Das monetäre Endspiel wird vorbereitet (II)

Vor einigen Monaten habe ich an dieser Stelle und im manager magazin geschrieben:

→ Das monetäre Endspiel wird vorbereitet

Daraufhin hat der treue bto-Leser und -Kommentator Bauer mich kontaktiert und darauf hingewiesen, dass aus seiner Sicht dieses Endspiel bereits läuft und an der Entwicklung der Sonderziehungsrechte des IWF und deren Entwicklung zum Goldpreis abzulesen ist. Da ich das interessant fand, bat ich ihn, seine Gedanken doch so aufzubereiten, dass sie für bto geeignet sind. Hier nun also sein Gastbeitrag: 

Gegen Ende 2017 entstand im Zuge einer breit angelegten Untersuchung für ein internationales Aktien-Portfolio, das Währungsrisiken möglichst weitgehend ausschloss, auch eine Zeitreihe für Gold gegen SDR, also SDR/oz. Eigentlich bietet diese Relation ja keine Überraschungen, da die SDR durch ihre Definition in enger Relation zum USD stehen. Der Vergleich zwischen USD/oz. und SDR/oz. machte aber doch stutzig. Die erwartete Relation stimmte bis Oktober 2016. Ab diesem Datum ging jedoch der Goldkurs in SDR eigene Wege, genauer gesagt, er bewegte sich kaum mehr und pendelte um 900 SDR/oz. Bei allen Berechnungen wurden die Wochenendkurse von freitagabends verwendet.
Die weitere Beobachtung bis März 2018 bestätigte diesen Trend und lineare Regression und Fehlerrechnung schlossen zunehmend einen Irrtum aus. Die Abweichungen wurden zudem stetig geringer. Eine erste Nachricht an befreundete Wissenschaftler und Finanzanalysten – und auch an Dr. Stelter – erregte wenig Aufmerksamkeit, denn Gold lag und liegt immer noch außerhalb des Radars der Experten als nutzloses Metall und Erinnerung an längst verflossene Zeiten vor 1971. Hier ist nun das erste Diagramm von März 2018:
(C) Bauer 2018
Die schwarze vertikale Linie markiert den 1. Oktober 2016, als China dem IMF beitrat und der CNY in die Berechnung der SDR aufgenommen wurde. Vor dem ominösen Datum verlaufen die beiden Kurslinien wie zu erwarten weitgehend parallel, da nur die geringe Variation des USD innerhalb der SDR als Einfluss zu vermuten war. Die violette Linie kennzeichnet die durch lineare Regression ermittelte Trendlinie für SDR/oz. Blau ist die Trendlinie für USD/oz., die sich zwangsläufig ergibt aus der Relation des Kurses USD/SDR und der SDR-Trendlinie.
Soweit die Vorgeschichte. Inzwischen sind fast zwei Jahre vergangen und das gleiche weitergeführte Diagramm ist nun wesentlich aussagekräftiger:

(C) Bauer 2019

Wer anfangs noch skeptisch war, müsste jetzt eigentlich bekehrt sein, denn Gold blieb bei seinem peg von 900 SDR/oz., bis es am 24.05.2019 steil und geradlinig ausbrach, um am 16.08.2019 die Marke von 1‘100 SDR/oz. zu erreichen. Seitdem bildet sich auf diesem Niveau ein neuer konstanter Trend. Diese letzten beiden Bewegungen folgen wieder eng einer linearen Regression. Soweit also die unwiderlegbaren Fakten. Was steckt dahinter und welche Schlussfolgerungen sind zu ziehen?
Die erste Frage ist, wer da aktiv eingreift. Gold wird nicht in SDR notiert oder gehandelt, sondern nur in USD (London/Chicago) bzw. in CNY (Shanghai). Wer dieses Spiel betreibt, muss nahezu unbegrenzt Zugang zu Gold, USD und CNY haben und womöglich auch zu SDR. Es gibt nur vier Spieler, die da infrage kommen, FED, ECB, SAFE (Chinese State Agency of Foreign Exchange) und der IMF selbst. Da die aktive Kurspflege sich in wechselnden Beständen an USD und CNY, vor allem aber in Gold niederschlagen würde, in den Goldbeständen von FED, ECB und IMF jedoch keine Veränderungen erkennbar sind, wird es wohl die SAFE sein, zumal deren Publizität ohnehin zu wünschen lässt. Auch das Startdatum legt diese Vermutung nahe.
Sodann ist zu fragen: Cui bono? Diese hartnäckige Kurspflege über nun mehr als drei Jahre ist nicht umsonst zu haben, wenn man einmal vom Wertgewinn der eigenen Goldbestände absieht. Hier darf ruhig Absicht und ein Plan vermutet werden.
Zu Beginn des Jahres 2016 habe ich eine kleine Schrift zu Finanzen für meine Familie und Freunde verfasst (ISBN 978-3-8370-6890-0). Darin habe ich zum Thema beiläufig Folgendes geschrieben:
Seit 1971 hat Gold seine Funktion als Währungsbasis, verloren. Die Mehrheitsmeinung ist heute, dass dies das endgültige Aus ist, während eine Minderheit der Ökonomen immerhin für eine Rückkehr plädiert. Der Dollar gilt allgemein als abgewirtschaftet und die Tendenz geht dahin, ihn durch die SDR (special drawing rights), zu Deutsch Sonderziehungsrechte des IWF zu ersetzen. Die kürzliche Aufnahme Chinas in den IWF zielt in diese Richtung. Aber das wäre nur wieder eine virtuelle Basis (fiat money), die über kurz oder lang die Geschichte des Dollar wiederholen würde. Außerdem ist der IWF ein Klub unabhängiger Staaten wie die EU und aus denselben Gründen ungeeignet, eine Kunstwährung im Zaum zu halten. Die Geschichte des fiat money würde sich in noch größerem Maßstab wiederholen. Die Folgen wären nicht mehr begrenzbar, da die ganze Welt an den SDR hängen würde.

Anders sähe nach meiner Meinung die Sache aus, wenn gleichzeitig die SDR am Gold festgemacht würden, da sie dann nicht willkürlich vermehrt werden könnten. Schon eine 30-prozentige Golddeckung könnte zur Stabilisierung genügen, wenn das Recht auf Tausch auf die Mitglieder des IWF beschränkt würde. Historisch genügten den USA und dem Deutschen Kaiserreich eine Golddeckung in ähnlicher Höhe, um ihre Währungen über Jahrzehnte nahezu inflationsfrei zu halten, bis äußere weltpolitische Ereignisse eintraten.

Ich konnte nicht ahnen, dass nur ein halbes Jahr später im Ansatz eintreten würde, was mir damals als vernünftige Lösung vorschwebte.
Weitere Schlussfolgerungen und mögliche Konsequenzen bieten sich an:
  • Der IMF hat seine Autonomie teilweise verloren, denn was China da treibt, liegt außerhalb des Einflussbereichs des IMF. Die Satzung des IMF verbietet zwar den Mitgliedsstaaten, ihre Währung an die SDR zu binden, sagt aber nichts über Gold. Im Übrigen waren die SDR 1969 bei Gründung des IMF schon einmal an das Gold gebunden, bis die USA ihre Deckungszusage für den USD aufkündigten. Schon als China dem IMF beitrat, durfte man annehmen, dass es nicht lange am Katzentisch sitzen und dem Geschehen zusehen würde. Der Machtanspruch Chinas erlaubt das nicht. Man kann daher annehmen, dass es bald zu einer Reform der Stimmrechte kommen oder der IMF in der Obskurität verschwinden könnte.
  • Auf dem Umweg über den Goldmarkt besteht nun die diskrete Möglichkeit, den Dollarkurs zu steuern, ohne dass dies auffällt oder als Währungsmanipulation ausgelegt werden könnte. Mit Gold-Arbitrage zwischen Schanghai (CNY) und London/Chicago (USD) können gewaltige Beträge zwischen diesen Währungen verschoben werden, ohne den Goldpreis nennenswert zu beeinflussen. Das blieb sicher auch China nicht verborgen, wie das folgende Beispiel illustriert:
  • Am 30. Juli 2019 beschloss die FED – wohl auf Druck von Trump – eine Umkehr ihrer Politik und am selben Tag kündigte Trump auch neue Zolltarife im Handelskrieg an. Eigentlich war zu erwarten, dass Dow-Jones und Dollarkurs positiv darauf reagieren würden, denn das war ja der Zweck dieser Maßnahmen. In der nächsten Nacht – wegen der Zeitunterschiede die Nacht zum 01.08.2019 – spielte sich dann Folgendes ab:

Die Uhrzeiten sind MEST. Zu diesen Stunden zwischen ein Uhr und acht Uhr MEST ist China allein auf dem Markt. Der Dollar wurde wider Erwarten stärker und Gold brach ein. In Folge verlor der Dow-Jones während der nächsten Handelstage rund 1500 Punkte statt wie allseits erwartet weiter zu steigen, und Trump zog seine soeben verkündeten verschärften Zolltarife auf unbestimmte Zeit zurück „damit die Amerikaner ihre Weihnachtseinkäufe noch billig erledigen können“. Das ist amerikanische Wirtschaftspolitik made in China.

  • Ähnlich abrupte parallele oder gegenläufige Kursbewegungen bei USD und Gold sind im Übrigen inzwischen schon eher die Regel als die Ausnahme. Anhand der Tagescharts liegt außerdem die Vermutung nahe, dass China im Verlauf der letzten drei Jahre potente Gegenspieler gefunden hat, die versuchen, den Goldpreis kurz zu halten.
  • Es ist weiter zu vermuten, dass der gesteuerte Kursanstieg des Goldes vom Mai bis August 2019 sich wiederholen könnte, bis der Goldpreis dort ist, wo ihn China haben will. Ob und wie weit dies die Finanzwelt beeinflussen wird, vermag ich nicht zu beurteilen. Schon möglich, dass da die Luft für Gold-Habenichtse dünn wird.
  • Die künftige Weltwährung wird vermutlich von China beherrscht werden und Gold-basiert, jedoch wohl in weiser Zurückhaltung eher nicht der CNY sein.
In summa kann man die Ansicht vertreten, dass das monetäre Endspiel bereits im Gange sei. Ich will hier nicht polemisieren, halte es jedoch für an der Zeit, im Fachdiskurs (z. B. bto) nicht mehr nur die gegenwärtige verfahrene Situation zum n-ten Mal auszuloten. Wir sollten erörtern, wie ein neues Währungssystem auf Goldbasis und ohne Wachstumszwang, der nicht länger leistbar ist, in den hoch entwickelten Staaten aussehen könnte und wie der Übergang dahin zu bewältigen sei.

 

Kommentare (166) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Michael Stöcker sagte:

    @ Axel und Bauer

    Bei der Insolvenz eines Unternehmens ändert sich die Geldmenge M1, M2, M3 NICHT.

    Das wäre nur dann der Fall, wenn eine Bank insolvent wäre und es die Guthabenbesitzer mit über 100.000 EUR Einlage treffen sollte.

    Wenn ein Unternehmen insolvent ist, dann müssen die Forderungen der Gläubiger ausgebucht werden. Das geht sowohl bei den Unternehmen als auch bei den Banken zu Lasten des Eigenkapitals, nicht aber zu Lasten der Geldmenge M1/M2/M3.

    Richtig ist hingegen, dass sich die Geldvermögen/Geldverbindlichkeiten reduzieren. Einfach nochmals klar machen, wie die Geldsystemhierarchie aufgebaut ist: Eine Forderung eines Unternehmens gegenüber einer Nichtbank ist in der Regel ein Anspruch auf Giralgeld. Giralgeld wiederum ist nichts anderes als ein Anspruch auf Bargeld. Die Hierarchie sieht also wie folgt aus:

    1. Bargeld
    2. Giralgeld
    3. Forderungen

    Alle drei Kategorien bilden gemeinsam das individuelle Geldvermögen, dem in exakt gleicher Höhe die korrespondierenden Geldschulden gegenüber stehen (das Nettogeldvermögen dieser Welt beträgt 0,00 EUR/USD/…). Und der Volksmund wusste schon immer völlig korrekt: Nur Bares ist Wahres.

    LG Michael Stöcker

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      Axel sagte:

      @MS

      Ist das auch wirklich so?
      Wenn ich 1.000 Euro Schulden bei der Bank mache, das Geld von der Bank in Bar abhebe (ZB Geld), mir ein schönes Wochende mache, es aber nicht zurückzahle, wird die Forderung bei der Bank abgeschrieben, ohne das aber die 1.000 Euro aus dem Kreislauf verschwinden.
      Wäre durch diesen Vorgang das Nettogeldvermögen nicht plus 1.000 Euro?

      MfG Axel

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      Axel sagte:

      @MS

      Zusatz: Bzw, wenn ich mit EC Karte bezahle und das geliehene Geld im System vagabundiert, ich es aber nicht zurückzahle?
      Giralgeld ist ein Anspruch auf ZB Geld? Das ist nicht in Stein gemeißelt, da Giralgeld sowieso nur zu 5%, 10%, 15%? durch ZB Geld abgesichert ist. Ich weiß natürlich, daß z.Zt. die Menge von Giralgeld an die ZB Geldmenge gekoppelt ist.
      Für mich ist Giralgeld vor allen Dingen eine praktische Verrechnungseinheit geleisteter (oder zu leistender) Arbeitskraft, die im Fall der Fälle auch ohne ZB Geld auskommt. Wird beim Bargeldverbot z.b. überhaupt noch ZB Geld benötigt?
      Und wer bestimmt dann über die Menge an Geld, die über Kreditvergabe geschöpft werden kann?

      MfG Axel

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    Michael Stöcker sagte:

    @ Dagobert

    Ich verstehe Ihren Hinweis auf die Buchungssätze nicht. Da gibt es keinen Dissens. Aber was hat das mit dem neuen Tiering zu tun? Die deutschen Banken nutzen einfach die nicht ausgeschöpften Spielräume der Italiener, die über zu wenige Reserven verfügen.

    „Nur nach Stöcker hat der Brexit keine Auswirkungen auf den Euro, denn die Wirtschaft ist statisch und GB kein Handelspartner.“

    GB war vor dem Austritt Handelspartner und wird es auch nach dem Austritt bleiben. GB hat vor dem Austritt das Pfund gehabt und hat es auch nach dem Austritt. Wo ist hier das Problem für den Euro?

    „Durch den Brexit verlieren die Nordländer der Eurozone ihre Vetorechte und werden die Südländer dominieren….“

    Diese These wird immer wieder gerne vorgetragen. Ich halte sie für nicht glaubwürdig. Schon Trichet war seinerzeit härter als die Bundesbank und hatte die Zinsen erhöht, obwohl eine Senkung angebracht gewesen wäre. Sie sollten die Unabhängigkeit der EZB nicht unterschätzen.

    LG Michael Stöcker

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      Dagobert sagte:

      @ Michael Stöcker

      Alleine die Dimension der target2 Salden als Ausdruck GRENZschreitender Zahlungsverkehre sollte Sie daran hindern nennenswertes Abschmelzen mit „Spielräumen“ zu begründen. Dass sie jeden nachvollziehbaren Zusammenhang schuldig bleiben (Buchungssätze sind unbestechlich) spricht dafür, dass der verlinkte Artikel gutgmeintes Globuli ist.

      Allein die Diskussion um den Brexit hat das Konsumverhalten auf der Insel beeinflusst, ablesbar in den Verkaufszahlen dt. Luxusvehicle in UK. Auch hier betreiben Sie Beruhigung und verhindern den Versuch die Wechselwirkungen aus politischem Murx zu erkennen.

      Für den Leser ihrer posts bleibt ein Wechselbad aus Hoffnung und Angst übrig, greifbar war das nicht.

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    Michael Stöcker sagte:

    @ Felix

    „Aber für meine Begriffe verstecken sich darin auch viele kleine Behauptungen, die einfach falsch sind, oder zumindest nur Halbwahrheiten. Das ist nach meiner Erfahrung bei jüngeren Menschen mit moderner Prägung wieder häufiger anzutreffen. Wir waren da schon mal weiter.“

    Ein kurzer Kommentar kann nicht alle Facetten eines Problems beleuchten. So kann es immer wieder passieren, dass man zu anderen Einschätzungen kommt. Ich lege meine Sicht der Dinge so dar, wie ich Sie nach reiflicher Überlegung sehe. So kommt es immer wieder vor, dass ich von „Links“ als neoliberaler Marktapologet klassifiziert werde, während ich von „Rechts“ und „Libertär“ als sozialistischer Umverteiler und Gleichmacher verschrien bin. So lange das so bleibt, bin ich der Überzeugung, dass ich so falsch nicht liegen kann.

    Ich weiß ja nicht wie alt Sie sind (mit Herrn Tischer kann ich es nicht aufnehmen), aber als zweifacher Großvater zähle ich sicherlich nicht mehr zur Kategorie der „jüngeren Menschen mit moderner Prägung“ sondern doch eher zum alten Eisen.

    LG Michael Stöcker

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      Felix Schroeder sagte:

      @ Michael Stöcker

      Ich verstehe Ihr Dilemma. Das kennt wohl jeder Mensch, der sich erlaubt selbst zu denken. Ich werde mich jedenfalls bemühen, Ihre kurzgefaßten Argumente, die ich für falsch halte, nicht als Provokation zu nehmen. Ich denke die allgemeine und meine bisweilen vorhandene Gereiztheit ist ein Ergebnis der fatalen Situation, in der wir uns nach langer fleißiger Arbeit bei hohen Steuern, zusätzlicher und ehrenamtlicher Arbeit trotzdem befinden, weil wir seit Jahrzehnten unter Wert regiert werden. Gleichwohl glaube ich schon, dass wir langsam auf eine Zeit zugehen, in der wir „unsere Seite wählen müssen“. Es bleibt nicht mehr viel Zeit.
      Wie Ihre Sozialisation im Vergleich ausschaut, ist nur in der groben Tendenz von Ihrem Alter abhängig. Natürlich sind oft Jüngere auch moderner geprägt, aber gerade bei reflektierten Menschen zählen ihre eigenen Einstellungen und die weniger offensichtlichen Beeinflussungsfaktoren mehr. Was hat Ihnen Ihr Vater vermittelt? Wo sind Sie aufgewachsen? Was geschah, als Sie als junger Erwachsener in die Welt traten und hat Sie das überhaupt interessiert, oder fuhren Sie Ihren eigenen Kurs?

      Das ist keine Neugier meinerseits. Sie müssen das schon für sich selbst verorten. Auf mich wirken Sie jedenfalls wie ein theoretisch gut gebildeter Ökonom, der aber wenig persönliche Erfahrungen mit schwierigen menschlichen Eigenschaften hat. Wie jemand, dem es wirtschaftlich immer gut ging, der nie aus einer Pfütze getrunken hat, Hunger nur aus dem Roman kennt, und nie einen Kampf mit Fäusten bestreiten mußte. Ich will das alles nicht als besonders erstrebenswert erscheinen lassen, es prägt aber anders. Ohne weitere Infos würde ich Ihre Kommentare hier einem typischen Millennial zuschreiben.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Stöcker

      „So kommt es immer wieder vor, dass ich von „Links“ als neoliberaler Marktapologet klassifiziert werde, während ich von „Rechts“ und „Libertär“ als sozialistischer Umverteiler und Gleichmacher verschrien bin. So lange das so bleibt, bin ich der Überzeugung, dass ich so falsch nicht liegen kann.“

      Nicht notwendigerweise. Wer „2+2=5“ sagt, wird auch von Linken, Rechten und sogar Libertären (wenn sie nicht gerade bekifft sind) gleichzeitig kritisiert. Trotzdem bleibt die Aussage falsch.

