Wie man den Immobilien­markt refor­mieren könnte

Es ist ja nicht so, dass die deutsche Diskussion zum Thema Wohnen und Immobilien einzigartig ist. Sicherlich liegt bei uns die Betonung mehr auf dem Thema „Mieten“ und weniger auf dem Aspekt der Kaufpreise, was leider wieder unterstreicht, weshalb wir es mit der Vermögensbildung nicht so haben.

Die FINANCIAL TIMES (FT) diskutiert, was getan werden muss, um den Immobilienmarkt zu entspannen und vor allem den Jüngeren den Zugang zu erleichtern. Viele der Anregungen würden auch auf Deutschland zutreffen:

  • „(…) for many young people, across many countries, a home has become unaffordable and renting is insecure, expensive, or both — especially in places where the good jobs they want are most plentiful. Those who bought homes long ago have enjoyed the benefits of tax-free appreciation, a tax-free implicit rental income and, in the case of the UK, freedom from capital gains tax too.“ – bto: Das ist auch in Deutschland so. In der Schweiz beispielsweise zählt der Eigenmietwert zum Einkommen. Dafür dürfen allerdings auch die Finanzierungskosten abgesetzt werden.
  • „(…) unless they enjoy support from the ‘bank of mum and dad’ or are exceptionally well paid, many in the younger generation are stuck as “generation rent”. This is one of several intergenerational inequities that mar today’s high-income societies. Others are job insecurity, mountains of student debt, insecure pensions, inequities in public spending and, above all, climate change. The Financial Times believes it is now time for policymakers to offer a new deal to the young.” – bto: Auch da gehe ich mit, wobei ich betonen möchte, dass diese Themen in Deutschland nicht so akut sind wie in UK/USA. Denn die Verschuldung für die Ausbildung ist nicht so ein Thema. Was den Klimawandel betrifft, sehe ich das anders, weil es eben über Innovation gehen muss und wird (egal wie rückwärtsgewandt Deutschland sich da nun aufstellt). Die öffentlichen Ausgaben sind sicherlich falsch in Deutschland, wie ausführlich in “Ein Traum von einem Land” und in diesem Blog wiederholt diskutiert.
  • „To take the UK as a case study, the purchase of a home has become exceptionally expensive by historical standards relative to earnings, especially in London. The proportion of people in England aged 35 to 44 in private rentals jumped from 9 to 28 per cent between 1997 and 2017. While average housing completions were 325,000 a year from 1950 to 1970 inclusive, moreover, this fell to just over 180,000 from 1990 to 2019. There has been a sharp decline, too, in the supply of social housing. Much of the stock was sold off under the ‘right to buy’, while new building fell dramatically.“ – bto: Das ist eine Beschreibung, die auch auf Deutschland passt. Gerade auch durch die massive Zuwanderung kommt es in breiten Marktsegmenten zu entsprechender Knappheit.
  • „The high house prices are in part due to the long-term decline in real interest rates. But the solution cannot be to push up interest rates artificially, in order to generate a collapse in house prices, regardless of the costs in terms of unemployment and output.“ – bto: Das ist natürlich nur ein Teil der Geschichte. Es liegt vor allem auch an der immer höheren Kreditvergabe für Immobilien, die beliebig vermehrbares Geld ein knappes Gute jagen lässt.  
  • „Taxation of property is incoherent, notably in the UK: the regressive burden of council tax is proportionately much higher for owners of cheaper properties than more expensive ones. Moreover, valuations have not been updated for England since 1991. Reform is urgent: this should consist of a tax proportional to the property value, regularly updated valuations and the capitalisation of the tax for elderly residents, with the balance paid out of the estate.“ – bto: Wir haben eine Grundsteuerreform, die entsprechend die Belastung ändern wird. Es ist ja eine Vermögenssteuer, die übrigens, als die Vermögenssteuer wegfiel, erhöht wurde. Wird immer gerne vergessen.
  • „Yet the most crucial issue is the inadequate growth in supply, including of affordable housing. To tackle this, governments, especially local authorities, need to be able to acquire land for development at the value determined by existing planning consents. Local authorities should also gain the bulk of the uplift in value derived from changes to those consents. This would give them an incentive to promote development while benefiting existing residents.“ – bto: Das geht in die Richtung einer Bodenwertsteuer und es ist nachvollziehbar, dass ein Teil der Wertsteigerung, der sich aufgrund von rechtlichen Rahmensetzungen ergibt, der Allgemeinheit und nicht dem glücklichen Eigentümer zufällt.  
  • „There is a strong general case for taxing land values, rather than buildings. But this will be a particularly important incentive in the case of land with unused planning consents. Nothing could encourage development more powerfully than such a tax.“ – bto: Die Alternative wäre, die Eigenkapitalanforderungen zu erhöhen, weil das den Druck auf die Eigentümer erhöht, das Grundstück einem produktiven Zweck zuzuführen. Was man aber nicht machen darf – was allerdings im Zuge von Erbverfahren in Deutschland passiert – ist, die Werte von unbebauten Grundstücken für bebaute anzusetzen, wenn diese Bauten nicht eine angemessene Ertragskraft ausweisen.
  • „A significant part of the new financial resources available to local authorities should also be used to build affordable housing for less well-paid people. (…) Finally, the private rental sector is going to remain an important form of tenure. But long-term tenants need greater security: standard rental contracts should be extended to three years.“ – bto: ein Problem, das wir in Deutschland nicht kennen, das allerdings zum Preis einer Dämpfung des Angebots.
  • „(…) in many countries, notably including the UK, greater supply is essential, especially in the most economically dynamic conurbations. This will take some radical policy changes. It is time to embrace them.“ – bto: Komischerweise spielt das in Berlin gar keine Rolle. Alles soll bleiben, wie es ist – trotz der Zuwanderung. 

ft.com (Anmeldung erforderlich): „A new deal for the young: how to fix the housing crisis“, 28. April 2021

Kommentare (43) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Carsten Pabst
    Carsten Pabst sagte:

