Klimaklagen zulasten der Armen?

Ich halte überhaupt nichts von Gerichten als Instanz für Klimapolitik, geht es doch um ein Thema und Maßnahmen, die gesellschaftlich breit getragen werden müssen. Letztlich dürfte es zu massiven Gegenreaktionen führen und den postulierten Zielen der Kläger schaden.

Damit nicht genug. Es ist auch eine Strategie gegen die Armen der Welt, meint zumindest Björn Lomborg, Präsident des Copenhagen Consensus Centers und Visiting Fellow an der Hoover Institution der Stanford University:

  • Trotz großer Sorgen um das Klima sind die meisten Wähler nicht bereit, die Billionen Euro auszugeben, die nötig wären, um Emissionen drastisch zu senken. Deshalb verfolgen Klimaschützer eine neue Strategie: Klimapolitik durch Gerichte zu erzwingen. Weltweit zählen die Vereinten Nationen (UN) mindestens 1550 solcher Klimaklagen in 38 Ländern – oft von jungen Menschen eingereicht, die sich auf die Angst um ihre Zukunft berufen.“ – bto: Wenn sie wirklich Angst haben wollen, sollten sie sich anschauen, wie Schulden und Misswirtschaft ihren Wohlstand unterminieren. Am Ende werden sie keines der Ziele erreichen und gerade in Europa einen relativen (und absoluten?) Niedergang erleben.
  • „(Das von) US-Präsident Joe Biden (…) kürzlich gemachte medial gepriesenes Gelöbnis, die einst von Barack Obama versprochenen Reduktionen zu verdoppeln, wird dem Klima selbst bei vollständiger Umsetzung und Beibehaltung über dieses Jahrhundert nur wenig nutzen. Nach dem UN-Standard-Klimamodell wird Bidens Versprechen die globale Erwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts höchstes um 0,04 Grad senken.“ – bto: Jetzt überlegen wir mal, was unsere Maßnahmen bewirken. Nein, deshalb sollten wir nicht nichts machen, aber wir sollten intelligent vorgehen.
  • Bidens Versprechen kostet jeden Amerikaner 1500 Dollar im Jahr, während Umfragen zeigen, dass die meisten nicht bereit sind, mehr als 24 Dollar jährlich für den Klimaschutz auszugeben. Das ist unhaltbar, genauso wie die französische Öko-Steuer, welche 2018 zu jahrelangen Protesten der Gelbwesten führte und letztendlich wieder abgeschafft wurde.“ – bto: Wenn bei uns die Arbeitsplätze verloren gehen und die Bürger noch weniger in der Tasche haben, dürfte es auch bei uns zu Unmut kommen. Andererseits sind wir erfahrungsgemäß besonders leidensbereit …
  • Siegreiche Gerichtsverfahren, wie in den Niederlanden 2019 oder das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vergangenen Monat, können jedoch den politischen Prozess umgehen und eine härtere Klimapolitik erzwingen als ursprünglich von Wählern und Regierungen vorgesehen. Viele Verfahren berufen sich darauf, dass der Klimawandel jungen Menschen ihre Zukunft raube. Das ist die alarmistische Darstellung in den Medien, welche von Politikern unterfüttert wird, die behaupten, der Klimawandel sei eine ‘existenzielle Bedrohung’.“ – bto: Wo man auch hinschaut, man liest nur noch „Klimakrise“, verbunden mit Forderungen nach massiven Eingriffen.
  • Aber der UN-Klimarat stützt diesen Alarmismus nicht. Er bestätigt, dass der Klimawandel ein Problem ist, aber die Auswirkungen sind weit von einer Katastrophe entfernt. In seinem jüngsten Bericht stellt er fest, dass die Schäden durch einen ungebremsten Klimawandel bis zum Jahr 2100 2,6 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts kosten werden. Bis dahin erwartet die UN aber auch, dass die durchschnittliche Person 450 Prozent reicher als heute sein wird. Negative Klimafolgen bedeuten, dass wir nur dann ‘nur’ noch 438 Prozent so reich sein werden.“ – bto: Wir sollten also mehr darüber nachdenken, wie wir mit den Folgen des ohnehin nicht mehr zu verhindernden Klimawandels umgehen.
  • In den UN-Szenarien für das 21. Jahrhundert werden die Menschen länger leben, besser ausgebildet sein und mehr Ressourcen zur Verfügung haben. Sie können das Leben genießen und gleichzeitig unvorhersehbare und vorhersehbare Herausforderungen, einschließlich des Klimawandels, bewältigen. Vor diesem Hintergrund Klima-Gerichtsverfahren (…) verkürzen (Klima-Gerichtsverfahren) einfach den lästigen demokratischen Prozess, um die Ausgabenpräferenzen für eine Untergruppe sicherzustellen, die keine Mehrheit für ihre Vorschläge bekommen konnte.“ – bto: Vergessen wir nicht, es ist ein riesiges Geschäft und auch die Gelegenheit, um starke Wettbewerber zu schwächen.
  • Wohlmeinende Aktivisten, die die notwendigen Kompromisse umgehen wollen, versuchen im Grunde genommen, den Klimaschutz auf Kosten aller anderen erstrebenswerten Ziele zu erzwingen. Und wenn wohlmeinende Richter in wohlhabenden Ländern mitspielen, öffnet das die Büchse der Pandora für alle Arten von Rechtsstreitigkeiten.“ – bto: etwas, was wir auch auf anderen Gebieten sehen. Jede Art von Minderheitenpolitik ist per Definition einer Unterminierung der Demokratie.
  • Dazu kommt, dass dieser Ansatz die Armen sowohl in den wohlhabenden als auch in den Entwicklungsländern im Stich lässt. Für viele ist Energie schon heute unerschwinglich. In reichen Ländern wie Deutschland haben sich die Strompreise in den vergangenen zwei Jahrzehnten verdoppelt. Das hat dazu geführt, dass bis zu 30 Prozent der Haushalte in Energiearmut leben. In den Entwicklungsländern können sich Milliarden von Armen keinen zuverlässigen Zugang zu Energie leisten. Studien zeigen, dass die Umsetzung des Pariser Abkommens im Jahr 2030 zu mehr armen Menschen führen wird. Eine Verschärfung der Klimapolitik durch Gerichte wird dazu führen, dass aufgrund eines langsameren Wirtschaftswachstums noch mehr Menschen arm bleiben.“ – bto: … und wir weniger Geld für die Forschung haben und für die Maßnahmen, um mit den Folgen des Klimawandels umzugehen.
  • Selbst wenn sämtliche OECD-Staaten morgen alle CO2-Emissionen einstellen würden (…), würde dies die Erwärmung im Jahr 2100 nur um 0,4 Grad reduzieren. Das liegt daran, dass drei Viertel der restlichen Emissionen dieses Jahrhunderts aus den Entwicklungsländern kommen werden, denen es viel wichtiger ist, sich von Armut zu befreien.“ – bto: Das ist auch nachvollziehbar. Man muss wohlhabend sein, um sich Klimarettung über Verzicht leisten zu wollen.
  • Wenn wir globale Emissionen drastisch reduzieren wollen, müssen wir unsere Ausgaben auf mehr Investitionen in grüne Innovationen umstellen. Wenn zukünftige saubere Energien dank technologischen Fortschritts günstiger werden als fossile Brennstoffe, wird jeder umsteigen wollen. Investitionen in grüne Forschung und Entwicklung sind für Wähler viel attraktiver, da sie billiger sind und den Armen nicht schaden. Und sie könnten uns tatsächlich helfen, den Klimawandel zu beheben.“ – bto: Richtig, aber dann kann man als Politiker ja nicht so viel „gestalten“ und „vorschreiben“.

