickel, Grafit, Kobalt, Lithium und einige Seltene Erden. Aluminium und Kupfer werden für das Gehäuse und die Verkabelung benötigt. Zusätzlich wird für den Bau einer Tesla-Batterie ein Energieeinsatz von zehn bis 18 MWh benötigt, was unter der Annahme eines Anteils von 50 Prozent erneuerbarer Energie zu 15 bis 20 Tonnen CO2-Emissionen führt.

Einschließlich des Abraums (Annahme: 1:10) benötigt eine einzige Tesla-Batterie 250 bis 500 Tonnen zu bewegendes/abzubauendes Material. Im Vergleich dazu benötigt Kohle nur 0,3 Tonnen – das entspricht einem Faktor von 800 bis 1.700!

Zum Thema Recycling: Das Thema kommt langsam in den Massenmedien an (siehe Artikel vom Februar 2020 auf Bloomberg). Die ersten größeren Mengen stillgelegter und unbrauchbarer Windparks kommen auf die Deponien und treffen auf unzureichende Kapazitäten an Recyclinganlagen. Es gibt noch keinen kostengünstigen Weg, um ausgediente Rotorblätter oder Solarpaneele in großen Mengen zu recyceln. Der von uns erzeugte Elektroschrott ist bereits ein verheerendes Problem für Deponien außerhalb von Accra, Nairobi und Mombasa (Kenia), die mit dem Abfall der reichen Länder umgehen müssen. Stellen Sie sich vor was passiert, wenn Millionen von ausgedienten Batterien von Elektrofahrzeugen und Solarparks nach zehn bis 20 Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreichen? Es wird zu einer „Abfallkatastrophe“ führen, denn es gibt weder genügend Recyclingkapazitäten noch Geld oder Energie, um diesen teilweise hochgiftigen Abfall zu entsorgen. So oder so werden die Kinder in Mombasa weiterhin wertvolle Metalle von gefährlichem Elektroschrott trennen.

Was machen wir jetzt?

Es ist besorgniserregend, dass junge Menschen in der Schule lernen, vor der durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehenden Erwärmung Angst zu haben. Es ist noch problematischer, wenn sie lernen, dass der Ausweg Wind, Fotovoltaik oder E-Autos wären. In den letzten 150 Jahren gab es eine Erwärmung von etwa 1 ° C. Die IPCC bestätigt (wenn man genau liest), dass mindestens die Hälfte dieses Temperaturanstiegs natürliche Ursachen hat und die Folge verstärkter Sonneneinstrahlung nach dem Ende der kleinen Eiszeit vor 300 Jahren ist. Die andere Hälfte ist möglicherweise „vom Menschen verursacht“, was die Wärme sowie das CO2 einschließt, die die gesamte verbrauchte Energie von fast 600 Exa Joule (EJ) jährlich erzeugt, die in die Biosphäre freigesetzt wird. Die zusätzliche Begrünung – und damit Biomasse – die durch dieses zusätzliche CO2 entsteht, wird kaum erwähnt. Eine Klimakatastrophe droht nicht, aber echte Umweltverschmutzungen und die vom Menschen verursachten Abfälle geben Anlass zur Sorge – und hierauf sollten die Ressourcen konzentriert werden.

Bezüglich globaler Erwärmung und der bevorstehenden Katastrophe bestätigt das IPCC Folgendes: IPCC 2018 Sonderbericht 15 Punkt A2.1: „Es ist unwahrscheinlich, dass die vom Menschen bis heute verursachten Emissionen (einschließlich Treibhausgase, Aerosole und deren Vorläufer) eine weitere Erwärmung von mehr als 0,5 ° C in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten (hohe Wahrscheinlichkeit) oder auf einer Zeitskala von hundert Jahren (mittlere Wahrscheinlichkeit) verursachen werden.“
IPCC 2018 Dritter Bewertungsbericht 14 Seite 771: „In der Klimaforschung und -modellierung sollten wir erkennen, dass wir es mit einem gekoppelten, nicht linearen, chaotischen System zu tun haben und daher eine langfristige Vorhersage zukünftiger Klimazustände nicht möglich ist.“

Selbst wenn man davon überzeugt ist, dass katastrophale Vorhersagen für die globale Erwärmung der richtige Weg sind, um den Umweltschutz anzugehen, zeigt dieser Artikel, dass Wind- und Solarenergie – obwohl sie sicherlich für Anwendungen wie die Beheizung eines Schwimmbads geeignet sind und damit einen Platz im Energiemix verdienen – die konventionelle Energieerzeugung nicht ersetzen können und werden. Was wir brauchen, ist eine echte „Neue Energie-Revolution“. Die Energie der Zukunft mag völlig neu sein, möglicherweise vermehrt erneuerbar und nuklear, aber sie wird wenig mit Wind und der heutigen Fotovoltaik zu tun haben.

Um diese neue Energierevolution zu realisieren, muss mehr in Bildung und Grundlagenforschung (Stromerzeugung, Speicherung, Supraleiter usw.) investiert werden, während gleichzeitig in konventionelle Energie investiert werden muss, um sie effizienter und umweltfreundlicher zu machen. Dies ist der vernünftigste Weg, um den Planeten vor den negativen Auswirkungen unserer Existenz zu retten.

Wie TIME MAGAZIN „Hero of the Environment 2008“ Michael Shellenberger in einem am 6. Mai 2019 im Forbes erschienenen Artikel sagte: Der Grund, warum erneuerbare Energien nicht die Energiequelle für die moderne Zivilisation sein können, ist, dass sie nie dafür gedacht waren. Eine interessante Frage ist, warum irgendjemand dachte, sie könnten es sein.

Kommentare (68) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Christian Anders sagte:

    @R. Ott

    „Wenn das Hansen-Modell angeblich so toll zur tatsächlichen Klimaentwicklung passt, wieso gibt dann selbst die IPCC-Bibel so eine große Breite von Szenarien an? Und zwar nicht nur für die Entwicklung der CO2-Konzentration, sondern auch für die sich daraus angeblich ergebenden klimatischen Folgen?“

    Weil die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der CO2-Emissionen für jede anzunehmende Entwicklung ein eigenes Ergebnis produziert. DAS sind Szenarien: WENN-DANN Verknüpfungen. Andere „Wenns“ erzeugen andere „Danns“.
    Sie verwechseln möglicherweise „Prognose“ und „Szenario“.

    Nochmal als Beispiel zu ihrem Würfel: Sie wollen die Wahrscheinlichkeit berechnen, wie oft in 1 Std. bei 10 Würfen pro Minute die VIER fällt. Ich sage Ihnen, dass ich vor Beginn des Würfelns keine bis zu fünf der anderen Seiten des Würfels noch mit einer VIER überklebe. Sie wissen nicht, wie viele.

    Was machen Sie? Sie entwickeln 6 Szenarien, weil das Würfeln potentiell mit sechs verschiedenen Würfeln hinsichtlich der VIER stattfindet – real dann aber nur mit genau einer der sechs Möglichkeiten. Am Ende werden Sie mit genau einem Szenario treffen, 5 sind falsch. Das wussten sie vorher schon, sie wussten nur nicht welches.

    „Haben Sie Zugriff auf dieses Modell oder auf seine Vorhersageergebnisse für 2021? Posten sie die hier. Ende 2021 können wir dann überprüfen, ob das Modell die Realität zutreffend abgebildet hat.“

    Das Modell sagt keine Temperaturen für einzelne Jahre voraus. Das tun Klimamodelle grundsätzlich nicht – wer das denkt, hat den Kern der untersuchten Frage nicht verstanden. Hansen hat anhand der Szenarien TRENDS vorhergesagt, wie sich die Strahlungsbilanz der Erde verändert und im Gefolge der Temperaturtrend. Und nein, für 2021 kenne ich keine Projektion. 2018 wurde das Ganze zum 30-Jährigen intensiv besprochen.

    Hier die wohl aussagekräftigste Grafik dieses Zusammenhangs, aus einem Blogbeitrag, der genug Links zum „weiterhangeln“ bietet: https://andthentheresphysics.files.wordpress.com/2018/06/dguxjemvmaen3fe.jpg

    „Alternativ können Sie dasjenige Modell- und zwar bitte nur eines- benennen, das Sie für am zuverlässigsten halten und dessen Vorhersagen für 2021 aufschreiben.“

    Ich habe kein Favoritenmodell und diese Modelle machen keine Vorhersagen für einzelne Jahre. Ich kann Ihnen auch nicht mein Favoritenkamel unter den vielen nennen, von denen Sie sagen, dass sie durch’s Nadelöhr gehen müssten.

    „Ende 2021 sehen wir dann die Ergebnisse. Meine Erwartung ist, dass die ernüchternd ungenau sein werden.“

    Ich auch. Wie kann man auch Genauigkeit bei einer Aufgabe von etwas erwarten, dass für eine völlig andere Aufgabe gemacht wurde?

    „Ex post können Sie sich aus der Vielzahl der existierenden Modelle immer irgendeines herauspicken, das zufällig bisher korrekte Prognosen geliefert hat oder genau auf die bisherigen Daten gefittet wurde. Überzeugt bin ich erst, wenn genau das gleiche Modell auch ex ante für die Zukunft korrekte Prognosen liefert.“

    Den Widerspruch merken Sie? Sie wollen eine ex-ante Präzision, die sich natürlich erst ex-post feststellen ließe, sind aber nicht bereit, ex-post Überprüfungen anzuerkennen, weil das ja Zufall oder „nachträglicher Fit“ sein kann. Merken Sie nicht?

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      Richard Ott sagte:

      @Christian Anders

      „Weil die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der CO2-Emissionen für jede anzunehmende Entwicklung ein eigenes Ergebnis produziert.“

      Nein. Die IPCC-Bibel gibt auch für jedes zukünftige Szenario der Entwicklung der CO2-Emissionen eine ganze Spanne an möglichen klimatischen Parametern und Ereignissen an.

      Wenn die Modelle so toll die Zukunft vorhersagen können, wieso ist das dann nötig?

      „Das Modell sagt keine Temperaturen für einzelne Jahre voraus. Das tun Klimamodelle grundsätzlich nicht – wer das denkt, hat den Kern der untersuchten Frage nicht verstanden.“

      Klimamodelle sagen „grundsätzlich“ keine Temperaturen voraus? Das ist ja interessant…

      „Hansen hat anhand der Szenarien TRENDS vorhergesagt, wie sich die Strahlungsbilanz der Erde verändert und im Gefolge der Temperaturtrend“

      Dann ist das Hansen-Modell aber gar kein vollwertiges Klimamodell sondern nur ein Modell der Strahlungsbilanz der Erde. Das ist zwar ganz nett und sicher nützlich um irgendwann einmal funktionierende Klimamodelle zu entwickeln, mehr aber auch nicht.

      „Den Widerspruch merken Sie? Sie wollen eine ex-ante Präzision, die sich natürlich erst ex-post feststellen ließe, sind aber nicht bereit, ex-post Überprüfungen anzuerkennen, weil das ja Zufall oder „nachträglicher Fit“ sein kann. Merken Sie nicht?“

      Da ist kein Widerspruch. Sie müssen schon genau lesen, was ich geschrieben hatte:

      Ex post können Sie sich aus der Vielzahl der existierenden Modelle immer irgendeines herauspicken, das zufällig *bisher* korrekte Prognosen geliefert hat oder genau auf die bisherigen Daten gefittet wurde. Überzeugt bin ich erst, wenn *genau das gleiche Modell* auch ex ante für die Zukunft korrekte Prognosen liefert.

      Anders formuliert: Bis zum festgelegten Stichtag, ab dem sich das Modell bewähren muss, können Sie an ihm herumschrauben und -fitten soviel Sie wollen. Danach nicht mehr. Wir füttern das Modell mit den aktuellen Daten zum Stichtag und drücken dann auf „Start“ und lassen es weiterrechnen.

      Wenn das Modell ab diesem Zeitpunkt genau so weiterläuft wie wir es auch in der Realität beobachten können, dann ist es ein gutes Modell. (Hinzu kommt noch die notwendige aber nicht hinreichende Bedingung, siehe Fitting, dass das Modell bei jedem Startzeitpunkt in der Vergangenheit dann so weitergelaufen sein müsste, wie es unsere historischen Daten ab dem Zeitpunkt zeigen.)

      Haben Sie ein Modell, dessen Voraussagen wir auf diese Art und Weise testen können?

      Wenn nicht, dann müssen Sie sich wohl leider damit abfinden, dass ich die Weltuntergangsprognosen der „Klimaforscher“, die bestimmten Interessengruppen sehr viel Aufmerksamkeit und Geld einbringen, nicht ernst nehme.

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        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        „Klimamodelle sagen „grundsätzlich“ keine Temperaturen voraus? Das ist ja interessant…“

        Grundsätzlich ja. Sie sagen die Temperaturanomalie voraus (Abweichung in +/- X°C bezogen auf eine Basisperiode an). Das ist tatsächlich was anderes als Temperatur, mit einem deutlich kleineren Fehler.

        Den wesentlichen Zusatz „nicht für jedes einzelne Jahr“ haben Sie elegant entfallen lassen…

        „Dann ist das Hansen-Modell aber gar kein vollwertiges Klimamodell sondern nur ein Modell der Strahlungsbilanz der Erde. Das ist zwar ganz nett und sicher nützlich um irgendwann einmal funktionierende Klimamodelle zu entwickeln, mehr aber auch nicht.“

        Stimmt, das ist viel weniger komplex als heutige Klimamodelle – mehr wäre mit der Rechenpower der ausgehenden 1980er gar nicht drin gewesen.

        Was Sie nicht sehen: Fügt man in Hansens Modell ex post das heutige Wissen über die Änderung aller Treibhausgase und Aerosole der letzten 30 Jahre ein (das, wofür Hansen Szenarien nehmen musste), Szenario D wenn sie so wollen, trifft es den real beobachteten Temperaturtrend perfekt. Trotz seiner Unterkomplexität. DASSELBE Modell OHNE Änderungen an seinen Parametern.

        Was aber viel wichtiger ist: Sie sagen recht lapidar „NUR ein Modell der Strahlungsbilanz der Erde“. Nun, auch heute noch wird GENAU DAS bestritten: Das CO2 die Strahlungsbilanz und somit die Temperatur ändert. Es gibt sogar Leute, die zwar die Änderung der Strahlungsbilanz zugeben, aber sagen, dies würde nicht die Temperatur ändern. Was denn alternativ mit der Energie passiert, die ja weder vernichtet noch „weggebeamt“ werden kann – DAS sagen die nicht.

        Es ist ja Kerngeschäft der AGW-Skeptiker, genau solche Widersprüche auch heute noch zu produzieren, die schon Hansens Modell und seine spätere Bestätigung durch MESSWERTE eigentlich entkräften.
        (Mal ganz davon ab, dass es dem Energieerhaltungssatz widerspricht. Aber wer braucht schon Grundlagenphysik)

        „Ex post können Sie sich aus der Vielzahl der existierenden Modelle immer irgendeines herauspicken, das zufällig *bisher* korrekte Prognosen geliefert hat oder genau auf die bisherigen Daten gefittet wurde. Überzeugt bin ich erst, wenn *genau das gleiche Modell* auch ex ante für die Zukunft korrekte Prognosen liefert.“

        Das verstehe ich, aber a) wird, je länger der Zeitraum *bisher* wird, ein Zufall immer unwahrscheinlicher und b) weiß ein Modell nicht, ob es vorwäts oder rückwärts in der Zeit rechnet, weil der Zeitverlauf immer ein positives Vorzeichen hat.