    Those who bought homes long ago have enjoyed the benefits of tax-free appreciation….
    Es soll auch noch welche geben, die nicht nur ein Haus gekauft haben, sondern es auch mit eigenen Händen gebaut haben. Das sage ich jetzt nicht nur als Maurermeister, der sein Haus selbst gebaut hat.
    Gerade auf dem Land ist es in der Regel üblich, dass man sich hilft. Und so ein Haus baut sich nicht in 3 Tagen. Das ist sehr entbehrungsreich und dauert oftmals von der Gründung bis zur Gartengestaltung mehrere Jahre. Da ist der Urlaub auf Jahre verplant. Warum sollte es dann auch nicht weiterhin nach 10 Jahren steuerfrei zu verkaufen sein? Die Eigenleistung wird ja auch nicht gegengerechnet bei einer evtl. Besteuerung. Worauf ich hinaus will:
    Es werden bei evtl. zukünftigen Abgaben wieder einmal Menschen rasiert und belastet, die Mehrwert für die Gesellschaft liefern, gerade im ländlichen Raum. Mehrwert inwiefern: Es werden Straßen und Gehwege sauber gehalten, man hilft sich gegenseitig, die Gemeinschaft ist intakt und der gelbe Sack, der sich nächtigens beim Sturm bewegt hat, kommt wieder an seinen angestammten Platz. Auch werden die älteren Nachbarn mal zum Arzt gefahren. Es wird Gemeinschaft gelebt.
    Frau Finke- Röpke hat das sehr schön dargestellt. Das Problem sind die Schwarmstädte und Metropolen. Dort gehen die Preise durch die Decke. Aus den bekannten Gründen. Was interessiert mich das (natürlich wird es mich bei Regulierung betreffen)??? Jage ich andauernd neue Normen durchs Dorf, verschärfe die ENEV, habe den sozialen Wohnungsbau vernachlässigt, verdichte nicht nach, hole mir 1,5 Millionen neue Mieter ins Land…
    Eine Reise entlang der Loire wäre für unsere Volksvertreter mal interessant. Oder einen Abstecher in die Toskana, Andalusien oder an die Algarve. Da sehen sie Vorort, wie Klimaschutz aussieht. Polystyrol sehen sie da selten.
    Gut, Italien macht jetzt was gegen den Klimawandel:
    https://www.pv-magazine.de/2020/05/22/italiens-hausbesitzer-koennen-jetzt-kostenlos-photovoltaik-anlagen-installieren/
    Next Generation sei Dank. Gäbe es die EU nicht, man müsste sie erfinden.
    Und zum Abschluß (ich bin etwas in Rage, nur ein kleinwenig) noch etwas aus meiner Praxis. Als Ortsgerichtsschöffe schätzen wir Häuser. Immer wieder interessant, das Pläne von Gebäuden aus dem letzten Jahrhundert mit ca. 30- 40 Seiten auskommen. Da ist alles drin, Lageplan, Geschoßpläne, Statik. Fertig.
    Heute haben sie Pläne, da ist allein die Statik so dick wie der Neckermannkatalog. Wir hatten bei den Bauzeichnern bei der letzten PAL-Prüfung eine Bodenplatte die 30 cm !! dick war. Für einen Wintergarten!! Da war mehr Stahl in dieser kleinen Bodenplatte verbaut, als bei mir im ganzen Haus. Und da fangen schon die Probleme an. Personen mit Abi, eventuell 3 Wochen den Schubkarren auf einer Baustelle von A nach B bewegt, studiert und dann mit den heutigen Softwareprogrammen auf die Menschheit losgelassen. Ich hatte mal einen jungen Statiker, der von mir wissen wollte, welche Matte ich da gerade verlege. Habe es ihm dann erklärt. Man ist ja hilfsbereit.
    Freundliche Grüße
    Carsten Pabst

    Antworten
    • Thomas M.
      Thomas M. sagte:

      @Hr. Pabst: Bei >100% Steuererleichterung und 110% Öko-Bonus ist mein Kopf-Taschenrechner abgestürzt.

      Verstehe ich das richtig: Ich pack mir Solaranlagen aufs Dach, bezahle nichts und bekomme 10% vom Installationswert geschenkt?

      Der Unsinn der 30cm-Bodenplatte ist leider in der Wirkung bei mir verpufft, weil ich keine Ahnung hab, was sinnvoll wäre. Hätte jetzt auf 10cm getippt. Vielleicht auch 8cm. Nicht zu dünn und nicht zu dick – siehe unten (Inflationszahlen).

      :-)

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Thomas M.

        Ich sag es Ihnen doch schon lange, die Italiener zocken uns Deusche gerade richtig ab.

        “Verstehe ich das richtig: Ich pack mir Solaranlagen aufs Dach, bezahle nichts und bekomme 10% vom Installationswert geschenkt?”

        Genauso ist es. Auf unnachahmliche italienische Art nennen die das den “110% Superbonus”, was auch eine Spielmechanik in einer von Silvio Berlusconi moderierten Erotik-Spielshow sein könnte. Die Erdbeere bringt übrigens 2000 Länderpunkte…

        Dank unserer ehemals bergdeutschen Volksgenossen in Südtriol gibt es eine detaillierte Erklärung, wie das funktioniert, auch auf Deutsch – von der Südtiroler Sparkasse:

        “Was ist der Superbonus?

        Der Superbonus ermöglicht einen Steuerabzug von 110%, der über einen Zeitraum von 5 Jahren für spezifische Maßnahmen im Bereich Energieeffizienz und Erdbebensicherheit beansprucht werden kann.

        (…)

        So profitieren Sie vom Superbonus

        Sie haben drei Optionen zur Auswahl:

        (1.) Abzug des Steuerguthabens direkt über die Steuererklärung in einem Zeitraum von 5 Jahren;
        (2.) Abtretung der Steuergutschrift an Dritte, einschließlich Banken, wie die Sparkasse;
        (3.) Rechnungsrabatt von Seiten des Betriebes, welcher die den Superbonus betreffenden Arbeiten ausführt, von bis zu 100% des Betrages der Maßnahmen einschließlich Mehrwertssteuer. In diesem Fall ist es der ausführende Betrieb, der das Steuerguthaben direkt in einem Zeitraum von 5 Jahren nutzen oder es an Dritte, einschließlich Banken wie die Sparkasse, abtreten kann.”

        https://www.sparkasse.it/de/prodotti/kredite-und-darlehen/superbonus/

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Ott: Tja, die Italiener könne dann nicht nur Fußball besser, sondern auch besser Euro… Chapeau.

        Bei so ‘nem Superbonus für E-Mobility würde ich mir glatt ‘ne E-Tanke und E-Auto vor die Firma stellen. Mit so einem Superbonus profitieren dann Umwelt, Autohersteller, Energieversorger und nicht zu letzt ich super-toll. Und die Wirtschaft wird auch angeschoben. Ist doch super-easy und kostet nix, oder? :>

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Thomas M.

        “Bei so ‘nem Superbonus für E-Mobility würde ich mir glatt ‘ne E-Tanke und E-Auto vor die Firma stellen.”

