Was tun mit dem Geld? (1) – Glauben Sie keinen Tipps

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Der SPIEGEL hebt es diese Woche auf den Titel: Was tun mit dem Geld? Nun wird niemand ernsthaft eine überraschende Antwort erwarten. Wie es sich für ein Nachrichtenmagazin gehört, werden altbekannte Weisheiten mit ein paar exotischen Empfehlungen gemixt, um den Leser mit einer Mischung aus Spannung, Grauen und Nutzwert – bzw. was er dafür halten soll – zu unterhalten. Kaum einer, der wirklich über nennenswertes Vermögen verfügt, dürfte nach der Lektüre besser als zuvor in der Lage sein, dieses sicher und ertragreich anzulegen, geschweige denn ohne Verluste durch die Krise zu bekommen. Die einzigen Gewinner stehen allerdings auch fest: Es sind die im Artikel porträtierten Experten, die mit noch mehr Anfragen konfrontiert werden, wie man denn sein Geld anlegen soll oder zumindest ihre Bücher besser verkaufen. Ich gönne es ihnen.

Bisher lag der Schwerpunkt dieser Seiten eindeutig auf der Beschreibung und Erklärung der Krise und dem Aufzeigen von Lösungsmöglichkeiten, um die Krise möglichst rasch und schadensminimierend zu beenden. Dies in der Hoffnung, durch ein möglichst sachliches, klares und auch pointiertes Schreiben, etwas zu bewegen: die Öffentlichkeit und die Politik aufzuklären und zu mobilisieren. Man mag dies für ein illusionäres Ziel halten. Ich denke aber, das zumindest zu versuchen, ist es wert. Denn entgegen dem Titel eines populären Buches, ist der Crash eben nicht die Lösung. Er ist das Desaster. Selbst die Autoren können ihn sich nicht ernsthaft wünschen. Zwar können sie dann – wie viele andere inklusiver meiner selbst – stolz sagen, sie hätten es vorher gewusst. Doch wird das in einem Umfeld massiver sozialer Verwerfungen und zwischenstaatlicher Konflikte niemanden mehr interessieren. Solche Bücher sind das Prinzip der SPIEGEL-Geschichte im Großen: Auflage statt Lösung.

Obwohl ich seit Jahren Unternehmen, Family Offices und Private bei der Entwicklung der eigenen Strategie zum Umgang mit der Krise berate, habe ich mich auf bto darauf beschränkt, gelegentlich interessante andere Quellen zu Kapitalmarktthemen zu verlinken. Nun denke ich, es ist an der Zeit, auch auf diesen Seiten mehr und regelmäßiger über meine Sicht auf das Thema „Vermögenssicherung und -mehrung“ zu schreiben. Dabei will ich versuchen, systematischer vorzugehen als andere Autoren, weniger dogmatisch und weniger auf ein einziges Szenario beschränkt. Wichtig ist mir dabei, über das Thema der Finanzkrise hinauszublicken. Gerade die demografische und technologische Entwicklung, sowie die ungebremste Globalisierung der Welt werden erheblichen Einfluss auf den Anlageerfolg in den kommenden Jahrzehnten haben.

Zugleich glaube ich an eine analytische Vorgehensweise. So habe ich 1999 bei der Boston Consulting Group (BCG) den Value Creators Report ins Leben gerufen. Darin habe ich mit meinen Kollegen aufgezeigt, welche Unternehmen am meisten Wert für die Aktionäre geschafft haben und vor allem erklärt, wie sie dies geschafft haben. Kennt man die Werthebel, kann man dies nicht nur rückblickend, sondern auch vorausschauend anwenden. Die Wirtschaftswoche hat von Anbeginn in jedem Jahr ausführlich über die Studie berichtet (mit Ausnahme von zwei Jahren immer als Titelgeschichte). Im Jahr 2000 habe ich basierend auf dieser Studie in der Wirtschaftswoche vor der völligen Überbewertung der Aktien gewarnt – gerade noch rechtzeitig vor dem größten Einbruch.

Doch abgesehen von solchen Sondersituationen kann es nur darum gehen, langfristig die richtigen Weichenstellungen vorzunehmen. Darum gebe ich nur einen Tipp: Glauben Sie keinen Tipps. Niemand kann ihnen mit Bestimmtheit sagen, wie die Krise weitergeht und auf welche Art sie zu einer Lösung findet – auch meine Zusammenfassung ist nur ein Versuch die Szenarien zu beschreiben.

