„French watchdog fears ‚brutal correction‘ for world stock markets“

Die Warnungen werden lauter und offizieller. Natürlich auch, um hinterher nicht wieder dumm dazustehen oder – wie vermutlich in diesem Fall – Munition für die politische Agenda der eigenen Regierung zu schaffen. Dennoch ist es interessant, dass ausgerechnet die Franzosen offiziell vor der nächsten Finanzkrise warnen:

  • „France’s market watchdog is bracing for a surge in global bond yields and a Wall Street crash as soon as this year, fearing that contagion will spread to Europe and snuff out the fragile recovery. The world has never been so indebted – even more than before the 2007 crisis – and this debt has never been so risky, said the Autorité des Marchés Financiers (AMF) in its annual report.“ – bto: abgeschrieben bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, aber was soll es.
  • The number one risk for 2018 is a brutal correction of stock prices. The current valuation levels look high both by historical standards, and in fundamental terms across a whole range of indicators, starting with American equities. Any correction there would most likely spread to other stock markets, it said. The market capitalisation of world bourses rose 18pc last year to $82.5 trillion (£62 trillion).“ – bto: Aber es ist ja nur ein Symptom bzw. eine Folge der Politik der letzten Jahre. Außerdem sind die Märkte schon lange teuer.
  • „Any number geopolitical triggers could set off a scramble for safety, from the Italian drama to a cliff-edge Brexit.The denouement might equally come from a jump in inflation as US fiscal stimulus – at the top of the cycle – drives up oil prices and unleashes inflation. The sheer level of  speculative debt would amplify the effects of a cyclical downturn.“ – bto: Es ist, wie immer wieder gesagt, eine hoch-geleveragte Realwirtschaft, die wiederum von einem hoch-geleveragten Finanzsektor hochgejubelt wird.
  • „The Faustian Pact of easy money since the Lehman crisis is closing on the developed economies. Expansionary monetary policies have encouraged investors to hunt for yield by buying higher-yielding securities from lower-rated issuers whose solvency could be called into question quickly if rates rise or the macroeconomic environment worsens. The AMF said the question for Europe is what will happen if a US asset crash or an emerging market crisis sets off a fresh global recession, before the eurozone has built up an adequate safety buffer against deflationary forces.“ – bto: Auch das ist klar. Es wird knallen, weil der Euro eine Schönwetterkonstruktion ist. Die EZB wird wie noch nie alles aufkaufen und die Target-Salden explodieren. Aber politisch ist es offen. Solange die Politik mitmacht, geht das Spiel weiter.
  • „The warning was echoed on Thursday by Clemens Fuest, head of Germany’s IFO Institute. (…) The eurozone remains highly vulnerable to the next downturn. If nothing is done, it is going to be a very negative scenario, with massive bailouts and massive costs for Germany. Political conflict will get a lot worse and it has the potential to completely destroy the eurozone, he told the Munich Economic Conference on Thursday.“ – bto: So ist es. Was zur Frage führt, warum er keine sinnvollen Vorschläge macht, dies zu verhindern. Stattdessen unterschreibt er den Blödsinn von Fratscher und Co.
  • Italy, Portugal, Spain, and France have no fiscal space, or almost none, and if we go into the next crisis with debts levels anywhere near the current levels this is going to end something close to Greece. We can’t go the way of Japan. Debt levels can’t get to 200pc of GDP because we are not Japan, he said.“ – bto: warum nicht? Ich denke, natürlich können und werden wir!
  • ‚(…) actors must prepare for a no-deal scenario, a hard Brexit on March 29 2019, and develop appropriate contingency plans, it said. It warned of business continuity risks for financial services. Loss of EU passporting rights for British firms means that they will not be authorised to carry out the normal procedures that go with the life of a derivatives contract – novation, position roll, compression, etc. It cited a potential snarl-up in euro clearing and central data repositories.“ – bto: was Brüssel nicht hindert den Kreuzzug fortzusetzen.
  • „The comments suggest that the AMF remains insouciant about the acute risks for Europe – as well as Britain – if the transition is mishandled. Mark Carney, the Bank of England’s Governor, warned last month that £29 trillion of derivatives and interest rate swaps face chaos unless urgent measures are taken. The EU has told the banks to sort out the problem themselves, but this is impossible without a legal framework. This cannot be solved by the private sector, he said.“ – bto: Wenn das stimmt, kann man nur noch entsetzt sein über die Macher in Brüssel.
  • „Karin Dohm from Deutsche Bank and Alan Houmann from Citigroup – both experts on regulatory risks from Brexit – told a Brussels forum in late May that talks with EU officials had been a bitter disappointment. Brussels did not seem to be interested in contract continuity. In conversations with the European Commission we get a very strong sense that they think it’s not our problem. Well, it is their problem, said Mr Houmann. Hopefully common sense will come into play.“ – bto: wow.