        Meinen Sie in Deutschland? Für sowas haben wir nun wirklich keinen finanziellen Spielraum im Budget. ;)

        “Ist doch super-easy und kostet nix, oder?”

        Die Italiener kostet es in der Tat nichts, dank EU-Corona-“Wiederaufbau”-Fonds…

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Ich sag es Ihnen doch schon lange, die Italiener zocken uns Deusche gerade richtig ab.>

        Nicht schon wieder auf den ach so reichen Italienern herumhacken, das Spiel geht anders:

        Die EU überweist Italien ca. EUR 200 Mrd. (ein wenig davon auch von uns deutschen Steuerzahlern, aber viel mehr von Vermögenden, die gierig auf Minizinsen sind).

        Durch diese Injektion in die Staatskasse kann sich die italienische Regierung erlauben, auf Steuereinnahmen zu verzichten.

        Das tut sie bei Leuten, die etwas für die Wirtschaft tun – zeitgemäß vorbildlich für einen geringeren Energieverbrauch ihrer Immobilien investieren.

        Das generiert Einkommen bei Handwerksunternehmen und ihren Beschäftigten.

        Die können dann einen VW und vielleicht auch einen Daimler oder BMW kaufen.

        Kurzum:

        Der italienische Superbonus wird ausgereicht, damit deutsche Malocher und Billiglöhner in der Automobilindustrie und anderen Branchen das Letzte aus sich herausholen können, um auf Capri oder anderswo die Sonne untergehen zu sehen.

        Einfach etwas mehr SYSTEMDENKEN, das beruhigt ungemein und macht Sie gelassener ;-)

        Und keine Bange:

        Das Spiel ist irgendwann aus.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Ich sehe schon, Sie sind heute besonders provokant aufgelegt.

        “Einfach etwas mehr SYSTEMDENKEN, das beruhigt ungemein und macht Sie gelassener ;-)”

        Mein systemisch gedachter Alternativvorschlag:

        Deutschland behält die 70 Milliarden Euro Nettotransfervolumen anstatt sie nach Italien abfließen zu lassen, und dafür kauft die Regierung direkt vom Daimler und von BMW schöne Autos.

        Die werden dann unter den deutschen Staatsbürgern verlost, alternativ können wir auch einen großen Malwettbewerb (Themenvorschlag: “Mein schönstes Corona-Ferienerlebnis”) veranstalten und die Autos als Preise ausloben.

        So hat die Autoindustrie viel Nachfrage und wir behalten die 70 Milliarden komplett im Land, anstatt dass nur der Gewinnanteil der italienischen Handwerker als Nachfrage zu uns zurückfließt.

        (Falls Herr Fratzscher oder Frau Baerbock mitlesen: Ohne Quellenangabe dürfen Sie sich den Vorschlag nicht zueigen machen oder gar in Ihr nächstes Buch reinkopieren. Das war meine Idee!)

      • Marco Jaggi
        Marco Jaggi sagte:

        Herr Ott, am besten, Sie schreiben gleich selber ein Buch. Spannende Themen und lustige Anekdoten hätten Sie wohl zur Genüge. ICH würde es kaufen. Versprochen ;-)

      • Carsten Pabst
        Carsten Pabst sagte:

        Hallo Thomas M.
        ist doch noch erfreulich, das es Menschen wie Sie mit gesundem Menschenverstand gibt. Gut getippt. Zwischen 12 und 15 cm hält für die Ewigkeit, gerade für einen profanen Wintergarten. Und ist auch bedeutend besser für das Klima.
        Aber auch da gibt es Abhilfe:

        https://www.heise.de/hintergrund/Japanischer-Baukonzern-entwickelt-nachhaltigen-Stahlbeton-5063923.html

        Und das zeigt mal wieder die Innovationskraft von Menschen. Es werden Lösungen entwickelt. Das ist für mich ein Beispiel für Unternehmertum und Technologieoffenheit. Und keine dogmatischen Vorgaben vom Zentralkomitee wie bei uns. Bambusbecher gibt es ja schon, da werden wir den bösen Beton auch noch irgendwie aus diesem nachwachsenden Rohstoff ersetzen.
        Aber ich will mich nicht aufregen am frühen Morgen. Insbesondere nicht über die abgezockten Italiener. Herr Ott hat das ja schon ausführlich (Danke für den Link!) beschrieben. Recht haben unsere südländischen Nachbarn. Gehören ja immer zwei zu solch einer Partie. Der Zockende und derjenige, der sich gern abzocken lässt.
        In diesm Sinne einen guten Start in den Tag
        Carsten Pabst

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Pabst: Danke für die Auflösung :)

        Interessanter Hinweis zu den Betonproduktionsmethoden. Während eine kleine, aber sehr laute Minderheit in CO2-Produktions-Verboten den einzigen Ausweg sieht, sehen andere zwei nützliche Atome, mit denen man noch was schlaues in einem Produktionsprozess anstellen kann.

        Kreativität ohne Grenzen: Mittlerweile arbeiten Finnen und Japaner sogar an Sperrholz-Satelliten, weil die weniger schrottig als die Metall-Satelliten sind. Sachen gibt’s…

    • T.W.
      T.W. sagte:

      “Those who bought homes long ago have enjoyed the benefits of tax-free appreciation….”

      Dazu: das ist ein relativer Vorteil. Wenn man sein Haus mit einem Profit und ohne Steuerlast verkauft – toll. Nur ist man danach als Käufer in dem gleichen Markt mit dem gleichen Preisniveau gefangen, in dem man vorher Verkäufer war.

      Das ist also nur ein Vorteil, wenn man einen echten Exit aus einem Immobilienmarkt mit einem hohen Niveau macht, um in einem anderen Markt mit niedrigen Niveau eine neue Immobilie zu kaufen.

      Alles unter der Annahme argumentiert, dass es um eine Immobilie der primären Eigennutzung geht.

      Antworten
  2. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >„Yet the most crucial issue is the inadequate growth in supply, including of affordable housing.>

    Das sehe ich anders.

    Das Problem ist die PUNKTUELL zu hohe NACHFRAGE nach Wohnraum.

    Siehe @ Susanne Finke-Röpke, 10:14m:

    >die meisten Gegenden in Deutschland haben kein echtes Mietpreisproblem…Die Probleme bestehen nur in Metropolen und Schwarmstädten = größeren Hochschulstandorten. Die bekannten Klassiker: München, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, auch Hamburg inkl. Speckgürtel.>

    So ist das eben:

    Studieren, gehobene Dienstleistungen in Anspruch nehmen und auf einen interessanten Job mit guter Bezahlung nicht verzichten wollend.

