Energiewende: Ist Deutsch­land auf dem rich­tigen Weg?

Ein Energie-Ökonom sieht hohe Risiken für Wirtschaft und Umwelt

Der deutschen Energiewende und was sie für die Wirtschaft, die Umwelt, die Energiesicherheit sowie die Bürger im Land bedeutet, ist in den folgenden beiden Podcasts ein Schwerpunkt gewidmet. In der 35. Folge von „beyond the obvious – der Ökonomie-Podcast mit Dr. Daniel Stelter“ geht es mit dem ersten Teil los. Aus einer anderen, wenig populären Perspektive, wird der Umstieg auf erneuerbare Energien betrachtet. Dr. Lars Schernikau, ein Energie-Ökonom aus der Kohlewirtschaft, präsentiert Zahlen, über die deutsche Politiker und die Aktivisten von Fridays for Future nicht sprechen.

Wie in jeder Folge gibt es wieder Antworten auf Hörer-Fragen, diesmal zum Thema Inflationsentwicklung. Außerdem folgt Daniel Stelter dem Hinweis eines Hörers zu einer ZDF-Sendung nach dem EU-Gipfel. Die dort genannten Zahlen verzerren die Wirklichkeit.

… oder hören Sie diesen Beitrag über Ihre eigene Player-App:

Kommentare (49) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    otter sagte:

    Daniel Stelters Ansichten komplementieren die offiziellen Medien erhellend, weil neue Perpektiven und Aspekte thematisiert werden. Dies ist gerade auch möglich, wenn man sog. Lobbyisten zu Wort kommen lässt. Er kennzeichnet dies auch. Leider gibt es Foristen, die es nicht ertragen, abweichende Gesichtpunke zur eigenen Meinung zu Wort kommen zu lassen. Leider eine Entwicklung, die von vielen Journalisten mitforciert wird. Es ist richtig für die eigene Position einzustehen, aber nicht dadurch, dass die disenting opinion aus dem Diskurs ausgeschlossen wird. Dann sind wir auf dem Weg der Meinungsdiktatur.

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    Philipp Uhlemann sagte:

    Vielen Dank für den sehr gelungenen Podcast, wie die rege Diskussion zeigt, regt er erfolgreich zum Denken an. Ich kann inhaltlich wenig beitragen, habe aber das Gefühl, dass man bereits heute deutlich erkennen, kann dass in Deutschland die Energiewende nicht optimal abläuft. Dies spiegelt sich auch hier im Kleinen in der Diskussion wieder. Trotz teilweiser hoher technischer Kompetenz steht es nicht im Vordergrund eine gangbare Lösung zu finden, die sich in der Realität bewährt, sondern vielmehr die „beste“ Lösung zu finden. Dies führt dann leider dazu, dass es insgesamt mehr darum zu gehen scheint, Recht zu haben, was auch dazu führt, dass auf jeder Seite munter Fakten, Standpunkte und z. B. makro- und mikroökonomische Perspektiven oder Erwartungen über mögliche technische Innovationen durcheinander gemischt werden. Geht es nicht darum, ein umsetzbares Konzept zu finden, die Umwelt zu schützen und langfristig den Standort zu stärken?

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    Jonas Freise sagte:

    Lieber Herr Dr. Stelter,

    auch ich habe Ihren Podcast in der Vergangenheit auf Grund Ihrer sehr sachlichen Analysen geschätzt und war mehr als überrascht über das Interview mit Lars Schernikau. Grundsätzlich finde ich es nicht problematisch auch Lobbyvertreter zu Wort kommen zu lassen. Problematisch finde ich es jedoch, wenn Lobbyvertreter ohne eines korrektiven Rahmens (bspw. Streitgespräch mit ausgewiesenen Experten der Energiewirtschaft) Falschaussagen oder bestenfalls polemische Überspitzungen in einem sonst sehr professionellen Format platzieren.

    Ich würde mir für die kommende Ausgabe einen Faktenchek bzw. einen „Polemikcheck“ wünschen, der unter anderem folgende Punkte aufgreift:
    – Erzeugung aus erneuerbaren Energien: 30-40%, Wind und Solar 25% – 30% (Kommentar: Ist das Jahr 2019 berücksichtigt?)
    – Batteriespeichervergleich: Batteriespeicherkapazitätserzeugung von Teslas Giga-Factory in Deutschland mit amerikanischem Stromverbrauch (Kommentar: Warum USA als Vergleich und seit wann sind Batteriespeicher als Langzeitspeicher vorgesehen?)
    – Wasserstoff: Energy Returned on Energy Invested (ERoEI, zu Deutsch auch Erntefaktor) sowie Energiedichte zur Herstellung (Hinweis: Begriffe im richtigen Kontext verwendet und sind Zahlen belegbar?)
    – Stromgesetehungskostenvergleich: Levelized Cost of Energy (LCOE) als Grenzkosten dargestellt (Hinweis: sind das tatsächlich Grenzkosten?)
    – Berücksichtung externer Kosten beim LCOE Vergleich: Einbeziehung von back-up, grid und balancing (Hinweis: Einbeziehung externer Kosten ist genau richtig, aber was ist mit externen Kosten der konventionellen Erzeugung? Bspw. Haftpflichtversicherung für AKWs, Endlager Atommüll, Klimawandelfolgeschäden (CO2-Preis), etc.)
    – Back-up Kapazität: Vergleich der Kapazitäten (konventionell: 2002 97 GW, heute 88 GW ; EE: heute 100 GW) (Hinweis: liegt der weniger starke Rückgang konventioneller Erzeugnungskapazitäten tatsächlich an fehlenden Back-ups? Sind die Kapazitäten zwischen konventioneller und erneuerbarer Erzeugung vergleichbar (Kapazitätsfaktor)? Müssten sich bei dem Vergleich denn nicht die Energiekosten (inflationsbereinigt) mehr als verdoppelt haben?)

    Es gibt sicherlich noch weitere Aussagen, die einem Check unterzogen werden sollten. Das Gröbste sollte von den oben aufgeführten Punkte jedoch bereits abdeckt sein.

    Ich freue mich, wenn das Format wieder zu alter Fundiertheit gelänge.

    Viele Grüße
    Jonas Freise

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      Richard Ott sagte:

      @Jonas Freise

      „Grundsätzlich finde ich es nicht problematisch auch Lobbyvertreter zu Wort kommen zu lassen.“

      Ich auch nicht. Sogar Grünen-Politiker dürfen im Podcast regelmäßig zu Wort kommen, obwohl der Gehalt ihrer Aussagen meistens sehr dürftig ist. Aber abschreckende Beispiele sind ja auch wichtig.

      „Seit wann sind Batteriespeicher als Langzeitspeicher vorgesehen?“

      Was ist denn sonst als Langzeitspeicher vorgesehen? Gar nichts? Oder das wundersame Baerbocksche Stromnetz, das auch von selbst Strom speichern kann?

