„The World Economy Just Can’t Escape Its Low-Growth, Low-Inflation Rut“

Vor lauter Diskussion zu Brexit, Niedergang Deutschlands und der EU/des Euro auf bto kommt das grundlegende Problem der Weltwirtschaft manchmal zu kurz: die säkulare Stagnation, für mich die Eiszeit in der Weltwirtschaft. Dabei ist diese noch lange nicht überwunden, wie auch die The New York Times festhält:

  • „For much of 2018, it appeared that the world economy was finally getting out of the rut it had been stuck in for the decade since the global financial crisis. But it now looks as if the era of persistently low growth, low inflation and low interest rates isn’t over after all.“ – bto: Natürlich ist sie das nicht, weil die Politik die Grundursachen der Krise nicht lösen wollte oder konnte. Es wurde nur mit billigem Geld übertüncht.
  • „Despite some promising signs of vitality during much of last year, issues that have dogged the world economy for the last decade — an aging work force in many of the biggest economies, weak growth in productivity, excessive global savings and industrial capacity, and a shortage of worldwide demand — haven’t disappeared.“ – bto: So ist es. Was in der Auflistung fehlt, ist die hohe Verschuldung.
  • „That helps explain why American workers’ wages have been rising relatively slowly despite a low unemployment rate. And it makes for a perilous time: Low growth rates mean the economy could slip into recession more easily, and low interest rates mean central bankers would find themselves with less powerful tools to lessen the pain of a future downturn.“ – bto: Das Problem der tiefen Löhne ist dabei ein anderes als das der tiefen Zinsen.
  • „This shows that the forces that are restraining many economies are a lot harder to contend with and more pervasive than many people were hoping or believing, (…) It’s bad news for the work force’s earnings prospects in many countries and for those who hope for a reversal of the growing inequality trend that has been in place for many years.“ – bto: Ja, so ist es. Die Notenbanken können nur die Vermögensbesitzer reicher machen.
  • „Consider that markets went haywire in the final weeks of 2018 in significant part because of fears that the Federal Reserve was raising rates by more than the economy could handle. Jerome Powell, the Fed chairman, played a big role in fueling a stock market rebound when (…) the Fed would adjust policy ‘quickly and flexibly’ as conditions warranted.“ – bto: gefangen in der Politik des billigen Geldes.
  • „His predecessor, Janet Yellen, went so far as to say recently that ‘it’s very possible we may have seen the last interest rate hike of this cycle.’ But what does it mean when a mere 2.4 percent interest rate — the rough level of the Fed’s target after a December increase — is enough to risk breaking the economy?“ – bto: Das bedeutet, beim nächsten Mal ist schon ein Zins von null zu hoch. Die Helikopter kommen, egal wie man sie nennt.

→ nytimes.com: „The World Economy Just Can’t Escape Its Low-Growth, Low-Inflation Rut“, 27. Januar 2019

33 Kommentare
  1. Dietmar Tischer sagte:

    Andere können noch so viele Probleme sehen, es gibt immer eine Lösung:

    Die Verlinkung von Meinungen.

    Hier sind es bis jetzt sieben.

    Schlimm nur, dass die klügsten Köpfe und einflussreichsten Menschen diese nicht lesen.

    Könnte doch alles so schön auf die Reihe gebracht werden, wenn man nur dem ERLEUCHTETEM folgte.

    Ein Jammer!

    Aber vielleicht helfen noch ein paar Links.

    Jede Botschaft findet ein paar Jünger, man muss sie nur oft genug wiederholen.

    Antworten
      • Richard Ott sagte:

        Oh, Herr Stöcker, haben Sie etwa ein Dossier über Herrn Tischer? Das wird ja immer interessanter hier mit Ihnen.