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    Axel sagte:

    Wer erschafft denn eine neue Währung?
    Der „Aufgeklärte Bürger“ oder die Politiker, die eng mit der Finanzlobby verzahnt sind, die ALLES tun wird, ihre Protagonisten durch Fiatgeld, egal in welchen neuem Gewand, weiterhin mit märchenhaften Reichtum zu versorgen?
    Sollte das alte System crashen, wird zuerst wohl beschwichtigt werden: „Man habe aus den Fehlern gelernt“. „Sowas darf NIE WIEDER passieren“, etc. und das Geld (Schulden)mengenwachstum wird zunächst moderat ausfallen.
    Nach einigen Jahren (Jahrzehnten?), wenn sich kaum noch jemand erinnert, wird man erklären, man habe das System nun im Griff und der Spaß beginnt von Neuem…

    Bei Gold ist im Grunde auch garnicht so wichtig, ob eine neue Goldgedeckte Währung kommt, sonder vielmehr, sich gegen die unvermeidliche Geldmengenausweitung und damit evtl. verbundene Inflation zu schützen, um sich damit im geeigneten Moment ein reales Asset, im besten Fall eine Immobilie leisten zu können, bzw. sich einen gewissen Schutz gegen die drohenden Altersarmut aufzubauen…

    Wer von einem Goldpreis von einem 10.000 Euro träumt, der soll mir mal sagen, wer so blöd ist und 10.000 Euro für eine Goldmünze ausgibt, wenn der durchschnittliche Produktionspreis bei knapp über 1.000 Euro liegt?
    Das wäre nur der Fall, sollte der Euro um 90% inflationieren..

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      Bauer sagte:

      @ Axel

      >> „Das wäre nur der Fall, sollte der Euro um 90% inflationieren.“

      Ihre Überlegung ist richtig. Einen Goldstandard wird es erst geben, wenn der Überschuss an Geldumlauf (M1) zurückgeführt wird. Oder umgekehrt formuliert, ein Goldstandard wird eine Reduktion der Nationalbankbilanzen auf Vorkrisen-Niveau erzwingen. Dazu wird es übrigens höchstwahrscheinlich auch ohne Goldstanfard kommen, da anders das Nullzins-Problem nicht aus der Welt zu schaffen ist.

      Man kann ja heute schon einige Berechnungen anstellen:

      Wenn fie USA ihr aktuelles M1 zu 30 % mit ihrem Gold unterlegen wollten, müsste der Goldpreis nahe 14’000 $/oz liegen. Das ist natürlich Utopie.

      Für die Eurozone sieht es etwas besser aus. Unter der Prämisse, dass die Euro-Länder ihre Goldreserven zusammenlegen, könnte das Euro-M1 mit 30% Golddeckung (das wäre historisch ein Minimum) mit einem Goldpreis bei etwa 6’500 $/oz = 5’900 €/oz. unterlegt werden. Auch das scheint mir nicht sehr realistisch zu sein.

      Alles weitere hängt nun davon ab, wie weit die Zentralbanken ihre Bilanzen zurückführen können/müssen, ohne dass sie gelyncht werden.

      Gesund wäre es schon, wenn z.B. das M1 der USA, der Mutter aller Blasen, um 75 % gekürzt werden könnte. Das ist natürlich mit politischen Mitteln nicht zu erreichen. Ein spontaner Crash könnte aber schon zu einer derartigen Asset-Vernichtung führen. Selbst amerikanische Pessimisten rechnen beispielsweise mit um 80% sinkenden Börsenkursen. Das würde dem Börsencrash von 1929 entsprechen, ausgeschlossen ist es nicht. Und es würde wieder die ganze Welt mitreissen.

      In der Eurozone sieht es etwas besser aus, nicht weil das M1 weniger aufgebläht wäre, sondern weil mehr Gold zu Verfügung steht. Mit einer Reduktion des M1 um 50 % könnte etwa Gleichstand in der Misere mit den USA zu halten sein.

      Alles in einen Topf geworfen und gut umgerührt, könnte das zu einem Goldkurs in der Spanne rund um 3’000 SDR/oz führen. Aber bitte nageln Sie mich nicht da fest. Das ist weit entfernt von einer Prognose, ich verlasse mich da auf meinen sechsten Sinn und werde es wahrscheinlich sowieso nicht mehr erleben.

      Übrigens: Auch China, wenn es denn einen Goldstandard haben will, müsste es eine ähnliche Rosskur durchstehen. Allerdings tun sie sich da leichter. Günstige Faktoren sind da die Leidensbereitschaft der Bevölkerung in materiellen Dingen, die weitgehend national zusammengesetzte Menge der Gläubiger und Schuldner (wie in Japan) und der harte Griff der Kommandowirtschaft.

      Ich rechne da mit der Entschlossenheit China’s die wirtschaftliche Weltführung zu übernehmen und zu diesem Behufe jetzt zunächst die USA ohne Krieg vom ersten Platz zu verdrängen. Sie haben den längeren Atem.

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        Axel sagte:

        Reduziert denn ein Aktiencrash wirklich die Geldmenge M1?
        Wenn mein Haus abbrennt, ist das Geld was ich dafür bezahlt habe ja auch nicht weg!

        Was Schina macht und wie die USA reagiert ist natürlich reine Spekulation, zumahl man ein angeschlagenes Tier nicht reizen sollte.

        Rumpeln wirds erst, wenn die soziale Ungerechtigkeit durch die unbegrenzte Gelddruckerei gesellschaftlich nicht mehr akzeptiert wird oder durch Inflation.

        Da alle Zentralbanken jedoch Gold halten, bzw. aktuell auch immer mehr akkumulieren, kann man getrost davon ausgehen, daß in der Zukunft dem edlen Metall eine gewiße Rolle zukommt…Welche auch immer.
        Wer Gold jedoch als Spekulationsasset und nicht als Absicherung und dauerhaften Speicher seiner geleisteten Arbeitskraft versteht, könnte enttäuscht werden…

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        Bauer sagte:

        @ Axel

        Das ist nicht vergleichbar. Wenn Ihr Haus abbrennt, haben Sie eine Brandversicherung, und Sie sind auch noch da mit Ihrem Restvermögen.

        Wenn der Aktienmarkt um 80% einbricht, ist niemand mehr da. Denn Aktien sind in einer Blase mit reichlich „Hebel“ (Kredit) gekauft worden. Die Investoren (oft Banken und Fonds) werden zahlungsunfähig, weil sie den geforderten Nachschuss auf den Kredit nicht leisen können, und reissen so ihre nachgeordneten Kreditgeber auch gleich mit. Sie als Privatmann würden Ihr Vermögen verlieren und falls Sie auf Kredit mit dabei waren, sind Sie auch pleite. Und 1000 solche Fälle auf einen Schlag kann dann auch Ihre Bank nicht mehr verkraften. Muss ich noch weiter extemporieren, was das letzten Endes bedeutet?

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        Axel sagte:

        @Bauer
        Die Assets sind in einem Aktiencrash natürlich weg, bzw. wertgemindert. Die Aktien wurden aber ja irgendwann von irgendjemand mit Geld erworben. Und dieses Geld befindet sich ja nun irgendwo, d.h., die Geldmenge wäre durch einen Börseneinbruch nicht beeinträchtigt.
        Auch geliehenes Geld wurde ja an irgendjemand bezahlt (den vorherigen Aktienbesitzer) und vagabundiert fröhlich weiter im System..

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        Bauer sagte:

        @ Axel

        Lesen Sie nochmal meinen letzten blog genau. Sie haben ja recht unter der Prämisse, dass der Laden weiterläuft. Ich sprach das Problem an, dass dabei die Kreditblase platzt. Denken Sie an Lehman Bros., das war Geldvernichtung, die jedoch von den Zentralbanken mit frischem Geld zugekleistert wurde. Das ist das nächstemal wohl nicht mehr möglich.

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        Richard Ott sagte:

        @Axel

        „Die Aktien wurden aber ja irgendwann von irgendjemand mit Geld erworben. Und dieses Geld befindet sich ja nun irgendwo, d.h., die Geldmenge wäre durch einen Börseneinbruch nicht beeinträchtigt.“

        Wenn es durch einen ausgewachsenen Börsencrash zu Insolvenzen oder ganzen Insolvenzkaskaden kommt, dann ist ein Teil der Kreditgeldmenge atsächlich „weg“. Bilanziell gesprochen verschwinden die Verbindlichkeiten der Pleitefirmen – und spiegelbildlich dazu die Forderungen anderer Wirtschaftssubjekte an die Pleitefirmen.

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        Axel sagte:

        @Bauer

        Das wäre wirklich mal eine Erklärung wert.
        Ich bin nach wie vor der Überzeugung, daß Lehman, die Banken etc. zwar wegen ausfallender Kredite in Geldnot waren, aber daß das Giral- (Fiat)geld, das für die Immobilien an Grundstücksbesitzer, Bauarbeiter, Architekten, Makler, usw. ausgegeben wurde, sich natürlich nach wie vor im System befindet. Etwas anderes wäre es gewesen, hätten die Banken, bei den die Makler, Bauarbeiter, etc. ihre Girokonten haben, bankrott gemacht hätten und diese die Konten nicht abgesichert wären.

        Auch das Geld, das die „stupid German“ für die Immobilienverbriefungen ausgegeben haben, war ja nicht durch den Wertverlust der Papiere aus der Welt geschafft.
        Ebenso wurde das Geld, das für die Kreditausfallversicherungen berappt wurde, ja nicht aus der Welt gezaubert, als diese Papiere wertlos wurden, als allen zu dämmern begann, daß die AI sie niemals auszahlen würde.

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      Felix Schroeder sagte:

      Das ist nicht schwer: wenn etwas aus den Büchern abgeschrieben werden muss, dann ist es weg. Wenn es Geld ist, leuchtet das sofort ein, aber auch wenn es Buchverluste sind, weil ein Vermögensgegenstand am Markt nicht mehr den höheren Preis von gestern erzielen kann. Wenn Kredite ausfallen, fallen auf Seite der Gläubiger die zugehörigen Forderungen aus und damit entfallen auch die daraus erzielten Erträge. Der Verlust der Forderungen senkt das Eigenkapital und führt womöglich zum Konkurs, wodurch dann die eigenen Verbindlichkeiten bei anderen Gläubigern ausfallen. Und so weiter.
      Pikantes Detail: seit der Finanzkrise muss nicht mehr so streng abgeschrieben werden wie zuvor. Das kann man rechtlich so regeln, aber es wirkt unglaubwürdig und als Brandbeschleuniger, wenn die Krise wieder auflebt.

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    Michael Stöcker sagte:

    @ Dagobert, Felix Schroeder et al.

    Ich habe die kommenden Tage leider keine Zeit, werde Ihnen aber voraussichtlich am Sonntag ausführlich antworten. Also bitte ein wenig Geduld.

    LG Michael Stöcker

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  6. Avatar
    Michael Stöcker sagte:

    @ Dietmar Tischer

    „Unglaublich – es geschieht ein Wunder an diesem Blog:

    M. Stöcker, Richard Ott und ich sind uns einig!“

    Das war dann doch ein wenig voreilig, Herr Tischer.

    „Da die Regierungen das „Über die Verhältnisse leben“ auch umsetzen wollen – schon aus Selbsterhaltungstrieb –, wird JEDES Währungssystem irgendwann praktisch SCHEITERN.“

    Alle LB-Überschussländer leben UNTER ihren Verhältnissen, Herr Tischer. Diese Liga wird von Deutschland, Niederlande, Schweiz und Japan angeführt: https://www.deutschlandinzahlen.de/no_cache/tab/welt/aussenwirtschaft0/aussenhandel/saldo-der-leistungsbilanz?tx_diztables_pi1%5Brow_6%5D=on&tx_diztables_pi1%5Brow_8%5D=on&tx_diztables_pi1%5Brow_18%5D=on&tx_diztables_pi1%5Brow_27%5D=on&tx_diztables_pi1%5Brow_35%5D=on&tx_diztables_pi1%5Brow_44%5D=on&tx_diztables_pi1%5Brow_45%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_20%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_21%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_22%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_23%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_24%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_25%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_26%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_27%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_28%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_29%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_30%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_31%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_32%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_34%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_35%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_36%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_37%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_38%5D=on&tx_diztables_pi1%5Bcol_39%5D=on&tx_diztables_pi1%5Btab_submit%5D=%C3%84nderungen%20%C3%BCbernehmen&tx_diztables_pi1%5Bdiz_mod%5D=normal&tx_diztables_pi1%5Bchxy%5D=1
    (URL per copy & paste nutzen, damit Sie die Auswahl nicht selber vornehmen müssen)

    Wie bereits an anderer Stelle gesagt: Insbesondere eine Frage der Spielanordnung auf Basis von Interessen und dysfunktionalen Ideologien.

    Merke: Währungssysteme entwickelter Volkswirtschaften (Kriege außen vor) scheitern insbesondere an falschen Entscheidungen der Zentralbanken als FOLGE von Zahlungsbilanzungleichgewichten. Von daher plädierte Keynes ja auch für ein dreistufiges Geldsystem mit dem Bancor auf oberster Ebene, damit sich die Salden zwischen den Ländern nicht zu sehr ausspreizen können. Oder anders formuliert: damit keiner über, aber eben auch keiner unter seinen Verhältnissen leben kann/muss.

    LG Michael Stöcker

    Antworten
    • Avatar
      Dagobert sagte:

      @Michael Stöcker

      > Alle LB-Überschussländer leben UNTER ihren Verhältnissen

      Die Leistungsbilanzdefizite/-überschüsse sind Ausdruck von politisch gewollten Verzerrungen.
      Solange die Währungssysteme nicht zerbrechen macht das „Anschreiben“ lassen der Überschußländer „reich“, was irrigerweiser als Beispiel an Solidität gewertet wird.

      Gegen echte Pfänder würden diese Überschüsse/Defizite gar nicht entstehen, aber Anleihen gegen Nullzins machen alles möglich & natürlich die zinslosen Forderungen nationaler Notenbanken.

      Scheitern Währungssysteme, wie beim Euro zu befürchten (Brexit), dann erweisen sich die Ungleichgewichte als Grab für schlecht angelegte Auslandsinvestitionen.

      Der Leistungsbilanzüberschuß der BRD nach Europa wurde über Jahre angespart und kristallisieren sich in Target2 Salden. Nachdem die Rezession die BRD voller Gnade umschlingt, sinken die target2 Salden deutlich…..denn die relativ geringen/konstanten Importe (Tomaten, Olivenöl…) aus den Südländern laufen weiter, obwohl DEUTSCHLAND 50% weniger Autos/Maschinen … exportiert. (31.12.19 – 895Mrd.€)

      Auf der Basis von Leistungsbilanzüberschüssen braucht keine staatliche Schuldenorgie legitmiert werden, denn diese Überschüsse können sehr schnell weg sein. Dann steht der Staatshaushalt im Zuge der Rezession unter ganz anderem Druck.

      Merke, der Markt ist immer schneller als es seinen Planern lieb ist.

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        Michael Stöcker sagte:

        @ Dagobert

        „Scheitern Währungssysteme, wie beim Euro zu befürchten (Brexit), dann erweisen sich die Ungleichgewichte als Grab für schlecht angelegte Auslandsinvestitionen.“

        Ich verstehe nicht, was der Brexit mit dem Euro zu tun hat. Und „schlecht angelegte Auslandsinvestitionen“ sind für die Schweiz noch ein wenig trauriger als für Deutschland. Aber das ist solchen Ungleichgewichten immanent: https://makroskop.eu/2020/01/wer-wem-das-milliardengrab-schaufelt/ (ohne Paywall).

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        Dagobert sagte:

        @ Michael Stöcker

        Die Buba hat genau dargelegt welche Buchungssätze den target2 Salden zugrunde liegen, als Spiegelbild des innereuropäischen GRENZüberscheitenden Zahlungsverkehres. Ihr Hinweis auf das tiering System behauptet einen Zusammenhang ohne ihn zu erklären, schon gar nicht durch Buchungssätze.

        Nur nach Stöcker hat der Brexit keine Auswirkungen auf den Euro, denn die Wirtschaft ist statisch und GB kein Handelspartner. Durch den Brexit verlieren die Nordländer der Eurozone ihre Vetorechte und werden die Südländer dominieren….

        Ich würde mir schon wünschen, dass wir nicht jedes Detail herleiten müssten. Das lenkt vom Thema ab und das wollen wir doch nicht?

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      Schon wieder Wasser im Wein.

      Aber gut.

      Es kommt nicht darauf an, was ökonomisch an Konzepten GEMESSEN „unter oder über die „Verhältnisse leben“ meint, sondern – wenn es um POLITIK mit realen Auswirkungen geht – wie sich das Leben nach MEINUNG der Menschen „anfühlt“ und was daraufhin gefordert wird.

      DAS und die REAKTIONEN darauf sind dann in der Tat

      >eine Frage der Spielanordnung auf Basis von Interessen und dysfunktionalen Ideologien.>

      Kurzum:

      Wir unterscheiden uns beim BEZUG, warum jedes Währungssystem irgendwann scheitert.

      Sie beziehen ich auf von Theorie abgeleitete „falsche“ Praxis, ich mich auf die „reine“ Praxis bzw. das Volk, das fordert.

      Das sollten wir jetzt aber nicht ausdiskutieren.

      Vielmehr hier der Verweis auf ein Buch, das es im Handelsblatt-Ranking unter den ersten 10 gebracht hat oder sogar an erster Stelle stand, als es um Sachbücher ging, die man lesen müsse:

      Ich meine das neueste Buch von Ulrike Herrmann:

      „Deutschland, ein Wirtschaftsmärchen
      Warum es kein Wunder ist, dass wir reich geworden sind.“

      Erst einmal einen Gruß an Dr. Stelter, der sich beim Untertitel die Augen reiben wird.

      Der umgangssprachliche Gebrauch von „reich“ ermöglicht offensichtlich UNTERSCHIEDLICHE Urteile bezüglich einer Entität wie Deutschland.

      Genauso ist es mit „über seine Verhältnisse leben“.

      Diese Formulierung ist im nicht strikt ökonomischen Kontext offen für Interpretationen und wird daher hier zu Recht mit Anführungszeichen gebraucht.

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        Michael Stöcker sagte:

        „Schon wieder Wasser im Wein.“

        Ja, aber es war Mineralwasser mit hohem Kohlesäuregehalt und wenig Eigengeschmack. Das macht einen guten Weißwein zu einem erfrischend-prickelnden Vergnügen.

        Unabhängig davon, ob die Geschichte mit dem Reichtum wirklich so im Buch dargestellt wird (ich habe es noch nicht gelesen), sind die Bücher von Herrmann durchaus sehr lesenswert; insbesondere „Der Sieg des Kapitals“.

        LG Michael Stöcker

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    Michael Stöcker sagte:

    @ Bauer

    „Gegenfrage: Welches fiat-Geld hat sich schon in der Zeit BEWÄHRT?
    Und: Wir stehen doch ziemlich am Ende unserer Rechtsordnung, oder nicht?“

    Gegenfrage: Welcher Goldstandard hat sich in der Zeit BEWÄHRT?

    Ohne Goldbindung hält eine Rechtsordnung LÄNGER als mit. Von daher wurde diese Schönwetterveranstaltung ja auch immer wieder ignoriert, sobald es ernst wurde.

    Ich sehe unsere Rechtsordnung nicht „ziemlich am Ende“, allerdings auf Bewährung.

    Wenn Sie an der chinesischen Währungspolitik interessiert sind, dann empfehle ich Ihnen Michael Pettis: What the New Currency Regime Means and How It Affects the World https://cfi.co/asia-pacific/2015/12/michael-pettis-china-what-the-new-currency-regime-means-and-how-it-affects-the-world/

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      Horst sagte:

      „Ich sehe unsere Rechtsordnung nicht „ziemlich am Ende“, allerdings auf Bewährung.“

      Warum, aus Ihrer Sicht?

      Aus meiner Sicht ist die Rechtsordnung in allen Facetten vor allem ein soziales Konstrukt, ebenso wie Geldsystem es sein sollte. Hierzu gehört vor allem Partizipation ALLER.

      Durch den von Ihnen auch immer wieder in die Diskussion gebracht Matthäus-Effekt, der verstärkt seit 2008 empirisch belegbar ist, ist diese Partizipation in nicht mehr ausreichendem Maße gegeben. Dass eine funktionierende Rechtsordnung und ein funktionierendes Geldsystem unmittelbar in Relation zueinander stehen, steht außer Frage. Daher schließe ich mich Ihrer Einschätzung der „Bewährung“ durchaus an, auch weil wir inmitten einer solchen – notwendigen – Transformationsphase des Geldsystems stecken.

