It looks like a duck, quacks like a duck, but it’s a secular bear

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Seit dem März 2009 boomen die Aktienmärkte, allen voran die der USA, die sich seither verdreifacht haben. Kurz nach der Nahtoderfahrung des Finanzsystems setzten die Märkte zu einer massiven Erholung ein, nicht zuletzt dank der freundlichen Unterstützung der Notenbanken. Nicht wenige sehen dies als einen untrüglichen Bullenmarkt, der noch lange nicht am Ende ist. Allen voran natürlich die Vertreter der verschiedenen Banken, die prächtig daran verdienen, wenn immer mehr Investoren sich auf die Märkte stürzen. Doch ist es wirklich ein neuer Bullenmarkt, ähnlich jenem, der Anfang der 1980er begann, als die BUSINESS WEEK mit dem „Tod der Aktie“ als Titelgeschichte aufmachte? John Authers von der FT nimmt sich des Themas an. In seinem ziemlich zynisch geschriebenen Kommentar kommt er zu einem klaren Urteil. Es ist eine Bärenmarkt-Rally. Was übrigens für ein baldiges Ende derselbigen spricht.

  • Der S&P 500 ist nach einem fast ununterbrochenen Anstieg über sechs Jahre auf einem Allzeithoch. Doch wenn man genauer schaut, ist er gar nicht so hoch: Inflationsbereinigt liegt er noch deutlich unter dem Stand von 2000 und hat zudem gegenüber Anleihen und Gold (laut Greenspan die ultimative Währung) deutlich underperformed.
  • „Säkulare“ Bullenmärkte dauern lange an und sind gekennzeichnet von einer nachhaltigen Höherbewertung von Aktien, also steigenden Kurs-Gewinn-Verhältnissen. Am besten gemessen mit dem Shiller-PE, das mit rollierenden historischen Gewinnen arbeitet, statt (überzogenen) Analystenerwartungen.
  • Nach dieser Kenngröße gab es historisch einmalige Kaufgelegenheiten in den Jahren 1921, 1932 und 1981. Das Allzeithoch erzielte das Shiller-PE mit 44 im Jahre 2000 und zum Zeitpunkt des Tiefs im Jahre 2009 lag es knapp bei 10. Heute liegt es bei 26,5 ‒ der Anstieg seit 2009 war demzufolge vor allem eine Folge einer höheren Bewertung von Aktien, was auch in einer Bärenmarkt-Rally passieren kann.
  • Genauso war es zwischen 2003 und 2007, als der Markt sich immerhin verdoppelte.
  • Heute sind die Bewertungen hoch bei zugleich historisch hohen Gewinnen. Beides profitiert von den tiefen Zinsen (was die Gewinne treibt und die Bewertungen).
  • Nur wenn die Gewinne jetzt deutlich weiter wachsen, ist es keine Bärenmarkt-Rally, sondern wirklich der neue Bullenmarkt. Authers rät zur Vorsicht.

FT (Anmeldung erforderlich): It looks like a duck, quacks like a duck, but it’s a secular bear, 5. Dezember 2014

Passend dazu warnt die BIZ ‒ erneut ‒ vor der Euphorie an den Märkten:

Zero Hedge: Even The BIS Is Shocked At How Broken Markets Have Become, 8. Dezember 2014

Während Ambrose Evans-Pritchard in einem Artikel über die Folgen des Ölpreisrückgangs am Rande die Bank of America zitiert, die darauf hinweist,

  • dass das QE von Japan und (potentiell) Europa nur 35 Prozent des Wegfalls des QE der Fed auffängt, was zu einer Liquiditätsverknappung in den Finanzmärkten führt;
  • dass, immerhin 56 Prozent des Welt-BIP zur Zeit durch Nullzinspolitik gestützt wird, ebenso 83 Prozent der frei gehandelten Aktien;
  • dass, rund die Hälfte aller Staatsanleihen in der Welt weniger als ein Prozent Rendite abwerfen
  • und dass 1,4 Milliarden Menschen in einem Umfeld negativer Zinsen leben.

Evans-Pritchard: Es ist eine Depression wie im Stil der 1930er-Jahre ‒ nur in Zeitlupe. Habe ich vor einem Jahr beschrieben: Deflationsspirale in Zeitlupe.

The Telegraph: Bank of America sees $50 oil as Opec dies, 9. Dezember 2014

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