        Ich frage mich allerdings, ob Sie die verlinkten Artikel überhaupt selbst gelesen haben. Der Jane-Loevinger-Grundeinkommen-Artikel ist selbst für SPIEGEL-Verhältnisse ganz übler Blödsinn. Da wird auf Basis von entwicklungspsychologischen Theorien eine Hierarchie von „Ich-Entwicklungsstufen“ postuliert und prophezeit, dass die Gesellschaft das bedingungslose Grundeinkommen einführen und Nationalstaaten abschaffen würde, wenn nur genügend Menschen die Stufe „E7“ erreichen würden. (Die meisten Menschen sind nach dem Schema „E6“, Donald Trump nur „E3“, weil er ja besonders dumm ist, wie jeder Sozialist weiß.)

        Absolut gruselig. Das ist wie die DDR-Propaganda vom „neuen sozialistischen Menschen“, nur statt mit Marxismus dieses Mal angereichert mit dubiosen Psycho-Theorien.

        Nehmen Sie solche Elaborate wirklich ernst oder halten Sie sie gar für empfehlenswert?

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ mg

        Stänkern?

        Verstehen Sie überhaupt, was hier abläuft?

        Eine Zeitung, kein Käseblatt, verweist auf Zustände, die gelinde gesagt aller Erfahrung nach nicht normal sind.

        Auf die Feststellung

        > „bto: gefangen in der Politik des billigen Geldes.“>,

        hinter der ein zumindest nachvollziehbarer Mechanismus steht, kommt die Antwort:

        >Gefangen in der Politik der schwarzen Null:…>

        Was ist das für ein Diskussionsbeitrag?

        Abgesehen davon, dass die Zustände, um die es geht, gleich in der ersten zitierten Zeile auf die „world economy“ bezogen werden und mit Blick auf diese von einer oder der (deutschen) schwarzen Null keine Rede sein kann, sollten auch Sie sich fragen:

        Wenn noch nicht einmal die PROBLEMURSACHE eindeutig klar ist, d. h. durch welche Mechanismen und welche gegenseitigen Beeinflussungen es zu schwachem Wachstum und geringer Inflation gekommen ist (in einigen wichtigen Ländern, nicht jedoch in anderen) und es trotz einer extrem expansiven Geldpolitik der Notenbanken über Jahre dabei geblieben ist bei ansehnlichen Wachstumsraten des Welthandels, warum dann schon die richtige LÖSUNG bekannt sein soll?

        Weil expansive Fiskalpolitik Nachfrage schafft, natürlich.

        Und wie sie das schon geschafft hat, hier und da, mit welchen Ergebnissen und Nebenwirkungen, Grenzen der Wirksamkeit unter welchen Systembedingungen, etwa Eliminierung der Märkte?

        Da ist nichts, da kommt nichts außer Links.

        Machen Sie sich keine Gedanken über mein Wissen, das ich einigermaßen einschätzen kann.

        Sie sollten sich besser fragen, warum Sie mir eine derartige Frage stellen statt mit einem konstruktiven Beitrag etwas zur Klärung beizutragen.

      • Michael Stöcker sagte:

        „Ich frage mich allerdings, ob Sie die verlinkten Artikel überhaupt selbst gelesen haben.“

        Herr Ott, Sie können davon ausgehen, dass ich ALLE Artikel und Vorträge gelesen und gehört habe, die ich hier verlinke. Das heißt allerdings nicht, dass ich damit immer zu 100 % übereinstimme. Manches Mal ist es auch als negativ Beispiel gedacht. Das hat Alexander leider bis heute noch nicht verstanden (Stichwort Peter Thiel: Competition ist for Losers).

