MMT-Welle schon vorbei?

Vorweggeschickt: Ich denke das nicht. Ich denke, MMT holt erst richtig Schwung. Es ist wohl die nächste und extremste Waffe gegen die deflationäre Depression, die lauert. Dennoch fand ich diese Überlegungen des Kollegen von Flossbach von Storch gut:

  • „Trotz der jüngsten Renaissance und dem Wort ‘modern’ im Namen, sind die Grundgedanken zur MMT bereits in Werken von Knut Wicksel (1898) und Georg Friedrich Knapp (1905) zu finden. Vereinfacht besagt sie, dass Staaten unbeschränkt Geld drucken können, um ihre Ausgaben zu finanzieren, da sie nicht in ihrer eigenen Währung bankrottgehen können. Dies ermögliche einen einfachen Weg zur Vollbeschäftigung und Wohlstand (…).“ – bto: Und es wird auch zu gerne geglaubt …
  • „(…) Deutschland (musste) Anfang des 20. Jahrhunderts die bittere Erfahrung machen, dass Gelddrucken keineswegs zu Wohlstand führt, aktuell leiden Simbabwe und Venezuela unter einer Hyperinflation. Des Weiteren bleibt die Gelddruck-Inflation zumindest in Deutschland und Europa nicht wirklich aus. Die Preissteigerung findet in Bereichen statt, die bei der offiziellen Berechnung der Inflation nicht berücksichtigt werden: Vermögensgüter haben sich in den letzten Jahren rasant verteuert.“ – bto: Natürlich, so ist es! Aber unsere Helden verstehen das ja nicht.
  • „(…) MMT (…) wirkt wie ein Virus, der sich in der Bevölkerung ausbreitet. Schnell wird man jedoch von dem Virus auch wieder geheilt, wenn nicht sogar immunisiert, sobald man die Gedanken etwas sacken lässt oder sich weiter informiert.“ – bto: Die Immunisierung gibt es erst nach der Wiederholung der Hyperinflation, fürchte ich.
  • „Die untere Graphik zeigt, wie häufig in der News-Datenbank von Bloomberg Artikel zum Thema ‘Modern Monetary Theory’ erschienen sind.“ – bto: Aus der Tatsache, dass es rückläufig ist, darf man nicht schließen, dass es wirklich zu Ende ist. Ich denke, es kommt erst richtig.

  • „Das Narrativ von Vollbeschäftigung und Wohlstand hat der MMT zu einem Hype verholfen. Nun flaut dieser jedoch wieder stark ab und droht gar von der Bildfläche zu verschwinden. Da einfach zu viel gegen die Erkenntnisse der Theorie spricht, lassen die meisten schnell von ihr wieder ab.“ – bto: Aber es spricht doch aus dem Blickwinkel der Befürworter sehr viel dafür.
  • „Wie bei einem Virus bedarf es nun einer Mutation, damit es zu einer neuen Epidemie kommen kann. Vielleicht wird es der Vorwahlkampf der US-Demokraten oder weitere Prominente sein, die sich für die Theorie stark machen. Dann wird sich zeigen, ob die Immunisierung gegen die MMT permanent oder doch nur temporär war.“ – bto: Nein, es wird aus den äußeren Zwängen heraus populär werden. Als einzige Hoffnung die Krise zu überwinden.

→ flossbachvonstorch-researchinstitute.com: „MMT: Ein ansteckender Virus“, 27. Mai 2019

Kommentare (20) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Bauer sagte:

    Fasten your seat belt! Das Endspiel hat offensichtlich begonnen. Ich sehe es so:

    Seit Oktober 2016 hat China den Goldpreis bei 900 SDR/oz stabil gehalten. Ich habe bereits Anfang 2018 darauf hingewiesen. Seit vier Wochen gilt das nicht mehr, der Goldpreis in SDR ist massiv nach oben ausgebrochen. Heute sind es bereits 1025 SDR/oz, Tendenz stark steigend mit abrupten Sprüngen in den Tagescharts. Dem gegegenüber bewegt sich die Relation USD/CNY kaum. Wie soll man das interpretieren?

