So ist es: „Die Krise des Jahres 2008 holt uns wieder ein“

Ich denke bekanntlich, dass die Krise von 2008 nur Pause macht, unterdrückt durch eine Flut billigen Geldes. Doch Gelddrucken schafft keinen Wohlstand. Mit dieser Auffassung bin ich naturgemäß nicht allein. Die NZZ sprach mit Peter Schiff, Chefökonom Euro Pacific Group:

  • „Obwohl noch im Januar alles nach eitel Sonnenschein ausgesehen hatte, sind einzelne Aktienmärkten wie der argentinische oder der türkische unter die Räder gekommen und haben umgerechnet in Schweizerfranken bis zu 50 % ihres Wertes verloren. Selbst Börsenindizes in den Industriestaaten haben inzwischen das Bärenterritorium‘ betreten, weil sie seit dem letzten 52-Wochen-Hoch um mehr als 20 % nachgegeben haben. Dazu zählt inzwischen das amerikanische Technologiebarometer Nasdaq Composite, der chinesische CSI 300, der irische ISEQ Overall, der österreichische ATX, der belgische Bel 20 und nicht zuletzt auch der deutsche DAX.“ – bto: Letzterer dürfte aufgrund der Struktur der deutschen Wirtschaft und der besonderen Struktur des Index – Auto, Chemie, Einzelwerte mit Problemen – auch 2019 einen sehr schweren Stand haben.
  • „(…) glaubt man ausgeprägten Skeptikern wie zum Beispiel Peter Schiff, waren die jüngsten Turbulenzen nur der Anfang von etwas Grösserem. Der Chefökonom und Chefstratege des in Westport, Connecticut, ansässigen Anlageberatungs- und Vermittlungsunternehmens Euro Pacific Capital ist dezidiert der Ansicht, die Aktienkurse fielen ausgehend von einem Zuckerhoch‘. Es handle sich um eine Kursblase, die nun platze. Das beginnt mit derselben Dynamik wie im Jahr 2008, nur dass diesmal die Blase viel grösser ist als damals‘, sagt der Fachmann ziemlich überzeugt. Es frage sich, wie lange es dauern werde, bis die amerikanische Zentralbank (Fed) erkenne, dass wir vor einer neuen Finanzkrise und vor einer grösseren Rezession wie der letzten stehen‘ .“ – bto: O. k., Schiff ist als Skeptiker bekannt, dennoch deckt es sich mit meiner Einschätzung.
  • „Auf die Frage, auf welche Indikatoren er achte und wie er überhaupt zu seinen Schlussfolgerungen komme, entgegnet er: (…) Als das Fed den Leitzins auf null gesenkt und begonnen hat, Wertpapiere in grossem Stil aufzukaufen, war das bittere Ende schon absehbar. Dieses war nur eine Frage der Zeit.‘ Die Notenbank habe einen Pakt mit dem Teufel geschlossen und die Konsequenzen der letzten Krise in die Zukunft verschoben – allerdings zum Preis, dass die Kosten heute viel höher seien als damals. So gesehen beenden wir nun die Krise des Jahres 2008, die durch die Massnahmen des Fed nur unterbrochen worden ist.‘ In den vergangenen zehn Jahren haben die Verbindlichkeiten auf hohem Niveau weiter zugenommen, und die volkswirtschaftlichen Verhältnisse sind durch die monetären Interventionen nur noch stärker verzerrt worden. Nun, da die Mutter aller Kursblasen platze, müsse man sich anschnallen (…).“ – bto: Das ist genau meine Sicht der Dinge. 2019 wird turbulent.
  • „(…) die amerikanische Zentralbank (…) werde sie den Leitzins im Laufe des nächsten Jahres wieder auf null senken und erneut Wertpapiere in grösserem Umfang kaufen – woraufhin der Dollar durch den Fussboden in den Keller falle. Im Endstadium werden wir eine Dollar- sowie eine Staatsschulden- und Treasury-Krise sehen.‘  (Er) rät Investoren, amerikanische Aktien zu verkaufen. Auf der anderen Seite hat er in die supergünstigen‘ Papiere verschiedener Schwellenländer-Unternehmen und in Goldminenwerte investiert.“ – bto: Das ist auch richtig, allerdings denke ich mehr an die Goldminen als an die Schwellenländer, weil Letztere von der Weltkrise mitgezogen werden.
  • „Die amerikanische Regierung werde in der nächsten Krise Budgetdefizite von 2000 bis 3000 Mrd. $ in Kauf nehmen, die vom Fed monetarisiert würden, prognostiziert Schiff. Die Amerikaner würden die Welt mit Dollars fluten. Schon jetzt liege das Handelsbilanzdefizit auf einem Rekordniveau, und das Budgetdefizit werde künftig völlig aus dem Ruder laufen. Präsident Donald Trump tue überhaupt nichts dagegen, sondern verschlimmere die Lage nur. Das werde letztlich dazu führen, dass Trump in der nächsten Präsidentschaftswahl nicht mehr gewählt werde. Wir werden einen sozialistischen Präsidenten bekommen, und die USA werden so ähnlich wie oder noch schlimmer als Frankreich werden‘, fürchtet der Skeptiker, der für die Zukunft mit verschiedensten sozialistischen Programmen und steigenden Steuern für Wohlhabende rechnet.“ – bto: Und wenn das in den USA kommt, kommt es hierzulande allemal!
  • Fallende Aktien- und Immobilienpreise sowie mehr Pleiten seien der Preis, den man für das monetäre Fehlverhalten in der Vergangenheit bezahlen müsse.“ – bto: Doch auch eine sozialistische Programmatik wird an der dann unweigerlichen Krise der Wirtschaft nichts ändern. Dann haben wir die große Depression.

