Crash von 80 Prozent denkbar?

Albert Edwards passt sicherlich besonders gut zur Positionierung von bto: ähnlich skeptisch, ähnlich besorgt über die Fehlentwicklungen im Finanzsystem, kritisch, was den Ausblick für das immer höher geleveragte System betrifft. Die Eiszeit ist seine These, der ich nur folgen kann.

Gelegentlich gibt er Interviews, so nun erneut in der FINANZ und WIRTSCHAFT. Die Highlights:

  • Die Aktienmärkte können weiterhin gut laufen, trotz rückläufigem Gewinnwachstum. Auch bei den Bondmärkten schliesse ich eine erneute Rally nicht aus. Aber es gibt Anzeichen, dass die Weltwirtschaft ein Wachstumsproblem hat.“ – bto: Deutschland wächst nicht. China ist wohl auf dem Weg in eine Wirtschaft, die sich wie eine Rezession anfühlt. Die USA sind am Ende der Entwicklung. Man kann sehr wohl zu dieser Schlussfolgerung kommen.
  • Die Märkte sind zwar nahe ihren Hochs, aber sie können ihren Höchststand nicht bestätigen. Das erinnert mich an 2001 und 2008. Zudem bieten technische Faktoren keine wirkliche Unterstützung. Ausserdem endeten zehn der dreizehn vergangenen Zinserhöhungszyklen des Fed in einer Rezession.“ – bto: Es ist eine Entwicklung, die vom billigen Geld getrieben ist.
  • Die Zinskurve mag eine gewisse Aussagekraft haben, aber erst mit einer Verzögerung von sechs bis zwölf, allenfalls sogar achtzehn Monaten. (…) Die Akademikerinnen Wu und Xia haben einen Schattenleitzins für die USA berechnet, der die Effekte der Anleihenkaufprogramme – des Quantitative Easing – einbezieht. Gemäss diesen Berechnungen ist der Schattenleitzins von –3 auf nun 2,5 % gestiegen und nicht wie ausgewiesen von 0,25 auf 2,5%. Das ist mehr, als wir je in den vergangenen Zyklen gesehen haben, und eine massive Straffung angesichts der überschuldeten Wirtschaft.“ – bto: was zu den Überlegungen von Edwards in einem seiner letzten Paper passt, wo er dieses Chart zeigte:

Quelle: SocGen

  • Womit wir beim Ausblick wären: „Die nächste grosse Marktbewegung geht von den US-Treasuries aus. Erinnern Sie sich an 2016? Damals waren die Renditen deutscher Bundesanleihen ähnlich wie die der Treasuries. Heute notieren die Bunds auf dem Niveau japanischer Staatsanleihen. Dieses Schicksal droht den Treasuries ebenfalls. (…) Wenn am Ende des längsten Wirtschaftsaufschwungs der Geschichte die Inflation so niedrig ist, liegt es auf der Hand, dass in der nächsten Rezession das Risiko einer deflationären Phase sehr gross ist.“ – bto: Und aufgrund der hohen Schulden ist der deflationäre Druck so viel höher.
  • Weshalb er auch an die Japanisierung Europas glaubt: „Der nächste Schritt ist, dass wir in eine Deflation fallen. Japan war damals in der glücklichen Situation, dass der Rest der Welt stark wuchs und keinen Populismus kannte. Das Muster sieht vor, dass jede Rezession zu neuen Tiefstkursen an den Aktienmärkten führt. Aber das ist ein langer Weg. Wir haben erst zwei Rezessionen gesehen, 2000 und 2008.“ – bto: Und wir haben die Fallhöhe mehrfach erhöht.
  • „Gelingt es der Europäischen Zentralbank nicht, die Inflationserwartung auf ihrem Ziel von 2 % zu halten, muss sie die Geldpolitik weiter lockern. Dies wiederum kann zu Preisblasen in Vermögenswerten führen. Wenn sie platzen, gibt es einen grossen ökonomischen und finanziellen Knall. (…) Der Einbruch der Aktienmärkte wird deutlich heftiger ausfallen als in der Finanzkrise, ein Crash von 70 bis 80% würde mich nicht überraschen.“ – bto: ein Szenario, das auch andere wie Druckenberger für immer wahrscheinlicher halten.
  • „Sie werden mit Helikoptergeld reagieren müssen, weil ihnen keine anderen Mittel mehr zur Verfügung stehen. Wir werden hohe Budgetdefizite in der Grössenordnung von 15 bis 20 % sehen. Das kreiert letztlich Inflation. Regierungen können immer eine Teuerung herbeiführen. (…) Jedes Mal, wenn dies in der Realität ausprobiert wurde, endete es im Desaster.“ – bto: Aber das Desaster haben wir doch schon! Und zwar, weil wir voll auf Schulden gesetzt haben.
  • Das Problem liegt darin, dass extreme Massnahmen nur über eine gewisse Zeit greifen können, aber nicht unendlich lange.“bto: So ist es!

→ fuw.ch: „Albert Edwards: ‘Crash von 80% würde nicht überraschen’“, 11. Juni 2019

72 Kommentare
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    Michael Stöcker sagte:

    @ Richard Ott

    „Sie können ja gerne für weitere EU-Zentralisierung und gegen Rückführung von Zuständigkeiten auf die nationalstaatliche Ebene sein,“

    Wie kommen Sie zu dieser völlig abwegigen Einschätzung, Herr Ott?

    Gerade wegen seiner DEZENTRALEN Wirkung plädiere ich für ein Bürgergeld. Darauf hatte ich in Punkt 6 und 7 doch explizit hingewiesen:

    „6. Diese Form der dezentralen Liquiditätszuführung kommt insbesondere den strukturschwachen Regionen zugute und mindert somit den Druck der Landflucht, was wiederum positiv auf die Stabilisierung der Immobilienpreise in den Regionen sowie den Ballungszentren wirkt.

    7. Dieser dezentrale Ansatz verhindert eine zentralistische europäische Planungsbürokratie und delegiert die Verantwortung für die Mittelverwendung auf die unteren Ebenen. Er wird somit der föderalen Struktur in Europa gerecht.“ https://makronom.de/14-argumente-fuer-ein-zentralbankfinanziertes-buergergeld-17593

    LG Michael Stöcker

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    Bernhard-Albrecht Roth sagte:

    @ Daniel Stelter

    „bto: ein Szenario, das auch andere wie Druckenberger für immer wahrscheinlicher halten.“

    Gemeint ist hier wohl der Ex-Hedge-Fund Manager Stanley Druckenmiller, der auf einen Tweet von Donald Trump temporär damit begonnen hatte sein Aktienportfolio abzubauen. Kein Wunder denn auch die Zinsstrukturkurve signalisiert, dass die Hausse an den Aktienmärkten mit der Zinssenkung der Fed zu Ende gehen wird, allerdings steht die letzten Boomphase mit neuen Allzeithochs jetzt noch bevor. Siehe: http://inflationsschutzbrief.de/us-rezession-zinskurven-zinsstrukturkurve-weiter-negativ/

    Beste Grüße,
    Bernhard-Albrecht Roth

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    Michael Stöcker sagte:

    @ ruby

    „Alle die von „Helikoptergeld“ schwadronieren ist nur zu zurufen: wie wollt ihr den jedem einzelnen Bürger technisch sein Geld übereignen?“

    Ich dachte, Sie hätten die Basics der Doppik drauf. Bei EZB, Buba & Co. benötigen wir 1 einziges neues Aktiv-Konto mit dem Namen >>Bürgergeld<<. Es hat den gleichen Status wie eine Anleihe im Rahmen von QE. Es gibt halt nur keinen Rückzahlungstermin (ewige Anleihe) und es gibt auch keine Zinsen, was aber sowieso nur linke/rechte Tasche wäre.

