China wirkt nicht mehr de­flationär – eher inflationär

John Authers diskutiert in seinem Newsletter eine wichtige Trendumkehr. Statt wie in den letzten Jahrzehnten deflationär, dürfte China in Zukunft inflationär auf die Welt wirken. Das könnte ein größeres Problem für die Zentralbanken darstellen, ist doch der Kampf gegen Inflation ungleich unpopulärer als der Kampf gegen Deflation.

Die Highlights:

  • The yuan is now at its strongest in more than three years versus the U.S. dollar. (…) According to JPMorgan Chase & Co.’s estimate of the yuan’s real effective exchange rate, based on consumer price inflation, the yuan is its least competitive since the summer of 2015. (…) If Chinese stuff is more expensive, and Americans still want to buy a lot of it, that means inflation will go up.“ – bto: Das ist simpel und einleuchtend.
  • This is a potentially profound development. For a generation, China aroused American ire by effectively exporting deflation. Chinese workers would labor for far less than Americans, and so Chinese exports put a brake on price rises in the U.S., but also led to the hollowing out of much of the manufacturing-based working class. Now, just as the issue has turned to price rises, a stronger exchange rate would mean that China is effectively exporting inflation.“ – bto: Dafür spricht ebenso die demografische Entwicklung, wie immer wieder diskutiert.
  • „(…)there is no sign that China is bothered by having a strong currency. Indeed, a less competitive yuan would make sense, as it’s part of China’s long-term ambition to grow less dependent on exports, and to build up its own currency as a separate pole to the dollar. (…)  priorities in China have changed from creating jobs at any cost, to something else (…)  I have argued that China’s new economic imperative has become dedollarization, which inherently means a stronger renminbi. And a stronger renminbi is deflationary within China, but inflationary for everyone else. In short, deglobalization, Western efforts to ‘reshore’ supply chains and China’s changed policy priorities would seem to lie behind today’s shift from disinflation to inflation.“ – bto: Diese Sichtweise leuchtet mir sehr gut ein.
  • And there’s another way in which China has been kind enough to export deflation to the rest of the world (…). The two decades of China’s WTO membership have seen the country enjoy economic growth that has been mostly coal-powered. For many reasons, coal is a cheap way to produce energy. Meanwhile, the rest of the world has been trying to shift to other forms of energy, which tend to be more expensive. In effect, the world didn’t just outsource its labor force to China. It also outsourced use of coal:” – bto: Das Bild überrascht eigentlich nicht. Aber es lohnt, es sich vor Augen zu führen:

 Quelle: Bloomberg

  • China now has an appalling pollution problem, and probably wants to stop burning so much coal. Its recent energy crisis is a sign of attempts to shift away from coal reliance. That leads to an uncomfortable conclusion: either China keeps polluting itself (and the rest of the world), or it doesn’t and other emerging countries do so instead. Or, none of them keep burning coal. In all these scenarios, that thereby increases the prices of the goods China sells to everyone else. You could argue that this is a price worth paying in the battle against climate change. (…) But the bottom line is that the rest of the world needs to get used to monitoring China as a potential source of inflation, not deflation.“ – bto: Und das ist, wie gesagt, keine gute Nachricht für eine Welt, die auf keinen Fall höhere Zinsen gebrauchen kann. 
Kommentare (73) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    Heutiger Lernfortschritt in Sachen Finanzwesen, Abteilung Banken:

    >„Die Privatbanken schränken nach dem Milliardenschaden aus dem Zusammenbruch der Bremer Greensill Bank ihre Einlagensicherung ein. Dabei soll es erstmals Obergrenzen für den Schutz geben, die im Zuge der Reform schrittweise gesenkt werden, wie der Bundesverband Deutscher Banken (BdB) am Mittwoch mitteilte. „Wir fokussieren die Einlagensicherung auf ihre Kernaufgabe: Wir schützen diejenigen, die diesen Schutz wirklich benötigen“, sagte Deutsche-Bank-Chef und BdB-Präsident Christian Sewing. … Unter anderem werden Einlagen von Versicherungen, Investmentgesellschaften und öffentlich-rechtlichen Körperschaften und Anstalten ab 2023 nicht mehr geschützt, sollte eine Mitgliedsbank kollabieren. Spareinlagen von Städten und Gemeinden sind bereits seit einigen Jahren aus der Einlagensicherung ausgenommen. Auch sollen Einlagen von Firmen mit einer Laufzeit von mehr als zwölf Monaten ab 2023 nicht mehr unter die Einlagensicherung fallen. Bisher lag die Laufzeit bei 18 Monaten.“>

    Fazit:

    Wer in Versicherungen oder Investmentgesellschaften angelegt hat, benötigt keinen Einlagenschutz.

    Ist doch klar, wenn es um eine KERNAUFGABE aus Sicht der Banken geht – oder etwa nicht?

    Zitiert aus:

    https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/516186/Schlechtes-Omen-Privatbanken-schraenken-Einlagensicherung-ein?utm_content=link_4&utm_medium=email&utm_campaign=dwn_telegramm&utm_source=mid960&f_tid=55f6c93922179f6c51195853673892ed

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    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      “Wer in Versicherungen oder Investmentgesellschaften angelegt hat, benötigt keinen Einlagenschutz.”

      Die Maßnahmen sind zielen genau in die andere Richtung: Versicherungen oder Investmentgesellschaften *ALS ANLEGER* benötigen keinen Einlagenschutz, wenn sie ihre Investments einfach auf einem Bankkonto liegen lassen oder als “Festgeld” anlegen, sofern das überhaupt noch angeboten wird. Ich würde sogar zustimmen, dass diese Aussage richtig ist – das sind professionelle Anleger, welche die Risiken verstehen müssten und bessere Investments finden sollten.

      Wer als privater Anleger seine Einlagen einer “Versicherung” überlässt, welche die dann bei einer Bank anlegt, ist sowieso selbst schuld. ;)

      Nur die öffentlich-rechtlichen Körperschaften werden vermutlich das Problem nicht einmal kapieren und dann von einer Bankenpleite im Greensill-Style total überrascht werden. Aber dann erhöhen sie halt die Gebühren, oder Zwangsbeiträge, oder woraus auch immer sich die jeweilige Körperschaft finanziert…

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      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Sie verstehen doch, was gemeint ist.

        Anleger, die Sicherheit bevorzugen, geben ihr Geld den Versicherungen.

        Versicherungen müssen auch auf Sicherheit bedacht sein, wenn sie dem gerecht werden wollen.

        Also wollen sie auch Sicherheit für die Gelder, die sie auf Bankkonten liegen haben.

        Wenn die Banken ihnen diese Sicherheit wie angekündigt verweigern, dann wird sie auch denen verweigert, die Versicherungen ihr Geld anvertrauen.

        Heißt:

        Die Banken erkennen offensichtlich GESTIEGENE RISIKEN im Finanzsystem derart, dass sie VERMEHRT von Kreditausfällen betroffen sind und daher mehr Banken INSOLVENT werden könnten.

        Um die damit verbundenen Zahlungsforderungen zu reduzieren, werden bisher Berechtigte aus der Einlagensicherung gestrichen.

        Für mich ist das ein Indikator, dass der Branche nichts Gutes schwant.

        Das Vorgehen mit „Kernaufgabe“ zu bezeichnen, muss aus Sicht derer, die ihr Geld Versicherungen anvertrauen, die reinste VERHÖHNUNG sein.

  2. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    @ Richy Odd und Felix

    Sie kriegen es einfach nicht auf die Reihe! Ist halt ein wenig bto.

