Die Regierung sollte Schulden machen – aber richtig

Mit ordentlicher Buchhaltung haben die Finanzierungstricks der neuen Bundesregierung wenig zu tun. Mit Krediten gefüllte Corona-Sondertöpfe werden umgewidmet, Schattenhaushalte aufgefüllt und Staatsunternehmen besorgen sich Kredite direkt. Den Rest organisiert die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau. Alles mit dem Ziel, mehr in das Land zu investieren und umfangreiche Klimaschutzmaßnahmen zu realisieren.

So problematisch das Vorgehen unter Transparenzgesichtspunkten ist, so richtig ist der Weg, die Ausgaben über höhere Schulden zu finanzieren. Deutschland ist selbst nach Corona im internationalen Vergleich gering verschuldet, kann sich zu deutlich negativen Realzinsen finanzieren und teilt die Währung mit Staaten, die trotz weit höherer Verschuldung keinerlei Anstalten machen, die Neuverschuldung zu begrenzen. Wer in diesem Umfeld auf Sparen setzt, ist der Dumme.

Gezwungen wird die Politik zu dieser Vorgehensweise durch die grundgesetzlich verankerte Schuldenbremse. Ökonomisch noch nie sinnvoll, droht sie mehr Schaden anzurichten als zu nutzen. Die Gefahren sind erheblich.

Einerseits drohen die auf einmal reichlich vorhandenen Mittel bei den Politikern zu einem Effekt à la „Kind im Süßigkeiten-Laden“ zu führen, der Ausgaben begünstigt, die beispielsweise beim Klimaschutz wenig konkreten Nutzen erbringen, aber populär sind. Die dringend benötigte Rückbesinnung auf Effizienz und Effektivität staatlichen Handels wäre noch schwerer.

Andererseits besteht die Gefahr der Fortsetzung auf europäischer Ebene. Die Ampel-Koalitionäre beabsichtigen „eine Weiterentwicklung der fiskalpolitischen Regeln“ im Euroraum für „nachhaltige und klimafreundliche Investitionen“. Das öffnet die Tür für einen europäischen Klimafonds, der auch dazu genutzt werden könnte, hiesige Schuldengrenzen zu umgehen. Angesichts der damit verbundenen Umverteilung innerhalb der EU käme uns eine solche Verschuldung über den Umweg nach Brüssel sehr teuer zu stehen.

Die Politik in Berlin sollte sich in den kommenden Jahren parteiübergreifend besser dazu durchringen, die Schuldenbremse zu reformieren. Eine ordentliche Bilanzierung der Vermögenswerte des Bundes, wie von der Ampel geplant, wäre ein wichtiger Schritt zu einer transparenten Bilanzierung als Grundlage für intelligentere Schuldenregeln.

Allerdings ist die Verlockung der Politik zu groß, die finanziellen Folgen von Entscheidungen zu verschleiern. Auch hier bietet der Koalitionsvertrag ein Beispiel. Das erhebliche Guthaben der gesetzlichen Rentenversicherung wird dazu verwendet, für weitere vier Jahre die Illusion aufrechtzuerhalten, man könne trotz steigender Lebenserwartung und schrumpfender Erwerbsbevölkerung Renteneintrittsalter, Rentenhöhe und Beitragssätze stabil halten. Das Problem erbt dann die nächste Bundesregierung.

handelsblatt.com: “Die Regierung sollte Schulden machen – aber richtig”, 26. November 2021

Kommentare (55) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Michael Stöcker
    Michael Stöcker sagte:

    @ Dr. Lucie Fischer

    „Wie wurde im in der Geschichte/ z.B. Mittelalter/ mit Schulden umgegangen?“

    Ich hatte hierzu vor gut fünf Jahren den Bogen vom Alten Rom hin zu Martin Luther gespannt: https://zinsfehler.com/2016/10/31/sola-fide-oder-der-kreditaere-irrtum-des-martin-luther/

    Die Analysen des Debitismus sind hilfreich für ein korrektes Verständnis unseres Geldsystems, aber Systeme scheitern in einem modernen dualen Fiat-Kreditgeld-Standard nicht am Vorher-Nachher-Problem (das kann monetär elegant über die Fiat-Schiene gelöst werden), sondern am Matthäus-Effekt.

    Antworten
      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ m.stöcker
        vielleicht müssen sie krampfhaft, wegen ihrer postion, nach gegenargumenten suchen.

        wenn ihre these stimmen sollte, dann wären in der vergangenheit längere phasen der entschuldung eingetreten.
        dies war selbst bei guten wirtschaftsjahren real, nie der fall.
        die verschuldungen sind immer gewachsen.
        ist ja auch logisch, weil es bereinigt keinen wachstumzuwachs gibt, ohne einer weiteren neuverschuldung.

        sie können versuchen des schuldgeldsystem auf den kopf zu stellen: vergebens!

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ foxxly

        Einfach mal mit den Fakten befassen (also Richters & Co. SUBSTANTIIERT widerlegen), statt in stoischer Ignoranz und kognitiver Dissonanz die Gebetsmühle schwingen.

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ m.stöcker 16:00
        >>Umverteilung ist eine notwendige Bedingung, hinreichend kommen viele weitere Aspekte hinzu. Dazu zählt unter anderem auch ein zentralbankfinanziertes niedriges Bürgergeld; also Fiat-Geld; aka monetäre Staatsfinanzierung/Bürgerfinanzierung.<<

        .. mit dieser antwort widerlegen sie sich selber…… zu der antwort von 15:58

        wenn ihre verbreitete meinung richtig wäre, dann bräuchte es keine " unter anderen auch ein zentralbankfinaziertes niedriges bürgergeld.

      • Felix
        Felix sagte:

        @ Herr Stöcker

        So langsam wird die Argumentation aus dieser Richtung logisch: Bürgergeld UND Impflicht zusammen. Das könnte funktionieren.

        Muss ich es wirklich ausführen?

      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Felix 17:50
        Truthähne bekommen vor thanksgiving auch immer die leckersten Mahlzeiten und
        Menschen haben mit Haustieren ( auch der Haus-Maus) ca. 99 % gleiche Gensequenzen! Keine “Krone der Schöpfung” ( leider ) ,
        ” Erst kommt das Fressen, dann die Moral”, dabei sein ist alles. ( Gruppendynamik ) .

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ foxxly

        Sie verstehen mal wieder nur Bahnhof. Mein Vorschlag für ein zentralbankfinanziertes Bürgergeld ist der Tatsache geschuldet, dass wir einen Stabilitätspakt in der EU haben, der eine völlig unsinnige Grenze für die Staatsverschuldung festlegt. OHNE diese vertragliche Grenze wäre es möglich, dieses Bürgergeld einfach über die Staatsverschuldung zu finanzieren; und zwar aktuell noch immer zu NEAGATIVEN Zinsen. Setzen Sie sich endlich mal mit den Analysen von Oliver Richters auseinander, anstatt jeden Tag dieses Blog mit Ihrer Litanei zuzumüllen.

      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Felix

        Wir brauchen keine Impfpflicht, sondern eine marktwirtschaftliche Lösung, die die Kosten verursachungsgerecht einpreist. Da die Krankheitsverläufe der Ungeimpften die Krankenhäuser massiv belastet, sollten diese Kosten in den Krankenkassenbeiträgen in Form einer zusätzlichen monatlichen Kopfpauschale berücksichtigt werden. Alternativ könnte man auch das amerikanische Modell wählen und die Behandlungskosten müssten dann im Fall der Fälle von den Ungeimpften selber getragen werden. So käme die individuelle Freiheit nicht unter die staatlichen Zwangsräder.

        LG Michael Stöcker

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      >… aber Systeme scheitern in einem modernen dualen Fiat-Kreditgeld-Standard nicht am Vorher-Nachher-Problem (das kann monetär elegant über die Fiat-Schiene gelöst werden), sondern am Matthäus-Effekt.>

      Nicht nur DAS System, sondern Systeme – Mehrzahl – scheitern angeblich am Matthäus-Effekt.

      Nur keine Bescheidenheit, wenn EINE Ursache ALLES erklären soll!

      Es ist eine steile These, für den nicht einmal ansatzweise der Wirkmechanismus vorliegt.

      Außerdem:

      Den Matthäus-Effekt hat es IMMER gegeben, wenn auch immer in anderer Form, und die Kreditgeldschöpfung hat es ebenfalls gegeben, hinreichend lang zurück geblickt.

      „Fiat“ soll jetzt also der ENTSCHEIDENDE Unterschied sein.

      Ihr These vom Matthäus-Effekt beruht darauf, dass Sie glauben, mit UMVERTEILUNG die Probleme des Spätkapitalismus lösen zu können.