faz.net (Anmeldung erforderlich): „Wie Klimaklagen den Armen schaden“, Juni 2021

Kommentare (32) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Rolf Peter
    Rolf Peter sagte:

    Mir kommen die Lomborgauszuege und deren Kommentierungen weitgehend unseriös vor. Da werden einzelne Punkte aus unterschiedlichen Berichten aus dem Kontext gerissen und zusammengerührt, dass zum Schluss nichts Brauchbares herauskommt.

    Der angebliche Konflikt zwischen Armut und “Klimaschutz” ist praktizierte Scheinheiligkeit unserer Besitzstandsverteidiger. Nach dem Bericht des Weltklimarats gibt es zwar Zielkonflikte, aber auch viele Synergien zwischen Klimaschutz und Armut. Gerade die Armen werden die Folgen des Klimawandels ja besonders zu spüren bekommen.

    Obwohl ich die Kritik gegen das Überhandnehmen gerichtlicher Eingriffe in Entscheidungen, die eigentlich dem Volkssouverän überlassen bleiben sollten, teile, werden die grundsätzlichen Probleme nicht angesprochen, sondern es wird nur polemisiert.
    Die grundsätzlichen Probleme sind:
    1. Der Klimawandel führt zu intertemporalen/intergenerationellen externen Effekten. Die heutige Generation verursacht ihn, die künftigen Generationen haben kein Stimmrecht, um die heutigen Entscheidungen zu beeinflussen. Das war in der Vergangenheit kein Problem; jetzt ist es aber eines, und auch Herr Stelter hat keine Lösung anzubieten. Man muss Institutionen entwickeln, die auch die Interessen künftiger Generationen berücksichtigt.
    2. Generell ist in Deutschland eine zunehmende Aushöhlung des demokratischen Prozesses durch die Rechtssprechung zu beobachten. Dies geht aber schon auf Bemühungen konservativer Juristen in der Weimarer Zeit zurück, und wurde durch die weitere Entwicklung entsprechender Auslegungsmethoden auch in der Bundesrepublik weiter vorangetrieben. Das ist das eigentliche Problem. Wenn die Rechtssprechung zugunsten von Herrn Stelters Ansichten eingreift, beklagt er sich nicht, sondern jubelt. Dass dieser Schuss irgendwann nach hinten losgeht, müsste eigentliche jedem klar sein, der etwas weiterdenkt.

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Rolf Peter

      >1. Der Klimawandel führt zu intertemporalen/intergenerationellen externen Effekten. Die heutige Generation verursacht ihn, die künftigen Generationen haben kein Stimmrecht, um die heutigen Entscheidungen zu beeinflussen. Das war in der Vergangenheit kein Problem;>

      Der Sachverhalt, dass künftige Generationen KEIN Stimmrecht haben, ist IMMER ein POTENZIELLES Problem, das unter BESTIMMTEN Umständen, etwa kriegerischen Verhältnissen, in der Vergangenheit immer WIEDER zu einem jeweils aktuellen geworden ist.

      Insoweit ist das HEUTIGE Problem des Klimawandels eines, das dem Sachverhalt nach vermutlich einzigartig in der jüngeren Menschheitsgeschichte ist, aber dem Prinzip nach nicht neu, i. e. VERURSACHUNG kann nicht mit der HAFTUNG für die Folgen zusammenfallen.

      Dafür hat NIEMAND eine Lösung anzubieten.

      Denn es gibt keine LÖSUNG für dieses Problem.

      Der Versuch, den Klimawandel nicht zu einer Belastung für die nächsten Generationen werden zu lassen, ist etwas anderes.

      >2. Generell ist in Deutschland eine zunehmende Aushöhlung des demokratischen Prozesses durch die Rechtssprechung zu beobachten.>

      Das ist schlichtweg FALSCH.

      Die Rechtsprechung ist TEIL des demokratischen Prozesses in Deutschland (Gewaltenteilung) und kann daher den demokratischen Prozess NICHT aushöhlen.

      Was allerdings der Fall ist:

      Die gesellschaftliche Willensbildung VERSCHIEBT sich bei bedeutenden Themen vom politischen KONSENS, der als verbindlich gelten soll, hin zu einem DIKTUM der Rechtsprechung mit HANDLUNGIMPERATIV für die Politik (wenn Klagen gegen die Gesetzgebung erfolgreich sind).

      Diese Verschiebung ist HOCHPROBLEMATISCH für die Stabilität der Gesellschaft, weil sie zum einen ein Zeichen für eine abnehmende Konsensfähigkeit ist und zum anderen die Interessenkonflikte anheizt, weil Urteile häufig Teilen der Gesellschaft sagen, dass sie Verlierer sind (auch wenn es sehr gut begründete vertretbare Urteile sind).

