Es gibt kein Versteck – Superreiche rüsten sich für das Ende der Zivilisation

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Diesen Beitrag von SPIEGEL ONLINE hätte ich eher bei Zero Hedge vermutet. „Superreiche rüsten sich für das Ende der Zivilisation“ lautet der Titel eines Beitrages, der meine Thesen noch als harmlos erscheinen lässt, geht es doch bei bto nur um eine geordnete Schuldenrestrukturierung. Andererseits habe ich am letzten Freitag den Beitrag des belgischen Historikers gehabt, der zwei Generationen Bürgerkrieg in Europa prophezeite. Nun also dies:

  • „Demnach sorgt die gewaltige globale Ungleichverteilung von Vermögen, wie sie immer wieder angeprangert wird, inzwischen längst nicht mehr nur bei jenen für Unmut, die materiell eher weniger abbekommen haben. Vielmehr machen sich offenbar Milliardäre und Millionäre rund um den Globus zunehmend Sorgen, dass sich die Spannungen zwischen ihnen und dem ärmeren, zahlenmäßig aber weitaus größeren Teil der Bevölkerung irgendwann entladen könnten.“ bto: Bis jetzt passiert das an der Wahlurne. Ich bleibe dabei, dass es weniger um die Vermögen als um die stagnierenden Einkommen der breiten Mittelschicht geht.
  • Das Ergebnis könnte ein Volksaufstand sein, eine Revolution wie einst in Russland, was auch immer.“ bto: Doch wohin sollte man heute fliehen? Es ist ja ein weltweites Phänomen.
  • „Grund genug also für extrem wohlhabende Leute, sich Sorgen darüber zu machen, ob es mit der bestehenden Gesellschaftsordnung auf lange Sicht unverändert weitergehen kann. (…)  Das unschöne Ergebnis beispielsweise ein Kollaps des bestehenden Gesellschaftssystems sei vielleicht nicht sehr wahrscheinlich.“ bto: In der Tat gab es das in der Geschichte schon mehrfach.
  • „Hier einige weitere Beispiele, wie die Vorbereitung auf den Ernstfall konkret aussehen kann: >Reddit<-Chef Huffman besitzt eigenen Worten zufolge einige Motorräder (weil, wie jeder weiß, im Falle des Weltuntergangs als erstes die Straßen verstopfen), eine Reihe von Waffen und Munition sowie Lebensmittel. Damit kann ich in meinem Haus eine Zeit lang überleben, so Huffman.“ bto: Das ist konsequent durchdacht.
  • Antonio García Martínez, 40 und Ex-Facebook-Manager, kaufte sich laut New Yorker zwei Hektar Land auf einer Insel im Nordpazifik.“
  • Dann ist da noch: Der Investmentprofi, auf den stets ein vollgetankter Hubschrauber wartet, der Venture-Capital-Manager, der als Fluchtort gleich mehrere Immobilien im Ausland erwarb (daheim stehen stets die gepackten Taschen bereit, für die gesamte Familie samt vierjähriger Tochter), oder der Ex-Yahoo-Vorstand, der zur Verteidigung seiner Vorräte an Wasser und Lebensmitteln eigens Unterricht im Bogenschießen nahm.“ bto: Ich würde nicht glauben, dass Fliegen und Reisen dann noch möglich sein werden. 
  • Für besonders Ängstliche gibt es bereits eine großzügige Luxuswohnanlage (…), gebaut in die Räumlichkeiten eines ehemaligen Atombunkers. Als beliebter Rückzugsort unter Gleichgesinnten gilt zudem offenbar Neuseeland, wo einem Amerikaner, der sich dort ein Ferienhaus zulegt, schon mal ungefragt weitere kernwaffenresistente Ausrüstung offeriert werde.“ bto: Neuseeland halte ich auch für eine Option, falls man im bei einer noch hinkommt.
  • „(…) mehr als die Hälfte aller IT-Milliardäre im Silicon Valley beschäftigten sich inzwischen konkret mit der Vorbereitung auf die Zeit nach dem Ende der Zivilisation.“ bto: Gründe gibt es genügend; man denke auch an die Migrationskrise.

SPIEGEL: „Eine Naturkatastrophe, ein Krieg, der Zusammenbruch der Lebensmittelversorgung, beispielsweise ausgelöst durch Hackerangriffe die Liste denkbarer Auslöser für die Apokalypse ist lang.“ bto: Der Zusammenbruch der Finanz- und Geldordnung dürfte das Wahrscheinlichste bleiben.

SPIEGEL ONLINE: „Superreiche rüsten sich für das Ende der Zivilisation“, 24. Januar 2017

Und hier das Original:

newyorker.com: „DOOMSDAY PREP FOR THE SUPER-RICH“, 30. Januar 2017

14 Antworten
    • Michael Stöcker says:

      Nicht ganz grundlos stand auch in Davos das Thema UBI auf der Tagesordnung: https://www.youtube.com/watch?v=7rL6gJkdlNU. Ich bin bekanntlich kein Freund eines UBI. Insbesondere auch aus den Gründen, die Michael Sandel in Davos zu bedenken gab und die auch so bereits bei Mill und Rüstow diskutiert wurden: Arbeit als sinnstiftender Beitrag des Menschen als integraler Teil einer sozialen Gemeinschaft. Ein UBI/BGE trägt die Gefahr der Exklusion in sich. Tatsächlich benötigen wir aber viel mehr Inklusion im Geiste des ursprünglichen Neoliberalismus.