    Alle sonstigen Buchungen laufen über die Konten der Finanzämter, die bei der Bundesbank/Landeszentralbank geführt werden. Von dort wird das Geld dann via Finanzamt an die Bürger unter Berücksichtigung des durchschnittlichen Grenzsteuersatzes der letzten 3 Jahre überwiesen. Da sämtliche Steuerdaten vorliegen, benötigen wir lediglich ein wenig Programmiercode, der sodann die Überweisungen völlig automatisch einrichtet. Und wer noch kein Konto hat oder nicht beim Finanzamt gemeldet ist, der wird dies sicherlich schnell nachholen.

    Auf diese Weise haben die Bürger der EU sodann eine völlig neue Beziehung/Einstellung zu ihrem Finanzamt.

    LG Michael Stöcker

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    • Avatar
      ruby sagte:

      Herr Stöcker, das kriegen unsere SGB Buchhalter nicht umgesetzt, deren „Kunden“ kennen gar kein Finanzamt und haben keine Perspektiven dorthin zu gelangen. Die Kontrolle der sachlichen und rechnerischen Richtigkeit und die Konten-/Mandantenpflegen laufen wohl nie automatisch. Und die Vorschusszahlungen sind noch nicht mal bilanziert, die liegen irgendwo rum.😉
      War ein netter Versuch von Ihnen, aber ich bevorzuge Zentralbankkonten als mündelsichere Aktiva per Geburt.

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      • Avatar
        ruby sagte:

        Unser Finanzamt hat keine eigene Zahlstell mit Barkasse mehr zur Abwicklung bedients es sich des Amtsgerichts. Das wären bereits drei Institutionen, dreimal Hardware und Software, dreimal Personal, Facilities. Nein dieses Konzept Schein besonders ausgereift und praxistauglich, gerade wenn die ganzen Reisekosten berücksichtigt werden. Herr Stöcker schauen Sie bei Ihren zuständigen Behörden einfach vorbei. Das haben Barry Eichengreen und Co. eher nur theoretisch durchdrungen.

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        Michael Stöcker sagte:

        @ ruby

        Von Barkasse ist bei meinen Buchungsvorgängen KEINE Rede. Alle Buchungen finden völlig transparent auf den Konten des Finanzsystems statt. Seit 2014 hat jeder Bürger das Anrecht auf ein Basis-Girokonto: http://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20140411IPR43466/ein-girokonto-fur-jeden-eu-burger. Wer Bargeld bevorzugt, der kann es sich ex post am Geldautomaten auszahlen lassen.

        Ich verstehe beim besten Willen nicht, wo Sie hier ein Problem sehen. Überweisungen sind auch bei unseren Finanzämtern kein Hexenwerk. Ich kann mich bislang nicht beschweren: Abbuchungen und auch Steuergutschriften erfolgen sehr pünktlich. Warum sollte das bei einem Bürgergeld anders sein?

        LG Michael Stöcker

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        ruby sagte:

        Die Zeiten als Deutsche Bundespostfilialen Gelder an Bürger auszahlen konnten liegen 29 Jahre zurück. Heute ist eine Begrüßung mit Bürgergeld aus Bruxelles soviel weiter weg wie positive Verzinsungen Deutscher Staatsanleihen mit bis zu 15jähriger Laufzeit. Wem Risiko gefällt der spekuliert auch die vermeintlichen 20% Nachcrashwerte weiter.
        In Italien mögen die Steuergutschriften positiv ankommen
        https://makroskop.eu/2019/06/die-spinnen-die-roemer/
        in der EU/EZB sicher nicht.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ ruby

        „Die Zeiten als Deutsche Bundespostfilialen Gelder an Bürger auszahlen konnten liegen 29 Jahre zurück.“

        Sie sind entweder schwer von Begriff oder aber unfähig zu diskutieren. Es wird KEIN Bargeld ausgezahlt und es muss auch keiner mehr begrüßt werden. Es geht in einem ersten Schritt ausschließlich darum, ob ein solches geldpolitisches Instrument adäquat ist, um die monetären Probleme in reifen Volkswirtschaften am ZLB zu bekämpfen.

        Wenn man zu dem Ergebnis kommen sollte, dass dies ein guter Weg ist, dann sollte man sich in einem zweiten Schritt darüber verständigen, wie so etwas technisch umgesetzt werden kann. Und erst dann sollte man sich darüber Gedanken machen, wie so etwas auch politisch implementiert und kommuniziert werden kann.

        Ihre erste These war, dass dies technisch unmöglich sein. Ich habe dargelegt, dass dies nicht der Fall ist. Es wäre schön, wenn Sie hierzu Stellung nähmen und nicht auf eine unpassende Kommentierung von P. Steinhardt verlinken, der gerne das Euro-Projekt beenden möchte und demzufolge auch nicht nach alternativen Lösungsmöglichkeiten sucht.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        ruby sagte:

        Herr Stöcker ausser spekulativer Theorien aus dem Schöpferhimmel haben Sie nix dargelegt. Die Wirklichkeit unseres Transferstaates da draussen in der täglichen Arbeit sieht anders aus. Das ist meine Wahrnehmung und ich bin seit knapp 50 Jahren ein aufgeschlossener Beobachter. Ich habe Sie auf die Leistungen des Sozialgesetzbuches aufmerksam gemacht. Aber von Ihnen kommt keine realistische Entfernung nur dieser EU Kontoranspruchsquark. Herr Steinhart hat das System eines neuen staatlichen Zahlungsmittels in Italien dargestellt und abgewägt. Wieder stagnieren Sie nur im Eurosystem, also kein beyond sondern before the Crash.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ ruby

        Ihre auf Deutschland verkürzte Einschätzung bleibt Ihnen unbenommen. Meine Perspektive ist eine europäische. Wie die nationalen Politiken ein solches Bürgergeld in ihre bestehenden Gesetze einpflegen, das ist doch eine ganz andere Geschichte.

        Der „EU Kontoranspruchsquark“ kam nur deshalb, weil Sie angefangen haben mit dem Bargeld zu argumentieren.

        „Herr Steinhart hat das System eines neuen staatlichen Zahlungsmittels in Italien dargestellt und abgewägt.“

        Ja, das hat er. Und was bitte schön hat dies mit einem Bürgergeld für ALLE Bürger von Euroland zu tun, das von der EZB und nicht via Bots von einer nationalen Regierung kommt? Statt Steinhardt empfehle ich Ihnen übrigens diese Analyse: https://www.moneyandbanking.com/commentary/2019/6/9/italeave-the-renewed-threat-of-a-parallel-currency

        „Wieder stagnieren Sie nur im Eurosystem, also kein beyond sondern before the Crash.“

        Ein Ende des Euro steht nicht auf meiner Agenda. Evolutorischer Fortschritt ist besser als nationaler Rückschritt.

        Insofern: We agree to disagree.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Stöcker

        „Ein Ende des Euro steht nicht auf meiner Agenda. Evolutorischer Fortschritt ist besser als nationaler Rückschritt.“

        Sie können ja gerne für weitere EU-Zentralisierung und gegen Rückführung von Zuständigkeiten auf die nationalstaatliche Ebene sein, aber mit „Evolution“ hat das rein gar nichts zu tun, das ist pures Framing und ein großes Mißverständnis des Begriffes.

