Why investors should be worried by all-conquering tech stocks

Letzte Woche habe ich in meiner WiWo-Kolumne auf die enorme Bedeutung der Technologieaktien für den gesamten Markt hingewiesen. Natürlich bin ich mit meiner Skepsis nicht alleine, wie auch dieser Kommentar aus der FT zeigt:

  • „The internal workings of global stock markets are giving a flashing red signal. Cheaply priced stocks have been underperforming richly priced stocks for most of the past 10 years, but the predilection for high flyers has intensified sharply in the past eighteen months. The phenomenon is particularly noticeable in the US and Asian markets, excluding Japan, because of the enormous scale of the Faangs, (Facebook, Apple, Amazon, Netflix, Google) and Bats (Baidu, Alibaba, Tencent, Samsung) that dominate their market capitalisation.“ – bto: eine Konzentration auf einige wenige Werte.
  • On some measures the gap between unloved value stocks and hot growth ones matches the excesses of the peak of the internet bubble in 2000. – bto: Das ist doch mal was!
  • „(…) such polarisation is typical of a very late stage bull market. Average stocks of average companies are being shunned in favour of an elite group of stocks that appear immune to economic headwinds and competitive pressures. This narrowing of focus is never healthy, especially when the ascent of the chosen few becomes parabolic as investors grow increasingly worried about everything else.“ – bto: Der Anstieg wird immer steiler.
  • „MSCI indices of value and growth, which use the single metric of price book value, shows the degree to which the latter has outperformed. It is sometimes argued that book value is no longer meaningful in a world in which companies are increasingly reliant on intellectual property and brand value. Intuitively, that seems possible, but if off-balance sheet assets were indeed making a greater contribution to profits, there should be a structural rise in return on equity. No such rise is visible in either the US or ex-Japan Asia. Indeed, the RoE of the S&P 500 remains well below previous cyclical highs, despite the vast amount of equity that has been retired through share buybacks.“ – bto: Das kann man gar nicht laut genug sagen! Die Eigenkapitalrendite liegt tiefer, obwohl wir doch profitablere Geschäfte betreiben und mit weniger Eigenkapital arbeiten! Das zeigt auch, auf welch schwachem Fundament die Börse zurzeit steht.

Quelle: FT

  • Dann werden die richtigen Fragen gestellt: „What is the sustainable level of profitability for such businesses? Could they end up competing against each other? What are the political and regulatory risks? Most important of all, what is the duration of their business models in a time of constant disruption and technological change?“ – bto: Es ist berechtigt. Kein Geschäft besteht ewig. Keine Überrendite besteht ewig, wenngleich ich bei bto diskutiert habe (basierend auf einem Paper von Jeremy Graham von GMO), dass es erstaunlich stabile Überrenditen gibt.
  • „In recent history there have been few cases when periods of severe underperformance by value stocks have ended well for the overall market. (…) A closer parallel might be the Nifty Fifty mania in the early 1970s in the US. (…) Wharton School Finance Professor Jeremy Siegel revisited the Nifty Fifty in the late 1990s and concluded that their long-term performance as a group was reasonable. Other scholars have revisited Jeremy Siegel and declared the contrary. What is undeniable is that the Nifty Fifty were viciously de-rated in the ensuing 10-year bear market (…).“ – bto: Jeremy Siegel ist der Prototyp des Aktienbullen, der zu jeder Zeit aufweist, dass Aktien gut sind.
  • „The higher the valuation you pay for a stock, the more you are betting on an unknowable future. Value investment, by contrast, is grounded in epistemological humility. Its great apostle was Benjamin Graham, the pioneer of investment analysis and mentor of Warren Buffett. Writing in the shadow of the market meltdown of 1929, he came up with the concept of  the margin of safety, a bulwark of fundamental value that would limit downside risk. That is the very opposite of  this time it’s different — story-driven speculation that characterises major market tops. The value philosophy will have its time again — though some harsh lessons may have to be relearned first.“ – bto: Und es kann bekanntlich lange dauern, bis es soweit ist …

