Selbst wenn Green­peace dafür ist, muss es nicht richtig sein

„Endlich“ muss auch die EZB handeln, wenn es um den Klimawandel geht. Anleihen sollen nur noch gekauft werden, wenn es sich um „gute“ Schuldner handelt. Gut bedeutet nicht mehr, „kreditwürdig“, sondern politisch korrekt. Konkret: klimaschonend. Nun kann man schon daran scheitern, dass es schlicht unmöglich ist, das genau zu beurteilen. Vor allem, weil es vielleicht neue Technologien sein werden, die in Zukunft die Probleme lösen und die heute noch gar nicht so gut eingestuft werden.

Zu denken geben sollte auch, wer alles auf die Überlegungen positiv reagiert. Nicht selten sind es genau jene Kräfte, die in einer „Abschaffung der bestehenden Wirtschaftsordnung“ die Lösung der Probleme sehen. Und genau in diese Richtung wirken die Maßnahmen. Denn wenn man die effiziente Allokation von Mitteln verhindert, dann hat man nach dem wichtigsten Preis – dem Zins – auch noch die Allokation als Signal abgeschafft.

Die F.A.Z. zumindest berichtet erfreut von der Unterstützung, die die EZB von Greenpeace bekommt. Basis ist eine Studie in Kooperation mit der New Economics Foundation und drei britischen Hochschulen:

  • „These: Die Europäische Zentralbank (EZB) unterstütze mit ihren geldpolitischen Anleihekäufen überproportional große Unternehmen mit einer oftmals klimaschädlichen Ausrichtung. (…) Die Studie schlägt verschiedene Wege vor, wie die Notenbank ihre Regeln für die Anleihekäufe ergänzen oder sogar ganz abändern könnte, um weniger Anleihen von Unternehmen aus den Branchen Öl, Gas und Kohle dabeizuhaben, weniger Unternehmen mit hohen Emissionen und dafür mehr Anleihen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien.“ – bto: Dies dürfte aber auch damit zusammenhängen, dass Großunternehmen die Anleihenmärkte dominieren.
  • „EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat es zu einem wichtigen Thema ihrer Amtszeit erklärt, den Klimaschutz auch durch die Notenbank stärker unterstützen zu wollen. (…) So sollen in der Bankenaufsicht Klimarisiken künftig eine stärkere Rolle spielen und bei den Investitionen der Notenbank in Anleihen für den eigenen Pensionsfonds schon nachhaltige Kriterien berücksichtigt werden. Umstritten aber ist, ob auch die Geldpolitik selbst, und da vor allem die geldpolitischen Anleihekäufe, grüne Ziele verfolgen oder nur das Ziel der Preisstabilität, also den Kampf gegen Inflation, im Blick haben soll.“ – bto: durch die damit verbundene Vermischung von Zielen parallel zu den anderen Aktivitäten im Klimaschutz wie beispielsweise die CO2-Abgaben. Ich bin immer für Transparenz und Klarheit und genau diese fehlt bei dieser Vorgehensweise.
  • „Die EZB selbst hat zwei Hilfsargumente eingeführt (…): Eines ist, dass aus dem Klimawandel irgendwann so starke Auswirkungen auf die Wirtschaft hervorgehen könnten, dass dies die Preisstabilität gefährde. Klimapolitik wäre damit ein natürlicher Teil der Geldpolitik. Das andere ist, dass es beim Thema Umwelt ein starkes Marktversagen und sogenannte externe Effekte gebe, so dass die Zentralbanker eingreifen müssten, um keine exzessiven Risiken einzugehen. (…) Wenn die Zentralbank Anleihen einfach nur nach dem Verhältnis kaufe, wie sie am Markt vorlägen, also nach dem bislang geltenden Prinzip der sogenannten „Marktneutralität“, dann gingen sie gleichsam dem Marktversagen auf den Leim, argumentierte Lagarde zuletzt.“ – bto: Der Markt glaubt dann also nicht den Politikern und weil er das nicht tut, muss nachgeholfen werden?

Dazu dann diese Darstellung, die unterstreicht, dass unsere Wirtschaft immer noch an fossilen Energien hängt und damit diese Unternehmen auch die großen sind, die entsprechend Anleihen ausgeben, die man als Notenbank dann kauft bzw. als Sicherheit akzeptiert. Ein Bild also, was so aussehen muss in der heutigen Welt:

Quelle: F.A.Z.

 

  • „Unter den Unternehmensanleihen, die von der EZB bislang gekauft worden seien, machten die kohlenstoffintensiven Sektoren rund 62,7 Prozent aus. Das sei deutlich mehr als deren Anteil am Gesamtmarkt für europäische Anleihen. Noch stärker falle diese ‘Unwucht’ aus, wenn man sie mit dem Anteil dieser Unternehmen an der Beschäftigung (17,8 Prozent) und der Wertschöpfung in Europa (29,1 Prozent) vergleiche. Ähnlich sei es bei Unternehmen aus den Branchen rund um die Förderung fossiler Brennstoffe, bei energieintensiven Unternehmen und bei Transportunternehmen mit starker Umweltbelastung.“ – bto: Das ist ja eine tolle Studie. In Deutschland beschäftigt der Mittelstand die Masse der Mitarbeiter, da dieser nur sehr selten Anleihen ausgibt, muss es eine solche Verzerrung geben.
  • „Als Grund meinen die Wissenschaftler Fehlanreize in den Kriterien der EZB für Anleihekäufe ausgemacht zu haben. Insbesondere große Unternehmen würden bevorzugt, dabei seien klimafreundliche Unternehmen oftmals eher klein und noch nicht so etabliert. Schließlich gehören zu den EZB-Kriterien für die Anleihekäufe etwa Rating, Fälligkeit, Emissionsvolumen und Laufzeit.“ – bto: Der dahinter stehende, völlig veraltete Grundsatz lautet: Geld soll durch gute Sicherheiten einen Wert erhalten, nicht durch gute Absichten.
  • „‘Diese Kriterien begünstigen große Unternehmen mit hohem Finanzierungsbedarf und einer passenden Bonitätseinschätzung durch die etablierten Ratingagenturen, die bis heute jedoch noch keinen sinnvollen Umgang mit Klimarisiken für karbonisierte Geschäftsmodelle präsentiert haben und diese daher außer Acht lassen’, schreibt Greenpeace.“ – bto: Man sollte dann aber mit Szenarien für diese Risiken arbeiten und nicht mit pauschalen Kapitalkostenmanipulationen, die ohnehin nur begrenzt wirken.
  • „Zwei Wege werden in der Studie beschrieben, wie die Notenbank ihre Praxis ändern könnte, um auf diese Bedenken einzugehen: Im ersten Szenario bleibt die EZB grundsätzlich bei ihren Auswahlkriterien für die Anleihen, schließt aber Anleihen, die einen schlechten Klimafußabdruck aufweisen, zugunsten von klimafreundlicheren Unternehmen aus. Im zweiten Szenario ändert die Notenbank ihre Kriterien grundsätzlich. Zusätzlich zur Bonitätsbewertung der Ratingagenturen wird auch eine Bewertung der Klimarisiken vorgenommen, und das strikte Investment-Grade-Kriterium – es darf sich nicht um sogenannten Ramschanleihen handeln – wird abgeschwächt. Die Folge wäre, dass klimafreundliche Unternehmen auch mit einem niedrigen Rating für das EZB-Programm infrage kämen, während Anleihen klimaschädlicher Unternehmen trotz Investment Grade nicht mehr gekauft werden dürften.“ – bto: Das bedeutet, dass die Sicherheit hinter dem Geld, das wir verwenden, schlechter wird. Es bedeutet auch, dass es keinen Anreiz gibt, als „grüner Schuldner“ die Bilanzqualität zu stärken, was aber in anderer Hinsicht wünschenswert sein könnte.

Ich bleibe bei meinem Fazit: Es führt zu einer falschen Sicherheit, besser wäre es gründlich zu analysieren. Das Vermischen der Ziele ist intransparent und damit ineffizient. Letztlich ist es nur die Vorbereitung für das eigentliche Ziel: die EZB-Finanzierung der als New Green Deal getarnten Konjunkturprogramme der Staaten.

faz.net: „Lagarde erhält ungewöhnliche Unterstützung“, 14. Oktober 2020

Kommentare (71) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Michael Stöcker sagte:

    @ Dagobert

    Vielen Dank für Ihre konstruktive Antwort.

    „Gerne diskutiere ich Details weiter, aber Sie müssen die Positionen zu Rationalisierung, Ursachen von Lohnnullrunden, Niedriglohnsektor ….widerlegen oder anerkennen, wenn wir uns nicht im Kreis drehen wollen.“

    Ja, wir sollten uns auf Details/Einzelaspekte konzentrieren, damit wir uns nicht verzetteln oder aber im Kreis drehen.

    Ich anerkenne diese Positionen aus BETRIEBSwirtschaftlicher Sicht, aber eben nicht aus volkswirtschaftlicher/wirtschaftspolitischer. Mein Hauptargument: Persistent hohe LB-Überschüsse.

    Falls auch Sie persistente LB-Ungleichgewichte als Problem ansehen, wie würden Sie diese wieder zu einem Ausgleich bringen? Es bleiben grundsätzlich ja nur höhere Importe und/oder geringere Exporte. Und müssen wir tatsächlich solche High-End-Produkte wie diese hier exportieren, weil wir einen so schönen Billiglohnsektor in diesem Bereich haben/dulden? https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/09/PD20_N058_51.html

    LG Michael Stöcker

    PS: Aus Zeitgründen kann – wie in diesem Fall – meine Antwort auch schon mal ein paar Tage dauern.

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    Dagobert sagte:

    @Michael Stöcker 3x v. 02.11.20

    Ich will richtigen Aussagen nicht widersprechen, die Details verändern das „allzu einfache“ Bild von Ihnen.

    Lohnstückkosten – Arbeitsproduktivität – Lohnsteigerung
    Natürlich bringt gestiegende Arbeitsproduktivität jene Erträge aus denen höhere Löhne bezahlt werden – allerdings nur für die Beschäftigten, die nach Rationalisierung noch benötigt werden. Je höher die Löhne desto rentabler Personalabbau, wobei die verbliebenen Arbeitsplätze nicht zwingend höhere Einkommen bedeutet (Taylor, Arbeitsteilung, Prekariat)…selbst home office von Bangladesh ist billiger als in München.

    Mittlerweile ist es rentabel dumme Arbeit so weit von Europa entfernt zu globalisieren, dass es in Europa keine Arbeit für Dumme mehr gibt – Europa aber genügend dumme Menschen Europäer nennt – wohin mit diesen Leuten, die ein Recht auf ein bescheidenes Leben incl. Verschuldung für Wünsche haben?

    Der Niedriglohnsektor entstand aus Rationalisierung hin zu dummer Arbeit und durch Massenzuwanderung von Geringqualifizierten (z.B. GUS in den 1990ern). Wer nichts kann wird von Mindestlöhnen oberhalb seiner Produktivität vor der Arbeit ausgegrenzt, zuletzt offensichtlich durch die Schutzsuchenden von 2015ff. Qualifizierung erfordert Perspektiven, die die letzte verbliebene Hochlohnindustrie gerade nicht hat. Die Zeit bis dahin finanziert wer – vor?