        „Das ist wie die DDR-Propaganda vom „neuen sozialistischen Menschen“, nur statt mit Marxismus dieses Mal angereichert mit dubiosen Psycho-Theorien.“

        Sie lieben wohl eher die BRD-Propaganda vom „neuen freien Menschen“, nur statt mit Kapitalismus dieses Mal angereichert mit dubiosen Studien der Bertelsmann Stiftung: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/arbeitsmarkt-studie-deutschland-braucht-260-000-zuwanderer-pro-jahr-a-1252801.html

        LG Michael Stöcker

      • Richard Ott sagte:

        Nein, Herr Stöcker, es ist viel grundsätzlicher, und hat auch nichts mit neuen Bertelsmann-Studien zum Thema Migration zu tun:

        Mit Utopien oder Ideologien, die von einem „neuen Menschen“ schwadronieren, kann ich nichts anfangen. Die Menschen sind so, wie sie sind. Bestenfalls sind Gedankenspiele über solche Gesellschaftsmodelle Zeitverschwendung, schlimmstenfalls sind sie gefährlich. Da kommen Extremisten nämlich ganz schnell auf die Idee, die „neuen Menschen“, die sie für ihre Utopie brauchen, durch irgendwelche Zwangs- oder Erziehungsmaßnahmen zu erschaffen, oder alle diejenigen zu vernichten, die nicht in ihr Bild vom „neuen Menschen“ passen. Und damit will ich nichts zu tun haben, das ist in höchstem Maße verwerflich.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Ich sehe das genauso.

        Am Beispiel des verlinkten Spiegel-Artikels demonstriert, Zitat:

        >Wenn immer mehr Arbeitsschritte automatisiert werden, dann fallen zudem tendenziell Aufgaben weg, die bislang Menschen auf früheren Ich-Stufen übernommen haben. Mancher dürfte sich abgehängt fühlen.

        Eine kluge Regierung wird all diese Aspekte in Zukunft berücksichtigen müssen. Wie genau gute Lösungen aussehen, ist noch kaum absehbar. Eines aber ist schon jetzt klar: Sollte unsere Gesellschaft ihren Schwerpunkt irgendwann wirklich auf Stufe E7 verlagern, dann sollten führende Politiker und obere Führungskräfte sich am besten schon auf Stufe E8 befinden.>

        Das muss man angesichts politischer REALITÄT wie folgt lesen:

        Wir wissen nicht, wie gute Lösungen aussehen und wollen es auch nicht den Menschen, die auf Stufe E7 angekommen sind, überlassen, derartige Lösungen für sich zu finden. Wir sollten vielmehr führende Politiker und obere Führungskräfte haben auf Stufe E8, DAMIT sie für die Menschen auf Stufe E7 Lösungen entwickeln und implementieren, die diese dann akzeptieren und zufriedenstellen.

        Sind sie nicht zufrieden, dann sind sie keine Demokraten etc. etc. …

        Darüber zu reflektieren, WIE hier auf sehr subtile Art WAS verkauft wird im Namen der Wissenschaft, scheint allerdings zu viel verlangt zu sein. Passt auch nicht so recht ins Schema von der neoliberalen Ideologie, sondern kommt hier als sorgender Paternalismus, der sich um die Abgehängten kümmert.

        Löblich, wer wollte etwas dagegen sagen.

        Ist aber auch Ideologie.

      • Silke R. sagte:

        Ich sehe da sehr viel Hass und Wut in Ihren Beiträgen. Schauen Sie mal genau hin, da verbirgt sich vor allem Angst und Schmerz unter der Oberfläche. Ich wünsche Ihnen dass sie eines Tages darüber hinaus wachsen. Das würde auch dem Forum hier insgesamt gut tun.

        @Christian: mein Dank für Ihre vielen sachdienlichen Beiträge. Ich würde mir mehr davon wünschen.

  2. Steffen Koch sagte:

    Warum würde „Helikoptergeld“ unser System eigentlich eine Runde weiterbringen? Wenn die Massenpanik durch die Börsen ins Finanzsystem durchbricht, was hilft es da, jedem Bürger einfach Geld in die Hand zu drücken? Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass dann alle begeistert Junk-Bonds kaufen…? (Offensichtlich bin ich Laie, entschuldigt also bitte die schlichte Frage)

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Steffen Koch

      Selbstverständlich würde Helikoptergeld unser System eine Runde weiterbringen.