      Dass Gold – außer für den privaten Gebrauch (Ottchen vergräbt es gerne im heimischen Obstgarten) oder an Handgelenken schöner Frauen – hierbei keine Relevanz finden wird, bleibt zu hoffen.

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        Michael Stöcker sagte:

        Ihre Sicht ist auch meine Sicht; und vielleicht ja auch bald die neue/alte Mehrheitssicht. Dafür spricht die Tatsache, dass sich nun auch Bill Gates für eine deutlich höhere Erbschaftssteuer ausspricht:

        „Ein dynastisches System, in dem riesiger Reichtum an die Kinder weitergegeben werden kann, ist für niemanden gut; die nächste Generation hat nicht den gleichen Anreiz, hart zu arbeiten und zur Wirtschaft beizutragen.“

        Und das wurde vor wenigen Tagen in der FAZ (sic!) geschrieben.

        War übrigens neben einem zentralbankfinanziertem Bürgergeld eine meiner ganz zentralen Forderungen des 10 Punkteplans aus dem Jahre 2013. Auf diese Weise wird nämlich das aus dem Nichts geschöpfte Geld auch wieder vernichtet. Das haben viele Leser dieses Blogs vermutlich bis heute nicht verstanden und fabulieren von daher von Hyperinflation und Simbabwe-Dollar.

        Wer noch nicht so sehr mit den Vorzügen einer Erbschaftssteuer vertraut ist, der findet hier die (neo)liberale Begründung ein wenig detaillierter ausgeführt: https://zinsfehler.com/2017/02/09/le-neoliberalisme-est-mort-vive-le-neoliberalisme/

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        Bill Gates: „Ein dynastisches System, in dem riesiger Reichtum an die Kinder weitergegeben werden kann, ist für niemanden gut; die nächste Generation hat nicht den gleichen Anreiz, hart zu arbeiten und zur Wirtschaft beizutragen.“

        Wie rührend. Glauben Sie wirklich, Bill Gates hat als Multi-Milliardär keine steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten und würde freiwillig auch selbst einer hohen Erbschaftssteuer unterwerfen?

        Mit der Idee soll der Mittelstand geschröpft werden, für den sich das steueroptimierte Stiftungsgründen leider wegen zu hoher Verwaltungskosten nicht lohnt, wodurch das dynastische System ganz oben an der Spitze weiter fortgeführt werden kann.

        „Auf diese Weise [Erbschaftssteuer] wird nämlich das aus dem Nichts geschöpfte Geld auch wieder vernichtet“

        Da funktioniert auch jede andere Steuer. Wenn man Ihr System komplett beschreibt, klingt es schon nicht mehr so verlockend: Leistungsloses Grundeinkommen per Druckerpresse finanziert, dazu hohe Staatsverschuldung und konfiskatorische Steuern.

        „Das haben viele Leser dieses Blogs vermutlich bis heute nicht verstanden und fabulieren von daher von Hyperinflation und Simbabwe-Dollar.“

        Wir verstehen uns schon. Auch in Zimbabwe konnte man selbst zu Hyperinflationszeiten noch gut und gerne leben, wenn man einer von Mugabes Lakaien war und demzufolge einer der ersten, der frisch gedrucktes Geld in die Finger bekam und ausgeben konnte. Ihre „Geschäftsidee“ ist analog dazu, nur mit seriöserer „Bürgergeld“-Fassade.

    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Herr Stöcker

      „Gegenfrage: Welches fiat-Geld hat sich schon in der Zeit BEWÄHRT?
      -Gegenfrage: Welcher Goldstandard hat sich in der Zeit BEWÄHRT?“

      Noch eine Gegenfrage für Sie von mir: Welche Rechtsordnung (ich könnte auch sagen: welcher Staat) hat sich in der Zeit bewährt?

      Das deutsche Kaiserreich hat nicht einmal 50 Jahre lang existiert, aber die Goldmark-Münzen aus echtem Gold, die es eine Zeit lang ausgegeben hatte, können Sie heute noch zum Materialwert des darin enthaltenen Goldes in aktuelles Geld umtauschen. Versuchen Sie das mal mit Papiermark von 1923.

      Und einen Kommentar weiter unten liefen Sie das schönste Beispiel sogar selbst:

      „The words ‘I promise to pay the bearer on demand the sum of five/ten/twenty/fifty pounds’ appears on all of our notes. This phrase dates from long ago when our notes represented deposits of gold. At that time, a member of the public could exchange one of our banknotes for gold of the same value. For example, a £5 note could be exchanged for five gold coins, called sovereigns.

      However, the value of the pound has not been linked to gold for many years, so the meaning of the promise to pay has changed. You can no longer exchange banknotes for gold. You can only exchange them for other Bank of England banknotes of the same face value. https://www.bankofengland.co.uk/faq/banknote

      Eine Sovereign-Münze (knapp 1/4 Feinunze Gold) war zur Zeit des Goldstandards genau 1 britisches Pfund wert. Materialwert so einer Münze aktuell: ungefähr 275 britische Pfund

      Antworten
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        Michael Stöcker sagte:

        Was ist los mit Ihnen, Herr Ott. Ein längerer Kommentar OHNE das Wort „Sozialismus“ und „Simbabwe-Dollar“.

        Chapeau!

        Somit qualifizieren Sie sich für eine Antwort. Aber hüten Sie sich vor den Gefahren des HDSDS-Rezidivs (hyperinflationär dämlich-sozialistisches Simbabwe-Dollar Syndrom).

        „Noch eine Gegenfrage für Sie von mir: Welche Rechtsordnung (ich könnte auch sagen: welcher Staat) hat sich in der Zeit bewährt?“

        Keine(r), Herr Ott. ALLES in dieser Welt ist vergänglich. Insofern sollten wir uns darauf konzentrieren, dass wir in der uns verbleibenden Lebenszeit keine weiteren größeren Katastrophen produzieren und unsere Rechtsordnung an die sich verändernden Bedingungen evolutorisch anpassen, damit auch unsere Kinder und Enkelkinder in einer friedlichen und freiheitlichen Welt leben können. Gescheitert sind nämlich nicht nur die sozialistischen Experimente sondern auch die neoliberale Trickle-down-Ideologie gehört auf den Scheiterhaufen der gesellschaftlichen Experimente. Insofern sollten wir weiter vorwärts irren, keinesfalls aber restaurativ gen Entenhausen.

        „Das deutsche Kaiserreich hat nicht einmal 50 Jahre lang existiert, aber die Goldmark-Münzen aus echtem Gold, die es eine Zeit lang ausgegeben hatte, können Sie heute noch zum Materialwert des darin enthaltenen Goldes in aktuelles Geld umtauschen. Versuchen Sie das mal mit Papiermark von 1923.“

        Ich habe niemals Gegenteiliges behauptet, Herr Ott und empfehle immer wieder für solche unerfreulichen Szenarien einen Anteil von Gold im Portfolio zu halten. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen hatte ich sogar vor einem halben Jahr empfohlen, den Anteil von Gold im Portfolio um 5 bis 10 Prozent zu erhöhen. Ich sehe aktuell auch keine ausreichenden Gründe, meine Empfehlung zu Gold wieder zu senken.

        „Eine Sovereign-Münze (knapp 1/4 Feinunze Gold) war zur Zeit des Goldstandards genau 1 britisches Pfund wert. Materialwert so einer Münze aktuell: ungefähr 275 britische Pfund“

        It’s not a bug, it’s a feature, Herr Ott. Verstehen aber leider immer noch die wenigsten, weil wir die SOZIALE und REALE Dimension des Geldes in der ZEIT bis heute nicht verstehen können, weil wir immer wieder mit unsinnigen Aussagen vom „klügsten Professor Deutschlands“ bombardiert werden. Ich empfehle Ihnen hierzu diesen sowie weitere Antworten auf irregeführte Kommentatoren bei Braunberger: https://blogs.faz.net/fazit/2019/12/30/der-tiefe-fall-11117/#comment-8574

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Stöcker

        „ALLES in dieser Welt ist vergänglich. Insofern sollten wir uns darauf konzentrieren, dass wir in der uns verbleibenden Lebenszeit keine weiteren größeren Katastrophen produzieren und unsere Rechtsordnung an die sich verändernden Bedingungen evolutorisch anpassen, damit auch unsere Kinder und Enkelkinder in einer friedlichen und freiheitlichen Welt leben können.“

        Da sind wir uns sogar mal grundsätzlich einig, was ja selten genug vorkommt. Ich vermute aber, dass wir völlig unterschiedliche Vorstellungen davon haben, was die notwendigen Anpassungen an sich verändernde Bedingungen konkret sein müssen.

        „Mir ist nicht bekannt, dass es nach Einführung des Stabilitätsgesetzes von 1967 Klagen gegen die Bundesbank gegeben hat, weil sie Preisniveaustabilität nicht mit 0 % sondern mit 2 % eingeschätzt hat“

        Wollen Sie mir mit dem verlinkten Kommentar etwa wieder mal weismachen, dass man 2% Inflation pro Jahr einfach als „Preisniveaustabilität“ definieren kann und dadurch die offensichtliche Inflation beim Fiat Money kein Problem sei? Das Argument kenne ich von Ihnen schon, und es hat mich noch nie überzeugt.

        „Aufgrund der aktuellen Entwicklungen hatte ich sogar vor einem halben Jahr empfohlen, den Anteil von Gold im Portfolio um 5 bis 10 Prozent zu erhöhen. Ich sehe aktuell auch keine ausreichenden Gründe, meine Empfehlung zu Gold wieder zu senken.“

        Das verstehe ich nicht. Laut Ihrer brillanten Definition weiter oben sind doch 2% Verlust durch Inflation pro Jahr im Portfolio quasi „Portfolioniveaustabilität“, wozu brauchen Sie dann Gold? ;)

      • Avatar
        Horst sagte:

        „Wollen Sie mir mit dem verlinkten Kommentar etwa wieder mal weismachen, dass man 2% Inflation pro Jahr einfach als „Preisniveaustabilität“ definieren kann und dadurch die offensichtliche Inflation beim Fiat Money kein Problem sei? Das Argument kenne ich von Ihnen schon, und es hat mich noch nie überzeugt.“

        Wirtschaftsgüter werden in der Regel ebenfalls mit 2% p.a. abgeschrieben, manche sogar noch höher. Würden Sie heute für einen 50ig Jahre alten Traktor den währungsumgerechneten Neupreis bezahlen (sofern es sich nicht um eine Sammelleidenschaft oder ein besonders seltenes Exemplar) handelt?
        Sind Sie dafür, den §7 EstG oder die AfA vorbehaltlos zu streichen?

        Warum sollte Geld nicht vergänglich sein dürfen (wird es nicht produktiv verwendet), wenn unterstellt wird, es ist vor allem eine Schöpfung des menschlichen Geistes, das wirtschaftliche Interaktionen im HEUTE und HIER ordnet?

    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      Unglaublich – es geschieht ein Wunder an diesem Blog:

      M. Stöcker, Richard Ott und ich sind uns einig!

      Der Blick auf die Realität macht es möglich.

      Bevölkerungen wollen so gut wie IMMER über ihre Verhältnisse leben.

      Das ist uns evolutionär eingepflanztes Wollen nach MEHR, um bei den nicht kalkulierbaren Selektionsmechanismen möglichst gute Überlebenschancen zu haben.

      Der Kapitalismus hat das mit organisatorischer Raffinesse (Markt) perfektioniert und ist durch weltweite Akzeptanz legitimiert, dies weiter zu betreiben.

      Da die Regierungen das „Über die Verhältnisse leben“ auch umsetzen wollen – schon aus Selbsterhaltungstrieb –, wird JEDES Währungssystem irgendwann praktisch SCHEITERN.

      Antworten
  8. Avatar
    Michael Stöcker sagte:

    @ Felix Schroeder

    „Haben sie WP alleine in die Knie gezwungen?“

    Wer oder was ist WP?

    „Gerade heraus gefragt: Haben Sie überhaupt gedient?“

    Inwiefern ist das relevant für die Einschätzung und Beurteilung monetärer Phänomene? Aber da es Ihnen wichtig zu sein scheint: Ja, habe ich.

    „Wo bleibt das Eingeständnis. dass sie schief lagen?“

    Ich lag schon des Öfteren schief; allerdings nicht bei Thema Goldstandard/Goldbindung.

    „Natürlich war auch die DM goldgedeckt und im Sinne meines Bildes später auch der Euro.“

    Dann gehen Sie doch mal zur EZB oder zur Bundesbank und machen den Praxistest. Die Briten haben hier ihren ganz eigenen Humor, den sie auf ihren Banknoten stoisch dokumentieren:

    The words ‘I promise to pay the bearer on demand the sum of five/ten/twenty/fifty pounds’ appears on all of our notes. This phrase dates from long ago when our notes represented deposits of gold. At that time, a member of the public could exchange one of our banknotes for gold of the same value. For example, a £5 note could be exchanged for five gold coins, called sovereigns.

    However, the value of the pound has not been linked to gold for many years, so the meaning of the promise to pay has changed. You can no longer exchange banknotes for gold. You can only exchange them for other Bank of England banknotes of the same face value. https://www.bankofengland.co.uk/faq/banknote

    „Mit solchen Kommentaren machen Sie sich zum Clown. Im direkten Gespräch würden Sie sich das gar nicht trauen, weil sie Angst hätten, sich zum Gespött zu machen.“

    Was Sie so alles wissen! Da halte ich es mit Wilhelm Busch: „Wer andern etwas vorgedacht…“

    LG Michael Stöcker

    Antworten
    • Avatar
      Felix sagte:

      @ Michael Stöcker

      Sie fluten das Forum mit langen Beiträgen. Das hat schon einen gewissen Reiz, das gebe ich zu. Ich lese Ihre Beiträge grundsätzlich sehr gerne. Aber für meine Begriffe verstecken sich darin auch viele kleine Behauptungen, die einfach falsch sind, oder zumindest nur Halbwahrheiten. Das ist nach meiner Erfahrung bei jüngeren Menschen mit moderner Prägung wieder häufiger anzutreffen. Wir waren da schon mal weiter.

      Beispiel 1: Die DM. Vier DM konnten in 1 Dollar getauscht werden. Diese Dollars konnten dann von der Bundesbank in Gold umgetauscht werden. 35 für eine Unze. Das galt für alle wesentlichen Währungen nur mit unterschiedlichen Wechselkursen zum Dollar bis 1971. Soweit die Fakten: die DM war goldgedeckt.

      Beispiel 2: Trickle-Down funktioniert nicht (sagen Sie). Sie nennen das Theorem außerdem „Ideologie“. Das ist falsch, wie jeder aus einem Blick in die Geschichte feststellen kann. Seitdem wir nicht mehr als Leibeigene buckeln müssen, geht es uns insgesamt viel besser. Nur ist dieser Prozess nicht einfach linear und es gibt auch einmal Rückschläge. Aber das Theorem hat sich im großen und ganzen eindrucksvoll bestätigt. Zudem ist es Framing von Ihnen, es als „Ideologie“ zu bezeichnen. (Was im übrigen nicht ausschließt, dass manche Kreise diese Idee durchaus auch mal ideologisch verwendet haben.)

      Diese Art von Ihnen, Ihr Wissen und die sich daraus ergebende Informationsfülle zu nutzen, um auch strittige Punkte oder reine Meinung „durchzubringen“, stößt mir übel auf. Ich persönlich wäre dann eher daran interessiert, von Ihnen zu solchen Punkten ihre Meinung zu lesen und warum Sie diese Meinung haben. Das wäre interessant.

      Antworten
  9. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Zur REALITÄT (Ausschnitt):

    https://www.business-standard.com/article/international/four-muslim-nations-consider-gold-barter-trade-to-beat-future-sanctions-119122100390_1.html

    Daraus:

    >Iran, Malaysia, Turkey and Qatar are considering trading among themselves in gold and through a barter system as a hedge against any future economic sanctions on them, Malaysian Prime Minister Mahathir Mohamad said on Saturday.>

    Hier wird von der ABWEHR von Sanktionen geredet, nicht von der UMGESTALTUNG des Weltwährungssystems.

    Das eine muss das andere nicht ausschließen, ist aber bezüglich der Absichten doch etwas anderes.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      Da wüsste ich spontan gleich noch ein ölreiches Land, das sich dem Gold-Tauschhandelsblock anschließen wird, schon aus purer Notwehr heraus:

      https://www.cnbc.com/2020/01/11/trump-administration-warns-iraq-could-lose-new-york-fed-account-wsj.html

      „The Trump administration this week warned Iraq that it could lose access to its central bank account at the Federal Reserve Bank of New York if Baghdad expels American troops from the region, Iraqi officials told The Wall Street Journal. Shutting down Iraq’s account at the Federal Reserve Bank of New York could be detrimental to its financial system. The country puts its revenue from oil sales there, and takes out that money to pay government salaries and contracts. The Fed held almost $3 billion in overnight deposits at the close of 2018, according to the most recent financial statement from the Central Bank of Iraq. President Trump threatened to place economic sanctions on Iraq after parliament voted to request that Prime Minister Adel Abdul-Mahdi oust about 5,300 American troops. Those sanctions would also extend to Iran.“

      Unfassbar dämliche Erpressungsversuche von den USA.

      Antworten
      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Ja, unfassbar dämlich.

        Und zugleich ein starker Indikator dafür, dass die USA sich nicht mehr in der Lage sehen oder es schon nicht mehr sind, durch attraktive WERTSCHÖPFUNG zu dominieren.

        Wer derart mit Sanktionen droht, hat zwar MACHT, ist aber nicht mehr an STABILITÄT interessiert.

        Das ist gefährlich bis hin zu desaströs, wie vor allem wir Europäer auf vermutlich sehr schmerzhafte Weise erfahren werden.

      • Avatar
        Bauer sagte:

        @ D. Tischer und R. Ott

        Sowas sieht natürlich auch China. Das sind die ersten Kandidaten für ein Asien-IMF. Es wird schneller kommen als wir denken, wenn T so weiter macht.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer, Bauer

        Ganz kurzfristig, auf Sicht von ein paar Wochen oder höchstens Monaten, können solche Drohungen schon funktionieren.

        Aber der Irak weiß jetzt, dass er die Amerikaner, die sich gerade vom Verbündeten zum militärischen Besatzer verwandeln, nur dann aus seinem Land herausbekommt, wenn er sich vom amerikanischen Zahlungsverkehrssystem und der Weltleitwährung US-Dollar abwendet.

        Da stimme ich mit Bauer voll überein: Das ist die beste Werbung für die chinesische Initiative, egal wie die letztendlich genau aussehen wird, ob nun mit Gold-Yuan, Machtübernahme im IWF oder eigenem Währungsfonds und alternativem Zahlungsverkehrssystem zu SWIFT.

        @Arda Sürel

        „Ja es ist richtig, dass die Absicht dieser Staaten nicht die Ungestaltung des Weltwaehrungssystems ist. Diese Staaten haben erfahren und erlebt, dass die Vereinigten Staaten das Weltwaehrungssystem sanktionaer missbrauchen“

        Ich fürchte, dass die USA den Unterschied, auf den Sie abzielen, nicht mehr begreifen. Für die ist es mit ihrer aktuellen außenpolitischen Ideologie (und das schon seit den 1990er Jahren, nicht erst sein Trump) ein grundlegendes *Feature* des Dollar-dominierten Weltwährungssystem, dass man mit der Zugriffsverweigerung renitente Staaten sanktionieren kann.

        Da hilft es nur noch, sich eine Alternative zu suchen.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott, Bauer

        Wenn die USA derart den Irak warnt, seine Hoheitsrechte auszuüben, spielt das natürlich China in die Karten, ein vom US-Dollar unabhängiges Währungs- und Zahlungssystem zu etablieren. Das wäre sicher auch für Regierungen nicht muslimischer Staaten attraktiv.