        Die Evolutionstheorie von Darwin spricht zwar vom „survival of the fittest“, aber welche Merkmale die evolutionäre „Fitness“ mit sich bringen, können Sie immer erst ex post daran erkennen, welche Merkmale sich tatsächlich durchgesetzt haben.

        Wie argumentieren Sie, wenn nationalstaatlich organisierte Systeme sich als viel fitter herausstellen (zum Beispiel in Ländern, die aus der EU austreten und sich dann besser entwickeln als die Rest-EU) als die EU-Zentralverwaltung?

  4. Avatar
    Michael Stöcker sagte:

    @ Dietmar Tischer

    „Diese Logik ist die m. A. n. die Bankrotterklärung eines Ökonomen.“

    Diese Aussage zeigt einmal mehr, dass auch Sie „Opfer“ einer kollektiven Fehlprogrammierung sind. Allerdings hatte Blanchard in der Vergangenheit an dieser Fehlprogrammierung einen nicht unerheblichen Anteil. Trotz seines hohen Alters ist er aber erstaunlich geistig flexibel und steht zu seinen alten Irrtümern: https://zinsfehler.com/2017/11/24/keynesianische-revolution-2-0/

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      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        Es ist schon wirklich erstaunlich. 2017 hatte KEIN deutsches Medium über die PIIE Konferenz geschrieben, in der Blanchard zur Konterrevolution aufgerufen hatte (siehe Link weiter oben). Und bislang hat sich lediglich Braunberger vorgewagt, der kurz vor der Verrentung steht. Alle anderen schweigen oder kauen – wie ManagerMagazin oder DIE WELT, eine dpa Meldung wider und erwähnen die zentrale Botschaft mit keinem Wort. Leider ist der Vorwurf von AfD & Co. in diesem Punkt mehr als wahr: LÜCKENPRESSE.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Es mag ja sein, dass Deutschland im kollektiven Wahn seine Infrastruktur verfallen ließ, aber Sie wollen uns doch wohl nicht weiß machen, dass Europa DADURCH vor die Hunde ging.

        Schließlich bauen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit ab, wenn wir unsere Infrastruktur verfallen lassen.

        Das ist doch positiv für den Rest Europas.

        Oder?

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Wettbewerbsfähigkeit ist ein RELATIVES Konzept. Es können nicht alle gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern.

        Europa geht deswegen vor die Hunde, weil die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit im Süden über einen deflatorischen Anpassungsprozess läuft. Das ist in einem Kreditgeldsystem die Garantie für eine REALE Katastrophe, weil nicht nur die Nachfrage zusammenbricht, sondern sich zugleich die Kredite durch die Deflationierung REAL erhöhen.

        Hans-Werner Sinn hatte schon 2013 völlig richtig festgestellt, dass insbesondere Deutschland stärker Inflationieren muss, um den Anpassungsprozess im Süden zu unterstützen:

        „Wir brauchen höhere Löhne und mehr Inflation in Deutschland und niedrigere Löhne und weniger Inflation im Süden, um die Fehlentwicklungen der Vergangenheit zu korrigieren.“ https://www.zeit.de/2013/47/hans-werner-sinn-export-euro-rettung/seite-2

        Verstärkte öffentliche Ausgaben für Bildung und Infrastruktur hätten Nachfrage und Beschäftigung befeuert und somit den Lohnauftrieb wegen der Knappheitspreise befördert.

        „Schließlich bauen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit ab, wenn wir unsere Infrastruktur verfallen lassen.

        Das ist doch positiv für den Rest Europas.

        Oder?“

        Nein, das ist auch für den Rest Europas negativ: Mehr Staus auf den Straßen, lange Umwege wegen unbefahrbarer Brücken für LKW, weniger Jobs für Süd- und Osteuropäer auf deutschen Baustellen etc. pp.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ M:S:
        „kollektiven Wahn der schwarzen Null huldigte, derweil die Infrastruktur verfiel, die Kinder verblödeten und Europa vor die Hunde ging.“

        Bzgl. der Unsinnigkeit der Beibehaltung einer schwarzen Null in D bin ich bei Ihnen.
        ABER, auch mit einer schwarzen Null hätte es in den letzten Jahren Investitionen in die Infrastruktur geben können. Und Bildung ist definitiv nicht ausschließlich eine Frage des Geldes für Schulen etc.

        Die Abschaffung der schwarzen Null gewährleistet auch NICHT, dass zusätzliche Schulden so verwendet werden, wie es Blanchard fordert :
        „Das durch zusätzliche Schulden aufgenommene Geld müsse allerdings sinnvoll ausgegeben werden, betonte Blanchard. Es müsse vor allem in die Zukunft investiert werden, sei es durch Investitionen des Staates oder durch die Finanzierung von Strukturreformen durch den Staat.“

        Niemand hat Italien in den letzten Jahrzehnten daran gehindert, die Neuverschuldung „sinnvoll“ auszugeben. Warum sollte es zukünftig passieren ?
        Sozialleistungen aufstocken ist einfacher…

        Wenn es mit neuen Schulden nicht zum gewünschten Ergebnis kommt, kann Blanchard immer sagen, dass es daran liegt, dass die Schulden nicht sinnvoll verwendet wurden…

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Schließlich bauen wir unsere Wettbewerbsfähigkeit ab, wenn wir unsere Infrastruktur verfallen lassen. Das ist doch positiv für den Rest Europas. Oder?“

        Einen großen Vorteil hätte es: Verteilungskonflikte zwischen einzelnen Ländern haben sich erledigt, wenn alle Länder gleich arm sind. Dann gibt es nichts mehr umzuverteilen und der Lebensstandard ist überall gleich niedrig. Ein erfolgreiches Beispiel von „Konvergenz“. ;)

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Sie haben völlig Recht mit der differenzierenden Relativierung der schwarzen Null.

        Das Problem, das Ökonomen einmal zu Kenntnis nehmen sollten, ist folgendes:

        Was ökonomisches sinnvoll ist im Sinne von Investitionen und zukünftigen Wohlstand, ist für die Politik nicht sinnvoll, wenn es um die kurzfristige Befriedigung von Interessen geht.

        Und da das Geldausgeben des Staats Sache der Politik ist und nicht die von Ökonomen, ist von Politikern nicht zu erwarten, dass sie den Vorstellungen der Ökonomen folgen.

        Blanchard sieht das hohe Risiko eines Scheiterns der Eurozone. Das ist ihm nicht anzukreiden, weil es dieses Risiko gibt. Es ist ihm auch nicht anzukreiden, dass er Handlungsfähigkeit nur noch bei den Staaten sieht. Aber es ist schon abenteuerlich, zu behaupten, dass es keine Schuldenkrise gibt und Staaten sich noch mehr verschulden könnten, wenn sie das Geld nur SINNVOLL ausgeben.

        Abgesehen davon, dass dies wie dargelegt nicht geschehen wird, ist es dafür längst sehr, sehr spät.

        Blanchard spielt Panikorchester.

        Das muss so gesagt werden.

        Ich sage es ohne Häme, weil die Titanic den Eisberg längst gerammt hat und nicht zu sehen ist, welche Rettung es geben könnte, die den Namen verdienen würde.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        „Wem oder welcher Partei in D trauen Sie denn zu, Ihr Konzept von steigender Staatsverschuldung flankiert von einem zentralbankfinanzierten Bürgergeld SINNVOLL umzusetzen ?“

        Das ist wie die Sehnsucht nach Platons „Philosophenkönig“, dem weisen, wohlmeinenden und bescheidenen Herrscher, der seine Macht nicht missbraucht. Hat mit der politischen Realität absolut nichts zu tun, was sicherlich an der Natur des Menschen an sich liegt.

