Die größten Risiken für die Börsen – Into uncharted waters

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Unabhängig von der Stabilisierung an den Aktienmärkten stellt sich die Frage, wie geht es weiter? Die FINANZ und WIRTSCHAFT hat die wichtigsten Risikofaktoren ausgemacht, die die Märkte in die Knie gezwungen haben und sie auch in den kommenden Monaten beschäftigen werden:

  • Der US-Aktienmarkt ist stramm bewertet, das macht ihn anfällig auf eine Korrektur.
  • Damit ­zusammen hängt das Risiko einer Korrektur der historisch hohen Gewinnmargen.
  • Die Weltwirtschaft leidet nicht nur an einer strukturellen Schwäche, sondern verliert nun auch zyklisch an Schwung.
  • Die Straffung der US-Geldpolitik lastet wie ein Damoklesschwert über den liquiditätsverwöhnten Finanzmärkten.
  • In Europa geht das Gespenst der Deflation um, und es droht der Rückfall in den Euro-Krisenmodus.

Diese Risikofaktoren werden jeweils tiefer beleuchtet. Alles wohlbekannt und hier vielfach diskutiert. Aber dennoch eine schöne Zusammenfassung.

FuW: Die grössten Risiken für die Börsen, 17. Oktober 2014

Ebenfalls ausführlich befasst sich John Authers in der FT mit dem Thema. Seine Kernaussagen:

  • Selbst nach dem Kursrückgang der letzten Wochen ist nichts preiswert. Bonds und Aktien sind teuer – allerdings bringt Geld gar keinen Ertrag.
  • Der Bostoner Fondsmanager GMO, der bereits früher vor dem Entstehen einer echten Blase gewarnt hatte, sobald die Unternehmen richtig anfangen, M&A zu machen, erwartet für Bargeld, Anleihen und Bonds für die kommenden sieben Jahre eine Rendite unterhalb der Inflationsrate (bto: soviel zu Pikettys fünf bis sechs Prozent).
  • 97 Prozent der Marktexperten haben Anfang des Jahres steigende Zinsen vorhergesagt (und im April 100 Prozent!) – und nun liegen die Zinsen tiefer. (bto: Schönes Beispiel dafür, dass Contrarian Investing so attraktiv ist.)
  • Ganz so unverständlich war die Expertenmeinung nicht, sind doch die Zinsen fast dreißig Jahre lang gefallen. Doch zwei Gründe erklären den weiteren Rückgang: die auch für die in den USA realistische Gefahr einer Deflation und die Notwendigkeit von Pensionsfonds und Lebensversicherungen, Geld sicher anzulegen. Lieber eine geringere Rendite, dafür aber ein geringes Risiko und vor allem eine lange Laufzeit, die zu den Verbindlichkeiten passt.
  • Der Rückgang an den Aktienmärkten war bisher moderat, zumindest in den USA, wo die Märkte weniger als zehn Prozent vom Höchststand verloren haben. Zudem war das Volumen gering, was auf „Sorglosigkeit“ der Investoren schließen lässt – als solches ein Warnsignal.
  • Nachdem die Fed angedeutet hat, wieder aktiv zu werden, so es nötig ist, haben die Märkte gedreht. Doch bleibt die Frage: Wenn es wirklich zu  einer neuen Rezession wegen einer Krise in China oder Europa kommt, hat die Fed dann überhaupt noch Munition, nach immerhin sechs Jahren Krisenbekämpfung? Eine Frage die Ray Dalio von Bridgewater bereits vor einigen Monaten aufgeworfen (und verneint) hat.
  • So kann es sein, dass es noch einige Jahre weitergeht mit schwachem Wachstum und viel Liquidität und die Investoren aus Fehlen an Alternativen weiter Aktien kaufen. Risikofrei ist es nicht.

FT (Anmeldung erforderlich): Markets: Into uncharted waters, 17. Oktober 2014

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