    China vermeidet die direkte Konfrontation im Handelskrieg und verhält sich hinhaltend, ohne im wesentlichen nachzugeben. Die Kriegsgefahr würde zu gross bei der Unberechenbarkeit der USA. Es hat einen anderen Hebel auf einem Nebenschauplatz gefunden und nutzt ihn nun, um den Dollar zu stürzen.

    Nach mehreren Quellen sind etwa sechsmal soviele Gold-ETF im Umlauf als Gold zur Deckung zu Verfügung steht. Jetzt freut sich der unbedarfte Anleger ob des warmen Regens steigender Kurse und kauft nach. Die ganz Dummen steigen noch ein. Der letzte Ausweis der EZB weist darauf hin, dass die professionellen Gold-Hedger bereits in Deckung gehen und aussteigen, was auch zu den scharfen Kursbewegungen an den Goldbörsen passt.

    Der Tag ist nicht mehr fern, an dem der Kleinanleger merkt, dass sein Gold-ETF nur warme Luft enthält, und dass ihn Panik erfasst. Das wird der ultimative margin call, der zwangsläufig dann auch auf den gesamten ETF-Markt und den Derivate-Markt übergreift. Bingo. Das hält keine Bank und keine Zentralbank mehr aus, denn der Vertrauensverlust wird rasant um sich greifen. Als erstes wird die Deutsche Bank fallen, die rd 6% aller Derivate weltweit hält.

    Ziel erreicht. China schaut unschuldig zu, bekommt zwar auch sein Fett ab, überlebt aber dank seiner Kommandowirtschaft.

    Ich empfehle das Buch „Guerilla“ von Laurent Overtone. Es ist, glaube ich, jetzt auch in deutscher Übersetzung erhältlich. Ich halte den Inhalt zwar im wesentlichen für plausibel angesichts der Verwundbarkeit der Industriestaaten, nur der geschilderte Zeitablauf ist viel zu kurz. Aber das ist wohl der nötigen Dramatik geschuldet. Babylon wird langsamer zugrunde gehen.

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    Quintus sagte:

    @ Michael Stöcker
    Vielen Dank für den Link zu diesen interessanten Ausführungen des Feriinstitutes zu MMT, In welchem die Risiken doch klar und eindeutig auf den Punkt gebracht werden. Somit ist aber ein befürworten dieser Art der Monetarisierung kaum mehr mit gutem Gewissen zu vertreten?!

    Auszüge daraus:
    1.Generell sind die Auswirkungen einer gezielten Politik monetärer Expansion und staatlich gelenkter Geldschöpfung nicht trivial: Ihre Effekte wirken über Gütermärkte, Kapital- märkte und Arbeitsmärkte auf alle Lebensbereiche und führen zu erheblichen Verzerrungen. Sie können somit Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme gesamthaft stark beeinflussen.

    2.Besonders stark sind in der Regel die Impulse für Finanz- und Immobilienmärkte, mit der Folge starker Aufwertun- gen oder sogar ausgeprägter „Blasenbildung“.

    3.Mittelbar können daraus – über „Zweit- und Drittrunden-Effekte“ – ökonomische Schieflagen, soziale Verwerfungen und gesellschaftliche Verspannungen größeren Ausmaßes induziert werden.

    4.Als Konsequenz erwachen dann Frustration und Verbitterung großer Teile der Bevölkerung, was – über politische Agitation und Populismus – nach- haltige Umbrüche politischer Strukturen und Systeme auslösen kann.

    5.Darüber hinaus kann eine Politik monetärer Verwässerung jedoch auch zu gravierenden Verzerrungen im gesamten Sozialgefüge einer Gesellschaft führen:
    Durch monetär angeheizte „Asset Price Inflation“ werden bestehende Ungleichgewichte in der Vermögensverteilung einer Gesellschaft unmittelbar verstärkt und oftmals neue Ungleichgewichte erzeugt.