        Modelle, die die Vergangenheit abbilden wollen, indem man ihnen einfach eine bekannte unabhängige zeitliche Variable der Vergangenheit (Erdbahnzyklen z. B.) als „Treibstoff“ gibt und den Rest als abhängige Variablen belässt, werden nicht mehr per Hand gefittet oder per Hand Parameter eingestellt. Sie treffen die historischen Daten innerhalb eines definierten Intervalls – oder nicht. Wenn nicht, Modell kacke. Wenn ja, Modell nicht kacke.
        Wieso sollte ein funktionales Modell dieser Art nicht auch für die Zukunft wahrscheinliche Vorhersagen machen können? Klar, einen spontanen Supervulkanausbruch hat kein Modell drin – höchstens als unwahrscheinliches „Szenario“.

        „Anders formuliert: Bis zum festgelegten Stichtag, ab dem sich das Modell bewähren muss, können Sie an ihm herumschrauben und -fitten soviel Sie wollen.“

        Ja, KÖNNEN. Das gilt für jeden Datensatz jedes Experiments das von allen Wissenschaftlern aller empirischen Forschung auf der Welt durchgeführt wird. Alles KANN manipuliert werden.

        Und jetzt?

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    Alexander Boehme sagte:

    Das Interview fand ich leider sehr beschämend. Selten so etwas undifferenziertes und unsachliches zu diesem Thema gehört. Ich vermute der Großteil der Hörer hat ausreichend ökonomisch denkenden Hintergrund um für eine Kapitaleffiziente Energiewende zu votieren. Dass erneuerbare Energien hierbei den entscheidenden Teil ausmachen können werden ist eigentlich unstrittig, insbesondere im Anblick der bereits heute geltenden Kostenstrukturen. Das Flächenargument ist doch ganz offensichtlich mehrfach widerlegt worden. Alleine die Hausdächer würden auch mit den angeblich so energieineffizienten Solarzellen ausreichen um den privaten Bedarf zu decken. Und ein Solardach rentiert i.d.R. Unter 10Jahren selbst ohne Subventionen und bei schlechtem Standort, eigenverbrauch natürlich vorausgesetzt. Dass wir vor allem auch nicht das zentralistische Stromnetz von heute als Speicher abdecken müssen ist dem Herrn wohl auch nicht recht. In 10 Jahren kommen zig Millionen e Autos in die Rente und bieten Akkus zur Zweitverwertung. Dann können wir auch entspannt, kostengünstig und dezentral die restliche Grundlast Puffern. Wenn jetzt noch effiziente Marktmechanismen wie an der Leipziger Börse zur nachfrageabhängigen Preisfindung Einzug halten würden ist eine weitere automatisch Verteilung der Peak-Lasten absehbar. Nur das ist halt alles der Kohle abträglich und das ist ja nicht im Interesse des Herrn.

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      Richard Ott sagte:

      @Alexander Boehme

      „Alleine die Hausdächer würden auch mit den angeblich so energieineffizienten Solarzellen ausreichen um den privaten Bedarf zu decken“

      Nicht im Winter. Was machen Sie dann? Den Strom für alle Haushalte in Deutschland aus dem Netz ziehen, weil ja angeblich „das Netz den Strom speichert“?

      “ In 10 Jahren kommen zig Millionen e Autos in die Rente und bieten Akkus zur Zweitverwertung.“

      Sie glauben, dass „zig Millionen“ Elektroautos in Deutschland in den nächsten 10 Jahren produziert, gefahren und dann wieder verschrottet werden und wir die alten Akkus als Energiespeicher fürs Stromnetz nutzen können?

      Selbst das wäre viel zu wenig um das Speicherproblem zu lösen.

      Grob überschlagen:

      5 Millionen alte E-Auto-Akkus x 40 kWh Akkukapazität = 200 GWh Akkukapazität.

      Wenn diese Akkus alle voll geladen sind, können wir damit unseren Strombedarf in Deutschland für ungefähr 4 Stunden decken – in Spitzenlastzeiten tagsüber an einem Werktag nur 2,5 Stunden, weil wir dann 80 Gigawatt pro Stunde ziehen.

      „Dann können wir auch entspannt, kostengünstig und dezentral die restliche Grundlast Puffern.“

      Bei so einer winzigen Speicherkapazität ist gar nichts „entspannt“, ein paar Stunden Windstille im Winter reichen da schon für einen flächendeckenden Stromausfall.

      Sie leben in einer Fanatasiewelt.

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    Karsten Müller sagte:

    Sehr geehrter Herr Stelter,
    sonst folge ich ja Ihren Ausführungen, in diesem Fall regen sich bei mir jedoch Widerworte.
    1. Sie haben folgendes geschrieben:
    Laut Frauenhofer ISE lag der Anteil der Wind- und Sonnenenergie an der Bruttostromerzeugung in Deutschland 2019 bei 28,6 Prozent und bei nur 4,9 Prozent bei der Primärstromerzeugung.
    Das ist falsch, es sind 4,9% an der Primärenergie. Das ist ein deutlicher Unterschied, das sich die Primärernergie deutlich vom Strom unterscheidet. Hierbei ist zu beachten das insbesondere Energieumwandlung aus fossilen Energieträgern sehr ineffektiv ist.
    Als Beispiel: Zum Betrieb eines fossilen PKW muss Öl erst gewonnen und zur Raffinerie transportiert werden, dort wird es unter enormen Energieaufwand veredelt um es dann zu einer Verteilungsstation (Tankstelle) zu transportieren und dann in einen PKW zu füllen. Erst jetzt wird das Öl zu seinem tatsächlichen Verwendungszweck verbrannt und hat allein hier einen enormen Energieverlust. Der Energieaufwand um 1 Lieter Diesel dem Verbrauchen bereitzustellen beträgt 7 kwh, der Energiegehalt des 1 Liter Diesel sind 9,8kwh. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 6 Liter Diesel/100km ergibt sie hier ein Energiebedarf von 100,8kwh/100km ((7+9,8)*6). Ein modernes Elektrofahrzeug verbraucht (realistisch gesehen) 20kwh/100km. Selbst bei einem Energieverlust vom 100% durch Speicherung und Transport (dadurch „Verbrauch“ vom 40kwh/100km) spart das Elektroauto 60% den benötigten Primärenergie ein.
    2. Die Produktion vom Akkus für Elektrofahrzeuge verbraucht ein hohes Maß an Ressourcen und Energie. Einerseits ignorieren Sie hierbei komplett das der Energie und Ressourcenaufwand für Akkus in deutlich stärkeren Maße sinken als die Effizienz der fossilen Energieträger steigt. Anderseits ignorieren sie die enormen Umweltprobleme durch die Ölförderung.
    3. Ein Vergleich des bisherigen Standes der Technik der fossilen Energieträger und der erneuerbaren Energien ist nur teilweise sinnvoll. Beide sind technisch gesehen vielleicht derzeit gleich umweltschädlich. Interessant ist jedoch das technische Potenzial beider Technologien. Hier kann ich nicht die von Ihnen beworbeneren Effizienzsteigerungen bei den fossilen Energieträgern erkennen.
    4. Die von Ihnen bemängelten hohen Strompreise sind nur teilweise Aussagekräftig. Die EEG-Umlage ersetzt die Differenz zwischen garantierter Einspreisevergütung und tatsächlichen Marktpreis. Insbesondere die nicht regelbaren Atomkraftwerke (worauf sie übrigens gar nicht eingegangen sind) und die nur langsam regelbaren Kohlekraftwerke führen jedoch in Verbindung mit dem immer weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie zu einer zeitweißen massiven Überproduktion mit den daraus resultierenden Marktpreisen. Da die meisten größeren Gewerbebetriebe von der EEG-Umlage befreit sind können sie in besonderen Maße von den niedrigen Energiepreise profitieren. Diese Subvention der deutschen Industrie bezahlen die nicht befreiten Verbraucher durch ihr hohen Strompreise.

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      Richard Ott sagte:

      @ruby

      Noch interessanter als der Film und seine Perspektive (Kritik an den angeblich „erneuerbaren Energien“ – aber von links) sind die Reaktionen darauf.

      Der Ultralinke Michael Moore ist jetzt plötzlich „rechts“ weil er als Produzent dieses Films der Ökostromlobby ans Schienbein getreten hat.

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        ruby sagte:

        @ Richard O.
        Die Dekonstruktion der Genese der „Marionette“ Umweltaktivismus und das bereits feststehende zwangsläufige Ende (herrlich marxistisch oder?) ist in den Bildern fulminant traurig umgesetzt.
        Die Ökostromidealisten haben für ihre widernatürlichen Zerstörungen die Höchststrafe verkündet bekommen: nicht gesellschaftstauglich.
        Jetzt geht es an die dahinterstehenden Globalisten
        https://fktdeutsch.wordpress.com/2020/08/07/lektion-zur-kgs-4/
        Die Spitze der Dollarpyramide und der neuen Weltordnung zerfällt am Boden der Länder und Völker.
        Der immer gleiche Symbolismus kommt ins Museum, Abteilung Vergangene Zeithalter, wie die Besatzungszone Deutschland – – endlich.
        Darauf ein letztes dreifaches Hurra zum nächsten Aufmarsch am 3.Oktober in Berlin…
        (Strohhut nicht vergessen)

  4. Avatar
    Christian Anders sagte:

    @johann müller

    Welches Argument hätten’s denn gerne? Ich schreibe hier im Blog nicht seit gestern und vieles von dem, was Schernikau behauptet, BIN ich argumentativ schon angegangen. Ich gebe einen superkurzen Abriss anhand von ZITATEN Schernikaus aus seiner von mir verlinkten Veröffentlichung (damit niemand sagt, das meint er doch gar nicht so…)

    Zitat:
    „Wie bereits dargestellt, sind 4% der jährlichen CO2-Emissionen vom Menschen verursacht und erreichen eine Konzentration von 0,04% in der Atmosphäre… Unter der Annahme eines CO2-Gleichgewichts, von dem ich nicht annehme, dass es existiert, läge der Anteil des vom Menschen verursachten CO2 in der Atmosphäre bei 0,0016%.“

    Gegenargumentation:
    Es sind nach Meinung der Wissenschaft sogar „nur“ 3% p.a.. Trotzdem kommt die Wissenschaft auf rund 40% von Menschen emittiertem CO2 als Anteil am Gesamten. Können die alle nicht rechnen?
    Nein. Natürlich AKKUMULIEREN sich jährliche Überschüsse, die über die Aufnahmefähigkeit eines Systems hinausgehen, zu Gesamtmengen (Umsätze führen zu Beständen). Es ist MESSBAR so, dass Ozeane eine SENKE (=netto Aufnahme) für CO2 sind. Es ist MESSBAR so, dass das C12/C13-Verhältnis des atmospährischen CO2 sich während des Konzentrationsanstiegs veränderte zugunsten des C12 – also desjenigen Isotops, das von Pflanzen BEVORZUGT bei der Fotosynthese genutzt wird. Die CO2-Quelle KÖNNEN also nicht die Ozeane sein, die beim Lösen des Gases CO2 KEINE solche Bevorzugung zeigen. Es MÜSSEN thermisch umgesetzte Pflanzen oder Tiere sein. Oder kurz: Öl, Kohle, Gas (oder Holz).
    Die korrekte Rechnung demnach: 100% des zusätzlichen CO2 sind anthropogen (die andere mögliche Quelle der Supervulkanausbrüche fehlt schlicht) und dieser Zusatz hat sich, Stand heute, ÜBER DIE ZEIT zu grob 40% am Gesamtanteil des atmosphärischen CO2 akkumuliert. Mathematisch simpel und empirisch evident gemessen. Schernikau rechnet hier falsch, weil er Umsätze und Bestände vermischt. Zur Empirie der Forschung wie o. g. sagt er: Nichts.

    Zitat:
    „Klimamodelle können keine historischen oder aktuellen Temperaturen oder CO2-Werte vorhersagen. […] Ebenso wenig können sie weder Eiszeiten noch Wärmeperioden erklären und sie können auch nicht erklären, warum die Temperaturen seit 1997 nicht angestiegen sind.“

    Gegenargument:
    Dann zeige er doch mal die von den Wissenschaftlern als maßgeblich betrachteten Modelle und deren Abweichung von der Realität.
    Wenn ICH in der Literatur nachgucke, können diese Modelle sehr wohl, was sie lt. Schernikau nicht können. BEHAUPTEN kann man vieles, belegen ist was anderes. Sowohl die „alten“ Szenarien haben sich bezogen auf die Zukunft (also heute) als erstaunlich korrekt erwiesen. Die heutigen gängigen Modelle könne sehr wohl Eiszeiten und Wärmeperioden der Vergangenheit erklären. Wie man darauf kommt, das Gegenteil zu behaupten, harrt der Erklärung.
    Ebenfalls einer Erklärung harrt die Behauptung, seit 1997 wäre es nicht wärmer geworden.
    1998 (nicht 1997!?) war ein El Nino Jahr, das in den globalen Datensätzen je nach Datensatz erst 2005 wieder übertroffen wurde. 2010 und 2015 waren jeweils wärmer.
    Über den TREND sagt dies alles genau nichts. Und nicht mal als Vergleich der Absolutwerte ergibt sich daraus eine Pause.
    Welchen Datensatz nutzt Schernikau? Was zeigt dieser? Die verfügbaren Daten der großen Institute stützen seine Behauptung schlicht nicht.
    (Er läd eine nicht näher erläuterte(!) Grafik ohne Achsenbschriftung der University of Alabama als „Beleg“ runter, ebenfalls im Link dokumentiert).
    Die Daten aus NASA GISS, NOAA NCDC, HadCrut4, Cowtan&Way, BEST (sowas wie die konkurrierenden „Big Five“ um gute, globale Daten auf diesem Feld), zeigen ALLESAMT das Gegenteil von dem, was Schernikau hier behauptet. Zum Nachprüfen für alle Leser frei.

    Zitat:
    „Ein „Treibhauseffekt“ ist nur vorstellbar für Körper, die von einem kälteren Gas umgeben sind. Das Vakuum im Weltraum hat jedoch keine Temperatur. Die Atmosphäre kühlt somit lediglich die Oberfläche der Erde, sie erwärmt sie aber nicht, da die wärmere Erdoberfläche von einer kälteren Atmosphäre umgeben ist. Ein Treibhauseffekt widerspricht zudem der Thermodynamik. Es ist darüber hinaus wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Temperaturen auf der Erde vom Luftdruck (bzw. das Gewicht der Atmosphäre) und der Entfernung zur Sonne bestimmen werden und nicht vom CO2-Gehalt. Die von der Sonne empfangene Energie wird durch atmosphärischen Druck verstärkt;“

    Gegenargument (+vorangestellter Polemik):
    Puuuuh…
    Wie argumentiert man gegen einen Flacherdler an, der Rowbothams Buch für den „wissenschaftlichen Beweis“ für die flache Erde hält?
    (und nein, der Vergleich ist nicht übertrieben sondern passt wie angegossen)
    NICHTS von dem Inhalt dieses Zitats ist physikalisch haltbar. Die als Kronzeuge herhaltende Veröffentlichung von Gerlich/Tscheuschner ist wahrscheinlich das am meisten widerlegte Stück, das je in einem PREDATORY JOURNAL(!) veröffentlicht wurde (kein echtes Wissenschaftsmagazin hat es angenommen, und wer derlei „Fachaufsätze“ lesen kann, weiß, warum. Ich habe es übrigens im Original gelesen. Schernikau auch?)
    Um es kurz zu machen, weil die konzeptionellen Denkfehler von G&T Legion sind und Schernikau sie anscheinend wiederholt: Der Treibhauseffekt ist in unterster Grundlage nichts anderes als eine sonnengetriebene Wärmepumpe, die es am Boden des Gasozeans (da leben wir) wärmer macht und ausgleichend in dessen Höhenlagen kälter.
    Wer sagt, dies widerspricht der Physik, muss morgen seinen Kühlschrank entlassen, denn dieser widerspricht der gleichen Physik in gleichem Maß.