    Natürlich manipuliert China seine Wechselkurse und zwar nicht weil Trump das sagt, sondern weil die Kreditvergabe so expansiv ist und es offiziell keine faulen Kredite gibt. Effizenz ist im Land der Geisterstädte nicht gefragt, aber man exportiert aggressiv…die Preise für chinesische Produkte in Europa können unmöglich kostendeckend sein. Schon der Versuch das zu kalkulieren passt nicht zu den Preisen für Immobilien in China, die längst an europäische Niveaus hinreichen….

    Natürlich kann eine Staatswirtschaft wie die Chinas unterhalb der Herstellungskosten arbeiten, wenn der Kredit unendlich prolongiert wird und der Zins null ist. Dadurch werden sämtliche Industrien in Ländern mit mehr regeltreue (Geldschöpfung aus Pfand, Tilgung und Zins) unrentabel und es ist bedrohlich, wenn Europa Kompetenzen verliert – an einen Gegner der mit gezinkten Karten spielt.

    Was ist in unserer Welt los, wenn Trump das begreift aber nicht die führenden Professoren USAmerikas?I
    Ich begreife das auch, aber Sie nicht?

    Trump ist nicht so blöd und die verlorenen Industrien (Kamera, Computer, Optik, Elektronik…z.B.) keineswegs so blöde alte Eisen wie Dickschiffe von Mercedes.

    Während die Inflation den Spargroschen der Dienstleister mit niedrigen Löhnen frisst, schöpfen Sie Hoffnung auf Erbschaftssteuern ohne Ausnahmen? Um alle Ausnahmen zu schließen müssen sie Grenzen für Geld, Menschen einführen – damit nicht über Firmenkonstruktionen und Auswanderung genau diese Steuern umgangen werden. Quandt fürchtet Defla an Aktienwerten mehr als Berliner Parteispendenempfänder…..was nicht machbar ist, braucht nicht diskutiert zu werden…

    Ich habe keine Versprechungen über einfache Lösungen zu machen, weil das Illusion ist.
    So weit die Dinge gelaufen sind, werden wir nach dem Crash von Vermögenswerten sehen, was sich wo noch rentabel anbieten lässt. Ich halte alles für möglich und erwarte keine Gnade/Vernunft von Regierenden.

    Gerne diskutiere ich Details weiter, aber Sie müssen die Positionen zu Rationalisierung, Ursachen von Lohnnullrunden, Niedriglohnsektor ….widerlegen oder anerkennen, wenn wir uns nicht im Kreis drehen wollen. Hätte, hätte interessiert nicht angesichts der tatsächlichen Zwänge von globalisierten Märkten.

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Dagobert

      „Mittlerweile ist es rentabel dumme Arbeit so weit von Europa entfernt zu globalisieren, dass es in Europa keine Arbeit für Dumme mehr gibt – Europa aber genügend dumme Menschen Europäer nennt – wohin mit diesen Leuten, die ein Recht auf ein bescheidenes Leben incl. Verschuldung für Wünsche haben?“

      Wir könnten Quotenpöstchen in der SPD für diese Klientel schaffen – aber ob das für alle Dummen reicht?

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    • Avatar
      Michael Stöcker sagte:

      „MAN hat nicht die Lohnpolitik unterminiert, sondern die Grenzöffnung.

      Beides spielt eine Rolle.

      „Ihre Aussage ist ökonomischer Nationalismus gegen die Zuwanderung von Gastarbeitern.“

      Kann ich daraus nicht ablesen. Ich bin für ein freies und offenes Europa. Oder sind für Sie Gastarbeiter Menschen jenseits der EU? Falls ja, dann bin ich in der Tat für eine gesteuerte Zuwanderung. In diesem Fall dürfen Sie mich gerne auch als „nationalistisch“ klassifizieren.

      „Über die Produktivität ließe sich endlos streiten…“

      Nein, darüber lässt sich nicht streiten. Und damit es nicht wieder der „verdächtige“ Flassbeck ist, hier die Sicht eines Hardcore Monetaristen:

      „Nach einer alten Lohnregel ist das Ziel einer stabilen Entwicklung der Volkswirtschaft, dass die Löhne mit der Arbeitsproduktivität steigen, nicht stärker, aber auch nicht geringer.“ https://www.bpb.de/politik/wirtschaft/schuldenkrise/193126/loehne-und-produktivitaet-muessen-sich-gleich-entwickeln

      Und dann gibt es KEINE Verlierer.

      „China manipuliert seine Wechselkurse, wie es die FED, BoJ, BoE, EZB, SNB praktizieren – das Argument ist billig.“

      Den Vorwurf lese ich immer wieder; allein er überzeugt mich nicht. Allerdings läuft die Herde auch schon mal viele Jahre in die falsche Richtung. Ein riesen Fass, das wir hier glaube ich nicht aufmachen sollten.

      „Durch den Leistungsbilanzüberschuß lenken Sie von der Abhägigkeit durch verlorene Wertschöpfungsketten nach China einfach ab.“

      Neee! Wir haben diejenigen Wertschöpfungsketten verloren, die nur geringe Werte geschaffen haben und uns auf Porsche, S-Klasse & Co. konzentriert mit hoher Wertschöpfung (siehe Ingo Sauers Vortrag, den ich weiter unten verlinkt hatte). Leider haben wir sodann einen Billiglohnsektor geschaffen und kutschieren seitdem Pizza mit dem Fahrrad durch die Gegend, anstatt unsere Infrastruktur zu erhalten und auszubauen. Das war/ist das wahre Problem und nicht strukturelle Veränderungen in den weltweiten Wertschöpfungsketten.

      „Ebenfalls kein Wort zur Inflation der Sozialsysteme, deren Einzahlungen genauso steigen müssten – mit entsprechendem Abstand zum Weltmarkt = Verlust von Wertschöpfung.“

      Je wohlhabender/produktiver eine Gesellschaft ist, desto größer sind auch die Sozialsysteme. Wer der Ideologie eines schwachen Sozialstaats anhängt, der wird Trump ernten.

      „Ich finde Sie machen es sich allzu einfach.“

      Dann auf, lieber Dagobert: Wie lauten Ihre Vorschläge/Rezepte für die verfahrene Situation?

      LG Michael Stöcker

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    Michael Stöcker sagte:

    @ Alexander

    Hätte Sie beinahe vergessen; sorry!

    „Immer wieder für mich offensichtlichstes – obwohl ich Ihren guten Willen nicht in Abreden stellen will. Ihre Position würde ich mir als Quandt, Albrecht oder Porsche wünschen, wie bestellt.“

    Meine Position gefällt Quandt & Co. ganz sicher nicht! Oder haben Sie schon aus dieser Linie die Forderung nach einer konsequenten Erbschaftssteuer OHNE Ausnahmen vernommen???

    „Wer die Zentralbanken missbraucht (s. Infla/Delfa Heinsohn link) hilft den Haltern von assets gegen Deflation“

    Die ständige Wiederholung von Unsinn bestärkt zwar den Glauben, führt aber nicht zu gesichertem Wissen. Auch dann nicht, wenn die Quelle Heinsohn ist, den ich ansonsten sehr schätze.

    WEIL die ZBen nicht für das Zinsniveau verantwortlich sind, können Sie auch nicht für die Assetpreise verantwortlich sein. Eine säkulare Zinssenkung führt im Rahmen der Assetallokation ganz automatisch zu höheren Preisen. Einfach noch mal drüber nachdenken, was andere dazu zu sagen haben:

    „Wenn die niedrigen Zinsen – wie dies Christian von Weizäcker immer wieder sagt – die hohe Ersparnisbildung aufgrund demographischer Veränderungen widerspiegeln, dann würde ich als Konsequenz aus den niedrigen Zinsen hohe Preise für Vermögensgüter wie Immobilien und Aktien erwarten. Das wäre dann eine Veränderung von relativen Preisen: Weil es in Zukunft so wenige Leute gibt, die zur Versorgung der Alten beitragen, nimmt die Bedeutung von Vermögensgegenständen zu, die in dieser Zukunft Erträge erbringen. Das hat kaum etwas mit Inflation zu tun.” https://blogs.faz.net/fazit/2018/12/30/keine-angst-vor-inflation-10468/

    LG Michael Stöcker

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  4. Avatar
    Dr. Lucie Fischer sagte:

    @Alexander 17:52
    Wie finden Sie nur Ihre genialen YT-Videos?
    Die Gender“ Forschung“ wird von der EU gefördert, da sie Unendlich-Schleifen-Debatten- ohne Lösung unterhält.
    Das Video zeigt aber, wie einfach die Problematik verstanden werden kann:
    Die BW- Gender-Kommandantin darf ihre frühkindliche Barbie-Phantasie vor der Truppe präsentieren und niemand lacht!
    Dabei ist ( für Mädchen, bei Jungen ist die Entwicklung komplizierter) die Symbolik des Wunsch nach dem Pferd mit dem Horn leicht zu interpretieren. Jungfrauen des Mittelalters stickten ihre Phantasie auf Wandteppiche, wunderschön zu sehen in Freiburg: Malterer-Teppich, es rührt das Herz.
    Erwachsene mit solchen Omni-Potenz-Phantasien kann man mit Logik nicht mehr erreichen. Sie beharren auf Erfüllung ihrer prägenitalen Wünsche, lebenslang, die Kränkung wird nie überwunden.

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    • Avatar
      Alexander sagte:

      @Dr. Lucie Fischer

      Selbstverständlich sind die internationalen Institutionen um die Weiterentwicklung der Gleichheit bemüht, die EU folgt dabei nur den Vorgaben der Vereinten Nationen (vgl. Agenda 2030). Für mich begann das Ganze erst Sinn zu machen, als mir der religiöse Zusammenhang aufgezeigt wurde – als Erlösung von mutmasslichen Phobien.

      Die Soldatin Oberstleutnant Anastasia (s.link) steht in der Tradition römischer Legionen bevor das römische Imperium endgültig zum Christentum konvertierte. Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Kybele-_und_Attiskult -> Märzfeste…

      Hier wird nichts neu erfunden, sondern nur altes wiederbelebt – mit Zustimmung der großen BRD Kirchen unter dem Banner des Regenbogens.

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    Michael Stöcker sagte:

    @ Rolf Peter

    „Er müsste oekonometrisch zeigen…“

    Ökonometrisch kann man alles zeigen: Garbage in, garbage out. Fakt ist: In allen Fällen REAGIERT die Zentralbank mit zeitlicher Verzögerung auf die Signale des Bondsmarkts. Erst sinken die Zinsen am langen Ende und als FOLGE senken auch die ZBen die Leitzinsen: https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/sind-die-kaeufe-von-anleihen-durch-die-notenbanken-wirklich-neutral/ (Ich hatte dort versucht, foxxly über die monetären Hürden zu helfen; leider ohne Erfolg, wie auch seine heutigen Kommentare wieder zeigen).

    Diese Sichtweise auf die Zinsentwicklung hatte Wolfram Engels übrigens schon genau so Anfang der 90er Jahre in seiner wöchentlichen Kolumne in der WiWo beschrieben.