    In diesem Papier wird als Hauptrisiko die Inflation genannt. Mit welchen begleitenden Maßnahmen wollen sie bei MMT verhindern, daß eben diese nicht schon sehr bald unkontrolliert davon galoppieren wird?
    Vertrauen in ein System kann man nicht kontrollieren, man erwirbt sich dieses Vertrauen durch dementsprechende Maßnahmen und Regeln(welche dann auch eingehalten werden) oder man verspielt es.

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      Michael Stöcker sagte:

      @ Quintus

      „In diesem Papier wird als Hauptrisiko die Inflation genannt. Mit welchen begleitenden Maßnahmen wollen sie bei MMT verhindern, daß eben diese nicht schon sehr bald unkontrolliert davon galoppieren wird?“

      Wie ich schon mehrfach betont habe, halte ich MMT für einen Irrweg. Warum? Weil das System der Checks and Balances zwischen Geld- und Fiskalpolitik unterminiert wird: https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/to-make-america-great-again-write-off-the-private-debt/#comment-20913

      Da wir es aber aktuell eher mit einem disinflationären und/oder deflationären Umfeld zu tun haben, ist die Inflation nicht das Hauptrisiko, sondern die Hauptchance.

      Bei meinem Vorschlag zu einem zentralbankfinanzierten Bürgergeld geht die Initiative von der Zentralbank im Rahmen ihres geldpolitischen Auftrags aus.

      „Vertrauen in ein System kann man nicht kontrollieren, man erwirbt sich dieses Vertrauen durch dementsprechende Maßnahmen und Regeln(welche dann auch eingehalten werden) oder man verspielt es.“

      Sehe ich genauso.

      Ebenso wie die Staatsverschuldung führt auch ein zentralbankfinanziertes Bürgergeld zu tendenziell steigender Inflation. Das ist ja auch Sinn und Zweck dieser Übung, damit Geld nicht zu einem eigenständigen Asset wird. Die damit einhergehende Assetinflation ist allerdings sehr wohl ein Problem. Von daher plädiere ich ja zusätzlich für eine konsequente Erbschaftssteuer, die dafür sorgt, dass das Assetangebot hoch genug bleibt.

      Oder um verkürzt zu argumentieren: Das Bürgergeld sorgt für die Zielinflation beim HVPI, die Erbschaftssteuer für die Eindämmung der Assetinflation. Unter einem solchen Regime macht dann auch eine formelle schwarze Null in der mittleren Frist wieder Sinn; formell deshalb, weil letztlich das Bürgergeld eine ewige Staatsschuld zu null Prozent ist.

      LG Michael Stöcker

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    Carsten Pabst sagte:

    Es endet immer auf diese Weise. Wenn sie zurückschauen auf das alte Rom, auf die Ming Dynastie- immer, immer, immer endet es auf diese Weise. Wir reden hier über das Endspiel. Und das wird unangenehm.
    Ex- Fed- Gouverneur L.B. Lindsay
    Einen kühlen Kopf bei heute sehr heißen Temperaturen wünscht Ihnen
    Carsten Pabst

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Carsten Pabst

      „Wenn sie zurückschauen auf das alte Rom, auf die Ming Dynastie- immer, immer, immer endet es auf diese Weise. Wir reden hier über das Endspiel. Und das wird unangeneh“

      Ja, wie genau das Ende dann abläuft und wie lange es sich hinzieht, das unterscheidet sich von Fall zu Fall. Aber die Grundidee der Entwertung des Geldes ist immer die gleiche. Neu ist allerhöchstens, dass es mit MMT zum ersten Mal mit einer pseudo-wissenschaftlichen „Theorie“ verbrämt wird.

      Grüße zurück an Sie aus dem immer noch angenehmen Sachsen – hier könnte es auch gerne noch 1,5 Grad oder 2 Grad wärmer sein, da hätte ich kein Problem mit. ;)

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    Lele Castello sagte:

    Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück – Null. Scheint von Voltaire zu sein.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Wenn meine Hypothese für das Handeln von Regierungen richtig ist, dass nämlich bei überlegt gewählten Alternativen regelmäßig die bevorzugt wird, die mit den – im weitesten Sinn verstanden – scheinbar geringsten Kosten verbunden ist, dann ist meine Meinung:

    MMT hat eine sehr beachtenswerte Chance, zum Zug zu kommen.