    Da es gerade zum THE festmeterweise Grundlagenliteratur gibt, die das ganze hervorragend und richtig erklärt und dies im Gegensatz zur Diskussion um Datenanalyse eine Frage physikalischer Grundlagen ist, wäre hier die Positionierung also extrem einfach. Schernikau hat sich gegen die Physik entschieden. Er kann Einzelmeinungen zitieren, die von vorneherein seiner Sicht entsprechen, sagt aber nichts über die Gegenmeinung der etablierten Wissenschaft.
    (Na gut: Dass wir Maxwell, Planck, Einstein und noch ein paar andere in die Runde Ablage packen könnten, wenn es keinen Treibhauseffekt GÄBE, sagt er ja auch nicht…)

    Darüber, dass Druck eine Temperatur macht und/oder eine Energie verstärkt, sagen wir mal nichts… ach komm, doch: Wer jemals einen Reifen aufgepumpt hat, hat erfahren, dass DruckÄDERUNG TemperaturÄNDERUNG erzeugt ( dp/dT ). Und dieser jemand hat auch erfahren, dass sich diese Temperaturänderung nach Beenden des Pumpens (Druck = const. mithin dP = 0 ) wieder zurückbildet.
    Einen Fahrradreifen zu flicken, bevor man sowas schreibt, hätte also geholfen.

    ———-

    Das nur an 3 Beispielen. Das könnte man mit Schernikaus kompletter Veröffentlichung machen. Die als „Beleg“ gelieferten Daten sind von Art, Umfang und Präsentation auch so, dass es oberflächlich wissenschaftlich aussieht. Wer sich nur ein bisschen mit wissenschaftlicher Arbeit auf dem Gebiet auskennt, sieht, dass es so nicht seriös ist.

    Conclusio:
    Schernikau ist das, was die Wissenschaft „Merchant of Doubt“ nennt. Ob aus Absicht weil Lobbyist, oder aus Überzeugung, für den Effekt spielt das keine Rolle.
    Anhand dessen, was ich oben beispielhaft gezeigt habe, schlussfolgere ich, dass man ziemlich vorsichtig sein muss, L. Schernikau nicht bloß deshalb für seriös und/oder glaubhaft zu halten, weil er Probleme adressiert, die man selbst auch so sieht. Dann unterliegt man dem „confirmation bias“.

    (War der Kommentar wegen leichter Zwischenpolemiken zu emotional?)

    Was ich nicht verstehe: Schernikau sagt von sich selbst, kein Naturwissenschaftler zu sein. Trotzdem bewertet er deren Arbeit auf einer Ebene, die (eigentlich) recht tiefes Verständnis der Physik voraussetzt. WIESO eigentlich?

    Meine These: Weil etwas ganz Bestimmtes rauskommen SOLL!

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      RealTerm sagte:

      Habe das als Physiker überflogen. Sie haben natürlich recht, insbesondere beim Widerspruch zur Thermodynamik. Das ist Bullshit. Punkt.

      Lassen Sie das erst in Ruhe wirken, bevor Sie meinen zentralen Einwand als Physiker lesen, der meine zentrale Kritik an der Klimaforschung sehr verkürzt und plakativ darlegt:

      Sie glauben, dass die Klimamodelle historische und heutige Temperaturen vorhersagen können? Da halte ich dagegen! Dazu muss man die Vorgehensweise bei Modellierung kennen und Sie kennen diese als Physiker sicher ganz genau. Es gibt nämlich eine Unzahl von Unbekannten in der Modellierung. Diese werden durch zahlreiche, veränderliche Parameter (=Stellschrauben) ersetzt. Die Modellierung funktioniert nun ganz unphysikalisch so, dass an diesen Stellschrauben solange „gedreht“ wird, bis das Modell zu den historischen Daten passt. Das Modell wird der Realität angepasst, „gefittet“. So ist es natürlich nicht verwunderlich, dass die aktuellen Modelle die Gegenwart so perfekt „treffen“. Man muss nun einfach die alten Modelle von vor 20 Jahren nehmen und dann deren Vorhersagekraft überprüfen und die ist (ja, ohne ein konkretes Beispiel) grottenschlecht. Die heutigen Klimamodelle sind aber morgen die von gestern! Warum sollen diese besser sein? Sie sind komplizierter geworden, die Rechnerleistung hat sich erhöht, ja, aber das Grundproblem ist das gleiche. Wissen Sie, wo man ein solches Vorgehen in der Physik historisch findet? In der Epizykeltheorie des ptolemäischen Weltbildes. Mit genügend freien Parametern, kann man jeden(!) historischen Datensatz „fitten“ und eben auch „beweisen“, dass sich die Sonne um die Erde dreht. Da lobe ich mir doch Einsteins Relativitätstheorie, deren vorhergesagte Gravitationswellen nach 100 Jahren bestätigt wurden. Ich weiß, schlechter Vergleich! Aber das ist wenigstens Physik, wo nicht mit einer Unzahl von Parametern „gefittet“ werden muss.

      Was in der Öffentlichkeit völlig unbekannt ist, ist die Tatsache, dass nicht etwa Kohlendioxid direkt zur modellierten Temperaturerhöhung führt. Dafür ist die Wirkung des Kohlendioxids in der geringen Menge viel zu klein. Erst durch einen Rückkopplungseffekt des kleinen Temperaturanstieges durch Kohlendioxid soll sich der Wasserdampf in der Atmosphäre erhöhen, der dann wiederum den Großteil des modellierten Temperaturanstieges verursachen soll. Aber da fängt es schon an. Wie hoch ist der Wasserdampf in der Atmosphäre in Abhängigkeit von der Temperatur, der in der Atmosphäre ganz sicher nicht überall im Gleichgewicht ist? Da helfen leider keine Bohrkerne aus dem Eis …

      Sie wollen eine wirklich fundierte Kritik eines Fachmannes? Kennen Sie Dr. Kehl der TU Berlin? Seine umfassenden, fundierten Zusammenstellungen lagen bis 2020 auf dem UNI-Server der TU-Berlin, frei zugänglich für jedermann.

      Wissen Sie, was passiert ist? Die Seiten wurden vom Server gelöscht.

      … und Dr. Kehl schreibt dazu:

      „[mein Projekt], dessen kritische Bemerkungen zur Klimadebatte als Ergänzung zur Klimageschichte nicht dem Zeitgeist folgen und daher für das Institut für Ökologie der TU-Berlin nicht mehr opportun sind!“

      So traurig ist es also um die Wissenschaft in Deutschland bestellt, dem Land der Dichter und Denker …
      Aber für alle, die viele Stunden Zeit haben, verlinke ich Euch hier die Kopie des ausgezeichneten Projektes von Dr. Kehl, und nein, ich bin nicht Dr. Kehl selbst;-))

      http://www.science-e-publishing.de/project/lv-twk/index.htm
      http://www.science-e-publishing.de/project/klimadebatte/02-intro-3-twk.htm

      Antworten
      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ RealTerm

        Ich bin kein Physiker und werde daher zu dem, was Sie sagen, nicht mit richtig oder falsch antworten.

        Anhand meines Verständnisses Ihrer Aussagen möchte ich Ihnen lediglich eine Frage stellen.

        Wie ich Sie verstehe:

        Modellierungen sind wegen zu vieler Unbekannter, die nicht einbezogen werden können bzw. deren Interaktion nicht hinreichend bekannt ist, NICHT prognosefähig.

        Daher kann man zukunftsorientiertes Handeln NICHT darauf beziehen.

        INSOFERN sind derartige Modellierungen WERTLOS.

        Annahmen, die ich für richtig halte:

        Für die letzten Jahrzehnten wurde ein zunehmender anthropogener CO2-Ausstoß EMPIRISCH ermittelt und ZUGLEICH eine zunehmende Erderwärmung GEMESSEN, also unstrittig KORRELATION festgestellt, die – nicht auszuschließen – alternativ auch KAUSAL sein könnte.

        Die zunehmende Erderwärmung wird als EXISTENZBEDROHEND angesehen.

        Meine Frage:

        Halten Sie es für BEGRÜNDET oder BEGRÜNDBAR, sich – sozusagen anhand der Korrelation UND nicht ausschließbarer Kausalität – prophylaktisch für die/eine Energiewende auch dann zu entscheiden, wenn man sich bezüglich der Kausalität GEIRRT haben könnte?

        Wenn nicht, warum nicht?

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        Christian Anders sagte:

        @RealTerm

        Danke für Ihre Antwort. Ich muss Ihnen an entscheidenden Stellen dezidiert widersprechen, selbstverständlich mit Begründung:

        „Dazu muss man die Vorgehensweise bei Modellierung kennen und Sie kennen diese als Physiker sicher ganz genau. Es gibt nämlich eine Unzahl von Unbekannten in der Modellierung. Diese werden durch zahlreiche, veränderliche Parameter (=Stellschrauben) ersetzt. Die Modellierung funktioniert nun ganz unphysikalisch so, dass an diesen Stellschrauben solange „gedreht“ wird, bis das Modell zu den historischen Daten passt.“

        Das ist so nicht korrekt. Tatsächlich werden die Modelle mit dem aktuellen Forschungsstand (der natürlich kein „letztes Wort“ ist) zur Physik von Strahlungstransport in der Atmosphäre, Wolken, Ozeanen, Eisflächen, etc. erstellt, und zwar in Form festgelegter mathematischer Zusammenhänge zwischen diesen. Dann wird eine BEKANNTE Variable, sinnvollerweise allermeist die Sonneneinstrahlung als Veränderliche in Abhängigkeit der Zeit durch dieses Formelwerk laufen gelassen. Die erhaltenen Zeitreihen für Zusammensetzung der Atmosphäre, Eisflächen, Meeresspiegelhöhen, Temperatur etc. werden danach mit den sogenannten Proxy-Daten abgeglichen, also den Daten aus Eisbohrkernen, der Dendrochronologie, der Sedimente, etc.

        Bei guter Übereinstimmung Modell gut, bei schlechter schlecht, um es platt zu sagen. Beliebig an allen Stellschrauben rumgedreht, bis der Fit passt: NEIN!
        Auch Klimatologen (die oft theoretische Physiker sind) kennen John Neumanns Diktum: „With four parameters you can fit an elephant.“ Sie begnügen sich deshalb mit weniger.

        „So ist es natürlich nicht verwunderlich, dass die aktuellen Modelle die Gegenwart so perfekt „treffen“. Man muss nun einfach die alten Modelle von vor 20 Jahren nehmen und dann deren Vorhersagekraft überprüfen und die ist (ja, ohne ein konkretes Beispiel) grottenschlecht. Die heutigen Klimamodelle sind aber morgen die von gestern! Warum sollen diese besser sein?“

        MIT konkretem Beispiel wäre Ihnen was entscheidendes Aufgefallen: Der Goldstandard der „frühen“ Modelle, Jim Hansens „3-Szenarien Modell“ von 1988, trifft unsere aktuelle IST-Situation fast schon lächerlich genau. Und auch Hansen baut dabei auf der Formulierung der Strahlungstransportgleichungen für KONVEKTIVE(!) Modelle nach Ramanathan/Coakley 1978 auf. Wie auch alles, was heute noch gemacht wird. (Die Betonung, weil Kritiker oft mit der angeblich nicht beachteten Konvektion um die Ecke kommen. Genau das Gegenteil ist wahr.)

        1977 schon hat James Black, führender Wissenschaftler bei EXXON (!!) ein paläoklimatisches Modell niedriger Komplexität entworfen, das sowohl Vergangenheit als auch Zukunft (also unser Heute) extrem genau abbildet.

        Dies waren die ersten Ansätze, die die auch heute noch als Grundlage genutzte Methodik anwendeten und sie haben sich über immerhin 30 – 40 Jahre VOLL BESTÄTIGT. Insofern ist das, was Sie dazu schrieben, evident verkehrt – sorry to say so.

        Ich kann ohne Moderation nur einen Link setzen. Wenn Sie die Namen und Jahreszahlen googlen, finden Sie die Originalstudien sowie viele Analysen und Besprechungen frei verfügbar.

        „Was in der Öffentlichkeit völlig unbekannt ist, ist die Tatsache, dass nicht etwa Kohlendioxid direkt zur modellierten Temperaturerhöhung führt.“

        Wenn das völlig unbekannt sein sollte, ist das aber nicht der Wissenschaft anzukreiden. Diese hat NIE die Ergebnisse der Szenarien einem „Reineffekt“ zugeschrieben, sondern immer als ein Ergebnis wechselseitiger Rückkopplungsmechanismen dargestellt.

        Der (nur theoretisch berechenbare, da die Realität keine ceteris paribus Bedingungen kennt) „Reineffekt“ einer Konzentrationsverdopplung von CO2 auf 560 ppm ist knapp 1,2K Zunahme der globalen Mitteltemperatur. Berechnet mit eben jenen Strahlungstransportgleichungen. Das ist also – ausgehend von 3K Sensitivität – 40% am Gesamtergebnis.

        „Sie wollen eine wirklich fundierte Kritik eines Fachmannes? Kennen Sie Dr. Kehl der TU Berlin?“

        Ja. Allerdings macht er mit dem Florett, was L. Schernikau mit dem Holzhammer gemacht hat: Ein paar Denialism-Evergreens wiederverwerten. Bei ihm sieht das Ganze nur viel wissenschaftlicher aus.

        Aber nur als Beispiel: Auch er hebt auf Gerlich&Tscheuschner ab (die, wo alles dem 2. HS widerspricht), vergleicht den Treibhauseffekt mit dem Glashauseffekt und hat – das kann man so konstatieren – die Grundlage des Objekts seiner Kritik nicht richtig verstanden.

        Es gehört bei Kritikern der Klimawissenschaft irgendwie oft dazu, die unterste Basis, also WIE nun der THE funktioniert (was mit Klimawandel erstmal genau Null zu tun hat), NICHT zu verstehen. Damit hängt jede Kritik in der Luft.

        Dazu möchte ich dann doch einen Link anfügen, mit einer der besten kurzen Erklärungen zur Funktionsweise des THE:

        https://www.youtube.com/watch?v=4PAbm1u1IVg&t=3s

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @DT

        „Für die letzten Jahrzehnten wurde ein zunehmender anthropogener CO2-Ausstoß EMPIRISCH ermittelt und ZUGLEICH eine zunehmende Erderwärmung GEMESSEN, also unstrittig KORRELATION festgestellt, die – nicht auszuschließen – alternativ auch KAUSAL sein könnte.“

        Eine Kausalität – FALLS vorhanden – ergibt sich aus dem Zeitversatz. Historisch ist die Temperaturänderung der CO2-Änderung immer VORAUS gegangen. AUSSCHLIEßLICH die aktuelle Änderung seit Beginn der modernen Messungen zeigt die UMGEKEHRTE zeitliche Verknüpfung.

        Also, SOLLTE es eine kausale Verknüpfung geben: Was sagt uns dann die Logik zwingend zu dieser, bei o. g. simpler Faktenlage?