      Das ist ein Irrtum, weil der Spätkapitalismus an anderem als an – zugegebenermaßen – starker Vermögensungleichheit „krankt“.

      Antworten
      • Michael Stöcker
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Nicht nur DAS System, sondern Systeme – Mehrzahl – scheitern angeblich am Matthäus-Effekt.“

        Ja, denn es gab und gibt immer noch zahlreiche verschiedene gesellschaftliche Systeme.

        „Nur keine Bescheidenheit, wenn EINE Ursache ALLES erklären soll!“

        Selbstverständlich nicht; aber ich habe nicht die Zeit, die Sie sich nehmen, um möglichst umfassend alles ausführlich zu durchdenken und dann auch darzulegen. Aber: Auf Sie kann man sich ja verlassen. Insofern danke für Ihre ergänzenden Ausführungen.

        „Ihr These vom Matthäus-Effekt beruht darauf, dass Sie glauben, mit UMVERTEILUNG die Probleme des Spätkapitalismus lösen zu können.“

        Umverteilung ist eine notwendige Bedingung, hinreichend kommen viele weitere Aspekte hinzu. Dazu zählt unter anderem auch ein zentralbankfinanziertes niedriges Bürgergeld; also Fiat-Geld; aka monetäre Staatsfinanzierung/Bürgerfinanzierung.

        Wie sieht denn Ihre Hitliste aus, um die Probleme des Spätkapitalismus anzugehen?

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Vorab:

        >Umverteilung ist eine notwendige Bedingung,…>

        Die Probleme fiskalischer Art, die man mit Umverteilung lösen kann, könnte man auch ohne Umverteilung lösen.

        Die „Masse“ zur Umverteilung ist nicht so groß und nachhaltig ergiebig wie meist unterstellt wird, vorausgesetzt, man will nicht ZUSÄTZLICHE Probleme schaffen.

        Also generell NEIN, aber:

        Umverteilung ist eine notwendige Bedingung DANN, wenn die Gesellschaft sich spaltet und sie NUR mit Umverteilung zusammengehalten werden dann.

        Das ist bei uns der Fall, wir haben daher Umverteilung.

        Aber es ist (noch) nicht so sehr der Fall, dass die Ampelkoalition der harten Linie der FDP wegen – keine Steuererhöhungen irgendwelche Art, daher insoweit keine weiter Umverteilung – scheitern würde.

        Wenn sie scheitert, dann scheitert sie an anderem.

        >Wie sieht denn Ihre Hitliste aus, um die Probleme des Spätkapitalismus anzugehen?>

        Erst einmal, was die Probleme sind:

        Meiner Einschätzung nach ist es die seit WKII faktisch ununterbrochene, d. h. die durch keine Zerstörung zurückgeworfene Steigerung von Produktion und Produktivität vor allem herkömmlicher Gebrauchsgüter, ohne dass Nachfrage und Beschäftigung sich in gleichem Maß mitentwickelt haben.

        Das ist das wesentliche Merkmal des Spätkapitalismus in den entwickelten Volkswirtschaften.

        Es ist der BASIC Megatrend.

        Darüber verstärkend die Trends wie Globalisierung, Demografie, Digitalisierung und Innovationen, die weniger Sachkapital als human capital bedürfen etc. Alle Trends sind mehr oder weniger zu beeinflussen, aber nicht grundsätzlich ihrer Richtung nach zu ändern.

        Ziel sollte sein:

        Stabilität der Gesellschaft sichern, allerdings nicht mit maximal möglicher Erfüllung von Ansprüchen, sondern tendenziell mehr fordernd, um die Gesellschaft wieder auf Kurs hin zu Freiheit UND Verantwortung zu bringen.

        Denn das ist die Voraussetzung, fähig zu sein, im internationalen Wettbewerb zu bestehen und mit Krisen umzugehen.

        Konkret nach Lage der Dinge:

        Ich würde konsequent die Rentenproblematik angehen, abrücken von der betriebenen Klimapolitik, die zu einer vertieften Spaltung führen wird und aus der EU keinen föderalen Bundesstaat machen wollen.

        Unterm Strich:

        Für mich als Regierung wäre das WOLLEN der Mehrheit die maßgebende Orientierung. Ich würde korrigierend eingreifen, soweit das möglich ist, aber kein Umsteuern erzwingen wollen.

        Es wäre aussichtslos, siehe Regierung Schröder beim Arbeitsmarkt, nur einem Teilaspekt.

        Wenn die Gesellschaft entgegen aller vernünftiger Warnungen auf die Klippen zuläuft, dann sei es so.

        Kurzum:

        Ich habe keine Hitliste, bin kein Fatalist, weil ich noch an einen Rest von Vernunft glaube, mit dem das Schlimmste zu verhindern ist, aber auch keiner, der meint, mit irgendwelchen Maßnahmen – so wichtig sie auch sind, weil sie immer auch Menschen konkret treffen – richtungsweisend irgendetwas bewegen zu können.

        Den Rhein leitet niemand um, noch nicht einmal mit einer Revolution, die sich wirksamster Instrumente bedienen könnte.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Habe mal reingehört.

        Raoul Pal verdient Aufmerksamkeit, weil er das Ökonomische mit dem Politischen auf intelligente Weise verbindet.

        Sein entwicklungsbezogener Ansatz, der punktuelle Ursächlichkeit vermeidet, macht ihn interessant.

        Man kann darüber diskutieren, ob man für einen stringenten Ansatz dafür bis 1900 und dem Konflikt zwischen GB als Kolonialmacht schon im Abstieg und Deutschland als aufsteigende Industrienation zurückgehen muss. Aber WK I und was daraus folgte in ein schlüssiges Narrativ mit Merkmalen wie Inflation und Verschuldung bis zur heutigen Zeit zu bringen, ist schon eine sehr beachtliche Erklärungsleistung.

        Ein paar Dinge würde ich anders setzen und akzentuieren, aber das ist nicht der Punkt.

    • Dr. Lucie Fischer
      Dr. Lucie Fischer sagte:

      Lieber Michael Stöcker,
      Vielen Dank für Ihre Gedanken und Fortbildungs-Links, ich lese Ihre Beiträge immer sehr gerne.
      Allerdings habe ich eine erfahrungsbedingte, tiefe Abneigung gegen Systeme aller Art, besonders, wenn sie geschlossen sind und ” Wahrheiten ” beanspruchen.
      Hier von Jürgen P vertretene Gedanken von komplexen Systemen entsprechen mir am ehesten , es ist ziemlich schwer , ohne Erklärungs-Schubladen anzuerkennen:
      ” Ich weiss, dass ich nichts weiss”.
      Ohne diese Demut hätte ich Arbeit in psychiatrischen Kliniken nicht überlebt, freche
      ( eigene ) Meinungen werden nur geduldet, wenn man Erfolge hat, die andere nicht erwartet hatten. ( z.B. floride ” Psychose mit Halluzinationen ” bei Patientin , erwies sich als Nebenwirkung eines Roche-Antimalariamittels / Lariam ) , solche Sachen. Oder:
      Keine ” hysterische Lähmung”, sondern Tumor im Rückenmark, etc.
      Mein Lieblingsautor N. N. Taleb :
      ” Dummköpfe glauben, Geiz sei mit Geld zu heilen, Sucht mit Drogen, Expertenprobleme mit Experten, das Bankwesen mit Bankern, die Wirtschaft mit Wirtschaftswissenschaftlern und Schulden mit neuen Schulden”.
      ( N.N:Taleb, kleines Handbuch für den Umgang mit Unwissen, S.96 )

      Ich kenne Millionäre, die quälende Gefühle von Leere und Sinnlosigkeit plagen und Bauern hier, die vergnügt mit Freunden in Scheunen alte Traktoren und Oldtimer reparieren . Richtige Künstler!
      Kreativität ist das Zauberwort für ein glückliches Leben, davon bin ich überzeugt.
      Monetärer Narzissmus funktioniert oft nur in jungen Jahren , kurze Zeit :
      https://www.youtube.com/watch?v=DbqcRG-CT30

      Antworten
    • Tom96
      Tom96 sagte:

      @ Dr. Lucie
      Zu Taleb würde ich noch ergänzen,
      “Dummköpfe glauben…” Virologen würden als Ärzte die medizinische Behandlung des Immunsystems bei Erkrankung des Menschen durch Viren machen.
      Der Kittel, den diese im Fernsehen zur Schau stellen, wird fürs Labor angezogen und täuscht die Autorität des Arztes vor – Schein statt Sein / Scheinkorrelationserweckung.