Da haben wir es: ein hoch fragiles System, an dem verschiedene Idioten an verschiedenen Stellen herumbasteln.

→ The Telegraph: „French watchdog fears ‚brutal correction‘ for world stock markets“, 6. Juli 2018

Kommentare (29) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    markus sagte:

    @Dietmar Tischer:

    Worauf ich hinaus will: Es gibt Sachen, die gehen nicht. Mathematisch. Und es gibt Sachen, die gehen momentan (!) nicht politisch. Mathematisch unmögliche Sachen anzugehen ist Lebenszeitverschwendung.

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  2. Avatar
    markus sagte:

    Halb Off-Topic:

    Das kam heute früh im Radio: https://www.merkur.de/politik/50-euro-eintrittsgebuehr-fuer-notaufnahmen-gefordert-zr-10034598.html

    Da musste ich dran denken, wie unsere Politik lösbare Probleme (wie oben Genanntes) nicht angeht und dafür aber völlig unsinnige Sachen macht, wie unsere überschuldete Gesellschaft durch noch mehr Schulden zu kurieren versucht.

    Ich bin dafür den Slogan „wir schaffen das“ auf sinnvoll lösbare Probleme anzuwenden.

    – Notaufnahmen überfüllt : wir schaffen das! (Z.B. öffentlicher Dienst soll mehr Stellen ausschreiben; und wenn das nicht attraktiv genug ist, dann müssen nach Angebot und Nachfrage eben die Gehälter erhöht werden…)
    – Hauspreise und Mieten zu hoch : wir schaffen das! (Neues Bauland (!!!), Grunderwerbssteuer senken, länger unbebautes Land oder länger unbewohnte Wohnungen besteuern)
    – Zu wenig Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze: wir schaffen das! (Z.B. öffentlicher Dienst soll mehr Stellen ausschreiben; und wenn das nicht attraktiv genug ist, dann müssen nach Angebot und Nachfrage eben die Gehälter erhöht werden; außerdem Schulen für Erzieher ausbauen …)

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ markus

      Einen Slogan auf sinnvoll lösbare Problem anwenden – das hört man gern, da kommt große Vorfreude auf.

      Dann beginnen Sie einmal mit der Anwendung, d. h. informieren Sie uns über Ihre Finanzierungsvorschläge und sagen Sie dazu, WARUM die keine Probleme aufwerfen.

      Ich bin sehr gespannt, da Sie die Probleme offensichtlich OHNE zusätzliche Verschuldung lösen wollen.

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        markus sagte:

        @Dietmar Tischer

        Wenn unsere Gesellschaft produktiv genug ist, um sich ein paar weitere Ärzte und Krankenschwestern, etwas mehr Bauland oder ein paar mehr Erzieher leisten kann, und davon gehe ich aus, zumindest solange noch genug relativ leicht zu förderndes Erdöl da ist, dann sehe ich da gar kein Problem. Es müssen nur die Prioritäten leicht verschoben werden. So könnte man z.B. die Vermögenssteuer wieder einführen, man könnte die Mütterrente auf bedürftige Frauen beschränken und so Ausgaben sparen, man könnte die Trennung zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung aufheben und die Beitragsmessungsgrenze anheben …

        PS:
        Man kann übrigens Schulden nur reduzieren, indem man die Armen reicher macht. Und die Reichen ärmer. Ist leider so.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Markus

        Ich nehme nur mal einen Punkt heraus:

        Vermögenssteuer wieder einführen.

        Sie meinen es gibt keine Probleme, sie wieder einzuführen, wenn – ich rechne grob zusammen entsprechend dem Wählervotum der BTW 2017 – Die LINKE mit 9 %, die SPD mit der Hälfte ihrer 20% und die Grünen mit ebenfalls der Hälfte ihrer 9% gerade einmal 25% der Wähler FÜR eine Vermögenssteuer zusammenbringen.