    Die kurzfristigen Zinsen werden durch die ZBs REAKTIV via LEITZINSEN festgelegt. Da die Modelle der ZB aber nichts taugen, REAGIEREN sie zumeist zu spät. Worauf REAGIERN ZBs? Insbesondere auf realwirtschaftliche Entwicklungen.

    Die langfristigen Zinsen werden durch die MÄRKTE determiniert. QE hat darauf KEINEN Einfluss. Insofern ist es auch hier genau umgekehrt: Die langfristigen Zinsen wirken auf die kurzfristigen Zinsen und darauf reagiert dann wiederum die ZB; wie gesagt, meist zu spät.

    Zum Thema QE noch abschließend Richard Fischer von der Dallas-Fed im September 2011 via Jeff Snider:

    „In summary, I want to mention that, as I said earlier, most of these variations that have been suggested are very un-Bagehot-like. And what I mean by that is, twisting entails purchasing assets that investors are fleeing toward, not assets that they are fleeing from.” https://www.realclearmarkets.com/articles/2020/01/17/central_banks_are_rate_followers_not_rate_setters_104045.html

    Machen Sie was draus oder irren einfach weiter in der monetären Matrix umher. Es ist meinerseits dazu alles gesagt, jetzt muss es „nur“ noch verstanden werden. Und zwar nicht nur von Ihnen, sondern auch von HWS et al. (=99,99%) ebenfalls. Dass dies nicht gänzlich unmöglich ist, kann man am Lernfortschritt von Herrn Tischer gut erkennen, der hierfür ca. sieben Jahre benötigt hat (bitte korrigieren Sie mich, Herr Tischer, falls ich hier zeitlich falsch liegen sollte). Bei mir hatte es ca. vier Jahre Intensivstudium benötigt, bis ich 2013 dann mit einem eigenen Blog hierzu gestartet bin.

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      >… kann man am Lernfortschritt von Herrn Tischer gut erkennen, der hierfür ca. sieben Jahre benötigt hat (bitte korrigieren Sie mich, Herr Tischer, falls ich hier zeitlich falsch liegen sollte). Bei mir hatte es ca. vier Jahre Intensivstudium benötigt, bis ich 2013 dann mit einem eigenen Blog hierzu gestartet bin.>

      Sie kennen mich anscheinend besser als ich.

      Und selbstverständlich hat Ihr Lernfortschritt weniger Zeit erfordert als meiner.

      Das kann gar nicht anders sein, wenn Sie sich einem „Intensivstudium“ unterzogen haben. 😊

      Ich glaube, dass nahezu alle, die sich noch bis die 90er Jahre mit Ökonomie befasst haben, die Geldschöpfung der Banken und den Einfluss der Notenbanken nicht richtig auf dem Schirm hatten. Tobin war bekannt für die Tobin-Steuer, nicht für seine bahnbrechenden Einsichten zur Geldschöpfung. Die beherrschende Thematik war trotz eines M. Friedman die Fiskalpolitik und Keynes.

      Bestes mir bekanntes Beispiel ist Henry Kaspar, der am Blog HERDENTRIEB der ZEIT der m. A. n. überragende Kommentator war und dies für sich auch freimütig bekannt hat.

      Jedenfalls lag bei der Diskussion der Notenbankpolitik in den 90er Jahren (Greenspan!) bis zur Subprimekrise der Fokus eindeutig auf der Zinspolitik.

      Erst mit Bernanke und QE geriet die Notenbankpolitik in ein anderes Licht.

      Was mich betrifft, ihre relative Erfolglosigkeit betreffend, stellten sich dann L. Summers folgend Fragen zur REALWIRTSCHAFT und dem, WARUM so etwas wie eine Sparschwemme bzw. nicht wie als erforderlich angesehen hinreichende Investitionen in den entwickelten Volkswirtschaften gibt.

      Ich habe darauf zwar Antworten, bin aber OFFEN für andere Erklärungen.

      Mein Lernfortschritt, glaube ich, schreitet voran und wird es weiter ohne Intensivstudium tun.

      Meine Erfahrung sagt mir jedenfalls, dass es in Zeiten GROSSER Ungewissheit ein VORTEIL ist, sich einem solchen zu verweigern.

      Abgesehen davon gibt es Wichtigeres im Leben, vor allem dann, wenn man andere NICHT bekehren will.

      Antworten
      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @DT

        Ich kann dieses hier nicht fett genug unterstreichen:

        „Meine Erfahrung sagt mir jedenfalls, dass es in Zeiten GROSSER Ungewissheit ein VORTEIL ist, sich einem solchen zu verweigern.“
        ( bezogen auf ein Intensivstudium )

        Ich habe intensiv studiert und dabei FACHWISSEN gesammelt. Aber:

        Kontextualisierung des Fachwissens, Bewertung von Anwendung nach sinnvoll/unsinnig, Einordnen von neuen Gedanken, Eingrenzung erlernter Methoden oder kürzer:
        Bezug von Fachwissen zu echtem Leben von fühlenden Menschen in Gesellschaften – DAS geht langsam, über die Zeit, mit vielen Blicken weg vom Weg, viele davon auch unfruchtbar. Dennoch unersetzlich.

        Mir fehlt das auch hier am Blog immer wieder, obgleich ich das Kommentariat für weit überdurchschnittlich vom Niveau halte. Wenn jeder sein Inselwissen als ganze Welt verkaufen will, erreichen wir nichtmal einen echten Diskurs, von einem fruchtbaren gar nicht erst zu reden.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        Man muss Fachwissen gesammelt haben.

        Die Frage ist:

        Was heißt sammeln?

        Meiner Erfahrung von Handwerk bis Universität ist, dass es zwei unterschiedliche Praktiken und davon abgeleitete Auffassungen gibt:

        Die eine versteht Fachwissen sammeln als:

        Ich habe gelernt, WAS das bestehende Wissen ist und kann folglich OPERATIV im Fach BESTEHEN (als Handwerker schrauben, sägen, reparieren etc., als Hochschulabsolvent z. B. eine anspruchsvolle Aufgabe lösen).

        Wenn im Fach oder darüber hinaus NEUE Erkenntnisse auftauchen, etwa durch MESSUNG von Phänomenen, sind diese NUR etwas Wissenden verloren.

        Denn es fällt außerhalb ihres Bestandswissens.

        Die andere, seltenere versteht Fachwissen sammeln so:

        Ich habe gelernt, WIE das bestehende Wissen gewonnen wurde und kann folglich NEUES für und u. U. über das Fach hinausgehendes GEWINNEN.

        Wer das gelernt hat, der denkt anders, ist viel vorsichtiger mit apodiktischen Aussagen und wird eigene Überlegungen nicht mit Händen und Füßen verteidigen wollen, dies insbesondere nicht mit herbeigezerrten angeblichen Sachverhalten, die in der Realität nicht zu verifizieren sind.

        Denn er weiß, wie anfällig die GEWINNUNG von Wissen ist und wie schnell man bei attraktiv erscheinenden Irrtümern landen kann.

        Dieser Unterschied ist auch an diesem Blog offensichtlich.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        “Mir fehlt das auch hier am Blog immer wieder, obgleich ich das Kommentariat für weit überdurchschnittlich vom Niveau halte. Wenn jeder sein Inselwissen als ganze Welt verkaufen will, erreichen wir nichtmal einen echten Diskurs, von einem fruchtbaren gar nicht erst zu reden.”

        Die Beschwerde hätte ich vielleicht in den 2000er Jahren mit getragen, aber für heutige deutsche Standards ist der Diskurs hier doch ganz außerordentlich gut, und in seiner offenen und freien Form hier mittlerweile eine echte Seltenheit.