      Antworten
  2. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >Gezwungen wird die Politik zu dieser Vorgehensweise durch die grundgesetzlich verankerte Schuldenbremse. Ökonomisch noch nie sinnvoll, droht sie mehr Schaden anzurichten als zu nutzen. Die Gefahren sind erheblich.>

    Diese Auffassung ist FALSCH.

    Ohne Schuldenbremse würde sich der Staat MEHR verschulden – für KONSUMAUSGABEN, nicht jedoch für Investitionen.

    Das ist ökonomisch NICHT sinnvoll und genau das Drama, das in „Das Märchen vom reichen Land“ aufgezeigt wird.

    Ist doch auch hier wieder erkannt worden mit

    >Einerseits drohen die auf einmal reichlich vorhandenen Mittel bei den Politikern zu einem Effekt à la „Kind im Süßigkeiten-Laden“ zu führen, …>

    Solange dies der Fall ist – und in Demokratien ist er es –, hat die Schuldenbremse eine Berechtigung.

    Es ist die m. A. n. einzige, aber auch eine starke.

    >Andererseits besteht die Gefahr der Fortsetzung auf europäischer Ebene.>

    Diese Gefahr besteht nicht nur, sondern mit der Verschuldungsfazilität der EU wird sie REAL, d. h. die EU wird sich KONTINUIERLICH mehr verschulden, weil sie sonst scheitern würde mit der Nichterfüllung von Ansprüchen (was nicht heißt, dass sie mit Verschuldung nicht scheitern wird).

    Dies ist kein „andererseits“, sondern ein auch von der nationalen deutschen Verschuldung weitgehend UNABHÄNGIGES Verschulden, das durchweg alle EU-Länder politisch billigen werden.

    >Die Politik in Berlin sollte sich in den kommenden Jahren parteiübergreifend besser dazu durchringen, die Schuldenbremse zu reformieren. Eine ordentliche Bilanzierung der Vermögenswerte des Bundes, wie von der Ampel geplant, wäre ein wichtiger Schritt zu einer transparenten Bilanzierung als Grundlage für intelligentere Schuldenregeln.>

    Zustimmung, dringend erforderlich.

    Nur, was hat das mit der Überschrift zu tun?

    >Die Regierung sollte Schulden machen – aber richtig>

    Wenn das heißen soll, dass sie Schulden machen könne mit Blick auf die Schaffung von Vermögenswerten, sich also derart “richtig” verschulden könne, dann ist natürlich schon zu fragen:

    Werden mit der Energiewende tatsächlich Vermögenswerte geschaffen oder wird investiert mit der Prämisse:

    Weil wir des Klimawandels wegen die Energiewende haben MÜSSEN, sind die dafür getätigten Investitionen inkl. diejenigen, die für den ABBAU von produktiven Sachvermögen (AKK, Kohlekraftwerke) erforderlich sind, sozusagen per Definition VERMÖGEN.

    Das kann man so sehen.

    Es bleibt aber abzuwarten, ob die daraus folgenden Lebensbedingungen von der Bevölkerung so aufgenommen werden, dass sie diese Investitionen auch als VERMÖGEN ansieht.

    Zweifel sind angebracht.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      Energiewende: “Es bleibt aber abzuwarten, ob die daraus folgenden Lebensbedingungen von der Bevölkerung so aufgenommen werden, dass sie diese Investitionen auch als VERMÖGEN ansieht. Zweifel sind angebracht.”

      Ach, hat es die mittelalterlichen Päpste interessiert, ob die teuren Kathedralen zur Verherrlichung ihrer Herrschaft (und vielleicht ein bisschen der Gottes) “Vermögen” waren oder nicht? Die Baumeister der Kathedralen haben auch schön daran verdient, deren Vermögenssituation hat sich durch die Projekte doch eindeutig verbessert.

      Man darf nur nicht zu gierig dabei werden, dem Pöbel die Ressourcen zu ihrer Finanzierung abzupressen, sonst gibt es Bauernaufstände oder irgendwann kommen gar freche Mönche und entwickeln eine alternative Heilslehre…

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Vor Ihren mittelalterlichen Kathedralen hatte ich schon an die Pyramiden im alten Ägypten gedacht.

        Ja das waren damals Vermögen (und sind es heute wieder, allerdings nicht für einen Herrscher oder eine Institution, sondern Anziehungspunkte für den Tourismus, dessen Erträge relativ breite gestreut sind).

        Seit damals hat eine Entwicklung stattgefunden, die unter „Säkularisierung“ auch beinhaltet, dass es den Menschen mittlerweile darauf ankommt, wie dick SIE die Butter streichen können:

        Rettung des Klimas, ist ja recht, aber DESHALB bitte NICHT weniger oder teurere Butter auf dem Brot.

        „Ressourcen zur Finanzierung“ werden niemanden abgepresst.

        Die Finanzierung ist kein Problem, Geld lässt sich genügend generieren.

        Die RESSOURCEN werden allerdings mit dem Geld ANDERS verteilt.

        Das ist das Problem, neben anderen, das die Ampelkoalitionäre zu meistern haben.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Waren die Kathedralen und die Pyramiden damals wirklich Vermögen? Einkommen wurde mit ihnen jedenfalls nicht generiert, und einen produktiven Zweck hatten sie auch nicht, es waren repräsentative Monumentalbauten mit sakralem Charakter.

        Wenn Sie nicht gerade Pharao oder Papst oder Kathedralenbaumeister waren, lautete die relevante Frage: Wären die Ägypter oder die verschiedenen Zivilisationen der mittelalterlichen Europäer letztendlich reicher oder ärmer geworden, wenn sie noch viel mehr Pyramiden und Kathedralen gebaut hätten?

        Und was genau ist der Unterschied zwischen einer Pyramide und dem Zubau von nochmal hunderten Gigawattpeak Photovoltaikmodul-Nennleistung, mit dem wir im Sommer ganz viel Strom erzeugen und verschenken können, aber im Winter trotzdem keinen haben – und dann gleichzeitig noch unsere grundlastfähigen Kraftwerke abschaffen, um ein religiöses Bekenntnis zum “Kampf gegen den Klimawandel” abzulegen?

        “Anziehungspunkte für den Tourismus, dessen Erträge relativ breite gestreut sind”

        Ja, schon klar, aber das konnte damals niemand ahnen. Tourismus ist ein Phänomen aus der Neuzeit. Menschen, die zum Spaß um die Welt reisen um sich interessante alte Gebäude anzuschauen, gibt es in wirtschaftlich relevanten Größenordnungen erst seit ungefähr 150 Jahren für die Oberschicht und seit etwa 100 Jahren als Massengeschäft.

        Davon abgesehen sind die geplanten Photovoltaik-Panels und Windkraftanlagen sowieso nicht langlebig genug und viel zu hässlich als dass sie große Touristenströme anlocken könnten.

        “Die Finanzierung ist kein Problem, Geld lässt sich genügend generieren. Die RESSOURCEN werden allerdings mit dem Geld ANDERS verteilt.”

        Ja, das Geld lässt sich drucken. Der glasfaserverstärkte Kunststoff und die Siliziumscheiben und die Arbeitskraft für den Aufbau der Anlagen allerdings nicht, wer hätte das gedacht?

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Waren die Kathedralen und die Pyramiden damals wirklich Vermögen?>

        Aus DAMALIGER Sicht schon, denke ich.

        Die Pyramiden waren das Vermögen des EINEN Pharao, der damit „Ewigkeit“ erlangen konnte.

        Die Kathedralen waren auch Vermögen und bereits für nahezu ALLE, weil sie für die Zuversicht der Gläubigen sorgten bzw. diese bestärkten.

        Wie auch immer, auf jeden Fall waren diese Bauwerke ein immenser Teil des jeweiligen BIP.

        Ganz sicher:

        Sie waren INVESTITIONEN, die Vermögen schufen wie angedeutet.

        Für unsere heutige Sichtweise entscheidend:

        WAS erwarten WIR, die Bevölkerung von Investitionen?

        Das ist m. A. n. der Unterschied zu ehemals, als durchweg alle NICHTS zu erwarten, sondern allenfalls nur etwas zu hoffen hatten.

        Wir haben ERWARTUNGEN, an denen gemessen wird.

        Die Erwartungen sind:

        Tendenziell ein höherer Lebensstandard.

        Wenn es wirklich mal ein paar Tage dunkel werden sollte, war es das mit der Energiewende – jedenfalls so, wie sie jetzt verwirklicht werden soll.

  3. Felix
    Felix sagte:

    Konkret zum Koalitionsvertrag.

    Er enthält eine Maßnahme, die für ich als eine Art “Genickschuss” ansehe.