    Denn es kostet nicht viel, danach zu verfahren.

    Allerdings könnte es auch Ereignisse geben, die diese Option vom Tisch nehmen.

    Es ist zu viel im Fluss.

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    Horst sagte:

    „„(…) Deutschland (musste) Anfang des 20. Jahrhunderts die bittere Erfahrung machen, dass Gelddrucken keineswegs zu Wohlstand führt, aktuell leiden Simbabwe und Venezuela unter einer Hyperinflation. … Vermögensgüter haben sich in den letzten Jahren rasant verteuert.“ – bto: Natürlich, so ist es! Aber unsere Helden verstehen das ja nicht.“

    Dieser Vergleich (sowohl der zeitliche Bezug als auch die Gegenüberstellung entwickelter und nicht entwickelter Volkswirtschaften) leidet unter mehreren Schwächen.

    Man sollte die MMT methodisch verifizieren oder falsifizieren – Äpfel mit Birnen zu vergleich, führt regelhaft nicht zum Erfolg. Wissenschaftlich unsauber ist es zudem.

    Hyperinflation? Natürlich – so wird Stimmung gemacht.

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      Alexander sagte:

      @ Horst

      Wirkt MMT wir erwünscht und kommt es zu einem Teuerungsschub, haben wir keine Erfahrung wie sich das auf die überschuldeten Privaten auswirkt.

      Alle Inflationserfahrung beruht auf überschuldeten Staaten, die sich zulasten privater Ersparnisse entschuldeten. Private Ersparnisse, weil es keine entwickelte Banken-Kredit-Wirtschaft heutiger Prägung gab, der Private gezwungen war zu sparen.

      Heutige private Ersparnisse sind in Anleihen angelegt oder den Rentenversicherungsarten und natürlich am Aktienmarkt.

      Eine Entschuldung des Staates würde die privaten von der Kostenseite her schwer treffen, weil kein Privatmann in Rezessionszeiten (Auslöser von MMT) seine Einnahmen steigern kann, aber die Kosten steigen.

      MMT mit erhoffter Inflation wirkt deflationär, weil alle überschuldet sind.

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      • Avatar
        Horst sagte:

        Ihre Antworten sind missverständlich – auch bei mehrmaligem Lesen scheine ich nicht die Botschaften durchdringen zu können.

        „Alle Inflationserfahrung beruht auf überschuldeten Staaten, die sich zulasten privater Ersparnisse entschuldeten.“

        Ihnen ist klar, dass das Staatswesen (ergo dessen Verschuldungsbereitschaft) zuvor zu einem großen Anteil private Ersparnisse erst ermöglicht hat?

        Eine Erfahrung mit galoppierender Inflation sitzt dem Deutschen – trotz Geschichts-Desinteresse immer noch im Kopf – 1923.

        Die besonderen Umständen, unter denen eine solche Inflation erst möglich wurde, werden gerne vergessen:

        – Wirtschaftssanktionen (Beinahe-Stillstand Im- und Export)
        – Gold- und Devisenabflüsse als Reparationsleistungen (keine Handlungsoptionen für die Reichsbank, die Wirtschaft anzukurbeln)
        – Gebietsverluste, einhergehend mit dem nächsten Punkt
        – De-Industrialisierung der Wirtschaft, vor allem Ruhr- und Saargebiet, Elsaß (Montan- und Stahlindustrie), Schlesien etc. pp
        – Politische De-Stabilität (Aufgabe der Monarchie, Einführung der Demokratie)
        – Traumatisierte Bevölkerung, Flüchtlingsströme etc.

        Diese Faktoren sehe ich heute nicht, gestehe jedoch: Erfahrungen mit dem Einsatz von MMT-Instrumenten, die flexibel und agil sein sollen/müssen, gibt es nicht.