      Also:

      Sehr problematisch TROTZ demokratischer Legitimation.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        >2. Generell ist in Deutschland eine zunehmende Aushöhlung des demokratischen Prozesses durch die Rechtssprechung zu beobachten.>

        Doch, diese Kritik trifft es genau.

        Auf die beste Begründung darauf sind Sie fast schon selbst gekommen:

        “Die gesellschaftliche Willensbildung VERSCHIEBT sich bei bedeutenden Themen vom politischen KONSENS, der als verbindlich gelten soll, hin zu einem DIKTUM der Rechtsprechung mit HANDLUNGIMPERATIV für die Politik (wenn Klagen gegen die Gesetzgebung erfolgreich sind)”

        Das Problem dabei ist, dass unser Bundesverfassungsgericht mit seinen zunehmend aktivistischen und mit der Parteipolitik verfilzten Richtern immer stärker selbst beeinfusst, welche Verfassungsbeschwerden überhaupt vorgelegt werden und wann über Beschwerden entschieden wird, falls das überhaupt der Fall ist. Es ist aber nicht die Aufgabe von Verfassungsrichtern, die Agenda der Tagespolitik zu bestimmen, die sollen in vom Grundgesetz streng geregelten Fällen tätig werden, um Regierungshandeln und Gesetze auf Verfassungsmäßigkeit zu überprüfen.

        Für die Regierungsparteien in Bund und Ländern unangenehme Themen werden gern verzögert und aufgeschoben. Können Sie mir eine Verfassungsbeschwerde zu den sogenannten “Corona-Schutzmaßnahmen” nennen, in der es eine Entscheidung im Hauptsacheverfahren gab? Ich kenne keine einzige – und das obwohl da teilweise schwerwiegende Grundrechtseinschränkungen durchgesetzt wurden, bei denen die Verhältnismäßigkeit höchst zweifelhaft ist.

        Zum anderen setzt sich immer mehr die unappetitliche Praxis durch, dass NGOs oder den Richtern nahestehende Personen bestimmte Beschwerdeführer casten, um einen Anlass für eine Verfassungsbeschwerde zu einem bestimmten Gesetz und damit für neue aktivistische Rechtssprechung des Bundesverfassungsgerichts zu konstruieren.

        Beim Verfahren über das BND-Gesetz waren da Journalisten aus beispielsweise Aserbaidschan und Mexico beteiligt, wobei ich dort arbeitenden Journalisten immerhin noch zugestehen würde, dass sie von alleine auf die Idee kommen könnten, eine Verfassungsbeschwerde in Deutschland einzureichen um dem deutschen Auslandsgeheimdienst die Überwachung von ausländischer (also nicht-deutscher) Telekommunikation zu untersagen.

        Grüne Abmahn-NGOs wie die “Deutsche Umwelthilfe” haben diese Casting-Methoden mittlerweile perfektioniert:

        “Bei den beiden von der Deutschen Umwelthilfe unterstützen Klimaklagen vor dem Bundesverfassungsgericht handelt es sich um Beschwerden gegen das unzureichende Klimaschutzgesetz, das Bundesregierung und Bundestag beschlossen haben. Beschwerdeführer*innen sind zum einen 15 Betroffene aus den unmittelbar von der Klimakrise bedrohten Ländern Bangladesch und Nepal.”

        https://www.duh.de/klimaklagen/

        Schauen Sie sich mal die auf der Seite verlinkten Youtube-Videos an. Da tritt zum Beispiel eine Tagelöhnerin aus Bangladesch namens Habiba Khatoun auf, die von sich selbst sagt: “Ich habe kein Zuhause. (…) Ich lebe von der Hand in den Mund.”

        Wollen Sie mir erzählen, dass diese Frau von alleine auf die Idee gekommen wäre, in Deutschland eine Verfassungsbeschwerde gegen die Bundesregierung zu stellen?

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Es macht keinen Sinn mit Ihnen darüber zu diskutieren, wenn Sie NICHT unterscheiden zwischen

        a) VERSCHIEBUNG der gesellschaftlichen Willensbildung IM RAHMEN des demokratischen Prozesses hin zu den Gerichten, die zwar nicht wünschenswert, aber durch den demokratischen Prozess GEDECKT ist

        und

        b) der AUSHÖHLUNG, d. h. DEMONTAGE des demokratischen Prozesses selbst.

        a) und b) haben nichts miteinander zu tun.

        Es ist daher einfach FALSCH mit a) ein b) zu begründen oder b) zu behaupten, ohne a) in Erwägung zu ziehen.

        Das Problem liegt bei den Fliehkräften in der Gesellschaft, die sich immer mehr spaltend immer weniger Konsens zustande bringt, insbesondere bei Verteilungsfragen, die auch Klimamaßnahmen betreffen.

        Dieses Problem höhlt nicht den demokratischen Prozess aus, sondern die Funktionsfähigkeit der Gesellschaft.

        Wenn die Gesellschaft mehrheitlich MEINT, dass z. B. die Deutsche Umwelthilfe die Gerichtsbarkeit MISSBRAUCHT, um Interessen durchzusetzen, dann sollte sie eine Gesetzgebung verabschieden, die dies verhindert.

        Das ist im Rahmen des demokratischen Prozesses möglich, dämmt a) ein, OHNE dass der demokratische Prozess ausgehöhlt wird.

        Wenn die Gesellschaft dies nicht meint, dann kann die Deutsche Umwelthilfe so weiter machen wie bisher, OHNE dass der demokratische Prozess ausgehöhlt wird.

        Es gibt auch Grenzen.

        Nach den Wahlen werden m. A. n. die Möglichkeiten gegen die Errichtung von Windrädern rechtlich vorzugehen, eingeschränkt werden. Das muss nicht gleich die Aushöhlung des demokratischen Prozesses bedeuten, wird aber sehr zu beachten sein und womöglich zu Recht eine öffentliche Debatte hervorrufen.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Es ist daher einfach FALSCH mit a) ein b) zu begründen oder b) zu behaupten, ohne a) in Erwägung zu ziehen.”

        Nein, was Sie hier betreiben, ist ziemlich dreistes, wenn auch geschickt verschleiertes, Framing. Wenn Ihnen die Schwächung der Gewaltenteilung irgendwie angemessen erscheint, nennen Sie es “a) VERSCHIEBUNG der gesellschaftlichen Willensbildung IM RAHMEN des demokratischen Prozesses”, ansonsten nennen Sie es “b) der AUSHÖHLUNG, d. h. DEMONTAGE des demokratischen Prozesses selbst”.