        Interessanter ist da schon die Frage: Wie müssten institutionelle Regeln aussehen, die einen politischen Missbrauch von steigender Neuverschuldung und zentralbankfinanziertem Bürgergeld effektiv verhindern? Ich glaube nicht, dass so ein Regelwerk existieren könnte, jedenfalls nicht lange, bevor die Politiker anfangen würden, die Regeln und ihre Umsetzungsmechanismen zu unterlaufen. Auch unser Bundesverfassungsgericht wird ja immer mehr mit Merkel-Klatschhasen besetzt und fällt damit als Korrektiv zur Euro-Rettungspolitik aus.

    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      Beantworten Sie mir, einem vermeintlichen „Opfer kollektiver Fehlprogrammierung“ doch einfach einmal diese einfache Frage:

      Ist es Ihrer Meinung der Fall, dass wachsende Staatsdefizite NICHT zu Problemen der Schuldentragfähigkeit oder zu sonstigen Problemen führen können und daher ohne Einschränkung geeignet sind, realwirtschaftliche Probleme zu lösen?

      Bitte keine Links oder lange Abhandlungen, sondern nur ein JA oder NEIN.

      Antworten
      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        Für alle anderen die etwas längere Version mit Begründung:

        JA, solange die Leistungsbilanz nicht negativ wird und kein Crowding-out stattfindet. Ich teile in der aktuellen Situation für Deutschland – insbesondere für Europa – die Einschätzung von Larry Summers, dass die Wirkung genau anders herum wäre: Crowding-in statt Crowding-out. Hatte ich übrigens bereits 2013 so geschrieben:

        „Das Zinsniveau reagiert aber wegen der hohen Überschussliquidität kaum auf die zunehmende Verschuldung (siehe auch Japan), so dass ein Crowding-out über den Zinseffekt nicht sattfinden wird.“ https://zinsfehler.com/2013/10/23/das-ricardianische-aquivalenz-theorem-lost-in-recession/

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        troodon sagte:

        D.T. “ dass wachsende Staatsdefizite NICHT zu Problemen der Schuldentragfähigkeit oder zu sonstigen Problemen führen können und daher ohne Einschränkung geeignet sind, realwirtschaftliche Probleme zu lösen?“

        M.S. :“Ja“

        @ M.S.
        Im nächsten Post schränken Sie es wieder ein…
        Folglich hätte die Antwort „Nein“ sein müssen.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Wäre es bei dem an mich gerichteten JA geblieben, hätte ich gesagt:

        Ich bin anderer Meinung, aber gut, wir werden sehen, wer Recht hat.

        Denn ich gehe davon aus, dass die Staatsverschuldung wachsen wird.

        Dies, ganz nebenbei, absehbar auch bei uns.

        KGE von den Grünen hat bereits einen Fonds für 100 Mrd. zur Finanzierung der Energiewende verlangt und die IG Metall zieht nach mit einem zur Hilfe für Automobilzulieferer, weil der Umstieg auf die E-Mobilität für diese teuer werde und man schon „im Vorfeld eingreifen müsse“. Hier:

        https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/auto-verkehr/ig-metall-fordert-milliardenfonds-fuer-autozulieferer-16242857.html

        Da kommt doch Hoffnung auf, dass endlich die schwarze Null fällt, Herr Stöcker.

        Es ist aber nicht bei dem JA geblieben, sondern dieses ist zu einem „JA, solange …“ mutiert.

        Es ist nicht „die längere Version“, sondern eine andere.

        Da der Staat NICHT dafür sorgen kann, dass die Leistungsbilanz nicht negativ wird, ist Ihr „JA, solange …“ in Wirklichkeit ein NEIN.

        Ich habe allen Grund bei meiner Kritik an denen zu bleiben, die von einer steigenden Staatsverschuldung, die risikolos sei, reden.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Christian Hu

        „Das ist ungefähr so wie die Frage: Führt die Einnahme von Insulin uneingeschränkt zu einer Verbesserung des Blutzuckerspiegels?“

        Also wenn man Linken vorab erklärt, dass staatliches Schuldenmachen analog zu Insulinspritzen ist, dann werden die begeistert sagen: „Immer her damit! Spritzen Sie sofort die ganze Ampulle rein!“

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Hu

        >Diese Frage ist doch überhaupt nicht binär zu beantworten, denn die richtige Medizin hängt von der Krankheit ab.>

        Sie haben den Sinn meiner Frage nicht verstanden.

        Es wird von M. Stöcker VORAUSGESETZT und von mir erst einmal als Hypothese anerkannt, dass wachsende Staatsdefizite die richtige Medizin sind.

        Die Frage ist DARAUFHIN, ob ein immer höheres Staatsdefizit bzw. – bei der medizinischen Analogie bleibend – die Verabreichung dieser Medizin nicht RISIKEN und NEBENWIRKUNGEN aufweisen könnte, die diese Medizin infrage stellen würde als Heilmittel für die Lösung realwirtschaftlicher Probleme.

        M. Stöcker sagt: nein, gibt es nicht.

        Ich sage: gibt es sehr wohl.

        Lesen Sie, was er nachgeschoben hat mit „JA, solange …“.

        Es heißt übersetzt:

        Nein, es gibt keine Risiken und Nebenwirkungen, aber der Patient darf nicht in einen bestimmten Zustand geraten.

        Da der Patient es aber nicht selbst in der Hand hat, nicht in diesen Zustand zu geraten, kann es Risiken und Nebenwirkungen geben.

        Damit hat sich M. Stöcker in einen Widerspruch manövriert.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ troodon

        „Im nächsten Post schränken Sie es wieder ein…
        Folglich hätte die Antwort „Nein“ sein müssen.“

        Ich dachte, es ginge um die Lösung der realen Probleme und nicht um abstrakte Logik. Machen Sie mich doch bitte nicht verantwortlich für die Fragestellung von Herrn Tischer.

        Was hätte ein einfaches Ja oder Nein für eine Aussagekraft? Es ist wie immer im Leben eine Frage der DOSIS, die über Wohlbefinden oder Unwohlbefinden entscheidet (siehe auch Christian Hu). Der ungewöhnlich niedrige Zins ist ein sehr zuverlässiges Zeichen, dass die Staatsverschuldung zu niedrig ist: Das weltweite Volumen von Anleihen mit einem Zinssatz unter Null beträgt mittlerweile zwölf Billionen US-Dollar.

        Solange die Zinsen also bei Null liegen und zugleich die Leistungsbilanz über einen längeren Zeitraum ausgeglichen ist, solange wirkt die Medizin belebend. Liegen die Zinsen über der Wachstumsrate, dann sollte die Dosierung verringert werden, damit die Inflation nicht über das Ziel hinausschießt.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Denn ich gehe davon aus, dass die Staatsverschuldung wachsen wird.“

        Ja, Japan ist hier Vorreiter. Aber bitte verschonen Sie mich mit den dümmlichen Vorschlägen einer KGE oder gar der IG Metall.