    Fehlt nur noch günstiges Wohnen, damit man dreimal im Jahr in den Exotenurlaub fliegen kann.

    Vielleicht mal die Ansprüche ins Lot bringen?

    Nicht ich, das sollen mal die anderen tun.

    So geht Spaltung der Gesellschaft.

    Die Entwicklung hat m. A. n. bereits ein so starkes Momentum, dass die Politik nur noch hilflos hinterher laufen kann.

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Dietmar Tischer

      “So geht Spaltung der Gesellschaft.”

      “Spaltung” und Umverteilung ist der Zukunftstrend. Ob in der Gesellschaft oder der EU….

      Als “böses Beispiel” das gestrige Inserat von Orban…und wie die Medien darauf reagieren…

      https://www.moment.at/story/viktor-orbans-propaganda-inserat-fuer-presse-und-bild-kein-problem-andere-medien-taten-das

      Hier noch der “populistische Spaltkeil” :
      https://image.kurier.at/images/cfs_616w/6169939/orbi.jpg

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @weico

        Man beachte das allgegenwärtige Framing. Wenn die ungarische Regierung eine Anzeige schaltet, dann ist das “polemische, rechtspopulistische Propaganda”. Wenn die deutsche Regierung das gleiche tut, dann sind das selbstverständlich “Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit” im Kampf gegen “Fake News” und “Verschwörungstheorien”. Und weil sich immer wieder ändert, was gerade als “Verschwörungstheorie” gilt (Haben Masken einen Nutzen? Wo kommt das Virus her?) kann man immer wieder neue Anzeigen schalten. ;)

        https://www.n-tv.de/politik/Spahns-Ministerium-sprengt-Werbeetat-article21917896.html

        Die angebliche “Wertegemeinschaft” EU ist schon so weit degeneriert, dass wir zu einer inhaltlichen Diskussion der ungarischen Vorschläge gar nicht mehr kommen werden.

        Das wird enden, wie sozialistische Systeme immer enden.

    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      „Wie man den Immobilienmarkt reformieren könnte“.
      Warum sollte „man“ überhaupt darüber nachdenken. Wir haben doch einen so schönen Wohnungsmarkt. Wenig teure Wohnungen in Superlagen in der Stadt, viele billige Wohnungen auf dem Lande. Für jeden etwas.

      Reform? Ach, jetzt verstehe ich: viele billige Wohnungen in Superlagen in der Stadt. Dann muss eben in die Höhe gebaut werden. Auf 750 Höhenmeter bringt man viele Wohnungen unter. Unten die teuren, oben die billigen, damit’s gerecht zu geht und gegen die Spaltung. Wenn es nicht reicht, dann wird eben lang gebaut, 7,4 Kilometer rings um die Alster, beispielsweise. Tolle Lage, direkt am Wasser mit Fernblick , jede Menge billige Wohnungen – selbstverständlich in Holzbauweise. Hübsch begrünt bis auf 365 Meter.

      Viel Gestaltungsspielraum für Politiker, der Anfang ist gemacht in Spitzenlage:
      https://www.bz-berlin.de/berlin/marzahn-hellersdorf/die-platte-kommt-zurueck-hier-entstehen-3-mega-wohntuerme

      Antworten
  3. Gnomae
    Gnomae sagte:

    Eine Reform des Immobilienmarktes muss sicherlich in stadtnahen Gemeinden stattfinden (“conurbation”). Ob es gelingt, dürfte in Deutschland, wie üblich, behindert werden.

    Die Gemeinden dürften zwar hochwertige Wohnflächen ausweisen, vollziehen dies aber nicht, aus verschiedenen Gründen von Neid bis Unfähigkeit, dies zu erkennen.
    Die Nachverdichtung und der Dachgeschoßausbau werden behindert mit stumpfsinnigen Argumenten, sowohl auf Kreis- als auch auf Kommunalebene.
    Hässliche Gebäude stehen unter Denkmalschutz, obwohl 08/15-Bauten.
    In Deutschland fehlt eine reine Hypothekenbank, die diesen Namen auch verdient und die sich entsprechend entweder staatlich garantiert oder über die EZB günstig refinanzieren kann.

    Ich gebe Frau Susanne Finke-Röpke uneingeschränkt recht, wenn sie feststellt, dass die derzeitige demokratische Mehrheit an einer anderen, zukunftsweisenden Lösung nicht interessiert ist.

    Antworten
  4. troodon
    troodon sagte:

    OT:
    “Today at 13:00 CET, we will announce the results of the strategy review we launched in January 2020.

    At 14:30 CET, President Christine Lagarde and Vice-President Luis de Guindos will explain the outcome and answer questions from journalists in a press conference.”
    https://www.ecb.europa.eu/home/html/index.en.html

    Weg von “unter,aber nahe 2% hin zu 2% Inflationsziel”…

    Klappt nur mit der bestehenden Geldpolitik nicht…

    Antworten
    • troodon
      troodon sagte:

      Nun also tatsächlich “echt” symmetrische Inflationsziel mit 2%:

      “The Governing Council considers that price stability is best maintained by aiming for two per cent inflation over the medium term. The Governing Council’s commitment to this target is symmetric. Symmetry means that the Governing Council considers negative and positive deviations from this target as equally undesirable. The two per cent inflation target provides a clear anchor for inflation expectations, which is essential for maintaining price stability.”
      https://www.ecb.europa.eu/home/search/review/html/ecb.strategyreview_monpol_strategy_statement.en.html

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Danke.

        Dieses Statement der EZB enthält ALLES, was eine Geldpolitik braucht, damit sie KOMMUNIKATIV flexibel VERKAUFT werden kann:

        – Es präsentiert die EZB als BESTIMMT und ZIELORIENITIERT mit „two percent inflation“

        – Es lässt ihr genügend UNBESTIMMTHEIT mit „over the medium term“, um opportunistisch handeln zu können

        – Es suggeriert UNVOREINGENOMMENHEIT mit “Symmetry means that the Governing Council considers negative and positive deviations from this target as equally undesirable.”

        – Es behauptet WIRKSAMKEIT mit “The two per cent inflation target provides a clear anchor for inflation expectations”

        – Es blendet die DETERMINANTEN für Inflation aus mit „is essential for maintaining price stability.”

        Fazit:

        Hochprofessionelles BEKENNTNIS zu Beliebigkeit.

        Damit kann die EZB auf Sicht TÄUCHSCHEN, aber auch für sie kommt der Tag, an dem sie Farbe bekennen MUSS.

        Die Märkte werden die Inflationsentwicklung nicht aus den Augen verlieren, nur weil die EZB ihnen erzählt, dass sie die Inflationserwartungen verankert habe.