→ nzz.ch (Anmeldung erforderlich): „Die Krise des Jahres 2008 holt uns wieder ein“, 25. Dezember 2018

Kommentare (36) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    asisi1 sagte:

    Leider hat der Otto Normalo bis heute nicht verstanden, dass Sozialismus, für ihn am schlimmsten ist oder wird. Je sozialer Deutschland geworden ist, desto mehr Arme gibt es! Das die Reichen dabei immer reicher werden, stört natürlich die regierenden Sozialisten. Sie wollen es aber nicht verstehen, dass sie den Mist angerichtet haben!

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      globalvoterorg sagte:

      Sorry, aber dazu muß ich was sagen! Die Sozialisten sind die nützlichen Idioten der Finanzdominanz, der Geldruckerriege. Mehr Schulden, mehr Zinsen, mehr Dominanz! Ein einfacher Dreisatz. Wir ALLE sind Mittäter, weil wir nicht hinter die Kulisse blicken können/wollen/sollen. Die Subventionis hat NICHTS soziales, sondern ist das Schweigegeld, welches, bei IQ 70 eben unter EUR 1.000,- angesiedelt ist und überproportinal steigt. Bei IQ 150 und beschissenem Charakter und losgelöster Amoralität und Skrupellosigkeit, kann man schon ein paar Millionen verlangen, wie die Jungs von G&S oder Blackrock, hätte fast „Merzrock“ gesagt oder die feinen Gentlemen von Morgan Garantiert! Politiker tun es schon, nur fürs Polieren des Egos, ohne öffentlich zu kommen, is´klar. NUR, zu Hause vorm Spiegel! Oder die Ehrlichsten, die, wirklich, sozialen Nutten, die tun es für einen Hunderter! Liebe Welt. So isses, halt!

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    globalvoterorg sagte:

    Wir spielen Blindekuh! Es geht nicht ums Geld, sondern um die Macht. Die Geldschöpfung (QE bis zur Bewußtlosigkeit), im FIAT Schuldgeldsystem, ist systeminherent, weil dieses exponentiell ist. Ein gewaltiger Geburtsfehler. Ein Dilemma, heute, mehr für die Schuldner, als für die Gläubiger. (siehe IT/GR) Die Schuldner, deren Hintermänner die Finanzkrake ist, sind die Betreiber des pyramidalen FIAT Geldsystems, welches, als die !Lizenz zum Gelddrucken“, vereinfacht, dargestellt werden könnte! Sozial und menschlich ein totaler Exodus für die Gemeinwohlwirtschaft, weil diese „Lizenz zum Töten“ die perfekte Dominanz darstellt, die die Menschenfamilie, eben, NICHT bräuchte! Das Schuldgeldsystem ist, keinerlei, „gottgegebenes“ Werk, sondern, profan, ein krimineller, skrupelloser Clan. Schlimmer, noch, eine gewaltige Dummheit, so zu tun, als wären die Finanzjongleure und Banker Edelmänner! „Einer für Alle, und Alle für Einen“ Bull shit! ALLEIN, für die sogenannte Elite und nie fürs Volkwohl, ohne Sozialgesülze. Es ist ein unverschämter Versuch der Verblödung einiger Kommentaristen dieses System, daß in Realta, NUR, von fleißig nach reich umverteilt, als heilsbringend anzupreisen! Man hat nicht verstanden, daß es ALLEIN um die Macht geht. UND, diese Macht zu fördern, heißt seine eigene Macht (Freiheit, als Mensch) aufzugeben! Wir, ALLE, sind Mittäter, weil wir diesen Mammon, als heilig erklärt haben. Wir ALLE werden hart dafür gestraft werden, denn was die Mitläufer, offentsichtlich, nicht verstehen wollen ist, daß bei der kommenden „DiktaturTotal“, die, eben, innovativ VIRTUELL, ohne Bargeld, daherkommt, allesamt in pyramidalen System von der Finanzkrake enteignet werden!!! Ist es so schwer zu verstehen, daß die Herrscher, dann, selbst, keine Vasallen UND keinen Krieg mehr brauchen. „End of the Game“ !

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ globalvoterorg

      Es mag ja sein, dass das Schuldgeldsystem verabscheuungswürdig ist und man dafür auch Gründe aufführen kann. Aber legen Sie uns doch einmal dar, wie eine von Ihnen begriffene „Gemeinwohlwirtschaft“ ORGANISIERT sein muss und auch so organisiert werden KANN, damit das Schuldgeldsystem als von Ihnen benannte „Lizenz zum Töten“ nicht erforderlich ist.