        Im echten Leben bekämen Sie vermutlich schon massive Probleme mit Ihren Kollegen oder irgendwelchen “Aktivisten”, wenn Sie mit jemandem wie mir überhaupt persönlich sprechen würden und denen meine Auffassungen bekannt wären. ;)

        Seien Sie dankbar für diese Gelegenheit, solange es sie noch gibt.

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ CA & DT

        Ich teile Ihre Einschätzungen in Gänze. Mein Intensivstudium war übrigens ein Selbststudium, da an den Unis größtenteils immer noch der Unsinn von vor 30 Jahren gelehrt wird. Und Tobin spielte dabei nur eine Nebenrolle, da auch er nur die ollen Kamellen von Dunning Macleod, Hartley Withers, Albert Hahn oder auch eines Hans Gestrich wiedergekäut hatte. Und wenn Sie mal nach Eurodollarmarkt in der deutschen Qualitätspresse suchen, dann finden Sie hierzu… NICHTS.

        Kontextualisierung ohne Einbeziehung des Eurodollarmarkts? Da kann nur zufällig etwas Sinnvolles bei herauskommen.

        Wer über die Wirkungsweisen eines Systems urteilen möchte, der sollte sich doch erst einmal darum bemühen, dieses System zu verstehen und nicht simplifizierende Angebots- und Nachfragekurven hin- und herschieben; das ist dem 1. Semester vorbehalten. Gerade von Felix und Herrn Ott hätte ich hier ein wenig mehr erwartet.

        LG Michael Stöcker

      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @DT

        „dass es zwei unterschiedliche Praktiken und davon abgeleitete Auffassungen gibt:“

        Mein Sprachgebrauch unterscheidet Ihr Erstes als „Fachwissen“ und Ihr Zweites als „Methodenkompetenz“.
        Und ja, letzteres fehlt leider zu oft, ersteres ist deutlich mehr vorhanden. Klar, so arbeitet auch unser Bildungssystem.
        Der Mensch braucht freilich beides für Urteilskraft auf vielen Gebieten.

      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        Ich stimme zu, dass der Diskurs hier freier und oft besser ist als anderswo. Dennoch erschöpft er sich häufig – Dispute zwischen uns beiden sind ein gutes Beispiel – in Aufeinanderwerfen von völlig unterschiedlichen Ansätzen, Fragen zu stellen fußend auf völlig unterschiedlichen Methoden der Erkenntnisgewinnung.
        Die Steigerung davon liegt in Scheindebatten mit trolligen Protagonisten, die überhaupt keine Erkenntnisgewinnung betreiben wollen nach überhaupt keiner Methode, sondern rumstänkern um auch mal was gesagt zu haben.
        Sachergebnis: Oft keins. Hätte man es also lassen sollen? Hm… da bin ich nicht sicher.

        Zu Ihrer Haltung zur Freiheit hier: Ich bin etwas zwiegespalten, da ich das Gejammer gewisser Kreise „man darf ja nichts mehr sagen“ für einen Charakterfehler halte, den meine Oma als „viel besser im Austeilen als im Einstecken“ tituliert hätte. Begründung: Ich höre es immer von Menschen, die oft wochenlang etwas gesagt, geschrieben und/oder veröffentlicht haben, oft vielgelesen und -gehört, nie verboten und dann Rumjammern, wenn der Widerspruch kraftvoll wird: „Man darf ja nichts mehr sagen…“
        Ich selbst rede mit jedem, der ganze Sätze rausbringt und hatte noch nie mit einem Kontaktschuldvorwurf zu kämpfen – weil ich halt auch mit jenen, die solches vorwerfen, auf dieselbe Art umgehe. Geht also, muss man nur können.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Weitgehende Übereinstimmung, gut so.

        Ich wollte keine umfassende Würdigung von James Tobin abgeben, bin dazu auch nicht in der Lage.

        Aber bezüglich der Geldschöpfung durch Kreditgewährung hat er schon in den 60er Jahren Akzente gesetzt, die erst in den beiden letzten Jahrzehnten ins Bewusstsein vieler Ökonomen gerückt sind.

        Insofern spielte er keine Nebenrolle.

        Ich verweise auf sein Papier von 1963 mit dem Titel >Commercial Banks as creators of “Money”>

        Veröffentlicht unter:

        https://cowles.yale.edu/sites/default/files/files/pub/d01/d0159.pdf

        Daraus:

        >Whatever their other errors, a long line of financial heretics has been right in speaking of “fountain pen money,” money created by the stroke of the bank president’s pen when her approves a loan and credits the proceeds to the borrower’s checking account.>

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @ all

        “‘Inselwissen’ @ CA, ‘NEUE Erkenntnisse’ @ DT, ‘massive Probleme mit Ihren Kollegen’ @ RO, ‘Intensivstudium & Selbststudium’ @ MSt, …”

        Es gilt, das Neun-Punkte-Problem (thinking outside the box; außerhalb des vorgegebenen Rahmens denken; über den Tellerrand schauen) aus dem Bereich des Problemlösens zu beherzigen – 9 Punkte mit 4 geraden Linien zu verbinden, ohne abzusetzen.

        Heinsohn / Steiger stellen in ihrer Eigentumsökonomik den Schuldendruck als justiziable private Gegebenheit vor, aber – gemäß PCM – den “Schuldendruck ex nihilo (‘coercive power’; dabei Obereigentum der HERRschaft als ‘coercive asset’) nicht behandeln, sondern nur die Ergebnisse der obrigkeitlichen Besicherungs- und Erzwingungsmöglichkeiten, von denen der Privatsektor bei dessen staatsinduziertem Wirtschaften ‘profitiert’.”

        Paul C. Martin schreibt vor fast 20 Jahren am 2. Februar 2002 in ‘Re: Frage zu Debitismus’:

        “Das Problem bei Debitismus: Es sträubt sich zunächst alles in einem, sich vorstellen zu müssen, dass das ganze Wirtschaften nichts als eine Endloskette (rückwärts-vorwärts) von

        Krediten-Kredittilgungen-Zinsen-Neukrediten-Nettoneukrediten-Krediten-auf-Kredit

        usw., usw. ist. Geld ist (heute!) immer Forderung; es gab nie einen ‘Geldbestand’ (auch nicht bei Währungsreform mit ‘Erstausstattung’ = Kopfgeld, es ist immer noch als Schuld der BRD gegen Buba existent) als solchen; in Forderungen kann nie gespart werden (gesamtwirtschaftlich); Forderungen sind nur zedierbar (auch ein ‘Bezahlen’ beim Kaufen ist nur eine Forderungszession); Notenbanken geben nie Kredit, sondern verwandeln nur bereits bestehende Kredit immer nur vorübergehend in ZB-Geld um; Notenbank-‘Zins’ gibt’s nicht, was die ZB kassiert, ist immer nur ein Anteil an dem Zins auf die Papiere, die bei ihr verpfändet sind; Wirtschaft ohne ‘new credits’ (Greenspan) in größter Not; Zins = Zeit-, bzw. Raumüberbrückungsphänomen; Staat als (zunächst!) infallibler Schuldner, bis es dann doch kracht; Inflationen laufen langsam an (geht nicht anders), Deflationen können im Extremfall ‘Crashs’ sein; es muss immer zweimal verbucht werden; Geldanlage ist immer ein Wechsel der Anlageform; Gold ist ein Aktivum (wie alle Sachen, die nicht geleveragded wurden) ohne Passivseite; gewirtschaftet wird unter Schuldendruck (Rest ‘freiwillig’, aber Rest kaum sichtbar); alle Produktion muss vorfinanziert werden; vorhandene Nachfrage reicht nie aus, um alle Märkte zu räumen; kalkulierte Preise sind nicht realisierte; Tausch geht nach Schuldrecht, nicht nach Sachenrecht, usw. usw.”