        (Das ist übrigens die eine Frage, bei der „Skeptiker“, die mit dem „Argument“ hantieren, die Zusammenhänge seien zwangsläufig C folgt T, den Kopf superschnell im Sand haben. Sie unterstellen nämlich höchstselbst als Prämisse eine Kausalverknüpfung, die wegen der zeitlichen Reihenfolge der heutigen Situation nur genau eine Richtung haben könnte – aus deren Sicht genau die falsche.)

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        >Eine Kausalität – FALLS vorhanden – ergibt sich aus dem Zeitversatz.>

        Nämlich:

        >Historisch ist die Temperaturänderung der CO2-Änderung immer VORAUS gegangen. AUSSCHLIEßLICH die aktuelle Änderung seit Beginn der modernen Messungen zeigt die UMGEKEHRTE zeitliche Verknüpfung.>

        Der Schlüssel zum Verständnis ist AKTUELLE ÄNDERUNG.

        Es ist doch nicht – völlig – auszuschließen, dass sich die TEMPERATUR und die GESAMTMENGE an CO2 aktuell so geändert haben, dass die historische FOLGE „Temperatur geht CO2“ voraus nach wie vor RICHTIG ist.

        Wir WISSEN doch nur, dass der anthropogene CO2-Ausstoss bezogen auf den anthropogenen vor unseren wenigen aktuellen Jahrzehnten SIGNIFIKANT gestiegen ist.

        Er betrifft aber nur eine Teilmenge des CO2.

        WENN wir aufgrund von Messungen und Modellen KEINE Erklärung für die GRAVIERENDEN Veränderungen von Temperatur und nicht anthropogem CO2 haben, die wir haben MÜSSTEN, um die Umkehr der historischen zeitlichen Verknüpfung infrage zu stellen, MUSS dann nicht gelten:

        Es IST ANZUNEHMEN, dass anthropogenes CO2 temperaturerhöhend WIRKT.

        Was ist FALSCH, mit derart BEGRÜNDETEM Nichtwissen die Kausalität anzunehmen ODER ist es nicht falsch, sondern sogar ZWINGEND geboten, sie anzunehmen, wenn eine auf Ursache und Wirkung beruhende ERKLÄRUNG verlangt wird?

      • Avatar
        markus sagte:

        @Realterm:

        Ich bin auch Physiker. Ich habe auch schon Code für Monte Carlo Simulationen programmiert (basierend auf „altbekannter“ Physik und zugegebenermaßen wesentlich simpler als das Modellieren von Klima). Natürlich kann man immer komplexe Modelle erstellen und dann die Parameter so tweaken, dass die Trainingsdaten die gewollte Vorhersage beinhalten. Aber das ist nicht seriös und ich kann mir nicht vorstellen, dass das Peer-Review System das nicht schon aufgedeckt hätte. Desweiteren ist doch die Wettervorhersage das Paradebeispiel, dass es funktioniert. Die Wettervorhersage funktioniert sehr detailliert mit einen kurzen Zeithorizont, die Klimavorhersage viel gröber auf einem langen Zeithorizont. Ebenso funktioniert selbst das meist völlig unphysikalische Trainieren von Deep-Neural-Networks, das von Bild- über Spracherkennung zu weiß-gott-noch-alles benutzt wird. Auch dort werden Bilder erkannt die nicht im Trainingsdatensatz enthalten sind.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @DT

        Die Logik ist folgende:

        In der Vergangenheit gingen die Temperaturänderungen entlang der Zyklen der Erdbahnparameter (dadurch variiert die von der Sonne eingestrahlte Leistung). Bei Erwärmungen folgten Jahrhunderte später CO2 Konzentrationserhöhungen in der Atmosphäre.

        Singulär haben wir jetzt den Fall, dass eine Temperaturerhöhung wenige Jahrzehnte einer CO2 Konzentrationserhöhung folgt. Platt gesagt einen ahistorischen Vorgang.

        Da man um die Physik der Treibhausgase weiß (seit fast 150 Jahren auf makroskopischer Ebene, seit Entwicklung der Quantentheorien auch auf mikroskopischer Ebene) ergibt sich auf erster Ebene die plausible Theorie, dass die CO2 Konzentrationsänderung DIESMAL Ursache statt Folge der Temperaturänderung ist.

        Stellt sich auch zweiter Ebene die Frage: Woher kommt das ZUSÄTZLICHE CO2?

        Da das C-Atom verschiedene Isotope hat ( C12/C13/C14 ) und v. a. das VERHÄLTNIS C12/C13 recht fix ist, hat man untersucht, ob sich dieses eigentlich fixe Verhältnis bei der Konzentrationsänderung auch ändert.
        Das tut es, hin zu mehr C12.
        Schlussfolgerung: Die Quelle des zusätzlichen CO2 ist C12 reicher als die bisherige Atmosphäre.
        Fossile Brennstoffe sind C12 reicher als die Atmosphäre. Dies liegt daran, das Pflanzen bei der CO2-Aufnahme aus der Luft CO2 mit C12 bevorzugen. Tiere fressen Pflanzen oder Tiere, die Pflanzen fressen… und alles wird irgendwann zu Öl, Kohle, Gas, über Jahrmillionen.

        Diese Brennstoffe werden auch in extrem signifikanten Mengen seit über 100 Jahren verbrannt und somit ihr Kohlenstoff als CO2 wieder freigesetzt.

        Dadurch ist es auf zweiter Ebene plausibel, die menschlichen Emissionen für den Anstieg der CO2 Konzentration verantwortlich zu machen. Und da man diesen auf erster Ebene als GRUND für die Temperaturerhöhung identifiziert hat, schließt man logisch: Der jetzige Klimawandel aka Erwärmung ist hochgradig vom Menschen beeinflusst.

        Ich wollte eigentlich „nur“ auf Folgendes hinaus: Der umgekehrte Schluss, dass, weil das Klima sich schon immer geändert hat (stimmt) und dabei immer die Temperaturänderung der CO2 Konzentrationsänderung VORAUS lief (stimmt auch), es jetzt NICHT anders sein könnte, geht wegen der o. g. „Zusatzinformationen logisch nicht auf, obwohl seine Eingaben korrekt sind. Es ist ein Fehlschluss.

        Randnotiz: Die Erdbahnparameter erzwingen seit tausenden Jahren einen langfristigen Kühlungstrend. Dieser besteht seit der letzten großen Warmzeit und ist in den letzten hundert Jahren „locker“ aufgeholt und überkompensiert“ worden. OBWOHL die Sonne es nicht per Leistungseintrag hergibt.

        Stellt sich die Preisfrage: WIESO?

        Die Skeptikergemeinde gibt darauf keine Antwort. Gut, muss man auch nicht, wenn „alle Daten gefälscht“ sind.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        Danke für Ihre Antwort.

        Also:

        Keine logische Annahme aufgrund von NICHTWISSEN, wie ich meinte, sondern eine SCHLÜSSIGE Erkenntnis aufgrund von NICHT ausgeblendetem WISSEN.

        Da ist man als Laie in dem Fach natürlich verloren.

        Was allerdings hochgradig IRRITIERT:

        Es war schon immer klar, dass wissenschaftliche Aktivitäten von INTERESSEN getrieben sind (persönlichen und institutionalisierten).

        Das produziert nicht per se falsche Auffassungen.

        Aber erstaunlich ist es schon, dass gerade in einer Disziplin wie der Physik SELEKTIV so willkürlich mit Daten und Methoden verfahren werden kann, dass der Öffentlichkeit KEINE Klärung präsentiert werden kann.

        Kein Wunder, dass in der Wissenschaft wie im richtigen Leben fast NUR Gläubige verschiedener Religionen umherlaufen.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @DT @markus
        ———————
        @DT

        „Keine logische Annahme aufgrund von NICHTWISSEN, wie ich meinte, sondern eine SCHLÜSSIGE Erkenntnis aufgrund von NICHT ausgeblendetem WISSEN.

        Da ist man als Laie in dem Fach natürlich verloren.“

        Leider ja. Man kann als interessierter UND talentierter Laie die Details in längeren Selbststudien nachvollziehen – aber wer hat denn als Nichtphysiker dreierlei: Interesse, Talent und die Zeit?

        Es ist genau dieser Umstand, den sich die Merchants of Doubt zunutze machen. Es wird das, was ich „Denialism Evergreens“ nenne, durch beständige Wiederholung (siehe als Beispiele Hr. Stelters aktueller Gast oder der von @RealTerm angesprochene Dr Kehl) dem fachfernen Publikum dauerpräsentiert.

        Dabei klingt das, was als „Doubt“ formuliert wird, unmittelbar einleuchtend. Unser Beispiel von oben: „Das Klima hat sich schon immer geändert und dabei war CO2 Folge statt Ursache“ (stimmt ja alles), „ALSO (jetzt wird es verkehrt) gibt es keinen menschgemachten Klimawandel durch CO2.“

        Sie sehen auch, dass selbst die einfachstmögliche Gegenrede (ich versuche es so auszudrücken, dass auch Fachferne folgen können), zu der ich mich befähigt sehe, deutlich komplizierter ist, als das Streuen des Zweifels. Und dabei handelt es sich auch noch um einen der einfachsten Denialism Evergreens überhaupt… es verwundert deshalb nicht, dass die etablierte Wissenschaft sich wie Don Quijote vorkommt.

        Sie hat ALLE(!) Denialism Evergreens entweder konkret falsifiziert oder gezeigt, dass sie irrelevant sind. Aber das geht seriös und schlüssig oft nur auf einer Ebene, die – WEGEN dem was ich oben von Ihnen zitiert habe – dem Laienpublikum schwer bis gar nicht vermittelbar ist.

        Diese Asymmetrie der Erklärmöglichkeiten zugunsten der Merchants of Doubt wird von diesen voll ausgespielt. Wenn diese dann auch noch Institute bilden, Konferenzen abhalten, Veröffentlichungen wissenschaftlichen Aussehens herausbringen (die sie dann als Quelle zitieren können) UND dabei viele Leute „beschäftigen“ die gar nicht merken, was sie tun, weil es ihnen an Expertise fehlt UND an der Selbstreflexion, dies zu erkennen – dann ist die Propagandamaschine perfekt.

        Sie ist so gut, dass sich einige ihrer komplexeren Evergreens sogar bei Naturwissenschaftlern einnisten, siehe @RealTerm.

        „Aber erstaunlich ist es schon, dass gerade in einer Disziplin wie der Physik SELEKTIV so willkürlich mit Daten und Methoden verfahren werden kann, dass der Öffentlichkeit KEINE Klärung präsentiert werden kann.“

        ?? Nähere Erläuterung bitte!

        Datenanalyse braucht IMMER ein ihr zugrunde liegendes Paradigma. Die Paradigmen der Physik haben ihre Erklärkraft bewiesen und werden DESHALB angewendet.

        @markus

        Ich wiederhole nochmal: Bei den Modellen wird nicht „gefittet“ bis es zu den Daten passt (Denialism Evergreen) sondern ein festes Modell wird z. B. mit den bekannten(!) Sonnenzyklen durchlaufen gelassen und dann geschaut, ob es die bekannten(!) Daten aus sich heraus reproduziert.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        „Der Goldstandard der „frühen“ Modelle, Jim Hansens „3-Szenarien Modell“ von 1988, trifft unsere aktuelle IST-Situation fast schon lächerlich genau“

        Wenn das Modell 3 verschiedene Szenarien hat, kann es keine Prognose im von RealTerm geforderten Sinn sein.

        PS: Mit meinem supertollen „6-Szenarien-Modell“ kann ich mit 100% Genauigkeit vorhersagen, welche Zahl Sie beim nächsten Wurf mit einem 6-seitigen Würfel werfen…

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @markus

        „Aber das ist nicht seriös und ich kann mir nicht vorstellen, dass das Peer-Review System das nicht schon aufgedeckt hätte.“

        Ich schon. Eine Menge Müll wird durch das Peer-Review-System durchgewunken weil alle Beteiligten des Systems davon profitieren:

        One paper, published in a journal called Sex Roles, said that the author had conducted a two-year study involving “thematic analysis of table dialogue” to uncover the mystery of why heterosexual men like to eat at Hooters.

        Another, from a journal of feminist geography, parsed “human reactions to rape culture and queer performativity” at dog parks in Portland, Ore., while a third paper, published in a journal of feminist social work and titled “Our Struggle Is My Struggle,” simply scattered some up-to-date jargon into passages lifted from Hitler’s “Mein Kampf.”

        Such offerings may or may not have raised eyebrows among the journals’ limited readerships. But this week, they unleashed a cascade of mockery — along with a torrent of debate about ethics of hoaxes, the state of peer review and the excesses of academia — when they were revealed to be part of an elaborate prank aimed squarely at what the authors labeled “grievance studies.”(…)

        https://www.nytimes.com/2018/10/04/arts/academic-journals-hoax.html

        Der Betrug lohnt sich in allen hoch politisierten Fachrichtungen, ob nun „feministische Hundesexologie“ oder „Klimawissenschaft“…

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        Ich habe verstanden, was Sie mit Merchants of Doubt meinen und wie deren Verfahren wirkt, um GLAUBEN zu generieren:

        Es muss UNMITTELBAR EINLEUCHTEND sein.

        Was ich mit

        >Aber erstaunlich ist es schon, dass gerade in einer Disziplin wie der Physik SELEKTIV so willkürlich mit Daten und Methoden verfahren werden kann, dass der Öffentlichkeit KEINE Klärung präsentiert werden kann.>

        meine:

        Es ist erst einmal klar, dass selektiv verfahren werden kann – ja muss, meine ich –, weil ERKENNTNIS nur so gewonnen werden kann (mit der Folge, dass sich damit auch Irrtümer angeeignet werden).

        Denn es kann keine ÜBERGEORDNETE Instanz geben, die sagt:

        DA ist Erkenntnis zu finden, aber NICHT dort, also bemühe Dich, Wissenschaft DA und NICHT dort.

        Dass dabei eine Vielfalt nicht nur unterschiedlicher, sondern sich auch WIDERSPRECHENDER Auffassungen, alle Erkenntnisstatus beanspruchend, auf dem Tisch liegen, ist nahezu unvermeidlich.

        Den Wissenschaftlern bleibt das nicht verborgen.

        WARUM gibt es keinen KONSENS unter ihnen, mit dem man sich darauf verständigt, sozusagen a posteriori eine KLÄRUNG herbeizuführen derart, dass man bewertet, X, Y beruht auf ungesicherten oder falschen Annahmen, lässt dies oder jenes aus, was als erkannt gilt etc. mit dem Ergebnis:

        Nach ALLEM, was wir zum heutigen Zeitpunkt wissen, ist dies und das nicht haltbar, sondern nur jenes?

        Ich drücke es einmal hart aus:

        Den Konsens NICHT herbeizuführen, ist WILLKÜR der Wissenschaft (auf der Metaebene).

      • Avatar
        RealTerm sagte:

        @Christian Anders
        Oh je!

        – Mein Argument der variablen Stellschrauben, wissenschaftlich Parameter:
        „Dazu muss man die Vorgehensweise bei Modellierung kennen und Sie kennen diese als Physiker sicher ganz genau. Es gibt nämlich eine Unzahl von Unbekannten in der Modellierung. Diese werden durch zahlreiche, veränderliche Parameter (=Stellschrauben) ersetzt. Die Modellierung funktioniert nun ganz unphysikalisch so, dass an diesen Stellschrauben solange „gedreht“ wird, bis das Modell zu den historischen Daten passt.“

        – Ihre Antwort:
        Das ist so nicht korrekt. Tatsächlich werden die Modelle mit dem aktuellen Forschungsstand (der natürlich kein „letztes Wort“ ist) zur Physik von Strahlungstransport in der Atmosphäre, Wolken, Ozeanen, Eisflächen, etc. erstellt, und zwar in Form festgelegter mathematischer Zusammenhänge zwischen diesen. Dann wird eine BEKANNTE Variable, sinnvollerweise allermeist die Sonneneinstrahlung als Veränderliche in Abhängigkeit der Zeit durch dieses Formelwerk laufen gelassen. Die erhaltenen Zeitreihen für Zusammensetzung der Atmosphäre, Eisflächen, Meeresspiegelhöhen, Temperatur etc. werden danach mit den sogenannten Proxy-Daten abgeglichen, also den Daten aus Eisbohrkernen, der Dendrochronologie, der Sedimente, etc.