      Eine Erklärung ist nur dann akzeptabel, wenn Sie bei den Eigenschaften heute existierender Menschen bleiben, d. h. nicht auf einen „ganz anderen Menschen“ abheben.

      Falls Ihnen das nicht möglich sein sollte, empfehle ich Ihnen – mich auf H. Schmidt berufend – einen Arzt aufzusuchen.

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        globalvoterorg sagte:

        Wahrscheinlich haben Sie mit Helmut S. die „Bohemian Grove`“ frequentiert! Bravo, den kreativen Imperativ „glorifizieren“ und dann alles totschweigen und schlagen, wie A.M., des Satan´s Mutti!
        Mit solchen Figuren fährt die Welt/Menschheit vor die Wand! Mit Sicherheit!
        Geld muß das sein, wozu es die arbeitende Bevölkerung braucht. (aus unselbstständiger und selbstständiger Arbeit) ein Tauschmittel, mit Finanzierungen, meinetwegen, aber nicht von skrupellosen Bankstern/Finanzkraken/Konzernen gemänagt/dominiert, mit einem kriminellen „leverage“ und ohne jede Nachhaltigkeit, spiral in die Welt gesetzt, zum Leidwesen der Gesellschaft. Geld muß eine Ware sein, die auch mit anderen Zahlungsmittel in Konkurrenz steht und die vor allem nicht vom kleinen, bösen Clan, sondern von dem Volk, selbst, verwaltet wird! Das Zentralbankmonopol ist krank! Die Endlosschleife der Geldschöpfung ein Verbrechen! Da wäre es ein guter Anfang, um die WallStreet und CityofLondon Trumps Mauer zu bauen. Satire aus!
        Die Subventionitis (Sozialismus), der Kommunismus und die repräsentative Demokratie (jedem die gleiche Stimme) sind Hoax Syndrome und Kreationen der Domianz. Das Volk wird unterbelichtet gehalten und dann wirft man dem Gläubigen vor: „Ihr seid selber Schuld, daß ihr aus dem Paradies geworfen wurdet!“ Geniale Angstpsychose. Fehlt noch der Teufel (Das Böse in Euch), Ficken (Sex), geht garnicht! Werdet wie Jesus (Immer eine Backe hinhalten), Wir, vom Vatikan frönen dem Zöllibat. Warum immer Frauen, gell !? (Kinder und Machos tun´s ja auch!) Die Eliten + Priester/Rabbi/Iman meinen es ja gut mit euch. What a Fake-News!
        Freie Menschen sind gleich, aber unterschiedlich. Kein Mensch ist als Bürger, Demokrat geboren worden. Das muß er lernen und sich einordnen, ganz natürlich und ohne Sozialhass. Es gibt da viele intelligente Ansätze von Andreas Popp, bis Peter Haisenko oder H.W. Graf oder dem Projekt „GlovalVoter“. Mit der Zerschlagung des Schuldgeldsystems fängt es erst an, weil darauf das Verbot von Kriegen eine natürliche Konsequenz wäre und die Aufdeckung all der Technologien, die wir schon haben, aber nicht, fürs Volk.
        Selbstverwaltung von unten, nach oben und nie umgekehrt, in Nachhaltigkeit und Qualität! What else!?

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        SB sagte:

        @globalvoterog:

        Sie gehen von einem „Ideal-Volk“ aus, dass sich mit den Problemen der Gesellschaft beschäftigt und aktiv an deren Beseitigung mitwirkt. Dieses Ideal-Volk gibt es nicht mal ansatzweise, was man bedauern kann. Was meinen Sie, warum es so ist, wie es ist?

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    Johannes Börner sagte:

    Alle die Schiff noch nicht kennen, sollten seine legendäre „mortgage banker speech“ anschauen. Zwei Jahre vor dem Crash hat er alles genaustens dargelegt – und wurde dafür ausgebuht.
    https://www.youtube.com/watch?v=jj8rMwdQf6k

    Ansonsten weiß Schiff sehr viel über den amerikanischen Markt und seine Schwächen, aber leider wenig über den Rest der Welt. Deshalb sind seine Empfehlungen der letzten 8 Jahre – investieren in Gold, Schwellenländer, China und auch Europa – nicht von Erfolg gekrönt gewesen.

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      MFK sagte:

      Ja das stimmt. Schiff ist ein Gold bug. Als solcher muss ich aber keine Minen kaufen, insbesondere wenn es mir um Vermögenserhalt geht. Emerging Markets ist auch so ein Thema. Er schreibt ja selber, dass einzelne EM Aktienmärkte, und dies sind nicht nur der argentinische und türkische, in CHF stark eingebrochen sind. Dies ist nichts neues. Hartwährungsinvestoren sind gut beraten, das Währungsrisiko bei Investitionen in EMs nicht zu unterschätzen. Ansonsten glaube ich, dass das große Thema hier in Deutschland Inflation sein wird. Auch sollte man die politischen Risiken nicht unterschätzen. Die Börse mag diese nicht.