        “Wenn die Gesellschaft dies nicht meint, dann kann die Deutsche Umwelthilfe so weiter machen wie bisher, OHNE dass der demokratische Prozess ausgehöhlt wird.”

        Der demokratische Prozess wurde schon dadurch ausgehöhlt, dass man bestimmten nichtstaatlichen Vorfeldorganisationen aus dem grünen Parteifilz damals ein Verbandsklagerecht “im Namen der Umwelt” zugestanden hat. Da können wir uns bei Jürgen Trittin bedanken, in dessen Amtszeit als Minister diese Rechtsänderng umgesetzt wurde. Das grundlegende rechtsstaaliche Prinzip, dass ein privater Kläger beziehungsweise Beschwerdeführer nur dann Klage erheben kann, wenn er auch tatsächlich selbst geschädigt beziehungsweise betroffen ist, wurde damals aufgegeben. Das ist der Punkt, an dem aktivistische Richter und ihre NGO-Erfüllungsgehilfen ihren Hebel ansetzen.

        Glauben Sie übrigens, dass “der demokratische Prozess” in der Weimarer Republik dadurch ausgehöhlt wurde, dass das Parlament 1933 seine eigene Entmachtung im Ermächtigungsgesetz beschlossen hatte?

        Falls ja, waurm?

        Damals wurde auch argumentiert, dass es sich dabei lediglich um eine “VERSCHIEBUNG der gesellschaftlichen Willensbildung IM RAHMEN des demokratischen Prozesses” handelte, allerdings von Leuten, die eine andere Lieblingspartei hatten als Sie…

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Sie verstehen es einfach nicht, weil Sie es NICHT verstehen WOLLEN.

        Wenn Sie auf der Aushöhlung des demokratischen Prozesses bestehen, dann müssen Sie ANDERS argumentieren, beispielsweise wie

        – Prof. Dr. Kerber, der in einem der letzten Podcasts dargelegt hat, dass wir demokratische Selbstbestimmung aufgegeben, wenn das Parlament die Souveränität der Deutschen für die Bestimmung IHRER Haftung aus Verschuldung an die EU transferiert, OHNE dass das GG entsprechend geändert wurde

        oder

        – TESLA baut, obwohl keine Genehmigung vorliegt.

        Hier:
        https://www.rbb24.de/studiofrankfurt/wirtschaft/tesla/2021/04/tesla-gruenheide-rohre-bugeld-genehmigung.html

        Die Gerichte müssten in derartigen Fällen RECHT durchsetzen.

        Die Sachverhalte sind bekannt und geklagt wird auch.

        Tun sie es nicht, ist DAS Demokratie schädigendes institutionelles Versagen – und NICHT, dass sie urteilen MÜSSEN, wenn rechtmäßig geklagt wird.

    • Alexander
      Alexander sagte:

      @Rolf Peter

      Der Klimawandel wird über einen historisch einmaligen Wohlstand viel besser verstanden/begründet als über wissenschaftliche Begründungen und diverse Wissenschaftsirrtümer.
      Warum?
      Weil eine Verbrennungsgesellschaft schuldig sein muss, solange Co² das Produkt einer jeden (sauberen) chemischen Verbrennung ist.

      Gegenmeinungen aus der Wissenschaft werden wie bekannt / gewohnt ausgegrenzt und diffamiert. Seit Einführung von Massendemokratie möchte man alles abstimmen, auch Wahrheit und Tatsachenerkenntnis.

      Erkennen Sie das Potential für politische Richtungsänderung, wenn über wissenschaftliche Mehrheiten (incl. fachfremder) die politische Entscheidungsfindung alternativlos wird?

      Interdisziplinäre Wissenschaft gibt es keine, die Fakultäten konkurrieren wie jüngst am Bsp. der Pandemie vorgelebt und entsprechend zerstritten gibt sich die Szene, so dass im guten Glauben entschieden wird – oder auf der Basis genehmer Experten, vgl. Lauterbach Effekt.

      Natürlich sind Menschenlebensalter (80J.) nicht hinreichend um klimatische Veränderungen epochalen Ausmaßes zu verursachen – wenn (1) Vulkanausbruch so enorme Auswirkungen haben kann, wie wissenschaftlich behauptet.

      Wohl kann der Mensch in kürzester Zeit Natur zerstören und sich seiner Lebensgrundlage berauben. Mich überzeugt daher das Wachstum über Geldpolitik, einschl. Population, mehr am Klimawandel als die Verbrennung als perfekte Besteuerungsgrundlage zivilisierter Gesellschaften.

      Geld ist nicht die Lösung sondern Teil des Problemes; sein Wachstum wurde absichtlich entgrenzt.

      Im Zeitalter des Nullzinses (für den Rest der Zukunft) sind Co² Abgaben das alternativ innovative Steuerungsmittel der Politik schlechthin.

      Antworten
  2. Schwarzenberg
    Schwarzenberg sagte:

    Wenn infolge dessen erst einmal Grundstoffindustrien wie Zement, Stahl, Chemie in großem Stil abwandern, dann ist die Deindustrialisierung da. Dann ist Westeuropa bald nicht mehr das Wunschziel Nr. 1 für “more or less unskilled” Zuwanderer, denn dann ist Feierabend mit Sozialleistungen.
    Hauptsache China hat letztes Jahr neue Kohleblöcke mit einer Leistung von 30 Gigawatt gestartet, das reicht für ein Industrieland mit 30 Millionen Einwohnern (und zwar auch im Winter). Weitere 200 GW Kohleblöcke sind dort in Planung.

    Antworten
  3. Alexander
    Alexander sagte:

    “halte überhaupt nichts von Gerichten als Instanz für Klimapolitik”
    – so ist es.

    Die Anmaßung von Kompetenz zerstört nun die Institution “Verfassungsgericht”; wenn sich die Rechtsprechung zum Handlanger wissenschaftlicher Streitereinen macht, folgt man der Spaltung der Gesellschaft ohne Ausweg vor dem Glaubwürdigkeitsverlust, sobald Wissenschaft alte Irrtümer aufgeklärt hat.
    https://www.achgut.com/artikel/ozeane_halten_sich_nicht_an_bundesverfassungsgericht

    Dass sich die Wissenschaft auf endgültige Aussagen einlässt im Sinne von politischen Wünschen (vgl. pandemisches Desaster der Postaufklärung) entlarvt sie als Handlanger politischer Interessengruppen unter dem Schwert staatlicher Finanzierung.