        Zu Beginn schreiben Sie (Ihr Zitat): „Das ist nicht korrekt! [Dass veränderliche Stellschrauben angepasst werden]“ Dann schreiben Sie im selben Absatz, dass die modellierten Werte mit den Proxy-Daten (Ihr Zitat) „ABGEGLICHEN“ werden. Was bedeutet nun plötzlich das kleine Wörtchen „ABGEGLICHEN“?!?

        Nun: Man VERGLEICHT die Proxy-Daten mit der Modellierung. Wozu macht man das? Wozu bitte, wenn doch (Ihr Zitat) die modellierten Datenreihen „in Form festgelegter mathematischer Zusammenhänge“ berechnet werden? Sind die mathematischen (i.e. physikalischen) Zusammenhänge etwa doch nicht festgelegt??? Doch, die physikalischen Zusammenhänge sind natürlich festgelegt, daran rütteln Gott sei Dank auch die Modellierer (hoffentlich;-) nicht! Wozu also dann der verdammte Abgleich, den sie richtigerweise anführen?

        Ich verrate es Ihnen: Um die zahlreichen, notwendigen Annahmen, Mittelungen, Vereinfachungen bei der Modellierung zu „kalibrieren“, eben zu „fitten“ oder für den Laien verständlicher: das Modell an die Realität anzupassen. Nennen Sie die Stellschrauben, wie Sie wollen: Koeffizienten, Ratios, Parameter, Lambda, Unbekannte. Genau diese Stellschrauben werden beim Abgleich „gedreht“.

        Sie schreiben dann sinnfrei, dass eine schlechte Übereinstimmung des Modells eben (Ihr Zitat) „schlecht“ sei. Und dann? Was machen wir, wenn die Übereinstimmung schlecht ist? Werfen wir im Falle der fehlenden Übereinstimmung die im Modell verwendeten (Ihr Zitat) „festgelegten mathematischen Zusammenhänge“ in den Mülleimer und erfinden neue? Nein, zu Beginn haben wir nämlich niemals eine Übereinstimmung, stattdessen entwickeln wir das Modell weiter, suchen nach Fehlern und weiteren Einflussgrößen, fügen diese ggf. hinzu und, ja, passen eben die Parameter an!

        Im Grunde ist die Sache ganz banal. Sie wollen aber den Eindruck erwecken, dass aus der bekannten Sonneneinstrahlung und festgelegten, physikalischen Zusammenhängen der Temperaturanstieg letztlich BERECHNET wird, selbst den alten Klimamodellen sei dies gelungen. Dem ist aber einfach nicht so und Sie wissen das natürlich auch.

        Sie selbst mittelbar und der Physiker @markus sprechen es in einem anderen Kommentar frei aus, nämlich, dass man mit der Komplexität der Modelle und der Vielzahl an Stellschrauben zumindest Schindluder betreiben KÖNNTE, auch wenn er sich das bei Peer-Review-System nicht vorstellen kann und er von der Seriosität der Modellierungstechniken überzeugt ist. Immerhin, man KÖNNTE also und machen wir uns doch nichts vor, die Grenze zwischen neutraler Anpassung und unseriöser Manipulation ist fließend, es gibt kein Schwarz und Weiß, es sind Fragen der Gewichtung. Ich gebe zu, ich vermag das nicht zu beurteilen, bin aber aus Erfahrung einfach sehr skeptisch, wenn Modelle immer komplexer gemacht werden und der Außenstehende die Modelle als Black Box hilflos akzeptieren muss. Ich mache hinter die Prognosefähigkeit der Modelle einfach ein Fragezeichen. Dies ist übrigens eine RE-AKTION auf Politik und Klimaaktivisten, die umgekehrt meinen, die Wissenschaft habe alles „bewiesen“. Nein, dazu ist die Wissenschaft bei dieser Art von Modellierung prinzipiell heute nicht in der Lage und genau das WEISS ich, weil ich Physiker bin. Zweifel müssen bei derartigen Modellen erlaubt sein.

        Und sei es drum, nehmen wir an, die Modelle wären perfekt. Solange wir keine UNMITTELBAR(sic!) wirtschaftliche Lösung der Energiewende gefunden haben und die Energiewende wie in Deutschland Wohlstandsverluste mit sich bringt, werden die Milliardenvölker dieser Erde nicht mitmachen (können). FERNE, prognostizierte Umweltkatastrophenszenarien interessieren eben niemanden, der HEUTE Hunger hat! Es ist aber auch kein Naturgesetz, dass die Energiewende nicht unmittelbar wirtschaftlich sein könnte. In Deutschland ist die Energiewende leider unmittelbar wohlstandsmindernd und zusätzlich nicht zielführend, da nutzen auch die schönfärberischen Milchmädchenrechnungen nichts. Ferne Rechnungen in 50 oder 100 Jahren aufgrund von Klimafolgen interessieren am Ende nur eine Hand voll Weltverbesserer. Das klingt hart, aber wir müssen die Menschheit erst einmal satt bekommen! Das schaffen wir aber nicht, wenn wir die 7 Mrd. nach Energie ringenden Menschen auf diesem Globus mit 3,5 Mrd E-Fahrzeugen „beglücken“, daran ändert auch Professor Quaschning nichts, der stolz „seinen“ noblen Tesla auf youtube spazieren fährt. Das(!) ist unsere scheinheilige Wohlstandsgesellschaft.

        Wir brauchen Forschung, Forschung, Forschung und Innovation. Wie recht hat hier Dietmar Tischer! Wir müssen viel mehr an der Lösung arbeiten. Das dem Klimaschutz übergeordnete Problem können wir nämlich stark vereinfachen, ganz ohne Modell, es heißt: ENDLICHKEIT DES GLOBUS/DER RESSOURCEN (verbunden mit Überbevölkerung). Und schon könnten wir als Wissenschaftler eine gemeinsame Basis haben.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @DT

        Das, was Sie als a posteriori Konsens darüber fordern, was alles definitiv NICHT zutreffen kann: Das GIBT es doch! Es wurde und wird von der Wissenschaft dauernd zur Verfügung gestellt.

        Es ist der unbestreitbare Erfolg der Merchants of Doubt, dieses von der breiteren Erkenntnis fern zu halten.

        Was diese an Argumenten vorbringen, IST widerlegt und darüber herrscht auch Konsens in der Fachwelt. Teils seit über hundert Jahren.

        Es nutzt nur nichts.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @RealTerm

        Ne. Sie variieren nicht per Hand Parameter, bis das Modell die Proxys abbildet.

        Sie lassen das System interdependenter Variablen über die Zeit laufen, in welcher sich EINE Variable (bspw. Sonneneinstrahlung) bekannt variiert und schauen, was das Modell dann für die anderen Variablen ausgibt. Diejenigen, für die Proxys vorliegen. Trifft das Modell die Proxys nicht, wird es entsorgt. Die Variablen sind nicht beliebig parametrisierbar, da bekannt oder Naturkonstanten.

        Niemand kann hergehen und materialspezifische Werte wie die Albedo von Eisflächen bekannter Ausdehnung einfach mal per Hand verstellen (als Beispiel) um die Qualität des Fits zu erhöhen.

        Und ja: Das KÖNNTE man machen. Aber nicht unbemerkt.
        Wenn die Unmöglichkeit der Manipulation Voraussetzung für Wissenschaft wäre, gäbe es keine Wissenschaft. Jede Labormessung jedes Doktoranden dieser Welt kommt unter Manipulationsvorbehalt zustande, geht gar nicht anders. Das wissen Sie auch.

        Die Modelle für den Strahlungstrsnsport bestehen aus Zusammenhängen der QM. Hier sind Werte fix, da gibt es nichts zu drehen.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        „Zur Verfügung gestellt“ – JA, als METHODIK.

        Das ist aber ganz offensichtlich NICHT hinreichend, einen Konsens darüber herzustellen, welches die VERBINDLICHE VERFAHREN sind zur KLÄRUNG, ob die Methodik ordnungsgemäß oder nicht (ich nenne das mal so) GENUTZT worden ist.

        Gäbe es den, müssten nicht anfangs, aber irgendwann die Merchants of Doubt erledigt sein.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ RealTherm

        Sie nehmen mich in Anspruch für das Wissenschaftsverständnis und die damit zumindest potenziell zu generierenden Lösungen.

        Das können Sie.

        ABER:

        >Das dem Klimaschutz übergeordnete Problem können wir nämlich stark vereinfachen, ganz ohne Modell … Und schon könnten wir als Wissenschaftler eine gemeinsame Basis haben.>

        Das ist NICHT hinreichend für Lösungen.

        Forschung und Entwicklung bieten MASSNAHMEN an für die Erreichung von ZIELEN, die GESELLSCHAFTLICH bestimmt werden.

        Es können IDIOTSCHE Ziele, auch Ziele der SELBSTERNICHTUNG sein.

        Derartige Ziele kommen auch unter dem Einfluss der Wissenschaft, aber NICHT durch Wissenschaft zustande.

        Ich habe Ihnen dazu etwas am nächsten Thread geschrieben.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @DT

        Ich mache etwas Unfeines und – ich bitte um Nachsicht – attestiere Ihnen Naivität.

        Ihre Forderung ist schlicht vollumfänglich erfüllt. Es herrscht bei allen wichtigen Grundsatzfragen Konsens über die Methodik, das Vorwissen, und wie die Methodik auf das Vorwissen angewendet zu werden hat.

        Seit Jahrzehnten.

        Die Merchants of Doubt hat das nicht erledigt und wird es auch nicht erledigen.

        Sie stilisieren fehlenden Konsens in Detailfragen zu Dissenz in Grundsätzlichem um.

        Sie stellen Korrekturen von Werten statt als ANWENDUNG der als für korrekt befundenen Vorgehensweise als FÄLSCHUNG dar.
        Sie säen Zweifel durch Eunwürfe auf von Laien nicht zu überblickenden Feldern.

        DESHALB sind sie so erledigt wie Homöopathen oder Leute, die mit Bleichmitteln Autismus heilen oder Impfgegner…

        ALLE diese gäbe es nicht, wenn Ihr (übrigens richtiger) Ansatz derlei mit der Zeit „erledigen“ könnte.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        Es ist mir schon klar, dass meine Forderung NAIV ist.

        Aber meine Forderung – so, wie ICH sie verstehe – ist NICHT oder noch NICHT erfüllt, wenn Sie sagen:

        >ALLE diese gäbe es nicht, wenn Ihr (übrigens richtiger) Ansatz derlei mit der Zeit „erledigen“ könnte.>

        WO ist die wissenschaftliche Autorität, die durch ein konsensuelles Verfahren als Autorität ausgestattet, feststellen könnte:

        Hier sind Merchants of Doubt, „Sie stilisieren fehlenden Konsens in Detailfragen zu Dissenz in Grundsätzlichem um.“?

        Wenn KLAR ist, was Detailfragen sind und was als Grundsätzliches gilt, u. a. die QM, sollte es KEIN prinzipiell unlösbares Problem sein, einen Konsens herzustellen, auf Basis dessen der Derartiges festgestellt werden könnte.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @R. Ott @DT
        ——————

        @R. Ott

        „PS: Mit meinem supertollen „6-Szenarien-Modell“ kann ich mit 100% Genauigkeit vorhersagen, welche Zahl Sie beim nächsten Wurf mit einem 6-seitigen Würfel werfen…“

        Sehen Sie, genau das ist „merchanidsing the doubt“: Klingt unmittelbar einleuchtend, hat mit Hansens Modell aber nichts zu tun. Wird von Ihnen aber dennoch darauf angewendet.

        Hansen hat die EINE unabhängige Variable seines Modells, die zukünftige Entwicklung der CO2 Konzentration nämlich, in drei Szenarien angegeben. Einfach, weil er nicht wissen konnte, welches davon sich in den nächsten 30 Jahren ergeben wird.

        Fazit: Szenario B) der Konzentrationsentwicklung trat tatsächlich ein, das ERGEBNIS seines Modells für eben ausschließlich jenes Szenario B) passt auch zum aktuellen IST-Zustand.

        Auf Ihr Würfelbeispiel übertragen machen sie nicht 1 Szenario für jeweils jede Würfelseite (=6 Szenarien) und sind dann immer irgendwie richtig, sondern 6 Szenarien für EINE Würfelseite unter unterschiedlichen zeitabhängigen Randbedingungen.

        Das ist zwar nicht mehr so einfach und unmittelbar einleuchtend wie Ihr Beispiel. Dafür aber richtig statt falsch.

        @DT

        Siehe oben: Denken Sie, Herr Ott würde einen Fehler einsehen oder auf geneigte Mitleser weniger überzeugend wirken, wenn ich eine legitimierte Zentralinstanz wissenschaftlicher Autorität wäre statt Christian Anders, der ihn hier korrigiert?

        Naturwissenschaftler glauben an die Kraft des besseren Arguments und dass es sich am „freien Markt der Forschung“ bildet. Eine zentrale Autorität, die Deutungshoheit über das „WIE GENAU?“ und „WAS SICHER NICHT! der Forschung hat, widerspricht ihnen im tiefsten Kern. Mir übrigens auch, komme ich nicht von frei.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        >Denken Sie, Herr Ott würde einen Fehler einsehen oder auf geneigte Mitleser weniger überzeugend wirken, wenn ich eine legitimierte Zentralinstanz wissenschaftlicher Autorität wäre statt Christian Anders, der ihn hier korrigiert?>

        Natürlich nicht.

        Denn das Urteil einer Zentralinstanz, auch einer legitimierten Zentralinstanz, ist für Überzeugungen NICHT verpflichtend.

        Für die WISSENSCHAFTSGLÄUBIGEN wäre aber geklärt, was Sache ist.

        So wie für die KATHOLIKEN geklärt ist, was zu glauben ist und was nicht, wenn es in Rom „geklärt“ wurde.

        Die Analogie stimmt nicht ganz, weil die Klärung in Rom nicht auf Basis eines Konsenses, sondern per Diktum hergestellt wird.

        Wie auch immer:

        Derartige Klärung wollen wir nicht, vermutlich auch immer mehr Katholiken wollen sie nicht für ihre Glaubensbelange.

        Daher bleibt nur der „freie Markt der Forschung“.

        Das ist auch gut so, gerade bei dem Bemühen um ERKENNTNIS, auch wenn dieses mit Irrungen und Wirrungen verbunden ist.

      • Avatar
        RealTerm sagte:

        @ Dietmar Tischer:
        Ich habe verkürzt formuliert, meine Logik ist folgende, zugegeben etwas akademsich/theoretisch:
        1.) Fossile Energieträger sind auf dem Globus endlich.
        2.) Der Mensch wird früher oder später diese Form der Energiegewinnung reduzieren und am Ende sogar weitgehend einstellen, weil zu einem Zeitpunkt X die Förderung der fossilen Energieträger mehr Energie benötigt, als man gewinnt. Mag insbes. bei Kohle noch lange dauern, ist aber am Ende unvermeidlich.
        3.) Insoweit macht es im Hinblick auf Zukunftsfähigkeit grundsätzlich Sinn, nach wirtschaftlicheren Alternativen der Energiegewinnung, -speicherung, -verteilung und -verbrauch schon heute zu forschen. Wenn diese Innovationen wirtschaftlich(!) sind, macht eine Umstellung heute allein aufgrund de steigenden Wohlstandes Sinn und als Beipack hätte sich die Klimafrage von selbst erledigt.