Genau deshalb stimmt eine Aussage im dem SPIEGEL-Artikel sehr wohl: Man sollte möglichst diversifiziert anlegen, in einem breiten Portfolio mit entsprechender Anlagedisziplin. Alles andere ist in Wahrheit keine Geldanlage, sondern Spekulation. Und diese sollte man den Profis überlassen oder aber nur mit dem Teil des Vermögens machen, den man als „Spielgeld“ definiert und im schlechten Fall auch verlieren kann. Denn – so die Erfahrung über Jahrzehnte – den wenigsten gelingt es, den Markt zu schlagen.

Dies gilt besonders für exotische Anlageklassen wie Oldtimer, Kunst, Wein und die im Artikel genannten guten Whiskys und Streuobstwiesen. Klar, kann man machen. Doch gilt hier der Grundsatz: Was ist es noch wert, wenn es allein darum geht, Liquidität zu beschaffen? Sowohl im Szenario einer Deflation wie auch nach einer heftigen Inflation, selbst nach einer Vermögensabgabe, wird Geld das knappe Gut sein. Demzufolge werden alle Vermögenswerte relativ zu heute an Kaufkraft einbüßen und jene am (relativ) attraktivsten sein, die entweder einen direkten praktischen Nutzen haben oder aber unmittelbar beleihungsfähiges Eigenkapital darstellen (hierfür unbedingt die Serie zur Eigentumsökonomik lesen), um einen Neustart zu ermöglichen.

Kunst, Oldtimer, Uhren und alle anderen Sammlerstücke werden dann nicht an oberster Stelle der Attraktivitätsskala liegen. Was nicht sagen soll, dass es auf einen Zeithorizont von 25 Jahren und mehr kein gutes Investment zum Kapitalerhalt sein kann. Das kann es sehr wohl sein, aber es hilft nicht während der Krise und nicht in den ersten Jahren nach dem Neustart. Damit wird deutlich, dass so etwas nur eine Ergänzung in einem sehr großen Portfolio sein kann und kein Wundermittel.

Wein und Whisky haben den Vorteil, dass man sie bei guter Lagerung wenigstens selber trinken kann, vielleicht als Trost, sonst nichts vom Vermögen gerettet zu haben. Ohnehin basiert die Empfehlung in Whisky „zu investieren“ auf der Analgogie zur Entwicklung der Preise von Top-Weinen in den letzten Jahren. Diese haben sich aber vor allem wegen der Nachfrage aus China preislich so entwickelt. Wer auf Whisky setzt, muss demzufolge glauben, dass a) chinesische Konsumenten ähnlich wild auf Whisky werden wie auf Wein und b) die chinesische Wirtschaft sich weiterhin gut entwickelt. Ersteres ist fraglich, zweiteres – wie hier gezeigt – unwahrscheinlich.

Ein Weinkeller dürfte nur bei außergewöhnlicher Größe und Qualität ein adäquates beleihungsfähiges Kapital bei einem Neustart darstellen. Deutlich näher an Kunst als an wirklich produktivem Vermögen. Letzterem kommt die Streuobstwiese vermutlich am nächsten, aber auch hier geht es um einen langfristigen Vermögenserhalt, wobei ich wiederum an einen Zeithorizont von 25 Jahren und mehr denke.

Ich nehme an, es wird damit deutlich, woran ich bei dem Thema Geldanlage denke: an Risiko, an Ertrag, an Werthaltigkeit im Umfeld einer Krisensituation und an den langfristigen Kapitalerhalt. Die logische Folge ist eine Diversifikation in einem breiten Portfolio, in welches unbedingt

  • Liquidität
  • eine Krisenwährung
  • langfristig produktives Vermögen
  • potentiell beleihungsfähiges Eigenkapital

gehören und zusätzlich eine überregionale Allokation. Auf keinen Fall dürfen Sie nur um den eigenen Heimatort herum investieren. Wenig spricht dafür, dass Deutschland die attraktivste Wirtschaftsregion der nächsten Jahrzehnte ist. Stichworte: Demografie, Bildung, Infrastruktur, Energiewende und Kosten der Eurorettung (oder Auflösung).

Soviel zur Einstimmung.

Hier die Value Creators Studie aus dem Jahr 2000 für Freunde der Nostalgie. Demnächst werde ich alle seit 1999 online stellen.