        Wie wollen Sie bei diesem Wählerwillen und daraus folgend der – sagen wir einmal – auftragsgebundenen Einstellung der Bundestagsabgeordneten einen Gesetzentwurf zur Wiedereinführung der Vermögenssteuer zustande bringen?

        Es kann ihn nicht geben.

        Insofern, Sie haben recht:

        Problemlos UNMÖGLICH.

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        troodon sagte:

        @ DT
        So einfach sollte Sie es sich mit der Begründung für die Unmöglichkeit einer Vermögenssteuer nicht machen. Ihre Rechnung als Begründung erachte ich jedenfalls für nicht ausreichend.
        Ohne das Thema jetzt hier näher zu diskutieren, wäre ich FÜR eine Vermögenssteuer mit einem Freibetrag von 1 Mio. Aufgrund des Freibetrags würde sich die Zahl der Steuerpflichtigen wohl auf einige 100tsd beschränken.
        Einnahmen sollten dafür entweder für Investitionen in die Infrastruktur verwendet werden oder aber für eine Steuersenkung bei unteren und mittleren Einkommen verwendet werden. Der Konjunktureffekt daraus wäre positiv, die Kosten für die Erhebung dürften überschaubar bleiben.
        Und es scheint nicht so zu sein, dass die Deutschen eine Vermögenssteuer ablehnen. So jedenfalls eine YouGov Umfrage aus 11/2016, bei der sich 52% FÜR ein Vermögenssteuer aussprachen. https://yougov.de/news/2016/11/25/welche-gruppen-fur-die-vermogenssteuer-sind/
        Nur weil es dafür aktuell keine politische Mehrheit gibt, muss es nicht so bleiben. Die CDU/CSU könnte m.E. hier leicht die Sichtweise ändern, ohne dass sie dafür bei den Wählern abgestraft wird. Selbstverständlich muss dies gut erklärt vorgetragen werden, so dass der Meinungswechsel auch nachvollziehbar wäre.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Meine Begründung für die Unmöglichkeit einer Vermögenssteuer ist natürlich einfach, aber signifikant einfach:

        Es gibt keine Mehrheit im Bundestag für die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer und solange es die nicht gibt, gilt:

        Es ist unmöglich, sie einzuführen.

        Ich habe aber nicht gesagt, dass sich das nie ändern wird und ich sage auch nicht, dass es sinnlos wäre, eine zu haben. Eine gewisse Sinnlosigkeit würde sich m. A. n. allerdings bei der VERWENDUNG der Mehreinnahmen zeigen. Ich vermute, dass nach Lage der Dinge eher die Mütterrente erhöht als in die Infrastruktur investiert würde. Und wenn sie den einen nehmen, um den anderen zu geben, sind wiederum Probleme vorprogrammiert. Aber das sind andere Themen.

        Selbstverständlich ändert sich immer etwas, muss sich immer etwas ändern.

        Auf was ich hinaus will:

        Es wird immer wieder erzählt, so auch beim hier diskutierten Fall, dass Änderungen PROBLEMLOS möglich seien.

        Jemand hat eine Idee, eben Finanzierung mittels einer Vermögenssteuer, kann mit recht darauf verweisen, dass es Vermögende oder sehr Vermögende auch tatsächlich gibt, und dass man eben nur ein Gesetz verabschieden müsse, um die Idee umzusetzen – die Sache also problemlos sei.

        Die Schlussfolgerung ist dann auch schnell gezogen:

        Wenn es nicht geschieht, sind Ignoranten (bestenfalls), eher aber Idioten oder Böswillige am Werk.

        Das ist keine Diskussionsbasis, um in diesem Land auf vernünftige Weise zu Veränderungen zu kommen.

        Die Umfrage, auf die Sie verweisen, zeigt, dass das Land in dieser Frage in vielfacher Weise GESPALTEN ist, was erst einmal heißt, als dass es PROBLEME gibt, die Vermögenssteuer wieder einzuführen.

        Wenn dann auch noch anhand von Wahlanalysen um bestimmte, das jeweilige Ergebnis maximierende Zielgruppen gerungen wird, tun sich zumindest die großen Parteien schwer, Vorschläge einer MEHRBESTEUERUNG auf den Tisch zu legen.