        Die ökonomischen Begriffe entstehen allesamt historisch. Die deutsche Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbs führte als russische Zarin Katharina II. (1729-1796) den Begriff Eigentum überhaupt erst in die russische Sprache ein!

        Im Zusammenhang mit diesem Faden gelingt es mit PCM, Inflation und Deflation auf die Abgabe = Geld herunterzubrechen.

        “‘Inflationen’, also Entwertung der Abgabe ‘Geld’ entstehen bei Vertagung der Abgabe, was wir in Folge der Staatsverschuldung beobachten konnten. Im Extrem fällt der Wert des ‘Geldes’ sofort auf Null, wenn es nicht mehr als Abgabe eingefordert wird (siehe alte Geldscheine aus früheren Epochen) oder wenn sämtliche Abgaben auf Null gestellt würden.” in (Re: Versuch einer Theorie des Preisniveaus)

        “Der Staat hat es nicht nur in der Hand, das, was er selbst braucht, die Abgabe nämlich, so zu manipulieren, dass der Geldwert (also Wert des Abgabenmittels) steigt oder fällt, sondern es ist einzig und allein die Abgabe (Höhe, Veränderung, Struktur, Termine, usw.), bzw. das Geld als Abgabe, die das sog. Preisniveau bestimmt und nicht das Geld als Tauschmittel oder wie die Definitionen alle heißen, die in jedem Makro-Lehrbuch stehen.” in (Re: Was macht ‘Inflation’ – das ‘Geld’ oder die ‘Abgabe’? Nächster Versuch)

        Quelle: https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/search.php?search=Abgabe+und+Inflation+und+Deflation+und+Preisniveau&ao=and&u_name=dottore

      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ Johann Schwarting
        Der Fürstenhof in Anhalt-Zerbst hatte ein eigenes Hippodrom sowie und der Wörlitz-Park um die Ecke sind sehenswerte Geschichtsspuren der Herrscher und ihrer Verbindungen, Verknüpfungen und Geschäfte mit Menschen und Währungen.
        Es gibt unendlich vieles zu erkunden und zu aktualisieren – eine wunderbare Arbeit mit den intelligentesten Gedankenblitze freier forscher fröhlicher Menschenwesen und ihren Charakteren.
        Mercie für die Hinweise zu Wortursprüngen bis zu den Bedeutungen
        https://youtu.be/F8w2eLYr9y0
        hat mir mein “Opa” vorgespielt.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Johann Schwarting

        >Heinsohn / Steiger stellen in ihrer Eigentumsökonomik den Schuldendruck als justiziable private Gegebenheit vor, aber – gemäß PCM – den “Schuldendruck ex nihilo (‘coercive power’; dabei Obereigentum der HERRschaft als ‘coercive asset’) nicht behandeln …>

        Was PCM unterstellt, ist FALSCH (unabhängig davon, ob die Unterscheidung in Eigentum und “Obereigentum” sinnvoll ist und “coercive asset” ein KONSTRUKT ist, weil nicht das Asset coercive ist, sondern allenfalls die Eigentümer des Assets).

        Heinsohn hat in einem Podcast hier dargelegt, dass der Schuldendruck NICHT „ex nihilo“ entsteht, sondern prototypisch begriffen aus einem KONKRET benannten Fall realen Wirtschaftens entstehen kann:

        Jemand hat eine überschüssige Ernte (seinen Konsum und seine Investitionen, d. h. den Bedarf an Saatgut übertreffend), ein anderer hat einen Ernteausfall (nur noch seinen Konsum deckend, daher über kein Saatgut für die erforderliche Investition, d. h. Bestellung seines Felds verfügend).

        Was erfolgt?

        Der eine gibt dem anderen Saatgut, damit dieser überleben kann.

        Er will aber eine Vergütung und eine Sicherheit für das Saatgut, falls es mit der neuen Ernte nicht zurückerstattet werden sollte.

        Er macht damit den Empfänger zum SCHULDNER.

        Um seine Verpflichtung erfüllen zu können, muss der Schuldner innovativ werden.

        Gelingt es ihm nicht, verliert er das Eigentumsrecht an seinem Land und bestellt es fortan als Leibeigner.

        Klar, vorsintflutliche Verhältnisse, keine Bank, keine Regulierung etc.

        Aber eine auf REALITÄT bezogene ERKLÄRUNG, die nicht zu kippen ist, weil sie einen MECHANISMUS beschreibt, der bis heute, wenn auch unter anderen Umständen, BELEGBAR ist.

        Was macht man, wenn man eine MONOKAUSAL andere Erklärung als die richtige durchsetzen will?

        Man sagt, dass es die ihr entgegenstehende NICHT existierend.

        Das ist METHODISCH so billig, dass es niemand, der um Klärung bemüht ist, ernst nehmen wird.

        Heißt NICHT:

        Der Staat hat KEINE Macht – natürlich hat er welche.

        Es heißt jedoch, dass daraus nicht das abgeleitet werden kann, was PCM und Sie ableiten, weil -– FÄLSCHLICH unterstellt – es keine andere Erklärung für den Debitismus gebe:

        >“Der Staat hat es nicht nur in der Hand, das, was er selbst braucht, die Abgabe nämlich, so zu manipulieren, dass der Geldwert (also Wert des Abgabenmittels) steigt oder fällt, sondern es ist einzig und allein die Abgabe (Höhe, Veränderung, Struktur, Termine, usw.), bzw. das Geld als Abgabe, die das sog. Preisniveau bestimmt und nicht das Geld als Tauschmittel oder wie die Definitionen alle heißen, die in jedem Makro-Lehrbuch stehen.”>

        „EINZIG und ALLEIN … BESTIMMT“ ist nicht nur eine FALSCHE Schlussfolgerung, sondern auch EMPIRISCH falsch, wenngleich der Staat natürlich aktiv ist indem er BEDINGUNGEN setzt und verstärkt im Wirtschaftssystem wirkt (als Nachfrager, Investor, Verteiler – UND Schuldner).

        Aber:

        AUCH andere Wirtschaftssubjektive sind daran BETEILIGT, u. a. das Preisniveau zu bestimmen.

        Bezeichnend auch, dass PCM auf „Geld als Tauschmittel“ zurückgreifen muss, um seine Position ins rechte Licht zu rücken.

        Debitismus ja, aber die mit ihm verbundenen Wirkungen URSÄCHLICH dem Staat zuzuschreiben ist UNSINN.

        Den glaubt außer den Jüngern keiner mehr.

        Zur Argumentation:

        Sie sollten auf die GEGENPOSITION eingehen, statt PCM zu zitieren.

    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Genosse Stöcker

      “Die langfristigen Zinsen werden durch die MÄRKTE determiniert. QE hat darauf KEINEN Einfluss.”

      Nein, schon wieder dieser Unsinn.

      QE bedeutet, dass die Zentralbanken massiv Anleihen am Zweitmarkt aufkaufen, in den USA und der Eurozone in der Größenordnung von mehreren Billionen der jeweiligen Währung innerhalb einiger Jahre.

      Und Sie wollen mir erzählen, dass diese Marktintervention keinen Einfluss auf den Preis der Anleihen und damit auf den Zins hat?

      Von vorne bis hinten unplausibel.