        Allerdings:

        Es dürfte auch die Befürchtung zunehmen, vom Regen in die Traufe zu gelangen.

        China ist zwar äußerst zurückhaltend, außerhalb seiner Grenzen militärisch aktiv zu werden, aber eine schon heute speziell in Asien und vermehrt auch in Afrika dominant auftretende Wirtschaftsmacht (Kreditgeber, neue Seidenstraße).

        Das Unterfangen würde für China kein Selbstläufer sein.

    • Avatar
      Arda Sürel sagte:

      ‚Hier wird von der ABWEHR von Sanktionen geredet, nicht von der UMGESTALTUNG des Weltwährungssystems.

      Das eine muss das andere nicht ausschließen, ist aber bezüglich der Absichten doch etwas anderes‘

      Ja es ist richtig, dass die Absicht dieser Staaten nicht die Ungestaltung des Weltwaehrungssystems ist. Diese Staaten haben erfahren und erlebt, dass die Vereinigten Staaten das Weltwaehrungssystem sanktionaer missbrauchen (Beispiel: Verhaftung des Vizedirektors der türkischen staatseigenen Halkbank 2013 in New York mit der Begründung, die Halkbank habe entgegen amerikanischer, von der Türkei nie anerkannter, Sanktionen, die Bezahlung des Erdölimports der Türkei aus dem Iran durchgeführt).

      Solange der grösste Teil internationaler Zahlungen über Korrespondenzkonten in den Vereinigten Staaten abgewickelt wird, ist die Abwehr von Sanktionen nahezu gleichbedeutend mit der Umgestaltung des Weltwaehrungssystems.

      Antworten
  10. Avatar
    Horst sagte:

    „Diesen Mengen, die zur Deckung eines Goldstandards mobilisierbar sind, steht eine Jahresförderung von über 3’000 t Gold gegenüber. Das sind überschlägig rd. 5 % jährlicher Zuwachs der Goldbasis. Das Wachstum des Welt-GDP liegt bei 3 %. Das passt ganz gefällig zusammen.“

    „Gold ist ein sehr knappes Gut“. 3000 t/a sprechen Bände.

    Was Sie hier beschreiben, Bauer, sind Ihre feuchten Träume, als 10-Unzen-Besitzer von heute den großen Reibach machen zu können, da Sie auf den dystopischen Pfaden eines Kralls oder Ottes wandeln, sollte der CRASH eintreten.

    Weder Russland noch China haben ein Interesse daran, ihre Landeswährungen an Gold zu koppeln, würde es bedeuten, die Handelsbeziehungen zu Europa und den USA würden massiv einbrechen, da diese nicht über ausreichende Goldreserven verfügen, um diese in ausreichendem Maße zu bedienen.

    Wie Alexander ausführte, erfuhr auch das Kaiserreich TROTZ „formal goldgedeckter Währung“ eine tiefe Rezession, über mehrere Dekaden. Damals waren ALLE wichtigen Währungen (Franc, USD, Pfund) „formal an Gold gedeckt“. Ebenfalls konnte ab 1929 eine tiefe und globale Rezession eintreten (diesmal jedoch unter weit umfassenderen Umständen) TROTZ „formal goldgedeckter Währung“.

    ALLEN GING ES GUT mit einer solchen Währung? Vielleicht werfen Sie noch einmal einen Blick in die Geschichtsbücher und Statistiken aus diesen Jahren, um zu veränderten Erkenntnissen zu gelangen.

    Insgesamt bedeutet es, dass – EMPIRISCH zu belegen – eine „formal goldgedeckte Währung“ vor Rezessionen und Benachteiligen von Einkommens- und Bevölkerungsgruppen nicht schützt. Das Gegenteil ist der Fall.

    Festgehalten werden kann aus meiner Sicht, dass das Kreditgeldsystem in seiner heutigen Ausprägung an seine Kapazitäts- und Verteilungsgrenzen gestoßen ist, EMPIRISCH zu belegen ist jedoch, dass es vor allem seit 1971 für einen massiven Wohlstandsschub – GLOBAL – gesorgt hat.

    Antworten
    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Horst

      „Weder Russland noch China haben ein Interesse daran, ihre Landeswährungen an Gold zu koppeln, würde es bedeuten, die Handelsbeziehungen zu Europa und den USA würden massiv einbrechen, da diese nicht über ausreichende Goldreserven verfügen, um diese in ausreichendem Maße zu bedienen.“

      Wenn Europa und die USA etwas aus Goldstandard-Russland und Goldstandard-China importieren wöllten, könnten sie ja Gold auf dem Weltmarkt einkaufen um damit ihre Importe zu bezahlen. Wo ist da das Problem? Oder glauben Sie etwa, Europa und die USA seien in Wirklichkeit pleite? ;)

      Davon abgesehen: Wenn Sie daran glauben, dass Ihr Satz stimmt – den Anreiz zu welchem Verhalten schafft dann die Verhängung von Handelssanktionen, wie sie die EU gegen Russland verhängt hat?

      „Wie Alexander ausführte, erfuhr auch das Kaiserreich TROTZ „formal goldgedeckter Währung“ eine tiefe Rezession, über mehrere Dekaden. “

      Über mehrere Dekaden gab es eine „tiefe Rezession“ im Kaiserreich? Interessant! Wann genau soll das gewesen sein?

      „Insgesamt bedeutet es, dass – EMPIRISCH zu belegen – eine „formal goldgedeckte Währung“ vor Rezessionen und Benachteiligen von Einkommens- und Bevölkerungsgruppen nicht schützt.“

      Wenn Sie den heiligen Gral der sozialistischen Planwirtschaft finden wollen, muss ich Sie leider enttäuschen. Es gibt überhaupt kein Geldsystem, das grundsätzlich „vor Rezessionen“ schützt. Die wird es immer geben. Und „Benachteiligungen“ von irgendwelchen Gruppen auch.

      In der kommunistischen Fantasiewelt mit der Utopie von der klassenlosen, hierarchielosen und besitzlosen Gesellschaft (hahaha) mag das anders sein – aber ich dachte, wir diskutieren hier zumindest halbwegs auf realistischer Basis?

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      Thomas M. sagte:

      „Weder Russland noch China haben ein Interesse daran, ihre Landeswährungen an Gold zu koppeln, würde es bedeuten, die Handelsbeziehungen zu Europa und den USA würden massiv einbrechen, da diese nicht über ausreichende Goldreserven verfügen, um diese in ausreichendem Maße zu bedienen.“

      Ist das so? Ich hatte irgendwann einmal eine Relativierung der staatlichen Goldreserven am BIP gesehen. Da lagen zumindest Deutschland und USA – meine ich; das ist schon über ein Jahr her – sehr gut vom Verhältnis, während Länder wie China und Russland noch großen Aufholbedarf hätten. Natürlich können die USA dann nicht weiter permanent „zu viel“ importieren und müssen irgendwann auch mal entsprechend liefern.

      Ich will damit nicht sagen, dass eine Golddeckung kommt. Aber eine Frage mit potenziell großer Antwort wirft es schon auf, dass Russland und China so fleißig Goldbestände aufstocken.

      Vielleicht ist es dort auch „nur“ die Versicherung für einen Währungskollaps oder aber das Umshiften der Dollar-Bestände in Gold für die Zeit nach dem US-Dollar. Who knows… Und vielleicht gibt es auch nicht den einen Grund, sondern mehrere. Das hielte ich für wahrscheinlich. Wer FIAT-Geld und Gold kombiniert, hat mehr Handlungsoptionen und senkt Risiken. Das gilt auch für Zentralbanken.

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        Horst sagte:

        Da Sie hier bisher noch nicht in Erscheinung getreten sind, nehme ich an, dass das wirklich Große Spiel der Zukunft (dazu gehört gewiss nicht die Transformation des Kreditgeldsystems in ein Kreditgeldsystem mit Golddeckung oder rein auf Gold lautendes Zahlungssystem) ohne Ihre geschätzte Mitwirkung stattfinden wird.

        Wie „ad Alexander“ zurecht ausführte, sollten Edelmetalle jemals gesetzliches Zahlungsmittel werden, sollten die Gerontokraten kämpfen können, denn dann wird jede Rechtsordnung zerbrochen sein. Dann dürfen Sie das große Lied der Freiheit noch einmal anstimmen.

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        Felix sagte:

        Es gibt hier zwei Foristen, die uns nahelegen, „zum Gold noch die Knarre“ zu nehmen. Weil es doch automatisch zu Mord und Totschlag käme, wenn das Fiat-Geld verschwände.
        Ich glaube das nicht, weil auch 1923 und 1949 nicht so vollkommen entglitten sind. Zudem kann der Staat mittels Gold die öffentliche Ordnung über Nacht wieder sicherstellen (so sie denn überhaupt noch bestand!).
        Da aber jede Fiat-Währung irgendwann im Orkus der Geschichte verschwindet, muss man wohl über dieses Szenario auch nachdenken.

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    Wolf Palmer sagte:

    Na also, endlich hat Herr Bauer fundamentale Aussagen zu GOLD gemacht. Dafür gebührt ihm unser Dank.

    Die besten „Freunde der Falschgeld-Druckerei“, die gleichzeitig auch als Super-Multiblogger teilweise diesen Blog dominieren, werden natürlich auch weiterhin ihre Ansicht vertreten, daß nur Fiatgeld, QE, OMT, MMT und Helikoptergeld die aussichtslose Position der Transfer-Union und ihre Falschgeld-Währung garantieren können.

    Da wird auch mancher Blogger zur ahnungslosen Micky-Maus und zum Wahrsagekugel-Analysten degradiert, damit es ja keiner wagt, die haarsträubenden Thesen dieser Falschmeinungs-Bildner im Blog zu kritisieren.

    Meine wackere Astro-Frau und ich haben schon seit vielen Jahren das Ende des jetzigen Geldsystems vorausgesehen und unsere Überschüsse konsequent in Gold, Silber und anderen Sachwerten angelegt.

    Außerdem werden wir ganz sicher die kollabierende Transfer-Union in dem Moment verlassen, wenn Goldverbot und Bargeld-Abschaffung drohen und weiterhin die deutschen, einfältigen Wähler Politikern zur Macht verhelfen, die im Europa-Wahn unser Land irreversibel schädigen.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Palmer

      „Da wird auch mancher Blogger zur ahnungslosen Micky-Maus und zum Wahrsagekugel-Analysten degradiert, damit es ja keiner wagt, die haarsträubenden Thesen dieser Falschmeinungs-Bildner im Blog zu kritisieren.“

      Das Lustige an dem Micky-Maus-Spruch ist ja, dass auch der berühmte Geldspeicher von Dagobert Duck offenbar voll mit goldenen Münzen ist: https://www.filmfad.com/wp-content/uploads/2016/05/Ducktales-Scrooge-Money-Bin.jpg

      Zum Glück wissen wenigstens seine Neffen, dass Banknoten natürlich viel wertstabiler und vertrauenswürdiger sind als die barbarischen Relikte. ;)

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        Wolf Palmer sagte:

        @Herr Ott

        Kaum hat es Herr Bauer gewagt, in dem von DT und MS stark frequentierten Blog seine fundierten Ansichten über GOLD zu veröffentlichen, haben unsere Super-Multi-Blogger DT und MS sofort reagiert.

        Die vielleicht besten Freunde unserer Falschgeld-Druckerei haben 9 (DT) und 7 (MS) Beiträge geschaltet, um das verzerrte Meinungsbild der Foristen wieder in das rechte Licht zu rücken.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Wolf Palmer

        Können Sie endlich mal aufhören, hier Ihren Unsinn zu verbreiten?

        Ich bin kein Freund der „Falschgeld-Druckerei“.

        Es gibt sie und daher muss man verstehen, was sie TUT und BEWIRKT.

        Ihre Attitüde, andere zu verunglimpfen, leistet nicht den geringsten Beitrag dazu.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        Da ist Hopfen und Malz verloren, Herr Tischer und somit jede Zeile an WP reine Zeitverschwendung. Dieses Blog verträgt durchaus auch zwei Trolle. Einfach ignorieren. Hatte bei Statler und Waldorf (alias NoFiatmoney und Ondoron) ja auch funktioniert.

        LG Michael Stöcker

  12. Avatar
    Bauer sagte:

    Mein Beitrag hat offensichtlich voll ins Schwarze getroffen. Über 75 Kommentare am ersten Tag der Veröffentlichung sind immerhin ein eindrucksvoller Beweis. Unser Dr. Stelter hat wohl selten mehr registriert. Und ich bedanke mich bei den fleissigen Kommentatoren. Ich bitte aber auch um Verständnis, dass ich nicht auf jeden Kommentar gezielt eingehen kann. Trotzdem versuche ich, auf einzelne sich wiederholende Argumente näher einzugehen, obwohl ich nichts zu verteidigen habe, denn ich stelle Fakten zur Debatte und meine Schlussfolgerungen kann man ruhig als Vermutungen auffassen, um die Diskussion anzuheizen. Apodiktische Prognosen sind nicht meine Sache, wohl aber sehe ich Wahrscheinlichkeiten, und das ist schon eine Menge wert im Nebel.

    Einige Kommentatoren denken noch zu sehr euro- oder atlantisch-zentrisch. Die Argumente sind teilweise interessant, teilweise bekannt, aber warum diese nicht einmal von der anderen Seite der Welt her sehen? Dann wird man vielleicht merken, dass sie nur mehr im West-Dorf relevant sein könnten. Die westlichen Industriestaaten mit Japan befinden sich nämlich schon längst in der Minderheit nach Staatsfläche, Bevölkerung und Altersstruktur, natürlichen Resourcen (Rohstoffen), Wirtschaftswachstum und Aufstiegswillen, und diese Tendenz ist ungebrochen. Dahinter setzt Afrika bereits zum grossen Sprung an.

    Konkret: China hat bereits die Führung auf dem Goldmarkt. Und es hat ein Interesse, da es sonst nicht seit Okt. 2016 den Goldkurs steuern würde. In diesem Zusammenhang fällt auf, dass sich hohe chinesische Regierungsmitglieder gleich mehrfach und nicht nur beiläufig positiv zu einer auf Gold basierten Währung ausgesprochen haben. Weiterhin arbeitet China an einer Art asiatichem IMF ohne viel darüber zu reden.

    Konkret: Seit dem 1. Januar 2020 hat Gold den “peg” bei 1100 SDR/oz. verlassen und befindet sich wieder in steilem Anstieg. Es ist noch zu früh, da einen neuen Trend anzunehmen oder gar zu spekulieren, wo ein solcher wieder enden wird, verdient allerdings genaue Beobachtung.

    Konkret: Wie einige Kommentatoren sehr richtig bemerkt haben, bedingt ein Übergang zu einer goldbasierten Weltwährung eine erhebliche Verminderung der aufgeblähten Bilanzen der Nationalbanken. Über den Ablauf kann man nur raten, den es ist ein politischer Prozess, der länderweise durchaus unterschiedlich ablaufen kann. Auch ist das nötige Abschmelzverhältnis nicht einheitlich, sondern für jeden Währungsraum individuell zu erwarten. An der Spitze dürften da die USA stehen, was die Sache nicht einfacher macht. Ich kann und will mich dazu nicht mit Zahlen äussern, aber das kann ja jeder selbst versuchen, indem er M1, multipliziert mit dem angestrebten Deckungssatz (etwa zwischen 0.30 und 0.40) den Goldreserven gegenüberstellt. Russland steht da übrigens am besten da, es könnte schon heute aus dem Stand den Rubel mit Golddeckung ausstatten.

    Konkret: China, Russland, Iran und einige kleinere Staaten widersetzen sich den US-Sanktionen und handeln bereits untereinander am USD vorbei. Auch die EU arbeitet an einem vergleichbaren System, hat aber bislang nicht den Mut gefunden, damit Ernst zu machen. Sobald da die kritische Masse erreicht wird, könnte der USD an den Rand gedrängt werden. Ich denke vorzugsweise an die Rohstoff-exportierenden Länder. Sobald die realisieren, dass sie sich mit ihren USD-Erlösen nur heisse Luft einhandeln statt Kaufkraft auf dem Weltmarkt, werden sie die Seite wechseln.

    @ troodon
    >>”… Wieso sind Sie dieser Auffassung ?” Es ist eine Vermutung. Börsenmanöver sind anonym und daher höchstens von der SEC durchschaubar.

    @ M. Stöcker
    >>”Übrigens: Gold ist keine Währung, da es sich gerade NICHT in der Zeit BEWÄHREN muss. Es ist das ultimative Zahlungsmittel, wenn die Rechtsordnung zerfällt.”
    Gegenfrage: Welches fiat-Geld hat sich schon in der Zeit BEWÄHRT?
    Und: Wir stehen doch ziemlich am Ende unserer Rechtsordnung, oder nicht?

    @ Thomas M.
    >>”Falls es sich tatsächlich um eine *langfristige* *Steuerung* des Preises handelt, weshalb wäre dann aktuell auf 1.100 SDR/oz. tariert worden? Was würde dahinter stecken?”
    Nun, Gold ist nur in USD oder CNY handlebar. Ausserdem sind auch andere starke Spieler (Terminkontrakte!) am Werk. Dass Gold seit 1.10.2016 auf dem damaligen Kurs festgezurrt wurde, sehe ich als Zeichen, dass die interessierte Partei sich erst warmlaufen musste, um diesen “peg” (der keiner ist) zu halten. Das Ziel liegt offensichtlich weit höher, siehe der Anstieg im Mai 2019 auf 1100 SDR/oz (um die Marktmacht zu testen) und jetzt ganz neu ein weiterer Anstieg mit unbekanntem Ziel.

    @ felix, @ R. Ott
    >>”Dass die Chinesen die SDR an die Stelle des Dollars heben wollen, scheint mir unrealistisch.”
    Das kommt darauf an. Wenn China den IMF kapern kann, werden sie es wahrscheinlich auch tun. Ansonsten werden sie wohl ihren Asien-IMF aktivieren unter Teilnahme der jetzt schon vom USD abgeschnittenen Staaten. Nur eines ist sicher, sie wollen den USD ablösen, bzw. ihm ein Bein stellen.

    @ foxxly
    >> “Falls es zu eine Golddeckung kommen sollte, besteht höchste Gefahr, dass privater Goldbesitz bzw. -Handel verboten werden würde!?”
    Das ist in der Tat nicht auszuschliessen. Es wird aber dann immer Staaten geben, die das nicht mitmachen, sogar in Europa (geografisch gesehen). Private Goldtransporte sind schon heute eine Angelegenheit höchster Diskretion, daran würde sich nichts ändern. Abschrecken wird das die wenigsten.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Bauer

      In der Tat, Ihr Beitrag hat voll ins Schwarze getroffen.

      Ich kann mich nicht erinnern, dass es an einem Thread dieses Blogs so intensiv und vogelwild zugegangen ist, wie an diesem.

      Noch zwei Bemerkungen, ohne das Thema groß aufzubohren.

      >Die westlichen Industriestaaten mit Japan befinden sich nämlich schon längst in der Minderheit nach Staatsfläche, Bevölkerung und Altersstruktur, natürlichen Resourcen (Rohstoffen), Wirtschaftswachstum und Aufstiegswillen, und diese Tendenz ist ungebrochen.>

      Das ist richtig – und sie wird sich auch nicht rückgängig machen lassen.

      >Dahinter setzt Afrika bereits zum grossen Sprung an.>

      Es erfüllt einige Kriterien für einen „großen Sprung“, hat m. A. n. aber erhebliche institutionelle und darüber hinaus strukturelle Probleme, so dass sie mit dem Sprung auf absehbare Zeit im Mittelmeer landen werden.

      Ich sehe jedenfalls keine Parallele zu Chinas „mit Bevölkerungswachstum zu Wohlstand“

      >Weiterhin arbeitet China an einer Art asiatichem IMF ohne viel darüber zu reden.>

      WENN das so sein sollte, dann wird China seine Wirtschaft nicht an die Golddeckung binden wollen.

      Es benutzt den Goldmarkt deshalb nur als MITTEL, vor allem dem USD und damit der USA zu schaden.

      Richtig?