      „Müssten sich bei dem Vergleich denn nicht die Energiekosten (inflationsbereinigt) mehr als verdoppelt haben?“

      Genau das ist doch der Fall! Hier eine Quelle, die zwar auch parteiisch ist, aber auf eine Art und Weise, die Ihnen vermutlich sehr viel besser gefällt:

      https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/strompreis-ist-seit-2000-um-92-prozent-gestiegen-a-996197.html

      Der Artikel ist übrigens von 2014.

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        Jonas Freise sagte:

        @Richard Ott

        Ziel meines Kommentars war es nicht, dass wir hier die Wahrheit finden, sondern dass dies die Redaktion tut – bestenfalls mit Unterstützung von ausgewiesenen Experten aus der Wissenschaf. In aller Kürze trotzdem zu Ihren Punkten:

        – Batteriespeicher nehmen idR am Primärregelmarkt teil, über den die Übertragungsnetzbetreiber als Regelzonenverantwortliche Netzschwankungen kurzfristig mit bis zu 5min ausgleichen können. Bis auf eine Ausnahme, gehen alle wissenschaftlichen Studien davon aus, dass selbst bei einer vollständigen Versorgnung mit EE, die Anforderungen an Speicherkapazitäten im einstelligen Prozentbereich der jährlichen Stromnachfrage liegt. Der Strommarkt ist zum Glück komplexer und bietet an vielen Ecken und Enden noch nutzbares Potential, um nicht unnötig Batterien ins Land setzen zu müssen.
        – Der Spiegelartikel lässt mE die Inflationsbereinigung vermissen. Wo der Artikel aber den Finger in die Wunde legt: Es gibt eine sehr starke Ungleichverteilung der Kostenentwicklung zwischen Privat-, Gewerbe- und Industriekunden. Bei einer gewichteten Durchschnittsbetrachtung sieht das sicherlich anders aus.

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    Olaf Hiller sagte:

    Sehr geehrter Dr. Stelter,
    so sehr ich Ihren Podcast zu wirtschaftlichen Themen schätze, so schwach ist dieser zum Thema Energiewende. Es beginnt schon mit dem Format, dass Sie als Nicht-Experte mit einem Lobbyisten der Kohleenergie diskutieren, so dass keine fundierte Diskussion möglich ist. Dr. Schernikau springt in seinen Argumentationen unstrukturiert zwischen verschiedensten Annahmen, so dass eigentlich nur Verwirrung geschaffen wird, statt mit einer klaren Linie in dem Gespräch zu möglichen Konzepten und den zugehörigen Kosten, Zeiträumen und Umsetzungsszenarien zu kommen.
    Erste Festlegung muss sein: wird von einem maximal zur Verfügung stehenden CO2-Budget für die Menschheit ausgegangen (z. B. die Pariser Klimaziele) oder geht Dr. Schernikau davon aus, dass die Erderwärmung ein tolerierbares Problem und damit CO2-Ausstoß als freies Gut betrachtet werden kann. Mir ist nach dem ersten Podcast die Antwort auf diese zentrale Frage nicht klar. Rechnet man mit einem fixen CO2 Budget, ändern sich natürlich alle Kostenberechnungen für fossile Stromerzeugung, akzeptiert man den Klimawandel, braucht man über erneuerbare Energien zumindest in Deutschland nicht nachzudenken.
    Grundsätzlich liefert die Sonne natürlich genug Energie in Form von Strahlung, Wärme, Wind und Wasserkraft, um die gesamte sogar zukünftige Weltbevölkerung mit Energie auf z. B. aktuellen europäischem Niveau zu versorgen, die Frage ist, welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Kosten hätten und wie das regional z. B. in Europa oder Deutschland optimiert umgesetzt werden kann. Dafür kann man in erster Näherung gut mit aktuellen Technologien und Preisen arbeiten, da die Optimierung vermutlich eher nur evolutionär voranschreiten wird. Dies hätte ich mir von Ihrem Wirtschaftspodcast erwartet. Vielleicht ist die 2. Folge da ergiebiger.
    Bis dahin mit freundlichen Grüßen
    Olaf Hiller (Dipl. Ing.)

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    Anthony Cremer sagte:

    Guten Abend,

    ich muss sagen das ich aus mehreren Gründen enttäuscht von der Wahl Ihres Interviewpartners bzw. Ihrer Gesprächsführung bin.

    Wie können Sie für ein Interview zu diesem wichtigen Thema einen Lobbyisten wählen? Ich habe auch einen Freund, der in Kohle investiert ist, und der mit den selben Scheinfakten um sich wirft – fake news!

    Am besten ist dies zu sehen bei der Antwort zu der Frage nach der exponentiellen Entwicklung bei Computern bzw. Computerchips und warum dies nicht bei der erneuerbaren Energie möglich sei. Hier antwortet Ihr Gesprächspartner mit Scheinfakten, um von der Frage abzulenken. Scheinfakten, da sicher eh keiner hiermit auskennt und diese Zahlen widerlegen kann. Auf den entscheidenden Teil der Frage wird gar nicht geantwortet. Selbst, wenn man angeblich nicht viel mehr aus der Sonne und aus dem Wind herausholen kann, dann werden sich dennoch die Speichermöglichkeiten für Energie in den nächsten Jahren exponentiell entwickeln und hiermit wird sich das große ‚Problem‘ der erneuerbaren Energie lösen.

    hierauf wird nicht geantwortet. Das Problem wird benannt, aber auf die Lösung wird nicht eingegangen? warum lassen sie sich mit den ‚Fakten‘ über Grenzkosten und Ausbeute abspeisen und haken nicht nach? 2 Minuten vorher wird die Speicherkapazität als Hauptproblem benannt. Die Lösung hierfür wird kommen. Eher früher als später – technischer Fortschritt / Speicherkapazitäten. Ob es nun Wasserstoff ist oder was auch immer.

    Ansonsten würde ich gerne noch sagen, dass wir natürlich auch ohne Abholzung noch viel Platz auf den Dächern vieler Industriewerkshallen/Lagern etc. haben. Oder gar auf den Häusern in den Städten. Zu sagen, es gebe keinen Platz mehr in D ist also Unsinn. Hier fehlt mir das hinterfragen!

    Mag sein, dass wir sinnvollerweise erst die Kohle hätten abschalten sollen und die Verdammung der Atomenergie der falsche Weg ist. Und dennoch, wird die technische Entwicklung der nächsten Jahre uns durchaus in die Lage versetzen, unseren Energie Bedarf mit erneuerbaren Quellen zu decken. Dieser Podcast heißt doch beyond the obvious…dann fangen Sie bitte auch an ein wenig weiter zu denken. So kommen wir nicht weiter. Denken Sie über eine Optimierung des Vorhandenen hinaus, wie es zB im silicon Valley getan wird. Denken Sie Energiequellen neu!