      Ein niedriges zentralbankfinanziertes Bürgergeld kombiniert mit einer hohen progressiven Erbschaftssteuer ist letztlich auch für die Superreichen dieser Welt die bessere Option. Denn auch Canada oder Neuseeland werden im Zeitalter destabilisierter Atommächte keine sicheren Orte mehr sein.

      LG Michael Stöcker

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    • Matthias says:

      Wenn das Finanzsystem zusammenbricht und die Menschen ihre Renten, Lebensversicherungen und ihr Erspartes, wofür sie ihr ganzes Leben gearbeitet und sich dafür vielleicht sogar die Gesundheit ruiniert haben, verlieren und die Millionen „Schutzzsuchenden“ nicht mehr finanziert werden können, was glaubst Du was dann passiert? Dann wird sich nicht nur ein Tsunami aus Wut und Hass entladen, sondern auch Horden von Steinzeitmoslems, die Merkel ins Land geholt hat und die meist in einem Erdloch sozialisiert wurden, marodierend durch die Gegend laufen und sich holen „was ihnen zusteht“ … und dann gnade uns Gott.

      Das weltweite Finanzsystem ist so instabil, dass ein einziger „black Swan“ ausreicht um den ersten Dominostein fallen zu lassen, der alles andere mitreißt (praktisch über Nacht kann das kommen).

      Und wenn sich viele Reiche und Milliardäre, die die besten Berater haben, über solche Dinge Gedanken machen, kann man das nicht einfach von der Hand weisen, denn Trottel sind diese Personen meist nicht (ganz im Gegenteil).

      Ich hoffe nicht, dass das passiert aber darüber nachdenken (und eventuell vorsorgen

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      • MFK says:

        Risikomanagement besteht aus zwei Komponenten, der Wahrscheinlichkeit des Eintritts des Ereignisses aber auch der Schwere des Schadens. Das weiß natürlich auch die in dem Artikel angesprochene Klientel und glaubt vorbeugen zu können. Ob sie mit dem geraubten Vermögen so einfach davonkommt wage ich allerdings zu bezweifeln. Die Akte Einbürgerung Peter Thiel in Neuzeeland ist öffentlich. Einfach mal googeln. Ob er dort glücklich werden wird? Ich wünsche es ihm, weil er mir im Gegensatz zu vielen anderen durchaus sympathisch ist.

      • Matthias says:

        Hallo MFK,
        danke für den Hinweis mit Peter Thiel und Neuseeland. Ich habe es gerade im Manager Magazin gelesen und bin erstaunt. Der ist ja an Palantir beteiligt und lässt für die CIA/NSA Software erstellen und man kann davon ausgehen, dass er dadurch tiefere Einblicke in die „Endzeitproblematik“ hat.

        Dass der sich in Neuseeland ein 193 Hektar großen „Zufluchtsort“ gekauft hat, ist schon krass und lässt mich noch nachdenklicher werden.

        Es könnte gut sein, dass das alles noch viel schlimmer ist als uns überhaupt klar ist.

      • Matthias says:

        Nachtrag: Und besonders krass ist, dass man solche Infos nur durch Zufall bekommt. Es könnte durchaus sein, dass auch viele Reiche aus Deutschland schon längst irgendwo ihre „Fluchtburgen“ gekauft haben und ihre fertiggepackten Koffer im Schrank stehen, während wir Normalbürger tief und fest schlafen und überhaupt nicht mitbekommen was los ist (oder erst wenn es zu spät ist).

  1. Christian Müller says:

    Wie soll das also gehen? Die Superreichen schiessen sich auf ihren Motorrädern den Weg frei zu ihren Flugzeugen, laden dort ihren Notgroschen (einige kg Gold und Diamanten, „Währung“ im bisherigen Sinne wird es dann ja wohl nicht mehr geben) und ihre Angehörigen ein und fliegen nach Neuseeland. Und in Neuseeland soll die Welt dann noch genau so „heil“ sein, wie sie in USA vor der zivilisatorischen Katastrophe noch war, und die Superreichen werden als gute Steuerzahler willkommen geheissen?
    Das scheint mir reichlich naiv.
    Viel eher nimmt man ihnen einfach das Gold ab und schmeisst sie ins Meer oder lässt sie erst gar nicht landen. Das gezwungenermassen nun autarke Neuseeland wird genug damit zu tun haben, sich selbst ernähren zu können und wird wohl keine Flüchtlinge aufnehmen wollen, wären sie in der nun untergegangenen Zivilisation auch Superreiche oder was immer gewesen sein…

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  2. Stefan Ludwig says:

    Liebe Mitblogger,
    speziell Herr Tischer,

    jetzt sehe ich mich veranlasst (wieder einmal) auf etwas hinzuweisen. Zuerst jedoch ein kleines Gedankenexperiment. Ich hoffe durch dieses Gedankenexperiment wird klarer was meine Position ist.