        Talk does not stop reality.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @troodon und Herr Tischer:

        Da fühlt man sich doch schon gleich planungssicherer ;) Bei soviel Kommunikationspsychologie hätte die EZB besser zusätzlich noch mit Nachkommastellen gearbeitet.

        symmetrische Inflationsziel: 2,017%

        Das wirkt wissenschaftlich berechnet, präzise und damit noch glaubwürdiger.

        Gibt’s eigentlich irgendwelche Analysen, wieso gerade 2% perfekt ist? Ich hatte mal recherchiert, aber auf die Schnelle damals nicht Substantielles gefunden.

      • troodon
        troodon sagte:

        @Thomas M.
        “Gibt’s eigentlich irgendwelche Analysen, wieso gerade 2% perfekt ist?”

        Lagarde: Wenn sie das nochmal fragen, gehen wir auf 2,5%. Denn wir haben doch auch kein Wissen und richten uns immer zeitverzögert nach der FED und RBNZ. :)

        Analysen, keine Ahnung. Da stehen dann bestimmt komplizierte Formeln drin, die man als Normalo nicht versteht und auch nicht verstehen muss, weil die sowieso mit der Realität nicht im Einklang stehen ;)

        Bleiben die üblichen Aussagen mit dem notwendigen Abstand zu 0%, um noch genügend Spielraum für die Wirkung von Zinssenkungen zu haben, den Unsicherheiten der Messung und das eine Deflation von 2% mehr Schaden anrichten würde als eine Preissteigerung von 2%.
        Aber warum jetzt genau 2% und nicht z.B. 1,75% oder 2,25%, keine Ahnung. Die anderen machen es halt auch… DAS muss reichen. ;)
        https://www.stlouisfed.org/open-vault/2019/january/fed-inflation-target-2-percent

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon, @ Thomas M.

        >Gibt’s eigentlich irgendwelche Analysen, wieso gerade 2% perfekt ist?>

        Meine als Amateur in diesen Dingen:

        Die EZB hatte bisher ein Inflationsziel von „unter, aber nahe 2%“.

        Dies war bereits mit der „Verankerung“ von Inflationserwartungen behaftet.

        Wenn das Verankerungsdogma nicht unglaubwürdige werden soll, darf man sich nicht plötzlich zu weit davon entfernen.

        Deshalb:

        Die „2“ beim Prozentzeichen muss erhalten bleiben.

        Aber die GARNIERUNG muss sich natürlich schon ändern, wenn man FLEXIBEL sein will angesichts der unangenehmen Sachverhalte, die mit Blick auf die Inflation zu erwarten sind.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @trodoon und Hr. Tischer: Dann scheint es schlicht internationaler Common Sense zu sein, dass 2% Inflation eine runde Sache ist. Aus dem Fred-Link: “See Bullard’s presentation from Sept. 12, 2018. In that presentation, he also noted that 2 percent became an international standard in the inflation targeting era that began in the 1990s.”

        2% sind dann quasi eine verträgliche Preis-Beschleunigung, bei der einem noch nicht bang wird, die aber gut steigt. (Hab mir gerade mal 1%, 2% und 3% auf 100 Jahre als Liniendiagramm in Excel gebaut.) Dann gebe ich mich auch damit zufrieden.

        Akte geschlossen. Danke :)

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        Ich glaube, hinter den “2%” steckt reine Psychologie. “1%” klingt zu popelig und fast nach nichts und “3%” ist schon wieder irgendwie “viel”. Zumindest gilt das in unserem Dezimalsystem, wenn wir mit dem Binärsystem oder dem Hexadezimalsystem rechnen würden, hätten wir möglicherweise ganz andere Inflationsziele.

        Dazu eine hübsche Anekdote. In der Finanzkrise 2008 hat die Zeitschrift Forbes beim US-Finanzministerium angefragt, wieso die US-Regierung ein “Rettungspaket” in Höhe von ausgerechnet 700 Milliarden US-Dollar für den Bankensektor aufgelegt hat.

        Die Antwort aus dem Finanzministerium war:

        “It’s not based on any particular data point. We just wanted to choose a really large number.”

        https://www.forbes.com/2008/09/23/bailout-paulson-congress-biz-beltway-cx_jz_bw_0923bailout.html?sh=400010f45fb3

        So geht Zahlenmystik. Es gibt ja auch 7 Wochentage, 7 Weltwunder, 7 Tugenden, 7 Todsünden, 7 Plagen, das verflixte 7. Jahr, Bücher mit 7 Siegeln und “Über 7 Brücken musst du gehen”…

      • troodon
        troodon sagte:

        @ Thomas M
        Noch ein letzter Hinweis zum Thema 2%:
        ” An inflation target of two per cent balances a range of considerations. Simulation analysis shows that an inflation target of two per cent has good properties in terms of stabilising the average level of inflation over the long run at the target, keeping the variance of inflation contained and limiting the frequency of hitting the lower bound.”
        Simulation analysis ist das Zauberwort :)
        https://www.ecb.europa.eu/home/search/review/html/ecb.strategyreview_monpol_strategy_overview.en.html

        Habe zudem festgestellt, dass wir beide u.a. das Thema, woher die 2% kommen, hier im Blog bereits im April 2019 hatten. :))
        Wie die Zeit vergeht… :(

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @troodon

        Hoffentlich sind diese “Simulationen” zuverlässiger als die Modellrechnungen zur Ausbreitung der diversen Corona-Mutanten.

        Obwohl, politisch nützlich sind sie ebenso, und sogar für die gleichen gesellschaftlichen Gruppen…

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @troodon: Ich konnte mich noch vage dran erinnern und auch an das fehlende Fazit. Hätte aber auf Mitte-Ende 2020 getippt :> Aber nun können wir das Thema beruhigt schließen.

        Woher die 2% kommen?
        “Da hat man sich so implizit drauf geeinigt und ein paar Data Scientists haben dazu auch einmal simuliert und meinten sei ganz gut. Außerdem können wir jetzt schlecht was anderes sagen, nachdem wir immer von 2% gesprochen haben.”

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Richard Ott

      In normalen oder als normal begriffenen Zeiten MUSS auf KONTINUITÄT geachtet werden, damit die Pferde nicht scheu werden.

      In wirklichen KRISENZEITEN ist NICHTS normal.

      Auch die Entscheider sind es nicht.

      Sie müssen Stärke und Handlungsvermögen demonstrieren und den großen Knüppel rausholen, um den Leuten zu zeigen, dass sie die Dinge noch im Griff haben.