      Klären Sie mich bitte auf – ich bin nicht wirklich drin in der globalen Goldthematik.

      Sollte meine Schlussfolgerung richtig sein, dann passt dazu nicht:

      >In diesem Zusammenhang fällt auf, dass sich hohe chinesische Regierungsmitglieder gleich mehrfach und nicht nur beiläufig positiv zu einer auf Gold basierten Währung ausgesprochen haben.>

      Es wäre mehr oder weniger nur Taktik.

      Oder glauben Sie wirklich, dass damit die Vorstellung verbunden ist, über eine solche Währung das Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft und das anderer EINBREMSEN zu wollen?

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        Felix Schroeder sagte:

        @ D. Tischer: Nur ein Aspekt zur möglichen Absicht des „Einbremsens“.
        Das würde China zwar nicht mit einer Golddeckung erreichen (warum?), aber vielleicht doch in Kauf nehmen. Ich sehe keine Möglichkeit, einer völlig friktionsfreien „Stabübergabe“ von den USA an China, noch irgendeine Akzeptanz der USA, dass sich eine zweite Machtballung dieser Größe etabliert.

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        Bauer sagte:

        @ D. Tischer

        Auf Ihre Kommentare an mich und andere will ich detailliert antworten :

        >> “…so dass sie mit dem Sprung auf absehbare Zeit im Mittelmeer landen werden.”

        Das ist bereits im Gange und schon schlimm genug für Europa. Klar, dass der Weg nach oben holprig ist und Opfer erfordert. Aber das schreckt nicht davon ab, es zu versuchen.

        >> “WENN das so sein sollte, dann wird China seine Wirtschaft nicht an die Golddeckung binden wollen.”

        Ich darf daran erinnern, dass China in seiner Blütezeit das Papiergeld erfunden hat und über lange Zeit benutzte, sich daran aber auch ruiniert hat. Noch heute wird bei traditionellen Hochzeiten dieses alte Papiergeld schubkarrenweise als Glücksbringer verschenkt. Das sitzt tief im Gedächtnis und hält den Wunsch nach einer Golddeckung wach, bis China sich das wieder leisten kann. Für einmal ist die chinesische Führung glaubhaft, wenn sie dem Goldstandard das Wort redet und dieses Ziel im Auge hat.

        Sie haben jedoch recht, dass China sich da kein Korsett anlegen will. Meine Überlegung ist daher, dass China eine internationale Organisation anstrebt unter seiner Fuchtel, ob IMF oder Asien-IMF sei dahingestellt, die den Goldstandard hält und den internationalen Zahlungsausgleich durch physischen Goldtransfer zwischen den Staaten überwacht (ähnlich der BIS in Basel). Die einzelnen nationalen Währungen hängen dann mit einer fixen Parität an diesen mit Gold hinterlegten Ziehungsrechten, Paritäten welche natürlich konsensuell veränderbar sind. Das entspräche in weiten Teilen einem neuen Bretton Woods, jedoch ohne die nationale Dominanz über den Gold-peg wie ihn seinerzeit die USA hatten. Das ging ja bekanntlich schief, da sich dadurch nationale und international Interessen nicht mehr auseinander halten liessen.

        Dass diese Strategie das amerikanische Geldsystem bricht, ist dabei ein wohlüberlegter Effekt. Es sieht so aus als ob China mit einer stufenweisen Anhebung des Goldpreises (in SDR/oz) mit Unschuldsmiene gerade die Schmerzgrenze der USA testet.

        Zu dem Dilemma Wachstum und Goldstandard, an anderer Stelle schon mehrfach als Einwand gebracht:

        Gegenwärtig befinden sich rd. 50’000 t Gold de fakto in stattlichem Besitz oder bei internationalen Organisationen. Sollte es zu einem Goldstandard kommen, werden in den teilnehmenden Staaten erhebliche Bestände aus private Besitz wieder am Markt erscheinen, da ja dann das individuelle Schutzbedürfnis sinkt. Allein in Indien spricht man von bis zu 20’000 t im nicht deklarierten privaten Besitz.

        Diesen Mengen, die zur Deckung eines Goldstandards mobilisierbar sind, steht eine Jahresförderung von über 3’000 t Gold gegenüber. Das sind überschlägig rd. 5 % jährlicher Zuwachs der Goldbasis. Das Wachstum des Welt-GDP liegt bei 3 %. Das passt ganz gefällig zusammen.

        Es sollte auch nicht vegessen werden, dass die USA im 19. Jhdt. ihre Expansion über den gesamten Kontinent mit einem Edelmetallstandard finanzieren konnten und dass Deutschland zwischen 1871 und 1910 sein GDP mit einem Goldstandard ohne nenenswerte eigene Goldlagerstätten und ohne Inflation mehr als verdreifacht hat. Es geht also, allerdings ohne einen hypertrophierten und von der Realwirtschaft abgehobenen Finzanzsektor, was ja nur wünschenswert wäre.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Bauer

        Die Wirtschaftskrise zum Ende des 19.Jahrhunderts war global von Deflation geprägt. Was wir heute als Preisstabilität mit Kaufkraftgewinn bewundern, erzeugte damals den Ausdruck „deutsche Nervosität“ & „amerikanische Gefahr“. https://www.zeit.de/2016/52/globalisierung-angst-deutsche-krise-kaiserreich-vergleich-joachim-radkau

        Schon damals hätten Konzernzusammenbrüche nationale Regierungszusammenbrüche verursacht und die ständige Drohung von Massenarbeitslosigkeit daraus den Wunsch nach Stabilität. Genau aus stabilisierenden Gründen wurde das FED 1913 gegründet.

        Natürlich kann niemand die Pest der Deflation nicht mit Cholera fiat money bekämpfen, aber es währt nun schon über Jahre….

        Ich will damit nicht dem fiat money das Wort geben, sondern anerkenne historische Tatsachen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Alexander

        „Die Wirtschaftskrise zum Ende des 19.Jahrhunderts war global von Deflation geprägt. Was wir heute als Preisstabilität mit Kaufkraftgewinn bewundern, erzeugte damals den Ausdruck ‚deutsche Nervosität‘ & ‚amerikanische Gefahr‘.“

        Na und? Internationalen Wettbewerb gibt es heute immer noch, sogar durch die Globalisierung viel mehr als früher. Und statt „Neurasthenie“ heißt die aktuelle Modediagnose „Autismus“ und wird am besten mit Globuli behandelt – aber dafür macht der linke „Umwelt-Historiker“ in diesem ZEIT-Interview interessanterweise nicht die aktuelle Fiat-Geldpolitik der Zentralbanken verantwortlich…

        „Schon damals hätten Konzernzusammenbrüche nationale Regierungszusammenbrüche verursacht und die ständige Drohung von Massenarbeitslosigkeit daraus den Wunsch nach Stabilität.“

        Der Zusammenbruch welches Konzerns hat denn Anfang des 20. Jahrhunderts irgendwo den Zusammenbruch einer Regierung ausgelöst?

        „Massenarbeitslosigkeit“ ist ein Begriff aus der Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 1920er Jahren. Vor der Zeit, die wir in Deutschland „Gründerzeit“ nennen, wussten die meisten Leute mit dem Begriff „Arbeitslosigkeit“ noch gar nichts anzufangen. Damals war die Wirtschaft noch so unproduktiv und der Lebensstandard so niedrig (und das Sozialsystem nicht existent) das so etwas wie Arbeitslosigkeit gar nicht vorstellbar war.

        „Ich will damit nicht dem fiat money das Wort geben, sondern anerkenne historische Tatsachen.“

        Sie blicken mit einer merkwürdigen Mischung aus Rezessionsangst und Ehrfurcht vor den Zentralbanken auf die Geschichte der Zeit um 1900 herum – ich weiß nicht, ob das bewusst von Ihnen geschieht, oder ob Sie da linken Historikern und ihren Narrativen auf den Leim gegangen sind und deren Darstellungen jetzt für die einzig mögliche Sicht auf diese Epoche halten.

        Ganz grundsätzlich: Glauben Sie eigentlich, dass Zentralbanken mit Fiat Money in der Lage dazu sind, die Wirtschaft so genau feinzusteuern dass es gar keine Rezessionen mehr gibt? Wenn nicht, dann müssen Sie die Möglichkeit eines Wirtschaftsabschwunges als Teil der Lebenswirklichkeit akzeptieren. Generationen vor Ihnen haben das auch schon überlebt, meiner Meinung nach gehört es einfach zur zyklischen Natur der Wirtschaft und zur menschlichen Natur und der Abfolge von Überschwang und Angst dazu. Da hilft auch der große Onkel von der Zentralbank nicht.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @Bauer

        Als Libertärer habe ich die einschlägige Literatur gelesen und laufend mit der Eigentumsökonomik / Debitismus abgeglichen.

        Warum hat Ludwig v. Mises geschrieben, dass der NationalSozialismus im dt. Reich um die 19. Jahrhundertwende fertig ausgeprägt war? Weil die Menschen so glücklich in ihrer Nervosität ökonomische Details verstanden? Das Desinteresse an Ökonomie dürfte dem heutigen nicht nachgestanden haben.

        Diese paper zum Mythos „new deal“ erklärte mir einiges:
        https://growth.uni-hohenheim.de/fileadmin/einrichtungen/growth/Keynes/paper_blomert.pdf

        Das Kaiserreich war so wenig in der Lage wie Angela Merkel heute, die ökonomischen Probleme zu lösen. Zugleich wollte man den Zerfall (s. link) der industriellen Strukturen verhindern und die Lösung waren ganz keynesianisch Staatsausgaben…damals in Rüstung.
        Einführung der Schaumweinsteuer zur Finanzierung der kaiserlichen Marine und Auslastung der Kruppwerke war 1902 – heute der new green deal mit Greta/Lagarde.

        Die Deflation hatte UK am deutlichsten getroffen und das dt. Reich sollte an Wirtschaftskraft überholen…… -> Blubb, der erste Weltkrieg wurde vom dt. Reich gaaaanz allein verschuldet, weil eines der Pulverfässer explodierte. (vgl. heute Syrien, Krim, Balkan, Indien, Türkei, Iran, Irak, Lybien, Taiwan, Hongkong und Massenmigration nach Europa….)

        Wir werden nie herausfinden welcher Konzernzusammenbruch was ausgelöst hätte, denn die wichtigsten Konzerne haben beide Weltkriege überlebt….wie in den USA, Resteuropa…ja die Siegerkonzerne sind gestärkt aus der Krise hervor gegangen.

        Im Zeitalter der Massendemokratie werden Sie mit „Na und, Globalisierung/Wettbewerb gab es schon immer“ keinen kleinbürgerlichen Schuldner davon überzeugen, dass ausgerechnet sein Job und seine Familie jetzt obsolet sind, nach 30 Jahren Nullzinspolitik. Jeder Depp hat eine Stimme und radikale grüne Utopisten nutzen das JETZT recht geschickt.

        Ich möchte gerne ihre Thesen diskutieren, aber nicht Glauben/Wünsche/Gefühle.
        Ich trenne meine Wünsche und Glauben von den Tatsachen, die beidem Grenzen setzen.

        Der Debistismus lehrt, dass es keinen freien Markt gab und niemals geben wird, weil das Gewaltmonopol und Freiheit ausschließen. Die Gewaltenteilung als Kompromiß zwischen Freiheit und Staat ist aufgekündigt und heute Makulatur. Das GG offline, d.h. probieren Sie es aus und leisten Widerstand!

        Gold ist Versicherung gegen Staatsversagen und Planwirtschaft scheitert in jeder Form

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        Danke für Ihre ausführliche, gehaltvolle Antwort.

        Wir müssten wohl sehr vertieft über unterschiedliche Einschätzungen reden.

        Unsere Auffassungen sind wohl am größten bezüglich der MENGENMÄSSIGEN Verfügbarkeit von Gold bezogen auf das weltwirtschaftliche WACHSTUM.

        Ich habe Zweifel, dass die BEGRENZTE Menge Golds auf diesem Planeten einem TENDENZIELL unbegrenzten Wachstum entspricht.

        Bei diesem Szenario ergeben sich freilich Variablen, so ließe sich die unterlegte Goldeinheit im Konsens sicher etwas strecken, wobei dann aber vermutlich über das „mit Was“ gestritten würde, weil nicht jede Nation oder jedes politisch verhandelnde Unit die gleiche Menge von jenem Was aus der Erde holen oder für sich zuträglich erwerben kann.

        Denkbar auch, und in meinen Augen überhaupt nicht abwegig, das unsere heutigen Vorstellungen vom globalen Wachstum schon vorher REVIDIERT werden und zwar auf eine real sehr konsequente und zugleich unvorstellbar dramatische Weise.

        Dann sähe es mit eine durch Gold gedeckten Weltwährung schon anders aus, auch wenn sie dann vermutlich nicht mehr vorrangig auf der Tagesordnung stehen würde.

      • Avatar
        Bauer sagte:

        @ D. Tischer

        >> „Ich habe Zweifel, dass die BEGRENZTE Menge Golds auf diesem Planeten einem TENDENZIELL unbegrenzten Wachstum entspricht.“

        Stimmt schon, Gold ist begrenzt wie alles auf dieser Erde. Deshalb wird es auch kein unbegrenztes Wachstum geben.

        Zunächst: Der Goldpreis wird noch gewaltig steigen, bis Gold werthaltig genug sein wird als Währungsbasis. Nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage wird dann auch die Goldförderung entsprechend steigen. Die Minen waren bei dem künstlich gedrückten Goldpreis am Rande ihrer Existenz und konnten nur noch die relativ reichsten Vorkommen ausbeuten. Das absolute Tief war bei 1’050 USD/oz. erreicht. Eine Goldmine absaufen zu lassen, bedeutet technisch das Ende. Wir waren ganz nahe dran. Wir werden also noch lange genug Goldnachschub haben.

        Sodann: Die Formel für Wachstum ist die Exponentialformel
        (y = k * a^x). Sie gilt in reiner Form nur im unendlichen Raum, den wir nirgends haben. Ein anschauliches Beispiel sind Epidemien. Ihre Verbreitung beginnt immer exponentiell. Deshalb werden sie auch anfangs unterschätzt, obwohl die Epidemologen bereits Zeter und Mordio rufen. Da aber im begrenzten Umfeld (die Bevölkerung) jeder Tote und jeder überlebende (immunisierte) Kranke die Basis verkleinert, läuft die Epidemie mangels ansteckungsfähiger aus. Bei den klassischen Epidemien der Geschichte (ohne wirksame Medikamente) lag dieser Scheitelpunkt bei etwa 30 bis 50 % nicht überlebenden.

        Die Ökonomie kennt ein vergleichbares Gesetz, nämlich den abnehmenden Grenznutzen bei zunehmender Sättigung.

        Deshalb MÜSSEN auch die erzielbaren Zuwachsraten sinken, in China genauso wie in den voll entwickelten Volkswirtschaften. Und deshalb habe ich auch in meinem Exposé den „Wachstumszwang, der in den hoch entwickelten Staaten nicht länger leistbar ist“ erwähnt.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @Bauer
        Dank für einen Klassebeitrag und ein Vortrag zu Raum, Zeit, Wesen durch: Spiegelneuronen – Schlüssel zur Menschwerdung von Terence Dowling
        https://youtu.be/PvfFyD0vtEc
        Klingt unwissenschaftlich aber diese ereignet sich ja auch nur in uns sozialen Menschen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Ich habe Zweifel, dass die BEGRENZTE Menge Golds auf diesem Planeten einem TENDENZIELL unbegrenzten Wachstum entspricht. Bei diesem Szenario ergeben sich freilich Variablen, so ließe sich die unterlegte Goldeinheit im Konsens sicher etwas strecken, wobei dann aber vermutlich über das „mit Was“ gestritten würde, weil nicht jede Nation oder jedes politisch verhandelnde Unit die gleiche Menge von jenem Was aus der Erde holen oder für sich zuträglich erwerben kann.“

        Erinnern Sie sich an die Ihnen bestimmt bekannten Erklärungen, wieso in unserer Geschichte ausgerechnet das chemische Element mit der Ordnungszahl 79 zum Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel im Wirtschaftsleben wurde: Es ist metallisch, homogen, chemisch langzeitbeständig, nicht giftig, nicht radioaktiv und lässt sich relativ leicht schmelzen und verarbeiten. Dass der Nutzwert von Gold begrenzt ist und die Goldnuggets nicht „gerecht“ im Erdboden verteilt sind (was auch immer das genau bedeuten sollte), spielt keine Rolle.

        Wir könnten die Währungen auch an einen Korb von verschiedenen Rohstoffen (sagen wir mal: Eisenerz, Kupfer, Rohöl, Kaffee, Holz und Weizen) binden, da hätte fast jedes Land auf der Welt die realistische Perspektive, irgendetwas davon zu produzieren oder zu veredeln. Sind aber leider teilweise verderbliche Güter von denen es auch noch ganz verschiedene Qualitäten gibt, das führt zu großen praktischen Problemen bei physischen Transaktionen und der Bewertung.

        Ein Denkanstoß: Vielleicht sind wir irgendwann technisch so weit, dass wir elektrische Energie als Währung benutzen können. Ein völlig homogenes Gut mit für alle offensichtlichem Nutzwert. Dafür bräuchten wir aber eine integrierte globale Energie-Infrastruktur die völlig transparent dokumentiert ist und viel günstigere Energiespeicher als wir sie jetzt haben. Die Netzkosten, Speicherkosten und die Verluste beim Speichern und Übertragen wären dann unsere jeweiligen „Transaktionskosten“.

        Solange wir nichts besseres als Gold finden, müssen wir mit dem Deflationsproblem leben – oder alternativ mit Fiat-Money und Hegemonen und ihren Bänkern, denen irgendwann die eigene Macht zu Kopf steigt, und daraufhin regelmäßigen Währungsschnitten.

        „Denkbar auch, und in meinen Augen überhaupt nicht abwegig, das unsere heutigen Vorstellungen vom globalen Wachstum schon vorher REVIDIERT werden und zwar auf eine real sehr konsequente und zugleich unvorstellbar dramatische Weise.“

        Denkbar schon, aber nicht zwangsläufig. Wir haben global gesehen noch so viel Potential beim Wachstum durch Produktivitätsverbesserungen, auch dann, wenn wir nur an die Technologien denken, die schon längst erfunden aber noch nicht überall implementiert sind. Hunderte Millionen Menschen alleine in Indien haben noch keinen Zugang zu Toiletten mit Spülung und Anschluss an ein Klärsystem – das beeinflusst deren Arbeitsproduktivität zwar nur indirekt, aber wenn schon so offensichtliches Verbesserungspotential bei den Klos da ist, können Sie sich ja vorstellen, wie es in der Landwirtschaft und der Industrie dort aussieht…

    • Avatar
      Felix Schroeder sagte:

      @ Bauer

      Zu diesem Gedankenanstoß kann ich nur gratulieren. Was die SDR betrifft, halte ich Ihre Überlegungen auch für logisch. Ich sehe die Sonderziehungsrechte nur nicht für die letztlich anvisierte Währung. Ich schätze, dass die Menschen nirgendwo auf der Welt den Nationalstaat als Konzept so stark hinterfragen und teilweise ablehnen, wie im Westen und dort besonders in Deutschland – und vermute daher, dass hier einige abstrakteren Konzepten zuneigen. China wird seine eigene nationale Währung oder eine neue dementsprechende Kreation im traditionellen Sinne nutzen (müssen), wenn sie den Dollar ersetzen wollen.

      Antworten
      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Felix Schroeder

        >Was die SDR betrifft, halte ich Ihre Überlegungen auch für logisch.>

        Stimme Ihnen zu, halte auch für logisch, was Bauer sagt – als ÜBERLEGUNGEN.

        Ich sehe allerdings eine Realität, die ich zwar hinsichtlich ihrer Entwicklung nicht genau kenne, von der ich aber glaube, sagen zu können, dass sie sich nicht der Logik entsprechen wird.