    Gedankenexperiment:
    Stellen Sie sich vor Autos hätten keinen Rückwärtsgang.
    Was hätte das für Konsequenzen? Nun vermutlich gäbe es weniger Sackgassen
    und die die es gäbe hätten auf jeden Fall eine großzügig ausgelegte Wendeplatte.

    Autos hätten womöglich nicht nur hinten sondern auch vorne eine
    Anhängerkupplung um Anhänger rangieren zu können.
    Oder jeder Anhänger hätte eine kleine Zugmaschine (nur mit Vorwärtsgang)
    die Zugmaschine wäre aber sehr wendig so dass man den Anhänger doch in jede Richtung
    bewegen könnte. Wenn es denn unbedingt sein müsste könnte man am Auto
    gar keinen Gang einlegen und das Auto rückwärts schieben.
    Kurzum das moderne Leben / die Gesellschaft würde immer noch funktionieren wenn auch an manchen Stellen deutlich umständlicher.

    Jetzt möchte ich noch auf einen anderen Aspekt zu sprechen kommen:

    Der Rückwärtsgang ist keine Alternative zu irgendetwas am Auto.
    Er ist keine Alternative zum Motor, Airbag, Navigationssystem, Karosserie
    ja selbst zu den Vorwärtsgängen des Getriebes ist er keine Alternative.
    Die Vorwärtsgänge durch den Rückwärtsgang zu ersetzen macht keinen Sinn.
    Was ist er dann: Eine Ergänzung die die Maneuvrierfähigkeit und Steuerbarkeit
    eines jeden Autos ganz beträchtlich erhöht.

    In Bezug auf Kybernetik verhält es sich ähnlich:
    Kybernetik ist KEINE Alternative zu irgendetwas vorhandenem. Es ist eine ERGÄNZUNG
    eine ganz eigene Klasse die die Steuerbarkeit von Organisationen aller Art
    beträchtlich erhöht.

    Genau deshalb weil es keine Alternative zu etwas ist sondern eine Ergänzung
    finde ich es wichtig sie zu kennen. Wenn dann sollte man wenigstens aus vollem
    Wissen was man da weglässt seine Entscheidung evtl. dagegen treffen.

    Ich traue da der Kybernetik sehr viel zu. Aus folgendem Grund: Warum sollte es von Nachteil sein
    in einer SYSTEMISCHEN Welt die Erkenntnisse der Wissenschaft vom Funktionieren von Systemen zu ignorieren. Herr Tischer Ich habe Sie hier in diesem Blog als scharfen Denker mit sehr viel Wissen kennengelernt. Vielleicht können Sie mir die passende Begründung liefern.

    Ich stelle dazu folgende These zur Diskussion:
    Wenn genügend Superreiche ausreichend Kenntnisse über Kybernetik und seine großes Problemlösepotential haben wird ihnen klar werden, dass man mit kybernetischen Methoden die als ERGÄNZUNG zum bisherigen HINZUGENOMMEN werden viel mehr von seinem Status, Macht, Vermögen usw. retten kann als ohne.
    Das heißt es geht unter anderem darum die Wirkmächtigkeit der Kybernetik bekannter zu machen.

    Speziell an Herrn Stelter:
    Ich hoffe ich bin jetzt nicht zu provokant: Sie haben doch anno 1990 mit Fredmund Malik zusammen ein Buch geschrieben. Mit Malik zusammen ging es da garantiert um Kybernetik. In ihrem jetzigen Blog taucht das überhaupt nicht mehr auf. Ich fände es sehr interessant die Gründe zu erfahren warum Sie Kybernetik nicht (mehr) in ihre Überlegungen mit einbeziehen?

    mit freundlichen Grüßen

    Stefan Ludwig

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Nein, Sie sind nicht zu provokant. Nicht nur mit Malik, sondern bei meinem gesamten Studium an der HSG war ich mit Systemtheorie beschäftigt. Wirtschaft ist sicherlich ein hoch komplexes System. Und zwar so komplex, dass man die Zusammenhänge eben nicht in simplen Modellen abbilden kann und auch ich nicht direkte Prognosen machen kann. Beispiel: die Notenbanken senken die Zinsen um so die Nachfrage zu stimulieren, verhindern aber die Bereinigung der Fehlinvestitionen und machen so alles schlimmer.

      LG

      DSt

      Antworten
  3. Rob says:

    „den Beitrag des belgischen Historikers gehabt, der zwei Generationen Bürgerkrieg in Europa prophezeite.“

    Sorry, habe ich nicht gefunden…
    Es gibt am Freitag den 27. nur den einen Artikel „Die Flucht aus dem Euro“.

    Antworten

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