    Dass ich die demokratische Zustimmung für solche Selbstzerstörung (Ökonomie, Ökologie) im Namen von Rechtsstaatlichkeit / Wissenschaft nur über Endzeitszenarien erlügen lässt, macht die betroffene Gesellschaft von Flagellanten nicht eben zukunftsfähig.

    An ihrer Qualifilkation und Verantwortungsethik lasse solche Rattenfänger entlarven, der Verlust von Relation zur Dimension war letzte Warnung.

    Zitat, Rolf Peter Sieferle:
    “Der Naturzustand steht am Ende, nicht am Anfang der bürgerlichen Gesellschaft. Nachdem das Aas des Leviathan verzehrt ist, gehen sich die Wür­mer gegenseitig an den Kragen.”

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Alexander

      >Die Anmaßung von Kompetenz zerstört nun die Institution “Verfassungsgericht”; wenn sich die Rechtsprechung zum Handlanger wissenschaftlicher Streitereinen macht, …>

      Endlich mal wieder VOLL daneben.

      Die Rechtsprechung des BVerfG macht sich NICHT zum Handlanger wissenschaftlicher Streitereien.

      Die POLITIK hat BESTIMMTE wissenschaftliche Auffassungen als richtig akzeptiert und gesellschaftliches Handeln daraufhin mit Gesetzen beschlossen.

      Das BVerfG PRÜFT diese Gesetze anhand gesellschaftlich vereinbarter und daher gültiger Normen des GG.

      Das ist alles.

      In einer DEMOKRATIE ist das SELBSTVERSÄNDLICHES Procedere, wenn geklagt wird, d. h. die Rechtmäßigkeit der entsprechenden Gesetzgebung infrage gestellt wird.

      Fragen Sie sich, an WAS es bei Ihnen fehlt, wenn Sie dies nicht kapieren können.

      Antworten
      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Dietmar Tischer

        »Politik ist der Komplex sozialer Prozesse, die speziell dazu dienen, das Akzept administrativer (Sach-)Entscheidungen zu gewährleisten. Politik soll verantworten, legitimieren und die erforderliche Machtbasis für die Durchsetzung der sachlichen Verwaltungsentscheidungen liefern«
        (Niklas Luhmann)

        Der Dreiklang aus Wissenschaft -> politischer Entscheidung – juristischer Legitimation -> ist für politische Schlafwandler eine perfekte Harmonie; alle übrigen erschrecken sich an der Gefahr des Missbrauchs von “there is no alternative”

        Tatsächlich wäre es die Aufgabe von Institutionen wie dem BVerfG zum Schutz des Staatsvolkes jede Politik zu begrenzen anstelle ihr Steilvorlagen zu bieten – wie dem Urteil zur Klimapolitik.

        Wie kommen Richter dazu zukünftige Generationen gegen heute lebende auszuspielen, wo das BVerfG selbst die Rechte von Ungeborenen einschränkte? Klar ist alles eine Frage des politischen Willens, wenn Fakten zu Meinungen relavtiviert werden.

        Theoretisch können sich diese Institutionen den Ball ewig zuspielen….

        Zitat- Rolf Peter Sieferle:
        “Die moderne, zivilisierte Gesellschaft ist in der Tat
        demokratisch, d.h. es herrscht in ihr der kleine Mann, und er prägt ihr seinen Stempel auf.

        Die Massenzivilisation ist deshalb so unkultiviert (und merkt dies nicht einmal), weil in ihr ein vulgä­rer Typus an der Herrschaft ist: der Massenmensch, für den Fast food und Entertainmentkultur geschaf­fen sind und dessen Bedürfnissen sie exakt entspre­chen.”

        Mit dem Entertainment schließt sich der Legitimationskreis zu Information der Massenmedien und ihrer Einflüsterer…..wenn Deutschland am Hindukusch verteidigt wird z.B.

        Solche Ungleichgewichte können nicht ewig mit geschöpftem Geld ausgeglichen werden, sobald der Erfolg dieser Politik ausbleibt erübrigt sich die Legitimation und schließt das Bundesverfassungsgericht ein.

        Was wir hier geboten bekommen ist clownworld.

        Wenn Sie mal wieder abwertend werden ist das ein gutes Zeichen, da gibt es nichts mehr zu verteidigen.

  4. Hans Severin
    Hans Severin sagte:

    „Klimaklage zu Lasten der Armen?“

    Die Armen sind wir alle. Denn wenn die Welt in ein großes Corona-/Klimarettungsgefängnis verwandelt wird, gibt es die armen Gefangenen und die nicht minder armen Gefängniswärter.

    Mein Vater war im Krieg Pilot und sagte mal: wenn wir den Krieg gewonnen hätten, wäre er vielleicht Verwalter in einem Bezirk in Sibirien geworden und jeder Deutsche damit beschäftigt die Besiegten zu kontrollieren und zu unterjochen. Hielt er für keine erstrebenswerte Perspektive.

    Die Zeiten waren – durch die politische Brille betrachtet- nie so wie man es gerne hätte. Schon um 1750 hieß es „The golden Age never was the present Age.“

    Antworten
    • Thomas M.
      Thomas M. sagte:

      Wenn man mal entspannt drei Schritte zurücktritt und die gesamte Geschichte und den gesamten Globus betrachtet, muss man doch wohl zum Fazit kommen: Wir hier Schreibenden haben eine sehr gute Zeit und einen sehr guten Ort erwischt für unsere zeitlich und räumlich zufällige persönliche Existenz.

      Wo kommt denn dieser Endzeitstimmung her?

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        100% d’accord.

        >Wo kommt denn dieser Endzeitstimmung her?>

        Basis dafür ist die Auffassung, dass es IMMER und EWIG besser werden MUSS.

        Ist dies der Erfahrung nach nicht der Fall, stimmt etwas nicht, herrscht Unfähigkeit, werden Fehler gemacht, muss umgesteuert oder auch mal – wie heutzutage in erheblichem Umfang vertreten – das ganzes System auf den Kopf gestellt werden.