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      Christoph Naujoks sagte:

      Hallo Herr Börner

      herzlichen Dank für die Verlinkung des Videos. Ein wirklich sehr beeindruckender Vortrag. Selber habe ich während der Krise eine Weile gebraucht, die Ursachen zu finden: Moral Hazard aufgrund des Weiterverkaufs und Bündelung der Kredite, „Outsourcing“ der Bewertung der Häuser, und, dass der Kreditnehmer einfach den Schlüssel abgeben kann und die Schuld los ist.
      Wenn ich aufmerksam genug war, hat Herr Schiff nicht oder nicht deutlich genug erwähnt, dass es Versicherungsgesellschaften wie die MBIA, AMBAC und FGIC waren, welche gegen Gebühr das AAA Rating sogar für die letzten Tranchen ermöglichten, siehe https://www.heise.de/tp/features/Unsichere-Versicherer-3417479.html.

      So, nun wer ich mal schauen, was der Herr Schiff zur aktuellen Lage zu sagen hat.

      Herzliche Grüße

      Christoph Naujoks

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    Dietmar Tischer sagte:

    Es ist eine Binse, dass Geld PER SE keinen Wohlstand schafft.

    Das Geldsystem ist eine BEDINGUNG dafür, dass Wohlstand geschaffen werden kann.

    Es hat sich gezeigt, dass das Schuldgeldsystem hervorragend geeignet ist, durch die vorlaufende Beleihung von Eigentum beschleunigt Wohlstand zu schaffen.

    Das Geldsystem kann aber auch die Bedingung dafür sein, dass kein Wohlstand oder nur geringfügiger, d. h. Wohlstand unterhalb des Potenzials geschaffen wird. U. U. kann das Geldsystem auch Wohlstand vernichten.

    Das ist heutzutage offensichtlich der Fall.

    Was kann man tun?

    Man kann das Geldsystem beibehalten und verzichtet auf möglichen Wohlstand.

    Man kann ein anderes Geldsystem etablieren mit der Perspektive, mehr Wohlstand zu schaffen. Das Problem ist dabei, dass durch die Ergänzung bzw. Abschaffung des bestehenden Geldsystems bereits geschaffener Wohlstand entwertet werden KÖNNTE.

    Wenn das vermieden werden kann und die Menschen davon überzeugt werden könnten, dass es zu vermeiden ist und auch vermieden wird, sollte die Umstellung auf ein anderes Geldsystem kein grundsätzliches Problem darstellen.

    Diese „Wenn“ sind nicht zu erfüllen, weil der dafür erforderliche öffentliche Diskurs nicht stattfindet.

    Anstatt wird man, falls als erforderlich angesehen, unter der Hand ein anderes Geldsystem einführen – etwa die monetäre Staatsfinanzierung, die hier für die USA bereits vorausgesagt wird – und dann PRAGMATISCH sehen, wie weit man damit kommt.

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      Jacques sagte:

      Bezüglich anderes Geldsystem.
      Das Problem bei Vollgeld und dem Vollreservesystem ist im Endeffekt die sinkende Kreditvergabe. Es lässt sich also nichtmehr so leicht scheinbarer Wohlstand schaffen. Das ist ein Problem für die Politik und die Banken, in anderem Maße auch für die Realwirtschaft.

      Seit der Nachkriegszeit haben wir über Jahrzehnte schön geleveraged und damit das Wachstum über das eigentliche Potenzial erhöht. Jetzt sind wir an dem Punkt an dem Schulden reduziert werden müssen und das wirkt brutal deflationär.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Jacques

        Bei Vollgeld sinkende Kreditvergabe und das, was Sie damit verbinden, ist auch meine Befürchtung.

        Ich stimme aber nicht der unqualifizierten Behauptung zu, dass wir das Wachstum ÜBER das eigentliche Potenzial erhöht haben. Das jeweils gegebene Potenzial an Ressourcen für die Schaffung von Wohlstand können wir nur ausschöpfen. Allenfalls kann man sagen, dass durch Verschuldung das Potenzial an mehr und effektiver einsetzbaren VERFÜGBAREN Ressourcen zugenommen hat gegenüber dem, das bei geringerer Verschuldung zu erwarten gewesen wäre.

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        Jacques sagte:

        Langfristig orientiert sich die Wirtschaft nunmal am Produktivitätswachstum, Verschuldung sorgt nur für Wachstum überhalb dieses langfristigen Trends in der kurzen Frist.

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        Richard Ott sagte:

        „Langfristig orientiert sich die Wirtschaft nunmal am Produktivitätswachstum, Verschuldung sorgt nur für Wachstum überhalb dieses langfristigen Trends in der kurzen Frist“

        Völlig richtig. Sie können durch Verschuldung Wachstum aus der Zukunft in die Gegenwart „vorziehen“, aber nur so lange, bis das Beleihungspotential ausgereizt ist.