    My 50 cent…

    Beste Grüße

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      Richard Ott sagte:

      @Anthony Cremer

      „Selbst, wenn man angeblich nicht viel mehr aus der Sonne und aus dem Wind herausholen kann, dann werden sich dennoch die Speichermöglichkeiten für Energie in den nächsten Jahren exponentiell entwickeln und hiermit wird sich das große ‚Problem‘ der erneuerbaren Energie lösen.“

      Die Energiedichte von Akkuzellen wird niemals so hoch werden wie die Energiedichte von Benzin oder Diesel oder anderen fossilen Brennstoffen. Jegliche „exponentielle Entwicklung“, an die gerne blind geglaubt wird, stößt dabei an eine harte physikalische Grenze.

      Der Grund ist ganz einfach: Akkuzellen sind abgeschlossene Systeme. Die elektrische Energie wird in ihnen auf elektrochemischer Basis gespeichert. Beim Entladen und beim Aufladen laufen jeweils Redoxreaktionen ab.

      Das Oxydationsmittel und das Reduktionsmittel stecken in der Akkuzelle, und Sie müssen es die ganze Zeit zum Beispiel in den Akkus eines Elektroautos mit durch die Gegend fahren.

      Wenn Sie Benzin oder Diesel in einem Verbrennungsmotor verbrennen, was passiert dann? Der Sauerstoff für die Verbrennung wird mit der Luft von außen angesaugt, und hinten aus dem Auspuff kommen die Verbrennungsabgase raus.

      Begreifen Sie, wieso so ein System immer eine höhere Energiedichte haben wird als selbst die besten Akkuzellen?

      (Der Nachteil ist natürlich, dass Verbrennungsmotoren nicht funktionieren, wenn Sie keine Luft mit Sauerstoff darin ansaugen können… aber solange Sie mit Ihrem Auto nur auf der Erde und nicht auf dem Mond herumfahren wollen, ist das egal.)

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        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        Und trotz der hohen Energiedichte ist der Gesamtwirkungsgrad von fossilen Brennstoffen nicht gut.

        Der maximale Wirkungsgrad bei der thermischen Umsetzung ist <50% und es kommen alle Förder- Raffinier- und Transportvorgänge bis in den Tank hinzu.

        Oder andersum: Aus der hohen Energiedichte von Erdöl wird sehr wenig gemacht, aus der niedrigeren Energiedichte von z. B. Solar deutlich mehr – es bietet sich also erst der Vergleich der Endwirkungsgrade an.

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        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        „Aus der hohen Energiedichte von Erdöl wird sehr wenig gemacht, aus der niedrigeren Energiedichte von z. B. Solar deutlich mehr – es bietet sich also erst der Vergleich der Endwirkungsgrade an.“

        Alles richtig, aber völlig irrelevant für die Beurteilung der physikalischen Grenzen bei der Entwicklung von Akkuzellen. Die werden gegenüber einem mit Diesel oder Benzin gefüllten Tank *immer* eine viel niedrigere Energiedichte haben, egal wie viel Entwicklungsaufwand man hinein steckt. Eine Entwicklung wie bei den Mikrochips mit exponentieller Miniaturisierung und Leistungsverdopplung alle 2 Jahre über Jahrzehnte hinweg ist völlig ausgeschlossen, die elektrochemischen Grenzen sind schon viel früher erreicht.

        Und wenn Sie riesige Akkuzellen als Energiespeicher für die „erneuerbaren Energien“ nutzen wollen, dann ist die niedrige Energiedichte pro Zelle höchst relevant. Je niedriger die ist, desto mehr Akkuzellen und demzufolge desto mehr Rohstoffe brauchen Sie für die Herstellung einer genügend großen Anzahl Zellen.

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        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        Wenn ich mal die Durchschnittsverbräuche für dieselgetriebene Autos mit dem Gewicht eines Tesla 3 aus dem Netz ziehe sehe ich, dass für 100km ein Heizwert des Diesels „verbraucht“ werden muss, der weit jenseits der kWh liegt, die man aus einem Akku entnehmen muss für die selbe Strecke. Energiedichteunterschiede werden also durch Wirkungsgradunterschiede gekontert. Ein Akku muss folglich gar nicht dieselbe Energiedichte haben, um die selbe Fahrleistung zu bringen.

        Pi mal Auge (nein, nicht berechnet) schlägt jeder Akku, den man zu Hause am eigenen Solarstrom direkt auflädt, den Diesel um mehrere Längen. Wie ist das bei anderen Formen des Ladens?

        Der einzig sinnvolle Direktvergleich wäre: Wie schneidet ein Akku im E-Auto, der mit Strom aus einem Dieselgenerator geladen wird, gegen einen Dieselmotor in einem (am besten ansonsten identischen) Auto ab?

        Hat das schon mal jemand gemacht?

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        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        „Energiedichteunterschiede werden also durch Wirkungsgradunterschiede gekontert. Ein Akku muss folglich gar nicht dieselbe Energiedichte haben, um die selbe Fahrleistung zu bringen.“

        Das sind ja alles interessante Betrachtungen für die E-Auto-Entwicklung, aber für das Stromspeicherproblem ist das nicht relevant.

        Wenn Sie den Aufwand beim Bergbau beziehungsweise bei der Raffinierung betrieben haben, können Sie ein Kilogramm Diesel oder ein Kilogramm Kohle ganz einfach lagern. Sie brauchen nur einen großen Tank beziehungsweise eine Lagerhalle. Und weil die Energiedichte dieser Brennstoffe hoch ist, ist der Aufwand für das Energiespeichern bezogen auf die Masse gering.

        Ein Lithium-Ionen-Akku hat bezogen auf die Masse ungefähr ein Fünfzigstel der Energiedichte von Diesel. Dazu kommt noch, dass es viel komplizierter ist, viele galvanische Zellen herzustellen und miteinander zu verschalten als eine große Lagerhalle oder ein Tanklager zu bauen.

        Und wie ich weiter oben beschrieben habe, wird sich das grundsätzlich nicht ändern, weil in den Akkus immer das Oxydationsmittel und das Reduktionsmittel mit eingeschlossen werden müssen, wenn sie produziert werden. Das ist die grundsätzliche Limitierung dieser Technologie, die auf der Erde auch nicht durch den Vorteil aufgewogen wird, dass sie unabhängig von angesaugter sauerstoffhaltiger Luft und das Unnötigmachen einer Abgasabführung ist.

        Wenn wir im Winter an einem windstillen Tag nicht genug Strom gespeichert haben, interessiert uns der energetische Gesamtwirkungsgrad herzlich wenig. Dann kommt es nur auf die Speicherkapazität an, weil die bestimmt, ob es einen Stromausfall gibt oder nicht.