VALUE CREATION_v9-2000
23 Antworten
  1. Ulrich Köhler says:

    Lieber Dr. Stelter,
    vielen Dank für diesen Artikel und die dahinterstehende Intention.

    Ich habe drei weiterführende Fragen:
    Warum wird das Geld das knappe Gut sein (sowohl unter Deflation als auch Inflation)?
    Und im Bereich der Grundprinzipien der Portfoliostruktur:
    Warum gerade eine Krisenwährung?
    Und was verstehen Sie unter beleihungsfähigem Eigenkapital (Immobilien)?

    Ganz herzliche Grüße

    Ulrich Köhler

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Lieber Herr Köhler,

      vielen Dank für Ihre Nachricht. In einem der künftigen Beiträge werde ich noch detaillierter auf diese Punkte eingehen. Hier nur kurz:

      1. Warum wird das Geld das knappe Gut sein (sowohl unter Deflation als auch Inflation)? ‒ in der Deflation weil jeder sich entschulden möchte, Preise verfallen. NACH der Inflation ‒ sollte sie denn kommen ‒ wird es einen Neustart geben. Dann wird Geld wiederum gesucht sein. Man muss in beiden Szenarien an werthaltiges Geld kommen können.
      2. Warum gerade eine Krisenwährung? Weil ‒ wenn Sie denn eine wirkliche Krise sehen wie Währungsumstellung etc., was ich nicht unbedingt glaube ‒ Sie etwas brauchen, was in der akuten Phase von anderen als werthaltig angenommen wird. Das bezieht sich auf die akute Phase. Können Goldmünzen aber auch Geldscheine einer als solide wahrgenommenen Währung sein.
      3. Was verstehen Sie unter beleihungsfähigem Eigenkapital (Immobilien)? Alles was von Kreditgebern als werthaltige und seriöse Sicherheit anerkannt wird. Kann eine Immonilie sein ‒ die dann natürlich über entsprechendes beleihungsfähiges Kapital verfügen sollte. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass heutige Schulden dann einfach nicht mehr da sind.

      Mehr in den kommenden Monaten.

      Herzlich,

      DSt

      Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Lieber Herr Bryans,

      vielen Dank für Ihre Nachricht und ihre Treue! Ich werde auch zu diesem Thema in den kommenden Wochen/Monaten Stellung nehmen. Die kurze Antwort ist: Ja. Wenn überhaupt, macht es nur physisch Sinn. Aber Gold alleine ist keine Krisenstrategie und ist mehr eine Versicherung, die sich aber lohnt zu haben.

      Danke für Ihre Geduld mit Blick auf die längere Antwort!

      DSt

      Antworten
  2. Dr. Gördes says:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter,

    zur Zeit schwimmen die Märkte in Liquidität.

    Da Notenbanken und Regierungen ein grosses Interesse daran haben, dass das auch so bleibt, vor allem, was die Staatsanleihenmärkte angeht, kann ich nur sehr schwer ein Ende der Liquiditätsschwemme absehen.

    Welches Ereignis oder welcher Mechanismus soll denn die Geldschwemme stoppen? Ein Crash in China o. ähn. wird halt weiteres Helikopter-Money zur Folge haben. 250 Mrd. USD oder vielleicht sogar 500 Mrd. USD pro Monat… wer will das heute schon vorhersagen? Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen, äähhh, Schulden zu monetarisieren.

    Herzliche Grüsse aus der Schweiz

    Antworten
  3. Hansjörg Pfister says:

    Hallo Herr Stelter,
    erstmal herzlichen Dank für Ihe interessanten und kompetenten Artikel.
    Zur „Streuobstwiese“: Als Besitzer einer solchen kann ich nur sagen, dass diese mit Arbeit verbunden ist und sich eigentlich nur für jemand mit Motorsägen – und Sensenerfahrung eignet. Für’s Verpachten bekommt man so gut wie nix.
    Was halten Sie von seltenen Industriemetallen? Rhodium lässt sich leicht beschaffen, Rhenium ist auch interessant, aber man bekommt es nur schwer. Bei solchen Metallen ist außerdem der Spread zwischen An- und Verkauf hoch. Aber als Beimischung zu Gold und Silber könnte sowas doch interessant sein.