        Neben all dem, was es auch gibt:

        Die MASSSTÄBE stimmen nicht.

        Das ist bekanntermaßen die Erkenntnis seit ca. 2.500 Jahren, als die Menschen begannen, sich ihrer Existenzbedingungen bewusst zu werden und sich damit auf intelligente Weise auseinandersetzt haben.

      • Hans Severin
        Hans Severin sagte:

        Aus eigenem Erleben auf einer großen internationalen Versammlung kann ich sagen, dass das als typisch deutsch gilt. Die Gründlichkeit die wir (noch) haben, hat viel Gutes hervorgebracht, die Hochblüte der Wissenschaft um 1900 als Deutsch die Sprache der Wissenschaft war und ich (später) an der Uni von Los Angeles eine sinngebende Inschrift auf Deutsch lesen konnte.
        Der Sozialismus der DDR wurde auch besonders gründlich angegangen, wahrscheinlich war das selbst den Russen zuviel, und heute wird die Rettung der Welt halt gründlichst betrieben.

      • Carsten Pabst
        Carsten Pabst sagte:

        @Thomas M.
        Das haben Sie schön umschrieben und auf den Punkt gebracht. Übrigens Danke für den Input mit den Holzsatelliten. Habe etwas recherchiert und somit den Horizont ein klein wenig erweitert. Interessanterweise ist Holz schon länger ein Thema in der Raumfahrtindustrie. Drei Nasa- Sonden des Ranger Programms zur Erkundung des Mondes waren zum Teil aus Balsaholz. Man lernt (zum Glück) nie aus.
        Freundliche Grüße
        Carsten Pabst

  5. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >Ich halte überhaupt nichts von Gerichten als Instanz für Klimapolitik, geht es doch um ein Thema und Maßnahmen, die gesellschaftlich breit getragen werden müssen.>

    Die Begründung trägt nicht.

    Ohne erneut auf das Klimaurteil des BVerfG im Detail einzugehen, ist es SELBSTVERSTÄNDLICH so, dass die LAST der Reduktion von CO2-Emissionen gesellschaftlich BREIT getragen werden MUSS, d. h. in ERWÄGUNG zu ziehen ist, wer wieviel an Reduktionsleistung zu erbringen hat, wenn nach Mehrheitswillen das Klimaziel 2050 erreicht werden soll.

    Reduziert die ältere Generation JETZT mehr und die jüngere SPÄTER weniger oder umgekehrt?

    Wenn die Mitglieder der Gesellschaft dies NICHT im politisch zufriedenstellenden Konsens klären können, gibt es Gerichte, die anhand der Verfassung und davon abgeleiteten Rechts ein Urteil zu den Maßnahmen fällen können – und auch MÜSSEN.

    Daher RICHTIG:

    >…können jedoch den politischen Prozess umgehen und eine härtere Klimapolitik erzwingen als ursprünglich von Wählern und Regierungen vorgesehen.>

    Sie können es VERSUCHEN und werden es versuchen, wenn sie ihre INTERESSEN politisch nicht durchsetzen können bzw. die politische Durchsetzung als nicht angemessen erachten.

    Das ist LEGITIM, weil im Rechtsstaat so vorgesehen.

    Sie werden aber nicht AUTOMATISCH damit Erfolg haben.

    Das Problem ist ein anderes, nämlich DIESES:

    >Viele Verfahren berufen sich darauf, dass der Klimawandel jungen Menschen ihre Zukunft raube. Das ist die alarmistische Darstellung in den Medien, welche von Politikern unterfüttert wird, die behaupten, der Klimawandel sei eine ‘existenzielle Bedrohung’.“ >

    Die Behauptung von Klägern in dem Verfahren und in den Medien ist in der Tat ALARMISTISCH, weil jungen Menschen natürlich nicht ihre Zukunft geraubt wird.

    Sie haben eine Zukunft.

    Aber diese Zukunft wird nicht mehr die gemütliche von gestern und heute (noch) sein, weil es eben einen Klimawandel mit außerordentlichen VERWERFUNGEN gibt.

    Denen wollen die jungen Menschen so weit wie möglich entkommen und daher wird permanent von der „existenziellen Bedrohung“ geredet.

    >Sie können das Leben genießen und gleichzeitig unvorhersehbare und vorhersehbare Herausforderungen, einschließlich des Klimawandels, bewältigen.>

    BEWÄLTIGEN ja, auf welche Weise auch immer, das Leben GENIESSEN ist dagegen eine Aussage, die nach Lage der Dinge, insbesondere des offensichtlich nicht zu bremsenden Bevölkerungswachstum auf der Erde mit kaum vorstellbaren Migrationsströmen etc. an VERHÖHNUNG grenzt.

    Der Autor redet m. A. n. zudem dummes Zeug, wenn er behauptet:

    >In reichen Ländern wie Deutschland haben sich die Strompreise in den vergangenen zwei Jahrzehnten verdoppelt. Das hat dazu geführt, dass bis zu 30 Prozent der Haushalte in Energiearmut leben.>

    Wenn überhaupt, VERBRAUCHEN sie WENIGE Energie.

    Aber klar, dass ist das NARRATIV unserer Gesellschaft:

    Auf vergleichsweise HOHEM Niveau weniger verbrauchen zu können = in ARMUT zu leben.

    Der Autor fällt in die IDEOLOGIE zurück, die er beklagt.

    Eine schwache Nummer, Gratulation an faz.net

    Antworten
  6. JürgenP
    JürgenP sagte:

    @ DS „In den UN-Szenarien für das 21. Jahrhundert werden die Menschen länger leben, besser ausgebildet sein und mehr Ressourcen zur Verfügung haben. Sie können das Leben genießen und gleichzeitig unvorhersehbare und vorhersehbare Herausforderungen, einschließlich des Klimawandels, bewältigen“.

    Sind das nicht schöne Aussichten … wunderbar, Hände in den Schoß legen und abwarten bis der Kelch an uns vorüber gegangen ist.