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        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        Energie, die nicht genutzt werden kann zu lagern, ist eine sinnfreie Übung. Deshalb kann man sich für Energiedichte genau nichts kaufen, wenn diese nicht in Arbeit umgeformt werden kann.

        Die Frage, ob man genug elektrische Energie direkt speichern kann, um mit ihr die bislang durch chemisch gespeicherte Energie verrichtete Arbeit zu verrichten, ist die einzig sinnvolle. Ohne „Energiedichte“.

        Und nein, ich glaube nicht, dass das so einfach geht.

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        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        „Energie, die nicht genutzt werden kann zu lagern, ist eine sinnfreie Übung. Deshalb kann man sich für Energiedichte genau nichts kaufen, wenn diese nicht in Arbeit umgeformt werden kann.“

        Energie, die nicht gespeichert werden kann, zu produzieren ohne sie sofort zu nutzen, ist eine sinnfreie Übung. („Dank“ Erneuerbare-Energien-Gesetz in Deutschland wird diese Sinnlos-Produktion bei uns trotzdem vergütet und so ein Anreiz für sie geschaffen, aber das zeigt nur wie schlecht unsere Gesetze gemacht sind…) Deshalb kann man sich für energetischen Wirkungsgrad genau nichts kaufen, wenn man die Energie nicht speichern kann, um sie in Arbeit umzuformen, sobald das benötigt wird.

        „Die Frage, ob man genug elektrische Energie direkt speichern kann, um mit ihr die bislang durch chemisch gespeicherte Energie verrichtete Arbeit zu verrichten, ist die einzig sinnvolle. Ohne ‚Energiedichte‘.“

        So denken vielleicht theoretische Physiker. Sobald ein Speicher für die elektrische Energie tatsächlich konstruiert und gebaut werden muss, wird die Frage nach der Energiedichte extrem wichtig. Je niedriger die ist, desto mehr Platz und desto mehr Material wird gebraucht.

        „Und nein, ich glaube nicht, dass das so einfach geht.“

        Immerhin da haben wir einen Konsens.

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        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        Einfacher: Man denkt darüber nach, wie viel ARBEIT man speichern kann (physikalisch inkorrekt ausgedrückt).

        Energie zu lagern, die keine Arbeit verrichten kann oder Energie erzeugen, die nicht gespeichert werden kann, obwohl man grad keine Arbeit braucht: Beides gleichermaßen unsinnig. Völlig unabhängig von den Energiedichten.

        Bei gleichen Lagerkosten wird ein auch ein praktischer Ingenieur das „Einlagern“ von 10 kWh, die mit 50% Wirkungsgrad in Arbeit umgeformt werden können dem „Einlagern“ von 20 kWh, die mit 20% Wirkungsgrad in Arbeit umgeformt werden können, vorziehen. (außer er braucht die Abwärme).

        Ansonsten kein Dissenz.

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        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        „Bei gleichen Lagerkosten wird ein auch ein praktischer Ingenieur das „Einlagern“ von 10 kWh, die mit 50% Wirkungsgrad in Arbeit umgeformt werden können dem „Einlagern“ von 20 kWh, die mit 20% Wirkungsgrad in Arbeit umgeformt werden können, vorziehen. (außer er braucht die Abwärme).“

        Die „Lagerkosten“ sind aber nicht gleich! Das „Einlagern“ von elektrischem Strom ist viel teurer und komplizierter als das Lagern von fossilen Brennstoffen.

        Und das liegt auch an der niedrigen Energiedichte der Akkus, die als Speichertechnologie vorgesehen sind. Deshalb ist es so eine relevante Beobachtung, festzustellen, dass die maximale Energiedichte von Akkus durch das das Grundprinzip der Technologie selbst (Oxydationsmittel und Reduktionsmittel bleiben immer in der Zelle eingeschlossen) streng begrenzt ist.

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      Olaf Rohardt sagte:

      Sehr geehrter Herr Dr. Stelter, das war schon ein starker Tobak, den Sie dem geneigten Hörer mit dem letzten Podcast zugemutet haben. Statt einen Kohle-Lobbyisten einzuladen, der einem den klimapolitischen und fossilenergetischen Wahnsinn.schönreden möchte, indem wir uns immer noch befinden, wäre eine zukunftsgerichtete Interpretation des Sachverhaltes doch Sinn stiftender gewesen. Weder das noch tausendjährige Potenzial der Kohle als dichter Energieträger noch der um die Umweltkosten abgekürzte Kostenvergleich mit den Erneuerbaren wurde dem erforderlichen Handlungsdruck gerecht und lohnte die 20 Minuten Aufmerksamkeit. Das Thema verlangt mehr Weitblick. Die energiepolitische Sprecherin der Grünen, Fr. Dr. Julia Verlinden, wäre hierfür sicher nicht nicht schlechteste Gesprächspartnerin für eine sachkundige Diskussion ohne Polemik.

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    Blömeke Christian sagte:

    Hallo Herr Dr. Stelter,

    auch wenn ich zum Thema Energiewende in vielen Punkten nicht der Meinung von Herrn Dr. Schernikau folge, hoffe ich in der nächsten Folge zumindest auf einen Faktencheck ihrerseits. Insbesondere sind die Aussagen zur LCOE Kalkulation nicht ohne entsprechende Einordnung sinnvoll (was ist zum Beispiel mit Endlagerkosten durch Atommüll)? Ebenso ist das technische Fortschrittspotential bei Windernergie noch längst nicht ausgeschöpft (capacity factor ist aktuell eher bei 30-45%).

    Gruß
    Christian Blömeke

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    Georg Zezschwitz sagte:

    Ich gehöre auch zu den Menschen, die wütend werden, wenn mutmaßlich entscheidende Politikerinnen wie Anna-Lena Baerbock vom „Strom im Netz speichern“ faseln. ABER: Deswegen sollte man doch nicht genauso wirr umgekehrt argumentieren.
    Der Solar- und Windstrom ist viel teurer, weil man ein Backup vorhalten muss? Nun, das kann man so sehen. Man kann dem Heizungsbauer auch glauben, dass man im Sommer keine Heizkosten spart, weil ja trotzdem im Winter die Ölheizung anlaufen muss und folglich im Sommer als Backup finanziert werden muss.
    Der Preis eines 320 Watt-Solarpanels liegt um die 100 Euro netto. Es produziert in 20 Jahren ca. 6000 kWh. Das ergibt einen Erzeugungspreis von 1,6 Ct / kWh. Natürlich ist – ob Hausdach oder Großanlage – dem noch vieles an Kosten zuzurechnen (Wechselrichter, Montage, u.s.w.). Ich bestreite nicht, dass das Backup unverändert nötig ist, wie Sie es mit dem schönen 100% + 100%-Beispiel erläutern. Natürlich kostet das Geld, vor allem, solange der CO2-Preis günstig ist. Aber jede Kilowattstunde aus Solar und Wind erspart zunächst einmal CO2-Emissionen und Betriebsstoffe wie Kohle, Gas oder Uran, weswegen sie m.E. ein moralisches Gebot sind. Teilweise sachlich falsch ist m.E. auch die Antwort auf die Frage, warum Strom in Deutschland so teuer ist: Es ist ein Legacy-Problem. Es sind die hohen Vergütungssätze für Solaranlagen von vor einigen Jahren, als ganze Militärflugplätze im Osten und Co. mit Solarpaneelen zugepflastert wurden. Für im August 2020 ans Netz gegangene PV-Anlagen wird in der teuersten Kategorie (Hausdach, < 10 kWpeak) noch 8,9 Ct gezahlt. Das ist zum Durchschnittsgroßhandelspreis nur noch ein Abstand von 3-4 Ct, um den die Kilowattstunde teurer ggü. dem Marktpreis ist, und weniger als die EEG-Umlage, die die Pionier-Phase der PV etc. heute noch finanziert.
    Ich fürchte, Sie werden auch im nächsten Beitrag das Thema mit der Genauigkeit betrachten können, die Sie eigentlich an sich selbst als Anspruch haben, weil das Thema wirklich komplex ist.