    Neue Selbständige müssen zukünftig in die gesetzliche Rente einbezahlen. Zusammen mit der KV sind dann also bald jeden Monat etwa 40% weg. Das funktioniert schon deswegen nicht, weil die wenigstens Selbständigen so stabile Einnahmen haben. Man hat schon zu Zeiten der alten Republik den Leuten gesagt, dass sie mit 10 Jahren “schuften und sparen” rechnen sollen.

    Es gibt zwar eine “Opt-out”-Möglichkeit, aber die Rentenalternative muss dann insolvenz- und pfändungssicher sein, was ein gesundes Aktiendepot oder eine andere sinnvolle Maßnahme natürlich nicht sein kann. Damit bleiben nur Rentenversicherungsverträge möglich, die ihrerseits aufgrund der Regulatorik in Staatsanleihen mit stark negativen Realzinsen investieren müßten.

    Ich wage eine Prognose: Wer sich unter solchen Rahmenbedingungen selbständig macht, wird es nicht schaffen. Wer es schaffen könnte, wird es erst gar nicht versuchen.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Felix

      Haben Sie schon gelesen, was im Koalitionsvertrag zum “Bürgergeld” steht?

      “Anstelle der bisherigen Grundsicherung (Hartz IV) werden wir ein Bürgergeld einführen. Das Bürgergeld soll die Würde des und der Einzelnen achten, zur gesellschaftlichen Teilhabe befähigen sowie digital und unkompliziert zugänglich sein.

      Wir gewähren in den ersten beiden Jahren des Bürgergeldbezuges die Leistung ohne Anrechnung des Vermögens und anerkennen die Angemessenheit der Wohnung. Wir werden das Schonvermögen erhöhen und dessen Überprüfung entbürokratisieren, digitalisieren und pragmatisch vereinfachen.”

      2 Jahre keine Vermögensprüfung, und die Wohnung darf offenbar auch beliebig groß sein, so einfach war Hartzen noch nie. Wenn ich meine Dividendenaktien alle aus dem Portfolio rausschmeißen würde und keine Lust mehr zu Arbeiten hätte, wäre ich auch 2 Jahre anspruchsberechtigt und müsste dafür nicht einmal meine Unternehmensanteile verkaufen. Allerdings könnte ich mir vor dem Hartz-4-Antrag, also dem “Bürgergeld”-Antrag, eine hübsche große Eigentumswohnung mieten oder gar kaufen damit das hartz.. also “bürgern” in einem besonders schönen Ambiente stattfindet.

      Wer ist denn noch so blöd und macht sich bei solchen Rahmenbedingungen in Deutschland selbstständig? Und wieso begreift die FDP nicht, welchen Schwachsinn sie da als Regierungspartei verzapft?

      Antworten
      • Gnomae
        Gnomae sagte:

        @ Richard Ott

        “Wer ist denn noch so blöd und macht sich bei solchen Rahmenbedingungen in Deutschland selbstständig? Und wieso begreift die FDP nicht, welchen Schwachsinn sie da als Regierungspartei verzapft?”

        Selbständig alleine aus Risikogesichtspunkten ist nur tragfähig, wenn ein Partner gesichert voll verdient und Miete und Lebensunterhalt gesichert sind. Alles andere wäre sinnlos, weil die Verluste nicht beliebig vor- und Rückgetragen werden können, der Selbständige also ziemlich blöd dasteht, wenn er hohe Gewinne versteuern muss, aber in Verlustjahren das volle Risiko trägt, zumal die hohen Steuersätze auf Gewinne das Risiko nicht lohnen.

        Die FDP versteht sich als Regierungspartei, egal ob mit SPD oder CDU/CSU, also eine reine Mehrheitsbeschafferin.

        Hartz IV verträgt sich nicht mit dem Begriff “Einwanderungsland”. Jemand der Steuern bezahlt und lange gearbeitet hat, aber nicht genug bis zur Rente, sollte so lange Arbeitslosengeld erhalten, bis zur Rente. Hartz IV war eine Konstruktion für die Großindustrie, egal wie sie es benennen. Einwanderung von jungen Leuten im unteren Lohnbereich schneidet auf alle Fälle den Arbeitsmarkt für ältere Arbeitnehmer ab.

        Es wäre ein Quantensprung zur sozialen Sicherung gewesen, wenn Kündigungen ab 55 Jahren nicht mehr möglich wären.

      • Felix
        Felix sagte:

        @ Herr Ott

        Ich kann Ihre Frage nicht beantworten. Aber das Bürgergeld finde ich derzeit ganz gut, weil es denen helfen kann, die nun durch eine Impflicht aus dem Leben ausgeschlossen werden. Ich denke das Ziel ist hier schon erkennbar, möglichst viele an die Spritze zu kriegen. Ansonsten ist die unsachliche und einseitige Propaganda doch sinnlos. Zumal man erhebliche Schäden in der Bevölkerung in Kauf nimmt. (Ich unterstelle, dass hat hier inzwischen jeder mitbekommen.) Zugleich glaube ich, dass die Mehrzahl derjenigen, die sich noch nicht geschlumpft haben, dies auch nicht als Option betrachtet und eher auswandert oder in den Untergrund geht oder irgendwie kreativ wird.
        Da ist Bürgergeld eine gute Starthilfe, damit die Menschen sich mal um sich selbst kümmern können.

    • Horst
      Horst sagte:

      “Aber das Bürgergeld finde ich derzeit ganz gut, weil es denen helfen kann, die nun durch eine Impflicht aus dem Leben ausgeschlossen werden.”

      In Anbetracht der derzeitigen Blüten der öffentlichen Debattenkultur (Ausschluss vom Zugang zur Gesundheitsversorgung von nicht geimpften Menschen in Triage-Situationen) halte ich es für nicht ganz ausgeschlossen, das Bürgergeld der Zukunft an den Impfstatus zu koppeln.

      Antworten
      • Felix
        Felix sagte:

        @Horst

        Das ist vollkommen logisch. Solche Optionen sind immer nur zeitweise verfügbar. Aber sie sind eine Chance, für ein paar wenige, die in Wallung kommen.

      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Horst
        “halte ich es für nicht ganz ausgeschlossen, das Bürgergeld der Zukunft an den Impfstatus zu koppeln”
        Halte ich sogar für sehr wahrscheinlich, und vielleicht gibt´s Bratwürste gratis zum Boostern dazu ?

        Wenn Untertanen gezwungen werden, quartalsweise staatlich befohlene Injektionen verpasst zu kommen, sind sie dann noch autonome Besitzer ihrer Körper?
        War es nicht wesentlich für Sklavengesellschaften, dass Arbeitskraft, Reproduktion und der Körper insgesamt Eigentum der Skalvenhalter waren?

        ” Wir müssen dieses Land RUNTER fahren”,
        Annalena Baerbock heute, 18:05 NTV, wörtlich.

        Laut Herrn Hollitscheck berät Generalmajor Breuer die Gesundheitsministerkonferenz
        ” schon länger” ( auch NTV, 17:05 ) .
        ( Täter verraten sich immer durch harmlos erscheinende Aussagen.)

        Wer Gewalt und Zwang überleben möchte, sollte biblische Notvorräte haben für 7 Jahre oder 7 Monate, je nach dem:
        1. Mose, 41

      • Felix
        Felix sagte:

        @ Doc Fischer 19:28

        Sklaverei ist nicht so einfach. Zunächst mal sind Sklaven ein extrem wertvoller Besitz. Um den Wert zu erhalten, müssen sie gut behandelt werden. Besser sogar als freie Menschen, denn Sklaven fehlt ja die typische Motivation/Illusion der Freien.

        Desweiteren sind Sklaven in einer Sklavenhaltergesellschaft in einer starken Überzahl. Man muss als Sklavenhalter daher eine stabile Situation herstellen, die den Sklaven selbst als attraktiv erscheint, jedenfalls überwiegend. Deswegen haben Sklavenhaltergesellschaften auch Sklavenhalter bestraft, die ihre Sklaven misshandelt haben – sie stellen eine Gefahr für alle dar.
        Ferner müssen die Sklaven mit ihren Tätigkeiten mehr einbringen als kosten. Das ist in der modernen Welt für mindestens 80% unmöglich – sie sind Kostgänger der Begabteren. Tradition und Sitte halten jetzt für diese 80% den Brotkorb gefüllt. In einer neu konstituierten Sklavengesellschaft wären sie nur Ballast.

        So leid es mir tut, aber wenn ich das in einen Zusammenhang mit der Schlumpfung bringen müßte, käme ich zu der These, dass die Bevölkerung reduziert werden soll.

  4. Felix
    Felix sagte:

    Die Diskussion von Herrn Dr. Stelter ist die von vor (mindestens) 10 Jahren. Wir würden dann jetzt mit höherer (aber letztlich bedeutungsloser) Verschuldung in diese Phase unserer Zeitgeschichte gehen. Dafür hätten wir aber mehr, besseres und stabileres Personal im ÖD und eine bessere Infrastruktur und ein paar Millionen brauchbarer Mitbürger wären noch in Deutschland, statt “anderswo”.