        Wenn man zu einem Vorhaben wie der Wiedereinführung der Vermögenssteuer den Mut aufbringen würde, sollte man ganz mutig sein und dem Wähler erklären:

        Wir wollen die Vermögenssteuer erhöhen und verpflichten uns GLEICHZEITIG darauf, die Mehreinnahmen für x und nichts anderes zu verwenden. Können wir das bei Koalitionsverhandlungen nicht durchsetzen, gibt es keine Vermögenssteuer.

        Es gäbe immer noch genug Probleme, aber die Politik wäre glaubwürdiger und – meine Meinung – heute noch Unmögliches würde möglicher, wenn die Menschen wüssten, für WAS sie mehr besteuert werden.

  3. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    >… ein hoch fragiles System, an dem verschiedene Idioten an verschiedenen Stellen herumbasteln.>

    Ich verstehe nicht, wie man zu der Schlussfolgerung kommt, dass Idioten herumbasteln.

    War noch niemand in der Situation, in der er/sie es ALLEIN oder mit allen ANDEREN Einsichtigen nicht schaffen konnte, einen besseren Zustand zu erreichen, ohne ZUGLEICH unkalkulierbare Turbulenzen in Kauf zu nehmen – und daher die Dinge erste einmal so belassen haben, wie sie sind?

    Ich gehe jedenfalls nicht davon aus, dass wir und noch ein paar andere die Schlauen sind, während an den Schalthebeln die Idioten herumhantieren.

    Was z. B. die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich darlegt, ist ganz sicher bei den ENTSCHEIDERN bekannt.

    Und mehr noch ist bekannt, z. B. wie die EZB die ihre Handlungsoption EINSCHÄTZT und WAS das für die Politik bedeutet.

    Beispielhaft und aktuell:

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/konjunktur-weidmann-ezb-kann-neue-krise-nicht-stoppen-1.4055906

    Angesichts dieser Darlegungen, soll bitte WELCHER Idiot WAS tun?

    Alle, die es zu wissen glauben, dürfen sich gern melden.

    Antworten
    • Avatar
      Alexander sagte:

      @ Dietmar Tischer

      Geldpolitik hat 10 Jahre erkauft, die für strukturelle Reformen ungenutzt verstrichen – in allen Ländern Europas. Warum auch, wenn die Kanzlerin nicht versteht was sie seit 2015 hätte besser machen können?

      In der Zwischenzeit ist der Brexit erfolgt und man verkauft ihn als britischen Amoklauf, die Folgen für Europa sind unbeachtet.

      Russlandsanktionen anstelle engste Kontakte zum ersten Rohstofflieferanten des Kontinents zu suchen. Man lässt sich in Stellvertreterkriegen verschleißen (Irak, Syrien, Afghanistan) und sieht dem zugewanderten Extremismus zu, dessen Ursache mehr in Saudiarabien sitzt, als am Hindukusch.

      Man liefert Waffen an den Kriegsgegener Erdogans und wundert sich über dessen Reaktionen.

      Nun droht Brüssel mit Vergeltung in Sachen Welthandel, wenn sich die USA + GB nicht unterwerfen (Ironie!).

      Was wir an Kunden verlieren, macht die EZB mit neuerlichen Anleihekäufen wett? Damit erwirtschaftet der Staat genug Kapital um Fluchtursachen in Afrika zu beseitigen, weil afrikanische Interessen neuerdings auch unsere sind.

      Um Größenordnungen falsch, dennoch frisch zur Tat – so würde ich die Operationen der Großen Europas beschreiben.

      Falls Wut darüber unsachlich wirkt, muito sinto – there is no alternatvie.

      Antworten
      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        Ich will nicht wissen, was die Geldpolitik 10 Jahre erkauft hat …, sondern wünsche mir eine Antwort auf folgende Frage:

        >Angesichts dieser Darlegungen, soll bitte WELCHER Idiot WAS tun?>

        Wenn Sie eine Antwort darauf haben, dann sagen Sie es – und bitte die KONSEQUENZEN Ihres Vorschlags mitbedenken.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Die Angst vor KONSEQUENZEN ist das Bindemittel des EURO seit mehr als 10 Jahren.