    „Im Extremfall kann sie den Markt ganz ausschalten, indem sie alle Anleihen aufkauft. Wenn sie das zu 0% macht, wird niemand eine Anleihe am Markt fuer einen positiven Zins platzieren, wenn es zu 0% bei der Zentralbank geht.“

    In diesem Fall würde sie gegen ihr Mandat verstoßen, da es SOFORT zu einer massiven Kapitalflucht inkl. Abwertung käme, sofern der natürliche Zins über Null läge. Die Folge wäre ein massiver Anstieg der Inflation wegen höherer Importpreise.

    LG Michael Stöcker

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Stöcker

      „In diesem Fall würde sie gegen ihr Mandat verstoßen, da es SOFORT zu einer massiven Kapitalflucht inkl. Abwertung käme, sofern der natürliche Zins über Null läge. Die Folge wäre ein massiver Anstieg der Inflation wegen höherer Importpreise.“

      Nein, nicht zwingend. Wenn die Zentralbanken aller offenen großen Währungsräume die gleiche Nullzins-Anleihenaufkauf-Politik betreiben, dann ändern sich die Wechselkursverhältnisse nicht.

      Die massiv ansteigenden Preise sind dann die für Aktien, Gold oder Immobilien, aber die werden ja zum Glück bei der Inflationsberechnung nicht berücksichtigt. ;)

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      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        Ich stimme Ihnen zu, Herr Ott, aber die ungleichen Bedingungen in den einzelnen Ländern werden die ZBen zu sehr unterschiedlichen Zeitpunkten dazu zwingen, von dieser Politik abzurücken, sobald die Inflationsraten in der mittleren Frist wieder deutlich über 2 % liegen sollten. Bis dahin ist es den Anlegern egal, ob sie Bares zu null Prozent halten oder aber eine Anleihe zu null Prozent.

  6. Avatar
    Michael Stöcker sagte:

    @ Dagobert

    „Lohnerhöhungen setzen Ertragswachstum der Unternehmen voraus, aus dem die Einkommen bezahlt werden.“

    Betriebswirtschaftlich völlig korrekt, sofern keine Preissetzungsmacht.

    Volkswirtschaftlich gibt es aber ein Inflationsziel, das ohne Lohnerhöhungen langfristig nicht zu realisieren ist. Insofern müssten auch in einer statischen Wirtschaft Löhne und Preise um jährlich 2 Prozent steigen.

    „Der Staat kann sich zins- und tilgungsfrei stellen, aber nicht seine Bürger“

    Sehe ich auch so. Zinsfrei aber nur solange der natürliche Zins nahe null liegt. Ansonsten droht wieder die Kapitalflucht.

    „Das Bürgergeld (citoyage) betrachte ich nicht als Lösung, wenn die erwünschte Inflation die Kaufkraft der Zahlung untergräbt. Auch hier greift ein Fristenproblem, denn das Misstrauen in den Geldwert wächst schneller als man kaufen kann.“

    Was verstehen sie unter „Kaufkraft der Zahlung“? Maßvolle Inflation ist in einem funktionsfähigen Kreditgeldsystem kein Bug sondern ein Feature. Damit wird verhindert, das Geld zu einem eigenständigen Asset wird. Inflation bekomme ich aber langfristig nur über höhere Löhne oder aber höhere Staatsausgaben, zu denen selbstverständlich auch das Bürgergeld zählt; auch dann, wenn es formal von der Zentralbank käme.

    Und am Lebensende sollte dieser Finanzschaum dann wieder abgeschöpft werden, damit die Assetinflation nicht überhandnimmt.

    Andere sinnvolle Lösungsvorschläge habe ich aktuell keine.

    LG Michael Stöcker

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    • Avatar
      Dagobert sagte:

      @ Michael Stöcker

      Die Theorie der steten Inflation ist so einleuchtend, dass ich mich frage warum das Scheitern an der Realität nicht ebenso einleuchtet.

      Alle Wirtschaftsteilnehmer ohne Preissetzungsmacht können durch Inflation abgehängt werden und leiden solange unter Deflation, bis ihre Existenz aufgehört hat. Das gilt für alle Industriezweige, welche Europa (BRD) bis zur Grenzöffnung nach günstigeren Standorten weltweit verlor (Türkei, Südostasien)…

      Das kein Gesetz gegen offene Grenzen für Waren, Menschen und Dienstleistungen ankämpfen kann – durften wir nach Grenzöffnung 1989 durch einen verschärften Preiswettbewerb mit Osteuropa bis China lernen.

      Bis auf die Premiumautoindustrie gelang es keinem europäischen Industriezweig mehr deutliche Zuwächse an Einkommen/Gewinn/Anlagen zu bewerkstelligen. Wie lange sich inländische hightech Dienstleistungen halten können, ohne industrielle Auftraggeber frage ich mich ebenfalls…..wenn Exportüberschüsse durch viele Hände gereicht werden, bis sie als Geldanlage enden.

      Kaufkraft der Zahlung meint das Volumen des Einkaufskorbes, denn unsere internationalen Lieferanten werden eine möglich Inflation früh einpreisen um nicht die Dummen des Inflationsspieles zu sein.

      Wenn man sich für Inflation ausspricht muss man erklären wie man mit den Verlierern derselben umgehen will. Ohne Verlierer, welche den Schaden aus der Inflation ertragen müssen – könnte man auf Inflation verzichten.

      Die Geldhalter als offensichtlichstes Ziel von Inflation sind immer jene, die nicht fliehen können -> Einzahler in staatliche Sozialsysteme, Lebensversicherungssparer, Bausparer…

      Die einfachste Flucht war in assets wie Anleihen, Aktien, Immobilien – die auch in Zukunft nicht angegriffen werden dürfen – ohne internationale Investoren zu verschrecken.

      Deshalb halte ich die Idee von Inflation für eine überlebte aus der Zeit von Nationalstaaten. Selbst Europa ist zu klein, schwach, unbedeutend….um sich gegen China inflationär durchzusetzen. Derweil sammelt eben dieses China alle geflüchteten Wertschöpfungsketten ein und liefert – NOCH – unverschämt günstig.

      Antworten
      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dagobert

        „Die Theorie der steten Inflation ist so einleuchtend, dass ich mich frage warum das Scheitern an der Realität nicht ebenso einleuchtet.“

        Es scheitert, weil man die Lohnpolitik unterminiert hat. Der Zusammenhang zwischen Lohnentwicklung und Inflationsraten ist mehr als evident.

        „Bis auf die Premiumautoindustrie gelang es keinem europäischen Industriezweig mehr deutliche Zuwächse an Einkommen/Gewinn/Anlagen zu bewerkstelligen. Wie lange sich inländische hightech Dienstleistungen halten können, ohne industrielle Auftraggeber frage ich mich ebenfalls…..wenn Exportüberschüsse durch viele Hände gereicht werden, bis sie als Geldanlage enden.“

        Bitte nicht die zahlreichen Hidden Champions vergessen. Richtig ist allerdings, dass zahlreiche alte Industrien verschwunden sind. Und das ist auch gut so, weil dort kein Geld zu verdienen ist. Siehe hierzu insbesondere Ingo Sauer, den wir hier im Podcast ja auch schon hatten: https://youtu.be/z0JeA-OERW8

        „Wenn man sich für Inflation ausspricht muss man erklären wie man mit den Verlierern derselben umgehen will. Ohne Verlierer, welche den Schaden aus der Inflation ertragen müssen – könnte man auf Inflation verzichten.“

        Wenn man sich an der produktivitätsorientierten Lohnpolitik zzgl. Inflationsziel orientieren würde, gäbe es keine Verlierer. Oder eben eine höhere Staatsverschuldung mittels eines Bürgergeldes.

        „Deshalb halte ich die Idee von Inflation für eine überlebte aus der Zeit von Nationalstaaten. Selbst Europa ist zu klein, schwach, unbedeutend….um sich gegen China inflationär durchzusetzen.“

        Da muss sich keiner durchsetzen. Es wirkt immer noch der Wechselkursmechanismus via Inflationsdifferential.

        „Derweil sammelt eben dieses China alle geflüchteten Wertschöpfungsketten ein und liefert – NOCH – unverschämt günstig.“

        Ja, so hatten die Japaner in den 60er Jahren auch angefangen. Aber zu hohe LB-Überschüsse sind nicht nachhaltig. Das haben die Chinesen begriffen, während dies viele in Deutschland noch als Stärke missinterpretieren.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Dagobert sagte:

        @Michael Stöcker

        „Es scheitert, weil man die Lohnpolitik unterminiert hat. Der Zusammenhang zwischen Lohnentwicklung und Inflationsraten ist mehr als evident.“

        Welchen Vergleichzeitraum meinen Sie evident zu erkennen? Doch nicht die Spanne zwischen 5% Inflation und 5% Arbeitslosigkeit in den 1970ern? Bald darauf waren es 8% Arbeitslose durch den Verlust von Industrien + Rationalisierung.

        MAN hat nicht die Lohnpolitik unterminiert, sondern die Grenzöffnung.
        Ihre Aussage ist ökonomischer Nationalismus gegen die Zuwanderung von Gastarbeitern.

        „Hidden Champions“ ersetzen keine Massenbeschäftigung von Menschen, deren natürliche Fähigkeiten nicht im akademischen Sektor tragen. Die Entsorgung/Versorgung durch Bürgergeld ist so unmenschlich wie unbewiesene Hoffnung, weil das Verschuldungspotential ohne Arbeit = Null ist. Diese Nachfrage entfällt, was bleibt ist Pauperismus.

        Die hidden champions haben BBW nicht davor bewahrt aus einem mittelständischen Bundesland in ein grünes von Staatsdienern zu evolutionieren.
        Grün ist in dem Fall keine Wertung, sondern Ausdruck von Wandel.

        „produktivitätsorientierten Lohnpolitik zzgl. Inflationsziel orientieren würde, gäbe es keine Verlierer. “

        Wieder die Löhne, aber kein Wort zur Globalisierung/Grenzöffnung! Über die Produktivität ließe sich endlos streiten und Dienstleister sind seit jeher die Verlierer an Kaufkraft -> natürlich muss es Verlierer geben, weil Inflation kein Nullsummenspiel ist – Geldwert soll schließlich entwertet werden……

        „Es wirkt immer noch der Wechselkursmechanismus via Inflationsdifferential.“

        China manipuliert seine Wechselkurse, wie es die FED, BoJ, BoE, EZB, SNB praktizieren – das Argument ist billig. Die Schäden aus dem Verlust der Wechselkursmechanismen innerhalb der EU sind offenbar….

        Durch den Leistungsbilanzüberschuß lenken Sie von der Abhägigkeit durch verlorene Wertschöpfungsketten nach China einfach ab. Ob die chinesische Wette aufgeht weis niemand… der chinesische Binnenkonsum ersetzt die Anlage/Spekulationsblase keinesfalls …

        Ebenfalls kein Wort zur Inflation der Sozialsysteme, deren Einzahlungen genauso steigen müssten – mit entsprechendem Abstand zum Weltmarkt = Verlust von Wertschöpfung.

        Ich finde Sie machen es sich allzu einfach.

    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Herr Stöcker

      „Volkswirtschaftlich gibt es aber ein Inflationsziel, das ohne Lohnerhöhungen langfristig nicht zu realisieren ist.“

      Dieses „volkswirtschaftliche Ziel“ vom 2% Inflation gibt es nur, weil es sich die Zentralbanken in einer Pervertierung des ihnen eigentlich gesetzlich vorgeschriebenen Ziels von „Preisstabilität“ genau so ausgedacht haben um Gläubiger zu benachteiligen und Schuldner (inklusive des Bankensektors selbst) zu bevorteilen.