        Die Forschung muss also garnicht den Pfad des Verzichtes auf fossile Energieträger (aka Energiewende) vorschlagen, das ist langfristig ohnehin der unvermeidliche Weg, sie muss aber die Alternativen erforschen und aufzeigen.

        Meine Kritik geht nun einfach dahin, dass in D mit Klimahysterie Etikettenschwindel betrieben wird. Das Abschalten des Atom- und Kohlestroms kann jeder, es ist nur ein Schalter umzulegen. In D wird nun so getan, als wäre dies die Lösung eines Problems, aber das Gegenteil ist der Fall, das Abschalten ist der Anfang eines Problems. Nur wenn das der Öffentlichkeit bewusst wird, werden die Gelder für Forschung und Innovation freigegeben. Stattdessen wird man aber scharf angergiffen, wenn man vorsichtig darauf hinweist, dass wir Back-Up Lösungen für Windstrom brauchen und diese, Stand-By-Anlagen in Anschaffung und Betrieb eben richtig Geld kosten, Geld, das sich der Windstrom zurechnen lassen muss.

        Meine Lösung heißt eben: Forschung, Forschung, Forschung und am Ende Innovation. Es muss eben attraktiv sein, Vorteile bringen, auf Fossile zu verzichten. Über plattes, nicht durchdachtes Abschalten, über Verbote und Einschränkungen sowie Wohlstandsreduktion werden wir global (und übrigens auch in D) niemals weiterkommen.

        Dort könnte Deutschland führend werden, stattdessen …

        Ich breche hier ab, habe ein Leben neben bto ;-)))

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ RealTerm

        Bemerkungen dazu:

        1.) Zustimmung

        2.) Zustimmung

        3.) Bedingte Zustimmung

        Sie hätten nicht „wirtschaftliche Alternativen“ sagen sollen, sondern:

        3.) Insoweit macht es im Hinblick auf Zukunftsfähigkeit grundsätzlich Sinn, nach TECHNOLOGISCHEN Alternativen der Energiegewinnung, -speicherung, -verteilung und -verbrauch schon heute zu forschen.

        WELCHE die Wissenschaft, innovative Unternehmen und großtechnische Anwender auch immer als MÖGLICHE Alternativen vorgeschlagen, ihr intrinsischer Wert, z. B. der Wirkungsgrad bestimmt nicht, ob sie als WIRTSCHAFTLICH, d. h. als „gewollt“ angesehen werden.

        Siehe heute Kernenergie in Deutschland.

        In der Regel wird es so sein, dass die Alternativen ANKNÜPFEN an Bestehendes.

        Dennoch entscheidet die Gesellschaft mit jeweiliger Befindlichkeit und aus unterschiedlichen Interessen heraus, was sie will bzw. gegen was sie sich nicht sträubt.

        Siehe Kernenergie vor einigen Jahrzehnten in Deutschland.

        Kurzum (idealtypisch):

        Die Wissenschaft und eben Forschung allem voran präsentieren der Gesellschaft OPTIONEN mit der Maßgabe:

        Wenn Du, Gesellschaft, das Ziel X erreichen willst, sind das die möglichen Maßnahmen, dahin zu gelangen.

        Vor und Nachteile sind jeweils dies und das.

        Insofern ist es richtig, was Sie sagen und ich als Voraussetzung benenne:

        >Forschung, Forschung, Forschung und am Ende Innovation.>

        Richtig ist auch:

        >Über plattes, nicht durchdachtes Abschalten, über Verbote und Einschränkungen sowie Wohlstandsreduktion werden wir global (und übrigens auch in D) niemals weiterkommen.>

        Einschränkung:

        Weiter kommen wir sehr wohl, aber gelangen nicht dorthin, wohin wir gelangen könnten und in vielen Fällen auch wollen.

        Das ist ein GESELLSCHAFTLICHES Problem, nicht das der Wissenschaft.

        Machte die Wissenschaft es zu ihrem mit der Anmaßung, der Gesellschaft verbindliche Ziele vorgeben zu können, würde sie sich missbrauchen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        „Hansen hat die EINE unabhängige Variable seines Modells, die zukünftige Entwicklung der CO2 Konzentration nämlich, in drei Szenarien angegeben. Einfach, weil er nicht wissen konnte, welches davon sich in den nächsten 30 Jahren ergeben wird.

        Fazit: Szenario B) der Konzentrationsentwicklung trat tatsächlich ein, das ERGEBNIS seines Modells für eben ausschließlich jenes Szenario B) passt auch zum aktuellen IST-Zustand.“

        Wenn das Hansen-Modell angeblich so toll zur tatsächlichen Klimaentwicklung passt, wieso gibt dann selbst die IPCC-Bibel so eine große Breite von Szenarien an? Und zwar nicht nur für die Entwicklung der CO2-Konzentration, sondern auch für die sich daraus angeblich ergebenden klimatischen Folgen?

        Haben Sie Zugriff auf dieses Modell oder auf seine Vorhersageergebnisse für 2021? Posten sie die hier. Ende 2021 können wir dann überprüfen, ob das Modell die Realität zutreffend abgebildet hat.

        Alternativ können Sie dasjenige Modell -und zwar bitte nur eines- benennen, das Sie für am zuverlässigsten halten und dessen Vorhersagen für 2021 aufschreiben.

        Ende 2021 sehen wir dann die Ergebnisse. Meine Erwartung ist, dass die ernüchternd ungenau sein werden. Ex post können Sie sich aus der Vielzahl der existierenden Modelle immer irgendeines herauspicken, das zufällig bisher korrekte Prognosen geliefert hat oder genau auf die bisherigen Daten gefittet wurde. Überzeugt bin ich erst, wenn genau das gleiche Modell auch ex ante für die Zukunft korrekte Prognosen liefert.

  5. Avatar
    weico sagte:

    @ Dietmar Tischer

    „Die chinesische Energiepolitik entspricht damit dem, was ich behauptet habe:
    Es ist KEINE KONSEQUENTE Energiewende.“

    „Kurzum:
    ZUWACHS an Wohlstand hat Priorität gegenüber KONSEQUENTER Reduzierung klimaschädlicher Energiegewinnung.“

    Leider nur ,wie SIE ja selber feststellen,BEHAUPTUNGEN IHRERSEITS

    China krempelt,in Zukunft, seinen Energiemix KONSEQUENT um :

    https://energypost.eu/chinese-governments-plan-to-meet-the-paris-goals/

    Auch andere Länder,neben,China ,setzen auf bei Ihrem Energiemix stark auf Kernenergie :

    https://www.focus.de/politik/experten/gastbeitrag-von-gabor-steingart-planungen-fuer-akw-laufen-weltweit-vor-allem-in-china_id_12293569.html

    Antworten
    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ weico

      Ich habe nicht bestritten, dass auch China WEG will von fossiler Energie.

      Ich glaube auch, dass die Regierung viel unternimmt, um davon wegzukommen.

      Das ist aber nicht der Punkt, wenn es um eine KONSEQUENTE Energiewende geht.

      In Ihrer verlinkten Bewertung der chinesischen Energiepolitik steht Folgendes:

      >For the last 30 years, China’s strong economic growth has been accompanied by a similar strong growth in energy consumption. Access to electricity and coal has been a necessary precondition for a growth based on production of goods and for the development of the Chinese infrastructure. The economic development has brought more than 800 million people out of extreme poverty, but has also led to massive pollution of air, water and soil, enormous CO2 emission and an ever-increasing dependence of imported oil. The Chinese energy system can be characterised as dirty and high-carbon, addicted to coal and oil, and not necessarily cost efficient from a consumer point of view.>

      Das Wachstum der Volkswirtschaft kann die chinesische Regierung nicht WILLENTLICH reduzieren, wenn sie sich nicht wirtschaftliche und soziale Probleme, die möglicherweise nicht mehr beherrschbar sind, schaffen will.

      Sie muss vielmehr ALLES tun, das sich abschwächende Wachstum (schwächere Wettbewerbsfähigkeit wegen steigender Arbeitskosten, Handelskrieg mit den USA sowie nachlassende Importe der entwickelten Volkswirtschaften) zu verhindern.

      Heißt bei Kohle als „necessary precondition for growth bases on production of goods and for the development of the Chinese infrastructure”:

      Weiter WACHSENDE Kohleverstromung die nächsten 10 Jahre (peak 2030) als BEDINGUNG für anhaltendes Wachstum.

      Das ist KEINE konsequente Energiewende.

      Sie können natürlich „konsequente Energiewende“ solange umdefinieren, bis es auf China passt.

      Es ist trotzdem keine.

      Antworten
  6. Avatar
    Dieter Krause sagte:

    @ Dietmar Tischer
    Wenn wir die Energiewende vorantreibt, werden wir VIEL Wohlstand VERLIEREN.

    Wo werden in dem Artikel eigentlich mal die CO2-KOSTEN mit aufgeführt? – Noch zwei solcher Dürrejahre wie das diesjährige und dann ist auch die Hälfte aller Laubwälder – also nicht nur die Nadelwälder – in Deutschland abgestorben! Damit verlieren wir ja auch exorbitanten Wohlstand und vor allem Lebensqualität oder, Herr Tischer? – Das war mal wieder einer der provozierenden Blog-Einträge von Herrn Stelter – leider ein Schnellschuß ohne tiefes Verständnis der Problematik! Ich lese dazu lieber BLOOMBERG NEW ENERGY FIANANCE – die Anleger haben schließlich immer recht oder?

    In the night sky in the Northern Hemisphere this summer, the planets Jupiter and Saturn are edging closer and closer – heading for their tightest ‘great conjunction’ since 1623. Superstition has it that this event will signal the decisive end of one era, and the start of another. Investors appear to be thinking that way about the energy sector. In the first seven months of 2020, oil company shares on the NYSE Arca Index fell 42%, while clean energy shares on the WilderHill New Energy Global Innovation Index, or NEX, gained 26%.
    https://about.bnef.com/blog/mccrone-dont-get-euphoric-risks-yet-for-world-energy-transition/

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Dieter Krause

      >Wo werden in dem Artikel eigentlich mal die CO2-KOSTEN mit aufgeführt?>

      Sie werden NICHT mit aufgeführt, weil wir – gesellschaftlich – sie NICHT aufführen WOLLEN.

      Wir wären AUSSERHALB des Systems unseres Wirtschaftens, wenn wir sie mitaufführen würden.

      Warum sollten wir uns dahin begeben – weil wir VIELLEICHT, WAHRSCHEINLICH und, NICHT auszuschließen, – Wohlstand VERLIEREN würden, wenn wir es nicht täten und uns DARAUFHIN zu keiner Energiewende entschließen würden?

      So tickt die Gesellschaft nicht.

      Sie tickt so:

      Es werden Probleme erkannt.

      Man geht die Probleme an.

      Wenn sich herausstellt, dass dies mehr – TATSÄCHLICH – MEHR Wohlstand KOSTET als bei einem Unterlassen der Problemlösung, dann wird diese modifiziert oder unterlassen.

      Kurzum:

      Die REFERENZ gesellschaftliche Entscheidungen ist nicht ein HYPOTHETISCHER Zustand, so wahrscheinlich er auch sein mag, sondern der IST-Zustand.

      Oder einfacher ausgedrückt:

      Als ORIENTIERUNG für Handeln zählt, was man mit Bezug auf heute VERLIERT und NICHT, was man mit Bezug auf morgen gewinnen KANN, wenn man heute etwas verliert.

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        Wolfgang Selig sagte:

        Sehr geehrter Herr Dr Stelter, es wäre schön zu erfahren, warum Sie gerade Herrn Dr Schernikau als Interviewpartner ausgewählt haben. Zu diesem Thema äussern sich ja viele Leute.

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    JürgenP sagte:

    Sehr interessant, wie ein energiegeladener Manager (?) von Kohlestollen und -halden die Stimmung aufmischt: zum „System Energie“ gesellt sich nun – relativ beliebig gewählt – das „System Recycling“, von dem die meisten Leser noch weniger verstehen als vom Ersteren.

    Warum so weit fahren, um entscheidende Erkenntnisse über vom Chaos und Minimaloutput getriebene künstliche „Systeme“ á la Recycling zu gewinnen. Man braucht sich doch nur in einer abgelegenen Industrieanlage an das Förderband von gelben Säcken stellen. Auch dort herrschen unmenschliche Bedingungen wie in Afrika für die hartgesottenen Sortierer von verschimmelten Quarkdosen. Die Beschreibung dieser Bedingungen eingangs einer halbgaren Veröffentlichung eignen sich, genauso wie kürzlich die Fleischzerlegung, um für interessengesteuerte Argumentationen von einer Krise in die Nächste zu stolpern.

    Systemkrise(n), wo man hinschaut. Es schein alles am Ende zu sein, bis auf Amazon & Co.

    Abbildung 2 im Text sagt im Grunde alles.

    Das „System Energie“ (-produktion, denn um die geht es) folgt einem inzwischen allseits bekannten Muster des exponentiellen Wachstums von „Systemen“, dessen Verlauf genau zwei Optionen kennt:

    • Absturz auf das Start – Niveau
    • Aufstieg in eine höhere Organisationsform (durch Information)

    Es geht um dieses prinzipielle Problem von wachsenden Systemen:

    „Etwa seit Mitte des 20. Jahrhunderts aber werden die bestehenden dezentralen Einheiten nicht nur durch das exponentielle Wachstum der Weltbevölkerung gesprengt, sondern auch von einem parallel verlaufenden, ungebremsten technisch-industriellen Wachstum infiltriert und zum Teil, etwa im Finanzbereich, bereits aufgelöst. Wir beginnen erneut auf den Typus des chaotischen zweiten Bildes […] zuzusteuern.

    Es kann daher in Zukunft nicht mehr darum gehen, unbekümmert und chaotisch bis zur Erstickung weiterzuwachsen, sondern, wie bei allen wachsenden Systemen unabdingbar, eine Metamorphose einzuleiten und eine neue übergeordnete Struktur mit regionalen und wirtschaftlichen Substrukturen auszubilden: eine gesunde Mischung aus Autarkie und Dependenz, gegenseitiger Rückkopplung und Selbstregulation, mit der die gesunkenen kybernetischen Regulationsmöglichkeiten wieder in Gang gesetzt werden.

    Denn ohne sie bricht ein wachsendes Netz, wenn es sich selbst überlassen wird, irgendwann von alleine auseinander. Die immer häufiger auftretenden Instabilitäten auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiet mögen in der Tat die ersten negativen Folgen der Missachtung dieser Gesetzmäßigkeit sein, die offenbar die gesamte Lebenswelt (zu der auch wir und unsere künstlichen Systeme gehören) durchzieht“.

    [aus: Frederic Vester: Die Kunst, vernetzt zu denken. München 2003, S.68-69]

    Die Betonung liegt auf „einleiten“.

    Die Frage ist, welche Option wir – die Bevölkerung des Dorfes, der Stadt, des Landes oder Global – freiwillig wählen und einleiten, bevor es keine mehr gibt.