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Lieber Herr Pfister,

      vielen Dank dafür, dass Sie mir als echter Fachmann in meiner Skepsis zustimmen!! Was die Metalle betrifft, bin ich kein Fachmann. Ich frage mich nur: Werden diese in jedem Szenario gesucht sein? Wenn alle Werte heute „inflationiert“ sind, trifft dies auch hier zu? Wie lagern? Es muss sicherlich eine physische Position sein, die nennenswerte Größe hat. Dann aber nur in einem entsprechend großen Portfolio. Denke weiter drüber nach.

      LG

      DSt

      Antworten
    • Hartmut G. says:

      Hallo Herr Pfister,
      eine „Streuobstwiese“ ist sicherlich nur dann interessant, wenn man diese günstig bekommt und Spaß an der Sache hat, da pflichte ich auch Ihren Anmerkungen vollkommen zu.
      Ich mag physische (Edel)metalle. Aber es stellt sich natürlich immer die Frage, wer soll Ihnen diese warum wann in welcher Situation abkaufen und/oder in welcher Form? Und stellen Sie sich mal eine richtig üble Situation vor, wie siehts umgekehrt aus, würden Sie in dieser jemanden diese abkaufen bzw. eintauschen gegen was? Persönlich habe ich mich daher bei der Beimischung zu Gold und Silber ausschließlich zu Platin entschieden, absolut fälschungssicher und praktisch hantierbar. (Habe zwar auch etwas Paladium, aber schon seit Jahren nicht mehr zugekauft.)
      mfG HG

      Antworten
      • Hansjörg Pfister says:

        Sie haben völlig Recht. Wenn die Wirtschaft danierliegt braucht und will niemand das Zeug. Aber die Wirtschaft erholt sich irgendwann wieder…
        Der Sinn der Diversifikation ist doch – neben der Risikostreuung – der, dass man immer etwas hat, das gerade „teuer“ ist.
        Bezügl. „Streuobstwiese“: Wie wäre es denn mit Energiepflanzen wie z.B.speziell gezüchteten Pappel – oder Weidehölzern? Da hat man weniger Arbeit damit und nach ein paar Jahren verkauft man das als Brennholz (bzw. als Hackschnitzel).

      • Hartmut G. says:

        Hallo Herr Pfister,
        bzgl. „Streuobstwiese&Co“: viele Leute stellen sich das alles etwas illusorisch vor. Schon mal selber Holz, Kartoffeln oder Marmelade gemacht und verwertet? Da merkt man erstmal wie „billig“ z.B. die Dose Erbsen im Discounter für 0,69€ ist :) Also warum anstelle der Streuobstwiese nicht gleich die Dosen stapeln, macht doch wohl irgendwie mehr Sinn? Bis zum Lebensende vermutlich günstiger :D
        Wie auch bei allen „Anlageformen“ bzw. Diversifikation ist die Frage doch: Was will ich denn überhaupt wirklich? Will ich die Dinge für mich zum persönlichen „Nutzen“ oder als Tauschobjekt (=Liquidität) gegenüber anderen?
        Wenn die Wirtschaft sich wiederholt haben Sie natürlich Recht mit den von Ihnen genannten Metallen. Aber fragen wir doch mal anders: In diesem Fall, warum glauben Sie, werden diese Metalle dann eine vergleichweise höhere (gewonnene?) Kaufkraft als z.B. alte gestapelte Kupfer-(Schrott)metallbestände haben?
        mfG HG

  4. OK says:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter,

    es freut mich, dass der Blog, neben den zum Verständnis hilfreichen Kommentaren, jetzt bald auch ein wenig „Handwerkszeug“ bzw. Hilfe zur Selbsthilfe bieten soll!
    Tipps bekommt man tatsächlich allerorten praktisch zum Nulltarif, aber meistens ist es doch nur die „Sell Side“, die ihre Produkte unters Volk bringen will. Verständlich, aber man darf sich da keinen Illusionen hingeben. Eine echte professionelle Vermögensverwaltung, das wissen Sie als Berater ja am besten, kostet hingegen richtig Geld (mal davon abgesehen, dass man auch das nötige Kapital haben muss, um diese Dienstleistung überhaupt anfragen zu dürfen). Insofern tut guter Rat oder sagen wir Denkanstoß tatsächlich häufig Not! Ich gehe zwar davon aus, dass viele Ihrer Leser bereits überdurchschnittlich in Finanzdingen gebildet sind (hierzu zähle ich mich in aller Bescheidenheit auch), aber der eine oder andere noch zu Unbedarfte bleibt vielleicht auch im Netz hängen!

    Ich bin gespannt, was kommt.