      Antworten
  3. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    @ Richy Odd

    „Wenn Sie sagen, dass die Zentralbank die kurzfristigen Zinsen beeinflussen kann, dann hat sie *schon dadurch* einen Einfluss auf die langfristigen Zinsen.“

    Dieser Einfluss ist aber immer nur von kurzer Dauer. Oder um mit Allan Meltzer zu sprechen: The Fed is always too late. Kann man übrigens immer sehr schön daran erkennen, wenn die Zinsstrukturkurve invertiert oder aber zu stark nach oben dreht; ein sicheres Zeichen dafür, dass die ZBs mal wieder gepennt haben bzw. auf ihre untauglichen Modelle vertrauen, die weder Geld noch Kredit enthalten. Wurde jüngst auch von Bill White mal wieder angemahnt: https://youtu.be/duPz4tUy0hw

    Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ jobi

      Habe nur mal kurz in den Anfang reingehört.

      Was dort – bei richtiger Beschreibung der Globalisierung – FEHLT:

      Auch die KONSUMENTEN haben PROFITIERT von günstigen Importpreisen der Güter, die auch China importiert worden sind.

      Man kann darüber diskutieren, ob das die heimischen Jobverluste im produzierenden Gewerbe aufgewogen hat – m. A. n. fraglich zumindest für die USA.

      Bei uns hat die Globalisierung bis jetzt auch Arbeitsplätze GESICHERT, weil wir enorm zu den Investitionen in China beigetragen und in großem Umfang hochwertige langlebige Gebrauchsgüter dahin verkauft haben.

      Das heißt nicht, dass das morgen auch noch so ist, im Gegenteil:

      Dieser Effekt wird sich wohl deutlich abschwächen.

      Aber man kann nicht darüber hinwegsehen, dass die BILLIGPRODUKTE aus China und anderen Ländern gerade auch für die Unterschichten ein Kaufkraftgewinn waren und es immer noch sind.

      Antworten
      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Habe nur mal kurz in den Anfang reingehört.

        Was dort – bei richtiger Beschreibung der Globalisierung – FEHLT:“

        Das kommt davon, wenn man „nur mal kurz in den Anfang“ reinhört.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Wo ist das Problem, wenn ich auf etwas verweise, das ich für signifikant halte?

        Ich habe nicht ausgeschlossen, dies auch später erwähnt wird, weil ich mich ausdrücklich auf den Anfang bezogen habe.

  4. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    @ trodoon

    So sehr ich ja sonst mit den Analysen von Isabel Schnabel übereinstimme, so muss ich doch in diesem Punkt entschieden widersprechen. Wenn eine Zentralbank tatsächlich das Zinsniveau bestimmen könnte, DANN hätte sie auch mit QE Einfluss auf die Assetpreise. Eine ZB kann aber nur die Zinsen am kurzen Ende bestimmen, nicht aber die langfristigen Zinsen. Insofern kann die ZB auch nur die Kurzläufer beeinflussen, die allerdings nur einen kleinen Teil des Gesamtmarktes ausmachen.

    Entweder verwechselt hier Schnabel Korrelation und Kausalität oder aber sie möchte einen Rest von Allmachtsfantasie aufrechterhalten, dass die ZB auch Einfluss auf die Langfristzinsen hat; denn dies war ja die zentrale Begründung für QE.

    Die ganze Rede findet sich hier: https://www.ecb.europa.eu/press/key/date/2021/html/ecb.sp211208_2~97c82f5cfb.en.html

    Antworten
    • troodon
      troodon sagte:

      @Michael Stöcker
      Natürlich muss Schnabel ein Interesse daran haben, die Allmachtsfantasien am Leben zu halten.
      Man stelle sich vor, es wäre anders… Machtverfall muss verhindert werden Dann ansonsten müssten etliche EZBler sich einen neuen Jobs suchen.

      Das Timing der “Warnung” dürfte der Steuerung der Markterwartungen, vor der wichtigen EZB Sitzung nächste Woche, dienen.
      Neue Daten zur Inflationserwartung der EZB. Alle starren drauf und es kommt später sowieso anders. Also werden die Prognosen auch nicht dramatisch überraschen und sich für 2022, 2023 und neu auch für 2024 zwar der 2% annähern oder erreichen, aber nicht überschreiten.
      Im Dezember 2020 war die Prognose für HICP in 2021 übrigens 1,0%.
      “Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen” Aber sie werden gut bezahlt…

      Antworten
    • Felix
      Felix sagte:

      Natürlich steuert eine Zentralbank die Zinsen. Wenn es eine Zentralbank gibt, dann hat sie auch die Macht (in leicht variierendem Umfang) und den Auftrag dazu. Aber wenn Sie das GEGEN starke Marktkräfte tun muss, sind ihre Mittel begrenzt. Unsere Zentralbanken haben diesen Punkt meiner Meinung nach längst überschritten, und China war einer der Faktoren, die das ermöglicht haben.

      Oder glaubt hier irgendjemand außer Herrn Stöcker, dass die Zinsen so wären, wie sie sind, wenn es die EZB nicht gäbe?

      Antworten
      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Felix

        „Natürlich steuert eine Zentralbank die Zinsen.“

        Natürlich dreht sich die Sonne um die Erde.

        Es gilt weiterhin: Wer anderen etwas vorgedacht…

        LG Michael Stöcker

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      Wir müssen nicht über die Zinsen streiten, weil wir da weitgehend einig sind.

      >Wenn eine Zentralbank tatsächlich das Zinsniveau bestimmen könnte, DANN hätte sie auch mit QE Einfluss auf die Assetpreise.>

      Das ist nicht falsch, aber die monokausale REDUKTION auf das Zinsniveau wird den Gegebenheiten nicht gerecht.

      Denn die Zentralbank beeinflusst die KREDITVERGABE der Geschäftsbanken nicht nur mit der Zinspolitik, sondern auch mit anderen Maßnahmen, nicht zuletzt QE. Hier insbesondere durch den Kauf von zunehmend ausgegebenen Staatsanleihen, was den Banken nicht nur Provisionseinnehmen beschert, sondern bei deren Haltung auch nicht die Eigenkapitalbasis belastet.

      Zudem:

      Wenn Banken nicht hinreichend Kredite für Investitionen vergeben können, werden sie naturgemäß bemüht sein, Kredite für den Kauf bestehender Assets zu vergeben.

      Denn sie verdienen auch damit ganz ordentlich und in vielen Fällen dürfte die Besicherung deutlich risikoloser sein bei steigenden Assetpreisen als bei wackligen Investitionen von denen man nicht weiß, ob sie nicht morgen schon Ruinen sind.

      Antworten
      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Hier insbesondere durch den Kauf von zunehmend ausgegebenen Staatsanleihen, was den Banken nicht nur Provisionseinnehmen beschert, sondern bei deren Haltung auch nicht die Eigenkapitalbasis belastet.“

        Welche Provisionseinnahmen? Die Auktionsergebnisse sind alle im negativen Bereich: https://www.deutsche-finanzagentur.de/de/institutionelle-investoren/primaermarkt/auktionsergebnisse/ . Gewinne können nur dann erzielt werden, wenn sekundäre Markteilnehmer noch höhere Preise bezahlen; und ja, die gibt es tatsächlich (flight so safety). Die Ergebnisse liegen sogar bei den 7-jährigen noch drei Basispunkte unter der Einlagefazilität.

        „Wenn Banken nicht hinreichend Kredite für Investitionen vergeben können, werden sie naturgemäß bemüht sein, Kredite für den Kauf bestehender Assets zu vergeben.“

        Ja, das wurde leider immer noch nicht verboten.

        „Denn sie verdienen auch damit ganz ordentlich und in vielen Fällen dürfte die Besicherung deutlich risikoloser sein bei steigenden Assetpreisen als bei wackligen Investitionen von denen man nicht weiß, ob sie nicht morgen schon Ruinen sind.“

        Aber nur bis zum margin call. Dann schlägt der böse Leverage unbarmherzig zurück (siehe steigende Assetpreise in Japan gegen Ender der 80er Jahre).