      So viel Ehrlichkeit sollte schon sein.

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    Michael Stöcker sagte:

    @ foxxly

    Die REALwirtschaft kann nicht exponentiell wachsen, die Finanzwirtschaft aber sehr wohl. Das MUSS sie sogar, wenn wir es mit dem Inflationsziel von 2 % ernst meinen. Denn 2 % machen auch in einer statischen Realwirtschaft eine Exponentialfunktion. Einfach mal in Ruhe drüber schlafen und sacken lassen.

    Die Fehler und Instabilitäten im Kreditgeldsystem sind an ganz anderer Stelle zu verorten. Darüber habe ich hier schon des Öfteren geschrieben:

    1. Zu geringe Eigenkapitalanforderungen. Siehe hierzu auch der aktuelle Beitrag von Cecchetti und Schoenholtz: https://www.moneyandbanking.com/commentary/2020/10/11/setting-bank-capital-requirements

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      Michael Stöcker sagte:

      2. Zu geringe Rückstellungen: „Der Fehler liegt also nicht im Zins an sich begründet, sondern in der missbräuchlichen Verwendung eines zukünftigen Zinsertragsanteils für eine heutige Vertragsabschlusshonorierung (Abschlussprovision) und eben nicht für die Risikovorsorge für ein potenzielles Scheitern der Vertragserfüllung. Dummerweise wurden die hierfür notwendigen Rückstellungen nur unzureichend gebildet und stattdessen fiktive Gewinne als reale Dividenden, Boni, Provisionen und überhöhte Gehälter ausgezahlt. Mit seriöser Buchhaltung ehrbarer Kaufleute (daher mutierte der Bankier ja auch zum Banker) hat das alles nichts zu tun und es geht seit 2007 nur noch darum, wie die Finanzbranche ihr eigenes Versagen auf den Steuerzahler abwälzt. Ein gesellschaftspolitisches Desaster sondergleichen, das die freiheitlich demokratische Grundordnung unterminiert (FREIHEIT wird großgeschrieben, verantwortung klein).“ https://zinsfehler.com/2013/08/21/zinsmythen/

      3. Unregulierte Schattenbanken/Eurodollarmarkt

      4. Unzureichende antizyklische Fiskalpolitik am Ende des langfristigen Kreditzyklus (Minsky-Moment).

      5. Unzureichende fiskalische Redistribution.

      LG Michael Stöcker

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Stöcker

      „Die REALwirtschaft kann nicht exponentiell wachsen“

      Doch, natürlich kann sie das. Entweder durch exponentielles Bevölkerungswachstum, so wie wir es derzeit auf der Welt erleben, oder durch Produktivitätswachstum durch immer neue Technologien, oder eine Kombinantion aus beidem.

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    Michael Stöcker sagte:

    @ Alexander

    Danke für Ihre Unterstützung bei der Erklärung des Kreditgeldsystems. Damit verbleibt ein wenig mehr Zeit für Wesentliches.

    „Das Problem scheiternder Finanzierungsketten ist kein Problem der Eigentumsökonomie/Kreditgeldsystem, sondern ein Problem von Menschen die Konsequenzen zu ertragen.

    Stöcker möchte die Konsequenzen umgehen indem er Kredite unendlich zu null Zins prolongiert.“

    Da haben Sie mich aber gehörig missverstanden/-interpretiert. Selbstverständlich gehört die Insolvenz zur Marktwirtschaft.

    „Ich möchte faule Kredite ausbuchen auch wenn das den Währungsreset bedeutet.“

    Und ich möchte Kredite ausbuchen OHNE Reset. Denn bei einem Reset werden gerade die kleinen Leute geschröpft; die, die nur über ein paar Geldforderungen verfügen, aber keine realen Assets besitzen. Diese halten nämlich die oberen 10 %.

    LG Michael Stöcker

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      Alexander sagte:

      @Michael Stöcker

      Die Insolvenz ist in unserer Marktwirtschaft nur etwas für die Kleinen…ab einer gewissen Größe ist man nicht nur to big to fail, sondern auch to big to jail.

      Wer die Zentralbanken missbraucht (s. Infla/Delfa Heinsohn link) hilft den Haltern von assets gegen Deflation und trifft die Gläubiger der Zentralbank, die Steuerzahler welche mit ihrem Eigentum als Grundlage für Besteuerung/Neustart herhalten müssen.

      Diese Beobachtung müssten Sie auch machen und können es nicht?

      Selbstverständlich werden die Staaten am Ende so eine Art Insolvenz hinlegen und zwar nur um sich vor den Ansprüchen ihrer Gläubiger zu befreien. Das funktioniert kaum anders als in Griechenland und wird Staatsabhängige mehr treffen als die Staatsprofiteure.

      Immer wieder für mich offensichtlichstes – obwohl ich Ihren guten Willen nicht in Abreden stellen will. Ihre Position würde ich mir als Quandt, Albrecht oder Porsche wünschen, wie bestellt.

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    foxxly sagte:

    @alexander 17:52
    bei diesen exonentiellen kreditgeldsystem gibt es keinen “ point of no return“! weil von anfang an die wirtschaft nicht schneller wachsen kann, als die geldmenge. die exponentielle „schieflage“ war 2 bis 3 jahrzehnte nach der währungsreform 1948 kaum bemerkbar, dann aber zunehmend mehr. die euroeinführung, der finanzcrash 2007/8 und jetzt corona, sind jeweils massive beschleuniger in den ruin. natürlich hätte es politische möglichkeiten gegeben die geschwindigkeit zu verlangsamen, aber letztlich ist der ruin mit einer exponellen funktion (wirtschaft…..) sicher.
    wir haben mehrere währungsreformen und den zerfall der sozialistischen länder miterleben müssen, oder dürfen. müssen, wenn wir nichts daraus lernen, -dürfen, wenn wir die richtigen schlüsse ziehen für ein nachfolgesystem.
    ideologen streiten sich: der sozialist und der kapitalist, beide nehmen für sich in anspruch, dass „ihr system“ in der richtigen form noch garnicht da war.
    sicher ist, dass beide systeme jeweils aus anderen gründen an die wand fahren.
    von mieses, propagiert den freien markt. (den es nicht geben kann!!) Gleichzeitig war seine behauptung, dass es keinen „dritten weg“ geben kann.
    ich denke schon, dass es diese anstrengung wert ist (nach all den katastrophen), diesen dritten weg zu suchen und zu gehen.

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      Alexander sagte:

      @foxxly

      Bitte!!! kein Geldsystem ist automatisch exponentiell wenn die Geldschöpfung an erstklassige Sicherheiten gebunden ist. Bricht man die Regel scheitert jedes Geldsystem, nur dass wir nach 75 Jahren Verschuldungsrunden im Scheitern keine Inflation erleben, sondern erst die Deflation der Pfänder ohne Marktwert.

      Was der Staat mit seinem exponentiell vermehrten Geld anstellen will – ich weis es nicht.
      Die Bürger müssen Pfand bieten und werden einen Teufel tun.
      Diese Situation ist neu.

      Es gibt tatsächlich keinen „dritten Weg“ zwischen privaten Eigentum und Gemeineigentum.

      Sie unterschlagen das Potential des Wiederaufbaus durch Kreditgeldsystem und Eigentumsökonomik, welches einen historisch einmaligen Wohlstand schuf.

      Der MEHRWERT aus Investition -> Produktivitätsgewinn -> Ertrag -> günstigeren Preisen -> mehr Kaufkraft weltweit -> Aufstieg -> Bildung -> Einkommen -> Eigentum -> Verschuldungspotential -> Investition -> ….. ist ein Kreislauf, den man zerstören kann, weil es kein Selbstläufer ist. Die Einstellparameter können nur durch Fehlinvestition -> Verlust -> Insolvenz justiert werden.

      Wir sind nicht am Ende der Geschichte angelangt, sondern nur am Ende des Lateins dieser unserer Regierungen.

      Na und?

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    foxxly sagte:

    @ alexander 11:19
    diese geldschöpfung ist ein durch kreditnachfrage entstandenes geld, welches somit in den Umlauf kommt.
    die folgende ausführung ist richtig, aber ein nebenkriegsschauplatz (war nicht meine ausgangsfrage)
    natürlich mindern die kredit- und firmenpleiten den erfolg der banken. aber nicht vergessen, dass dem auch beachtliche sicherheiten entgegen stehen und den verlust der banken erheblich mindern.
    zombi-firmen zu erhalten ist kontraproduktiv einer gewissen (kleinen) selbstregulierung des marktes
    entscheiden ist, dass dieses kreditgeldsystem ein exonetielles zwangswachstum verursacht, oder inne hat, – und dieses ist langfristig ausweglos „tödlich“ für wirtschaft, gesellschaft und politik.
    es gibt mittlerweile viele experten, abseits der msm, die es genauso sehen und bemängeln.
    es wäre viel angebrachter dagegen lösungen zu suchen statt dagegen zu poltern. dies bringt keinen weiter!

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    • Avatar
      Alexander sagte:

      @foxxly

      Genau deshalb macht sich der Stöcker diese Mühe nicht…..“weil Sie glauben etwas verstanden zu haben, was Sie noch nicht verstanden haben.“
      (sinngemäß Daniele Ganser)

      Ohne Rettung gibt es kein exponentielles Geldmengenwachstum, weil weder die Banken noch ihre Schuldner und auch keine Staaten über soviel erstklassige Pfänder verfügen – die exponentielle Geldschöpfung rechtfertigen.

      Jede Bank muss nicht nur Pfand nehmen, sondern auch Eigenkapitalpfand bei der ZB hinterlegen….

      Sie machen sich keine Vorstellung über die Härte der Deflation gegen Pfänder, wenn der Staat nicht fortwährend eingriffe/rettete. In den ungeschützten Bereichen herrscht regelmäßig mehr 50% Preisabschlag und die finanzierende Bank kann den Fehlbetrag nicht befriedigend ausgleichen – sie verbrennt damit Eigenkapital.

      Warum haben alle Autohersteller und große Konzerne eigene Finanzdienstleistung (mit Zugang zur ZB) gegründet? Weil man dann seine Risiken direkt mit der ZB verhandeln kann, denn das Geschäft ist für Sparkassen und Co. vieeeeeeel zu riskant geworden.
      Riskant wg. Preisabschlag von verpfändeten „Sicherheiten“….

      Würden die ZB´s nicht regelmäßig ausbuchen und prolongieren durch die diversen Finanzmarktvehicle (allen voran die BoJ), wäre der Weltmarkt schon lange an den gebrauchten/vermarkteten Pfänder GEPLATZT, d.h. der Neuverkauf wäre NULL. Das gilt für alle beweglichen Wirtschaftsgüter.

      Deshalb kritisiere ich auch Markus Krall, weil er sich keine Vorstellung macht wie umfassend der Markt bereits manipuliert ist. Wir leben in einer Scheinökonomie mit Scheinwohlstand basierend auf Scheinnachfrage…..besichert mit Scheinpfändern….