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      Richard Ott sagte:

      @Georg Zezschwitz

      „Man kann dem Heizungsbauer auch glauben, dass man im Sommer keine Heizkosten spart, weil ja trotzdem im Winter die Ölheizung anlaufen muss und folglich im Sommer als Backup finanziert werden muss.“

      Wenn Sie im Winter ein warmes Haus haben wollen, müssen Sie eine Heizung einbauen und bezahlen.

      Wenn Sie im Winter an Tagen mit wenig Wind Strom haben wollen, müssen Sie grundlastfähige Backup-Kraftwerke bauen, betriebsbereit halten und bezahlen.

      Da helfen keine Rechentricks und auch keine Überlegungen dazu, in welchem Monat vom Jahr man angeblich wie viel „spart“. Am Ende interessieren uns die Gesamtkosten übers ganze Jahr betrachtet.

      „Ich bestreite nicht, dass das Backup unverändert nötig ist, wie Sie es mit dem schönen 100% + 100%-Beispiel erläutern. Natürlich kostet das Geld, vor allem, solange der CO2-Preis günstig ist“

      Wenn der CO2-Preis hoch ist, kostet es sogar noch mehr Geld, weil dann die Brennstoffe für die Backup-Kraftwerke teurer werden.

      „Aber jede Kilowattstunde aus Solar und Wind erspart zunächst einmal CO2-Emissionen und Betriebsstoffe wie Kohle, Gas oder Uran, weswegen sie m.E. ein moralisches Gebot sind“

      Wieso sollte irgendjemand eine moralische Pflicht haben (!!), CO2-Emissionen zu reduzieren? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was das für Ihr persönliches Leben bedeuten würde?

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    Marco Berger sagte:

    Hallo Hr. Dr. Stelter,
    ich halte die Behauptung, dass Photovoltaik und Windkraft nicht günstiger sind als Kohle oder Öl für schlichtweg falsch. Schauen Sie sich doch mal den Sketch bei der Anstalt vom 1.10.19 rund um das EEG-Paradoxon an. Da sieht man, wie die Kohle-Lobby dieses Gesetz ad absurdum geführt hat und dazu beigetragen hat, dass Deutschland so hohe Energiepreise hat.

    Darüber hinaus betrachten Sie in keiner Weise die externen Kosten (Umweltzerstörung etc.) von fossilen Brennstoffen. Am Ende des Tages MUSS weniger Energie verbraucht werden, um das 2 Grad Ziel bis 2050 zu erreichen. Es kann doch nicht das Ziel sein, Produktivitätswachstum um jeden Preis anzustreben.

    Außerdem diskutieren Sie überhaupt nicht über die Kernfusionstechnologie. (Stichwort ITER in Frankreich – hier fehlen massiv Investitionen)

    https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-1-oktober-2019-100.html

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        Phil Steiger sagte:

        Sehr interessant und ich dachte immer es geht um die Sache nicht darum wer etwas gesagt hat.
        Ist doch eine ganz einfache Frage Michel, stimmt es was die Anstalt sagt, ja oder nein.
        Don’t shoot the messenger.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Das Gespräch, das Dr. Stelter mit Dr. Schernikau führt, ist eine GEISTERDISKUSSION.

    Darzulegen, WARUM mit der betriebenen Energiewende WAS nicht machbar ist bei unserem WACHSENDEM Energiebedarf, geht am Thema VORBEI.

    Das Thema:

    ERKLÄRTERMASSEN als SELBSTVERPFLICHTUNG sich auferlegt und GEWOLLT – bisher jedenfalls – von einem GROSSEN Teil der Bevölkerung ist es die Erreichung von Carbon-NEUTRALITÄT in 2050.

    Das ist die VERHEISSUNG und der Weg DAHIN ist der EXODUS ins gelobte Land.

    Das Projekt hat die alttestamentarische QUALITÄT:

    ALLES wird hinter sich gelassen, REALITÄT ist das, was man am Ende des Weges, also im gelobten Land, VORFINDET.

    Das betrifft auch den Energiebedarf.

    Insofern ist ein wachsender Energiebedarf VÖLLIG irrelevant.

    Unser Energiebedarf wird der sein, den wir in 2050 Carbon-neutral REALISIEREN KÖNNEN.

    Das ist die LOGIK der insoweit GEWOLLTEN und BETRIEBENEN Energiewende.

    Wer sie mit Blick auf unsere Lebensverhältnisse für ABERWITZIG hält, muss das ZIEL Carbon-Neutralität 2050 kompromisslos INFRAGE stellen.

    Alles andere ist TÄUSCHUNG.

    Dr. Stelter verspricht im nächsten Podcast eine Erörterung, wie/dass man

    a) Milliarden sparen könne

    b) die Energieversorgung sichern

    und

    c) dem Klima helfen könne

    Das könnte man.

    ABER:

    Carbon-Neutralität in 2050 ist damit NICHT zu erreichen.

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      Bauer sagte:

      @ D. Tischer

      >> „Wer sie mit Blick auf unsere Lebensverhältnisse für ABERWITZIG hält, muss das ZIEL Carbon-Neutralität 2050 kompromisslos INFRAGE stellen.“

      Ja, so ist es. Weitertràumen führt in die Steinzeit.

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      Richard Ott sagte:

      Ja, da stimme ich voll zu. Das Ziel „Carbon-Neutralität 2050“ ist völliger Blödsinn und sollte so schnell wie möglich wieder aufgegeben werden.

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      weico sagte:

      @Dietmar Tischer

      „ABER:
      Carbon-Neutralität in 2050 ist damit NICHT zu erreichen.“

      RICHTIG.Völlig selbstverschuldet !!!!