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michale Stöcker

        Was ich meine mit „Provisionseinnahmen durch QE bescheren“:

        Es hat nichts mit den Auktionsergebnissen der Staatsanleihen zu tun.

        Ich beziehe mich vielmehr auf den Handel mit Staatsanleihen, NACHDEM sie begeben worden sind und BEVOR ein Teil von ihnen von der EZB qua QE aufgekauft wird.

        Der Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB, quasi GARANTIERT durch QE, führt nicht nur zur einem steigenden Volumen von begebenen Staatsanleihen, sondern auch zu einer BONITÄT selbst hoch verschuldeter Staaten, die Staatsanleihen zu einer relativ sicheren Anlage machen und daher vermehrten Handel mit Provisionseinnahmen für die Banken führt.

        Mir geht es hier nur um die Argumentation, die sich nicht nur auf die Zinsen beziehen kann.

        Allerdings wäre auch die QUANTITATIVE Dimension der Aspekte, auf die ich verwiesen habe, zu beleuchten.

        Dies wäre dann eine Antwort auf die Gewichtung des QE-Effekts, würde aber an der Argumentation nicht rütteln können.

    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Genosse Stöcker

      “Wenn eine Zentralbank tatsächlich das Zinsniveau bestimmen könnte, DANN hätte sie auch mit QE Einfluss auf die Assetpreise. Eine ZB kann aber nur die Zinsen am kurzen Ende bestimmen, nicht aber die langfristigen Zinsen. Insofern kann die ZB auch nur die Kurzläufer beeinflussen, die allerdings nur einen kleinen Teil des Gesamtmarktes ausmachen.”

      Oh je. Das ist ja nicht einmal innerhalb Ihrer schrägen Logik, die Sie hier andauernd propagieren, schlüssig.

      Wenn Sie sagen, dass die Zentralbank die kurzfristigen Zinsen beeinflussen kann, dann hat sie *schon dadurch* einen Einfluss auf die langfristigen Zinsen.

      Denn langfristige Zinsen sind nichts anderes als Verkettungen von kurzfristigen Zinsen. Der Zins für eine 2-jährige Finanzierung ist der Zins für eine 1-jährige Finanzierung heute und der erwartete Zins für eine weitere 1-jährige Finanzierung in genau einem Jahr.

      Antworten
  5. Alexander
    Alexander sagte:

    Ich finde nicht, dass diese wenigen Zeilen der Lage in China gerecht werden.
    Immer noch überdeckt Bewunderung des Wachstums in China den Blick auf
    “false prosperity of debt growth”.

    Beispiele
    3280 feet deep groundwater is contaminated in China/water and cross-contamination is out of control
    youtu.be/r2cseicEu84

    Next Evergrande? $900 Billion in debt, 24 million loss per day, the highest of its kind in the world
    youtu.be/eLCa6Vl7EeQ

    Experts: nearly 63 trillion USD/What will the Chinese government do about the local debt crisis?
    youtu.be/w2zFo171jTY

    Bedrohlich für Kosteninflation die westliche Abhängigkeit von Importen aller Art aus China, nach Verlust derselben Wertschöpfungsketten (incl. Fachpersonal) im Zuge der Globalisierung. Mit Geld sind abgeschlossene Entwicklungen nicht mehr umkehrbar.

    Der starke Yuan ist Ausdruck einer zur Preisfindung unfähigen Weltwirtschaft, wenn unbekannte Risken gar nicht mehr bepreist werden können – im Grunde ist alles vermient, der totale lockdown ein Schutz vor Auslösung.

    Antworten
    • Felix
      Felix sagte:

      Ich stimme ihnen zu. China ist ein einziges Desaster. Die KP hat ihr Volk mit der Aussicht auf Wohlstand, wie er in freien Gesellschaften entsteht, zur Arbeit gelockt und dabei weite Teile der Umwelt in unfassbarem Maße verseucht.
      Wenn das Kartenhaus des Immobilienvermögens, dass aus verfallenden Geisterstädten besteht, deren Betonblöcke zu immer höheren Preisen gehandelt werden, obwohl ihr Wert gegen Null geht, zusammenbricht, dann geht davon eine Schockwelle für die ganze Welt aus.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Felix

        >Die KP hat ihr Volk mit der Aussicht auf Wohlstand, wie er in freien Gesellschaften entsteht, zur Arbeit gelockt und dabei weite Teile der Umwelt in unfassbarem Maße verseucht.>

        Mit AUSSICHT GELOCKT – das ist schlichtweg FALSCH.

        Die KP hat das chinesische Volk BEWEISEN lassen, dass es Wohlstand in einem Ausmaß erreichen kann, das vor einer guten Generation nicht einmal vorstellbar war.

        Die Lehre daraus für offensichtlich den weitaus größten Anteil der chinesischen Bevölkerung:

        Wir schaffen noch MEHR.

        Sicher rücken auch für China Umwelt und Klima in den Vordergrund.

        Ich glaube aber nicht, dass sie sich mit Experimenten wie wir ihren Wohlstandspfad verlassen.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Felix

        Ja, die chinesische WohlstandsIllusion platzt an realen Problemen, auf die eine unfehlbare KP keine Antworten findet.

        Beispiel Gesundheitskosten, die ohne Preisfindung durch Korrpution genau arme und bedürftige zermürben:
        https://youtu.be/xhhCFDFlvck

        Die Immobilienblase sollte Alterssicherung bringen, 2te Illusion, bei der offensichtlich schlechten Qualität / Eigentumsschutz. Von Sicherung kann keine Rede sein, dagegen steigen die Lebenshaltungskosten und man verfeuert sogar Altkleidung anstelle von Kohle…..Sozialismus as it´s best: youtu.be/bcI1eoVi10w

      • weico
        weico sagte:

        @Alexander

        “Von Sicherung kann keine Rede sein, dagegen steigen die Lebenshaltungskosten und man verfeuert sogar Altkleidung anstelle von Kohle…..Sozialismus as it´s best”

        Da gibt es noch viel zu verfeuern, für die Chinesen, dank Kapitalismus as it’s best :

        https://www.youtube.com/watch?v=8i19IY2xS5c

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @weico

        Kapital ist nicht Bedingung für Kapitalismus, sondern Freiheit für Haftung aus eigenen Fehlentscheidungen.

        Rücktritte sind kein Ausdruck von Haftung…..

  6. Tom96
    Tom96 sagte:

    Sehr weitreichendes Thema und wie ist die Automobilindustrie betroffen, wenn bis Jahresende Sabbatikals wegen fehlender Komponenten eine zeitnahe oder sogar keine Versorgung mehr sicherstellen?
    Elektomobilität im Individualen Fernverkehr sowie Güterkraftverkehr nicht in Massentauglichkeit gerät, da bleibt der Automobilindustrie nur, sofort so hart wie möglich die Notbremsung brutalst hinzulegen – ansonsten Abpfiff und Schrottplatz.

    Antworten
  7. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >… a stronger exchange rate would mean that China is effectively exporting inflation.“>

    Es kommt darauf an, WAS und WIE VIEL aus China exportiert bzw. aus diesem Land importiert wird.

    Heißt auch:

    Es kommt darauf an, Was und WIE VIEL man hierzulande/EU produzieren wird.

    Das, was man binnenwirtschaftlich produziert statt aus China zu importieren, wird TEUERER.

    Heißt:

    Es wirkt inflationär.

    Und das zusätzlich zu den eh schon inflationären Tendenzen, die mit der Energiewende (Verschmutzungszertifikate etc.) und der demografischen Entwicklung unvermeidbar sind.

    Prognosen sind im Augenblick nicht zu stellen.