    Wird wieder einmal die Chance zur Metamorphose / Anpassung verschlafen mit so drastischen Konsequenzen wie bei Covid-19. Müssen wir dann wieder Retter der Welt ertragen, die uns dann die Folgen von eigenen Nichthandlungen erklären?

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @JürgenP

      Ein schönes Beispiel dafür, wieso ich die „Systemtheoretiker“ für exzellente Produzenten von feinst aufgeschäumtem Bullshit halte:

      „Es kann daher in Zukunft nicht mehr darum gehen, unbekümmert und chaotisch bis zur Erstickung weiterzuwachsen, sondern, wie bei allen wachsenden Systemen unabdingbar, eine Metamorphose einzuleiten“

      Bei allen wachsenden Systemen ist eine Metamorphose „unabdingbar“? Pflanzen Sie ein Bäumchen in ihrem Garten. Sie werden beobachten, wie es wächst – aber eine Metamorphose findet nicht statt.

      Ein anderes schönes Gegenbeispiel können Sie betrachten, wenn Sie sich im Spiegel anschauen. Oder waren Sie früher mal eine Raupe?

      Antworten
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    ruby sagte:

    In einer Kreislaufwirtschaft fossiler Brennstoffe (Öl, Kohle, Gas, Holz) wachsen die Pflanzen verstärkt, so wie dieses Jahr im Norden zu beobachten, ausreichend Regen führt zu ausgedehnten Blattwerk und Holzwerk (kräftigere Stämme) so meine Kenntnis der Studien zur Forstwirtschaft. Es scheint sinngebender sich mit der Verarbeitung oder Lagerung und Verwendung dieser Stoffe zu beschäftigen.
    Das war vor 20 Jahren auch das Ziel der Ökoforstwirtschaft mittels Multibrennstofföfen.
    Ich wünsche den neuen grünen Händlern Einsicht, die Energien sinnvoll für zivilisatorische Prozesse einzusetzen, denn zur Verfügung steht mehr als gebraucht wird, wie an den völlig überflüssigen Apps für noch mehr Handyeinsätze erkennbar ist. In der Natur braucht es diesen diktatorischen Bockmist nicht. Dort werden zuviele Käfer einfach gefressen bis wieder Gleichgewichte sich einpendeln.

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      Alexander sagte:

      @ruby

      Die Naturschützer wurden früh genug unterwandert, dass ihr Engagement auf private regionale Kleinerfolge beschränkt blieb. Heute bringt man es fertig die Ziele des Naturschutzes in Vernichtung von Natur umzuwandeln.

      Die Folgen der Geldpolitik u.d. entgrenzten Wachstums (Flächenfraß) ohne Ausfallrisiko lässt man bedenkenlos durch weitere Geldschöpfung bekämpfen, was sich kaum in weniger Zerstörung ausdrücken wird.

      Nachdem die Wildinsekten so wenig Pollen-Eiweiß-Nahrung finden, wie die Honigbienen zeitig dieser Herbst Obsternteausfälle nur noch in den Gärten, die noch nicht nachverdichtet wurden um den Bedarf an Wohnraum = Immobilieninflation zu decken.

      Dass man energetisch sparsam dämmen lässt, täuscht zuweilen über die Rollrasenflächen über der Unkrautvernichtungsfolie hinweg…wobei über das Tiefgarage eh nichts mehr gewachsen wäre – außer mindere Pflanzensorten.

      Die für immer vernichteten Lebenräume von Tieren, die einfach aussterben oder abwandern (!) wird jedoch kein Geldschöfpungsakt jemals wieder gut machen können.

      Als schlimmste Strafe für die Täter wünsche ich den Leuten nur noch die selbst geschaffenen Umstände zeitlang ertragen zu müssen.

      Antworten
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        Dr. Lucie Fischer sagte:

        Die Natur kennt kein Vacuum:
        Seit Monsanto-Bayers-Agrochemie -Bekämpfung und Vernichtung der Insektenvielfalt rückten “ resistente“ Arten nach, gerne auch im Luxus-Hotel-Bereich:
        Bettwanzen ( Cimex lectularis) sind endemisch, reisen globalisiert um die Welt und bevölkern die Wohnungen, fast unausrottbar.
        Die verbreitete Antibiotika-Mast der Massen-Qual-Tierhaltung hat die MRSA-Keime
        ( Methicillin-Resistente Staphylococcus-Aureus-Stämme) in Stellung gebracht, für immungeschwächte Patienten letal. ( Tests werden in D. nur NACH Infektionen gemacht, Krankenhaus-Haftung damit ausgeschlossen). Der Borkenkäfer befällt gerade die Fichten-Monokulturen, Horst Stern hat davor vor über 30 Jahren gewarnt, seine Verbitterung habe ich nie vergessen.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @ Alexander
        Wirtschaftsgeographie und Biologie liessen die Gründergrünen mit den Ideen in die „Instutionen“ gehen Ende der 70er. In der Schule wurde noch der Naturkreislauf und das Wirkungsgefüge von Wald, Stadt mit Verkehrsflächen gesehen und vor Ort untersucht. Das drückte sich in Raumordnungsplänen nieder. Etwas, das Städtern heute völlig abgeht, sie leben in einer Blase, die ihnen Scheinselbständigkeiten und Lebenswertigkeiten vorspiegelt. Aber das wird mit fortschreitender Geldwachstumsillusion an der Lebensfeindlichkeit dieser Welt zerbersten, wenn die Energieflüsse aus kostenfreien Naturen versiegen.
        Ja, und dann können die Investitionsruinen der Geldfußballgesellschaft auf Sanierungsanschlussfinanzierungen warten. So wie die Olympischen Spiele der Altzeit, als sie den einigenden Charakter des inneren Friedens zum Kult der Götter und Orakel verloren, da das römische Reich nach 700 Jahren als Imperator einzog.
        Die Menschen verlieren den Ursprung ihrer Lebensgrundlagen und schreien nach allem, was sie für den nächsten Tag ruhigstellt bzw. im Tenor der Medien hervorhebt, grün grün bis ans Ende der nächsten Wahlen.

        @ Dr. Lucie
        Eine akribische Aufstellung des Deuschen Waldes
        http://www.wald-prinz.de/waldbesitzer-wem-gehort-der-wald/665
        Die Fehler einer ausbeuterischen Waldbewirtschaftung wie die Monokulturen durch Wiederaufforstung von Mischwald ist eine langfristige Strategie, welche die Energiewandeljohler meilenweit verstummen und schlucken wird. Die Bisons (Waldrinder) ducken sich im hohen Grass und legen sich ein dickes Fell für den Winter an.
        Waldarbeit stärkt die Immunität auf beste Art und sorgt für tiefen Erholungsschlaf. Lassen Sie diese Freiheiten nie nehmen.
        Jeder Wald lebt seine eigene Seele🤗

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @Dr. Lucie Fischer

        https://www.br.de/nachrichten/bayern/elemente-alter-rotorblaetter-als-baumstuetze-im-siebentischwald,S6ESZxE

        Wegweisend im Umweltschutz alte Rotorblätter zum Abstützen toter Bäume endzuverwenden…..

        Die dünnen Kohorten von Zugvögeln lassen sich zahlenmäßig nicht mit den Schwärmen von der Zeit vor der Nullzinspolitik vergleichen. Wo Bestäubung obsolet ist und Lebensräume versiegelt werden, gibt es zwar lebensechte Nisthöhlen von Dehner aber keine ausreichende Proteinnahrung für Jungvögel.
        Stare erwarte ich im Frühjahr schon länger nicht mehr und muss 20km weit fahren, um die frechen Kirschendiebe in Aktion zu sehen. Mein Kirschbaum ist zuwenig und das Geld für Sperrgrundstücke kann ich leider nicht aufbringen…….wie in allen anderen Fällen auch.

        Derweil trommeln unsere komunalen Kommunisten für den Artenschutz, aber nur um die Landwirtschaft weiter zu knebeln – beim Pressetermin. Sonst sieht man die Propagandisten nur noch beim Verhindern von Gleichstromtrassen gegen Profite schwadronieren…oder um die Rechte von Afrikanern streiten, weil unsere Zukunft bunt sein muss.

        Rom soll Nordafrika in eine Wüste verwandelt haben, durch Rodung und Misswirtschaft zur Finanzierung seines Imperiums….

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ruby

        Naturschutz ist für Seßhafte eine Frage des Heimatschutzes. Heimat wird immer einmalig sein auch wenn das Zuhause wechselt.

        Heimatschutz wird konservativ reaktionär missverstanden und verträgt sich nicht mit dem „one world Disney land“ der progressiven Globalisten.

        Das geschöpfte Geld hat inzwischen auch die Heimatverbundenen korrumpiert und die Misere ist am Land nur Nuancen besser als in den Städten.

        Sich das Zepter der Deutungshoheit von Schwätzern abnehmen zu lassen, war der aus meiner Sicht größte Fehler der Nachkriegsgeschichte Europas. Die Dimension der Zerstörung ist beängstigend umfassend tiefgreifend, ohne Tabus.

        Die Rettung des Weltklimas war letzter Schritt sich von örtlicher Verantwortung restlos zu befreien. Wenn alle für alles haften, haftet niemand für nichts – bis die letzte Ressource verfressen ist.

        there is no mercy.

  9. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    >… stellen sich die Fragen, ob die derzeit durchgeführten Vorhaben wirklich gut für die Umwelt sind und ob die heutige Wind- und Solartechnologie die Lösung unserer Energieprobleme bereithält.>

    Diese beiden Fragen, so aneinander gereiht, ZEIGEN ein FALSCHES Verständnis dessen, was real erfolgt.

    UNSERE Energieprobleme ist KEINE Konstante, sondern eine gesellschaftlich bedingte VARIABLE.

    Daher:

    Wenn die Politik, getragen von einer Mehrheit der Bevölkerung, die Energiewende WILL, dann wird sie, soweit sie durchgesetzt werden kann gegen sich möglicherweise bildenden Widerstand, mit dem, was sie an Energieerzeugung leistet, DIE LÖSUNG unserer Energieprobleme SEIN.

    Die Argumentation muss daher anders geführt werden.

    NICHT so:

    Die Energiewende kann unsere Energieprobleme nicht lösen, ist daher abzulehnen.

    Sondern SO:

    Wenn wir die Energiewende vorantreibt, werden wir VIEL Wohlstand VERLIEREN.

    DAS werden die Menschen nicht WOLLEN.

    Wenn man ihnen die Wohlstandsverluste vor Augen führt und vor allem, wenn sie diese ERFAHREN, werden sie ABLASSEN von dem Energiewende-Projekt.

    In den Entwicklungsländern ist es einfacher:

    Da verweigern sich die Menschen einer konsequenten Energiewende, weil sie mit ihr NICHT zu Wohlstand gelangen.

    Man kann „unseren“ Wohlstand als Übel betrachten, aber er ist die REFERENZ für das Wollen der Menschen.

    Sie kann sich ändern über die Zeit, aber sozusagen auf Zuruf und mit Appell an die „Einsicht“ lässt sie sich nicht ausschalten.

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    • Avatar
      weico sagte:

      @Dietmar Tischer

      „In den Entwicklungsländern ist es einfacher:

      Da verweigern sich die Menschen einer konsequenten Energiewende, weil sie mit ihr NICHT zu Wohlstand gelangen.“

      FALSCH.
      In den Nationalen Studien von CHINA und INDIEN sind die Wege bis 2050 ebenfalls klar erkennbar. Weniger CO2 auf Kosten von KOHLE . Diese Länder schichten,dank Paris,einfach vermehrt auf Atomkraft um.
      Deutschland ist in dem Dilemma ,dass Ihr Energiemix halt stark Kohlelastig ist und man schnell aus „Kohle“ UND „Atom“ aussteigen will.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ weico

        Sie schießen mal wieder aus der Hüfte:

        >In den Nationalen Studien von CHINA und INDIEN sind die Wege bis 2050 ebenfalls klar erkennbar.>

        „Wege erkennbar“:

        China erreicht in 2030 einen Peak von CO2-Emissionen mit einem Anteil erneuerbarer Energie von 20%.

        Am Pariser Abkommen gemessen: UNGENÜGEND.

        China hat auch kein Langzeit-Ziel, wie wir es ERKLÄRTERMASSEN bis 2050 haben.

        Hier:

        https://climateactiontracker.org/countries/china/

        Die chinesische Energiepolitik entspricht damit dem, was ich behauptet habe:

        Es ist KEINE KONSEQUENTE Energiewende.

        Es ist vielmehr eine, die es seinem für erforderlich gehaltenem Wachstum UNTERGEORDNET hat.

        Bei Indien sieht es nach heutigem Stand besser aus, aber entgegen Ihrer Behauptung:

        >A significant caveat on the outlook for India is the ongoing expansion of coal.>

        Und sehen Sie sich einmal andere Entwicklungsländer an, gleicher Link.

        Da sieht es nicht besser aus.

        Kurzum:

        ZUWACHS an Wohlstand hat Priorität gegenüber KONSEQUENTER Reduzierung klimaschädlicher Energiegewinnung.

  10. Avatar
    Je sagte:

    Ich beschäftige mich beruflich sowie aus privaten Interesse mit dem Energiemarkt schon seit 20 Jahren. Dazu bin ich auch noch eher Optimist. Ich bin mir nicht sicher ob Sie sich, nicht auf den makroökonomischen Teil beschränken sollten, ansonsten könnte es Ihnen wie Herrn Sinn mit seiner fehlerhaften Studie zu den Elektroautos ergehen.

    Ich kann auf Anhieb gleich zig technische Projekte nennen, die Teile der aufgeführten Probleme lösen. Angefangen von Speichern der Windenergie mittels Wasserstoff in den Gasleitungen, eine „Großbatterie“ der EWE in einer Gaskaverne, dann die Speicherdichte von einem Elektroauto zum Speichern von Energie mit stationären Großbatterien vergleichen (so genannte Megapacks von Tesla in Australien oder Kalifornien). Die Anbindung der Fjordkraftwerke ans deutsche Stromnetz hatte ich bereits in einem anderen Beitrag erwähnt. E.ON, EnBW und Co machen da tatsächlich ihre Arbeit und haben „ihre“ Probleme vor Jahren schon durchgerechnet und durchgeplant.

    Ps. ob die von Ihnen vorgelegte Studie zu den Gaslecks sich auch für Deutschland anwenden lässt, bin ich mir nicht sicher, wenn ich den Aufwand im Bereich der Gasleckanalyse sehe.

    Antworten
  11. Avatar
    Christian Anders sagte:

    Da ich es fachlich beurteilen kann, lehne ich mich aus dem Fenster. Wer schießen mag, darf das tun.

    Ich rechne L. Schernikau der „Science-Denialism“ Szene (JA, genau: LEUGNEN von Wissenschaft!) zu. Er recyclet die üblichen Evergreens der Szene:

    http://docplayer.org/36150415-Warum-co-2-nicht-das-problem-ist-und-was-den-wetter-und-klimawandel-wirklich-verursacht.html

    Hier ist der Ritt quer durch die „Argumente“ (richtig wäre „Behauptungen“) zu besichtigen, die in einer interessierten Szene seit langem zirkulieren und sich – den genauen Mechanismus kenne ich nicht – gegen längst erfolgte einwandfreie Falsifikationen seitens der Physik immunisiert haben.

    Gut, in Schernikaus Fall wäre die Immunisierung so zu erklären, dass man Ihn ohne Zweifel als Lobbyist für Kohle bezeichnen darf. Das macht nichts was ersagt, per se falsch, erklärt aber, wieso man ganz bestimmte Fehler findet.