    Egal, ob man denkt, dass ein Zusammenbruch unvermeidlich ist, oder nicht, das hätte geholfen, sowohl beim Verhindern eines Zusammenbruchs, als auch bei einem Neuaufbau.

    Ich glaube, jetzt ist es einfach zu spät dafür. Die Leistungsträger fliehen regelrecht. Die geplanten Gesetze machen neue Selbständigkeiten in Deutschland nahezu unmöglich, auf jeden Fall aber völlig unattraktiv.

    Trotzdem bin ich für massive Schuldenaufnahme. Nur sollte das Geld nun in die konkrete Vorsorge investiert werden: Schwarzstartfähige Kraftwerke. Lagereinrichtungen für technisches Gerät aller Art. Fahrzeuge und Gerätschaften für THW und Feuerwehr. Lebensmittelvorräte. Dieselvorräte etc..

    Wünschen würde ich mir auch, das ist natürlich vollkommen unrealistisch, dass der Gesetzgeber den Weg zur Selbsthilfe frei macht. Wenn wir in eine gesetzlose Phase kämen (was man ja nie ganz ausschließen sollte) wäre der gesetzestreue Teil der Bevölkerung vollkommen wehrlos. Verhältnisse, die wir in den letzten Jahren anderorts schon besichtigen durften (Stichwort: Kenosha), würden bei uns zu einem unvorstellbaren Blutbad führen, weil sich kaum jemand selbst schützen kann und niemand helfen kann.

    Antworten
    • TvZH
      TvZH sagte:

      Gut gedacht,
      aber das ist mit dem Waffenrecht des grossen Kantons/EU unvereinbar – was dazu führen würde dass man das relativieren müsste – es wäre undenkbar dann noch “durchregieren” zu wollen. Daher haben ja (seit 1938 NSDAP und seit 1935 KPCh) die strengste Waffengesetzgebung der Welt implementiert und durchgezogen. Theoretisch müsste der illegale Waffenbesitz zur Standardstraftat im grossen Kanton werden.
      Für die daran denken, laut Major von Dach ist die Munitionsbeschaffung die Achillesferse. Ob das wohl der Grund ist, warum die Munitionspreise in America in den letzten Jahren sich verzehnfacht haben?
      Für die “Prepper”: Schwarzpulverwaffen sind zumindest auf kurze Distanz (Selbstverteidigungsdistanz 1.5-15 Meter) nicht viel weniger tödlich als moderne Assault Rifles und oft genug als Sportgeräte erfasst und fallen somit durchs Raster der Waffengesetzgebung.

      Antworten
  5. Gnomae
    Gnomae sagte:

    “Die Ampel-Koalitionäre beabsichtigen „eine Weiterentwicklung der fiskalpolitischen Regeln“ im Euroraum für „nachhaltige und klimafreundliche Investitionen“. ”

    Der “Euroraum” ist an einer strikten Zweckbindung der Investitionen nicht interessiert. Fiskalpolitisch wird dann eben getrickst, Belastungen der Bevölkerung reduziert, Subventionen eingeführt, Steuerbefreiungen erteilt, etc. Dies alles erhöht die Verschuldensquote im Euroraum, ist aber keine Investition im wirtschaftlichen Sinn, sondern reine Umverteilung.

    Ein neuer Ansatz in Deutschland wäre begrüßenswert. Staatsunternehmen sollten sich privat finanzieren können über Anleihen, deren Zinsen steuerbefreit sind. Dies wäre ein Ansatz, privates Kapital zu generieren.

    So weit ich den Koalitionsvertrag überblicke, ist von Steuersenkungen nicht die Rede, innovativ ist er jedenfalls nicht.
    Es setzt sich fort, was in der Vergangenheit üblich war. Die Aussagen der Politiker haben eine Halbwertszeit von ca. 2 Wochen.
    Außerdem die Statistik:
    Warum sollen plötzlich Projekte funktionieren, die 16 Jahre vorher nicht funktioniert haben?

    Ein echter innovativer Ansatz wäre gewesen, Verschuldung strikt an industrielle Investitionen zu binden, also vollkommen weg von der Umverteilung auf sozialer Ebene. Industrielle Investitionen schaffen Arbeitsplätze.

    Antworten
    • Felix
      Felix sagte:

      @ Gnomae

      Ich kann mich Ihnen auf eine Art anschließen. Sie können natürlich aus meinen Kommentar ersehen, dass ich denke, das wir den Zeitraum für derartige Überlegungen hinter uns gelassen haben und jetzt die Zeit für “robustere” Planungen ist.

      Antworten
  6. foxxly
    foxxly sagte:

    ……. alleine die erhaltung des statusquo; – also ohne einer zusätzlichen verschuldung, – erhöht, bzw bedingt eine weitere verschulung, wegen den zinslasten vergangener kredite. ( die nullzinslage und profit durch minuszinsen ist nicht exemplarisch)
    dies ist systemisch garnicht anders möglich, bedingt durch unser schuldgeldsystem.

    auch gute schulden, also investive verschuldung, ändert grundsätzlich nichts an diesen systemischen nachtteilen bzw. folgen.
    das entscheidende problem dabei ist, dass es systemisch niemals gelingt in der gesamrheit (nicht partiell!), aus der verschuldung herauszuwachsen.
    lösung: suche aus dieser systematik auszubrechen.

    Antworten
    • Felix
      Felix sagte:

      @ foxxly

      Sie haben ja praktisch Recht, auch wenn es theoretisch funktionieren würde, wenn jede neue Schuldenaufnahmen ein erfolgreiches Investment werden würde, und/oder wenn jedes nicht erfolgreiche Investment gnadenlos behandelt werden würde.

      Aber ich glaube, dass die platte Version der Wachstumskritik in der Regel aus der kommunistischen oder öko-stalinistischen Ecke kommt und das Problem gar nicht durchdenket. Diesen Leuten geht es darum, selbst nichts leisten zu müssen oder ihren bisherigen Erfolg leistungslos abzusichern.

      Was mE die richtige Forderung aus IHRER Sicht wäre: ein Goldgedecktes System, bei dem Investitionen aus zuvor erfolgten Ersparnissen getätigt werden müssen. Das wird aber auch daran scheitern, dass die Entscheider irgendwann die Golddeckung wieder aufheben, wenn sie sich in neue Problem hineingewirtschaftet haben.

      Betrachtet man die Geschichte, kann man eigentlich nur auf eine positive Science Fiction – Lösung hoffen.

      Antworten
      • Gnomae
        Gnomae sagte:

        @ Felix

        “Was mE die richtige Forderung aus IHRER Sicht wäre: ein Goldgedecktes System, bei dem Investitionen aus zuvor erfolgten Ersparnissen getätigt werden müssen. Das wird aber auch daran scheitern, dass die Entscheider irgendwann die Golddeckung wieder aufheben, wenn sie sich in neue Problem hineingewirtschaftet haben.”

        Ich teile Ihre Schlussfolgerung. Die Golddeckung ist ideal, hat aber keinen Bestand, wenn so viele Banknoten ausgegeben werden, dass die Deckung nicht mehr funktioniert.
        Die Beobachtung ist sehr alt, historisch ist die Geldgeschichte geprägt von Verwässerung und Verschlechterung der Währungen.

        In zyklischen Systemen wird es immer Wachstum und Sättigung geben, mit entsprechenden negativen Folgen.

      • foxxly
        foxxly sagte:

        @ felix 10:49
        >>Aber ich glaube, dass die platte Version der Wachstumskritik in der Regel aus der kommunistischen oder öko-stalinistischen Ecke kommt und das Problem gar nicht durchdenket. Diesen Leuten geht es darum, selbst nichts leisten zu müssen oder ihren bisherigen Erfolg leistungslos abzusichern.<<

        NEIN, bei realer einschätzung/bewertung hat meine wachstumskritik nichts mit sozialismus usw. zu tun!

        wachstumszwang hat in aller erster linie mit dem schuldgelsystem zu tun,
        aber auch nachfolgend mit den weiteren rahmenbedingungen der politik.
        diese kann nur die geschwindigkeit des wachstumszwanges variieren.

    • Felix
      Felix sagte:

      @foxxly 10.49

      Der Vorwurf war nicht an Sie adressiert. ich habe inzwischen verstanden, dass Sie das Grundproblem beim Schuldgeld verstanden haben.
      Im Gegensatz zu Ihnen sehe ich es dagegen aber nicht als theoretisch unmöglich an, sondern sehe es nur als lebenspraktisch unmöglich an, dass es “gut gehen kann”.

