„This time China’s property bubble really could burst“

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George Magnus ist für Besucher dieser Seiten ein alter Bekannter. Immer wieder besticht er durch seinen klaren Blick auf die Weltwirtschaft, besonders die Schwellenländer und China. Obwohl er bisher immer die Fähigkeit Chinas gelobt hat, mit dem erforderlichen Wandel umzugehen, schlägt er mit Blick auf den chinesischen Immobilienmarkt kritischere Töne an:

  • Die chinesische Bauwirtschaft ist das Rückgrat der Weltwirtschaft: Treiber der Entwicklung in China und Stütze der Rohstofflieferanten von Peru bis Australien.
  • Der lange Zeit befürchtete Crash im Immobilienmarkt scheint nun tatsächlich zu drohen. Dies könnte einen deflationären Einbruch auslösen, der die gesamte Weltwirtschaft bedroht.
  • Ausfälle im Schattenbankensystem und Überschuldung von Lokalregierungen wird die Regierung in den Griff bekommen.
  • Problematischer ist dagegen die realwirtschaftliche Auswirkung eines Einbruchs. Der Bausektor hat immerhin einen Anteil von 13 Prozent am BIP, rund doppelt so hoch wie in den USA im Jahr 2007.
  • Zählt man die indirekt damit zusammenhängenden Sektoren wie Stahl und Baumaterialien hinzu, liegt der Wert sogar bei 16 Prozent bzw. einem Drittel der Investitionen.
  • Grund für Besorgnis gibt der erhebliche Bestand an unverkauften Wohnungen. Ursache: knappere Kreditvergabe, die Bekämpfung der Korruption – und schlichtweg zu viel Bautätigkeit.
  • Sollte es zu dem Einbruch kommen, wird die Regierung entgegen den bisherigen Äußerungen handeln: Konjunkturprogramme, billigere Hypotheken, Beschleunigung der Verstädterung.

Dennoch bleibt die Konsequenz für die Weltwirtschaft eine bittere: Export von Deflation. Können gerade wir in Europa nicht gebrauchen.

FT (Anmeldung erforderlich): „This time China’s property bubble really could burst“, 12. Mai 2014

Passend dazu ein weiterer Beitrag in der FT.

  • Alle Indikatoren weisen auf ein Platzen der Blase in China hin.
  • Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist das Volumen an verkauften Wohnungen in den ersten vier Monaten des Jahres um 7,8 Prozent gefallen.
  • Im gleichen Zeitraum gingen die Baubeginne um 22,1 Prozent zurück.
  • Immerhin 23 Prozent des chinesischen BIP wurde letztes Jahr mit dem Bau, Verkauf und der Ausstattung von Wohnungen generiert. Mehr als zum Höhepunkt der Blase in USA, Irland und China.
  • Damit wächst mit einem Einbruch die Gefahr einer „chaotischen Anpassung“ (nette Analystensprache für „kann ziemlich schiefgehen“).
  • Schon gefallen: der Absatz von Luxusgütern. Und der Stromverbrauch wächst auch deutlich langsamer. Alles Indikationen für eine Abschwächung.

China bleibt die große Unbekannte für die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten Jahren. Nicht nur Schuldenwirtschaft nach westlichem Vorbild, sondern auch Blasenwirtschaft. Kommt noch die schlechte Demografie dazu, und wir haben potentiell den nächsten Krisenherd.

FT (Anmeldung erforderlich): „Property sector slowdown adds to China fears“, 13. Mai 2014

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