Von wegen „Deleveraging“

Bloomberg hat zwei sehr interessante Charts erstellt.

Zunächst die Schulden der Welt 2007:

Quelle: Bloomberg

Dann die Schulden der Welt 2018:

Quelle: Bloomberg

So weit also zum Thema „Deleveraging“. Nur in UK sind die Schulden gesunken (!). Vermutlich hat die Sparpolitik auch dazu geführt, dass es dort politisch etwas unruhiger war dort. Den größten Zuwachs verzeichnet China. Fazit Bloomberg: „Certain sectors which caused the greatest problems in 2007 did indeed de-lever, but for the most part the world relied on China to take over as the world’s borrower-in-chief, and create the conditions that allowed the rest of the world to muddle through. With leverage comes greater risk, and China is plainly a far greater risk for a crisis than it was a decade ago.“

 

Kommentare (8) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @ruby:

      Den Kommentar mit dem Imperialismus finde ich zu kurz gegriffen. Natürlich haben Jahrhunderte Imperialismus immense Schäden und Leid angerichtet. Es ist aber weiß Gott nicht so, dass es in den 1.000 Jahren vor dem Imperialismus keine Kriege, keine Sklaverei und keinen Aberglauben gegeben hätte. Auch haben sich Wissenschaft und Forschung, bei denen z.B. die Ägypter mal ganz vorne mit dabei waren, schon vor Beginn des Imperialismus suboptimal entwickelt, um es höflich zu formulieren.

      Wenn die Afrikaner den Willen entwickeln, ihre Staaten zu modernisieren oder überhaupt einmal entscheiden, welche Staatsform zu ihnen passt (z.B. eher föderal oder zentralistisch oder sogar eine Teilung wie bei Sudan – Südsudan) und sie ein Zusammengehörigkeitsgefühl auch gegenüber großen ausländischen Mächten wie USA oder China entwickeln, haben sie große Möglichkeiten. Ihre Einstellung ist mir zu fatalistisch; ausgeplündert wurden in Afrika schon genügend Leute. Das muss man nicht auch noch als gottgegeben hinnehmen.

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        ruby sagte:

        @Susanne
        Bin nicht fatalistisch, eher realistisch.
        Die Staatsgrenzen haben wir (Westen) gezogen. Im Bücherregal steht noch der dtv perthesatlas Afrika.
        Ich habe positive Kontakte mit den Menschen, aber sie sind durch die grausame Geschichte ge(ver)formt.
        Was wird tatsächlich wirklich werden, um frei und souverän Gesellschaft zu wirtschaften?
        Mein Name ist mit Zweifel bedeutet, mehr ist da nicht.
        Gerne würde ich positiv nach vorne schauen und leben.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @ruby:

        Vielleicht sind Sie realistischer als ich. Aber ich sehe das Internet als die ganz große Chance für Afrika. Zum ersten Mal gibt es für Normalbürger andere Informationsquellen als die Erzählungen der Altvorderen, die Propaganda der Regierung und die Marketingsprüche von NGOs und internationalen Konzernen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass bei diesen Einflüssen Frauen aus Mali oder Niger dauerhaft mit 18 Jahren schon mit dem 4. Kind schwanger sein wollen. Allerdings wird es im positiven Fall garantiert sehr lange dauern.

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        ruby sagte:

        @Susanne, es ist schön richtig, wie hoffnungsvoll Sie schreiben. Und wenn sich nicht mit diesem freien Wissen durch das Mediengerät und Medium Hightech Handy ein Zeitfenster öffnet …
        Wir sind u n d werden, dafür verlasse ich gerne meine geliebte Dialektik als Methode. Zum Glück sind Kraft und Wille universalistisch.

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        ruby sagte:

        @Susanne
        Ein Buch zu unserer Geschichte in Afrika von Bartholomäus Grill, Wir Herrenmenschen im Siedler Verlag erschienen. Rezension heute im DLF in Abdruck.
        Für ist das ein Abschluss meiner Lebenswahrnehmung durch einen weitgereisten Journalisten.

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    Christian Hu sagte:

    Ohne Entwicklung des Eigenkapitals für mich nicht wirklich aussagekräftig, denn Leverage = Debt / Equity.

    Hier dürfte die Politik der Notenbanken sowie die Produktivitätsentwicklung dazu beigetragen haben, dass auch das Eigenkapital gestiegen ist.

    Interessant auch, dass Afrika unsichtbar ist. Entweder wird dort nicht gemessen, oder Verschuldung korreliert eben doch bis zu einem gewissen Grad mit Wohlstand

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      Wolfgang Selig sagte:

      @Herrn Hu: Ich vermute bei Afrika beides und einen Zusatzfaktor. Erstens sind die Summen klein und zweitens läuft das garantiert nicht über eine offiziellie Statistik oder Finanzbehörde, die es messen könnte. Der Zusatzfaktor ist die Bonität. Ein Investmentgrade-Rating können Sie da in den meisten Ländern nicht erwarten, da die Zustände in Politik, Justiz, Medien, Infrastruktur, etc. viele Länder einfach nicht wirklich anleihefähig machen. Hinzu kommt die staatliche Konkurrenz durch Entwicklungshilfe, die keinen ROI erwirtschaften müssen.

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