→ FT (Anmeldung erforderlich): „Why investors should be worried by all-conquering tech stocks“, 10. Juli 2018

Kommentare (7) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Klaus Samer sagte:

    Amazon und Netflix haben in der Grupper der FAANG Aktien eigentlich nichts zu suchen, bei betreiben ein margenarmes und kapitalintensives Geschäft. Apple gehört als Hardwareanbieter eigentlich auch nicht dort hinein, hat es aber durch sein quasi Abomodel bezüglich des IPhone und seinen AppStore zu extrem hohen Margen gebracht.

    Die eigentlchen Techakties sind Firmen wie Google oder Facebook deren Geschäftsmodel „kostenlose“ Dienste sind die der Kunde mit seinen Daten bezahlt und die beide Anbieter erfolgreich an werbetreibende verkaufen können. Die Investitionskosten sind niedrig, die Margen sind hoch daran wird sich auch in der nächsten Krise nichts ändern, in der Rezession wird sicherlich der Werbeetat der Unternehmen zusammengestrichen aber das können die Firmen aussitzen.

    Es ist eine Sache Computer und ein paar Programmierer in der Rezession zu bezahlen, eine andere eine gewaltige Infrastruktur aufrecht zu erhalten die Ware ausliefert wie bei Amazon. Amazon ist darauf angewiesen das seine Cashcow der Cloudservice auch in der Krise die dann im Hardwaregeschäft steigenden Verluste auffängt.

    Ich vermute AWS (Amazons Cloudservice) wird nicht mehr so stark wachsen wie die Konkurrenz z.B. Microsofts Azure, letzterer ist im letzten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 89% gewachsen.
    Microsoft ist übrigens nicht die einzige Konkurrenz auf diesem Gebiet alle großen IT Firmen hängen hier AWS an den Hacken. Das dürfte zum Einen die Margen in diesem Bereich senken zum anderen sich deutlich auf den Marktanteil von AWS auswirken.

    Sollte das Wachstum von AWS zum Stillstand kommen wird das für Amazon nicht ohne Folgen bleiben. Amazons Umsatz hängt überwiegend am privaten Konsum und sein Gewinn überwiegend am Cloudservice.

    Ich halte es für fraglich ob Amazon in der Rezession mit den Gewinnen aus dem Cloudgeschäft weiterhin die anämischen Margen aus dem Kerngeschäft überkompensieren kann.

    Amazon hat ein aktuelles KGV von 240 und ein auf den erwarteten Gewinnen beruhendes KGV von 90. Das ist m.E. absurd und erinnert mich an die Techblase 2000.

    Damals sahen Buffett und die Valueinvestoren auch ziemlich lange ziemlich blass im Vergleich aus, als die Blase geplatzt war hatten die vorher hoch bewerteten Firmen bis zu 90% ihres Börsen“wertes“ verloren oder waren ganz verschwunden und Buffett hatte ordentlich zugelegt.

    DIe Besitzer eines Buffettschreins können den getrost stehen lassen, Bezosschreinbesitzer sollten sich schonmal nach dem nächsten Spermülltermin erkundigen.

    Antworten
  2. Avatar
    troodon sagte:

    „Die Eigenkapitalrendite liegt tiefer, obwohl wir doch profitablere Geschäfte betreiben und mit weniger Eigenkapital arbeiten! Das zeigt auch, auf welch schwachem Fundament die Börse zurzeit steht.“
    Man kann bei der Eigenkapitalrendite IMMER etwas negatives finden. Jetzt wird hier moniert, diese zu niedrig sei und würde anzeigen, auf „welch schwachem Fundament die Börse zurzeit steht“.