        Insofern wäre es ein nächster Schritt der Menschheit im Rahmen von „TRY AND ERROR“.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „Erfahrungen mit dem Einsatz von MMT-Instrumenten, die flexibel und agil sein sollen/müssen, gibt es nicht. Insofern wäre es ein nächster Schritt der Menschheit im Rahmen von ‚TRY AND ERROR‘.“

        Ich finde das wirklich zum Schreien komisch! So viel Experimentierfreudigkeit in der Geldpolitik kommt von den gleichen Leuten, die einen Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um mehr als 1,5 Grad für ein inakzeptabel hohes Risiko mit möglicherweise katastrophalen Konsequenzen halten.

        Das muss marxistische Dialektik sein. Oder vielleicht setzt beim Gedanken an in unbegrenzten Mengen druckbare Geldscheine auch einfach der Verstand aus?

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        ruby sagte:

        Alexander, jede Investition beginnt mit einer Auszahlung aber nicht jeder Kredit führt zu Rückzahlungen, die das Vermögen erhalten und mehren. Deshalb schöpft MMT virtual Wealth und gesamtwirtschaftliche Deflation, wenn alles Realvermögen konzentriert wurde. Ich denke Sie und ich sind logisch und rechnerisch schon weiter als try and fail.

      • Avatar
        Horst sagte:

        Schön, dass Sie Kruschwitz zitieren. Eine entsprechende Anmerkung ist angebracht, auch Sie sich rechnerisch und logisch weiter wähnen.

        Zu Ihren Ausführungen – wie immer kryptisch – wird weder der Versuch des Verstehens noch der Beantwortung unternommen.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Horst

        Die vergangen Inflationen erfolgten nach Kriegen, während des Krieges stellte man die Währung von Golddeckung auf Kredit um.

        Mir geht es nicht um die Ersparnisse von damals, sie waren verloren.

        Mir geht es darum, dass damals mangels Bankensystem keine private Verschuldung möglich war. Heute sind die Privaten überschuldet, was uns viele Jahre Konjunktur beschehrte.

        Bisher entschuldete sich der Staat durch Vernichtung privater Ersparnisse.

        Warum solten sich Staaten entschulden wollen, wenn sich nicht pleite gehen können – mit Zentralbankmonopol, umgeben von Pleitestaaten mit Zentralbankmonopolen?

        Kein Privater entschuldet sich durch Inflation, weil die Inflation=Kostensteigerung zu einer Schuldendeflation der privaten Schuldner führt. Bsp. Häuslebauer verliert VW Job und dann? …. die Pleite.

        Ist das immer noch unverständlich?

        Bei privater Überschuldung wirkt Inlfation der Kosten delfationär.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ ruby

        Die Linke schaut immerzu auf ihren Gott Staat und möchte ihm die Macht geben alles und jedes zu tun.

        Unsere Konjunktur beruht auf der Möglichkeit der Firmen und Privaten über ihre Verhältnisse zu leben und kein Staat rettet vor der Pleite ohne alles zu verstaatlichen.

        Das Problem ist dieses mal ausdrücklich nicht der Staat, der über seine Verhältnisse lebte, vgl. Spanien.

      • Avatar
        Horst sagte:

        „Die vergangen Inflationen erfolgten nach Kriegen, während des Krieges stellte man die Währung von Golddeckung auf Kredit um.“

        Auch vor Kriegen – gleich welcher Größenordnung – wurde Geld durch Kredit geschöpft, die Höhe war begrenzt durch die Golddeckung, die wiederum in diesen Zeiten temporär aufgehoben wurde. Im Übrigen verfuhren so alle involvierten Parteien (> aber nicht alle Parteien hatten anschließend nach der Rückkehr mit galoppierender Inflation zu kämpfen).

        Niemand heute wird mehr Kriege vergangener Ausmaße sehen, in denen die große Blöcke um Vorherrschaften ringen (damit werden Stellvertreterkriege nicht KLEINgeredet).

        „Heute sind die Privaten überschuldet, was uns viele Jahre Konjunktur beschehrte.“

        Woran machen Sie fest, dass die Privaten überschuldet sind?

        „Bisher entschuldete sich der Staat durch Vernichtung privater Ersparnisse.“

        Nachvollziehbar (es bleiben aber auch weitere Sektoren: Unternehmen und das Ausland), war es doch zuvor der Staat, der für die Ersparnisbildung sorgte.