        >Ich schätze, dass die Menschen nirgendwo auf der Welt den Nationalstaat als Konzept so stark hinterfragen und teilweise ablehnen, wie im Westen und dort besonders in Deutschland – und vermute daher, dass hier einige abstrakteren Konzepten zuneigen.>

        Abgesehen davon, dass Konzept immer abstrakt sind:

        Es mag ja sein, dass im Westen und insbesondere in Deutschland der Nationalstaat als KONZEPT mehr abgelehnt wird, als anderswo in der Welt – Japan wäre freilich auch noch zu erwägen -, TATSACHE ist aber, dass das WOLLEN hin zum Nationalstaat deutlich zugenommen hat. Die Wahlergebnisse und ihre Folgen sind jedenfalls nicht aus der Welt zu schaffen.

        Ich weise nur darauf hin und verbinde damit keine Wertung, vor allem keine, die in irgendeiner Weise als Zustimmung zu den Unberechenbarkeiten Trumps angesehen werden kann.

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      Alexander sagte:

      @ Bauer

      China und Goldstandard widersprechen sich per Realität.

      „In China betrugen die Investitionen 2012 54 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung, der
      inländische Konsum nur 45 Prozent – eine für westliche Verhältnisse unglaubliche Verzerrung.“
      https://www.spiegel.de/wirtschaft/muenchau-ueber-die-china-krise-a-911618.html

      China rettete die Weltwirtschaft durch seine Verschuldungsblasen, denn jeder Investition steht schon aus steuerlicher Sicht meist eine 90% Finanzierung gegenüber.

      Ohne Delfationsschock ändert China gar nichts an seinem Wirtschaftsmodell. Deflations von Schuldner und Ersatz durch Inlandskonsum schließen sich aus.

      Was kümmert es, dass drei Funktionäre der kommunistischen Partei einen positiven Kommentar über Gold absondern? Vielleicht werden diese Menschen demnächst für Korruption in einem Arbeitslager erschossen + Organe verkauft? Dagegen helfen Goldsicherheiten und solche Kommentare der Bonität Chinas, da auch sein fiat money vom Glauben der Handelspartner abhängt.

      Dass sich die EU als Satellit auf dem US Imperium herauslöst ist nach den Russlandsanktionen nicht einmal Spekulation. Ganz im Gegenteil verliert Europa zusammen mit seinem Hegemon jeden Krieg und zieht überall den Kürzeren.

      Dass sich die USA von ihrem Sitz als Weltmacht ohne Krieg verabschieden, wie damals die UdSSR ist nicht warscheinlich Der Iran hat diese Woche erst seine Schwäche bewiesen, durch den Silvesterkracher-Vergeltungsschlag nach dem Verlust eines militärsichen Pop-Stars. Dagegen lebt die Sause im Westen von den Handelsbilanzdefiziten mit den USA, auf der Grundlage militärisch gedeckten Geldschöpfens.

      Was mir nicht gefällt ist diese typische Hoffnung, dass Russland/China und sonst noch jemand die Probleme für Europa/DEUTSCHLAND aus dem Feuer holt, wir unser Wohlstandssystem einfach switchen und gut ist. Das ist der Teil, der mir Sorgen macht….er ist mehrheitsfähig.

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      troodon sagte:

      @ Bauer
      „Es ist eine Vermutung.“
      Eine UNERWARTETE Verschärfung eines Konfliktes führt i.d.R.(zumindest kurzfristig) zu fallenden Aktienkursen. So war es auch in diesem Fall
      Von daher interessiert mich die Begründung für Ihren Gedankengang, dass es zu dem Zeitpunkt (ab 30.7.19) anders hätte kommen sollen. Rein als Gedankenanstoß für mich.

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      Axel sagte:

      @Bauer

      Bei einer goldgedeckten Währung wäre privates Goldbverbot kein Problem, wenn der Eintauschkurs stimmt. Banknoten sind dann so gut wie Gold und wer würde nach einer Währungsreform nicht sowieso umtauschen, um sein Lebensstandard zu erhöhen?

      Vor diesem Hintergrund wäre die Regierung gut beraten, der Bevölkerung zu empfehlen, sich Gold zuzulegen, statt die Menge für anonymen Kauf zu reglementieren. Ein enormer Zuwachs der deutschen Goldvorräte wäre die unmittelbare Folge.

      Das deutsche nur noch begrenzt anonym Gold kaufen können, mit Verweis auf die Geldwäschepraktiken (arabischer) Clans, stößt mir dabei sauer auf, interessiert in diesem Land aber keinen mehr.

      Desweiteren glaub ich persönlich nicht an eine neue goldgedeckte Währung, da Amerika mit seiner Importwirtschaft in kürzester Zeit seine Goldvorräte an die Exportnationen los wäre…

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        ruby sagte:

        @Axel
        Die US Boys um JP Morgen & Co. hatten wohl kurzzeitig gecheckt, was ein Revival für Erfolgsaussichten haben würde.
        Mein Fazit ist wie Ihres und die künstlichen SDR sowie Zentralbanken als leader of last ressort dienen letztlich nur der fortgeführten Bilanzverlängerung zwecks Insolvenzverschleppung bis zum final countdown.

  13. Avatar
    foxxly sagte:

    ich wundere mich schon über den glauben vieler schreiber hier, dass eine golddeckung eine (gute) lösung sein würde, und glauben machen wollen, dass zwangsläufig alle begleiterscheinungen der aktuellen währungen beseitigt währen. idealer weise braucht sich die geldmenge nur dem wachstum der wirtschaft anzupassen. das problem sind doch immer die menschen, welche die geldmenge und den zins steuern. somit muss klar sein, dass es im eigentlichen sinne nicht an der währung selbst liegt, sondern am system der macht.
    alle kräfte des marktes für eine regelung des zinses und der währung, wurden längst außer kraft gesetzt. dazu kommt die unendliche verschuldung, welche letztlich seit vielen jahren schon, nur noch ein scheinwachstum anzeigt.
    japan zeigt, dass diese verkehrte welt recht lange aufrecht erhalten werden kann.
    was hat den zb. den euro so schlecht gemacht?
    -das konstrukt EU, – die politischen rahmenbedingungen, welche der politik von der finanzmacht aufgezwungen wurde; – und zusätzlich ein heer von menschen, welche ohne leistung, bestens zu lasten der leistungsträger, gepämpert werden, sowohl ganz oben, als auch ganz unten.
    unter diesen bedingungen geht jede währung und system/demokratie, den bach hinunter,- auch ein golddecktes!

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      Felix Schroeder sagte:

      @ foxxly

      Ich kann dem theoretisch folgen, nur kann ich mir nichts und absolut keine Gesellschaft vorstellen kann, in der sich keine Machtstrukturen herausbilden.
      Daher ist es mE sinnvoll, die „normative Kraft des faktischen“ zu stärken, wo immer möglich, anstatt gegen sie anzugehen. Und Fakt ist: eine Währung, die an Gold gebunden ist, erlaubt keine manipulative Ausweitung der Geldmenge, die bestimmte bevorzugt. Also ist dies besser als Fiat-Geld.

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        foxxly sagte:

        …….. wie passt sich die goldgedeckte währung an das wachstum an??
        klar finde ich, eine golddeckung besser, als das heutige währungssystem. ich bin überzeugt, dass es primär nicht darauf ankommt, ob goldgedeckt oder nicht. entscheidend ist, was aus/mit der währung gemacht wird, ob getrixt wird usw.

      • Avatar
        Axel sagte:

        @ Felix Schröder

        Ist das wirklich so?

        Die Menge Papiergeld, die dem Gold gegenübersteht ,kann nach wie vor spektakulär ausgeweitet werden.
        Dann ist Gold eben nicht mehr in 1.500 Euro konvertierbar, sondern in 1.500.000 Euro ($ oder eben Sonderziehungswährung..)

        Auch wenn mit einer reinen Goldwährung (Goldmünzen) gezahlt werden würde, wäre eine Goldwertstabilität nicht garantiert, da im Lauf der Jahre Gold enorm aufgewertet werden würde, um Innovationen, etc. zu ermöglichen…

    • Avatar
      Felix Schroeder sagte:

      @ foxxly:

      Wirtschaftliches Wachstum benötigt kein Wachstum der Geldmenge, weil jede beliebige Menge Gold als Währung alles abdecken kann. Erwirbt ein solcher Währungsraum mehr reales Vermögen ohne zugleich auch mehr Gold zu erwerben, würde das vorhandene Gold-Geld nicht mengenmäßig ausgeweitet, sondern im Wert steigen. Allerdings findet Handel im Normalfall nur gegen echtes Geld statt, und das ist Gold, so dass die deflatorische Wirkung in einem solchen Geldsystem tendenziell gering sein sollte. Umgekehrt hat man aber derzeit durch Geldmengenwachstum (Fiat) ein scheinbares Wirtschaftswachstum erzeugt. Ich nenne das eine Scheinblüte, weil sich von wenigen Ausnahmen abgesehen rasch zeigt, dass vor allem die Zahlen auf den Konten größer werden, aber nicht der damit gefüllte Einkaufswagen.

      Antworten
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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Felix Schroeder

        >Wirtschaftliches Wachstum benötigt kein Wachstum der Geldmenge, weil jede beliebige Menge Gold als Währung alles abdecken kann. Erwirbt ein solcher Währungsraum mehr reales Vermögen ohne zugleich auch mehr Gold zu erwerben, würde das vorhandene Gold-Geld nicht mengenmäßig ausgeweitet, sondern im Wert steigen.>

        Das ist richtig.

        Was, wenn Gold im Wert steigt und Länder, die nicht hinreichende Goldreserven haben bzw. von den SDR nicht hinreichend „bedacht“ sind, nicht wie gewünscht im Ausland kaufen und importieren können?

        Es wird zumindest POLITISCHE Friktionen geben oder auch Schlimmeres.

        Mein Credo für das ich historische Evidenz sehe:

        Die REALWIRTSCHAFT bestimmt den Lauf der Dinge, Währungssystem tun es nicht – welche es auch immer sein mögen.

        Sie sind aber sehr bedeutsam für die AUSPRÄGUNGEN von Konflikten.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Was, wenn Gold im Wert steigt und Länder, die nicht hinreichende Goldreserven haben bzw. von den SDR nicht hinreichend „bedacht“ sind, nicht wie gewünscht im Ausland kaufen und importieren können?“

        Wenn in so einem System das Gold aufgebraucht ist, muss sich das entsprechende Land welches leihen, um weiter im Ausland einkaufen zu können. Das wird nicht einfach sein und nur zu harten Bedingungen erfolgen, die Goldverleiher sind ja auch nicht blöd, falls das Pleite-Land überhaupt einen findet.

        Ansonsten muss das Land mit dem leben, was es selbst produzieren kann. Kritisch wird es, wenn wichtige Waren nur als Importe verfügbar sind, zum Beispiel Energierohstoffe.

        Ein Problem wie die Griechenland-Krise wäre dadurch allerdings schon im Keim erstickt worden, die Griechen hätten vermutlich schon Ende der 1990er nicht mehr genug Gold auftreiben können, um die Olympia-Party 2004 zu finanzieren. (Erfroren wären sie trotzdem nicht, der normale Urlaubstourismus bringt ja auch Geld ins Land, das sie gegen Gold hätten tauschen können, um damit Öl einzukaufen.)

        Langfristig als Land „über seinen Verhältnissen zu leben“ ist in einem Goldstandard-System jedenfalls nicht möglich.

      • Avatar
        Axel sagte:

        @ Felix Schröder

        Geht das mit der Erhöhung des Goldpreises aber auch wirklich im internationaler Konzert?

        Ansonsten würden Länder ohne Produktion, bzw. die vornehmlich Binnenwirtschaft betreiben, ja plötzlich steinreich werden, sollten sie über ausreichend Goldreserven verfügen (z.b. Minen, Zentralbankbesitz…) und könnten, ohne einen Finger zu krümmen, alles (in den Ländern, in denen der Goldpreis auf Grund von Innovationen und Wirtschaftswachstum kräftig steigt) aufkaufen.
        Wäre das im Sinne des Erfinders?

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Axel

        „Ansonsten würden Länder ohne Produktion, bzw. die vornehmlich Binnenwirtschaft betreiben, ja plötzlich steinreich werden, sollten sie über ausreichend Goldreserven verfügen (z.b. Minen, Zentralbankbesitz…) und könnten, ohne einen Finger zu krümmen, alles (in den Ländern, in denen der Goldpreis auf Grund von Innovationen und Wirtschaftswachstum kräftig steigt) aufkaufen.“

        Können Sie genauer beschreiben, wie die Wirtschaft von so einem Land überhaupt funktionieren könnte? Oder ein Beispiel geben?

        Ein Land ohne eigene Industrie, das aber gleichzeitig Goldminen betreibt, muss schon mal mindestens die Ausrüstung für diese Goldminen aus dem Ausland importieren. Und die Minenarbeiter wollen sicher gerne ein Auto fahren und für ihren Haushalt schöne Konsumgüter einkaufen, und so weiter…

        Da geht das geschürfte Gold gleich wieder für die Bezahlung von Importen weg.

  14. Avatar
    Dr. Lucie Fischer sagte:

    Darf ich als ökonomischer Laie, daran erinnern, dass in China Silber über Jahrhunderte als Währung präferiert wurde. Zusammenbruch der Silberwährung 1935, Ursache s. Wikipedia. In diesem Zusammenhang Strategem Nr. 6:
    “ Im Osten lärmen, im Westen angreifen“, in: Harro von Senger: “ Die Kunst der List“.
    Strategeme durchschauen und anwenden, BeckVerlag, 2001.

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    • Avatar
      Felix Schroeder sagte:

      @ Dr. Lucie Fischer

      Dann wissen Sie sicherlich auch, dass der Ferne Osten mit Gewalt übernommen wurde. Es gab eine Zeit, in der der Westen dem Rest der Welt „restlos“ überlegen war. Fernand Braudel schreibt es ganz banal der Kombi aus Kanonen und Hochseeschiffen zu, aber wie auch immer: die militärische Macht ist natürlich der größte Trumpf, der alle anderen sticht. Aber wenn man wirtschaftlich die Nase vorn hat, gibt es ja keinen Grund, sich militärisch abhängen zu lassen. Es sei denn, man ist sehr, sehr blauäugig (um kein unschönes Wort zu benutzen). Und um wirtschaftlich dauerhaft oben zu bleiben, braucht es eben auch eine „gesunde“ Währung.

      Antworten
  15. Avatar
    Felix sagte:

    Mich wundert es immer wieder, wie sehr sich die Idee verfestigt hat, dass Golddeckung nur eine Art neue/wieder aufkommende Überlegung wäre?
    Alle dauerhaften Währungen basieren auf Gold und Silber, weil das die einzigen natürlich limitierten Wertspeicher sind, die auch die praktischen Erfordernisse einer Währung erfüllen (von anderen Edelmetallen, die bisher keine Verwendung als Geld hatten einmal abgesehen). Unsere heutigen Währungen wurden goldbasiert gestartet und auf halbem Wege hat der Hegemon die Golddeckung einseitig gekündigt. Nun lief die Wirtschaft gut, der Hegemon dehnte seine Macht weiter aus, es gelangen bedeutende neue Entwicklungen und es gab eine starke Generation, die alles weitergetragen hat (Boomer). Es ist aber trotzdem wie auf einem Motorrad zu sitzen, dessen Motor ausgefallen ist: sobald der alte Schwung verbraucht ist und es nicht zufällig gerade bergab geht, wird diese Maschine mit Sicherheit umkippen und liegenbleiben. Und nichts auf der Welt außer einer Golddeckung wird in der Situation neues Vertrauen schaffen können.

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    • Avatar
      Michael Stöcker sagte:

      @ Felix

      „Unsere heutigen Währungen wurden goldbasiert gestartet“

      Diese Aussage ist falsch. Weder die DM noch der Euro wurden goldbasiert gestartet. Und das aus sehr gutem Grund.

      Der „natürlich limitierende Wertspeicher“ sind die einheitlichen Bonitätsstandards bei der Kreditvergabe: https://soffisticated.wordpress.com/2012/05/26/stufen-von-geldsystemen-ein-kurzdurchlauf/ . Alles andere ist Micky-Maus-Ökonomie.

      Übrigens: Gold ist keine Währung, da es sich gerade NICHT in der Zeit BEWÄHREN muss. Es ist das ultimative Zahlungsmittel, wenn die Rechtsordnung zerfällt.

      LG Michael Stöcker

      Antworten
      • Avatar
        Felix sagte:

        Die DM starte als neu hinzukommende Währung im Bretton-Woods-System mit einem Umtauschkurs zum Dollar von 1 zu 4. Der Dollar wiederum war goldbasiert. Daher stammen unsere heutigen Goldreserven (erfolgreicher Außenhandel).
        Das gilt auch für alle wesentlichen Währungen, die zum Euro zusammengefügt worden sind. Daher bezieht auch der Euro sein Urvertrauen aus der Golddeckung. (Auch wenn der „Motor“ da schon ausgefallen war.)

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        >Gold ist keine Währung, da es sich gerade NICHT in der Zeit BEWÄHREN muss. Es ist das ultimative Zahlungsmittel, wenn die Rechtsordnung zerfällt.>

        Sehe ich auch so.

        Daher:

        Es muss mit der Installation eines neuen Geldsystems auch die Rechtsordnung geändert werden.

        Das geschieht sukzessive.

        Man beginnt durch NICHTACHTUNG die ENTWERTUNG der alten Rechtsordnung, um so der neuen zur ALTERNATIVLOSIGKEIT zu verhelfen.

        Das ist eine Bedingung für einen nicht revolutionären Systemwechsel.

        Ein Beweis dafür:

        Wir haben ein Grundgesetz, das formal NIE außer Kraft gesetzt wurde.

        Es wird allerdings zunehmend vom EU-Recht ÜBERSPIELT.

        Siehe hierzu, wie das BVerfG verfährt, d. h. zunehmend an den EuGH verweist.

        Das ist auch MIGRATION – eine sehr reale.

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        Michael Stöcker sagte:

        @ Felix

        Die sogenannte Golddeckung war schon immer eine irrlichternde Schönwetterveranstaltung in der Evolution des heutigen Geldsystems. Wie gesagt: Micky-Maus-Ökonomie. Da viele hierdurch sozialisiert wurden, gibt es in der Tat bei vielen Menschen dieses „Urvertrauen“. Ist aber nur einer der zahlreichen Mythen zum Thema Geld. Einfach mal bei König Midas vorbei schauen.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Felix Schroeder sagte:

        @ Herr Stöcker:

        Micky Maus und Midas: jetzt gehen Sie tief in den Keller. Gesellschaften mit goldgedeckter Währung, z.B. GB im 19. Jahrhundert und auf dem Fuße folgend das deutsche Kaiserreich, dazu die Weltnachkriegsordnung durch Bretton Woods haben alles das entstehen lassen, was wir heute als Ergebnis von Forschung, Entwicklung und der nachfolgende sich entfaltendem Wohlstand zu schätzen wissen!

        Mit solchen Kommentaren machen Sie sich zum Clown. Im direkten Gespräch würden Sie sich das gar nicht trauen, weil sie Angst hätten, sich zum Gespött zu machen.

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        Felix Schroeder sagte:

        Herr Stöcker! Ihre Aussage, dass meine Aussage falsch wäre ist definitiv falsch. Sie schreiben hier einen Kommentar nach dem anderen. Wo bleibt das Eingeständnis. dass sie schief lagen? Natürlich war auch die DM goldgedeckt und im Sinne meines Bildes später auch der Euro. Wo bleibt Ihr Eingeständnis? Ihr Verhalten deutet in Richtung, „viel Schein“. Überzeugen Sie doch mal mit etwas Echtem.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Felix Schroeder

        Wenn Sie nicht aufhören, an dieser Stelle weiterzubohren, dann werden Sie noch von Herrn Stöcker als „Realmystiker“ beschimpft. Das ist dann die letzte rhetorische Blendgranate vor dem Ragequit…

    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Felix

      >Und nichts auf der Welt außer einer Golddeckung wird in der Situation neues Vertrauen schaffen können.>

      In welcher Welt leben Sie?