        „Schulden müssen auch aktuell nicht zwingend reduziert werden, es reicht, die Produktivität des Vermögens über den Zins zu erhöhen“

        Das stimmt nur, so lange es keine Rezession gibt. Sobald die eintritt, aus welchem Grund auch immer, wird ein wesentlicher Teil des Vermögens schlagartig unproduktiv und kann Zins und Tilgung nicht mehr erwirtschaften. Eine üble Situation, umso schlimmer, je höher der Gesamtschuldenstand ist. Schon blöd, dass der Schuldensozialismus immer an der Realität scheitert – er ist so ein schöner Traum!

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        Christoph Naujoks sagte:

        @ Christian.

        Das folgende dachte ich bisher auch immer: „Schulden müssen auch aktuell nicht zwingend reduziert werden, es reicht, die Produktivität des Vermögens über den Zins zu erhöhen“.

        Doch aktuell frage ich mich, wo das Geld herkommen soll, mit dem die Produkte der erhöhten Produktivität gekauft wird?

        Mir fallen nur zwei Möglichkeiten ein: neues Geld über Kreditschaffung oder erhöhte Umlaufgeschwindigkeit des Geldes.

        Bitte um Replik.

        Viele Grüße

        Christoph Naujoks

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        Jacques sagte:

        @ Christoph Naujoks:

        Stellen wir uns doch einfach mal eine Welt OHNE Kredit vor.
        Der einzige Weg für ein Wirtschaftssubjekt sein Einkommen zu steigern, ist seine Produktivität zu steigern. Das kann bedeuten, es muss einfach länger arbeiten oder mehr Arbeit in der gleichen Zeit verrichten, um mehr Einkommen zu generieren. Produktivitätswachstum ist hier der einzige Weg das Einkommen zu steigern.

        MIT Kredit kann ich mein Einkommen ohne Mehrarbeit steigern, indem ich einen Kredit aufnehme um damit zu konsumieren. Leider muss ich den Kredit zurückzahlen, wodurch ich in der Zukunft weniger konsumieren kann. Das Problem liegt also in der Kreditnutzung. Kredit für Produktives ist prinzipiell gut, da es mein Einkommen in der Zukunft potentiell erhöht (Weiterbildung zum Beispiel). Kredit für Konsum, so wie ein Autokauf ist dem Produktivitätswachstum in keiner Weise dienlich. Um die Schulden zu reduzieren muss der Staat weg vom Konsum und hin zu Investitionen für die zukünftige Produktivität. Im Best Case können wir somit das Produktionspotential in einem Maße steigern, das wir auf einem höheren Produktivitätswachstumspfad landen und damit Schulden abbauen können.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Jacques et al.

        Ich glaube, dass mehr differenziert werden sollte.

        Deshalb noch einmal:

        >Langfristig orientiert sich die Wirtschaft nunmal am Produktivitätswachstum, Verschuldung sorgt nur für Wachstum überhalb dieses langfristigen Trends in der kurzen Frist.>

        Ich glaube, dass Verschuldung mehr bewirken kann als nur für Wachstum überhalb des langfristigen Trends des Produktivitätswachstums zu sorgen.

        Wenn Ressourcen brachliegen, z. B. bei hoher Arbeitslosigkeit, kann Verschuldung zwar nicht das gegebene Produktivitätswachstum schlagartig erhöhen, aber das Wachstum sehr wohl indem bisher brachliegende Ressourcen produktiv eingesetzt werden. Ob und unter welchen Bedingungen das geschieht, kann erst einmal unbeachtet bleiben. Es geht um die Möglichkeit.

        Zu den Möglichkeiten gehört auch, dass dieses Wachstumsplus auch bei einem insgesamt UNTER dem gegebenen langfristigen Trend des Produktivitätswachstums zu erreichen ist.

        Insoweit ist auch nicht Wachstum aus der Zukunft in die Gegenwart vorgezogen worden.

        >Im Best Case können wir somit das Produktionspotential in einem Maße steigern, das wir auf einem höheren Produktivitätswachstumspfad landen>

        Wenn man diese richtige Aussage mit einbezieht, ergibt sich die m. A. n. die richtige Beurteilung von Verschuldung zu Wachstum:

        Wir können mit Verschuldung die Verfügbarkeit von Ressourcen bis zu einem Maximum erweitern und damit das Wachstum abhängig vom gegebenen Produktivitätswachstum kontinuierlich erhöhen.

        Wir können das Wachstum darüber hinaus erhöhen, wenn wir durch Verschuldung den eingesetzten bzw. maximal nutzbaren Ressourcen-Mix so ändern, dass sich der Pfad des Produktivitätswachstums erhöht, ohne dass zugleich durch diese Änderung der produzierende Kapitalstock stärker sinkt als sich der Pfad des Produktivitätswachstums erhöht.

        Selbst wenn das richtig ist, bleibt immer noch die Frage des Schuldenabbaus.