      Genau deshalb höre ich nicht auf zu staunen, warum man wegen einer scheinbaren Pandemie so etwas wie lock downs ausprobiert, weil das die Anscheinsblase zerplatzen lässt.

      Einen Systemwechsel können Sie komplett vergessen, dafür gibt es nicht nur keine demokratische ( 🤣 ) Mehrheit, sondern auch keine Vorfinanzierung zu hält bevor wir uns alle gegenseitig auffressen.

      “ Danach muss es von vorne losgehen und weder Politiker noch ihre Wähler wollen das persönlich erleben. Hochschulden so lange es geht, bleibt deshalb die Parole auch im Jahre 2013.“
      https://www.achgut.com/artikel/deflation_und_inflation_auch_2013_eintraechtig_beieinander/

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      • Avatar
        foxxly sagte:

        @alexander
        „hochschulden bis es nicht mehr geht“… das ist ja genau der punkt, – und hier sind wir wieder bei einander. ich habe mich immer auf die gelddruckerbanken wie geschafts- und notenbaken bezogen.
        das es den allgemeinen banken nicht besonders gut geht, war nicht mein thema.
        die rettungen zwischendurch sind alles pseudo-rettungen, weil, wie sie es selber schreiben, dann wäre das system schon vorzeitig am ende. damit bestättigen sie ja auch meine einlassungen.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @foxxly

        Die Gelddruckerei firmiert unter dem Banner des Gemeinwohles, der Stabilität. Die Profiteure sitzen über die ganze Machtpyramide aller nationalen Gewaltmonopolisten verteilt bis hinab zu den Plebejern, für die zuletzt der Sprung über die Hartzhürde kein Problem „mehr“ war – der Nachfrage sei dank.

        Wer den Stecker zieht, wie es Krall fordert, kann sich keines Erfolges sicher sein – so groß würde der Widerstand der Frösche sein wenn der Geldtümpel austrocknet.

        Ich weis nicht wann der point of no return war…vor 10 Jahren oder mehr….und ich hielte den Versuch zur Rettung des Kapitalismus = Eigentumsökonomie immer noch für alternativlos….und sei es nur um nicht als Feigling in der Geschichte zu vergehen….allerdings fürchte ich, es bleibt Europa nichts erspart.
        https://youtu.be/ouJWrO8bHiw

        Wer zu spät kommt….

      • Avatar
        ruby sagte:

        @ Alexander
        „Ich weiss nicht, wann der Point of no return war…“
        Da habe ich heute den ganzen Tag drüber nachgedacht und eben beim hören eines Musiktitels ist er mir klar geworden!
        Mit der Computerisierung startete die Entfremdung zwischen den Menschen, aber die Zeit ohne Umkehr begann, als die Programme nicht mehr auf der Festplatte isoliert arbeiteten und dort vor Ort produzierten, sondern die Verknüpfung über Internet bzw. Netzwerke sowie derzeit Interaktivität genauer Kontrolle und Überwachzng sowie jederzeitige und jederortige Replikation ermöglichten – somit ab Mitte der 80er Jahre..
        Exakt dort liegt der Knoten-, Kipppunkt.
        Die ganzen Bilder drumherum zu erläutern, obliegt jedem für seinen Kontext und Horizont.
        Möchte oder wird man wieder hinter diesen Wendepunkt geworfen vielleicht bestellt werden, könnte eine neue Welterkundung sein.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ruby

        Wendepunkt trifft viel besser als „point of no return“…

        Ihr Beispiel von den Festplatte vs. remote Leben deute ich als Versuch sich von Verantwortung frei zu machen wenn „Eigentum verpflichtet“.

        „die Verknüpfung über ..Netzwerke sowie … Interaktivität… Kontrolle und Überwachung … jederzeitige und jederortige Replikation ermöglichten“

        Wie/Wer/Wodurch kann man sich schützen, wenn alles austauschbar ist?
        Die große Freiheit ist Gefahr, wenn „KI über useless eaters entscheidet“ (vgl. Yuval Harari).

        Deshalb glaube ich nicht an den großen Fortschritt sondern an einen kulturellen Einbruch durch Verlust fundamentaler Kompetenzen. Aus der Anonymität heraus wird jeder entbehrlich… schlimme Aussichten.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @ Alexander
        Die Deutung hatte ich genau anders herum versucht anzulegen – sorry.
        Es ist die generelle Freiheit nicht Verpflichtung sich in den Besitz bzw. den Anschluß zu bringen. Es darf genau kein Anschlußzwang mit beherrschenden Diktat Gesellschafts- und Rechtsgrundlagen sein. Dies war ein freiwilliges Leben und Lernen der gedachten vorbildlichen Staatsbasis.
        Dieses L&L wendete sich hin zum Programmieren und Routinieren, der Router in jeden Haus mittlerweile ist er das Zentrum dieses Netzwerks, das Einfallstor, die Schleuse des Fremden, nicht sichtbaren Designers der seine Softwareingineure in den letzten Winkel unter die dunkelste Decke, das sinnloseste Elektogerät per Chip und Wirelessness gepflanzt bekommt. Jeder Drucker und jedes seiner gedruckten Zeichen sind überwachte Materialiesierungen und der Raub geistigen Eigentums sowie der Identität des individuellen Wesens. Er, der Nutzer, ist nicht mehr Quellcode, er wird zum Wurmfortsatz der Sendersociety des Sillicon, der CIA, NSA usw….
        Wie kann dieser Knoten der Netzstrukturen gelockert und aufgeknüpft werden?
        Ganz klar nur durch Kenntnis und Transparenz aller Mechanismen.
        Staatliche/private Zerschlagung und Begrenzung auf Grundrechte, die an der Existenz und Entwicklung von Persönlichkeit im geringsten Maße rütteln.
        Mehrheiten sind keit Garant dafür, wie aktuell im Wahlsystem der USA nach 2016 wieder zu studieren ist. Die Technik beschleunigt die Zerstörung von Akzeptanzen und läßt kein nachvollziehbares Wahlergebnis mehr zu. Einmischung durch fremde Systemhacker, Wahlcomputerdesaster, Wählerverzeichnismängel, Wahlmöglichkeiten vor Ort untragbar… eine Aufgabe für Spezialisten, die Normung und Durchführung zu beherrschen.

        Nein Fortschritt ist die Digitalisierung nicht mehr (bedingungslos) – der Rückschritt zur Steuerbarkeit und Entscheidbarkeit wird Zukunft für Selbstbestimmung erhalten.
        Die Konkretisierung kann unsere Generation noch aus der eigens erlebten Kenntnis geben, nur das Überzeugen der folgenden Unwissenden/Generationen geht nicht, sie müssen es direkt inside prozessieren
        wie Propaganda mit dem Titel P: Machinery in 85 im Musikgeschäft machten.
        Bei der Technologie mitzuhalten ist mit der Zeit eine Sache der Reduzierung auf das Wesentliche, wenn man selbst die Chance erhält die guiding lines zu treffen.
        Wozu & bis wann…
        Atmen, sehen, hören, riechen… die sinnlichen Welten in einer friedlichen?

  11. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Hier die EZB, aktuell:

    https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/ezb-weidmann-plaediert-gegen-eine-geldpolitik-mit-verteilungszielen/26577186.html

    Daraus:

    „Die Geldpolitik sollte aus Sicht von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann keine politisch-ökonomischen Verteilungsziele verfolgen. Dies würde zu einer extremen Politisierung der Notenbank führen, sagte er am Freitag auf einer Online-Veranstaltung mit Jugendlichen und Studenten.

    „Aber die Notenbank würde ja dann einschreiten in einen Politikbereich, der eigentlich durch demokratisch legitimierte Institutionen verantwortet wird.“ Die Notenbank sei als unabhängige Institution im Prinzip ein Fremdkörper in der Demokratie. „Und diesen Fremdkörper kann man auch nur rechtfertigen, wenn wir uns auf unser enges Mandat beschränken,“ sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB).“

    Weidmann hat es noch nicht geschnallt.

    Institutionelle Unabhängigkeit ist KEINE Freiheit des Unterlassens nach dem Motto „tun wir nicht“.

    Er begreift m. A. n. auch nicht das Szenario, wenn er sagt:

    >Würde die Notenbank damit beginnen, Politik zu betreiben mit Vorstellungen einer angemessenen Verteilung und diese dann auch geldpolitisch umsetzen, würde sie Politikentscheidungen der gewählten Parlamente und Regierungen korrigieren, sagte Weidmann. Damit würde sie in politische Festlegungen eingreifen, für die die Notenbank kein Mandat habe.>

    Es geht nicht um KORRIGIEREN, sondern um „mit Finanzierung BESTÄTIGEN“.

    Zu bestätigen ist die politisch GEWOLLTE Umverteilung.

    Dafür muss noch nicht einmal das Mandat geändert werden, man muss nur wie Frau Schnabel BEHAUPTEN, dass – „tiefgreifendes Marktversagen“ vorliege – und schon kann die EZB jede Art von „Risiken“, Klima an der Spitze, mit PRÄFERENZEN beim Anleihenkauf abwenden.

    Weidmann ist ein Looser.

    Ich frage mich, warum der nicht die Koffer packt.

    Draghi hat ihn ignoriert, Lagarde ignoriert ihn.

    Dauernd sollte und würde – wem nützt das?

    Wenn er glauben sollte, er könne mit der Bundesbank im Rücken den Deutschen garantieren, dass nichts aus dem Ruder läuft, ist er auf dem Weg zu einer tragischen Figur.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      „Zu bestätigen ist die politisch GEWOLLTE Umverteilung.“

      Alles wunderschön und auch in sich konsistent, wenn man eine staatlich gelenkte Planwirtschaft und keine Marktwirtschaft haben will.

      Jetzt werden die üblichen Verdächtigen wieder meckern, weil ich einen DDR-Vergleich bringe, aber im DDR-Zentralbankgesetz waren die Sozialisten immerhin noch ehrlich:

      Gesetz über die Staatsbank der Deutschen Demokratischen Republik
      „§1 (2) Die Staatsbank verwirklicht ihre Aufgaben in Durchführung der Beschlüsse der Partei der Arbeiterklasse, auf der Grundlage der Gesetze und anderer Rechtsvorschriften.
      (4) Die Staatsbank erfüllt ihre Aufgaben in enger Zusammenarbeit mit der Staatlichen Plankommission, dem Ministerium der Finanzen und den anderen zentralen und örtlichen Staatsorganen.“
      http://www.verfassungen.de/ddr/staatsbankgesetz74.htm

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      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Sehr instruktiver Verweis.

        Ja, die Sozialisten waren ehrlich.

        Heißt aber NICHT, dass man in der EU unehrlich sein MÜSSE.

        Überall dort, wo eine freiheitliche demokratische Grundordnung besteht, sagen wir also in der EU, funktioniert es auf EHRLICHE Weise so:

        Das Personal in den Schlüsselpositionen nimmt VERANTWORTUNG wahr und BEKENNT sich dazu.

        Die Damen Lagarde und Schnabel z. B. tun das erkennbar offen und ehrlich.

        Sie sind selbstverständlich auch zu enger Zusammenarbeit bereit.

        Schon richtig, Sie müssen dabei schon biegsam und flexibel sein und alle fünfe auch mal gerade sein lassen. Aber so ist das eben, wenn sich die Umstände ändern, aber nicht die Satzung.