        „Da der Staat NICHT dafür sorgen kann, dass die Leistungsbilanz nicht negativ wird, ist Ihr „JA, solange …“ in Wirklichkeit ein NEIN.“

        Selbstverständlich hat die Staatsverschuldung einen erheblichen Einfluss auf die Leistungsbilanz. Sie müssen immer die gesamte Kreditexpansion (Privat und Staat) im Blick haben.

        „Da der Patient es aber nicht selbst in der Hand hat, nicht in diesen Zustand zu geraten, kann es Risiken und Nebenwirkungen geben.“

        Wieso sind Sie der Meinung, dass es „der Patient“ nicht selber in der Hand hat?

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ M.S.
        „Aber bitte verschonen Sie mich mit den dümmlichen Vorschlägen einer KGE oder gar der IG Metall.“
        Das ist aber die politische Realität…
        Wem oder welcher Partei in D trauen Sie denn zu, Ihr Konzept von steigender Staatsverschuldung flankiert von einem zentralbankfinanzierten Bürgergeld SINNVOLL umzusetzen ?

        Und die Frage von Hr. Tischer enthielt nun einmal den Passus „ohne Einschränkung“…

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >Es ist wie immer im Leben eine Frage der DOSIS, die über Wohlbefinden oder Unwohlbefinden entscheidet (siehe auch Christian Hu).>

        Unsinn.

        Es ist ZUERST einmal eine Frage der RICHTIGEN Therapie oder eben der ökonomischen Maßnahmen, die grundsätzlich Besserung versprechen.

        Erst dann kann man über die Dosis sprechen.

        >Der ungewöhnlich niedrige Zins ist ein sehr zuverlässiges Zeichen, dass die Staatsverschuldung zu niedrig ist>

        Auch das ist falsch.

        Der ungewöhnlich niedrige Zins ist ein sehr zuverlässiges Zeichen, dass die Nachfrage insgesamt zu gering ist.

        Durch hohe Staatsverschuldung den Zins in die Höhe zu treiben, ist zwar möglich, besagt aber noch lange nicht, ob dadurch HINREICHEND hohe Nachfrage geschaffen werden kann, BEVOR es möglicherweise ungemütlich wird aufgrund der hohen Staatsverschuldung.

        >Selbstverständlich hat die Staatsverschuldung einen erheblichen Einfluss auf die Leistungsbilanz.>

        Das habe ich nicht bestritten.

        „Erheblich“ langt nicht wenn die Privatwirtschaft diesen Einfluss konterkariert.

        Das kann sie – oder wollen Sie das unterbinden?

        >„Aber bitte verschonen Sie mich mit den dümmlichen Vorschlägen einer KGE oder gar der IG Metall.“>

        Beantworten Sie doch einfach die Frage von troodon.

        Oder wollen Sie REALITÄT ausblenden, um sie unangreifbar gestalten zu können?

        So stellen Sie sich hier dar.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ troodon

        “Wem oder welcher Partei in D trauen Sie denn zu, Ihr Konzept von steigender Staatsverschuldung flankiert von einem zentralbankfinanzierten Bürgergeld SINNVOLL umzusetzen ?“

        Aktuell keiner Partei. Das Dilemma: Die deutschen Medien verweigern sich TOTAL. Auch am Tage drei ist Braunberger der einzige, der die zentrale Botschaft von Sintra verkündet hat. Und was macht der dämliche Rest: Der schürt weiter den billigen Populismus gegen die EZB und Mario Draghi: https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/ezb-treffen-draghi-wirft-weidmann-indirekt-populismus-vor/24471634.html?ticket=ST-651165-omYU575gUafPAlAyUpMG-ap4. So werden Klischees erfüllt, die auch hier am Blog immer wieder inbrünstig zelebriert werden

        Die kollektive Fehlprogrammierung führt uns in ein kollektives Desaster.

        „Und die Frage von Hr. Tischer enthielt nun einmal den Passus „ohne Einschränkung““

        Ja, es gab diesen Passus mit der Option JA oder NEIN. Warum? Weil Herr Tischer nicht diskutieren, sondern eine Antwort erzwingen wollte, die allerdings NICHTS zur Klärung hätte beitragen können. Insofern musste meine Antwort JA lauten.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Es ist ZUERST einmal eine Frage der RICHTIGEN Therapie oder eben der ökonomischen Maßnahmen, die grundsätzlich Besserung versprechen.“

        Ich habe schlüssig dargelegt, warum dies die richtige Therapie im Eurosystem mit Fiskalpakt ist. Claudia Sahm von der Fed ist ebenfalls der Meinung, dass unmittelbare Zahlungen an die Bürger die richtige Therapie ist. Sie wissen ja: Wer andern etwas vorgedacht…

        „Durch hohe Staatsverschuldung den Zins in die Höhe zu treiben, ist zwar möglich, besagt aber noch lange nicht, ob dadurch HINREICHEND hohe Nachfrage geschaffen werden kann, BEVOR es möglicherweise ungemütlich wird aufgrund der hohen Staatsverschuldung.“

        Ich kann nicht erkennen, dass es in Japan „ungemütlich“ geworden ist.

        „Das kann sie – oder wollen Sie das unterbinden?“

        Nicht ich, sondern die Finanzmärkte via Zinsfindung und Wechselkursanpassung.

        „Beantworten Sie doch einfach die Frage von troodon.“

        Dazu hätte es nicht Ihrer Aufforderung gebraucht. Auf vernünftige Fragen antworte ich immer gerne.

        Auf Ihren albernen Rest gehe ich jetzt nicht weiter ein.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        > Aktuell keiner Partei. Das Dilemma: Die deutschen Medien verweigern sich TOTAL>

        Na klar doch, die Medien sind zu neoliberal dumm, um zu erkennen, was M. Stöcker schon längst erkannt hat: Staatsdefizit, Staatsdefizit, Staatsdefizit …

        In Deutschland wollen ein solches wie Sie weder die Parteien (abgesehen von den Grünen), noch die Bevölkerung. Und eine große Zahl von Ökonomen will sie auch nicht, weil sie weiß, dass damit nur Konsum finanziert wird.

        Das ist die REALITÄT und die zählt.

        Ihre Besserwisserei ist für das, was geschieht, einfach nur BEDEUTUNGSLOS.

        >Ich habe schlüssig dargelegt, warum dies die richtige Therapie im Eurosystem mit Fiskalpakt ist.>

        Sie GLAUBEN, dass sie das ist, weil Sie ausblenden, was nicht dazu passt.

        Das ist aus Ihrer Sicht selbstverständlich „schlüssiger“ als zu sagen:

        Das und das spricht dafür, das und das dagegen.

        >Ich kann nicht erkennen, dass es in Japan „ungemütlich“ geworden ist.

        Woanders wollen Sie nicht hinschauen, um nicht erkennen zu müssen, wo es ungemütlich geworden ist.

        >Weil Herr Tischer nicht diskutieren, sondern eine Antwort erzwingen wollte…>

        Auch klar, eine Diskussion ist nur dann eine Diskussion, wenn sie die Ansichten von M. Stöcker bestätigt.

        Werden Fragen gestellt, die dem nicht gerecht werden, sind sie ZWANG.

        Das ist Ihr Verständnis, mit unterschiedlichen Ansichten umzugehen.