      Allerdings hört das Argument mit dem “unmöglichen Wachstum” doch von jede Menge hirnlosen, die das nur nachplappern. Und die, die es instrumentalisieren, um die Massen zu beeinflussen, sind eben die Kommis. Genauso wie die “Kapitalisten” das Argument immer “weglächeln” und zu den Schuldnern sagen, “strengt euch an” und dazu denken, “damit meine Kohle reinkommt”.

      Antworten
  7. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    bto: “So problematisch das Vorgehen unter Transparenzgesichtspunkten ist, so richtig ist der Weg, die Ausgaben über höhere Schulden zu finanzieren. Deutschland ist selbst nach Corona im internationalen Vergleich gering verschuldet, kann sich zu deutlich negativen Realzinsen finanzieren und teilt die Währung mit Staaten, die trotz weit höherer Verschuldung keinerlei Anstalten machen, die Neuverschuldung zu begrenzen. Wer in diesem Umfeld auf Sparen setzt, ist der Dumme.”

    Meine Schlussfolgerung daraus: Wer in diesem Umfeld weiter langfristig auf den Fortbestand des Euros setzt, muss vollkommen wahnsinnig sein.

    Antworten
    • Felix
      Felix sagte:

      @ Herr Ott

      Kennen Sie denn jemanden, der den Euro als zuverlässiges Geld betrachtet? Ich meine jemand mit 1G (also ein Gehirn)? Dass die breite Masse desinteressiert hinnimmt, was mit ihnen angestellt wird, ist ja leider normal.

      Also ich bin mit Schulden ab Euro-Einführung gut gefahren und habe jedes alles glatt gestellt. Ich möchte möglichst wenig Komplikationen haben, wenn wir alle gemeinsam in die finale Phase des Wahnsinn gehen (oder sollte ich sagen, “zur Hölle fahren?”).

      Antworten
      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Felix
        “1G “( Ihre Erfindung! ) gefällt mir, weiter frage ich:
        Wie wurde im in der Geschichte/ z.B. Mittelalter/ mit Schulden umgegangen?
        Hat der Debitismus dazu etwas zu sagen, ich finde keine Quelle zum Gläubiger-Schuldner-Problem?

      • Felix
        Felix sagte:

        @ Doc Fischer

        Zuviel der Ehre: 1G war Forderung von DIE PARTEI im Wahlkampf. Auf “Gehirn” zu setzen, wäre allerdings immer noch neu ;-).

        Schulden in der Geschichte. Da haben Sie aber ein dickes Brett hervorgeholt. Grundsätzlich: private Schulden wurden eingetrieben. Zur Not mit Blut, denn von denen, die nicht zahlen, kann niemand leben.
        Staatliche Schulden gehen mit staatlicher Macht einher. Manch einer ließ sich dann z.B. adeln, statt frech die Rückzahlung zu verlangen. Adam Smith, 1776: “Staatsschulden werden nicht zurückgezahlt” (verkürzt, aber darauf läuft es hinaus.).

        Im Grunde kann man sagen, dass man dem Staat (egal welchem) nur Geld leiht, wenn man in einer Position ist, dass man daraus irgendwelche Vorteile für sich gewinnen kann (Fugger und Rothschilds können das). Alle anderen verlieren mindestens real (in guten Zeiten) und total (in Krisenzeiten), sind also als Ignoranten bezeichnet nicht beleidigt, sondern höflich beschrieben.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Felix

        “Kennen Sie denn jemanden, der den Euro als zuverlässiges Geld betrachtet? ”

        Ich wollte sofort die ARD- und ZDF-guckenden (und dann auch CDU- und SPD-wählenden) Rentner erwähnen, aber dann kamen Sie ja schon wieder mit Ihrer 1-G-Regel… ;)

        @Doc Fischer

        “Wie wurde im in der Geschichte/ z.B. Mittelalter/ mit Schulden umgegangen?”

        Viel strenger als heute.

        Im Mittelalter konnte ein Gläubiger einen Schuldner in besondere Gefängnisse stecken lassen (in Deutschland meistens bekannt als “Schuldtürme”), um den Schuldner zur Zahlung zu motivieren.

        http://mittelaltergazette.de/9077/wissenswertes/schuldturm/

        Und das war schon ein Fortschritt, vor der Einfühung der öffentlichen Schuldhaft wurden Schuldner einfach versklavt. Das waren beides sehr effektive Methoden, um die Gesamtverschuldung in der Wirtschaft niedrig zu halten. ;)

        Wissen Sie übrigens, was man beim Aufkommen des Bankwesens im späten Mittelalter mit Geldwechslern gemacht hatte, die pleite gingen? In Florenz hat die “Marktaufsicht” ihnen dann den Tisch, an dem sie arbeiteten, zu Kleinholz zerschlagen. Dieser “zerschlagene Tisch” hieß auf italienisch “banca rotta”, da kommt der “Bankrott” her.

        “Rettungspakete” kamen erst viel später in Mode…

      • Felix
        Felix sagte:

        @ Herr Ott

        Danke für die schönen Hinweise. Schuldknechtschaft und Sklaverei kann man gar nicht hoch genug einschätzen. Bevor es “Energie” gab, brauchte man ja auch ständig und für alles Sklaven.

        ABER: möchten Sie einen von diesen typischen planlosen Vögeln die heute in Massen herumlaufen, als Sklaven haben?!? Immerhin wären Sie dann auch für diesen Menschen verantwortlich. Ich sage Danke, aber “nein Danke”.

      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ Felix
        Die Sklavenregeln des Alten Testaments sind aktueller denn je.
        Wer diese nicht mehr parat hält bleibt klar im Nachteil.

      • Felix
        Felix sagte:

        @ Tom96

        Hm. Ich habe schon den Eindruck, dass so etwas wie ein modernes Feudalsystem entsteht, aber ohne Sklaven. Sklaven haben einfach zu viele Rechte. Es gibt da eine störende ethische Mindestverpflichtung, die einfach nicht wirtschaftlich umzusetzen ist.

        Ich denke eher, dass es eine Art 3-Klassen-Gesellschaft geben könnte. Ganz oben eine regionale Feudalmacht, die sich z.B. aus einer maßgeblichen und sehr reichen Familie heraus gründet. Darunter ein paar Dienstboten aller Art (dazu gehören dann auch Wissenschaftler oder Politiker, je nach Stil der Familie) und darunter die Millionen in dem jeweiligen “Distrikt”, die man mit leicht variierenden Steuerungsmodellen behandelt. Deren Hauptaufgabe ich es, nicht allzu sehr zu stören und ab und zu geeigneten Nachschub für die Dienstbotenklasse zu zeugen.

        Es kann natürlich auch sein, dass es vorher zur Revolution kommt.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @ Dr. Lucie Fischer

        “Hat der Debitismus dazu etwas zu sagen, …” Think Big!

        Es gilt, die Währungsreform von 1948 debitisch als Erklärung und Vorbild für die EU-Finanzpolitik zu verstehen.

        Die Grundlage der in der Westzone erlassenen Währungsgesetze waren der amerikanische ‘Colm-Dodge-Goldsmith-Plan’ von 1946, der in dem Konklave von Rothwesten unter strenger Geheimhaltung ohne wesentliche Veränderung durch die deutschen Teilnehmer durchgesetzt wurde.

        Er beinhaltete die anglo-amerikanische Auffassung, dass die Essenz der Kapitalismus nur von der Verschuldung und dem Kredit her zu denken ist und dass alles ökonomische Handeln aus diesem Verständnis heraus zu folgen hat. Sie formulierten unter dem Vorsitz von Edward Adam Tenenbaum in deutscher Sprache die nötigen Gesetze und Verordnungen für die Einführung des neuen Geldes, dessen Name ‘Deutsche Mark’ auf Tenenbaum zurückgeht.

        Die Währungsreform führt zu einem Geldsystem, das immer auf Krediten aufgebaut ist (und diese wiederum auf Krediten, usw. usf.) bis man nach einer eventuellen theoretischen Rückabwicklung auf die Erstaustattung zurückkommt – eben die AGlF (= Ausgleichsforderung). Für die Kreditinstitute sind die notenbankfähigen Sicherheiten die Grundlage der Kredite für den Erhalt des Geldes durch die Zentralbanken. Zu Beginn der BdL gilt: AGlF gegen den Staat (aktiv), ‘Kopfgeld’ für die Bevölkerung (passiv). Die Bundesrepublik ist von Beginn an Gläubiger und Schuldner in einer Entität! Die AGlF ist im Wesentlichen der Kern, um den herum sich die deutsche lokale ‘Kreditpyramide’ (= das ‘Wirtschaftswunder’) aufgebaut hat. Ohne die einprozentige Verzinsung des ‘Kopfgeldes’ hätte es aus debitistischen Gründen nach der Währungsreform keine Preise, deren Freigabe gegen viele Widerstände Ludwig Erhards spezielles Anliegen war, gegeben.