        Von den aktuell Regierenden will ich persönlich gar nichts mehr.
        Keine Reform, keine Steuersenkung, keine weitere Friedensnobelpreise – nichts.

        Ich persönlich befürworte eine Abschreibung fauler Kredite samt Geldinstituten und Zombieunternehmen. Ich halte die KONSEQUENZEN für erträglicher als den unkontrollierten DOMINO DAY, vor dem sich die Briten entfernen wollen.

        Die soziologischen Schäden der Zombifizierung sind jeder Zukunft extrem abträglich.

        Auf die KONSEQUENZEN kann man das Wahlvolk vorbereiten, Qualitätsblätter wie die SZ zeigen täglich wozu sie fähig sind.

        Angst habe ich keine, denn ein möglicher Krieg um verschwundene Ressourcen ist schlimmer. Wer Krieg für unmöglich hält wende seine Aufmerksamkeit nach Frankreich dessen Siegesfeier an Bürgerkrieg erinnert:
        – 7 Morde auf offener Straße
        – fast 500 Vergewaltigungen
        – 845 brennende Autos
        – 47 geplünderte Geschäfte
        (Quelle Netz, die Bestätigung durch die SZ lässt noch auf sich warten)

        Es gibt immer Alternativen, nur keine für gescheiterte Utopisten.

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      Ommm sagte:

      na ja, das Seehoferle könnte doch nochmal gegen Mutti antreten und sie als trojanisches Pferd im Bundeshosenanzug outen, er kennt sie ja schließlich schon von fast Anfang an. Dann entsteht Chaos – und darauf folgt eine neue Ordnung – nämlich die von uns 99%.

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  4. Avatar
    Thomas sagte:

    Interessanter Gedanke zur Schneeflocke eines einzelnen Statements, die die Lawine auslöst…

    „Am schnellsten fing sich der Vertreter der britischen Nachrichtenagentur Reuters. Nur eine Minute nach dem Ende der Pressekonferenz gab der deutsche Dienst seines Unternehmens eine Eilmeldung heraus: „Ausreise über alle DDR-Grenzübergänge ab sofort möglich – Schabowski“ lautete der Text schlicht.“

    analog ->

    Nur eine Minute nach dem Ende der Pressekonferenz gab es eine Eilmeldung: „Euro muss möglicherweise rückabgewickelt werden“ lautete der Text schlicht.

    Dann dürften die Märkte den Euro schneller rückabwickeln, als die Planer zum Kickoff-Meeting in Outlook einladen können.

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      Wolfgang Selig sagte:

      @Thomas: Ja, das könnte so passieren. Wenn die Meldung nicht am Freitag nach Börsenschluss der Wall Street, sondern irgendwie ungünstig – sagen wir gegen 10.24 Uhr GMT an einem normalen Dienstag – rauskommt, dann haben wohl auch die EZB-Anteilseigner politisch keine Chance mehr, die Lawine aufzuhalten. Dann kann man zwar die Börsen in Europa schließen, aber das wird den Handel in Tokio, New York, Shanghai, Hongkong, Singapur, etc. nicht stoppen, vom außerbörslichen Handel ganz zu schweigen. Man sollte vorher Call-Optionen auf Aktien von Generikaherstellern für blutdrucksenkende Mittel mit europäischer Zulassung kaufen…^^

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    SB sagte:

    „bto: Wenn das stimmt, kann man nur noch entsetzt sein über die Macher in Brüssel.“

    Also das ist doch nun wirklich nichts Neues. Ich bin schon seit Jahren entsetzt, was die „Macher“ da in Brüssel „machen“. Nebenbei: Der Begriff Macher lässt ja seiner Intention nach im Ergebnis auf etwas Konstruktives schließen. Insofern ist er mit Blick auf Brüssel nicht anwendbar.

    „Hopefully common sense will come into play“ – Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Der gesunde Menschenverstand kam in Brüssel nie zur Anwendung und es gibt auch keine Anhaltspunkte dafür, dass es künftig dazu kommen wird. Brüssel ist für diesen Zweck auch gar nicht angedacht.