      Vergegenwärtigen Sie sich doch bitte einmal, dass Ihre Befindlichkeit, KONDITIONIERT zu werden, noch nicht einmal ansatzweise ausgereizt ist, wenn Gold und Bargeld abgeschafft sind und Vernetzung, KI etc. für praktische Orientierungs- und Lebenshilfe sorgen werden.

      Sie werden zwar in entscheidenden Dimensionen der Selbstbestimmung von Ihrer heutigen Lebensweise Abschied nehmen, dabei aber NEUES VERTRAUEN gewinnen.

      Antworten
      • Avatar
        Felix sagte:

        @ D. Tischer:

        Mein Gedanke mag heute altmodisch erscheinen. Ich halte Ehrlichkeit, Solidität und Vertrauen aber nicht für altmodisch, sondern nur für temporär weniger gefragt.
        Halten Sie eine Währung für seriös, die die Menschen zwingt, ihre Arbeitsleistung gegen ein Geld zu tauschen, dass ihnen in der Zukunft nicht ermöglicht, vergleichbare Gegenleistungen zu kaufen (z.B. im Alter), sondern dessen Kaufkraft immer weiter verringert wird?

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Felix

        Mit der Verringerung der Kaufkraft ist das so eine Sache.

        Es gibt gute ökonomische Gründe für eine fortlaufend geringe Inflationsrate der Verbraucherpreise.

        Abgesehen davon:

        >Halten Sie eine Währung für seriös, die …>

        Es geht nicht um SERIOSITÄT, sondern um SYSTEMFUNKTIONALITÄT.

        Wenn ich mit dem Maßstab der Seriosität durch die Welt laufen müsste, würde ich verrückt.

        Um beim Thema zu bleiben:

        Ich gehe davon aus, dass ich den Menschen, denen ich begegnen will – in Regel eingeschlossen diejenigen, denen ich begegnen muss -, soweit VERTRAUEN kann, dass sie mich nicht ABSICHTSVOLL schädigen wollen.

        Das ist längst nicht überall in der Welt der Fall.

        Nur als Anmerkung dazu:

        In Kenia wird verbreiteter digital bezahlt, nicht weil dort die Menschen fortschrittlicher sein wollen, sondern weil der Besitz von Bargeld lebensgefährlich sein kann.

        Ob das Vertrauen hierzulande TEMPORÄR ist oder bleibt, wage ich nicht zu beurteilen.

        Wenn der Wohlstand sinkt, wird es wohl mit dem Vertrauen unter den Menschen nicht besser.

      • Avatar
        Felix sagte:

        @ D. Tischer

        „Gute Gründe für Inflation“ – naja, das ist aber alles vom Kaliber „schlimmer geht immer“.
        Historisch zeigt sich in für mich überwältigender Klarheit, dass eine solide Währung eine sehr wichtige Grundlage für eine gute wirtschaftliche aber auch gesamtgesellschaftliche Entwicklung ist. Umgekehrt führen die „gemanagten“ Fiat-Währung nach einer Scheinblüte immer in die nächste Krise. Warum sollte das diesmal anders sein?

        Eine durch Gold gedeckte Währung ist völlig funktional und überdies viel seriöser und kaum zu manipulieren. Ich kann zwar gut verstehen, dass Sie der Mangel an Seriosität in der heutigen Zeit betrübt, das sollte Sie aber nicht abhalten, ein seriöses Geld zu verlangen, oder?

      • Avatar
        Thomas M. sagte:

        @Felix:

        Nur zwei Impulse zum Nachdenken…

        >„Gute Gründe für Inflation“ – naja, das ist aber alles vom Kaliber „schlimmer geht immer“.

        Die Frage ist *nicht* provokativ gemeint: Wäre es für Sie in Ordnung, wenn Sie negative Gehaltsrunden fahren? Also nicht 0-Runde, oder +2%, sonder auch ein paar mal -2%, weil die Effizienz steigt und alles günstiger wird und auch der Arbeitgeber die Preise senken kann und muss? Wenn wir im Mittel keine Inflation haben, müssten alle sehr umdenken, was Stundenlohn/Gehalt betrifft.

        Bei der Golddeckung finde ich übrigens problematisch, dass manche Länder Gold im Boden haben und andere nicht. So gesehen liegt bei manchen das Geld im Boden und bei anderen nicht; die anderen müssen also für die goldbesitzenden Staaten Leistungen erbringen. Natürlich gibt es die Ungleichheit auch bei anderen Rohstoffen, aber es ist ein wie ich denke interessantes Gegenargument.

        Ich sehe in der Golddeckung Vor- und Nachteile – glaube aber vor allem nicht, dass diese ordentlich durchgezogen würde.

        Die Golddeckung nützt vermutlich *langfristig* nichts, weil die Staaten oder die supra-nationale Organisation dann irgendwann sagen: Och, dann ändern wir das Verhältnis von Gold zu FIAT-Währung oder setzen die Golddeckung temporär aus. Die Begehrlichkeit über mehr Geld zu verfügen schwindet ja nicht. Irgendeinen Grund und eine gute Sache für Ausnahmen gibt es immer…

        Insofern bräuchte es dann vermutlich sogar Gold- und Silbervollgeld.

        Generell brächte beides deutlich weniger wirtschaftliche Dynamik mit sich, weil nicht ex-nihilo Geld geschaffen werden könnte. Umgekehrt bliebe einem die nicht-lineare Überschuldung erspaart.

        Ich stehe mittlerweile auf dem Standpunkt, dass Gold am besten staatlich unbehelligte „Parallelwährung“ bleibt. Je weniger der Staat dran rumschraubt, desto besser. Dann können die Menschen untereinander mit ihrem selbst verwalteten und selbst bepreisten Zahlungsmittel tauschen und sparen.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        >„Gute Gründe für Inflation“ – naja, das ist aber alles vom Kaliber „schlimmer geht immer“.>

        NICHT alles.

        Man kann zwar moralisieren, aber entscheidend:

        Es geht um die Systemfunktionalität.

        Mit fortschreitend schwacher Inflation, etwa der von den Notenbanken avisierten von etwas unter 2% für die Verbraucherpreise, können Unternehmen Erlöse einspielen, die in der Summe über den Faktorkosten für die Produkte liegen.

        Das KANN helfen, die Zinslast für Kredite leichter zu begleichen und u. U. systemstabilisierend wirken.

        Ich will hier keine Diskussion auch noch über dieses Thema anstoßen, sondern nur darauf verweisen, dass Sachverhalte wie immer im richtigen Leben mehrere Dimensionen haben.

    • Avatar
      Felix Schroeder sagte:

      @ Thomas M.:

      Das stimmt schon, auch ich würde ungern eine Gehaltskürzung akzeptieren, die zumindest theoretisch denkbar wäre. Da kann sich auch niemand sinnvoll freisprechen, weil es gut erkannte ökonomische Prinzipien gibt (hier das Gesetz der „Steigenden Erwartung“). Aber: erstens herrscht unter einer soliden Währung tendenziell Wohlstand und Fortschritt, so dass dies höchstwahrscheinlich nie nötig wäre, und zweitens ginge mit einer Goldwährung eine schwache Deflation einher, die den Wohlstand stetig mehrt, was einem nominellen Verlust einen greifbaren tatsächlichen Mehrwert gegenüberstellt. Mir ist doch lieber, wenn ich 10 „Tahler“ weniger bekomme, aber für meine verbleibenden „Thaler“ mehr oder genau soviel kaufen kann, wie zuvor, als dass ich 10 „Thaler“ mehr habe, aber mein Geld zwei Tage früher zu Ende ist (bei gleichem Einkaufsverhalten).

      Betreffs Bodenschätze: Ja, Bodenschätze ermöglichen ein recht sorgenfreies Leben (solange sie gefragt sind). Aber das gilt vor allem für Verbrauchsgüter, wie Öl. Edelmetalle gibt es insgesamt so unglaublich wenig, dass das praktisch keine große Rolle spielt.

      Antworten
  16. Avatar
    Horst sagte:

    An ALLE Bretton-Woods-Verfechter und Nixon-zum-Bösewicht-der-Geldwertstabilität-Erklärenden:

    Eine wie auch immer geartete Verpflichtung, Dollars in Gold einzulösen, gehörte für sich genommen nicht zu den Regeln eines solchen Systems – „a necessary omission for the dollar standard to continue indefinitely“ (McKinnon 1993: 16).

    Wer wissenschaftlich fundiert seine Glaubensbekenntnisse hinterfragen möchte, sollte bei Spahn vorbeischauen:

    https://www.uni-hohenheim.de/fileadmin/einrichtungen/wipol/Publikationen_Spahn/zinspol.pdf

    Antworten
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      Felix sagte:

      @ Horst:

      Diese Arbeit stellt an ein paar Stellen unvollständig Alternativen nebeneinander, um dann nur diese einer Betrachtung zu unterziehen. Aber unabhängig davon, scheint mir diese Arbeit auch keine Legitimation für Ihren Kommentar hier zu liefern. Unstrittig ist wohl, dass Bretton Woods eine geeignete Grundlage für eine insgesamt sehr gute Entwicklung der Welt nach dem Krieg war. Die Politik Nixons sehe ich aus vielen Gründen sehr kritisch. Er ist z.B. auch dafür mitverantwortlich, dass die westliche Medizin bis heute kaum Fortschritte in der Behandlung von Krebs erzielt hat.

      Natürlich hat der Umtausch von Dollar die im Außenhandel erworben worden in Gold, das immense Goldvermögen der Bundesrepublik ermöglicht. Gold ist keine akademische Angelegenheit: solange der Dollar seriös an Gold gebunden war, konnte sich ein amerikanisches Kind für einen Dollar 10 Comicbooks kaufen (mehrere Jahrzehnte!) und das galt natürlich für alles. Als die Vermehrung des Dollars unseriös wurde, stiegen die Preise moderat, nach dem Ende der Golddeckung sehr schnell.

      Es ist meiner Meinung nach der größte Betrug in der Geschichte der Menschheit, dass die Höhe der Lohnsteigerungen an einer offiziellen Inflationsrate orientiert sind, während die wirkliche Inflation insgesamt wesentlich höher ist und Menschen individuell unterschiedlich trifft.

      Gegen diesen fortgesetzten Betrug hilft nur die Deckung der Währungen durch Edelmetalle.

      Antworten
  17. Avatar
    Thomas M. sagte:

    „Wer anfangs noch skeptisch war, müsste jetzt eigentlich bekehrt sein, denn Gold blieb bei seinem peg von 900 SDR/oz., bis es am 24.05.2019 steil und geradlinig ausbrach, um am 16.08.2019 die Marke von 1‘100 SDR/oz. zu erreichen.“

    Falls es sich tatsächlich um eine *langfristige* *Steuerung* des Preises handelt, weshalb wäre dann aktuell auf 1.100 SDR/oz. tariert worden? Was würde dahinter stecken? Diese Frage müsste m.E. beantwortet werden, wenn man die Funktion eines möglichen Pegs verstehen will. Der Peg sollte ja eigentlich konstant sein. Das Ansteigen auf 1.100 macht mich stutzig. Allerdings verstehe ich, dass die geringe Varianz überraschend ist.

    Dass Gold zumindest von manchen Staaten eine aktuelle oder zukünftige (potenzielle) monetäre Funktion zugeschrieben wird, dürfte durch das Verhalten zahlreicher Notenbanken (Netto-Käufer) bewiesen sein, sonst würden sie Gold nicht aufstocken. Aber was hätten IWF/Leitwährungen/China von einem Peg?

    Das einzige was mir bzgl. aktueller Funktion einfällt: Es ist kein echter Peg, sondern das Begrenzen des *Anstiegs* des Goldpreises, um Goldbestände günstiger aufstocken zu können und/oder um die Signalwirkung für die Kapitalmärkte zu vermeiden. Wäre z.B. blöd, wenn Algos auf einmal Aktien und Staatsanleihen verkaufen und Gold-ETFs kaufen, weil der Preis verlässlich und beschleunigt steigt (der Goldmarkt ist winzig im Vergleich zu Anleihen und Aktien). Ein steigender Goldpreis signalisiert zudem (starke) Inflation. Das torpediert womöglich die Geldpolitik / Kommunikation hierzu.

    Ich finde es nach wie vor eine spannende Daten-Beobachtung; aber wozu sollte es einen Peg geben? Das ist für mich die große Frage.

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      felix sagte:

      Genau das ist die spannende Frage. Dass die Chinesen die SDR an die Stelle des Dollars heben wollen, scheint mir unrealistisch. Menschen müssen eine Währung sinnlich begreifen, um Vertrauen zu haben. Ich schätze, dass kaum ein Mensch irgendeinen echten Sachwert gegen einen „SDR“ tauschen würde. Für meine Begriffe bereiten sich (auch) die Chinesen darauf vor, nach einer Krise mit einer möglichst starken und natürlich durch Gold gedeckten Währung die neue Weltleitwährung zu stellen oder zumindest einen Teil mit dieser Währung zu dominieren.
      Derzeit hat noch niemand ein Interesse, den Goldpreis fliegen zu lassen, denn es kaufen alle Gold. Da aber die Masse der Umsätze Papierumsätze sind, sind die heutigen Preise unrealistisch niedrig. Das werden sie vermutlich bleiben, solange genügend physisches Gold zum Verkauf steht (wenn kein anderes Ereignis vorher eine Krise auslöst). Sobald das Gold aber knapp wird, steigen die Preise automatisch. An dem Tag, an dem kein Gold mehr zum Verkauf steht, „werden wir auf See Land riechen, wo kein Land ist“.

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        Richard Ott sagte:

        @Felix

        „Dass die Chinesen die SDR an die Stelle des Dollars heben wollen, scheint mir unrealistisch.“

        Wieso? 1 SDR besteht aktuell zu 10,92% aus chinesischen Yuan. 1 USD besteht zu 0% aus chinesischen Yuan. Ein eindeutiger Anreiz für die Chinesen, die Bedeutung der SDR gegenüber dem USD zu steigern.

        Noch besser wäre es für die Chinesen natürlich, den US- und EU-dominierten IWF komplett kaltzustellen (die USA und die EU haben mit ihren Kapitalanteilen jeweils eine Sperrminorität, die Grenze dafür liegt bei IWF-Beschlüssen bei 85%), aber Bedeutungsaufwertung der SDRs im globalen Währungssystem wären schon mal ein erster Schritt, um den chinesischen Einfluss zu stärken.

      • Avatar
        Felix Schroeder sagte:

        @ Richard Ott:

        Sie haben völlig Recht. Ich bin nur immer ein paar Schritte voraus. Klar wird über die SDR gekämpft. Nur als Währung taugt das dann letztlich nicht. „Sonderziehungsrechte“ – ich bitte Sie, wenn Sie von mir was kaufen wollen, und es gibt gerade keine richtiges Geld, dann bitte Gold, Silber, Gin, je nachdem hat ;-).

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Felix Schroeder

        „Sonderziehungsrechte“ ist natürlich ein furchtbarer Name für eine Währung. Und wir sehen ja an der Diskussion und den Nachfragen hier, dass der ganze Mechanismus mit den SDRs so kompliziert ist, dass ihn Fachfremde nicht so ohne weiteres begreifen. Keine gute Grundlage für eine vertrauenswürdige Währung in der breiten Bevölkerung.

        Ich denke, es ist ein bisschen wie beim Wasserball. Da wird unter der Oberfläche auch viel mehr getreten und gezwickt als man vom Beckenrand erkennen kann. Solange SDRs als Instrumente in diesem Machtkampf benutzt werden, läuft er verdeckt ab – richtig interessant wird es, sobald eine der großen Mächte den Dollar offen herausfordert, zum Beispiel mit der Ankündigung einer Golddeckung für die eigene Währung.

  18. Avatar
    foxxly sagte:

    zum Bedenken: Gold ist ein direkter Gegenspieler der Notenbanken. Falls es zu eine Golddeckung kommen sollte, besteht höchste Gefahr, dass privater Goldbesitz bzw. -Handel verboten werden würde!

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ foxxly

      So sicher wie das Amen in der Kirche.

      Man ist auch schon dabei, OFFIZIELL:

      https://www.bundestag.de/presse/hib/661980-661980?fbclid=IwAR29VtwfYLZ7Pk5xyHTPVr3oF0qWYcFxZazyHQTh-A7irmbZ6LRFptAtPTU

      Daraus:

      >Der von der Bundesregierung eingebrachte Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Änderungsrichtlinie zur Vierten EU-Geldwäscherichtlinie (19/13827) sieht in diesem Zusammenhang eine Absenkung des Schwellenbetrages vor, ab dem Güterhändler geldwäscherechtlichen Pflichten unterliegen. Die Erkenntnisse der nationalen Risikoanalyse hätten ergeben, dass insbesondere im Bereich des Goldhandels ein starker Bargeldverkehr knapp unterhalb der gegenwärtigen Schwelle für die Identifizierungspflicht von 10.000 Euro stattfinde. Es werde offensiv damit geworben, wie viel Edelmetall identifizierungsfrei eingekauft werden könne. Daher soll die Schwelle von 10.000 auf 2.000 Euro gesenkt werden, um diesen Umgehungshandel zu unterbinden beziehungsweise signifikant zu beschränken, wie es im Gesetzentwurf heißt.>

      Wie üblich:

      GELDWÄSCHE als Begründung …

      Also, Goldkäufer in der EU und Deutschland:

      Um Euch davor zu schützen, dass Ihr Kriminelle werdet, wird der Goldhandel ausgetrocknet ; -)

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        Hansjörg Pfister sagte:

        Dieses neue Gesetz, welches ab 1.1.2020 gilt, betrifft „nur“ Tafelgeschäfte. Kaufe ich Gold gegen Überweisung o.ä. dann kann ich, wie bisher auch, Gold in unbegrenztem Umfang kaufen. Allerdings kann der Staat dann wissen, dass ich Gold gekauft habe.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Hansjörg Pfister

        Danke für die Richtigstellung.

        Wenn der Staat weiß, dass Sie Gold gekauft hat, dann hat er Sie an der Angel.

        Mehr brauch er nicht, um Ihnen die Präferenz für Gold „abzugewöhnen“.

  19. Avatar
    foxxly sagte:

    Ein neues Geldsystem muss folgende Kriterien entsprechen, bzw. erfüllen:

    – die Geldmenge muss der Wirtschaftsleistung entsprechen.

    – der Zuwachs unserer Wirtschaftsleistung, also der BIP-Zuwachs; – dieser Wert in Geld ist unsere Arbeitsleistung. Es ist ein Systemfehler, wenn diese

    Leistung von Anfang an, ein Kredit, bzw. eine Schuld ist, auf dessen Zinsen zu bezahlen sind. Dieser Geldwert ist dem Volke zinsfrei auszuhändigen.

    (nicht zu verwechseln, dass zB. Mieten und Pachten Zinsen sind und für Kredite unter den Wirtschaftsteilnehmern selbsverständlich Zinsen fällig werden.)

    – alle monopolistischen Fakten und Tendenzen sind das Gift der Macht! Deshalb ist kein System nachhaltig, wenn es einseitige und uferlose/grenzenlose

    Kummulationen von Einkommen und Vermögen zulässt. Der systemische Wachstumszwang muss stark reduziert werden.

    Weitere systemisch notwendige Kriterien:

    – Handelsbilanzen müssen ausgeglichen werden.

    – eine möglichst breite Verteilung von Eigentum ist die beste und stabilste Form bzw. Basis für eine Gesellschaft.

    – eine Währung an den Goldstandart zu binden (ist zwar besser als die aktuelle) ist nur eine Scheinlösung, weil auch Gold lässt sich inflationieren.

    – alle Vorschläge eine(rs) freien Wettbewerbs, – Wirtschaft, – Geld etc., sind Phantasien, weil es diese Freiheit dazu niemals geben wird und kann.

    – unumgänglich sind Regelungen/Gesetze für die Gesellschaft. Sie müssen aber wenige und kluge Regeln sein. Z.B. u.a. der Ge- und Verbrauch von

    Gütern und Dienstleistungen muss so besteuert werden, dass Arbeit frei von Steuern und Abgaben wird! Arbeit zu besteuern ist ein Jahrtausend-Irrtum!