    Wäre die Eigenkapitalrendite auf neuen Hochs gestiegen, wäre die Argumentation : Das ist schlecht für die zukünftige Börsenentwicklung , da eine solch hohe Eigenkapitalrendite nicht haltbar ist. Sie wird stattdessen durch die Rückkehr zum Mittelwert wieder fallen, dadurch werden die zukünftigen Gewinne niedriger ausfallen und die Börse mit in die Tiefe reißen…

    Wenn man möchte findet man IMMER Argumente, warum die Börsen zu hoch sind…

    Das ist wahrscheinlich auch ein Grund, warum deutsche Anleger so wenig in Aktien investieren und damit im Verhältnis zu anderen Nationen viel Vermögen NICHT bilden… Irgendeiner schreit immer CRASH, dass ist dann natürlich dem deutschen Anleger zu risikoreich… Und klar irgendwann kommt der Crash auch. Ändert aber nichts daran, dass mehr LANGFRISTIGE Vermögensbildung über Aktienanlagen (Fonds oder ETF’s) sehr sinnvoll wäre. So zumindest meine Überzeugung, trotz immer bestehender Crashgefahr…

    Antworten
    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ troodon

      Die Abneigung der Deutschen, Vermögen mit Aktien zu bilden, hat m. A. n. einen anderen Grund als Bewertungsmodalitäten.

      Die Deutschen wollen KEIN Vermögen bilden.

      So besitzen sie im internationalen Vergleich viel zu wenig Immobilieneigentum.

      Die Deutschen wollen SICHERHEIT, nicht Vermögen.

      Sicherheit, die ihnen von anderen zu GARANTIEREN ist, nachdem sie alles getan haben, was man ihnen befohlen und geraten hat:

      Die Sicherheit, dass ihnen die angesparten Beträge in der KLV mit der versprochenen Verzinsung ausbezahlt werden.

      Die Sicherheit, dass ihnen eine Rente ausbezahlt wird, mit der sie gut und gern in Deutschland leben können.

      Bei der Pflege dito, auch da haben sie ja einbezahlt …

      Kurzum, die Lebenseinstellung der Deutschen:

      Wenn ich den „Anweisungen“ gefolgt bin, habe ich nichts falsch gemacht und wenn ich nichts falsch gemacht habe, MUSS es mir gut gehen.

      Ich weiß nicht, in welche Fahrwasser das Land mit dieser Einstellung geraten wird.

      Ich sehe aber auch, dass eine neue Generation heranwächst, der dieses Sicherheitsdenken fremd ist, weil sie ERLEBT, dass kaum noch etwas sicher ist, der Job nicht, der Lebenspartner in vielen Fällen auch nicht, die staatlichen Wohlstandsversprechen auch nicht mehr …

      In der Anpassung adaptierte MOBILITÄT scheint die umfassend prägende und determinierende Lebenseinstellung zu werden.

      Ausgang offen.

      Antworten
      • Avatar
        troodon sagte:

        @DT
        „Die Deutschen wollen SICHERHEIT, nicht Vermögen.“
        Alleine das GELDvermögen der privaten haushalte beträgt rd. 6 Bio, davon leider knapp 2,4 Bio. Bargeld und Einlagen mit keiner realen Verzinsung, Vermögen ist also vorhanden, auch wenn sie es nicht „wollen“. Dass diese Mittel nicht vernünftig investiert sind, ist für Deutschland insgesamt ein Trauerspiel. Hier ist die Politik schon lange gefordert ein Umdenken zu fördern. Dies auch im Staatsinteresse, denn höhere private Erträge bedeuten nun einmal auch höhere Steuereinnahmen. Von einer möglichen Vermögenssteuer mit sehr hohen Freibeträgen mal ganz zu schweigen. 2 Bio Staatsverschuldung könnten zügig abgetragen werden, bei anderer Vermögensanlage der privaten Haushalte. Aber nein, die Erträge werden lieber zu einem guten Teil ausländischen Investoren überlassen. Zu viele geben sich mit dem Lohn zufrieden und der vermeintlichen Sicherheit des staatlichen Systems. Die richtigen Erträge fahren andere ein …