        Das ist relativ einfach zu verstehen.

        Auch die Reaktion sind es:

        Solange die allermeisten Leute noch Butter schmieren können, gibt es keinen Aufstand.

        Die Sozialisten hatten es damit verglichen deutlich schwerer:

        Sie mussten den Leuten, von denen die allermeisten zusehen konnten, dass woanders dicker aufgetragen werden konnte, DAUERND einreden, dass ihnen die Zukunft gehören würde.

        Hat letztlich nicht geklappt.

        Wenn in der fortschrittlichen EU nicht mehr GELIEFERT werden kann, wird es auch vorbei sein.

        Das ist dann, finde ich, auch ehrlich.

  12. Avatar
    ruby sagte:

    Es läuft das Grande Finale der Kapitalmunisten (Kapitalisten &Kommunisten).
    Mit der Wiederwahl Donald J. Trump zum Präsidenten beginnt der Niedergang bis zur Auflösung die Politökonomie.
    Das wissen die herausragenden Akteure genau, deshalb versuchen sie soviel Panik wie möglich zu schaffen, um ihre Interessen und Ziele so schnell und massiv wie es geht durchzupeitschen bzw. regulativ zu verankern.
    Professor Richard Werner hat dieses Konstrukt der EU sehr früh erkannt und seine Konstruktion am geschlossenen System Japans erläutert.
    Am Ende wollen EU und EZB Giver and Lender of all & last Ressorts sein. Der Allumfassende alleinige Diktationsmechanismus, für den die Staaten und Länder in Bürgerkriege und Glaubenskriege geschickt werden, bis nur der große Überherrscher das Geld und die Politiken mit seinen selbstrekrutiertem Personal bestimmt.
    Die zwanghafte Ausdehnung implodiert ab kommenden Mittwoch, der letzte Rettungsversuch wird sein, einen Slow Punture,also einen schleichenden Plattfuß, hinzudirigieren aus den Institutionen heraus.
    Jetzt sind echte „Propheten“ gefragt.
    Die praktische Ordnung der Gesellschaften und Wirtschaften gehört wieder den konstituierenden Bürgern.
    Was für eine befreiende Entwicklung.

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      • Avatar
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @ruby:
        Hybris, ein Virus “ besiegen “ zu wollen , da helfen auch -Video-„Beweise“ von gelb-brodelnden Fiolen nicht weiter. Die Sehnsucht nach Alchemie ( = aus Blei Gold machen, Ursprung) ist tief verwurzelt, findet immer wieder Fans und Anhänger. Magisches Denken. Viel tröstlicher : die Evolution hat uns mit einem genialen Immunsystem ausgestattet, dass um so effektiver arbeitet, je früher es sich mit “ fremd“ ( Keime) von “ Selbst“ (eigene Körperzellen) auseinander setzten kann. Kleinkinder sollten besser im Kuhstall Erfahrungen mit Keimen aller Art machen:
        Desinfektionswut fördert Allergien und Auto-Immunerkrankungen. Die Covid-Debatte nutzt Urängste vor Kontamination ( Merkels “ Un-Heil“ Geraune) aus, die bessere Strategie findet sich in altem Hausarztwissen : Noxen Weg-lassen ( via negativa) , Schlafen, lächeln, flirten, usw. Dont´t panic wegen Corona.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @ Dr. Lucie
        „flirten…“
        Da klingen mir Whitesnake mit „Don’t break my heart again“ vom 81er Come’n get it Album in den Ohren – Audio lasse ich lieber weg 😉gerade mit den griechischen Mythenursprüngen von Alexander vor Augen.
        Gleichnamiger Eroberer endete im Kinofilm auch nicht sehr glücklich im Palast Babylons mit den Priestern neben der Tafel.
        Da ist Chlordioxid bei 30mg wesentlich besser covidfeindlich
        https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=543694

  13. Avatar
    foxxly sagte:

    @ alexander 20:20
    schön, dass sie für den pöbler einspringen (entschuldigung, wer andere niedermachen will ohne eine antwort darauf einzugehen oder zu widerlegen, ist ein pöbler)
    alexander, – ihre antwort trifft nicht den kern: (absicht?)
    jedes stück geld, welches von den geschäfts- und notenbank frisch gedruckt und in den umlauf kommt ist ein kredit;- kunden beantragen einer kredit!
    also auch das gesamte wirtschaftswachtum ist durch kredit entstanden. wo bitte kommt das geld für den BSP-zuwachs her?

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      Alexander sagte:

      @foxxly

      In einer Welt mit internationalem Export und frei konvertierbaren Währungen ist der Anspruch auf Berechnung des „kapitalen“ Wachstumsbedarfs zur Deckung der Zinsverpflichtungen in bestimmten Ländern ein „planwirtschaftlicher“ Nanny Ansatz.

      Wer bereit ist die Kapitalisten „pleite“ gehen zu lassen, lässt die Deckung ihrer kapitalen Bedarfe auch deren Problem sein. Sollen sie doch so günstige Angebote machen, dass die Kunden kaufen (gerne auf Kredit)….. klar bedeutet das Druck auf das System (incl. der Löhne), aber der Kapitalist ist gezwungen seine Leute gewogen zu halten….
      (Hartz ist staatlicher Arbeitszwang, nach Zwangsbeiträgen in die staatliche Arbeitslosenversicherung)

      Die Erfindung der steten Inflation haben ich in die große Depression (1873-1896) zurück verfolgt und bemerkt, dass die Löhne kaufkraftbereinigt gestiegen waren….trotz der Depression in den USA (!!!)

      Das FED System hat dieser Deflation ein Ende bereitet und zeichnet seither für die großen Krisen verantwortlich, weil Geldpoltik nicht die Probleme der Kapitalisten lösen kann…

      Dass das US Geldmonopol ein privates ist macht die Angelegenheit noch schlimmer, zulasten der Preisfindung am Markt – der sich dem Monopol beugen muss.

      Das EU EZB Geldmonopol ist zwar ein sozialstaatliches, dem US Monopol des Hegemons gegenüber keineswegs souverän….

      Ich stehe Herrn Stöcker wegen wahrer Umstände bei und auch deshalb, weil ich nicht möchte dass er sich „zurecht“ in eine überlegene Schmollecke verdrückt – wo er doch Rede und Antwort über seine Thesen stehen soll.

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        Richard Ott sagte:

        @Alexander

        „Ich stehe Herrn Stöcker wegen wahrer Umstände bei und auch deshalb, weil ich nicht möchte dass er sich „zurecht“ in eine überlegene Schmollecke verdrückt – wo er doch Rede und Antwort über seine Thesen stehen soll.“

        Ach, das hat schon Herbert Wehner im Bundestag richtig formuliert: „Wer rausgeht muss auch wieder reinkommen. Ich sage Ihnen Prost.“
        https://youtu.be/sLFMvdgKgCk?t=19

      • Avatar
        foxxly sagte:

        @alexander
        kein widerspruch zum inhalt ihrer ausführungen, – aber die frage , woher das geld kommt für das Wirtschaftswachstum bleibt. das hat auch h. stöcker unbeantwortet. ich hab ja eine antwort darauf, aber h stöcker hat mich dazu blöd angemacht. wenn keine begründete antwort kommt, dann kann ich mit meiner aussage nicht so falsch gelegen haben. was soll das ?
        wir können viel rundiskutieren um kaisers bart, ist das das ziel hier?
        warum bauen wir nicht mehr auf die ursächlichkeits-fakten auf, um dann sich nicht ständig im selben kreise zu bewegen?

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @foxxly

        Das fehlende Geld für Wachstum kommt von der „Bank“ durch Geldschöpfung der ersten oder zweiten Stufe.

        Und jetzt kommt die Antwort, die Sie sich weigern zu denken.

        NA UND.

        Banken haben kein Privileg solange sie für faule Kredite einstehen und Defizite aus ihrem Eigenkapital ausgleichen müssen – d.h. PLEITE GEHEN können. Das Privileg der Rettung zombifiziert nicht nur Banken sondern alle/alles/jeden.

        Das Problem scheiternder Finanzierungsketten ist kein Problem der Eigentumsökonomie/Kreditgeldsystem, sondern ein Problem von Menschen die Konsequenzen zu ertragen.

        Stöcker möchte die Konsequenzen umgehen indem er Kredite unendlich zu null Zins prolongiert.

        Ich möchte faule Kredite ausbuchen auch wenn das den Währungsreset bedeutet.
        Warum glaube ich daran?
        Weil entwickelte Gesellschaften über hinreichend Eigenkapital (Bildungskapital, Immobilien, Anlagen, Kultur) verfügen um den Neustart sozial verträglich zu meistern. Verschwendet man aber die Zeit einer schrumpfvergreisenden Demographie – verschwinden die betroffenen Gesellschaften von der Weltbühne.

        (Einen Haken hat meine Überlegung leider schon, der erfolgreiche Neustart kann kaum durch die Verantwortlichen des vergangenen Scheiterns erfolgen….., deshalb ist auch der Neustart nicht das Problem sondern der Verlust von politischer Macht….,)

  14. Avatar
    Michael Stöcker sagte:

    @ Joerg, Dagobert und Rolf Peter

    „Zeigen Sie uns bitte ein Modell,“

    Ökonomische Modelle liefern idR die Ergebnisse, die man ex ante haben möchte. Da halte ich es doch lieber mit einem Blick auf die Realität. Um nicht wieder auf mich selber zu verlinken, hier zwei Beiträge von Jeff Snider zum Einstieg. Im ersten Beitrag geht es um die Illusionen zur Zinssetzung durch die Zentralbank: https://www.realclearmarkets.com/articles/2020/01/17/central_banks_are_rate_followers_not_rate_setters_104045.html

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      Michael Stöcker sagte:

      Der zweite Beitrag behandelt das Thema QE: https://alhambrapartners.com/2016/06/21/why-qe-will-never-work/

      Ich hatte hierzu 2013 wie folgt formuliert: „Tapering liquidity? A trap, yet a taper(ing) in the dark of economic theory.” Leider „tapern“ die meisten immer noch im Dunkeln.

      „Sie wollten noch erklären wie ein Kreditnehmer schneller wächst als seine Schuldverbindlichkeiten, insbesondere dann wenn er seine Kredite konsumiert wie es Staaten zu tun pflegen.“

      Der souveräne Staat (=verschuldet in eigener Währung mit eigener Zentralbank) hat JEDERZEIT die Möglichkeit via Steuererhebung seine Schulden einzuhegen, wenn es denn sinnvoll erscheint. Oder er wächst via Inflationssteuer aus den Schulden heraus. Zudem: Wann ist die Grenze erreicht, ab der die Schulden nicht mehr schneller wachsen sollten als die Realwirtschaft? 100 %, 200 %, 300 %??? Letztlich ist dies auch eine Frage, wie viel fiktives Kapital man erhalten oder schaffen möchte.

      LG Michael Stöcker

      Antworten
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        Richard Ott sagte:

        @Herr Stöcker

        „Der souveräne Staat (=verschuldet in eigener Währung mit eigener Zentralbank) hat JEDERZEIT die Möglichkeit via Steuererhebung seine Schulden einzuhegen, wenn es denn sinnvoll erscheint. Oder er wächst via Inflationssteuer aus den Schulden heraus.“

        Tja, und wenn es zu heftige Steuererhöhungen oder zu viel Inflation gibt, weil die Schulden vorher zu stark angewachsen waren, dann folgt ein Volksaufstand und der souveräne Staat wird vom tatsächlichen Souverän hinweggefegt.