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    Wolfgang Selig sagte:

    bto: „…ein hoch fragiles System, an dem verschiedene Idioten an verschiedenen Stellen herumbasteln.“

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter, auch wenn ich Ihre Enttäuschung und Wut nachempfinden kann, aber mit Begriffen wie „Idioten“ schmälern Sie Ihren Einfluss und Ihre Glaubwürdigkeit, gerade bei Politikern und sonstigen Leuten, die sich mit dem Thema zu wenig beschäftigen.

    Die Eurozone wird nach meiner Wahrnehmung genauso dilettantisch zerfallen wie die DDR. Dazu den Originalton Günter Schabowski am 09.11.1989 zum Thema Maueröffnung live im Fernsehen:

    „Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich …“

    Ähnlich wird es mit dem Zerfall der Eurozone kommen. Wenn bespielsweise Italien mit einer erfolgreich etablierten Parallelwährung aussteigt und den Ausgleich der Targetsalden mit Verweis auf seinen Haushalt verweigert, woraufhin die EZB formal erst einmal ohne jegliches Eigenkapital dasteht, sehe ich schon den EZB-Sprecher stammeln: „nach meiner Kenntnis müssen die einzelnen Euroländer … also ab sofort…unverzüglich…“

    Und das war´s dann.

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      Alexander sagte:

      @ Wolfgang Selig

      Verfügte Europa über zornige junge Männer wie die Subsahara Zone, man hätte dem Treiben in den Hauptstätten längst einen demokratischen Frühling beschert.

      Auf den Zorn der mittelalten Männer bin ich gespannt, weil er die letzte Chance für Veränderung ist.

      Dieselben Spieler, die sich unwillig zeigen Europa eine finanzielle Chance zu geben, zeigen sich begeistert von den Fachkräften aus der überbevolkerten dritten Welt.

      Gutes Geld und gute Leute fallen nicht vom Himmel,
      um Qualität muss man sich bemühen.

      Wer jetzt noch nicht zornig ist, wird es auch dann nicht sein, wenn die Rentenzahlung ausbleibt = das finale Ende dieses Ponzischemas.

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      • Avatar
        Jacques sagte:

        @Alexander

        Unsere Gesellschaft ist doch mittlerweile seit Jahrzehnten wohlstandsgesättigt.
        Das ist eben der Unterschied zu Gesellschaften südlich der Sahara und vielen anderen Regionen.

        Völlig normale Entwicklung. Früher war ein Krieg Mittel zum Zweck um ein Volk gesund zu halten. Sowas wünschen wir uns natürlich nicht.
        Es muss eben erst wirtschaftlich bergab gehen bis man Veränderungen durchführt. So ist es immer.

      • Avatar
        Wolfgang Selig sagte:

        @Alexander: Sie sprechen die große Unbekannte an. Wohlstandsgesättigt ist man nur, solange der Wohlstand da ist. Die Frage ist, wie viele Tage ein Supermarktregal oder ein Tankstellenbehälter leer sein muss, bis das kippt. Versuche mit abgestürzten Flugzeugen in einsamen Gebieten oder gestrandeten Schiffsbrüchigen auf einsamen Inseln zeigen völlig unterschiedliche Ergebnisse. Ich weiß es nicht, vermutlich weiß es keiner. Ich bin aber nicht scharf darauf, das in unserem Land auszuprobieren.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Jacques

        „Auf die Freiheit des Haustieres folgt die des Schlachttieres“
        (Ernst Jünger, Der Waldgang)

  7. Avatar
    Hansjörg Pfister sagte:

    „Da haben wir es: ein hoch fragiles System, an dem verschiedene Idioten an verschiedenen Stellen herumbasteln.“
    Das ist genau das, was ich selbst ständig feststelle. Wir haben ein gewaltiges Elitenproblem. Wichtige Leute erfüllen nicht die charakterlichen und intellektuellen Voraussetzungen, die für ihren jeweiligen Job eigentlich unabdingbar wären.Und manche haben sogar „Ischias“.
    Ein gewisses Maß an Versagern muss man gewiß hinnehmen, aber irgendwann kollabiert das System an seiner eigenen Idiotokratie.

    Antworten
    • Avatar
      Zweifler sagte:

      Wann in der Geschichte erfüllten „wichtige“ Leute jemals die chrarakterlichen und intellektuellen Voraussetzungen? Um „wichtig“ zu werden sind diese Voraussetzungen ja eher hinderlich.

      Antworten

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