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        Richard Ott sagte:

        Das ist doch Vulgär-Keynesianismus. Natürlich erhöht Schuldenmachen das Wachstum – so lange, bis die Schulden zurückgezahlt werden müssen. Sie können die Schulden auch einfach prolongieren, aber das funktioniert nur mit Schulden in begrenzter Höhe, und auch nicht mit jedem Schuldner. Und selbst dann bekommen Sie bei steigenden Zinsen ein Budgetproblem.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Sie können ihn nennen wie Sie wollen, es ist jedenfalls ein zutreffender Sachverhalt, dass Verschuldung das Wachstum erhöht bzw. erhöhen kann.

        Mit Verweis darauf habe ich nicht behauptet, dass man sich NUR um des Wachstums willens verschulden sollte.

        Im Gegenteil:

        Sie haben sicher zur Kenntnis genommen, dass ich hier am Blog u. a. eine Fiskalpolitik ablehne, die lediglich oder hauptsächlich des Wachstums wegen betrieben werden soll, etwa wie sie M. Stöcker hier immer wieder vorschlägt mit Bezug auf Summers, Blanchard und andere.

        Außerdem habe auch ich darauf verwiesen, dass damit Probleme, die mit Verschuldung auftreten können, nicht gelöst sind.

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        Christian sagte:

        @Christoph Naujoks

        Sie liegen aus meiner Sicht richtig, in der VWL spricht man üblicherweise von der Quantitätsgleichung Geldmenge*Umlaufgeschwindigkeit = Preisniveau*Transaktionen um den Zusammenhang von Geld und Gütern zu beschreiben. Mehr Transaktionen bedingen somit mehr Geld oder höhere Umlaufgeschwindigkeit.

        Ihre beiden Möglichkeiten gehe ich mit, und um die Umlaufgeschwindigkeit zu erhöhen würde ich eine höhere Verteilungsgerechtigkeit anstreben, um den unteren Einkommensschichten mit der höchsten Konsumneigung mehr finanzielle Möglichkeiten einzuräumen. Seit den 70er Jahren wurde diese Umverteilung sukzessive abgebaut, einen schönen Überblick bietet der World Inequality Report: https://wir2018.wid.world/ (bitter für alle, die das American Business Model toll finden).

        Meine Sichtweise war jedoch erstmal eher eine bilanzielle: wie wird Fremdkapital zu Eigenkapital?
        Wenn wir von gleichbleibenden Preisen ausgehen, liegt der Schlüssel in der Produktivität, welche mathematisch nichts anderes ist als Output/Input (wohlgemerkt in Input- und Outputeinheiten, nicht in Euro). Wenn die Produktivität stimmt, ist es sinnvoll sich hoch zu verschulden, um mehr Input in den Maschinenraum geben zu können.

        Aus meiner Sicht machen es sich heute viele Manager allerdings zu einfach und schauen rein auf ihre Euros. Um ihre Ziele zu erreichen erhöhen sie die Preise, um keine schmerzhaften Anpassungen im Maschinenraum machen zu müssen.

      • Avatar
        Christoph Naujoks sagte:

        Hallo Christian

        Soweit einverstanden, eine gleichmässigere Verteilung der Einkommen und/oder Vermögen wäre für die Gesellschaft schon besser. Doch selbst wenn wir dahin kommen würden, vermute ich, dass das Problem nur hinausgeschoben würde.

        Warum? Weil es – so meine derzeitge Annahme – in einem Kreditgeldsystem immer einen (noch größeren) Nachschuldner braucht. Alles andere (gerechtere Verteilung, Schuldenabbau auf induvidueller Ebene, höhere Produktivität) bekämpfen bestenfalls die Symptome, aber nicht die Ursache, so mein Annahme.

        Also müsste das Geldsystem reformiert werden, wie hier immer wieder diskutiert. Entweder in Form von Vollgeld, oder, wie von Herrn Stöcker sowie im aktuellen Buch von Herrn Stelter angeregt durch nennenswerte Vermögensabgaben (Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer).

        Angennommen, die ZB´s würden ausstehende Schulden weiter aufkaufen und anschliessend sogar annulieren (ein Jubeljahr!) – die Folgen davon sind mir leider nicht klar, was das für die verschiedenen Assteklassen, Währungen, private Schulden und die Zinsen bedeuten könnte. Input sehr geschätzt.

        Viele Grüße

        Christoph

      • Avatar
        Christian sagte:

        @Christoph Naujoks:

        ich glaube wir sind uns einig, dass die derzeitige Situation verzwickt ist. Hier ist mein Verständnis:

        Prinzipiell kann ich hohe Verbindlichkeiten durch zwei Wege loswerden: präferiert durch Umwandlung in Eigenkapital ohne das Vermögen anzutasten (Passivtausch); alternativ durch Ausfall, welcher auch einen Vermögensrückgang zur Folge hätte (Bilanzverkürzung).

        Die Umwandlung in Eigenkapital kann durch produktive Verwendung der aufgenommenen Darlehen erzielt werden. Aktuell kaufen Manager jedoch lieber die Aktien der eigenen Firma zurück, um ihre eigenen Boni künstlich zu erhöhen. Weiterhin sind viele Zombi-Firmen unterwegs, die nicht einmal ausreichend produktiv sind, um die geringen Zinsen bedienen zu können (ihr Verständnis des größeren Nachschuldners passt super an dieser Stelle!).