        Das ‘Goldene Zeitalter des Kapitalismus’ im 3. Viertel des letzten Jahrhunderts wurde in Westdeutschland und Österreich ‘Wirtschaftswunder’, in Frankreich ‘Trente Glorieuses’, in Spanien ‘Milagro español ‘und in Italien ‘Miracolo economico italiano’ genannt. Die Wunder lassen sich mithilfe der Gesetze des debitistischen Codes entschlüsseln.

        Das ist Paul C. Martins jetzt mehr als 20 Jahre zurückliegende Erkenntnis vom 11.06.2001:

        “Bei einem lupenreinen Kreditgeldsystem (also ohne jemals eine ‘Ware’ als Basis zu haben) kann ich die betreffenden Forderungen nicht nur zedieren (bei Banknoten = sog. ‘Geldumlauf’), sondern ihrerseits immer neu beleihen, und dies im Rahmen ihrer Fristigkeit. So entstehen die bekannten ‘Kreditpyramiden’, die zutreffend bezeichnet sind.”

        Dieser historische Ablauf zeigt deutlich, dass Geld aus einem Machtakt mithilfe der bevollmächtigten Notenbank entsteht und nicht per Kredit. Die Kreditforderung, die an der Basis der Ökonomie gegen Pfänder entsteht, stellt gleichzeitig die Basis der notenbankfähigen Sicherheiten dar. Sie ist wie die übrigen zentralbankfähigen Sicherheiten das Mittel der Kreditinstitute für den Erhalt des Geldes von den Zentralbanken. Geld ist also ein Derivat der Macht!

        Es gibt Beratungsgesellschaften, die den Zentralbanken auf der Grundlage ihres umfangreichen debitistischen Wissens nahelegen, ausschließlich in Schulden mit Finanzierungs- und Refinanzierungszeiträumen und Kapitaldiensten und wegen des ‘Vorher-Nachher-Problems’ in Weiterverschuldung und in Erweiterung der Haftungsräume zu denken und zu handeln. Sie wollen eine debitistisch neue globale Kreditpyramide konstruieren, die sich um die alten lokalen Kreditpyramiden herum, die ihre guten Dienste geleistet haben, aufbauen zwecks Gewinnung von Zeit für Wirtschafts- und Wohlstandswachstum.

        Der Globalismus auf der Grundlage des Debitismus ist damit das unvermeidliche Endergebnis.
        Die EU-weite Versuch der Dekarbonisierung der Wirtschaft zwecks Umwelt- und Naturschutzes, die zunehmende widerstandslose Abschottung der EU – Polen z. B. baut dank Lukaschenko einen Zaun – nach Osten und Corona sind der perfekte Legitimationsglaube, um das die EU zunehmend überzustülpende Kreditgeldsystem erfolgreich in die Zukunft zu tragen. Der Untergang der auf Karbon, Öl und Gas gestützten Ökonomie sollte gefeiert werden, um nach den gegenwärtigen weltweiten Verwerfungen in neue gesellschaftliche Harmonien einzutreten.

        Das System, das letztendlich unabhängig von konkreten Akteuren ist, gewinnt seine Logik und Dynamik aus dem Wachstum der Kreditpyramiden selbst. Die auftretenden Kredit- und Geldsummen wachsen wegen des ‘Vorher-Nachher-Problems’ zur Überschuldung, sodass die Machtzessionen und damit der Machtkreislaufes des Geldes zurückgenommen werden: Die Zahl der von Inhabern auf der Grundlage von Eigentum geführten Unternehmen in der Landwirtschaft, im Handel und in der mittelständischen Industrie usw. ist aus debitistischen Gründen rückläufig.

        Bundeswehr-General Carsten Breuer soll den Corona-Krisenstab leiten. Die Demokratien verlassen den Wartestand …

      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @Johann Schwarting, 13:20
        Vielen Dank für Ihre ausführlichen Erläuterungen, daran muss ich arbeiten .
        Sie eröffnen neue Horizonte für mich als laienhafte Anfängerin!
        NB: Auf meinem derzeitigen Lieblings-TV-Sender Aljazeera ( beim Gemüseputzen ) werden derzeit in Endlosschleife die Umwelt-toxischen Auswirkungen von Kobaltabbau im Kongo auf Kinder ( Organdefekte bei Neugeborenen, hohe Abortrate ) Gartenböden ( ungeniessbare Ernte) und Wasserqualität gezeigt ( Fisch-Sterben) . Kongo-Kobald offenbar Hauptquelle für Teslas E-Batterie-Produktion, ich vermute, dass grüne E-Mobilität-Hype bald verschwinden wird,
        Was dann?

      • Felix
        Felix sagte:

        @ Doc Fischer & J. Schwarting

        Think big! (Brian Tracy) finde ich immer sinnvoll. Aber ich vermisse zwei wesentliche Faktoren in Ihrer Analyse: 1. Die Tatsache, dass die D-Mark in Dollar umtauschbar und dadurch in Gold gedeckt war, und 2. die Aufbruchssituation nach dem Krieg. Die Menschen vertrauten auf das neue Geld. Wäre das jetzt auch wieder der Fall, wenn die gleichen Politiker mit einer Reform um die Ecke kämen? Ich glaube nicht. Staatsmacht ist offensichtlich keine hinreichende Bedingung, sonst gäbe es keine Hyperinflation in Venezuela.

        Was den General angeht: um die Qualität seiner Ausbildung muss man sich keine Sorgen machen. Persönlich kenne ich ihn nicht, aber für die Truppengattung der er entstammt werden normalerweise mittelintelligente Offiziere eingestellt. Der man ist als Werkzeug gedacht.

        Zum “Kobold”: Warum sollten Tatsachen irgendeinen Einfluss auf die breite öffentliche Meinung haben?

      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ Herr Johannes Schwarting
        Eine Kreditsystemyramide als Kaskadenfortführungsmodell unter Wachstum und Wohlstand für 8 Milliarden Menschen ernsthaft zur Rechtfertigung Gewalt- und Machtausübung gegen eben diese Menschen zu verwenden, widerspricht diametral einer Kommerz- und Seehandelsgesellschaft seit Implementierung durch die Venezianische Flotte von Doge und Kirchenfürsten und ist auf Globalebene längst erschöpft, was durch “Die Grenzen des Wachstums” Meadows, Zahn, Milling bereits 1971 samt den verpflochtenen Publikationen dokumentiert wurde für die Öffentlichkeit.
        In der Beilage des Reprint von 1991 von Erich Zahn wird Heinz riesenhuber zitiert:
        “Es geht darum, daß wir in einer verletzlichen Welt überleben, daß wir gemeinsam überleben.”

        Stellen Sie doch einmal ganz praktisch den täglichen Mechanismus in der B.R.D. GmbH für die diese Beschreibung dar :

        “Ohne die einprozentige Verzinsung des ‘Kopfgeldes’ hätte es aus debitistischen Gründen nach der Währungsreform keine Preise, deren Freigabe gegen viele Widerstände Ludwig Erhards spezielles Anliegen war, gegeben. ”
        Welche Konten und Buchhalter?

        Der Point der Refinanzierung ist derart überschritten, daß #Gerichte und Zentralbanken nur noch Namenshüllen ohne jegliche Ernst- und Sinnhaftigkeiten für reale Wirtschafststeilnehmer im Eigenrisiko repräsentieren – Schweigen sowie Abkürzungsfimmel für nicht mehr erwirtschaftbare Wertlosigkeiten.
        Die Schimäre einer inneren Kraft zur Zwangsdebitismusmaschienerie ist an der Ehrlichkeit und Nachvollziehbarkeit zu untersuchen. Macht und Gewalt sind der Natur und Bildung des Lebewesens Mensch nur anerzogen für andere Zwecke.
        Eine Restarmee in Verpflichtung auf obiges im Innern einer Gesellschaft zeigt das Ende die Handlungstraumata.
        Eine andere überraschende Volte ist, daß das Militär die “Regierung”/Geschäftsführung unter Kuratel nimmt, was im Besatzungsstaus relativ nüchtern erfolgte, immerhin verweilen ca. 65.000 US Soldaten in der Zone.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @ Tom96

        “Eine Kreditsystempyramide als … verletzlichen Welt überleben, daß wir gemeinsam überleben.””