      Stöcker hat zwar für alles Gründe, weiß aber auch nicht welche Runde angesagt ist:

      Geben die Leute das Bürgergeld aus oder legen sei es z. B. für die Altersvorsorge zur Seite?

      Müssen wir nicht wissen.

      Hauptsache wir wissen, wie es geht.

      Antworten
      • Horst sagte:

        ad DT:

        „Selbstverständlich würde Helikoptergeld unser System eine Runde weiterbringen.“

        Weitestgehend scheint demzufolge Einigkeit darüber zu bestehen, dass diese Runde (der Kreditzyklus) „so gut wie gedreht ist“ – der Kreis sich u.U. demnächst schließen wird.

        „Geben die Leute das Bürgergeld aus oder legen sei es z. B. für die Altersvorsorge zur Seite?“

        Ist diese Fragestellung in der Folge nicht irrelevant?

        Vorrangig kann doch daher ausschließlich Ziel sein, bei Wahrung des gesellschaftlichen und politischen „Friedens“ die nächste „Runde“, die länger anhalten wird als eine Wahlperiode, einzuleiten.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst

        Nicht klar ausgedrückt, aber ich meine mit „einer Runde weiterbringen“, dass (nur) etwas bewirkt würde.

        Die Frage, was bewirkt wird ist nicht irrelevant, weil

        a) ein ZIEL damit verbunden wird, nämlich die Erhöhung der Nachfrage – das betrifft die theoretische Begründung für Helikoptergeld.

        und

        b) es sehr darauf ankommt, wie sich der ZUSTAND der Gesellschaft verändert durch die Wirkung – das betrifft die praktische Relevanz von Helikoptergeld.

    • Christian sagte:

      die Idee dahinter ist der Abbau von Ungleichheiten. Es gibt viele Menschen, die gerne mehr konsumieren würden, aber nicht das nötige Geld dafür haben, da Geldvermögen durch den Zinseszinseffekt konzentriert werden.

      Mit Helikoptergeld könnte man diesem Menschen Konsum ermöglichen ohne anderen etwas wegzunehmen. Dies wirkt in der Folge wie ein Konjunkturprogramm.

      Antworten
      • Richard Ott sagte:

        @Steffen Koch

        Helikoptergeld-Skeptiker wie ich würden anders argumentieren. Ganz kurz zusammengefasst: Die Helikoptergeld-Abwürfe würden die Inflation anheizen und dadurch die überschuldeten Spieler (Banken, Staaten, private Unternehmen, und so weiter) im System sanieren. Aber ich befürchte, dass dann das Vertrauen in die Währung komplett verloren geht, was zu einer so massiven Krise führen würde, dass das ganze politische System in seiner Existenz in Frage gestellt wird.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian

        >Es gibt viele Menschen, die gerne mehr konsumieren würden, aber nicht das nötige Geld dafür haben, da Geldvermögen durch den Zinseszinseffekt konzentriert werden.>

        Auch Ihnen haben die Debatten anscheinend schon so sehr den Kopf verdreht, dass Sie unhaltbare Begründungen aufstellen.

        Ja, es gibt Menschen, sogar viele Menschen, die mehr konsumieren würden, aber nicht das nötige Geld haben, es zu tun.

        Sie haben es aber nicht, WEIL es einen Zinseszinseffekt gibt, der Geldvermögen konzentriert.

        Sondern:

        Sie haben es nicht, weil sie zu wenig Einkommen erzielen, in der Regel durch eine vergleichsweise niedrige Entlohnung, für die es systemische Ursachen gibt, und/oder weil sie kein Vermögen bilden oder besitzen, mit dem sie Einkommen erzielen können.

        Ob Helikoptergeld/Bürgergeld wie ein Konjunkturprogramm wirkt, ist nicht sicher – niemand weiß es, weil es keine Erfahrungswerte dazu gibt.