      Das alles hat nichts mit Zahlenmystik zu tun, sondern durchweg etwas mit Panik und dem Erhalt von Vertrauen, soweit es noch vorhanden ist.

      Falsch?

      Nein.

      Denn offensichtlich haben die Rettungspakete der letzten Jahrzehnte
      immer gewirkt, so auch 2008.

      Nicht, dass sich dadurch die Lage verbessert hätte, aber aus Krisen wurden auch keine Katastrophen.

      Warum soll man das nicht Erfolg nennen dürfen?

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “In normalen oder als normal begriffenen Zeiten MUSS auf KONTINUITÄT geachtet werden, damit die Pferde nicht scheu werden. ”

        Jaja, mitten im Fluß darf man nicht die Pferde wechseln, und so weiter, blablabla.

        Jetzt klingen Sie ja doch wieder wie ein Wahlkämpfer für diejenige Partei, die angeblich doch gar nicht Ihre Lieblingspartei ist. ;)

        “Das alles hat nichts mit Zahlenmystik zu tun, sondern durchweg etwas mit Panik und dem Erhalt von Vertrauen, soweit es noch vorhanden ist. ”

        Was Sie “Erhalt von Vertrauen” nennen, nenne ich “die denken sich irgendeine Zahl raus, die gut klingt, um Leute zu beeindrucken”. Das hat deutlich mehr mit “Mystik” zu tun als mit “die Dinge im Griff haben”.

        “Warum soll man das nicht Erfolg nennen dürfen?”

        Ich nenne sich nicht “Erfolg”, weil die angebliche “Rettung” in Wirklichkeit eine Insolvenzverschleppung war und zu inakzeptabel hohen Kosten und mit inakzeptabel schweren Nebenwirkungen (“moral hazard”, und so weiter) von statten ging. Und ich bin noch jung genug, dass ich diese Kosten und die Schäden irgendwann in meinem Leben mit tragen werden muss. Mir haben diese angelichen “Rettungspakete” überhaupt nichts gebracht.

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ tischer 08.2021 19:45
        >>Denn offensichtlich haben die Rettungspakete der letzten Jahrzehnte
        immer gewirkt, so auch 2008.<<

        NEIN, haben sie nicht!
        wenn ein medikament heilt, dann hat es gewirkt, nicht wenn der patient dahinsicht!

        die bisherigen rettungspackete haben niemals geheilt! sonst stünden wir heute sehr viel besser da.

        ich vermisse ihre exaktheit! ansonsten sind aussagen als beliebig zu werten!

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Ich nenne sich nicht “Erfolg”, weil die angebliche “Rettung” in Wirklichkeit eine Insolvenzverschleppung war …>

        Ich glaube auch, dass es letzten Endes eine Insolvenzverschleppung war.

        Was sie aber AUSBLENDEN im Fall der Finanzkrise 2008:

        Wäre Insolvenz eingetreten bzw. die Folgen der Lehman-Pleite nicht aufgefangen worden, hätte dies der Kettenreaktion wegen für sehr viele Menschen in einer großen Anzahl von Ländern ein Katastrophe bedeutet – so, analog, wie es für Menschen eine Katstrophe bedeutet, wenn sie aufgrund einer Unternehmensinsolvenz ihren Arbeitsplatz und damit ihr Einkommen verlieren.

        Die Katastrophe für DIESE Menschen verhindert zu haben, IST ein Erfolg.

        Dieser Erfolg wird aber NICHT verhindern, dass viele andere, u. a. Sie vielleicht, Kosten aufgebürdet bekommen, die sie nicht zu ertragen hätten, wenn die Katastrophe eingetreten wäre.

        Daher VERSTÄNDLICH, was Sie sagen:

        >Und ich bin noch jung genug, dass ich diese Kosten und die Schäden irgendwann in meinem Leben mit tragen werden muss.>

        So RICHTIG Ihre Einschätzung auch sein mag, sie ändert NICHTS daran, dass die Verhinderung einer Katastrophe ein Erfolg genannt werden kann.

        Diejenigen, denen eine Katastrophe erspart blieb, können das BEGRÜNDET behaupten.

        Es gibt keinen Widerspruch zwischen Ihnen und denen.

        Was allerdings der Fall sein wird:

        Sie leben zur falschen Zeit am falschen Ort, wenn Sie zukünftig Kosten zu tragen haben, die heutigen Menschen erspart worden sind.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ foxxly

        >ich vermisse ihre exaktheit!>

        Und bei SICH vermissen Sie NICHTS?

        Ich schon bei Ihnen:

        Sie können offensichtlich NICHT zwischen WIRKEN und HEILEN unterscheiden.

        Es ist zwar RICHTIG, dass ein Medikament, das heilt, wirkt.

        Es ist aber FALSCH, dass Wirkung nur dann erfolgt, wenn sie zu Heilung führt.

        Es gibt Medikamente, die Leben VERLÄNGERN, aber NICHT heilen.

        Sie wirken und bewirken damit etwas, das begründet als POSITIV angesehen werden kann.

        So ist es mit der Bewältigung der Finanzkrise von 2008.

        Denken Sie darüber nach, bevor Sie Ihre „Wahrheiten“ verkünden.

        Gelänge Ihnen dies, würde ich es als einen Weg zur „Heilung“ bezeichnen.

        Ich schreibe „Heilung“ und nicht Heilung, damit Sie sich nicht beleidigt fühlen.

  5. weico
    weico sagte:

    @P. Grotmann

    “Die hohe private Verschuldung der Schweizer erklärt sich u.a. daher, denn Hypotheken (und auch Unterhalt/Renovierung) können abgesetzt werden, somit ist der Tilgungsdruck gering.

    Letztlich wird die eigengenutzte Wohnung schlicht so behandelt wie eine vermietete: der Ertrag wird besteuert, die Kosten sind absetzbar.”

    Korrekt.

    Einfach ausgedrückt:

    Es gibt Vor-und Nachteile…je aus Sichtweise (..und Zinsniveau).

    https://blog.tagesanzeiger.ch/geldblog/index.php/73733/eigenmietwert-wer-profitiert-wer-verliert

    Antworten
  6. weico
    weico sagte:

    @Susanne Finke-Röpke

    “So wird das nix. Und muss auch nicht, wenn es die demokratische Mehrheit halt nicht anders will. Wem es nicht passt, kann ja auswandern.”

    Wir in der Schweiz, merken diesen Auswanderungstrend DEUTLICH.