    Ich kann mir aber vorstellen, dass Inflation der game changer ist, d. h. eine nachhaltige Steigerung der Lebenshaltungskosten mit einem POLITISCHEN Preis bezahlt werden wird.

    Antworten
  8. troodon
    troodon sagte:

    Solange es in Eurohausen keine Lohn-Preisspirale gibt, scheint für die EZB alles “transitory”. Also bitte reale Einkommensverluste für die AN, damit die Asset Bubble nicht platzt …
    Aber so langsam wird es selbst Schnabel unheimlich “ECB executive Schnabel warns that QE is inflating asset prices”
    https://www.ft.com/content/6dd8e765-76e8-44c3-b6a6-d7cc114f3a67

    Diese Einsicht nach all den Jahren von QE. Das konnte man doch wirklich nicht ahnen.. :))

    Antworten
    • troodon
      troodon sagte:

      …und selbst wenn PEPP im März ausläuft, entsprechen die voraussichtlichen Anleihen-Ankäufe in 2022 noch fast den Netto-Staats-Anleihe Emissionen für 2022…
      https://twitter.com/fwred/status/1468876076256534529
      Da steht dann die nächste Krise schon wieder ins Haus, bevor die APP bei Null sind und man kann neue “unkonventionelle” Maßnahmen beschließen.
      Niemand will den Stecker ziehen… The show must go on.
      Das geht, bis es irgendwann nicht mehr geht ;)

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @troodon

        “…und selbst wenn PEPP im März ausläuft, entsprechen die voraussichtlichen Anleihen-Ankäufe in 2022 noch fast den Netto-Staats-Anleihe Emissionen für 2022…”

        Das sind nur die bisher bekannten.

        Ich erwarte, dass die potentiell extrem gefährliche Omikron-Variante als Rechtfertigung dafür herangezogen wird, das Pandemie-Gelddruck-Programm auch über den März 2022 hinaus weiter zu verklängern, was auch nötig sein wird, da die EU-Staaten sicher auch 2022 wieder in die Nähe der Rekordneuverschuldung aus 2020/21 kommen werden.

      • Felix
        Felix sagte:

        @ Herr Ott 12:09

        Die Stimmung dreht. In den USA gilt Omikron nun als ungefährlich. Die Inflation muss eingedämmt werden, weil sonst die Regierung ein Problem hat (da wohnen ja nicht nur Deutsche, in den USA). Die EZB wir dem folgen müssen.

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ troodon

      Ach, diese Frau Schnabel.

      Sie sagt lt. FT-Artikelüberschrift:

      „ECB executive Schnabel warns that QE is inflating asset prices”.

      ASSET prices – das merkt sie erst JETZT (öffentlich).

      Sie ist hinter der Kurve:

      Die Inflation der VERBRAUCHERPREISE verschärft die Notwendigkeit von Zinserhöhungen und erhöht damit das Risiko eines CRASH der VERMÖGENSPREISE.

      Die Entwicklung der Verbraucherpreise ist die KRITISCHE Determinante.

      Antworten
      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        Wieso vor *steigenden* Asset-Preisen *warnen*. Immer diese deutsche Nörgelei…

        Ist doch fein. Oder wären stagnierende oder fallende Assetpreise – und das auch noch durch ZB-Manöver – besser? Ich denke doch nicht.

        Jetzt mal positiv: QE dürfte die Asset-Preise beeinflussen. Aber zumindest geht’s nach oben, oder? Könnte schlimmer sein…

        ;)

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        Kommt drauf an, was Sie für den Anker im System halten.

        Genauso richtig ist, dass der Euro gegenüber harten Assets wie “Haus” oder Gold” immer weiter abwertet – das klingt dann schon gar nicht mehr so gut… ;)

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        Ja, immer diese Warnungen.

        Ist ja schrecklich, zumal die Pandemie auch mit „Impfen bis die Nadel glüht“ nicht unter Kontrolle ist und Weihnachten vor der Tür steht.

        Da kommt keine Freude auf.

        Ich glaube, dass bei der EZB mittlerweile die Nerven blank liegen, weil die Nummer von der nur „zeitweiligen Inflation“ angesichts der DATENLAGE mehr und mehr zu einem Glaubensbekenntnis mutiert.

        Da hat man dann eben das Problem:

        Wie kommt man gefahrlos vom Tiger runter, den man reitet?

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Tischer

        Vielleicht heißt es dann von der ZB: “wir hatten uns nicht getäuscht: die Inflation war vorübergehend, allerdings war das nur vorübergehend der Fall”.

        Aber mal schauen, ob es in der Breite zur Inflation kommt. Ich schätze eher, dass es große Unterschiede abhängig von der jeweiligen Ware / der Dienstleistung geben wird, die man dann auch mit nicht-montären Effekten (wie oben) erklären kann.

        @Hr. Ott

        Nicht hinterfragen: Einfach an der steigenden Kurve freuen ;)

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Wie kommt man gefahrlos vom Tiger runter, den man reitet?”

        Gar nicht. Aber man könnte einfach weiterreiten und alle Demonstrationen gegen “Preissteigerungen” oder damit in Zusammenhang stehende Themen aus Gesundheitsschutzgründen verbieten. Und wenn doch mehr als 10 Personen an einem Ort zusammenkommen, dann knüppelt die Polizei alle zusammen und es gibt zur Einschüchterung Bußgeldverfahren.

        So hat man zumindest ein Paar Monate Ruhe. Oder Jahre, wenn dieses perfide Virus immer so weiter mutiert… ;)

      • troodon
        troodon sagte:

        @Dietmar Tischer
        “Die Entwicklung der Verbraucherpreise ist die KRITISCHE Determinante”
        Klar ist sie das. Aber ganz offensichtlich wird die EZB erst handeln (wollen), wenn es zur Lohn Preis Spirale kommt.

        Da dürfte der EZB dies gar nicht gefallen, auch wenn es nur einen kleinen Teil der Beschäftigen betrifft und D sowieso nicht bestimmt, was mit den Zinsen passiert:
        https://twitter.com/COdendahl/status/1468917555008090117
        Man achte auf die Begründung: Arbeitskräftemangel
        →Steilvorlage für mehr Migration durch die Ampel…

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Der noch kleine Teil der Beschäftigten, die richtig zulangen, wird wachsen.

        Ich denke vor allem an Bereiche wie die Pflege.

        Das ist eine andere Dimension als das Schreinerhandwerk – wer braucht das überhaupt noch, wenn so ziemlich alles tot aus der Presse fällt und „Respekt, wer’s selber macht“ gepredigt wird.

        Wenn die Alten MANGEL erleben, der ein BETREUUNGSMANGEL ist, wird es richtig teuer.

        Denn dann wird der Respekt-Heil kein Halten kennen.

        Lindner ist sensibilisiert, redet mit einem warnenden Unterton in der Stimme schon vom Risiko der Inflation.

        Vorerst ist er wie auch die EZB noch auf der Alibisuche für einen mölgichen Ausstieg.

        Aber dass schon gesucht wird, ist für mich jedenfalls bemerkenswert.

      • jobi
        jobi sagte:

        Im Grunde ist die Sache doch recht einfach:

        Die EZB hat kaum Handlungsspielraum, muss sich nach der Fed richten, denn eine Beschleunigung der Euro-Abwertung würde die Verbraucherpreise zusätzlich anheizen.

      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ troodon
        Schauspieler oder Realsatire, beim Britisch Humor sehr eng!
        Wir sollten die ganze Serie bis Weihnachten schauen.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ jobi

        Die EZB hat sogar noch weniger Handlungsspielraum als die Fed, die sich ihrem Mandat entsprechend nicht nur an der Inflationsentwicklung, sondern auch am Arbeitsmarkt orientieren kann.