        Also kann man auch nicht einfach von FOLGE reden.

        Man kann HOFFEN, dass es so ist, speziell wenn man die Dosis erhöht.

        Ich bin nicht derjenige, der zu allem nein sagt, weil wir nicht die genauen Wirkungen kennen.

        Beileibe nicht.

        Ich störe mich aber daran, dass immer wieder Leute Maßnahmen als Lösungen anpreisen, von denen sie nicht wissen, wie sie wirken und zudem noch anderen attestieren, dass sie nichts verstanden haben.

        Seriosität ist etwas anderes.

  3. MFK sagte:

    Die schwarze Null wird doch nur mittels Bilanzierungstricks erreicht und weiterhin hat das Finanzgenie Schäuble erklärt, dass Staatsschulden nicht zurückgeführt werden. Zinsen zahlt die Bundesrepublik auf emittierte Anleihen auch nicht. Die Hälfte des Bundeshaushalt geht für Soziales drauf. Das Bürgergeld des Dr. Stöcker haben wird längst. Es geht m.M.n. um zusätzliche Sozialausgaben. Darüber mag man streiten aber warum auch Wohlhabende in den Genuss des Bürgergelds kommen sollen erschließt sich mir nicht.

    Antworten
    • Michael Stöcker sagte:

      „Darüber mag man streiten aber warum auch Wohlhabende in den Genuss des Bürgergelds kommen sollen erschließt sich mir nicht.“

      Mir auch nicht. Von daher erhöhen wir ja am besten zeitgleich den Grenzsteuersatz auf 50 %, der aber erst ab einem Einkommen von 150.000/300.000 EUR greift mit einer echten linearen Progression sowie Streichung aller Ausnahmetatbestände. Eingangssteuersatz 10 % ab 15.000/30.000 EUR. Gegenfinanzierung über Erbschaftssteuer sowie Energiesteuer.

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • MFK sagte:

        Das alte Spiel also, etwas geben, um es im nächsten Schritt wieder zu nehmen.

        Es geht doch um etwas ganz anderes. Die Sozialleistungen sollen von einer Bedürftigkeitsprüfung abgekoppelt werden. Das da bedingungslose Grundeinkommen mangels Akzeptanz nicht in einem Schritt eingeführt werden kann, geht es über das Bürgergeld in kleinen Schritten. Zuerst mit geringen Beträgen, die dann schrittweise erhöht werden. Das ganze Gegenfinanziert über Steuererhöhungen und zusätzlicher Verschuldung.

        Die Steuererhöhung werden dann über Framing passend gemacht. Sie werden doch nur für Bildung oder [hier bitte ihr Lieblingsprojekt eintragen] verwendet und sind deshalb akzeptabel.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ MFK

        So in etwa sehe ich es auch.

        Die große Illusion dahinter:

        Wir Deutschen sind doch reich, wir können uns das doch leisten.

        Man kann ja viel wollen, aber das nicht zusammen:

        Umverteilen und den Gesamtwohlstand sichern bzw. erhöhen wollen (was mehr als fragwürdig ist) – und dabei wesentliche Ordnungsprinzipien über Bord werfen.

        Das Äquivalenzprinzip der GRV ist derart VERTRAUENSBILDEND, dass es nicht dem Verteilungswettbewerb der Parteien unterworfen werden darf.

        Tut man es, wie Heil es will, kommt man auf die schiefe Bahn:

        Das Alterseinkommen wird dann durch Taktieren und politische Allianzen gesichert und nicht mehr durch den mit Arbeit geleisteten Beitrag.

        Wir werden zukünftig aller Voraussicht nach eine Zunahme von TATSÄCHLICHER Bedürftigkeit erleben, die erhebliche solidarische Anstrengungen der FÜRSORGE fordern werden.