      Sogar ehemalige,militante Atom-Gegner wie Dr. Wendland sind zur Überzeugung gekommen:
      „Atomausstieg ist Lebenslüge der deutschen Klimapolitik“
      „Wir hatten vor dem Ausstiegsbeschluss knapp 30 Prozent Atomstrom im Netz. Das war eine nahezu CO2-freie Stromerzeugung. Der Ausstieg bedeutete die Renaissance von Stein- und Braunkohle. Deshalb kommen wir bei den CO2-Zielen nicht voran. Der Ausstieg aus der Atomenergie ist daher die Lebenslüge der deutschen Klimapolitik.“
      „Mit Sonne und Wind hat man nicht gesicherte Energieleistungen ins Netz geholt. Während man mit der Kernenergie die gesicherte CO2-arme Leistung rausgeschmissen hat. Das war die Sternstunde unserer Braunkohle.“
      „Meine Empfehlung wäre, die Energiewende neu aufzustellen und die falsche Reihenfolge umzukehren. Das heißt, wir sollten zuerst aus der Kohle aussteigen und dann erst aus der Kernenergie, wenn wir sehen, dass wir großindustrielle Speicherlösungen für die alternativen Energien haben. Das ist absehbar.“
      https://www.focus.de/politik/experten/gastbeitrag-von-gabor-steingart-planungen-fuer-akw-laufen-weltweit-vor-allem-in-china_id_12293569.html

      Wenn der Satz nicht so Negativ belastet wäre ,könnte man fast geneigt sein der deutschen Regierung und dem deutschen Wähler zuzurufen:
      „DEUTSCHLAND ERWACHE“…

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ weico

        Deutschland ist bereits „hellwach“:

        WIR wollen ALLES – Atomausstieg, Kohleausstieg und zugleich wachsenden Energieverbrauch.

        Das können wir auch haben – wir müssen nur INNOVATIV sein.

        Das ist die BOTSCHAFT, die von allen Seiten – Wissenschaft, Wirtschaft und Politik – auf einen einprasselt.

        Und weitergedacht:

        Wenn wir es sind, dann wird uns die Welt dafür anbeten und als DANKBARER Abnehmer unser Produkte unsere Anstrengungen VERGOLDEN.

        Hierzulande herrschte diesbezüglich ein VERBLENDUNG, die ich mir nie hätte vorstellen können.

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        Bauer sagte:

        @ D. Tischer

        >> „Deutschland ist bereits „hellwach“ und ff.

        Ich würde das schon als Satire kennzeichnen. Sonst könnte das in diesem blog missverstanden werden.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        Es soll als deprimierend traurige Satire verstanden werden.

        Ich habe mit Bezug auf „Deutschland erwache“ ja ganz bewusst nicht hellwach, sondern „hellwach“ geschrieben.

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        weico sagte:

        @Dietmar Tischer
        „Hierzulande herrschte diesbezüglich ein VERBLENDUNG, die ich mir nie hätte vorstellen können.“

        Da kann ich Ihnen nur beipflichten.

        Die politische „Elite“ traut dem eigenen Volk,seit Adenauer schon..,einfach nicht.Die Aussagen von Herrn Kohl sagen praktisch ALLES:

        „Eine Volksabstimmung über die Einführung des Euro hätten wir verloren. Das ist ganz klar. Ich hätte sie verloren.“
        Wenig später behauptet Kohl auch, dass mehr als eine Zweidrittelmehrheit der Deutschen gegen die Einführung des Euro gestimmt hätte: „Eine Volksabstimmung hätte ich natürlich verloren, und zwar im Verhältnis 7 zu 3.“
        „Das politische Leben läuft so: Demokratie hin, Demokratie her, Wahlen hin und her, repräsentative Demokratie kann nur erfolgreich sein, wenn irgendeiner sich hinstellt und sagt: So ist das. Ich verbinde – wie ich – meine Existenz mit diesem politischen Projekt.“

        Solange die deutschen Medien und Wähler solches BLENDWERK zulassen,geht die VERBLENDUNG weiter.

        Ein kleines Beispiel wie Medien und Politiker zusammenspannen am Beispiel des „Dual Fluid Reaktors“:

        „Wie man einen Reaktor verschwinden lässt“:
        https://www.welt.de/debatte/kolumnen/Maxeiner-und-Miersch/article117088671/Wie-man-einen-Reaktor-verschwinden-laesst.html

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        RealTerm sagte:

        @ Dietmar Tischer:
        Endlich! So ist es! Forschung und Innovation sind erforderlich. Es ist eben kein Naturgesetz dass eine Reduktion der fossilen Energieträger Wohlstand kostet! Nur, so wie D das angeht, ist der Wohlstandsverlust „todsicher“!

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ RealTerm

        >Es ist eben kein Naturgesetz dass eine Reduktion der fossilen Energieträger Wohlstand kostet!>

        Stimmt, es ist KEIN Naturgesetz.

        Nicht realistisch, aber einmal angenommen:

        Selbst wenn man mit Forschung und Innovation unter optimalen Bedingungen so viel regenerative Energie produzieren und anwendungsbezogen einsetzen könnte, dass ein die Menschen ZUFRIEDENSTELLENDES Wohlstandsniveau erreicht wird, gilt:

        Die UMSTELLUNG ist derart mit FRIKTIONEN verbunden, dass die Reduktion der fossilen Energieträger DATUMSBEZOGEN (2050) scheitern MUSS.

        Man müsste zugleich mit der Reduktion der fossilen Energieträger das GESELLSCHAFTSSYSTEM (Recht, Schuldverhältnisse, Soziale Sicherungssysteme etc., etc.) ÄNDERN, um die Friktionen, d. h. Verlusterfahrungen der Menschen zu verhindern.

        Das ist nicht machbar.

        Daher wird der Widerstand gegen die forcierte Reduktion der fossilen Energieträger WACHSEN.

        Ergebnis offen:

        Es kann zwischen Stopp und Verlangsamung liegen.

  10. Avatar
    Holger Franz sagte:

    Die Problematik dieser Art von Interview ist, dass nur eine Seite zu Wort kommt. Wenn man nach diesem Gespräch mit Herrn Schernikau auf den YouTube-Kanal der Herren Terli, Quaschning und Rahmsdorf klickt, bekommt man eine andere Wahrheit präsentiert. Ich wundere mich zusehends, dass es offensichtlich nicht möglich zu sein scheint, z.B. einen Energiewendekritiker wie Hanns Werner Sinn einmal gemeinsam mit Frau Claudia Kemfert diskutieren zu lassen, dass wäre für die Hörer sicher interessanter, als nur eine Seite zu hören oder nur in der eigenen „Bubble“ zu kommunizieren. Dann könnte jede Seite bei dieser Gelegenheit auch einmal die gegenseitigen Lobbyverdächtigungen unterlegen. Ich würde mich freuen, wenn Sie – sehr geehrter Herr Dr. Stelter – so eine Diskussion einmal auf die Beine stellen könnten.