        „Warum solten sich Staaten entschulden wollen, wenn sich nicht pleite gehen können – mit Zentralbankmonopol, umgeben von Pleitestaaten mit Zentralbankmonopolen?“

        Warum sollten sich Staaten entschulden wollen müssen, wenn sie doch Garantiegeber für die privaten Ersparnisse sind und dadurch gesellschaftliche Stabilität gewährleisten?

        „Kein Privater entschuldet sich durch Inflation, weil die Inflation=Kostensteigerung zu einer Schuldendeflation der privaten Schuldner führt. Bsp. Häuslebauer verliert VW Job und dann? …. die Pleite.“

        „Nach Berechnungen der Wissenschaftler auf der Grundlage der Immobilienpreise des Beratungsunternehmens Bulwiengesa sind die deutschen Hauseigentümer zwischen 2011 und 2018 allein durch Preissteigerungen nominal um bis zu 3,3 Billionen Euro und inflationsbereinigt um 2,8 Billionen Euro reicher geworden.“
        aus:
        https://www.faz.net/aktuell/finanzen/immobilienboom-verschaerft-ungleichheit-zwischen-arm-und-reich-16247797.html

        Asset-Price-Inflation? Das sieht der Häuslebauer von VW bestimmt anders, ist doch durch Inflation dessen Realvermögen gestiegen.

        Ich stelle fest: Für Ihre Hypothese liegen empirisch keine Evidenzen vor, weil die Rahmenbedingungen, die Zusammenspiele der Kräfte NICHT zu vergleichen sind.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „[Goldstandard-Aufbhebung im 1. Weltkrieg]: Im Übrigen verfuhren so alle involvierten Parteien (> aber nicht alle Parteien hatten anschließend nach der Rückkehr mit galoppierender Inflation zu kämpfen).“

        Das lag daran, dass bestimmte Staaten den 1. Weltkrieg gewonnen und andere Staaten ihn verloren hatten. Und die Verlierer mussten unter anderem Reparationszahlungen in Gold an die Gewinner leisten.

        „Asset-Price-Inflation? Das sieht der Häuslebauer von VW bestimmt anders, ist doch durch Inflation dessen Realvermögen gestiegen.“

        Aber nur sein „Realvermögen“ in Nullzins-Euro-Weichwährung ausgedrückt! Das Haus des Häuslebauers aus dem Beispiel ist immer noch genau so groß wie vorher, aber die Menge Hausquadratmeter, die man pro 100000 EUR bekommt, ist gesunken. Trotzdem halten Sozialisten wie der Enteignungs-Kevin den Häuslebauer jetzt plötzlich für „reich“.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Horst

        Vermögenspreisinflation half Vermögenden und die andere Hälfte von Mietern??? Vermögend ist ein verschuldeter Arbeitsloser nicht mehr, wenn die Arbeitsverwaltung ihn zwingt die Immobilie zu verkaufen.

        Inflation heißt Kostensteigerung.

        MMT will Inflation erzeugen.

        Kostensteigerung bei Strom, Lebensmittel, Öl, Versicherung (+KV,GV,PV), Miete, Dienstleistung…das alles hatten wir bisher und es soll durch MMT deutlich stärker werden.

        MMT kann das Bankensystem retten, aber nicht die Auslastung von VW, BMW, Mercedes, Opel, Ford, aller Maschinenbauer, der chemischen Industrie, der Bauwirtschaft etc….. weil wir ein EXPORTLAND SIND.

        Trifft Kostensteigerung auf Rezession, wirkt das auf Schuldner deflationär.

        Überschuldet sind Private in der BRD vielleicht noch nicht, aber die faulen Kredite der PIIGS sind überschuldete Private und MMT soll Europa retten.
        Spanien wurde durch den Versuch geschädigt, seine Privaten zu retten.

        (Ich persönlich halte viele Deutsche für überschuldet, bei 700td.€ für DHH und dem alternativlosen Job bei VW u.Co.)

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