        IHRES – immer wieder entlarvend und immer wieder bestätigend, dass Sie über keine Diskussionskultur verfügen, sondern mehr oder weniger nur eine durch Links gefütterte Rechthaberei.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Na klar doch, die Medien sind zu neoliberal dumm, um zu erkennen, was M. Stöcker schon längst erkannt hat: Staatsdefizit, Staatsdefizit, Staatsdefizit …“

        Schon wieder falsch. Mein Vorwurf: Die Medien hüllen sich in kollektives Schweigen und erwähnen mit KEINER ZEILE, dass auf der wichtigsten Konferenz zum 20-jährigen Jubiläum des Euro UNISONO eine stärkere Fiskalpolitik gefordert wird.

        „In Deutschland wollen ein solches wie Sie weder die Parteien (abgesehen von den Grünen), noch die Bevölkerung. Und eine große Zahl von Ökonomen will sie auch nicht, weil sie weiß, dass damit nur Konsum finanziert wird.“

        Nein, es wollen noch nicht einmal die Grünen. Auch die haben nicht begriffen, dass mit JEDER Schuld uno actu auch immer zugleich das korrespondierende Geldvermögen geschaffen und VERERBT wird. Mit kollektiver Fehlprogrammierung haben wir gerade auch in Deutschland schlechte Erfahrungen gemacht. Umso wichtiger wäre eine OFFENE Diskussion. Diese findet NICHT statt. Und wenn Sie von der großen Zahl der Ökonomen reden, dann können Sie hiermit NUR die terrible GERMAN Macroeconomists meinen.

        „Das ist die REALITÄT und die zählt.“

        Ja, am deutschen Wesen soll die Welt genesen.

        Vielleicht einfach noch mal die Konferenz von Sintra Revue passieren lassen: https://www.ecb.europa.eu/pub/conferences/html/20190617_ecb_forum_on_central_banking.en.html. Vom Mainstream werden Sie dazu NICHTS Substantielles lesen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        [nochmal im richtigen Strang gepostet]
        „Wem oder welcher Partei in D trauen Sie denn zu, Ihr Konzept von steigender Staatsverschuldung flankiert von einem zentralbankfinanzierten Bürgergeld SINNVOLL umzusetzen ?“

        Das ist wie die Sehnsucht nach Platons „Philosophenkönig“, dem weisen, wohlmeinenden und bescheidenen Herrscher, der seine Macht nicht missbraucht. Hat mit der politischen Realität absolut nichts zu tun, was sicherlich an der Natur des Menschen an sich liegt.

        Interessanter ist da schon die Frage: Wie müssten institutionelle Regeln aussehen, die einen politischen Missbrauch von steigender Neuverschuldung und zentralbankfinanziertem Bürgergeld effektiv verhindern? Ich glaube nicht, dass so ein Regelwerk existieren könnte, jedenfalls nicht lange, bevor die Politiker anfangen würden, die Regeln und ihre Umsetzungsmechanismen zu unterlaufen. Auch unser Bundesverfassungsgericht wird ja immer mehr mit Merkel-Klatschhasen besetzt und fällt damit als Korrektiv zur Euro-Rettungspolitik aus.

      • Avatar
        Christian Hu sagte:

        „Durch hohe Staatsverschuldung den Zins in die Höhe zu treiben, ist zwar möglich, besagt aber noch lange nicht, ob dadurch HINREICHEND hohe Nachfrage geschaffen werden kann, BEVOR es möglicherweise ungemütlich wird aufgrund der hohen Staatsverschuldung.“

        Deswegen benötigen wir ein koordiniertes Vorgehen von Fiskal- und Geldpolitik. Solange die Geldpolitik mitmacht, kann es nicht ungemütlich werden und die Fiskalpolitik ihre Wirkung entfalten.

        Ungemütlich wird es immer dort, wo die Zentralbank keinen Backstop setzen kann (oder will): USD-Verschuldung in Schwellenmärkten, im Schattenbanksystem oder in jungen Währungsunionen vor „whatever it takes“

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Ist ja richtig, dass die Medien sich in kollektives Schweigen hüllen bezüglich der Konferenz.

        Warum tun sie es?

        Weil da aufregende Ideen vorgestellt werden, die überraschende Lösungswege eröffnen, die sie überfordern, da man über sie ernsthaft nachdenken müsste?

        Von wegen.

        Es wird gerade mal mehr vom Bisherigen, offensichtlich nicht Erfolgreichen gefordert – eben eine stärkere Fiskalpolitik.

        Und das auch noch, wenn es richtig ist, was Braunberger schreibt, mit der BEGRÜNDUNG des Star-Ökonomen Blanchard, dass es keine Schuldenkrise mehr gäbe.

        Keine Schuldenkrise mehr, weil wir im Augenblick kein Lehman-Szenario haben und die Banken etwas besser dastehen?

        Schon vergessen, wie sich Yellen widerrufen musste?

        Hier zur Erinnerung:

        https://www.cnbc.com/2017/06/27/yellen-banks-very-much-stronger-another-financial-crisis-not-likely-in-our-lifetime.html

        und hier:

        https://www.cnbc.com/2018/12/11/yellen-warns-of-another-potential-financial-crisis.html

        Wer kann der erneuten und erneut abwegigen Beschwörung noch glauben?

        Niemand, der mit offenen Augen durch die Welt geht.

        Kein Wunder, dass die Medien die erlösende Botschaft aus dem Heiligen Gral nicht aufgreifen.

        Was ich ernst nehmen würde, ist folgender Standpunkt:

        Weil wir KEINE andere Option haben, müssen wir auf verstärkte Fiskalpolitik setzen, trotz aller Erfahrungen, die wir damit in der Vergangenheit gemacht haben.

        Entscheiden wir uns nicht für diese Option, erleben wir ein Desaster.

        Das ist die argumentativ starke Position, die zur REALITÄT passt und daher Beachtung verdient anders als der unreflektierte Behauptungsstandpunkt, dass die Fiskalpolitik die Lösung sei.

        Es ist auch eine ehrliche Position.

        Denn sie suggeriert nicht, dass es mit stärkerer Fiskalpolitik kein Desaster geben könne.

        Argumentativ noch stärker ist die Position von A. Turner, mit der er H.-W. Sinn und C. Fuest konfrontiert hat:

        Wie BEGRÜNDEN Sie die Abweisung von monetärer Staatsfinanzierung, wenn die konventionelle Geld- und Fiskalpolitik erwiesenermaßen nichts bewirkt haben außer das Elend zu verfestigen?

        Natürlich kann man sie begründen, aber das ist die HERAUSFORDERUNG, der sich ein A. Turner stellt.

        Sie erkennen nicht einmal den QUALITATIVEN Unterschied zu sich, weil Sie predigen, aber nicht argumentieren.

        Deshalb vereinnahmen Sie A. Turner genauso wie Blanchard als Prediger, obwohl beide argumentieren – Blanchard allerdings in einer atemberaubend abwegigen Art und Weise.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Sie können sich gerne an mir abarbeiten. Oder um mit Volker Pispers zu sprechen: Da bin ich schon übler beschimpft worden.

        „Blanchard allerdings in einer atemberaubend abwegigen Art und Weise.“

        Was bitte schön ist denn daran so atemberaubend? Ich finde nur eine Forderung von Blanchard „atemberaubend“ und völlig abwegig: Die Forderung nach einem höheren Inflationsziel von 4 %. Ich teile hier dezidiert die Kritik von Stanley Fischer und Marcel Fratzscher: https://youtu.be/NuggLge8RCE?t=5040

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Ich frage mich langsam, wie ich es verdient habe, dass Sie mich nicht verstehen wollen.

        Sie:

        >„Blanchard allerdings in einer atemberaubend abwegigen Art und Weise.“

        Was bitte schön ist denn daran so atemberaubend?>

        Ich habe zuvor dargelegt, dass Blanchard behauptet, es gäbe keine Schuldenkrise mehr.