    Kein Corona-, kein Spahn- + Lauterbachgeheule mehr vor, in und nach der Tagesschau, genügend Strom vom Dach für die Kühlanlage, die uns die Frühjahr-bis-Herbst-Standardtemperatur 51°C vom Hals hält, kein Hunger mehr auf der Welt, nur noch gebratene Tauben und gegartes Gemüse (Öko, vom ehemaligen Nordpol !), ganz nach persönlichem Bedarf per Amazon-Drohne bis in der Rest-Urwald – und nicht vergessen: immer wieder den lustigen Otto mit seinen frischen Gags von einem, der aus dem Mittelalter kam, …

    Oh, es steht UN-ScenariEN.

    Gibt es womöglich auch andere Optionen?

    Antworten
    • foxxly
      foxxly sagte:

      @ jürgen
      dieses UN-szenario ist völlig irreführend, weil bereits heute schon diese statisik für die ärmeren schichten kippt. sie sterben früher.
      nachdem der anteil in der bevölkerung stark wächst, welche sich die medizinischen leistungen nicht mehr entsprechend leisten können, ist die UN- aussage bereits heute schon falsch.

      nächstes problem: wer konsumiert dann noch genügend um das angebot der hersteller zufrieden zu stellen?
      die zuwanderung vielleicht?

      Antworten
  7. foxxly
    foxxly sagte:

    das klima ist dann gerettet, wenn die masse zu hungerlohn arbeitet und völlig entreichert ist.

    null-co2 zur klimarettung und systemischen wachstumzwang, gehen niemals zusammen!
    um entsprechende anlagen in dem umfange herzustellen und zu installieren, bedeutet in den kommenden 20 jahren ein vielfaches an energieaufwand, so dass wir anschließend eine minus-co2 bedingte wirtschaft bräuchten und trotzdem wachsen sollten.
    das ist die quadratur des kreises. das werden sehr wahrscheinlich nichtmal “fussionskraftwerke” lösen können.

    nur eine drastische reduktion der wirtschaftsgeschwindigkeit würde co2 -verringerungen bringen. geht aber nicht, weil das kreditgeldsystem eine reduktive wirtschaft nicht überlebt.
    hier wird der wahnsinn dieses kreditgeldsystem wieder einmal sichtbar.
    desshalb kennt man nur eine richtung: wachsen bis es kracht! ist PERVERS u KRANK!

    ich denke nach wie vor, dass die null-co2-, und auch die corona- histerie, menschengemachte werke sind, um weiter gewinne für das großkapital zu generieren.
    nicht nur die pharma profitiert von corona, – nochmehr aber die geld-drucker-banken.

    die finanziellen belastungen daraus, machen den klein – und mittelstand bzw. und die masse, kaputt. wenn die masse kaputt ist, erübrigt sich die klimarettung von selbst.

    Antworten
  8. Johannes
    Johannes sagte:

    Empfehle, einmal diesen Beitrag aufmerksam zu lesen:

    “Protagonisten in diesem Beitrag sind: Dr. Bastian Bergerhoff, langjähriger Politiker von Bündnis90/Die Grünen in Frankfurt am Main, und Professorin Dr. Gabriele Britz, seit 2011 Richterin am Ersten Senat des Bundesverfassungsgerichts, nominiert von der SPD.

    Die beiden sind ein Ehepaar.

    Gabriele Britz ist Berichterstatterin in einem Verfahren gewesen, das Klimaaktivisten gegen die Bundesregierung angestrengt hatten und mittlerweile als „Klimaurteil“ Berühmtheit erlangt hat, bricht das Gericht doch mit seinen bisherigen Grundsätzen ausgleichender Gerechtigkeit und schlägt sich voll und ganz auf die Seite einer der klagenden Parteien. Es wird also selbst zum Aktivisten.

    Die ganze Geheimniskrämerei provoziert folgende Frage: Wäre die Entscheidung genauso ausgefallen, wenn in der deutschen und – aufgrund der weit über Deutschland hinausweisenden Bedeutung des Gerichts – in der internationalen Öffentlichkeit bekannt gewesen wäre, dass die Berichterstatterin und damit das Mitglied des zuständigen Senats des Bundesverfassungsgerichts, das auf das Verfahren durch seine Funktion ganz wesentlich Einfluss nehmen kann, mit einem führenden und in Sachen Klimaschutz hoch engagierten Politiker der Grünen verheiratet ist?”

    https://www.tichyseinblick.de/gastbeitrag/bergerhoff-britz-klimaurteil/

    Und, die Armen haben haltungsstarke “Aktivisten” noch nie wirklich interessiert.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Johannes

      “Wäre die Entscheidung genauso ausgefallen, wenn in der deutschen und – aufgrund der weit über Deutschland hinausweisenden Bedeutung des Gerichts – in der internationalen Öffentlichkeit bekannt gewesen wäre, dass die Berichterstatterin und damit das Mitglied des zuständigen Senats des Bundesverfassungsgerichts, das auf das Verfahren durch seine Funktion ganz wesentlich Einfluss nehmen kann, mit einem führenden und in Sachen Klimaschutz hoch engagierten Politiker der Grünen verheiratet ist?”

      Na klar. Die Grünen haben so viel Sendungsbewusstsein dass für Skrupel kein Platz mehr bleibt.

      Viel lustiger ist folgendes Gedankenexperimient:

      Stellen Sie sich eine analoge Konstellation vor mit einem Verfassungsgerichts-Urteil, das unser Asylrecht verschärft, und einer maßgeblich daran beteiligten SPD-Richterin, die mit einem prominenten AfD-Mitglied verheiratet wäre.

      Da wären die Grünen die allerersten, die laut aufschreien und sich über “braunen Filz” und “rechtsextreme Netzwerke in der Justiz” beklagen würden!

      Unrealistisch? Die SPD in Schleswig-Holstein wäre vor ein paar Jahren fast durchgedreht, weil sich herausstellte, dass eine SPD-Ortsvereins-Vorsitzende (!) mit einem AfD-Kreisvorstands-Mitglied verheiratet war: https://www.shz.de/lokales/schleswiger-nachrichten/spd-frau-kerstin-hansen-verliest-brief-ihres-afd-mannes-ruege-vom-kreisvorstand-id20349137.html

      Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Johannes

      >Die ganze Geheimniskrämerei provoziert folgende Frage: Wäre die Entscheidung genauso ausgefallen …>

      Geheimniskrämerei liegt NICHT vor, wenn die Information zugänglich ist, aber nicht abgefragt wird.