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      Bauer sagte:

      @ H. Franz

      >> „Die Problematik dieser Art von Interview ist, dass nur eine Seite zu Wort kommt.“

      Nun, dafür ist es ein Interview und keine Konferenz und auch kein Streitgespräch. Gegen letztere ist nichts zu sagen, im Gegenteil sie sind, bzw. solten gut sein für den Erkenntnisgewinn.

      Leider wird daraus allerdings zu oft ein emotionaler persönlicher Angriff (‚wird von der Kohleindustrie bezahlt‘) oder eine Nachilfestunde in Physik und Wirtschaft für die lieben grünen Apostel. Beides ermüdet, ist unergiebig und nutzlos und verleidet einem den Diskurs. Gleiches solides fachliches Niveau und die Anerkennung zwingender physikalischer Gesetze wäre da schon Voraussetzung.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Holger Franz

      Bei Phoenix hat es vor einigen Monaten eine Diskussion gegeben zwischen Prof. Sinn und Dr. Julia Verlinden (Sprecherin für Energiepolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen).

      Prof. Sinn legte dar, dass die Verfügbarkeit von elektrischer Energie auf der Basis von Windkraft- und Solartechnik es nicht ermögliche, einer produzierenden Wirtschaft wie der Deutschlands hinreichend zuverlässig Energie bereitzustellen.

      Die Gegenposition von Frau Dr. Verlinden war der Verweis auf die Digitalisierung, die der produzierenden Wirtschaft derart viele Optionen für eine flexible Organisation der Produktion ermögliche, dass dieses Probleme überhaupt nicht auftrete.

      Was lernen wir daraus?

      Die Realität wird mit Bezug auf ein bestehendes Technologiepotenzial, das ANWENDUNGSBEZOGEN auf jeglichen denkbaren Bedarf EXTRAPOLIERT wird, NEGIERT.

      So ist das mit vielem.

      Elektrische Energie speichern?

      Kein Problem, es gibt die Technologien – man muss sie nur umsetzen.

      Es ist wie mit dem Wettlauf vom Hase und Igel.

      Der Igel ist „immer schon da“ und der Hase rennt sich zu Tode.

      Ein Schwank wie aus dem Deutschen Märchenbuch.

      Heutzutage:

      Argumentative Realität.

      Antworten
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      Wolfgang Selig sagte:

      @Herrn Franz:

      Volle Zustimmung! Das war keine Diskussion, das war eine Art Referat. Eine Diskussion entsteht, wenn wenigstens zwei (und mehr würde ich bei einem Podcast nicht machen aus Gründen der Übersichtlichkeit) Leute, idealerweise Fachleute mit unterschiedlichen Meinungen, das Thema aus ihrer jeweiligen Perspektive beleuchten, sich gegenseitig auch mal widersprechen oder in Teilpunkten Einvernehmen erzielen.

      Das was bei Hr. Dr. Stelter als Beitrag funktioniert (z.B. einen Kommentar aus der FuW oder der FT präsentieren), funktioniert beim Podcast weniger gut.

      Daher meine Gesamtnote: 3 bis 4, obwohl die Website sonst bei mir eine 1 bis 2 verdient hätte.

      Antworten
  11. Avatar
    Dieter Ortmann sagte:

    Liebes Pioneer Team,

    ihr seid bekannt für guten Jounalismus und wirklich gut Experten. Dieser Beitag läßt sehr viel Spielraum nach oben.
    Vorab- die Energiewende, wie sie gerade betrieben wird in Deutschland bedarf einer drigenden Korrektur und ist nicht klug. So ein bisschen schwanger geht halt nicht, wenn es bezahlbar werden soll. Dr. Schernikau verwechselt Effizienz, Wirkungsgrad und mit den notwendigen Flächen hat er sich sicher auch noch nie wirklich auseinander gesetzt. Der Bericht ist einseitig und von eigner Meinung geprägt. Daher hoffe ich, dass Pioneer Media diesem wichigen Thema mehr Raum für andere Experten gibt, denn der Erfolg wird durch Rede und Gegenrede erreicht. (G.St.) ;-)
    Deutschland hat beim E-Auto, beim Buchversand, bei Plattformen, beim Clouding, bei Mobiltelefonen, wie Herr Dr. Schernikau, nur das „Jetzt“ betrachtet. Die Ergebnisse kennen wir. EON Chef Grossmann hat 2012 gesagt, dass Solar in Deutschland, wie Ananaszüchten in Alaska ist. Heute ist Solar die mit Abstand billigste Form der Energieerzeugung und Eon kämpft um die Marktführerschaft bei erneuerbaren Energien. Bei Gabor Steingart war neulich der RWE Vorstand im Morningbriefing, der ein Zurück zu Atomstrom oder am Festhalten an Kohle als völlig falsch definiert hat. Das Thema unsichere Versorgung wird und kann u.a. durch clevere Power to X Lösungen erreicht. Die Infrastruktur ist vorhanden und die wirtschaftlichen Interessen sehr groß- und Deutschland kann seinen Vorteil der guten Ingenieure nutzen! Hier haben wir die Möglichkeit wieder Weltmaßstäbe zu setzen.
    Ich freue mich und bin gespannt auf weitere, kontroverse und vor allem gute Experten zu diesem Thema.

    Antworten
    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      „EON Chef Grossmann hat 2012 gesagt, dass Solar in Deutschland, wie Ananaszüchten in Alaska ist. Heute ist Solar die mit Abstand billigste Form der Energieerzeugung“

      Ach ja? Auch im Winter, wenn Sie ehrlich rechnen und auch die Kosten und die Umwandlungsverluste der verschiedenen „Power to X“-Technologien für den im Sommer produzierten und dann bis zum Winter gespeichterten Solarstrom mit berücksichtigen?

      „Die Infrastruktur ist vorhanden“

      Nein. Völliger Unsinn. Wo ist die angeblich existierende Infrastruktur denn?

      Antworten
      • Avatar
        Dieter Ortmann sagte:

        „völliger Unsinn“….;-) Diese Art der Diskussion hilft niemanden. Einfacher wäre es mit einen eigenen Vorschlag zu kommen, den man zur Diskussion stellt.
        Trotzdem zur Erklärung: Weil Solar so billig ist, kann auch ein Teil „teuer“ umgewandelt werden. Googeln Sie mal, was Strom tatsaächlich heute, mit neuen Kraftwerken Atrom oder Kohle kosten würde. Das ist unbezahlbar! In England soll gerade ein neues, von China gefertigtes Kraftwerk in Betrieb gehen. Der Preis pro kWh 12 Cent- garantiert plus Inflation!! Dagegen ist das deusche EEG ein „Witz“. Das Problem, woran auch Sie mit Ihrer Meinung scheitern ist, dass man aktuell versucht „5G mit einem C Netz“ einzuführen. Das genau geht nicht. Daher ist die Energiewende so wie sie ist eine Sackgasse. Btw…. wenn Sie so auf Atom stehen, wären Sie auch bereit in der Nähe eines Endlagers oder solch eines Kraftwerkes mit Ihrer Familie zu wohnen? Fragen Sie auch Ihre Frau und Kinder mal….