    Dass er sogar glaubt, der Treibhauseffekt widerspräche dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik (steht im verlinkten Text), also einem Denkfehler unterliegt, der sogar innerhalb der Denialism Szene nicht gut gelitten ist (weil so offensichtlich falsch), macht ihn jetzt nicht gerade zu einem seriösen Gast. Von Physikverständnis zeugt es nicht, und zwar ganz grundlegend.

    Und nein, das ist nicht emotional, sondern die Bewertung eines Physikers von dem, was man von Schernikau im Netz findet. Physik ist nicht emotional.

    Den Evergreen des „chaotischen Systems“ hat er sogar hier im Kurztext untergebracht. Wer wirklich wissen wollte, was das heißt und v. a., was NICHT, ist nach 1 min googlen und 10s Nachdenken schlauer. Tipp: Es heißt NICHT, dass die Klimamodelle nicht könnten, was sie können sollen. Man hat evtl. nur nicht verstanden, wofür sie eigentlich da sind…

    Ich habe die vielen Zahlen, die hier „gedroppt“ werden, noch nicht nachrecherchiert, bin aufgrund der klaren Abweichung von der Realität an o. g. Stelle und der vertretenen Lobby aber sehr skeptisch.

    WIESO genau dieser Gast, wenn man objektiv sein möchte?

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      Alexander sagte:

      @Christian Anders

      Die Auswahl des Gastes hat mir Bewertung von Realität zu tun. Entsprechend dem Ausmaß des Schadens endet die Diskussion wie es Sibylle Berg im Spiegel vor Jahren verkündete.

      Sollten die Pandemiewellen den Schadensfall ausgelöst haben, d.h. das Ende des dt. Geschäftsmodelles einleiten….in einer überschuldeten Welt, hört auch die Kompromißbereitschaft auf, sich den Opportunismen bestallter „Wissenschaftler“ zu fügen.

      Mit dem Geschäftsmodell des Märchens vom reichen Deutschland endet auch der grüne Traum. Den new green deal verstehe ich als Sargnagel Europas, weil die Zahlungsfristen für die Mehrheit der Schuldner ablaufen bevor grüner Entsatz eintrifft.
      100% Zombies schaffen keine Energiewende, weil sie alle Teil der alten Ökonomie sind.

      Unsere Energiewende war Ausdruck eines „faulen“ Wohlstandes und endet mit demselben.

      Antworten
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        Christian Anders sagte:

        @Alexander

        Wie (fast) immer voll am Thema meines Kommentars vorbei.

        Es geht mir nicht darum, welche Konsequenzen die Energiewende in D hat. Ich will Hr. Stelter auch seine Gäste nicht vorschreiben. Und über grüne Zombieträume schreibe ich auch nichts.

        Ich lege mich aber fest, dass ein Gast, der evident anhand Veröffentlichungen von der physikalischen Seite der „Energieökonomie“ wenig versteht, nicht viel Sachdienliches liefern können wird.

        Und dass, sollte man es dennoch dafür halten, man einem Lobbyismus auf den Leim geht. Denn:

        „Die Auswahl des Gastes hat mir Bewertung von Realität zu tun.“

        WIE bewertet man Realität anhand falscher Physik?

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @Christian Anders

        Dass Sie nicht verstehen war klar.

        Im Zustand der Zerstörung interessiert sich niemand für „meine“ oder „Ihre“ Auffassung von Pyhsik. Das Ende jeder Deutungshoheit kommt vom Ausbleiben der Kunden. Wissenschaft ist opportunistisch und die Pyhsik macht keine Ausnahme.
        Die Energiewende hat gezeigt wie korrupt diese Disziplin geworden ist, weil man nie versucht hat die Dimensionen des Projektes in Realität zu setzen – der Wähler wurde für dumm verkauft wie FFFkids.

        Wie weit der Zustand der Zerstörung erreicht ist, ist subjektiv…..

        Die Unterstellung „bto“ müsse mit seinem Gast objektiv sein ist ein Totschlagargument – aber es funktioniert immer weniger.

        Meine Auffassung von Realität bestätigt diesen Trend.

      • Avatar
        weico sagte:

        @Alexander
        „Mit dem Geschäftsmodell des Märchens vom reichen Deutschland endet auch der grüne Traum. Den new green deal verstehe ich als Sargnagel Europas, weil die Zahlungsfristen für die Mehrheit der Schuldner ablaufen bevor grüner Entsatz eintrifft.“

        Fakt ist:
        Die WELT hat beschlossen, im „Paris Agreement“ ,welchen Weg sie gehen WOLLEN. Sie MÜSSEN und WERDEN also auch danach HANDELN.

        Schuldenkrise,Staatsgelder zur Krisenbewältigung bzw. zum erreichen der Energiewende,CO2-Gesetze,Klimaschutzausgaben,Medien,Der Zeitgeist usw. wird die „grüne Welle“ und damit die „grünen Aktienmärkt“ nach OBEN treiben.

        Die Finanzmärkte und Grosskonzerne stellen sich schon jetzt auf die Zukunft ein. Man lese nur die Studien der grossen Öl-und Finanzkonzerne ,wie diese in Zukunft den Welt-Energiemix beurteilen, im WISSEN um die GROSSEN Auswirkungen des „Paris Agreement“.

        Wäre schön wenn sich Herr Schernikau zum „Scenario 2040“,vom IEA, äussern könnte.
        https://www.iea.org/data-and-statistics/charts/installed-power-generation-capacity-by-source-in-the-stated-policies-scenario-2000-2040

        Sieht „Zappenduster“ aus für seine Kohle…

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @weico

        „Die Welt“ wird zwar dominiert von Großkonzernen, Finanzmärkten, der Politik mit angeschlossenen abhängigen Wissenschaften…. und diese Deutungshoheit endet noch nicht einmal mit dem Bruch von Wohlstandsversprechen – sondern mit der Existenzbedrohung aller „loser of competition“.

        Die Ungleichgewichte in dieser Welt fußen auf faulen Krediten und die Vernetzung dieser Finanzierungsstränge reicht vom Elysee Palast bis zur no go Banlieue.

        Wir haben die post covid19 Epoche noch gar nicht erreicht und fürchten bereits die Folgen von Massenpleiten als Auswirkung der Finanz- , Fiskal- , und Geldplolitik der vergangenen fünf Dekaden. Die Wahl ist einfach – pleite oder Planwirtschaft.

        Das Zeitfenster für den ErfolgsZwang dieser grünen Revolution reicht weniger als 12 Monate bis Wahlausgänge das Gesamtsystem in Fragen stellen können – angefangen mit der BTW 2021.

        „Our last chances to clear the financial cancers eating away at our economy are slipping away forever, masked by the „market’s“ cocaine-like euphoria and supreme confidence in central-bank guaranteed gains.
        If the stock market is never allowed to go down, this is the equivalent of telling the cancer-riddled patient that their cancer has disappeared, even as the disease is leading inexorably to the patient’s needless demise.“
        http://charleshughsmith.blogspot.com/2020/08/if-market-never-goes-down-system-is.html

        Es ist nämlich nicht so, dass sich Großkonzerne und Finanzmärkte ausschließlich um den Systemerhalt kümmern würden. Vielmehr jagen diese Globalisten irgendwelchen Gewinnen nach, ganz egal woher diese stammen.
        „Nachhaltig“ ist das nicht.

      • Avatar
        weico sagte:

        @ Alexander
        „Das Zeitfenster für den ErfolgsZwang dieser grünen Revolution reicht weniger als 12 Monate bis Wahlausgänge das Gesamtsystem in Fragen stellen können – angefangen mit der BTW 2021.“

        Die „Grünen“ werden vermutlich,nach Wahlumfragen, die grossen GEWINNER der BTW 2021 sein.
        https://www.wahlrecht.de/umfragen/

        Wahltag ist Zahltag.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @weico

        Sie müssen sehr illiquide grün investiert sein, wenn Sie auf einen Wahlsieg der Grünnen in Verbindung mit der gegenwärtigen Berichterstattung zu setzen bereit sind.

        Tatsächlich sind alle möglichen grünaffinen Koalititonspartner mit den ökonomischen Herausforderungen derart überfordert, wie es ein Friedrich Merz während des politischen Clubs im bayrischen Landtag durch seine naiven Fragen an H.W.Sinn offenbarte.

        Der Grüne Deal muss nichts geringers leisten als die Vermögenspreisinflation weiter zu treiben, damit die Pfänder aller Kredite nicht absaufen und einer weiteren Aufschuldung entgegen stehen. Damit müssen alle alten Industrien weiter ausgelastet werden, bis der Lastwechsel durch andere Auslastung erfolgt.
        Ohne die Sicherheit ihrer „konservativen Immobilieninvestments“ entziehen die schlauen investoren dem Aktienmarkt sofort alle private Liquidtität, was auf den „lender of last resort“ zugleich zum letzten buyer macht.

        Aus dem Misstrauen durch Wertverlust inflationiert man nur das Zahlungsmittel selbst.

        „Derweil“ ist die Rückkehr zur Kohle soviel einfacher, weil ohne Halbwertszeit, als vertriebene Atomindustrien mit Forschungsmitteln zu neuem Leben zu erwecken. Bei der Kohle hat sich grüne Korruption noch früher gezeigt als bei russischem Gas….

        Das interessante an den kommenden Wahlausgängen ist das dämmern beim Wähler wie vielfältig und divers man verkauft wurde, nicht nur bei Rüstung, Kapitalexport, Gesundheit, Rente, Bildung & Auslandseinsätzen – sondern bis in die warmen Stube…

    • Avatar
      RealTerm sagte:

      Den Gast Schernikau kenne ich nicht. Die Einwände mögen berechtigt sein. Gerade weil ich selbst Physiker bin, müsste ich dies in den von Ihnen beschriebenen Punkten vermutlich nach Studium seiner Veröffentlichungen einräumen. Das ist aber hier nicht der entscheidende Punkt. Der liegt meines Erachtens inhaltlich an folgender von der Politik und gleichgerichteter „Wissenschaft“ sträflich missachteten Tatsache:
      Wind- und Sonnenstrom benötigen ein Backup über (konventionelle) Stromproduktionskapazität oder zu errichtende Speicher, wenn man nicht Einschränkungen beim Stromverbrauch (Abschaltungen) in großem Umfang akzeptieren will. Dies ist leicht am (im Internet frei zugänglichen) Strommix an Tagen ohne Wind und Sonne zu erkennen. Diese Back-ups werden aus Gründen politischer Schönfärberei den Kosten der Regenerativen nicht hinzugerechnet, sondern erhöhen stillschweigen die Strompreise in Deutschland.
      Die konventionelle Stromkapazität will man nun ja abschalten (Atom, Kohle), die Speicher gibt es (noch?) nicht. Einschränkung in der Stromnutzung (Abschaltungen, Kontingentierung) will im noch industriellen Deutschland wohl sicher auch niemand.
      Man muss kein Physiker sein und die Hauptsätze der Thermodynamik verstehen, um zu erkennen, dass man sich privat besser ein kleines Notstromaggregat zulegt.

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        Christian Anders sagte:

        @RealTerm

        „Der liegt meines Erachtens inhaltlich an folgender von der Politik und gleichgerichteter „Wissenschaft“ sträflich missachteten Tatsache:
        Wind- und Sonnenstrom benötigen ein Backup über (konventionelle) Stromproduktionskapazität oder zu errichtende Speicher, wenn man nicht Einschränkungen beim Stromverbrauch (Abschaltungen) in großem Umfang akzeptieren will.“

        Das ist völlig relevant. Nur: Wer bestreitet das? Ich kenne niemanden. Der Streit geht doch darum, WIE man das Backup herstellt und OB es überhaupt in der nötigen Größenordnung geht.

        Genau darüber will Schernikau offensichtlich reden. Genau bei dem strittigen Thema erwarte ich hohe Korrektheit, hohe Differenzierung, soliden fachlichen Hintergrund nicht nur in ökonomischen, sondern auch physikalischen und technischen Fragen.
        All das MUSS ich aber nach etwas Recherche anzweifeln, und zwar massiv.

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        RealTerm sagte:

        @Christian Anders:
        Mit Ihnen könnte ich tatsächlich diskutieren! Denn unsere Aufgabe ist Forschung, Forschung und nochmals Forschung zum Thema Backup, Speicher, Lastmanagment, etc., etc.
        Wenn aber doch die Politik fixe Ausstiegstermine für Atom- und Kohlestrom festlegt, dann hat sie definitiv das Thema Backup „vergessen“. Die Backups gibt es nämlich nocht nicht mit ausreichender Kapazität und sie wird es zum geplanten Ausstiegszeitpunkte auch nicht geben, bin ich überzeugt. Da ist Ihre Aussage für mich nicht nachvollziehbar, dass die Notwendigkeit von Backups niemand bestreiten solle. Die Tatsache wird zumindest faktisch völlig ignoriert! Einfach abschalten und basta. Man springt aus dem Flugzeug und fängt dann an die Betriebsanleitung des Fallschirms zu lesen.

        Und wenn gesagt wird, dass der Windstrom preiswerter als konventioneller Strom ist, dann ist das Bullshit, denn man hat die Kosten des Backups nicht mitgerechnet! Überall nur Milchmädchenrechnungen. Ich kann einfach nicht erkennen, dass man das Problem mit korrekter Analyse angeht. Sorry, in diesem Punkt bin ich einfach anderer Meinung!

        Das Problem ist einfach, man kann dem ganzen Unsinn, der da verbreitet wird, gar nicht mehr sachlich begegnen, weil es einfach zu viel ist. Man muss daher einfach „grob schnitzen“. Ich habe es mittlerweile aufgegeben und sehe nur zu, dass ich persönlich in dem verückten System „oben bleibe“. Und das ist mir in dieser und ein weiteren, völlig verrückten Thematik, dem Geldsystem, sehr gut gelungen.

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      johann müller sagte:

      „Und nein, das ist nicht emotional, sondern die Bewertung eines Physikers “ usw. Das übliche Blabla, ohne ein einziges Argument. Alle anderen doof, nur Anders hat´s drauf. Dann noch kurz den „Leugner“ verpackt (warum eigentlich das Geschrei?): da will einer nicht argumentieren, sondern denunzieren.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ johann müller

        Ist das alles, was Sie anzubieten haben?

        WO sind denn Ihre ARGUMENTE?

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    weico sagte:

    Interessant. Einen ausgewiesenen „Kohlefachmann“ ,der dazu noch in verschiedensten Kohleunternehmen Aktien besitzt über Energiewende,Solar und Wind zu befragen ,ist sicherlich „sehr aufschlussreich“.

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      Felix sagte:

      @ Weico

      Das ist billig und erinnert mich an das Herumnörgeln an den Aussagen von Dr. Krall („der verkauft ja auch Gold“). Menschen haben eine BIOGRAPHIE und wenn sich daraus Sachkunde ergibt, dann ist die persönliche Investierung dieser Menschen ein Proindikator.

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        Christian Anders sagte:

        “ und wenn sich daraus Sachkunde ergibt,“

        Diese ist aber begründbar mehr als zweifelhaft! Ob der Lobbyismus dafür Ursache ist oder aber Wirkung davon: Spielt das eine Rolle?

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      Elektroheini sagte:

      Der Kohlefachmann braucht nur darzulegen, dass eine Speicherproblematik existiert und bisher keine Lösung gefunden wurde. Die Speicherproblematik zu lösen ist nicht seine Aufgabe, er weist nur dringend darauf hin, dass es bald Probleme gibt. Dass es Probleme geben wird, sollte unzweifelhaft sein.

      Die Lösung der Speicherproblematik wird von den Protagonisten der Energiewende erwartet.

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