Your are not alone ‒ oder: Kapitalismus als Schuldenökonomie

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Sehr interessanter Beitrag im Deutschlandfunk. Kapitalismus wird als Schuldenökonomie erklärt ‒ klar, letztlich entsteht die Dynamik des Systems aus Schulden. Zur Erinnerung noch mal unsere Serie zu dem Thema: Eigentumsökonomik. Dies muss man verstehen, wenn man die Krise verstehen will. Der Beitrag ist etwas tendenziös. Zum einen sind die Ursachen in den USA (politisch geförderte Verschuldung, um Anpassungsdruck der Globalisierung zu lindern) andere als in Europa (deutsche Zinsen für alle dank Euroeinführung). Zum anderen war es die Politik, die versucht hat, durch Schulden ein schönes Leben vorzugaukeln, nicht die vermeintlichen ein Prozent. Diese haben dann davon profitiert. Es lohnt sich, den Beitrag anzuhören, um ein Feeling für die Stimmungen zu bekommen.

Deutschlandfunk: You are not alone, 4. März 2014

2 Antworten
  1. Flow-Texer says:

    „It trickles down“ war ein berühmter Spruch amerikanischer Politiker, als sie begonnen haben neue Steuergesetze zu ersinnen und den neoliberalen Umbau voranzutreiben. Derzeit kann man aus meiner SIcht in der amerikanischen Politik nicht unterscheiden, ob es sich um die 1% oder Politik handelt. Die Anzahl wohlhabender Menschen in der amerikanischen Politik ist dafür ein gutes Maß.

    Aber unabhängig davon sollte man aus der ökonomischen Betrachtung den Schleier des Geldes wegziehen und sich überlegen, wie ein schönes zustandekommt. Ein schönes Leben entsteht, wenn die Menschen Werte schaffen – Häuser bauen, Autos bauen, in Medizin und Pflege beschäftigt usw. Jetzt muss ich leider etwas lakonsich fragen, wie kann man Menschen durch Schulden dieses schöne Leben vorgaukeln? Dieses Leben muss real hart erarbeitet werden von vielen fleißigen Menschen. Wenn man allerdings den realen Werten schaffenden Menschen die Kapitalkosten eines überbordenden Finanzsektors auferlegt und ihnen den wohlverdienten geldlichen Anteil am Volkseinkommen durch Steuern, Abgaben, Inflation, sinkende Reallöhne etc. wieder abnimmt und ihnen zum Ausgleich dafür Kredit (in den USA Plastikgeld) gibt, dann müssen sie natürlich immer tiefer in die Verschuldung geraten, um sich die Dinge zu leisten, die sie selber herstellen. Ist die Grenze der Verschuldung der Gesellschaft durch fehlendes beleihfähiges Eigentum erreicht, muss der Staat eingreifen und das zukünftige Volkseinkommen beleihen. Die dafür fälligen Zinsen werden wiederum den Arbeitnehmern als Kosten aufgedrückt bzw. ihre Wohlfahrt wird noch weiter beschnitten. Diese Entwicklung können wir im Moment nur zu gut beobachten.

    Im Übrigen empfehle ich das Lesen folgender Lektüre, indem ein heute leider nicht mehr so bekannter Ökonom von über 100 Jahren mit einer 50köpfigen Arbeitsgruppe die Auswirkungen einer entfesselten Schuldenökonomie auf verschiedene Völker untersucht hat. Beim Lesen wird einem klar, was passiert, wenn wir keine tragfähige politische Lösung finden. Unser derzeitiges Phänomen ist nicht neu, alles was gesellschaftlich passiert gab es schon einmal in ähnlichen Formen.

    http://www.vergessene-buecher.de/system.html#anfang

    Am Ende eines übertriebenden Individualismus verlieren immer alle, da das Erfolgsmodell der Menschheit nicht nur im Individualismus sondern auch im Kollektivismus zu finden ist. Die Ausbalancierung dieser beiden Extremformen zur Weiterentwicklung der Gesellschaft ist die einzige Herausforderung, der sich die Politik zu stellen hat.

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  2. thewisemansfear says:

    Flow-Texer hat vollkommen recht. In den USA sind der Großteil der Kongressabgeordneten selbst Millionäre. Politik wird also längst von den TopX% für die Spitze gemacht. Zum Thema trickle-down-economics sprechen Bilder mehr als tausend Worte: http://rwer.wordpress.com/2014/03/03/trickle-down-economics-total-horseshit-2/

    Und hier gibt es eine Übersicht, wie die „Eliten“ strukturiert sind. http://www.uni-muenster.de/PeaCon/global-texte/g-a/05-krys-powerstructure.htm

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