    Viele Grüße

    Antworten
  5. Uwe Isack (Uwe) says:

    Sehr geehter Dr. Stelter.
    als „Hobby“ökonom besuche ich Ihre Seite täglich – auch zu meinem Vergnügen.
    Als ehemaliger Banker freue ich mich auf die Aufklärung, die die Leser erwarten können.
    Dieses Wissen sollte man an Schulen vermitteln.

    Wie auch immer: Vielen Dank für das bisher Geleistete.
    Ich freue mich auf die Steigerung!

    Antworten
  6. Hartmut G. says:

    Hallo Herr Stelter,

    „* langfristig produktives Vermögen“
    „* potentiell beleihungsfähiges Eigenkapital“

    diese beiden Eigenschaften haben bisher in der Geschichte aber immer auch den Staat auf den Plan gerufen: Ja, ein abgezahltes Haus ist „beleihungsfähig“, findet auch der Staat und pappt Ihnen eine Zwangshypothek/Vermögensabgabe drauf, alternativ höhere Grunderwerbssteuern, Erbschaftssteuern, Grundsteuern, Mietpreisbremse, Zwangsbewirtschaftung mit Mülti-Kültis etc…. alles schon in der Praxis dagewesen oder heute schon zu großen Teilen politisch korrekt in der Mache. Und nach oben gibt es auch gesetzlich kein Limit.
    IMHO: Der größte unberechenbare Marktakteur ist die Enteignungs-Interventions-Staatskrake. Bei der BCG haben Sie ja eben gerade diese Punkte beleuchtet: Wie kann die arbeitende Bevölkerung weiter abgezockt werden mit Augenmerk auf „propagandistisch vermittelbar“.
    Und da sich Geschichte bekanntlich nicht wiederholt aber reimt: Vielleicht dieses Mal die Firmen „beleihen“ oder mindestens die Kapitalertragssteuer mit einer saftigen „kleinen Solidaritätsabgabe“ krönen. Das wird auch das debile Stimmvieh freuen: „endlich mal den phösen Kapitalisten und Aktienausbeutern einen reinwürgen“. Derartige Leutz sind uns hier ja bereits auch auf Ihrem Blog begegnet :D

    Zur Liquidität und Anlageform: Welche Anlage hat die höchste Liquidität und hat die geringste bisherige Verbreitung („underowned“)? Bargeld!!! Ist doch schon erstaunlich, die Deutschen besitzen wertmäßig vermutlich sogar weniger Bargeld (<=2000€?), als Gold (100g?3000€)!!!
    mfG HG

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Lieber Herr G.,

      nun, würde nur anmerken, dass ich bei BCG nicht daran gedacht habe, wie man es machen kann, weil es politisch so gewünscht war, sondern eher, weil ich genau Ihre Sicht teile. Man wird es bei denen holen, die noch etwas haben. In einem Interview mit der WiWo im Sommer 2013 (auch hier auf den Seiten, aber ganz am Anfang) habe ich gesagt: „Es wird eine große Koalition der Verlierer geben, die es denen, die etwas retten konnten, schwer machen wird.“ Immer noch besser, als direkt zu verlieren, finde ich …

      LG

      DSt

      Antworten
  7. Times are a -changing says:

    Lieber Herr Stelter,

    Ihr Blog ist ein intellektuelles Vergnuegen fuer mich….vielen Dank, auch an die oftmals hervorragenden Kommentare der Mitforisten.

    Im Rahmen einer Diversifikation halte ich, nachdem so viele Sachwerte so teuer geworden sind, auch eine Streuobstwiese fuer eine gute Sache. Denken Sie daran wie Menschen sich mit frischem, ungespritztem, wohlschmeckendem (alte Obstsorten!) Obst seit Jahrhunderten versorgt haben: im Streuobstguertel um die Ortschaften herum. Frueher hat einfach jede Familie, die es sich irgendwie leisten konnte, eine Streuobstwiese. Das Gold und Silber der Selbstversorgung!

    Ob wir in 50 Jahren noch sogenanntes Bio-Obst aus Uebersee beziehen werden – Gedanke „peak prosperity“? Weiterhin: Informieren Sie sich bitte unter welchen Bedingungen heute in Deutschland/Welt Obst erzeugt wird…Sie werden staunen…da freut man sich auf die eigene Ernte, denn eine Entsprechung zur Massentierhaltung gibt es auch im Obstbau. Glauben Sie nicht dass Bio-Obst nie gespritzt wird. Streuobstwiese: glueckliche Fruechte von gluecklichen Baeumen!