        Die angesprochene Umverteilung ist auch kein Selbstzweck (obwohl auch das in Ordnung wäre), sondern gleicht einem Nachfragestimulus aus der Privatwirtschaft, der wiederum Gewinne und somit Eigenkapital generiert. Alles unter der Annahme, dass weniger Vermögende prozentual mehr von ihrem Einkommen konsumieren als Hochvermögende.

        Die Folgen einer Bilanzverkürzung können verheerend sein, aber auch moderat. Es kommt immer darauf an, wer die Gläubiger sind – überspitzt gesagt, vernichte ich Teile des Depots von Frau Klatten oder die kapitalgedeckte Altersversorgung zukünftiger Rentner? Sollten die ZBen Verbindlichkeiten erlassen, passiert erstmal nichts, denn sie können problemlos mit negativem Eigenkapital weiter arbeiten. Risiko ist aber, dass das Vertrauen in die Währung verloren geht und es zu Inflation kommt. Klüger ist es vermutlich daher, wenn die ZBen Staatspapiere einfach bis ins Unendliche prolongieren – das dürfte weniger auffällig sein.

        Eine Reform des Geldsystems gerne – aber was tun? Haben Sie Ideen für eine Erneuerung? Oder eine Vermutung, wie es sich weiter entwickeln wird?

        Im Falle von Griechenland und Argentinien (Anfang 2000) ist das BIP während der Staatsschuldenkrise jeweils um ca. 25% zurück gegangen. Dabei geht natürlich auch die Währung in die Knie, da der Währungskurs immer auch nur Ausdruck für die Stärke des Wirtschaftsraums ist; im Falle von Griechenland leider nicht genug, um wieder günstig produzieren zu können, ohne Löhne zu senken.
        Weiterhin öffnet so eine Staatskrise eine politische Dimension, zumindest im Falle von Griechenland: https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/griechenland-warum-china-milliarden-in-griechenland-investiert-1.3697298-4

        In der Wüste nehme ich jedes Wasser, egal wer es mir gibt. Und von den Deutschen gab’s nur Sand, denn Wasser musste gespart werden.

  5. Avatar
    Zweifler sagte:

    Prinzipiell teile ich die Einschätzung, gebe aber zu bedenken, daß Peter Schiff eine Seite namens „schiffgold.com“ betreibt. Darin wird das Edelmetall beworben, sodaß die Cui bono-Frage berechtigt erscheint.

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      Richard Ott sagte:

      @Zweifler

      Ein berechtigter Einwand. Den sollte man aber bei allen Akteuren mitdenken, nicht nur bei Schiff. Was glauben Sie, wieso Zentralbanken und Geschäftsbanken die ultralockere Geldpolitik mit Nullzinsen und Ausweitung der Kreditvergabe immer als Krisenlösung präferieren? Cui bono?

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        Zweifler sagte:

        @Richard Ott

        Richtig, und um nachts trotzdem ruhig schlafen zu können, kaufen die Zentralbanken Gold.

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        Richard Ott sagte:

        @Zweifler

        Gold wird aber von den Zentralbanken Russlands, Chinas, einiger kleinerer Schwellenländer und einiger osteuropäischer Länder, die nicht zur Eurozone gehören (zum Beispiel Ungarn), gekauft. Federal Reserve, Bank of England, EZB und BOJ tun das gerade nicht.

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      Wolfgang Selig sagte:

      @Zweifler: Peter Schiff ist ganz sicher ein Goldbug. Fairerweise muss man aber zugestehen, dass er das schon war, als Gold als Krisenmetall ziemlich „out“ war. Er ist wohl durch seinen Vater familiär vorgeprägt, wenn meine Informationen stimmen. Einfach mal auf youtube oder ähnlichen Plattformen anhören; er klingt mir eher wie ein Überzeugungstäter und weniger wie ein Profiverkäufer.

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    Richard Ott sagte:

    „Gelddrucken schafft keinen Wohlstand.“

    So wahr. Trotzdem freue ich mich schon auf die unvermeidlichen, empörten Kommentare der MMT („Magic Money Tree“) Fraktion.

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      Christian sagte:

      Wohlstand nicht, aber Vermögen (vom Aktivtausch der QE-Programme mal abgesehen). Nur mit der richtigen Verteilung wird daraus „Wohlstand für alle“.

      Der von Ihnen zitierte MMT ist nunmal unser Geldsystem, die Vorgängersysteme wären für die globalisierte Welt vermutlich auch nicht geeigneter.

      Aktuell gibt es vor allem im (globalisierten) Interbankenmarkt den Trend, dass Refinanzierungen besichert statt unbesichert getätigt werden. Dafür sind viele USD-Sicherheiten nötig, sodass das hohe Staatsdefizit der USA eventuell gar nicht so schlimm ist. Ich bin gespannt, was die Zukunft so bringt!