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      Rolf Peter sagte:

      Letztlich ist es eine empirische und keine theoretische Frage, ok. Aber erklären sollte man die Beobachtung schon.
      J. Sniders Aufsatz liefert keine Untermauerung seines Punktes. Ein paar einzelne Beobachtungen stellen keine empirische Analyse dar. Das ist kein „Blick auf die Realität“. Er müsste oekonometrisch zeigen, welchen Zusammenhang man beobachten kann (oder nicht). Nicht in einem populären Aufsatz, klar, aber er müsste auf solche Forschungen verweisen.

      Ausserdem sind seine Ausführungen nur dann plausibel, wenn die QE-Massnahmen begrenzte Segmente des Bondmarktes betreffen. Wenn die Zentralbank ihre Käufe aber auf mehr und mehr Sektoren ausweitet, dann nimmt auch ihr Einfluss zu. Im Extremfall kann sie den Markt ganz ausschalten, indem sie alle Anleihen aufkauft. Wenn sie das zu 0% macht, wird niemand eine Anleihe am Markt fuer einen positiven Zins platzieren, wenn es zu 0% bei der Zentralbank geht. Bevor es zu diesem Extremfall kommt, wird man die Aufkäufe durch die Zentralbank schon im „Marktzinssatz“ (der dann keiner mehr ist) sehen.

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  15. Avatar
    Michael Stöcker sagte:

    @ Joerg, Dagobert und Rolf Peter

    „Zeigen Sie uns bitte ein Modell,“

    Ökonomische Modelle liefern idR die Ergebnisse, die man ex ante haben möchte. Da halte ich es doch lieber mit einem Blick auf die Realität. Um nicht wieder auf mich selber zu verlinken, hier zwei Beiträge von Jeff Snider zum Einstieg. Im ersten Beitrag geht es um die Illusionen zur Zinssetzung durch die Zentralbank: https://www.realclearmarkets.com/articles/2020/01/17/central_banks_are_rate_followers_not_rate_setters_104045.html

    Der zweite Beitrag behandelt das Thema QE: https://alhambrapartners.com/2016/06/21/why-qe-will-never-work/

    Ich hatte hierzu 2013 wie folgt formuliert: „Tapering liquidity? A trap, yet a taper(ing) in the dark of economic theory.” Leider tapern die meisten immer noch im Dunkeln.

    „Sie wollten noch erklären wie ein Kreditnehmer schneller wächst als seine Schuldverbindlichkeiten, insbesondere dann wenn er seine Kredite konsumiert wie es Staaten zu tun pflegen.“

    Der souveräne Staat (=verschuldet in eigener Währung mit eigener Zentralbank) hat JEDERZEIT die Möglichkeit via Steuererhebung seine Schulden einzuhegen, wenn es denn sinnvoll erscheint. Oder er wächst via Inflationssteuer aus den Schulden heraus. Zudem: Wann ist für Sie die Grenze erreicht, ab der die Schulden nicht mehr schneller wachsen sollten als die Realwirtschaft? 100 %, 200 %, 300 %??? Letztlich ist dies auch eine Frage, wie viel fiktives Kapital man erhalten oder schaffen möchte.

    LG Michael Stöcker

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    • Avatar
      Dagobert sagte:

      @Michael Stöcker

      Ihre Zusammenfassung betrifft nur die Möglichkeit des Staates über Besteuerung.
      Meine Frage bezog sich auf Wachstum, natürlich der Steuerzahler die schneller wachsen müssen als ihre Kosten um nicht an Deflation zu sterben. Eine Inflationssteuer des Staates dämpft genau die Kaufkraft, die den Staatshaushalt wachsen lassen soll?

      Lohnerhöhungen setzen Ertragswachstum der Unternehmen voraus, aus dem die Einkommen bezahlt werden.

      Der Staat kann sich zins- und tilgungsfrei stellen, aber nicht seine Bürger – ohne die Kaufkraft des Zahlungsmittels in Frage zu stellen.

      Das Bürgergeld (citoyage) betrachte ich nicht als Lösung, wenn die erwünschte Inflation die Kaufkraft der Zahlung untergräbt. Auch hier greift ein Fristenproblem, denn das Misstrauen in den Geldwert wächst schneller als man kaufen kann.

      Haben Sie dafür Lösungsvorschläge?

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    foxxly sagte:

    … die notenbank gauckelt uns eine rettung vor und will die finanzierung sichern. sie will das feuer löschen mit dem brandbeschleuniger, das sie selber gelegt hat und weiter verwendet.
    ein kreditgeldsystem ist niemals zu retten!!!!!! wer anders denkt und hofft, hat dieses system nicht verstanden.
    die gelddrucker holen stets mehr für ihre bank rein, als sie mit dem kredit ausgeben. dieser vorgang dauert jahrzehnte, aber am ende ist die wirtschaft und die menschen kaputt.
    warum spielen wir dieses ausbeutespiel mit?

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      Michael Stöcker sagte:

      @ foxxly

      „ein kreditgeldsystem ist niemals zu retten!!!!!! wer anders denkt und hofft, hat dieses system nicht verstanden.“

      Die ständige Wiederholung von Unsinn ist und bleibt UNSINN! Sorry, aber Sie haben leider noch nicht einmal ansatzweise das System verstanden. Sie dürfen aber gerne Ihr fundamentales Unwissen hier weiterhin zur Schau stellen. Da hatten wir schon ganz andere Kaliber; z. B. aus der Astro-Fraktion.

      Sorry für meine klaren Worte, aber Unsinn sollte auch als solcher gekennzeichnet werden, da sich ja immer mal wieder neue Leser hierher verirren.

      LG Michael Stöcker

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      • Avatar
        foxxly sagte:

        @ stöcker. und wie ist ein kreditgeldsystem zu retten, oder heilbar. bitte antworten und nicht schwach daherreden!

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        Alexander sagte:

        @foxxly

        Erlauben Sie, dass ich unseren Herrn Stöcker in Schutz nehme.

        Natürlich ist ein Kreditgeldsystem funktionsfähig und nicht zum Scheitern verurteilt, solange man seine Grundgesetze befolgt.

        Grundsätzlich gilt, dass Kredit nur ausgehändigt wird:
        – gegen erstklassiges Pfand/Sicherheit
        – gegen Zins, der dem Ausfallrisiko gerecht wird

        Wer diese Regeln missachtet scheitert…… langfristig.

        Und ja Sie haben Recht, ein Kreditgeldsystem ist ungnädig gegen die schwachen Teilnehmer und vermarktet die Pfänder fauler Kredite zur Tilgung der Schuld. Niemand hat ein angeborenes Recht auf Erfolg und Misserfolg kann nicht belohnt werden. Das gilt für „faule“ Schuldner wie ihre „dämlichen“ Gläubiger; es gibt keinen Schutz vor Katastrophen….

        Im übrigen gibt es keinen Zwang Kredite aufzunehmen, es sei denn man kann sein Eigentum nicht anders verteidigen.

        Ein Kreditgeldsystem lebt nicht von steter Inflation, sondern von der Suche nach marktfähigen Preisen durch steten Wandel zwischen Inflation (Wachstum) und Deflation (Rezession). Inflation/Deflation sind zwingende Ereignisse zur Begrenzung von Kreditaufnahme und Reallokation von Ressourcen.

        Kurzum:
        Die Politik hasst alles was politische Macht begrenzen würde. Insofern rettet man lieber faule Kredite und verspricht gesellschaftlichen Frieden um den Preis versäumter Strukturreformen unter Verlust langfristiger Systemstabilität.

        Kapitalismus herrscht immer dann, wenn Pleitiers pleite gehen. ❤

  17. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Die Krankheit beginnt bereits damit, dass die Geldpolitik der EZB eine realwirtschaftlich SELEKTIERENDE Ausrichtung haben DARF.

    Aber so ist das eben:

    Wer selbstherrlich, weil unabhängig, über Anleihenkäufe entscheiden kann, bestimmt auch, WELCHE er kauft.

    Die Kriterien RATING und MARKTNEUTRALITÄT?

    Das war gestern, geht nicht mehr – schließlich liegt doch nach gebündeltem ökonomischen Sachverstand „Marktversagen“ vor.

    Daher heute:

    Kaufen nach den Kriterien POLITISCHER Opportunität.

    >Letztlich ist es nur die Vorbereitung für das eigentliche Ziel: die EZB-Finanzierung der als New Green Deal getarnten Konjunkturprogramme der Staaten.>

    Richtig, es geht um die Finanzierung – darauf läuft es hinaus.

    Allerdings werden NICHT Konjunkturprogramme finanziert, das war Keynes, auch gestern.

    Es geht vielmehr um die SCHAFFUNG umfassend anderer STRUKTUREN unseres Wirtschaftens.

    Antworten
  18. Avatar
    Rolf Peter sagte:

    „Letztlich ist es nur die Vorbereitung für das eigentliche Ziel: die EZB-Finanzierung der als New Green Deal getarnten Konjunkturprogramme der Staaten.“

    Das halte ich fuer den falschen Ansatz. Wie jede Bürokratie versucht die EZB, ihre Macht, Budget usw. auszudehnen. Sie springt dann auf den Zug auf, der sie diesem Ziel naeherbringt. Das ist jetzt der Klimawandel. Gäbe es den Klimawandel nicht, müsste man ihn nicht (!) erfinden, sondern die EZB wuerde sich einen anderen Vorwand suchen.

    Ausserdem ist es gelungen, die EZB zu politisieren. Das zeigt sich in der Ernennung einer Marionette zur Präsidentin und Größenwahnsinnigen „Experten“ vom Schlage einer Frau Schnabel oder dem Chefökonomen (einem Iren (ein „r“)), dessen Name ich vergessen habe. Es ist klar, die EZB hat jetzt sozusagen einen Stand auf dem Markt fuer politische Massnahmen aufgemacht. Und jetzt trudelt langsam die Nachfrage ein.

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  19. Avatar
    Michael Stöcker sagte:

    Die ganze Debatte um Anleihekäufe ist völlig verfehlt.

    1. Sie basiert auf der irrigen Annahme, dass die EZB das Zinsniveau beeinflussen könnte. Diese Annahme ist und bleibt aber falsch; auch dann, wenn die übergroße Mehrheit immer noch an diesen Mythos glaubt.

    2. Anleihekäufe/QE durch Zentralbanken schaffen KEIN neues Geld. Es handelt sich um einen Asset-Swap, bei dem Reserven entstehen, mit denen aber in der Realwirtschaft nicht bezahlt werden kann. Reserven verlassen niemals den Geldkreislauf der Banken. Wem das immer noch nicht klar sein sollte, den verweise ich auf diesen Beitrag: https://www.cnbc.com/id/100760150

    3. Da mit Anleihekäufen das Zinsniveau nicht (bzw. homöopathisch kraft Glaubensbekenntnis) beeinflusst werde kann, ist es als CO2-Steuerungsinstrument völlig ungeeignet.