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Dieter Ortmann

        Wieso soll ich etwas vorschlagen, wenn Sie etwas behaupten, das einfach nicht stimmt?

        „Das Problem, woran auch Sie mit Ihrer Meinung scheitern ist, dass man aktuell versucht „5G mit einem C Netz“ einzuführen“

        Hmm, meinen Sie jetzt etwa plötzlich, dass es die nötige Infrastruktur doch noch nicht gibt?

        „Trotzdem zur Erklärung: Weil Solar so billig ist, kann auch ein Teil „teuer“ umgewandelt werden.“

        Umgewandelt in was genau?

        „Googeln Sie mal, was Strom tatsaächlich heute, mit neuen Kraftwerken Atrom oder Kohle kosten würde. Das ist unbezahlbar! In England soll gerade ein neues, von China gefertigtes Kraftwerk in Betrieb gehen. Der Preis pro kWh 12 Cent- garantiert plus Inflation!!“

        Grundlastfähiger Strom, der dazu auch noch CO2-neutral ist, ist teuer. Gas- und Kohlekraftwerke wären viel billiger, aber die wollen Sie ja nicht.

        „Btw…. wenn Sie so auf Atom stehen, wären Sie auch bereit in der Nähe eines Endlagers oder solch eines Kraftwerkes mit Ihrer Familie zu wohnen? Fragen Sie auch Ihre Frau und Kinder mal….“

        Ja. Wären Sie auch bereit, im Winter hinzunehmen dass Ihnen der Strom abgedreht wird um das Netz zu stabilisieren, wenn an einem dunklen und windstillen Tag nicht genug Strom produziert wird? Fragen Sie auch Ihre Frau und Kinder mal…

  12. Avatar
    weico sagte:

    Deutschland hat sich den CO2-Ausstieg ,in selten blöder Manier, selber verbaut!

    Andere Atom-Länder,mit hohem „Kohleanteil“ in ihrem Energiemix,gehen seit dem „Paris Agreement“ ,folgenden Weg:
    Möglichst schnell die CO2-reiche Kohle-Energiequellen runterfahren und zwischenzeitlich vermeht auf erneuerbare Energie setzen OHNE SCHNELLEM ATOMAUSSTIEG.
    Atom-Länder mit besonders hohem kohlehaltigen Energiemix, MÜSSEN beim „Energiemixwechsel“ dabei sogar die ATOMENERGIE stark ausbauen UM die Pariser Ziele zu erreichen (erreichen zu wollen) .Die geplanten Atomkraftwerke sprechen eine deutliche Sprache.China 44,Russland 24,Indien 14,Japan 9 usw.

    ALLE Länder sind sind nämlich der Speicherproblematik völlig bewusst,die die erneuerbaren Energien mit sich bringen.

    Irrsinn ist eigentlich nur,dass in Deutschland eine vernünftige Diskussion über Atomkraft unmöglich geworden ist.Über mangelndes Know-How über die Nutzung von Kernenergie bzw. dem Kraftwerksbau mangelt es ja nicht.Auch an neuartigen Ideen (z.B dual fluid reactor) mangelt es nicht.

    Es MANGELT schlicht an der POLITIK bzw. am WÄHLER .

    Antworten
    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @weico

      „Deutschland hat sich den CO2-Ausstieg ,in selten blöder Manier, selber verbaut! Andere Atom-Länder,mit hohem „Kohleanteil“ in ihrem Energiemix,gehen seit dem „Paris Agreement“ ,folgenden Weg: Möglichst schnell die CO2-reiche Kohle-Energiequellen runterfahren und zwischenzeitlich vermeht auf erneuerbare Energie setzen OHNE SCHNELLEM ATOMAUSSTIEG.“

      Wenn Sie glauben, dass das eine Strategie für den „CO2-Ausstieg“ ist, dann lügen Sie sich in die eigene Tasche.

      Damit können Sie den CO2-Ausstoß *REDUZIEREN* aber nicht auf Null herunterdrücken. Oder ist es ein unausgesprochener Teil der Strategie, die Atomkraftwerke für die Grundlastversorgung dauerhaft laufen zu lassen?

      Wenn nicht, dann müssen Sie erklären, welche CO2-neutrale und grundlastfähige Technologie diese Kraftwerke ersetzen soll, und wann das geschehen soll.

      Antworten
      • Avatar
        weico sagte:

        @Richard Ott

        „Damit können Sie den CO2-Ausstoß *REDUZIEREN* aber nicht auf Null herunterdrücken. Oder ist es ein unausgesprochener Teil der Strategie, die Atomkraftwerke für die Grundlastversorgung dauerhaft laufen zu lassen?“

        Wer redet den von NULL herunterdrücken ?

        Wenn der übereifrige „deutsche Michel“ dies so sehen will und aus ALLEM gleich aussteigen WILL,dann soll er. Für die ANDEREN Länder sind die Ziele von Paris völlig klar.

        Deutschland darf sich ruhig selbst zerstören…NIEMAND hindert sie daran.

        Atomkraft ist praktisch CO2 frei .China,Japan usw. haben dies begriffen und schichten daher um in erneuerbare Energien UND ATOMKRAFT.

        Der deutsche Michel hat anscheinend nicht ganz begriffen, um WASS es beim PARISER ABKOMMEN eigentlich geht.
        Es geht beim Pariser Abkommen schlicht darum CO2 zu SENKEN . EGAL ob mit ATOM oder WIND oder SOLAR oder USW.

      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @weico:

        Doch, der deutsche Michel hat das sehr wohl begriffen, aber die Anti-AKW-Bewegung ist viel älter und mächtiger als die Klimabewegung, auf jedem Fall spätestens seit Tschernobyl. Sie bekommen nie nie nie in Deutschland eine Unterstützung von linken Wählergruppen für Atomkraft, seit im Zuge des Nato-Doppelbeschlusses die grüne Bewegung die Meinungsführerschaft in Atomfragen von den drei Altparteien Union, SPD und FDP erorbert hat. Denn da geht es nicht nur um Atommüll wie in Gorleben, um Havarierisiken wie in Tschernobyl und um allgemeine Technikfeindlichkeit, sondern vor allem auch um das Thema potentielle militärische Nutzung von radioaktivem Material. Daher wollen die Grünen auch die Forschung, die US-Atombomben auf deutschem Boden, atomgetriebene Wasserfahrzeuge, kurz: einfach alles mit spaltbarem Material – verbieten.

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