    “Von 1995 bis 2015 hat sie sich mehr als verdreifacht.”
    “Im Jahr 2017 lebten knapp 305’000 Deutsche in der Schweiz. Inklusive Doppelstaatler beträgt ihre Zahl rund 450’000”

    https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_in_der_Schweiz

    Die grosse Immigration hat natürlich, neben dem “Nullzins” und verschärftem Raumplanungsgesetz, auch starke Auswirkungen auf die Immobilienpreise/Mieten .

    Der Trend geht schon seit langem in eine Richtung:
    “Der SWX IAZI Private Real Estate Price Index bildet die Preisentwicklung von Wohneigentum (Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen kombiniert) ab.”
    https://www.iazicifi.ch/wp-content/uploads/2019/07/SI-PRIVATE-PR-7.png

    Bei Mehrfamilienhäuser/Renditeobjekte der gleiche Trend:
    “Der SWX IAZI Investment Real Estate Price Index bildet die Preisentwicklung von Renditeliegenschaften ab.”

    https://www.iazicifi.ch/wp-content/uploads/2019/07/SI-INVESTMENT-PR-6.png

    Wie in Deutschland ist es ein mediales Dauerthema (Wie das Wetter oder die “Inflation”). Das Problem der hohen Mieten besteht aber, wie in Deutschland, NUR in wenigen wirtschaftlichen Ballungszentren bzw. in touristischen Hotspots.

    https://www.republik.ch/2020/01/27/stadt-land-graben-die-hotspots

    Antworten
    • Susanne Finke-Röpke
      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @weico: Das ist richtig, aber niemand zwingt Sie dazu, Immigration aus EU-Ländern zu akzeptieren. Das ist eine souveräne Schweizer Entscheidung gewesen und ist es immer noch. Fairerweise muss man dazu sagen, dass die Schweiz auch enorm davon profitiert hat, denn es kommen nicht die am schlechtesten Qualifizierten. Im Gegensatz zu anderen Einwanderungsländern…^^

      Antworten
      • weico
        weico sagte:

        @Susanne Finke-Röpke

        “Das ist eine souveräne Schweizer Entscheidung gewesen und ist es immer noch. Fairerweise muss man dazu sagen, dass die Schweiz auch enorm davon profitiert hat, denn es kommen nicht die am schlechtesten Qualifizierten.”

        Korrekt…

        …man lernt ja schon als Kind (bei Aschenputtel): „Die guten in Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen”

        Ich wollte mit dem “Schweiz-Beispiel” eigentlich nur darstellen, dass HIER ebenfalls auf hohem Niveau geklagt wird …und die “Mietpreisexzesse” , nur auf kleinem Raum begrenzt sind.

  7. Susanne Finke-Röpke
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    bto: Komischerweise spielt das in Berlin gar keine Rolle. Alles soll bleiben, wie es ist – trotz der Zuwanderung.

    Das ist demographisch und politologisch zu erklären.

    Erstens muss die herrschende Politik die Illusion aufrechterhalten, die legale und illegale Immigration hätten keine negativen Auswirkungen für die Wohnungssuchenden auf dem Markt, um eine Abwanderung von Wählern an randständige Parteien wie die AFD, LKR, die “Basis” oder ähnliches zu verhindern. Es wäre ja das Eingeständnis, dass die aktuelle Migrationsbewegung nicht nur Vorteile hat.

    Zweitens gibt es ein ganz praktisches Thema: die meisten Gegenden in Deutschland haben kein echtes Mietpreisproblem. Ob neue Bundesländer ex Großstädte, Ruhrgebiet, südliches Niedersachsen, nördliches Hessen, Saarland, Schwarzwald, Oberfranken in Bayern, ja selbst weite Teile Berlins – die meisten Abgeordneten haben einen relativ entspannten Wohnungsmarkt im eigenen Wahlkreis, zumindest im Vergleich zu echten Problemorten wie Tel Aviv, Hongkong, Silicon Valley, London, Paris oder von mir aus in Deutschland München. Die Probleme bestehen nur in Metropolen und Schwarmstädten = größeren Hochschulstandorten. Die bekannten Klassiker: München, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, auch Hamburg inkl. Speckgürtel. Warum soll sich ein Bundestagsabgeordneter für Dortmund oder Esssen dazu Gedanken machen? Oder ein Landesminister in Thüringen? Oder der Landrat im Landkreis Hof?

    Es ist illusorisch zu glauben, dass wir am Wohnimmobilienmarkt in den nächsten Jahren viel machen können. Dazu gibt es viel zu viele Negativfaktoren:

    1. Die Verknappung von Rohstoffen (z.B. Sand, Kies, Bauholz, etc.) nimmt zu und macht das Bauen teurer.
    2. Bauen ist immer extrem CO2-intensiv und wird damit zukünftig vor allem in Deutschland massiv belastet werden. Egal, ob man Glas schmilzt, Baustahl erzeugt, Ziegel brennt oder Zement fabriziert – jedes dieser Materialien ist mit extremem Ausstoß von CO2 behaftet und wird daher in der Zukunft massiv verteuert werden, um den Klimawandel zu bremsen.
    3. Berufsneigungen. Die Bauberufe werden zunehmend unattraktiver. Hat die Bundesrepublik ihre Personalprobleme in den letzten 30 Jahren durch den Einsatz ost- und südosteuropäischer Mitarbeiter noch kompeniseren können, adaptieren diese Länder zunehmend unser Ausbildungsinteresse. Junge Leute in Polen – meist Männer – machen heute auch lieber “Weiße-Kragen-Berufe” als auf dem Bau zu schuften.
    4. Die schöne alte deutsche Regulierungswut. In einer Zeit, in der selbst die Union sozialistische Inhalte beim Hinsehen nicht mehr erkennt, wird es einfach komplizierter. Das fängt bei Baumschutzverordnungen und Ortsgestaltungssatzungen an und hört bei Verschärfungen im energetischen Bereich (z.B: GEG) noch nicht auf. All das macht es mühsamer, teurer und langwieriger.
    5. Der Linksruck in der Bevölkerung. Erfolgreiche Enteignungsinitiativen wie die in Berlin, die gerade erst die erforderliche Stimmenzahl erreicht hat, halten Privatinvestoren ab und führen dazu, dass die öffentliche Hand versucht, einzuspringen. Allerdings nicht mit der gleichen Effizienz. Wer sich klar macht, dass die gleiche Bauverwaltung, die den Flughafen verantwortet hat, künftig eine größere Rolle im Wohnungsbau spielen soll, wird verstehen, was ich meine.
    6. Die Entsorgungskosten für Altbauten explodieren. Inzwischen werden Altlasten per LKW gerne in andere Bundesländer verbracht, zu utopischen Deponiekosten im Vergleich zu früher. Das spielt daher eine Rolle, da so gut wie kaum mehr auf der grünen Wiese gebaut wird. Im Regelfall ist zunächst ein Altbestand zu entsorgen und das macht es teuer.
    7. Die Mentalität der Jungen. Wie viele junge Leute gibt es noch, die davon träumen, mit “Muskelhypothek” ihr Eigenheim zu errichten oder auszubauen? Ähnlich wie bei Automobil nimmt die Sharing-Economy, Wohnen auf Zeit, Boarding-Häuser, möbliertes Wohnen zur Miete, WGs, Wohngemeinschaften, Wohngruppen usw. in breiten Gesellschaftsschichten ganz schön viel Raum ein.
    8. Eine Spaltung der Gesellschaft in Erben und Nicht-Erben. Wer Omas Häuschen am Stadtrand von Leipzig oder gar Hamburg erbt, braucht nicht mehr viel. Und wer keines erbt, wird es voraussichtlich nie erreichen und bemüht sich gar nicht mehr erst, weil die Eigenkapitalanforderungen schneller steigen als die eigenen Ersparnisse. Im Zweifel wird er vom Erben noch ausgebremst, weil der der Bebauungsplanänderung für Neubauten durch Nachverdichtung in seinem Viertel widerspricht nach dem Motto: Ich habe ja schon was zu wohnen.