    Insofern sollte sich die EZB mit den Irrtümern ihrer Geldtheorie befassen, statt zentralplanerische, ineffiziente und dysfunktionale Ansätze in der Energiedebatte zu verfolgen.

    LG Michael Stöcker

    Antworten
    • Avatar
      Joerg sagte:

      @Herr Stoecker,
      „1. Sie basiert auf der irrigen Annahme, dass die EZB das Zinsniveau beeinflussen könnte. Diese Annahme ist und bleibt aber falsch; auch dann, wenn die übergroße Mehrheit immer noch an diesen Mythos glaubt.“

      Sie haben recht, dass die EZB gemaess der reinen Lehre das Zinsniveau am Markt nicht beeinflussen kann. Aber indirekt und das ist das Entscheidende!

      Damit, dass es das Vertrauen in ihre Handlungsweise (Aufkaufprogramme) und die Erwartungshaltung der Markt-Teilnehmer befriedigt:
      „Wenn du den Schuldtitel bei 100 kaufst, kaufe ich ihn dir sicher fuer 103 ab“.
      Damit kann sie die Haende in Unschuld waschen und sagen, „wieso, der Markt wollte zu 100 kaufen, da kann ich doch nix dafuer“.

      In Wirklichkeit ist es etwas komplexer: Der Staat zwingt (reguliert) grosse Kapitalsammelstellen dazu, Geld muendelsicher anzulegen. Die muessen in ihrer Not (TINA) zu 100 kaufen, obwohl eigentlich nach Risikogesichtspunkten nur zu 80-90? gekauft werden duerfte (Italien.Staatstitel?).
      Sie kommen dann daher und sagen: Seht her, die Nachfrage bei 100 ist doch da, „Keiner“ ist dafuer verantwortlich als der (dumme) Markt selbst.

      Oder wo liegt mein Denkfehler?

      LG Joerg

      Antworten
    • Avatar
      Dagobert sagte:

      @Michael Stöcker

      Sie wollten noch erklären wie ein Kreditnehmer schneller wächst als seine Schuldverbindlichkeiten, insbesondere dann wenn er seine Kredite konsumiert wie es Staaten zu tun pflegen.

      Dass Geldpolitik des Geldmonopolisten immer und überall keinen Einfluß auf die Höhe des Zinses nehmen kann, sondern Opfer ist – ist von der gleichen Logik, wie eine Verbindlichkeit bei meiner Bank als Forderung auf Zahlungsmittel verstanden wird. Das es sich um die beiden Seiten derselben Münze handelt, verschweigt der brave Intellektuelle systemkonform.

      Zur Höhe der Zinsen:
      http://pigbonds.info/

      Antworten
    • Avatar
      Rolf Peter sagte:

      Zeigen Sie uns bitte ein Modell, in dem die Zentralbank alle ausgegebenen Anleihen zum Nominalwert fuer 0% Zinsen ankauft und in dem sich dann ein Marktzins unabhängig davon einstellt.

      Man sollte sich von diesen T-Konten(schein-)argumenten nicht ins Bockshorn jagen lassen. Wo kommen die Anleihen der Bank her, was passiert mit den Reserven? Zeigen Sie das gesamte Modell.

      Antworten
      • Avatar
        ruby sagte:

        @ R. Peter
        Das bestimmt der Buchungssatz, seine Bildung in Reihenfolge und Konto (Aktiv/Passiv) bestimmt eindeutig, was Sache also Realität wird.

  20. Avatar
    Thomas M. sagte:

    >EZB-Argument: „Eines ist, dass aus dem Klimawandel irgendwann so starke Auswirkungen auf die Wirtschaft hervorgehen könnten, dass dies die Preisstabilität gefährde. Klimapolitik wäre damit ein natürlicher Teil der Geldpolitik.“

    Mit dieser Grundlogik an Begründung sollte die EZB dringend auch:
    -Sozialpolitik
    -Immigrationspolitik
    -Digitalpolitik
    -Industriepolitik
    etc. pp. machen.

    Das alles beeinflusst schließlich Preisstabilität. Kann man als EZB nicht einfach so laufen lassen.

    >“Insbesondere große Unternehmen würden bevorzugt, dabei seien klimafreundliche Unternehmen oftmals eher klein und noch nicht so etabliert.“

    Das ist sicherlich kein Bug, sondern ein Feature. Man könnte ja mal spaßeshalber so gucken, was in Pensionsfonds so alles drin ist und ob die EZB an der Stelle auch schon vorsorgliche Sozialpolitik betreibt ;)

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Thomas M.

      Selbstermächtigungslogik. Bei den EU-Bürokraten sehr beliebt.

      Auch die Gesundheitspolitik hat übrigens ganz außerordentlich starke Auswirkungen auf die Wirtschaft und damit auf die Preisstabiliät und sollte daher unbedingt auch in die Zuständigkeit der EZB fallen.

      Antworten
      • Avatar
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Ott: Hab ich doch glatt das Wichtigste vergessen. Aufgrund der aktuell angespannten Lage mein Vorschlag: Alle ÖPNV-Pendler erhalten von der EZB sofort einen ordentlichen Zuschuss, damit sie im Taxi zur Arbeit fahren können. So senken wir das Risiko von Infektionen auf dem Weg zur Arbeit und stabilisieren damit die Preise, indem Produktions- und Dienstleistungserbringungs-Engpässe vermieden werden. Gleichzeitig stützen wir die Taxi-Industrie, die womöglich aufgrund von Schließung von Freizeiteinrichtungen deutlich weniger zu tun hat.

        Bin ich albern? Ich versuche das Prinzip nur konsequent anzuwenden – und bringe durch Extrapolation ins Absurde meine Kritik an diesem zum Ausdruck.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Thomas M.

        Das Taxi muss aber unbedingt ein Elektroauto sein, wegen Klimawandel. Sonst gibts keinen Zuschuss.

        „Bin ich albern? Ich versuche das Prinzip nur konsequent anzuwenden – und bringe durch Extrapolation ins Absurde meine Kritik an diesem zum Ausdruck.“

        Nö, ich finds völlig schlüssig, Sie könnten glatt bei der EZB anfangen.

        Oder, um Ihnen auf einer anderen Ebene zu antworten: Das Übersteigern ins Absurde ist eine der wenigen Methoden, die man in der Diskussion mit durchgeknallten Fundamentalisten und Extremisten überhaupt noch hat, wenn die ihr eigenes Theoriegebäude erstmal hermetisch gegen die Realität abgeschottet haben. Insofern machen Sie alles richtig.

  21. Avatar
    namor sagte:

    Mal etwas Abseits als Laie und da doch niemand so genau weiß auf was wir seit 2015 hier eigentlich zusteuern, vermute ich mal ins Blaue hinein. Gestern ein Gespräch mit einem Freund brachte mich auf die Idee.

    Das Baugewerbe läuft nach wie vor gut, vielleicht sogar besser. Auch Innenarchitekten scheinen zufrieden, da wo das Geld sitzt, sitzt es locker. Die Immopreise bleiben hoch, ein Gerichts-Gutachter empfahl mir zu kaufen und nicht auf Preisrückgänge zu spekulieren. Im Berchtesgadener Land (aktuell Lockdown) erzählt mir ein Vermieter aus dem Tourismus, es sei ein gutes Jahr, zwischen den Lockdowns super ausgebucht, er sei zufrieden, auch wenn jetzt noch mehr drinnen gewesen wäre.

    Es trifft trotzdem vor allem Gastgewerbe und Tourismus, nur nicht überall gleich. Während in südlichen Ländern der Anteil an der Wirtschaft in den Bereichen höher ist als im Norden und im Süden die Touristen aus dem Norden ausbleiben, trifft die Krise den Süden stärker. Es gibt weniger Devisen, wobei das bei gemeinsamer Währung ja irgendwie anders heißen muss, aber wie? Da die „Pandemie“, genauer die Maßnahmen, die ganze Welt treffen, werden manche ihre Schlüsselindustrien besser durch die Krise bringen und nach der Krise Wettbewerbsvorteile haben. Ähnliches sah man ja auch schon nach 2009, wo die nördlichen Länder viel besser zurück kamen als der Süden. Hinzu kommt noch, dass die „Wanderarbeiter“ innerhalb Europas wohl weniger im Ausland, verdienen konnten und den Herkunftsländern hier Devisen wegbrechen.

    Die Abgehängtheit oder Abhängigkeit von den entwickelteren der entwickelten Länder wird nach der Krise zunehmen. Genau das braucht der Hegemon oder das Imperium, Abhängigkeit der Peripherie. Die Integration Europas wird von den südlichen und östlichen Ländern nach der Krise stärker gewollt werden. Den nördlichen Ländern verordnet man Solidarität die sowie so nur Rechte nicht wollen. Und weil keiner rechts sein will, kann man jetzt schon Blankoschecks ausstellen.

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  22. Avatar
    Richard Ott sagte:

    „EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat es zu einem wichtigen Thema ihrer Amtszeit erklärt, den Klimaschutz auch durch die Notenbank stärker unterstützen zu wollen. (…) So sollen in der Bankenaufsicht Klimarisiken künftig eine stärkere Rolle spielen und bei den Investitionen der Notenbank in Anleihen für den eigenen Pensionsfonds schon nachhaltige Kriterien berücksichtigt werden.“

    Moment mal, die EZB hat einen eigenen Pensionsfonds, der in Anleihen investiert?

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    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Richard Ott

      >Moment mal, die EZB hat einen eigenen Pensionsfonds, der in Anleihen investiert?>

      Offensichtlich.

      Braucht die EZB wahrscheinlich auch bei den Pensionen, die sie zahlen will.

      Dr. Stelter zur beabsichtigten Ausrichtung der EZB-Anleihenkäufe:

      >Es führt zu einer falschen Sicherheit, …>

      Das stimmt nicht.

      Wenn Frau Lagarde WILL, dass verstärkt nachhalte, also grüne Kriterien bei den Käufen des EZB-Pensionsfonds berücksichtigt werden sollen, dann hat das garantiert NICHTS mit falscher Sicherheit zu tun.

      Denn diese Frau WEISS, was sie tut ;-)

      Schließlich liegt es in IHRER Hand, WAS als sicher gilt und was nicht.

      Wenn „grün“ politisch gewollt und von der EZB finanziert wird, dann IST es nachhaltig sicher.

      Antworten
      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Ich finde es verblüffend.

        Mit ein paar Euro-Paletten (hihi) mit darauf aufgestapelten Banknoten im EZB-Keller würde die EZB mittlerweile fast jede Anleihenstrategie bei der Anlage der Pensionsrückstellungen schlagen. Schwer bewacht wird das Gebäude sowieso und die Strategie garantiert nominal 0,0% Rendite, das ist mittlerweile gar nicht schlecht. Deutsche 30-jährige Staatsanleihen bringen aktuell -0,23% p.a…

        https://www.bloomberg.com/markets/rates-bonds/government-bonds/germany

      • Avatar
        foxxly sagte:

        @ tischer …….. ich denke, die frau lagarde ist eine handlangerin und ausführende anderer interessen!
        die fed gehört mehreren großbanken in den usa. wem gehört die EZB?
        und aus sicht der notenbank, macht sie so ziemlich alles richtig, – nicht aber auch unserer sicht , dem zahler!

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