Vielleicht macht die verlorene Generation doch nicht mit?

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Live aus dem Tollhaus der Ökonomen heute der Beitrag in der F.A.Z. über einen Vortrag des Chefvolkswirts der Deutschen Bank, Folkerts-Landau. Der hat es in sich:

  • „Die Kosten, die Eurozone zusammenzuhalten, sind eine verlorene Generation.“ ‒ bto: Das ist ein ziemlich hoher Preis für ein politisches Projekt. Sonst nur bei Kriegen so.
  • „Die meisten Europäer sind bereit, diesen Preis zu zahlen, um ein mehr vereintes Europa zu haben.“ ‒ bto: Richtig beziffern tut er diesen Preis allerdings nicht.
  • „In Berlin seien die 100 Politiker, auf die es ankommt, sicherlich dazu bereit, mehr finanzielle Opfer zu bringen. Sie würden im Notfall mehr Hilfen und Transfers zustimmen.“ ‒ bto: Das glaube ich sofort! Doch ist es wirklich in unserem Interesse? Und was, wenn die Steuerzahler doch meutern?
  • „Der Druck auf die EZB, einen Staatsanleihenkauf zu beginnen, nehme jetzt stark zu, sagte  Folkerts-Landau. Er sehe keine Gefahr einer Deflation, doch stelle auch die sehr niedrige Inflation ein Risiko dar.“
  • „Ganz langfristig sei er für Europa wieder optimistischer, sagte der Deutsche-Bank-Chefvolkswirt. Europa könne von einer hinterher hinkenden wieder  zu einer führenden Region aufsteigen, weil es weiche Faktoren in seiner Kultur habe, die günstig  für die Wirtschaft seien und eine zunehmende Rolle spielten.  Konkret nannte er die Bedeutung von Zusammenarbeit, Konfliktlösung und Gesetzgebung.“
  • „Ein zunehmend belastender Faktor werde allerdings die demografische Entwicklung sein.“ ‒ bto: Das ist aber das eigentliche große Problem!

F.A.Z.: Deutsche Bank: Euro bringt „verlorene Generation“, 10. Dezember 2014

Bleibt die Frage, ob die verlorene Generation wirklich so „bereitwillig bereit ist, den Preis zu zahlen“. Aus Italien kommen da ganz andere Stimmen: „Wir wollen raus aus dem Euro.“ Die F.A.Z. berichtet weiter: „Ähnlich äußerte sich ungefähr zur selben Zeit die europakritische Partei Fünf Sterne des Bloggers und Komikers Beppe Grillo. Es gehe nicht um die Frage, ob wir die Eurozone verlassen sollten, erklärte Grillo. Sondern es müsse darum gehen, dies so schnell wie möglich zu tun. Die Partei will nach eigenen Angaben an diesem Wochenende eine Petition für eine Volksabstimmung über den Euro auf den Weg bringen. Die Währung sei überhaupt nur für Deutschland und Finanzoligarchien entwickelt worden, erklärte die Protestpartei.“ Wie schon vor einigen Tagen geschrieben: 1. Irgendwann kommt jede Opposition an die Macht. 2. Italien ist das Land mit den größten Anreizen auszusteigen.

→.F.A.Z.: Italienische Parteien fordern Euro-Austritt, 11. Dezember 2014

2 Kommentare
  1. Hartmut G. says:

    “In Berlin seien „die 100 Politiker, auf die es ankommt, sicherlich dazu bereit“, mehr finanzielle Opfer zu bringen.“

    naja, das mit den führenden 100 Soziopathen mit Allmachtsfantasien und andere für „ihr“ Europa Opfer bringen zu lassen, war vor 70Jahren auch nicht anders.
    Schauen Sie sich mal öfter die aktualisierten Statistiken auf querschuesse.de an, zudem wird über kurz oder lang die gesellschaftliche Entwicklung in den PIGFS nicht mehr zu halten sein und dann werden die Eurokraten auch noch ihr Stalingrad bekommen – und das ist gut so.
    mfG

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