        Ich kann die Entwicklung der Abgaben, die seit der neolithischsten Revolution in zivilisatorischen Zwangssysteme erhoben werden, nicht in wenigen Sätzen beschreiben – bis zu der heutigen Situation, in der das Bewusstsein und die Erkenntnis soweit sind, dass aus debitistischer Logik der Geldschein eine ‘Quittung für nie zu zahlende Steuern’ (Wo ist die Schatzkammer?) ist, und dass die ‘Besicherung eines Kredites zum Kauf einer Staatanleihe diejenige Staatanleihe ist, die noch gekauft werden muss’.

        “Stellen Sie … Buchhalter?”

        Es gilt zu verstehen, dass die zwangsweise erhobenen und auch geleisteten Abgaben der ‘Driver’ der Ökonomie und des Systems sind, was Paul C. Martin in seinem Buch ‘Der Kapitalismus’ (1986) noch übersehen hatte. Im August 2004 gewinnt er in Zusammenarbeit mit seinen Mitdiskutanten zunehmend Gewissheit:

        “Dennoch möchte ich versuchen, meine Hypothese, wonach Machtausübung (aktuelle oder potenzielle) die entscheidende Rolle für die Entwicklung, in der wir bis heute stecken, der ‘Driver’ gewesen ist anhand einiger zusätzlicher Beobachtungen untermauern.” … “Zur biblischen (bronzezeitlichen) Stadt als Macht-Konglomerat sei diese Stelle nachgetragen (1 Könige 10, 26):
        “Und Salomo brachte Wagen und Gespanne zusammen, so dass er 1400 Wagen und 12 000 Gespanne hatte, und er legte sie in die Wagenstädte und zum König nach Jerusalem” … “Dass es sich dabei nicht um Ausrüstungen für Händler oder Handelskarawanen gehandelt hat, versteht sich von selbst. Gewaltige ‘Investitionen’, die kaum ohne massiven Abgabendruck hätten bewältigt werden können!”

        Im September 2006 war die Sache schon klarer:

        “Kein Versprechen, sondern ein Mittel, um die Abgabe zu tilgen. Dass DAMIT die Abgabe getilgt werden kann, wiederum ist eine ‘Ansage’ der HERRschaft, die jederzeit von ihr geändert werden kann. In der Goldenen Bulle (Karl IV., 1356; quasi ‘Grundgesetz’ des alten Reiches) sind die Abgaben auf ‘marca’ (= alte Gewichtsmark = ca. 1/2 Pfund) ‘aureum’ (Gold) festgelegt. Das wurde dann auf Silber umgestellt und damit das herauszukitzeln war, stellten die Silberschuldner (Sub-HERRschaften) ihre bis dahin bestehenden Abgabenforderungen von natura auf Silber um (15. Jh., wie schon erwähnt und das mit den revolutionären Folgen).”

        “Der Point der Refinanzierung …. US-Soldaten in der Zone.”

        Ich denke, dass die drei große Währungszonen USA, China und Europa die Reste der Welt in tributäre Abhängigkeit halten werden. Für diese drei gilt PCMs Erkenntnis, dass es ‘nur einen Staatszweck: Staatsmachterhalt – und fertig‘ gibt und dass ‘das System nicht mit den Elementen des Systems‘ selbst verändern werden kann.

        Überlebenszeit und -fähigkeit der Ordnung können nur aus ‘auf Gewalt’ basierenden Verschuldungs- und Besicherungsfähigkeiten ableitet werden. Die den Bürgern mittels Machtzessionen eingeräumten Rechte (Rechtsstaat, ‘Wohlstand für alle’, usw.) sind Simulationen – sie dissimulieren nur die wahren Hintergründe des aus Gewalt hervorgegangenen und auf Gewalt beruhenden Systems. Sie haben aus debitistischen Gründen keinen dauerhaften Bestand.

        Dieser den Untertanen auferlegte Zwang zur Abgabeneinheit zwecks notwendiger Besicherung der debitistisch nicht tilgbaren Erstverschuldung, die sich aus der Notwendigkeit der Vorfinanzierung der staatlichen Instanzen zwecks Staatsgründung ergibt, diskutiert die Eigentumsökonomik nicht in aller Deutlichkeit. Die H/Ssche EÖ weist der Abgabe nicht die alles entscheidende Bedeutung zu, wie im letzten Teil zu lesen ist. Sie stellt die Ökonomie in einen machtfreien Raum.

        “Es bleibt aber eine Schalmeientheorie (Friede, Freude, Eierkuchen, Freie, Freiwilligkeit, usw.), die den Schuldendruck zwar hereinbittet (aber, bittschön, nur den justiziablen privaten) und völlig klar durchexerziert, aber eben den Schuldendruck ex nihilo (coercive power; dabei Obereigentum der HERRschaft als coercive asset) nicht behandelt, sondern nur die Ergebnisse der obrigkeitlichen Besicherungs- und Erzwingungsmöglichkeiten, von denen der Privatsektor bei dessen staatsinduziertem Wirtschaften ‘profitiert’.”

        Macht und Stadt, verfasst von dottore, 30.08.2004, 16:13
        Re: Eigentumsprämie, verfasst von dottore, 03.09.2006, 15:49

        Quelle: https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/search.php?search=Driver+und++Abgabe&ao=and&u_name=dottore

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Johann Schwarting

        Neue Etagen der Kreditpyramide kann man planen, aber nicht aufziehen wenn ihr Fundament zerbröselt.

        Zerbröselt ist die private Verschuldungskapazität von 99% der Unternehmen, i.d.Folge Nachschuldersuche für non-financial cooperate samt Mitarbeitern.

        Der Ausschluß erheblicher Bevölkerungsanteile, mit lock down für alle im Anschluß erübrigt die Weltkonjunktur von Rohstoffen bis Ausrüstungen und Konsum. Lebendverbrauch reicht nicht die Pyramide zu erhalten.

        Daraus zerbricht die Fähigkeit Abgaben zu leisten.

        P.C.Martin
        “Wären alle Zinssätze auf Null, wäre eine wie auch immer ausgestaltetes Zwangsabgabensystem nicht mehr vorstellbar. Die dann einkommenden Null-Steuern könnten dann nur noch durch Konfiskationen bei den Bürgern direkt auf über Null gehoben werden.
        Womit wir über ein Naturalabgaben- und dann Eigentumsabgaben-System am Ende im Voll-Sozialismus des
        100prozentigen Staatseigentums landen würden.”

        Nun soll also ein General für territoriale Aufgaben die Demokratie ins Regime überführen? Ashitaka fabulierte darüber schon vor Jahren in Sachen Aufrüstung.
        Das powerpoint über die Struktur der Kräfte liegt mir vor, die Umsetzung scheitert immer noch am Personal – welches nach 10 Jahren ausgesetzter Wehrpflicht nur aus non mainstream Reservisten meines Alters zu rekrutieren ist – nur die Deppen gingen bisher zur Sumpfung. Kein Potential zu finden, no way.
        https://www.bundeswehr.de/de/organisation/streitkraeftebasis/organisation/kommando-territoriale-aufgaben-der-bundeswehr

        Verfügbare Kräfte werden von Verbindungskommandos beordert und auf die Kliniken verteilt, aktive Truppe unterstützt die Gesundheitsämter bei der Kontaktverfolgung – damit hat sich die Kapazität erschöpft.

        Auch mit viel Geld wird aus der BuntenWehr kein Kampfverband zur Unterdrückung der Bevölkerung in Mitteleuropa. Viele Veteranen hatten in den Einsätzen die rote Pille genommen und verweigern dieser Politik das Engagement.

        Vom Schreibtisch aus sind schon einmal Generäle und ihre Führung kläglich gescheitert, die Verluste waren horrend, auf den Endsieg warten wir bis heute.

      • Tom96
        Tom96 sagte:

        @ Johann Schwarting
        Vielen Dank für die intensiven Erklärungen und Abwägungen!
        Wissen Sie, warum die Werke mit dem tiefreichenden Fundus an Quellen von Professor Martin so wenig verbreitet sind (Bücher als Oldschool sind und bleiben unverfälschliche Hardware)?
        Es wäre enorm lehrreich die langen Wellen von Entwicklungen (I. Wallerstein) aus der Staatsverschuldungsperspektive qualitativ und quantitativ zu bearbeiten bzw. mit den aktuellen Ereignissen verstärkt abzugleichen und auf den Prüfstand zu stellen.

        Zur Rüstungsindustrie in den USA für den zweiten Weltkrieg, diese schaffte Anlagevermögen und Konsumeinkommen, welches sich durch spätere Kriege Korea, Vietnam, Naher Osten) zu frei floatenden vorfinanzierungswilligen Kapitalvermögen im globalen Maßstab neue Geschäfts- und Beherrschungsmodelle doppelt und mehrfach durchsetzen kann.

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