      Nach dem, was Sie sagen, sind die Hintergrund- und die Beziehungsinformationen der beiden Protagonisten öffentlich.

      Man hätte sie wohl ermitteln und bekannt machen können – so wie es jetzt der Fall ist.

      Wie das Urteil ausgefallen WÄRE, wenn … ist Spekulation.

      Die PROVOKATION zu einer Frage besagt NICHTS über die QUALITÄT des Urteils.

      Das Urteil ist mit Bezug auf seine BEGRÜNDUNG zu bewerten und gegebenenfalls auch zu kritisieren.

      NUR so.

      Alles andere sind Ausweichmanöver, die Bestätigungsreaktionen auslösen, die der Sache nicht dienlich sind.

      Antworten
  9. Gnomae
    Gnomae sagte:

    „Wohlmeinende Aktivisten, die die notwendigen Kompromisse umgehen wollen, versuchen im Grunde genommen, den Klimaschutz auf Kosten aller anderen erstrebenswerten Ziele zu erzwingen. Und wenn wohlmeinende Richter in wohlhabenden Ländern mitspielen, öffnet das die Büchse der Pandora für alle Arten von Rechtsstreitigkeiten.“

    Bisher hat die Justiz lediglich das umgesetzt, was gesetzlich festgeschrieben war. Dies bedeutet, die Parlamente haben Gesetze erlassen, aber deren Konsequenzen und Auswirkungen auf die Bürger nicht verstanden.

    Warum gegen den Klimawandel kämpfen, wenn eine Anpassung der Menschheit an die neuen Umstände genügt.

    Hier haben wir einen gewissen Klima-Maoismus, der Gegenmeinungen hysterisch bekämpft, anstatt vernünftige Lösungen anzustreben, also in erster Linie Anpassungen statt Verbote.

    Der deutsche Michel zahlt es (wie gestern im Blog: 110 % Eco-Bonus in Italien).

    Antworten
    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      „Warum gegen den Klimawandel kämpfen, wenn eine Anpassung der Menschheit an die neuen Umstände genügt“.

      Die Anpassung „der Menschheit“ ist bei der aktuellen Reproduktionsrate kein Problem. Es wird sicher in wenigen Generationen schon die BioaktiveKühlhaut und ähnliche natürlich nachwachsende Schutzeinrichtungen geben (… dank mRNA-Technologie, die bei Bedarf ausbaufähig ist).

      Was machen wir in der Zwischenzeit mit Oma Frieda (Bj. 1939) und Opa Ernst (Bj. 1941)? Vielleicht kann man die Kühlhaut künstlich züchten und dann verpflanzen. Wenn das gemeint ist mit „Anpassung“.

      Antworten
      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @JürgenP

        Die Anpassung von Ökosystemen, von denen der Mensch abhängig ist, ist bei Ihrem richtigen Einwand noch gar nicht enthalten.

        Außerdem könnte man die Frage auch umdrehen: Warum einen Klimawandel verursachen, wenn er langwierige und sehr teure Anpassungen nötig macht?

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @JürgenP

        Meine Güte! Wie wäre es, statt von einer “mRNA-basierten bioaktiven Kühlhaut” zu fantasieren erstmal mit der Installation von Klimaanlagen anzufangen? Da haben wir ausnahmsweise nicht einmal ein großes Stromspeicherproblem – der Bedarf für solche Kühlung ist ja genau dann am größten, wenn die Sonne intensiv scheint…

        Es gibt sogar Hitze-Anpassungsmaßnahmen, die völlig ohne Technologie auskommen, abgesehen von elektrischem Licht. Wenn Sie im Hochsommer schon einmal ein paar Tage in einem Dorf in Spanien oder Griechenland verbracht haben, werden Sie erlebt haben, wie man den Tagesablauf so gestalten kann, dass die Belastung durch die Hitze am Nachmittag möglichst klein bleibt…

      • JürgenP
        JürgenP sagte:

        @ RO
        Kommt drauf an. Es gibt Menschen, die haben Nachts für den gesunden Norddeutschen Schlaf den größten Kühlbedarf. Kann man sicherlich individuell anpassen. Auch die Arbeits- und Ladensöffnungszeiten können wir klima- und temperauraktuell einstellen: nach Corona-App kommt eben die KlimaHitze-App. Ein modernes Handy (demnächst mit Blaulicht) hat doch jeder, also auch kein Anpassungsproblem. Das mit den klapprigen Fensterläden sollten wir uns noch mal überlegen, da wir es sicherlich innovative Lösungen geben. Frage: was machen wir mit der Anpassung der Brandschneisen? Wenn, dann bitte das Nachbarhaus beseitigen. Da wäre meine Anpassungsfähigkeit sehr begrenzt.

  10. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    bto: “Man muss wohlhabend sein, um sich Klimarettung über Verzicht leisten zu wollen.”

    Das ist nur die halbe Wahrheit. Für die ganz besonders Wohlhabenden sind Sonderregelungen geplant, damit sie gar nicht verzichten müssen:

    “EU Proposes To Exempt Private Jets, Cargo From Jet Fuel Tax
    According to Argus Media, the European Commission – that murder of career bureaucrats – has proposed exempting private jets and cargo flights, two of the most polluting forms of transportation, from the planned EU jet fuel tax. A draft indicates that the tax would be phased-in for passenger flights, including ones that carry cargo.

    (…) private jets will enjoy an exemption through classification of “business aviation” as the use of aircraft by firms for carriage of passengers or goods as an “aid to the conduct of their business”, if generally considered not for public hire. It gets better: a further exemption is given for “pleasure” flights whereby an aircraft is used for “personal or recreational” purposes not associated with a business or professional use.”
    https://www.zerohedge.com/markets/eu-proposes-exempt-private-jets-cargo-jet-fuel-tax

    Alle auf der “Farm der Tiere” sind gleich, aber manche Schweine sind eben doch ein bisschen gleicher als die anderen. ;)

    Antworten
    • Wolfgang Selig
      Wolfgang Selig sagte:

      @Herrn Ott: ein schönes Beispiel, wann die wirklich Mächtigen ihren Einfluss mal offensiv nutzen. Die halten sich ja sonst gerne im Hintergrund. Schon dreist.

      Antworten

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.