Die Illusion „gleichwertiger Lebensverhältnisse“

Gestern habe ich Wolfgang Münchau großen Platz eingeräumt. Er ist ein klarer Verfechter von mehr Integration, Transfers und Schuldensozialisierung im Euroraum. Zwar kann man in Italien sehr schön beobachten, wie Währungsunionen (nicht) funktionieren – nach mehr als 100 Jahren Transfers in den Süden. Wir haben dies aber auch direkter vor Augen: in Ostdeutschland. (Nur zur Klarstellung: Ich bin sehr dafür, dass wir das gemacht haben und machen.)  Die NZZ berichtet über die Lage in Ostdeutschland nach 25 Jahren Einheit. Man sollte den Artikel lesen und sich vorstellen, er wäre 25 Jahre nach erfolgreicher Vollintegration in der Eurozone geschrieben worden. Ostdeutschland dann gleich Griechenland, Portugal, Italien, …

NZZ: Die Illusion «gleichwertiger Lebensverhältnisse», 21. Oktober 2014

Kommentare (3) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Dieter Krause sagte:

    Wann waren Sie denn zum letzten Mal im Osten? 1993? Wie wollen Sie sich denn da ein Urteil erlauben? Machen Sie das bei China & Rußland auch so? – Die Gründe für die jetzige Stagnation liegen vor allem in der Abwanderung der Leistungseliten (und im Fehlen großer mittelständischer Firmen und Konzerne), die woanders in Deutschland und der Welt doch viel besser bezahlt werden. Das erklärt im übrigen auch die hohen Wahlergebnisse der Linken, da die Rentner und Funktionäre des alten Systems natürlich alle hier geblieben sind. Es sind im übrigen fast 2 Bio. Euro in den Osten geflossen (Angabe vom IfW Halle – alles addiert). Historisch ohne Beispiel! Damit hätte man ganz Afrika antschulden können.

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    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter sagte:

      Ich nehme an, die Frage bezieht sich auf den anderen Kommentar. Ich würde gerade in Abwanderung und Fehlen von international wettbewerbsfähigen Großunternehmen Parallelen zu Süditalien, Portugal und Griechenland sehen. In vielen anderen Aspekten, vor allem der kulturellen Nähe, natürlich nicht, was aber zusätzlich die Skepsis bezüglich einer Transferunion nährt.

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  2. Avatar
    Hartmut G. sagte:

    Guten Morgen,

    interessanter Vergleich.

    Was mir bei ClubMed zudem auffällt, sind die exorbitanten Alltagspreise im Vergleich zu Deutschland. Gehen Sie mal in Italien essen…
    Irgendwie kriegen die ihre Marktwirtschaft nicht auf die Reihe. Offenbar variiert bei denen die angenommene Preis-Umsatz- bzw. Preis-Ertrags-Kurve ganz erheblich von der optimal erzielbaren Realität. Stört aber offenbar keinen, weniger Arbeit ist immer gut ;)

    Beispiel: Letztes Jahr am Strand auf Korsika, Jetski sollte 100€/30min.(?) kosten. Das überhaupt ein einziger aus dem Fuhrpark vermietet war, war die Ausnahme. Auf die Idee die Preise drastisch zu reduzieren und dann das Geschäft am brummen zu haben, ist aber dennoch keiner gekommen, warum auch, könnte ja bei der Siesta stören.

    Und einen ähnlichen Eindruck (abgesehen von der heutigen Trägheit bei ClubMed) hatte ich auch von der Geschäftstätigkeit in Ostdeutschland Anfang der 90er: Jede Menge Neugründungen, jedoch mit Preisvorstellungen und Erwartungen jenseits von Gut&Böse.
    mfG

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