        Ja, sie muss der Fed folgen, etwas zeitversetzt, aber dennoch zwangsweise. Diese wird mit Blick auf die Inflation aber MUTIGER agieren müssen (anhand einer gemessenen tiefsten Arbeitslosigkeit in USA seit 1969!) als die EZB es kann, insbesondere kritischer Staatsverschuldung von Italien u. anderer Staaten wegen.

        Klar, die bereits schleichend stattfindende Euro-Abwertung ist auch keine Erleichterung für sie.

        Der Druck auf die EZB wird m. A. n. enorm zunehmen.

        Speziell der deutsche Geldsparer wird nicht mehr einsehen wollen, dass die zunehmende Geldentwertung ohne entsprechend kompensierende Zinsgutschriften erfolgt.

        Es wird spannend, wie sich die Politik dazu stellt, denn neben der unvermeidbaren demografischen Entwicklung am Arbeitsmarkt ist vor allem sie für die Inflation verantwortlich.

  9. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    “In effect, the world didn’t just outsource its labor force to China. It also outsourced use of coal”

    Ja, und damit hat die Welt (genauer: die westliche Welt) auch die Verschmutzung nach China outgesourced, und natürlich die industrielle Wertschöpfung. Eine geniale Strategie.

    Nur unsere psychisch gestörten Schreikinder und Klimahüpfer aus den Oberschicht-Familien scheinen die Chinesen nicht zu wollen. Die scheinen noch toxischer zu sein als die Abgase aus den Kohlekraftwerken.

    Antworten
    • Dr. Lucie Fischer
      Dr. Lucie Fischer sagte:

      @Richard Ott
      “Nur unsere psychisch gestörten Schreikinder und Klimahüpfer aus den Oberschicht-Familien …”
      Diese Jugendlichen sind nicht neurotischer als frühere Generationen, sie werden aber von NGO-Agent+++innen ( L. Neubauer etc ) professionell mit allen Tricks manipuliert .
      Es ist adosezenz-typisch und entspricht jugendlichem Idealismus, wenn Jugendliche
      gegen irgend -etwas protestiern. Die Jugend schläft nicht.
      Früher war es Proteste gegen Vietnamkrieg, Hippies, davor Sturm und Drang, Wandervogelbewegung, Hitlerjugend , Pfadfinder-Romantik.
      Dass die FFF-Protest-Jugendlichen nicht die hellsten sind, steht auf einem anderen Blatt. Sonst würden sie eher globale Propaganda kritischer hinterfragen , z.B. auch nicht akzeptieren, dass eine von ihren geschäftstüchtigen (gierigen ) Eltern benutzte , emotional und geistig behinderte Greta T. medial in Dauerschleife missbraucht wird.
      FFF-Kids würden sich auch nicht so hässlich uni-sex-mässig anziehen , die Gender-Propaganda ist spiegelt sich im Dress-code, Resultat von gelenkter Manipulation, die im
      ” Schlage-Stehen-für -die-Volksgesundheit” ( boostern , x-mal ) ihren traurigen Höhepunkt finden wird.
      ” Gestört” ist eine ganze Gesellschaft, die sich medialer Massenpropaganda unkritisch unterwirft und noch an ein gutes Ende / normales Leben/ glaubt.
      #Finis germania#, wir schaffen das.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Doc Fischer

        “Diese Jugendlichen sind nicht neurotischer als frühere Generationen”

        Ist das tatsächlich so?

        Mein Eindruck ist, dass die heutigen Jugendlichen tatsächlich viel mehr zu Neurotizismus neigen als noch vor 10 oder 20 Jahren. So reizbar und negativ und angstbeladen wie heute war die Stimmung früher nicht, und das liegt sicherlich zum Teil an der Klima-Weltuntergangs-Propaganda. Dass seit 2 Jahren auch noch Corona-Einsperr-Propaganda dazukommt und es keinen normalen Schulbetrieb mehr gibt, verschärft die Lage sicherlich.

        “FFF-Kids würden sich auch nicht so hässlich uni-sex-mässig anziehen , die Gender-Propaganda ist spiegelt sich im Dress-code”

        Tja, China hat dieses Jahr Unterhaltungsauftritte von “weibischen Männern und anderen abnormal Aussehenden” verboten, ein schwerer Schlag für die westliche (und auch koreanische) Gender-Propaganda, die nach Lesart der Kommunistischen Partei in China die traditionellen Werte der chinesischen Kultur unterminiert, quasi gesellschaftliche Subversion:

        “While using an offensive slang term literally meaning ‘girlie guns’, the National Radio and TV Administration made the announcement regarding the ban on “sissy men and other abnormal esthetics”. The decision reflects the government’s concern about their pop stars who are adopting the effeminate trends of other singers and actors.

        In further directions to the broadcasters, the government has also instructed to not promote vulgar content or admiration of wealth and instead promote Chinese traditional, revolutionary, and advanced culture.”
        https://www.republicworld.com/world-news/china/in-new-crackdown-china-bans-sissy-men-from-tv-to-promote-its-revolutionary-culture.html

        Greta und Luisa werden schon wissen, wieso sie keine Kliemerproteste in China organisieren..

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Dr.Lucie Fischer

        Missbrauchsopfer werden immer entsorgt, sie sind entbehrlich sonst hätte man sie nicht missbraucht.

        So geschehen auf den Schlachtfeldern aller Kriege einschl. jener der muslimischen Welt + zerstörtes Potential nach Drogenkarriere der Partygenerationen bis heute.

        https://youtu.be/Bh7-BGxtxNs

        Das Kennzeichen von Propaganda ist, wenn ihre Opfer die Gefahr gar nicht wahrnehmen….nach dem Muster der Schlange Kaaa

      • Namor
        Namor sagte:

        @Fischer
        Ganz genau, die Jugend war immer schon wie sie eben ist. GoogleTipp: “5000 Jahre Kritik an Jugendlichen”

        Was mir zu schaffen macht ist, wie sich Erwachsene einer Greta vor die Füße werfen. Mein Gott, die war 16, wohl neuro-strukturell krank, Schulschwänzerin, … Und Erwachsene Menschen lassen sich von diesem Teen im Leben Orientierung geben. Wie erbärmlich!

        Leider ist der Mensch eben auch, wie er immer schon war.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Namor

        Nicht so einseitig abwertend.

        Denken Sie an Jeanne d’Arc.

        Die heutige Nationalheilige Frankreichs hatte mit 13 Jahren ihre erste Vision und wirkte so auf den französischen König ein, dass sie als Heerführerin gegen die Engländer ziehen und das belagerte Orleans befreien konnte.

        Auch Greta hat das Ohr der Mächtigen und wurde beklatscht, Truppen hat sie auch schon in Stellung gebracht (FFF).

        Nicht wirklich Neues also, nur die Umstände sind andere.

        Das alles kann in einer Heiligsprechung enden.

        Hoffen wir aber, dass Greta nicht wie Jeanne d’Arc vorher auf dem Scheiterhaufen sterben muss.

  10. weico
    weico sagte:

    “bto: John Authers diskutiert in seinem Newsletter eine wichtige Trendumkehr. Statt wie in den letzten Jahrzehnten deflationär, dürfte China in Zukunft inflationär auf die Welt wirken.”

    Diese Meinung teilt auch Louis-Vincent Gave,,schon in früheren Artikeln …und auch in seinem Neusten wieder:

    https://themarket.ch/meinung/die-wichtigsten-fragen-fuer-die-finanzmaerkte-ld.5333

    Nebenbei:
    Er streift ,im Artikel, auch das Thema der Wahlen in Frankreich und die möglichen Auswirkungen auf Energiepreise und Euro…

    Antworten

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