    Die Lösung wäre die Rückkehr zu einer soliden Geldpolitik, Marktwirtschaft, Vermittlung der Bedeutung des Wohnens in der Schule, Entbürokratisierung, medialer Thematisierung bis zu den Ursachen mehr netto vom brutto sowie mehr Produktivität durch eine wirtschaftsfreundlichere gesellschaftliche Einstellung. Stattdessen hüpfen wir lediglich außerhalb der Schulferien für das Klima, sprechen in Vorstellungsgesprächen von work-life-balance, halten den Beamtenstand für die Krönung der Berufslaufbahn und Baustellen in der eigenen Nachbarschaft für ein Unding. So wird das nix. Und muss auch nicht, wenn es die demokratische Mehrheit halt nicht anders will. Wem es nicht passt, kann ja auswandern.

    Antworten
    • Thomas M.
      Thomas M. sagte:

      Zumindest kommt den Nicht-Erben in Weißkragen-Berufen der durch die Lockdowns forcierte Mobile Working-Trend zu Hilfe. Dann kann man aus der Hauptstadt inkl. Speckgürtel zumindest wegziehen. Hätte früher vermutlich kein Arbeitgeber mitgemacht, aber mit dem sich ändernden Fachkräfteangebot ist der Arbeitgeber vielleicht froh, einen engagierten Vollzeit-Mitarbeiter zu bekommen, auch wenn der nur via MS Teams ab und an virtuell vorbeischaut.

      Ein Bekannter hatte neulich z.B. den ersten Azubi-Bewerber (Bauberuf), der die Ausbildung mit 50%-Teilzeit machen wollte… Times are changing :) Er hätte fragen sollen, ob er dann auch 6 Jahre lang die Ausbildung macht.

      Eigenmietwert zum Einkommen: Das finde ich ein extrem befremdliches Konzept. Steuern für die Bodennutzung kann ich nachvollziehen, aber den durch den Markt extern bestimmte Wert des Wohnraums als Einkommen zu klassifizieren, ist schon eine seltsame Verbindung aus Kapitalismus und Sozialismus. Führt das nicht auch zur Spaltung und Homogenisierung, weil Einkommensschwächere mit Eigentum ggf. aus den besseren Vierteln rausgedrängt werden? Na ja, nicht unser Problem…

      Antworten
      • P. Grotmann
        P. Grotmann sagte:

        @Thomas M.
        Ich bin zwar kein Schweizer, arbeite aber regelmässig dort und als Träumer einer Ferienwohnung dort etwas im Thema.

        Der Eigenmietwert war wohl zunächst eine finanzielle Notmassnahme nach dem Krieg in Europa, der auch die neutrale Schweiz mit traf.

        Er wird heute sehr kontrovers diskutiert und permanent wird versucht, ihn abzuschaffen, aktuell wieder einmal.

        Die hohe private Verschuldung der Schweizer erklärt sich u.a. daher, denn Hypotheken (und auch Unterhalt/Renovierung) können abgesetzt werden, somit ist der Tilgungsdruck gering.

        Letztlich wird die eigengenutzte Wohnung schlicht so behandelt wie eine vermietete: der Ertrag wird besteuert, die Kosten sind absetzbar.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Herr Grotmann: Danke für die Info. Eine vorübergehend-permanente Sondermaßnahme aus der Not heraus… kommt mir irgendwie bekannt vor ;)

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Thomas M.

        “Ein Bekannter hatte neulich z.B. den ersten Azubi-Bewerber (Bauberuf), der die Ausbildung mit 50%-Teilzeit machen wollte… Times are changing :) Er hätte fragen sollen, ob er dann auch 6 Jahre lang die Ausbildung macht.”

        Warten Sie es nur ab, bald kommen die ersten Bau-Azubis an und fordern nicht nur Teilzeit sondern auch noch Home Office…

    • Jacques
      Jacques sagte:

      @Finke-Röpke:

      Prinzipiell haben Sie mit ihren Punkten sicher Recht. Aber im Grunde läuft ihre Analyse auf sinkende Nachfrage hinaus und sinkende Nachfrage wird schlussendlich sinkende Preise zur Folge haben.

      Ich sehe die Jahre bis 2030 als Dekade der deutsche Desillusionierung.
      Wir werden nämlich bei zwei Megathemen schlecht abschneiden: 1. Klimapolitik und 2. Demografie.

      Über die nächsten Jahre wird die Verteuerung der Lebenshaltungskosten durch die Klimapolitik jede deutsche Regierung zu einem Umdenken zwingen. Dieser Prozess wird schleichend sein und 2030 sicher nicht beendet. Aber der Prozess wird fortgeschritten sein, denn sie ist in höchstem Maße unsozial.

      Ab Mitte der Dekade ploppt nämlich endgültig die Demografie als das beherrschende Thema auf. Die Rentenzuschüsse werden explodieren und die Regierung wird in eine verdammt schwierige Lage geraten. Bis 2040 werden auch die Gesundheitskosten exzessiv zunehmen und unbezahlbar. Wir werden eine historisch beispiellose Leistungsverschlechterung bei Transfers und Leistungen vornehmen müssen. Im Endeffekt wird die Demografie auch das Immobilienproblem lösen. Gründstücke werden bereits in 15 Jahren real deutlich günstiger sein als heute!

      Antworten

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