        Ja, in einem ganz eng verstandenen Sinn gilt das – wir haben z. Z. kein Lehman-Szenario. Habe ich ausdrücklich konstatiert.

        Man kann aber auf dieser BASIS nicht argumentieren, wie es Blanchard tut:

        Weil wir keine akute Finanzkrise haben, können wir gefahrlos die Staatsdefizite hochfahren.

        Wir könnten es, wenn „normale“ Verschuldungszustände in der Welt herrschten, etwa wie noch zu Anfang der 80er Jahre.

        Längst vorbei, wir haben ganz andere Schuldenstände.

        Daher kann man nicht gefahrlos die Staatsdefizite hochfahren.

        Blanchard argumentiert wie jemand, der an einem extrem heißen Sommertag in einem Wald, der nach lange ausgebliebenem Regen furztrocken ist, sagt:

        Wir können hier ruhig eine Zigarette rauchen, der Wald brennt ja nicht.

        Zum 4%-Inflationsziel:

        Wer diese Rate als Ziel setzt, muss das Ziel auch erreichen WOLLEN.

        Denn „Ziel“ heißt nicht, an diesem Punkt werden wir ankommen, sondern:

        Auf diesen Punkt arbeite wir hin.

        Was sind die Mittel dieses Ziel zu erreichen, gibt es sie bzw. was muss getan werden, um über sie zu verfügen?

        Ein Ansatz wäre, dass die Notenbanken keine Bonitätskriterien mehr haben dürften beim Kauf von ABS (gebündelten Krediten, die nicht mehr hinreichend gesichert wären), die sie kaufen wollen.

        Sie könnten auf diese Weise die Welt mit einem Ozean von Liquidität überschwemmen.

        Darüber sollte zu Recht niemand lauthals in der Öffentlichkeit nachdenken.

        Unterm Strich:

        Es wird Realität ausgeblendet bzw. „neue Realität“ wie das 4%-Inflationsziel gefordert, um Maßnahmen zu rechtfertigen, durch die man das Desaster doch noch abwenden könnte.

        Dieses Verfahren ist irreführend und hilft nicht.

  5. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    >„Sie werden mit Helikoptergeld reagieren müssen, weil ihnen keine anderen Mittel mehr zur Verfügung stehen. >

    So ist es.

    Weil Helikoptergeld KOSTENLOS ist und UNBEGRENZT eingesetzt werden kann, wird damit alles gekauft werden, was eine Kettenreaktion in den TOTALEN Crash – Schockstarre der Realwirtschaft – auslösen würde.

    Deshalb ist jemand wie Blanchard – big shot unter den Ökonomen – der Meinung, dass es keine Schuldenkrise mehr gibt und die Budgetdefizite HEUTE schon wachsen sollten und nicht erst, wenn es zum Crash kommt und wir hohe Budgetdefizite von möglicherweise 15% bis 20% sehen werden.

    Ich verlinke noch einmal:

    https://www.faz.net/aktuell/finanzen/ezb-konferenz-in-sintra-es-gibt-keine-schuldenkrise-16241621.html

    Diese Logik ist die m. A. n. die Bankrotterklärung eines Ökonomen.

    Denn es ist ERWIESEN, dass mit wachsenden Staatsdefiziten die realwirtschaftlichen Probleme NICHT zu lösen sind.

    Dass es anders wäre, wenn sie deutlich größer würden, als sie es heute bereits vielfach sind, ist VOODOO-Ökonomie.

    Antworten
    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      „Weil Helikoptergeld KOSTENLOS ist und UNBEGRENZT eingesetzt werden kann, wird damit alles gekauft werden, was eine Kettenreaktion in den TOTALEN Crash – Schockstarre der Realwirtschaft – auslösen würde. “

      „Schockstarre“ ist ein interessantes Konzept in diesem Szenario. Ich glaube, es lohnt sich, darüber weiter nachzudenken.

      Vielleicht sagt die Realwirtschaft bei einem großflächigen Helikoptergeldeinsatz ja „Oh, wenn Sie in Euro abgerechnet werden wollen, können wir Sie im Moment leider nicht beliefern. Aber haben Sie vielleicht ein paar Goldmünzen/Bitcoin/Schnapsflaschen/Munitionsschachteln? Dann könnten wir ins Geschäft kommen…“

      An der Börse könnte die Schockstarre so aussehen, dass sich die Kurse ganz plötzlich wieder erholen, aber bei extrem dünnen Umsätzen, weil die meisten Marktteilnehmer ihre Sachwerte nicht mehr gegen das in riesigen Mengen erschaffene und abgeworfene Helikoptergeld eintauschen wollen.

      Antworten
      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Schockstarre der Realwirtschaft würde z. B. eintreten, wenn sich überschuldete, insolvente Banken nicht mehr am Geldverkehr beteiligen könnten. Man könnte nichts überweisen und noch nicht einmal Bargeld aus dem Automaten ziehen.

        Stellen Sie sich die Banken mit großen Ketten an den Eingangstüren verschlossen vor.

        Die Menschen und Unternehmen könnten demnach keine Rechnungen bezahlen und somit nichts kaufen.

        Die Wirtschaft fiele auf Barter zurück.

        Das ist denkbar, aber nicht wirklich vorstellbar.

        Deshalb wird, koste es, was es wolle, die LIQUIDITÄT sichergestellt.

        Das ist möglich, wenn sie Zentralbanken oder der durch die Zentralbanken finanzierte Staat den Banken selbst wertlose, weil im Crash wertlos gewordene „Assets“ abkauft.

        Dieser Tausch – Zentralbankgeld gegen Nominalwerte der Banken – ist die EINZIGE Möglichkeit, die Schockstarre der Realwirtschaft zu verhindern.

        Das zu Ende gedacht, würde im Extemfall heißen müssen:

        Alle Bankguthaben, die bei einem Bankrun mit der Auszahlung von Bargeld getilgt werden, müsste mit Bargeld in Höhe des Nominalwerts dieser Bankguthaben – bedruckte Papierschnitzel – gedeckt sein.

        Das ist unvorstellbar, weil nicht zu leisten und wird deshalb im Vorfeld einer solchen Entwicklung mit ALLEN Mitteln verhindert werden.

        Die Griechenlandkrise hat es gelehrt:

        Die Liquidität der Banken um jeden Preis aufrechterhalten und die Bargeldabhebungen begrenzen.

        Die entscheidende Frage ist allerdings:

        Wie viel VERTRAUEN besteht unter diesen Umständen noch, mit wirtschaftlich relevanten Aktivitäten RISIKEN einzugehen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        „Alle Bankguthaben, die bei einem Bankrun mit der Auszahlung von Bargeld getilgt werden, müsste mit Bargeld in Höhe des Nominalwerts dieser Bankguthaben – bedruckte Papierschnitzel – gedeckt sein. “

        Klar geht das, Sie müssen nur rechtzeitig mit dem Gelddrucken anfangen und dann auch die Lieferlogistik organisieren. Vermutlich alles deutlich einfacher als die geordnete Abwicklung einer pleite gegangenen Großbank.

        Die wirklich spannende Frage ist: Was machen die Leute dann mit dem Bargeld – und wie viel Vertrauen haben sie in die Währung?