    In unsere Gegend (BW) haben Streuobstwiesen im Preis (seit ca. 12 Monaten) ganz erstaunlich angezogen und sind um den Faktor 5 bis 10 (!) teurer geworden. Das sagt schon etwas.

    Ferner macht es Spass eine Streuobstwiese zu bewirtschaften (kostenloses Fitnessstudio), schafft einen, auch mentalen, Ausgleich zur Arbeit, bewahrt wichtigen Lebensraum fuer seltene Pflanzen und Tiere und lehrt einen vieles ueber den Kreislauf des Lebens und Gottes herrliche Natur.

    Herzliche Gruesse und machen Sie weiter so! Mit Mut in die Zukunft!

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Vielen Dank für diesen Hinweis. Ja, die Preise sind angezogen, wie auch bei Ackerland und Forsten. Es ist aber ein Investment,
      – welches man nur als Beimischung tätige sollte
      – welches keine alleinige Antwort ist
      – welches mehr Erhalt als Mehrung ist und nicht in der Übergangsphase hilft.

      Bleibt es beim Status der Wiese ‒ also kein Bauland etc. ‒ wird es im langfristigen Trend immer den Wert behalten. Das ist sicherlich etwas und ich will das auch nicht leugnen.

      Witzigerweise hat noch niemand geschrieben, Whisky sei die Lösung :-)

      Danke für Ihr Interesse!

      LG

      DSt

      Antworten
  8. Tonio Müller says:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter,

    das negative Zinsumfeld bereitet nicht nur den deutschen Sparer Sorgen. Das halten auch die Banken nicht ewig aus. Erste Artikel dazu gibt es schon in der FAZ (Wann schließt die erste Sparkasse ?) Mich interessiert Ihre Meinung hierzu. Vielen Dank und schöne Grüße

    Tonio Müller

    Antworten
  9. Nana Albert says:

    Hallo Herr Stelter,

    wissen entsprechend Beteiligte eigentlich, wie dieses Gold beispielsweise in Peru gewonnen wird und was dort dafür angerichtet wird??? Vergiftungen von Menschen, Boden und Tieren sind die gruseligen Folgen, damit sich hier Leute vermeintlich sicherer fühlen? Fühlen denn auch die „Glücklichen“ so Etwas wie Verantwortung??? Gruß, Nana Albert

    Antworten
  10. Klaus Samer says:

    Sehr geehrter Dr. Stelter,
    zum Einen ich kann mich nicht, bis auf die Prohibition und da war es auch kein spezielles Whiskyverbot, daran erinnern das der Staat den Besitz von Whisky verboten hätte. Whisky ist
    in Bezug auf die Lagerung nicht so zickig wie Wein und wenn man sich auf limitierte Whiskys beschränkt mag es vielleicht auch in Zukunft den ein oder anderen nur noch Milliadär geben der den kauft.
    In Bezug auf Gold denke ich das der Besitz von Minenaktien bedenkswert aber nicht ganz ungefährlich ist. Meist sind die bis zur Halskrause verschuldet und fördern beim derzeitigen Goldpreis nur knapp über den Kosten. Allerdings gab es auch hier in der Vergangenheit kein Verbot des handelns von Minenaktien und man sie auch an der Börse verkaufen, möglicherweise sind sie dann auch liquider als physisches Gold.
    Ich frage mich warum die Minenbetreiber ihren Energiehunger nicht regenerativ stillen, dann hätten die zumindest dann wenn die Mine leer ist noch etwas was sie verkaufen können, zumindest wenn sie nah an Ballungsgebieten existieren.

    Und was passiert eigentlich mit dem Schweizer Franken wenn plötzlich alle den als sicheren Hafen wähnen ? Die haben ja schon jetzt mit dem Aufwertungsdruck erheblich zu kämpfen.

    Aber vielleicht kommt ja auch alles ganz anders, denn ich wenn die Briten in 2 Monaten Europa den Rücken kehren wird das zu Verwerfungen führen die selbst Merkel und Gabriel nicht mehr aussitzen können. Man darf dann gespannt sein ob das nur eine kurze oder eher eine große
    Delle an den Finanzmärktern verursacht, von Resteuropa das dann aus dem Club Med und Deutschland besteht ganz zu schweigen.

    Antworten

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