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        Richard Ott sagte:

        Sie glauben, dass in unbegrenzter Menge herstellbare Geldscheine in jedem Fall das gleiche sind wie „Vermgögen“ und dass man den so umverteilen kann, dass „Wohlstand für alle“ daraus entsteht? Meinen Sie das ernst?

        Wenn Ihre tolle Idee funktioniert, dann können Sie übrigens so die Armut auf der ganzen Welt besiegen. Sie drucken einfach eine hinreichend große Menge Geld und verteilen die dann „richtig“, was auch immer das genau bedeuten soll. Fragen Sie aber vorher mal in Zimbabwe nach, die sind immer noch arm, obwohl die Regierung dort Geldscheine mit Nennwerten bis zu „100 Billionen Zimbabwe-Dollar“ drucken ließ. Können Sie erklären, was dort schief gelaufen ist?

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        Christian sagte:

        Natürlich ist Geld Vermögen, Sie finden es in jeder Nichtbank-Bilanz auf der Aktivseite. Das sollte denke ich unstrittig sein.

        Um zu konkretisieren: ich spreche nicht nur von Geldscheinen, sondern von Geld in jedweder Form. Ein moderates Geldmengenwachstum ist etwas ganz Natürliches für die Wirtschaft, siehe z.B. die Geldmengenentwicklung in den USA: https://www.boerse.de/devisen/geldmenge-m2-usa/grafik

        Die richtige Verteilung des Vermögens fördert den Konsum, da Ärmere prozentual mehr konsumieren als Reichere. Mehr Umsatz bedingt mehr Absatz, mehr Absatz bedingt mehr Produktion und mehr Produktion bedingt Arbeits- und Kapitaleinsatz, was wiederum Einkommen als Umsatzpotential generiert. Wenn zu wenig Umsatzpotential im System ist, dreht sich die Spirale um.

        Es gibt Studien, die von einem positiven Effekt auf die Wirtschaft durch Gelddrucken ausgehen, sofern die o.g. Aufwärtsspirale in Gang kommt: https://de.wikipedia.org/wiki/Helikoptergeld#Studie_der_Deutschen_Bank

        In Zimbabwe ist die Kriegsfinanzierung in einer Weichwährung schiefgelaufen, davon ist die Eurozone dann doch noch etwas entfernt: https://en.wikipedia.org/wiki/Hyperinflation_in_Zimbabwe#Causes

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        Richard Ott sagte:

        Klar, wenn die Zentralbank aber viel zu viel Geld gedruckt hat, dann können Sie ihr „Geldvermögen“ auf der Aktivseite nur noch als „1,00 Währungseinheiten“ Bilanz-Merkposten stehen lassen, um sich daran zu erinnern, dass Sie die fast wertlos gewordenen Bündel bedrucktes Papier noch zum Altpapier geben oder im Winter verheizen können. Gilt natürlich nur für Bargeldbestände, nicht für Bankeinlagen, da fällt im Hyperinflationsfall leider auch die thermische Verwertungsmöglichkeit weg.

        Haben Sie den zitierten Wikipedia-Artikel eigentlich selbst gelesen? Der Zweite Kongokrieg, den Sie als angeblichen Hauptgrund für die Hyperinflation hier heranziehen, war 2003 vorbei, aber die Hyperinflation erreichte erst 2008 ihren Höhepunkt. Weiterzulesen als die ersten 5 Zeilen des Kapitels hätte vielleicht geholfen, dann hätten Sie zum Beispiel gelernt, dass die Regierung von Zimbabwe eine der korruptesten auf der ganzen Welt ist, mit dem frisch gedruckten Geld die Gehälter von Armeeoffizieren und Regierungsbeamten bezahlt wurden (die Hauptklientel Mugabes, auf die sich seine Macht stützt) und eine als „Wohlstands-Umverteilungsaktion“ gedachte Landreform übel gescheitert ist und die Wirtschaft von Zimbabwe nachhaltig ruiniert hat.

        In der Tat, davon ist die Eurozone dann doch noch etwas entfernt. Aber wir bewegen uns langsam genau in diese Richtung.

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      Christoph Naujoks sagte:

      Einerseits teile ich Ihre Ansicht, andererseits kommen mir Zweifel: unser Kreditgeldsystem scheint nun den Wohlstand auch nicht nachhaltig zu sichern, im Gegenteil scheint mir, dass die Krisen immer häufiger und heftiger werden. Allerdings hat es den jetzigen Wohlstand m.E. erst ermöglicht. Für welche Dauer?

      „MMT“ höre ich zum ersten mal – wie ist das definiert?

      Viele Grüße

      Christoph Naujoks

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Naujoks

        „MMT“ bedeutet eigentlich „Modern Monetary Theory“, das mit dem „Magic Money Tree“ ist nur eine Verballhornung von mir.

        Normalerweise halte ich Wikipedia ja bei aktuellen gesellschaftswissenschaftlichen Themen nicht mehr für eine ernstzunehmende Quelle da zunehmend Ideologie-verseucht, aber für einen ersten Überblick taugt es vielleicht gerade noch so: https://en.wikipedia.org/wiki/Modern_Monetary_Theory

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