        Wenn wir so weitermachen, nämlich Fürsorgeleistungen ohne Bedürftigkeitsprüfung mit dem Ziel der Wählergewinnung auszuweiten, werden wir nicht leisten können, was zu leisten ist.

        Außerdem würde die Finanzierung derart auf den mittleren Einkommen lasten, dass wir vermutlich steigende Auswanderungsquoten haben werden.

        Wir laufen sehenden Auges gegen die Wand.

        Aber 61% der Bevölkerung halten die Grundrente à la Heil für gut.

        Kann nicht verwundern, bei dem ökonomischen Unverstand in der Bevölkerung.

  4. MFK sagte:

    Herr Tischer, ich glaube das ganze geht tiefer. Es gibt in Deutschland eine Vielzahl von Sozialromatikern, die der Meinung sind, jedem Menschen stehen ein Anspruch auf das Existenzminimum gegenüber der Gesellschaft zu und zwar ohne jede Bedingung und Gegenleistung. Moralisch wird es damit gerechtfertigt, niemand würde das ausnutzen. Ökonomisch wird es hingerechnet, indem man behauptet, das Ganze rechne sich durch Wegfall der Bürokratie, die mit der Verwaltung des Sozialstaates verbunden sind oder man müsse halt die Reichen ein wenig höher besteuern. Kein Arbeiter würde so etwas fordern. Fordern tun das die IYI wie Taleb die nennt. So hat ein Journalistin kürzlich mir gegenüber geäußert, das bedingungslose Grundeinkommen würde sie endlich in die Lage versetzen, das zu schreiben, was sie schon immer interessiert hat (mein Zusatz: und nicht das, was die Leser wünschen und zu bezahlen bereit sind). Es ist kein Zufall dass Marx und Engels Deutsche waren. Was mir Hoffnung verleiht, ist dass China und Russland den Marxismus eingeführt haben und nicht Deutschland.

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ MFK

      Noch nicht alle, aber schon zu viele sind diesem Anspruchsdenken erlegen.

      Ich gehöre nicht zu denen, die ihre materiellen Privilegien sichern oder anderen beibringen wollen, wie man mit Blut, Schweiß und Tränen zu Wohlstand kommt.

      Ich plädiere wie andere auch lediglich für REALISMUS.

      Aber das ist bereits zu viel verlangt und wird diskreditiert, weil damit Leute ihre Glaubensbekenntnisse infrage stellen müssten.

      Was Marx und Engels betrifft:

      Die waren Gläubige, die das Konzept ihrer Kapitalismuskritik auf der Hegelschen Phantasterei eines sich geschichtlich immanent verwirklichenden „Weltgeists“ gründeten. Zwar materialisierten sie die „säkularisierte christliche Passionsgeschichte“, es war aber immer noch Passionsgeschichte mit nun allerdings der Prophezeiung einer KONFLIKTFREIEN sozialistischen Gesellschaft, zu der es notwendigerweise – weil „wissenschaftlich“ nachgewiesen – kommen werde.

      Die chinesische Führung nach Mao verweigert sich diesem Unsinn und adaptiert fleißig und gelehrsam das kapitalistische System.

      Es muss dabei nichts entstehen, was als Vorbild gelten kann.

      Aber es entsteht etwas, was uns zumindest nachdenklich werden lassen sollte.

      Antworten
  5. MFK sagte:

    Das neuste „Investitionsprogramm“ der Bundesrepublik in Zusammenarbeit mit der EU:

    43 Millionen Führerscheine müssen aufgrund einer Richtlinie der Europäischen Union bis 2033 umgetauscht werden.

    Rund 25 Euro werden für jeden Umtausch fällig.

    Werden alle 43 Millionen Führerscheine auch wirklich umgetauscht, wird über eine Milliarde Euro für den Umtausch gezahlt. Die Bearbeitungsdauer für den Vorgang soll zwischen drei und vier Wochen liegen.

    Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus.

    Aus Morgenpost

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