      • Avatar
        ruby sagte:

        Herr Tischer, anhand der Auszahlungslimitierung in Zypern und Griechenland ist für mich zentral, daß die EZB und die NZB keine Banknotenversorgung mit ihren Netzen und „Filialen“ mehr leisten können. Konsequenz ist, das System muß weitermachen, daß bedeutet der Zusammenbruch ist für mich zwangsläufig. Nach diesem können wir dann über neue Geldverfassungen und ihre reale Geldnotenversorgung, -verteilung diskutieren.

      • Avatar
        ruby sagte:

        Alle die von „Helikoptergeld“ schwadronieren ist nur zu zurufen: wie wollt ihr den jedem einzelnen Bürger technisch sein Geld übereignen?
        Ganz genau wann, wie wo und zwar von der Anweisung in der Zentral bis zur Deliverance also Auszahlung.
        Heute ist das für mich eine stilistische Vision, nicht weniger.
        Man stelle sich mal die Kontenrahmenerstellung vor, aber hallo, in 28 Staaten und zehn Währungen, denn das wäre EU konform.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @Christian der monatliche Buchungssatz:
        Bürgergeldkonto / Soll
        an
        Bürgerkonto / Haben
        funktioniert bei Millionen Europäern nicht, das bedeutet wir würden als Vormund/Betreuer/Familien andere als die echten Bürger verbuchen müssen. Allein diese Kontoeinrichtungen, -pflege, -auflösungen sind soviel Verwaltungsaufwand, daß ich nicht annehme diesen verwirklichen zu können in der EU oder nur der Eurozone. Alleine das deutsche Unterhaltsvorschusssystem für Kinder macht die Utopie offensichtlich. Kein Zentralismus von Oben schafft ein Bürgergeld ohne einen direkten rechtsgeschäftsfähigen Adressaten zu finden.
        Bitte schreiben Sie die Mandantenliste in SQL!

      • Avatar
        ruby sagte:

        Her Stöcker, der mächtige Überwachungsbruder aus USA hat aus „utopistisch“ „stilistisch“ korrigiert. Ich lasse die Autokorrektur laufen, dann sieht jeder die KI des Algorhitmus und es ist immer eine gute Ausrede. Der Glaube ist bei der Identifizierung nicht zulässig und der FED zu folgen, na ja jedem das Seine. Aber wir werden später als die Verantwortlichen eingeschrieben werden so oder so.

  6. Avatar
    Alexander sagte:

    80% Kursverlust können nur Folge einer Marktpanik sein. Während die Politik fleißig für solche Ursachen sorgt, kann keine Zentralbank die Wechselwirkung auf ihre überschuldeten Anlagemärkte vorhersehen und preventiv intervenieren.

    Lässt sich eine Notenbank von einer Marktpanik zu panischen Käufen verleiten, verstärkt sie die Panik durch Angst vor Inflation. Friert sie die Märkte ein, verschiebt sie die Panik auf den Eröffnungstag, weil kein Problem gelöst ist und die Tatsachenwahrnehmung durch Ruhe verstärkt wird.

    Und, dass eine Notenbank die Marktpanik nicht aussitzen kann, in einem Ponzi-Karten-Schuldenhaus, ist Konsens.

    MagicMoneyMagier sind ZauberLehrlinge, nichts weiter.

    Antworten
  7. Avatar
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    AE: „Regierungen können immer eine Teuerung herbeiführen.“

    So ist es, so war es schon immer und alles Gerede von MMT und ähnlichem ist nur eine Verbrämung der Tatsachen, um den Laien von den eigentlichen Zielen abzulenken.

    Für mich stellt sich allerdings die Frage, ob ein Crash von 70 % bis 80 % wirklich realistisch ist. Wenn die Kapitalsammelstellen alle an Helikoptergeld glauben, warum sollen sie dann im Crash verkaufen, wenn die geldpolitischen Folgemaßnahmen die verkauften Papiere im Anschluss wieder wertvoller machen? Ich glaube, dass die Geldpolitik inzwischen so sehr eingepreist ist, dass der Crash wesentlich geringer ausfällt, weil die Profis Angst haben, die Wendemarke nach oben zu verpassen.

    Es sei denn, der Crash ist so brutal und die Börsen tolerieren derartig große Abstürze ohne Aussetzung des Handels, dass die Geldpolitik schlichtweg zu langsam ist. Aber da sich die großen Spieler alle schon ein paar Jahre auf den margin call vorbereiten können, glaube ich das nicht. Alle haben das Lehman-Ereignis noch im Kopf, in den Schubladen und in den Strategiepapieren drin.

    Antworten
    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Frau Finke-Röpke

      „Für mich stellt sich allerdings die Frage, ob ein Crash von 70 % bis 80 % wirklich realistisch ist. Wenn die Kapitalsammelstellen alle an Helikoptergeld glauben, warum sollen sie dann im Crash verkaufen, wenn die geldpolitischen Folgemaßnahmen die verkauften Papiere im Anschluss wieder wertvoller machen?“

      Wenn Sie auf Kredit spekuliert haben und den „margin call“ bekommen, dann müssen Sie entweder binnen kürzester Zeit neue Sicherheiten bereitstellen oder aber Ihre Positionen werden automatisch liquidiert. Das ist, wie man so schön sagt, „alternativlos“. Verhindern könnte man das nur, wenn man das Helikoptergeld direkt bei den Spekulanten abwirft – aber ob die Politik sich das in der Situation traut und überhaupt schnell genug reagieren kann?

      Denken Sie zurück an den „Flash Crash“ von 2010 – da ist der Dow Jones innerhalb von wenigen Minuten um 10% eingebrochen. So ein Kurseinbruch kann viel schneller kommen als Sie denken.

      Wenn Sie mit Ihrem eigenen Kapital Aktien gekauft haben, haben Sie dieses Problem nicht. Ist natürlich alles andere als schön wenn die Positionen im Depot mit 80% im Minus liegen, aber wenigstens ruft niemand deswegen bei Ihnen an. ;)

      Antworten
      • Avatar
        troodon sagte:

        … und täglich grüßt das Murmeltier auch bei den Börsenprognosen…

        “ ein Crash von 70 bis 80% “ Möglich.
        „Dies wiederum kann zu Preisblasen in Vermögenswerten führen“
        ebenfalls möglich… und an etlichen Aktienmärkten sind wir von großen Preisblasen noch entfernt, wenn weiter Geld gepumpt wird…

        Was ist die Konsequenz?
        Was schon in der Vergangenheit galt, heute gilt und auch zukünftig gelten wird und auch Dr.Stelter propagiert: Streuung auf verschiedene Anlageklassen (inkl. Aktien), angepasst an die persönlichen Umstände.

        Niemand weiß etwas Genaues bzgl. der zukünftigen Entwicklung. Wer vernünftigerweise NICHT spekulieren möchte, nimmt keine Extrempositionen (z.B. 100% Aktien oder 0% Aktien, 100% Gold oder 0% Gold etc. ) ein. Man macht mit einer Streuung vordergründig retrospektiv immer etwas „falsch“, aber es schützt vor dem Komplettverlust von Vermögen.

      • Avatar
        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Richard Ott:

        Mit dem Thema Wertpapierkredit haben Sie natürlich recht, aber wenn ich das richtig sehe, ist das doch eher untergeordnet. Die großen Aktienfonds, Pensionskassen und Beteiligungshalter haben entweder wenige oder gar keine Kredite. Bei Hedgefonds und Spekulanten sieht das natürlich anders aus, aber da stellt sich für mich die Frage, ob die bezüglich des Volumens so ins Gewicht fallen?

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