        „Die Sicherheit, dass ihnen eine Rente ausbezahlt wird, mit der sie gut und gern in Deutschland leben können.“
        Der Anteil derjenigen, für die das NICHT mehr gilt, wird größer werden in den nächsten Jahrzehnten. Insofern ist die Sicherheit nicht in dem gewünschten Umfang gegeben. Aber natürlich kann man sich weiter durchwursteln mit der x-ten Rentenreform und noch mehr Steuerzuschüssen… Aufgrund der Alterspyramide der Wähler eine unschöne Entwicklung für die, die noch nicht kurz vor Rentenbeginn stehen…

        „Ich sehe aber auch, dass eine neue Generation heranwächst, der dieses Sicherheitsdenken fremd ist, weil sie ERLEBT, dass kaum noch etwas sicher ist, der Job nicht, der Lebenspartner in vielen Fällen auch nicht, die staatlichen Wohlstandsversprechen auch nicht mehr “
        Das sehe ich auch so. Man könnte es denen aber etwas einfacher machen und sie mit weniger finanziellen Aufgaben belasten. Alleine eine andere Vermögensstruktur von bereits vorhandenen Vermögen würde dabei helfen.
        Es würden davon langfristig alle profitieren können in D.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Wir sind uns einig darüber, was die Deutschen besser täten, um fürs Alter vorzusorgen.

        Dass sie es nicht tun, liegt m. A. n. sozusagen in unserer Mentalität.

        Spätestens nach dem Debakel mit der T-Aktie ist da nichts mehr zu ändern.

        Für eine andere Einstellung sind andere Zeiten mit anderen Umständen erforderlich – und Menschen, die einen entsprechend anderen Blick auf die Realitäten haben.

        Dann, möglicherweise, ändert sich das.

        Bis dahin muss man beten, dass mit den 2,2 Billionen, über die die Deutschen nominell verfügen, nichts passiert.

        Nicht auszumalen, wenn die Deutschen auf ihre Konten starren würden, die ihnen ein nichts wert signalisierten …

  3. Avatar
    RW sagte:

    Man sollte bei Investitionen an der Börse immer strategisch denken und die Strategie mit den verfügbaren finanziellen Kennzahlen korrelieren. Bei Amazon ist es z.B. so, dass ohne ausreichende Paketdienste keine Pakete ausgeliefert werden können, also kann das Online-Geschäft vor diesem Hintergrund nicht wachsen. Wenn die Kaufkraft der Bevölkerung aufgrund von Handelskriegen schwindet, wird dies auch nicht geschäftsfördernd für Amazon sein. Warum soll ich mir jedes Jahr ein neues IPhone oder IPad kaufen? Das alte funktioniert ja nach wie vor gut. Außerdem ist Apple seit dem Tod von Steve Jobs nicht mehr disruptiv, der einzige Grund um Appleprodukte zu kaufen und der einen höheren Kaufpreis rechtfertigen würde. Eine ähnliche Leistung erhält man auch bei koreanischen oder chinesischen Herstellern zu einem geringeren Preis. Was soll ich meine kostbare Lebenszeit bei Facebook verbringen? Da kann ich Besseres mit ihr anfangen. Für Facebook heißt dies natürlich weniger Werbeeinnahmen. Die drei genannten Unternehmen und ihre Produkte bringen mich also keinen Deut weiter. Warum also deren Aktien kaufen: Nur weil sie derzeit in sind? Wenn die Investoren sehen, dass hinter den Unternehmen nur mehr oder weniger heiße Luft, erkennbar am Marketingsprech, dann werden die Börsenbewertungen dieser Unternehmen zusammenklappen. Tesla und Netflix sind andere Beispiele für Börsenhypes.

    Antworten
  4. Avatar
    Wolfgang Selig sagte:

    FT: „The value philosophy will have its time again — though some harsh lessons may have to be relearned first.“

    Ich glaube, diese Zeit ist für den strategischen Investor immer schon da gewesen und kommt auch verstärkt wieder. Die „harsh lessons“ allerdings fehlen noch bei vielen Leuten, da hat er recht.

    Antworten

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.