    (übrigens: dies wäre der einfachste und beste Schutz gegen die Ressourcenverschwendung und zum Klimaschutz- wenn dieser ursächlich sein sollte)

    – wirtschaftliche und gesellschaftpolitische Rahmenbedingungen dürfen weder zum Sozialismus, noch zum kapitalistischen System führen. Beide zerstören die Gesellschaften!

    – der Mensch darf niemals Zweck eines Systems sein/werden, sondern ein System hat dem Menschen zu dienen, statt in auszubeuten.

    – Vorsicht vor zu großer Liberalität. Die großen Verwerfungen und Fehlentwicklungen mindestens der letzten 40 Jahre (neben dem Schulgeldsystem), sind

    erst mit der falschen Liberalität möglich geworden.

    – Innerhalb den Oben genannten Rahmenbedingungen muß unbedingt ein Wettbewerb und Anreiz möglich sein, und eine größtmögliche Freiheit .

    Egal, welche zukünftige Politik und Geldsystem wir haben, oder bekommen werden, wenn diese, die Oben genannten Kriterien verletzen, kann es niemals nachhaltig und friedlich sein!

    „Was wäre der Kapitalismus, wenn er für alle seiner Fehler und Verlusten, selbst haften und aufkommen müsste“??

    Johann Brandmeier

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      globalvoterorg sagte:

      Alles richtig! Aber die wichtigste Frage wird, konsequent, wieder, nicht, gestellt. Das Fiat Schuldgeldsystem ist nicht Gott gemacht, sondern von Menschen. Ergo, unterliegt es Machtinteressen! Die völlig ungerechten und unmenschlichen Verteilungsmechanismen werden verschleiert. Nur 0,3% der Menschheit bringt es zum Millionär und, nur, 2500/3000 x zum Milliardär, d.h. 99,7% der Menschheit sind Teilnehmer, aber nicht Teilhaber! Opfer und Protagonisten, zugleich
      Die MachtMatrix der Finanzkrake (0,001%) muß aus der „Sackgasse“ geführt werden!? NEIN, diese
      tödliche Macht (WWI und WW II und geplant WW III) muß abgeschafft werden! Die Marktteilnehmer und, ach, so „schlauen“ TOP Ökonomen erkennen nicht ihre Eigenlüge. Die Mehrheit doktert am Symptom, aber nicht, an der Krankheit, herum. QE ist pure Insolvenzverschleppung, die Aushebelung des Marktes und entsprechend ein Rechtsbruch! Was nicht verstanden werden will, ist daß die herrschende „analoge“ Diktatur, durch eine, neue „virtuelle“, ersetzt werden soll.
      Was, weiter, nicht verstanden wird, ist, daß wenn das System, mit der Abschaffung des Bargeldes und der Einpflanzung des Chip´s (KI und Ind. 4.0) die Totalität, Orwell 3.0, anstrebt, nur so die herrschende MachtMatrix (0,001%) erhalten bliebe. Orwell 2.0 haben wir schon!
      China oder nicht, USA oder nicht! SDR oder nicht! Alle Mitstreiter denken, hier, zu kurz!

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    • Avatar
      BJ aus dem Bunkercounty sagte:

      Das ist eine gute Zusammenfassung. Sehe ich aehnlich. Die Umsetzung wird es jedoch mit dem „gefallen“ Menschen nicht geben. Gier, Neid, und andere Werke des Fleisches werden nur durch die Errettung in Jesus Christus fuer jeden einzelnen Persoehnlich besiegbar. Psalm 119 und andere beschreiben das ganz gut.
      Leider will heute kaum einer mehr auf Gottes Anleitung achten.

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  20. Avatar
    foxxly sagte:

    ……. eine währung mit gold unterlegt: dies würde bedeuten, dass ein etwas ruhiger verlauf, also geringere schwankungen, stattfinden könnten.
    aber! eine goldpresbindung verhindet keine inflation. auch die unze kann inflationiert werden!

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  21. Avatar
    Monokel sagte:

    „…aber einfach die Eintauschmöglichkeit abzuschaffen kann natürlich auch eine Zeit lang funktionieren“
    Gab es schließlich schon einmal, die Deckelung der Tafelgeschäfte dient nur vordergründig der Geldwäschevermeidung.
    Die Frage also: Wie partizipieren ohne letzlich in „Gefangenschaft“ zu geraten ..?

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  22. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Interessanter Beitrag dazu, wie China über den Goldpreis im „Währungskrieg“ mitspielt.

    Aber auch ein fragwürdiger, was diese Aussage anlangt:

    >Wir sollten erörtern, wie ein neues Währungssystem auf Goldbasis und ohne Wachstumszwang, der nicht länger leistbar ist, in den hoch entwickelten Staaten aussehen könnte und wie der Übergang dahin zu bewältigen sei.>

    Das kann man selbstverständlich erörtern und gut begründet auch der Meinung sein, dass weiteres Wachstum nicht mehr leistbar sei, so dass damit dem Wachstumszwang zu entsagen ist.

    Nur:

    Das ist NICHT die Prämisse nach der POLITIK gemacht wird.

    Ohne Wachstum wird es durchweg in der Welt – in den entwickelten Volkswirtschaften wie auch in China oder Indien – zu katastrophalen gesellschaftlichen Destabilisierungen kommen.

    Das ist auch eine Prämisse, allerdings eine, die ich als empirisch stark gestützt ansehe.

    DAHER:

    Es wird – selbstverständlich mit unterschiedlichen Ausprägungen – ein Geldsystem installiert werden, dass Wachstum ermöglicht.

    Es wird nicht auf Gold basieren, sondern auf einer Geldschöpfung NEUER Art – Monetärer Staastfinanzierung und/oder Helikoptergeld, etwa als BGE den Bürgern verkauft.

    Es würde FIAT-Geld sein – ohne Wenn und Aber, wenn auch in neuer „Qualität“.

    Bei allen Problemen, die sich damit verbinden werden:

    Das monetäre Endspiel, d. h. die Ablösung des Schuldgeldsystems findet damit statt, aber auf eine elegante, disruptive Art (zumindest theoretisch).

    Das ist per se so attraktiv für jegliche Politik, dass kein Weg daran vorbeiführt.

    Die damit anfallenden Aufräumarbeiten werden wie üblich den nächsten Generationen überlassen – soweit sie das weitere Wachstum überlebt haben werden.

    Antworten
    • Avatar
      Horst sagte:

      „Es wird nicht auf Gold basieren, sondern auf einer Geldschöpfung NEUER Art – Monetärer Staastfinanzierung und/oder Helikoptergeld, etwa als BGE den Bürgern verkauft.“

      Vollkommen richtig, es wird nicht auf Gold basieren, warum sollte es auch? Niemand hat daran ein Interesse, bis auf den Umstand, die neue supranationale Währung SDR (kreiert, um den US-Dollar zu entlasten, nicht um diesen zu unterminieren, ebenso haben die Chinesen auf absehbare Zeit kein Interesse daran, die USA in die Knie zu zwingen, da diese der wichtigste Handelspartner Chinas ist, bei allem Säbelrasseln), mit einer geringfügigen Teilunterlegung mit Geld auszustatten für die Übergangsphase.

      „Das monetäre Endspiel, d. h. die Ablösung des Schuldgeldsystems findet damit statt, aber auf eine elegante, disruptive Art (zumindest theoretisch).“

      Das monetäre Endspiel, d.h. die Ablösung des Schuldgeldsystems findet damit statt, aber auf eine elegante, innovative und humane Art (zumindest theoretisch, siehe Bill Mitchell) – für entwickelte Volkswirtschaften.

      Aber für Ottchen: Schnell, schnell zu Degussa und die letzten Goldbestände erobern.

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        Richard Ott sagte:

        @Horst

        „Aber für Ottchen: Schnell, schnell zu Degussa und die letzten Goldbestände erobern.“

        Ich hab mir auch schon eine kleine Drohne gekauft, mit der ich ein paar hunderttausend venezolanische Bolivar und ein paar Billionen Zimbabwe-Dollar über Ihnen abwerfen kann. Um Ihre Vorfreude auf das Helikoptergeld und das leistungslose Grundeinkommen noch weiter zu steigern. :)

        „ebenso haben die Chinesen auf absehbare Zeit kein Interesse daran, die USA in die Knie zu zwingen, da diese der wichtigste Handelspartner Chinas ist, bei allem Säbelrasseln)“

        Das kommt darauf an, was Sie mit „in die Knie zwingen“ genau meinen. Einen Atomkrieg wird es zwischen den beiden Ländern ganz sicher nicht geben, aber in dem Machtkampf um Einflusssphären zwischen USA und China sind wir schon voll drin.

        Denken Sie auch daran, dass sich die USA neuerdings das Recht herausnehmen, militärische Anführer von ihnen feindlich gesinnten Staaten sogar dann per Luftschlag zu exekutieren, wenn die gerade in einem anderen mit den USA verbündeten Staat zu Besuch sind. Das lässt ernsthafte Zweifel daran aufkommen, ob die USA noch grundsätzlich dazu fähig sind, mit anderen Ländern Partnerschaften zum beiderseitigen Nutzen einzugehen.

        Ich kann jedenfalls nicht erkennen, worin für China ein Nachteil liegen könnte, wenn sie die USA tatsächlich dazu zwingen, ihre internationalen Handelsgeschäfte in einer Währung abrechnen zu müssen (ob nun SDRs, eine goldgedeckte Währung, oder was auch immer), von denen die USA keine unbegrenzten Mengen schöpfen können. Für China wäre das eindeutig vorteilhaft gegenüber der aktuellen Situation.

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      Alexander sagte:

      @ Dietmar Tischer

      >Es wird – selbstverständlich mit unterschiedlichen Ausprägungen – ein Geldsystem installiert werden, dass Wachstum ermöglicht.

      RICHTIG (*)

      1. Niemand kennt die Ursachen, die eine europäische Union oder und darauf ihre Teilrepubliken dazu veranlassen je ein neues Geldsystem zu installieren.
      2. Ohne die Ursachen zu kennen, kann niemand sagen ob das europäische/nationale Geld bei erster Emmission schon funktional ist.
      3. Niemand kennt die Eigentumsverletzungen, die notwendig sind um jeden Anlauf auf ein funktionsfähiges Geldsystem zu initiieren. (vgl. Heinsohn, unbelastetes Immobilienvermögen zur Besicherung einer neuen Währung)
      4. Es kann sein, dass mehrere internationale und oder danach nationale Anläufe von nöten sind, bis ein neues Kreditgeldsystem seine Aufgaben erfüllt…

      In Brasilien gab es zwischen 1942-1994 sechs Währungsreformen. Drei in kurzer Folge ab 1990 um die Hyperinflation von 2400% / anno in den Griff zu bekommen.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Brasilianischer_Real

      Die Rettung für misstrauische Brasilianer war damals der US$, alle übrigen verloren viel mehr …

      Falls im aktuellen Szenario Leitwährungen als Ausflucht entfallen, im Zuge der um die Welt stöbernden defla/infla Schockwellen…..ist eine Versicherung in AU nicht die schlechteste Wahl, bis der Eigentümer soviel Vertrauen in seine Leitpolitik fassen mag, diese Bestände in das neue fiat money zu tauschen. Selbstredend wird die Politik am Ende ihres Versagens um jeden Krügerrand dankbar sein, der investiert für Nachfrage und Arbeitsplätze sorgt…selbst wenn man zwischenzeitlich den Besitz dieses gelben Drecks mit Zwangsarbeit bestraft.

      (*) Entwickelte Volkswirtschaften kommen nicht am fiat money vorbei, wenn Innovation und Wachstum durch Risikokapital vorfinanziert werden sollen. Gerade deshalb wird Gold seine Funktion als Anker der letzten Instanz immer behalten.

      Falls die Entwicklung aus den Ländern der ersten Welt jene shitholes macht, wo Menschen lieber ihr Sach nehmen und gehen…..wird das mit dem neuen fiat money schwieriger und barbarische Zahlungsmittel länger Gebrauch finden, als wir es heute glauben.

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        Felix Schroeder sagte:

        Das ist ein Irrtum Lesen Sie sich vielleicht mal in die Wirtschaftsgeschichte des dt. Kaiserreichs ein. Es muss ja nicht gleich das neue Buch des Silberjungen sein. Niemand braucht Fiat-Geld. Es ist immer wie eine Droge: am Anfang ist es toll, dann kommt Abhängigkeit und schließlich beendet das Elend den Reigen. Besonders unfair ist, dass die einen die Vorteile genießen, und die anderen die Nachteile ausbaden.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @Felix Schroeder

        Der Gewalt-/Machtmonopolist garantiert ihr Eigentum egal in welcher Form (auch AU).

        Am Machtmonopolisten vorbei setzt niemand einen Goldstandard durch, welches den Machtmonopolisten in Ketten legen würde (=kein Krieg). Auf einen Goldstandard zu hoffen ist nicht auf der Höhe der Zeit.

        Fällt Berlin als Statthalter des US Imperiums aus, wird diese Leerstelle nicht durch Goldbugs ersetzt, sondern durch andere Profiteure des fiat money auf Kosten der anderen….z.B. Sie.

        Das Kaiserreich erlitt eine schwere Rezession (1873-1896) durch den crash nach dem Gründerboom (Kreditsause nach 1871, Goldreparation aus Frankreich)…

        Um Investitionen zu begrenzen und Fehlinvestition nicht zu kollektiven Klumpenrisiken wachsen zu lassen, hat man im fiat money System die Eigentumshaftung eingeführt (vgl. Eigentunsökonomik). Dass faule Kredite nicht liquidiert und ihre Pfänder gezogen werden hat politische Gründe (vgl. Gewaltmonopolist) und dieselben Gründe verhindern jedes andere Geldsystem – egal wie gut es gemeint ist.

        Krall und Co. irren beim Thema Goldstandard, ihre Anhänger hoffen auch einfach Lösungen und so einfach ist es – einfach – nicht.

        Ansonsten ist AU eine Versicherung, wie anderes auch….

      • Avatar
        Felix Schroeder sagte:

        @ Alexander

        „Gewaltmonopolist“ – ich stimme Ihnen völlig zu. Allerdings habe ich starke Zweifel, ob es ohne diesen Gewaltmonopolisten geht? Wenn ich mich entscheiden müsste, dann ist mir ein moderner „Pax Romanum“ lieber als ein Stammesdurcheinander bei dem man jeder Zeit ohne Vorwarnung den Kopf verlieren kann.

        Sobald es aber keinen „Pax Americana“ mehr gibt, funktioniert der Handel nur noch mit Gold. Im Fall einer entsprechenden Krise benötigen ja alle weiterhin bestimmte Güter. Zugleich gibt diese aber niemand mehr gegen Fiat – Geld her.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Felix Schroeder

        >Sobald es aber keinen „Pax Americana“ mehr gibt, funktioniert der Handel nur noch mit Gold.

        Pax Americana verschwindet nicht mit einem Blubb.

        Wenn Sie chinesische arduino boards benötigen können sie nur bargeldlos mit einem Wechsel auf ein Pfand (z.B. Gold) bezahlen. Dieser Vorgang beruht auf Vertrauen, dass das Pfand gedeckt ist….und die Deckung bleibt unbewiesen bis zum margin call.

        Die Vertrauenskrise ins fiat moneny wird nicht durch neues Vertrauen in goldgedeckts Geld abgelöst, wenn dieselben Strukturen in z.B. China hemmungsloses Wirtschaftswachstum durch ungedecktes Geld veranstalten.

        Kann schon sein, dass sie keine Kartoffeln für Euroscheine eintauschen können, aber ihre Steuern und Sozialabgaben werden sie weiter mit gestzlichem Zahlungsmittel entrichten. Da der Staat >50% des BIP dominiert und alle Preise über seine diversen Monopole….bleibt nur auf einen Staatszusammenbruch zu hoffen…damit Gold Zahlungsmittel wird. Falls das passiert, benötigen Sie auch Feuerkraft um ihre Eigentümer zu schützen, weil es sonst niemand macht.

        Gold lehne ich nicht ab, sondern Romantik als Problemlösung.

        Wenn Edelmetall zum Zahlungsmittel wird, müssen Sie kämpfen können.
        Können Sie das?

        .

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Alexander

        „Kann schon sein, dass sie keine Kartoffeln für Euroscheine eintauschen können, aber ihre Steuern und Sozialabgaben werden sie weiter mit gestzlichem Zahlungsmittel entrichten. Da der Staat >50% des BIP dominiert und alle Preise über seine diversen Monopole….bleibt nur auf einen Staatszusammenbruch zu hoffen…damit Gold Zahlungsmittel wird. “

        Wenn es im Supermarkt keine Kartoffeln mehr gibt, dann erwarte ich, dass der Staat gleichzeitig massive Probleme haben wird, Steuern und Sozialabgaben überhaupt noch einzutreiben.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @Richard Ott

        Wenn es im Supermarkt keine Kartoffeln mehr gibt, wer hindert mich dann bei Ihnen Vorräte gegen „am Leben lassen“ ab zu ernten, gerne auch letzte Bestände AU…?

        Obwohl ich Anhänger von AU Versicherung und libertär staatskritisch bin, will niemand von uns erleben, dass der Staat aufgibt. Gibt der Staat auf, bekommen wir regionale Konflikte um neue Staaten (Schutzgelderpressungsmodell) zu installieren, z.B. islamische.

        Alte weiße Männer oder Frauen mit Krügerrand stehen der Entwicklung nicht einmal im Weg.

  23. Avatar
    troodon sagte:

    @ Bauer
    „am selben Tag kündigte Trump auch neue Zolltarife im Handelskrieg an. Eigentlich war zu erwarten, dass Dow-Jones und Dollarkurs positiv darauf reagieren würden, denn das war ja der Zweck dieser Maßnahmen. “
    Wieso sind Sie dieser Auffassung ? Es war und ist doch eher gängig Meinung, dass eine Verschärfung des Handelskonfliktes zu fallenden Aktienkursen führt.
    Das ist dann auch geschehen, bis sich wieder die Erwartung von Entspannung durchsetzte…

    Antworten
  24. Avatar
    Matthias Blum sagte:

    „Wir sollten erörtern, wie ein neues Währungssystem auf Goldbasis und ohne Wachstumszwang, der nicht länger leistbar ist, in den hoch entwickelten Staaten aussehen könnte und wie der Übergang dahin zu bewältigen sei.“

    Das würde ich Sie mal gerne mit Herrn Thomas Mayer ausdiskutieren sehen. Vielleicht moderiert von Herrn Lochner von Mission Money?

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  25. Avatar
    Wolfgang Selig sagte:

    Ein wichtiger und guter Beitrag. Schön, dass Herr Dr. Stelter hier Herrn Bauer hat zu Wort kommen lassen. Wäre mir vermutlich sehr lange nicht aufgefallen und klingt alles ziemlich plausibel.

    Antworten
  26. Avatar
    himbim sagte:

    Wer mehr dazu lesen will: Die selbe Idee mit den SDR’s beschreibt James Rickards in seinem Buch „Aftermath“ recht ausführlich.

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        Felix Schroeder sagte:

        @ Ruby: Kaufen Sie Gold und bringen Sie weiter Gedichte. Es gibt keine 7 Geheimnisse. Es gibt nur eins: „sei nicht blöd und schade niemandem“. Ich schätze die epischen Ansagen sehr, die Jack London seinen Protagonisten in den Mund gelegt hat und habe diese vergeblich im Internet gesucht. Haben Sie da was für ein trauriges Kind wie mich?

      • Avatar
        ruby sagte:

        @Felix
        Schauen Sie bei Adolph Soetbeer’s Werken nach. Die wurde alle von US-Jokern aufgekauft, um Überlebensstrategien zu erforschen.
        https://de.m.wikisource.org/wiki/Adolf_Soetbeer
        Die Übersetzung der Schriften John Stuart Mills scheinen für Ihr zukünftiges handeln vorrangig.
        Herr Bauer hat unseren Respekt für den Blick Beyond mehr als herausgefordert.

    • Avatar
      himbim sagte:

      IWF-Sonderziehungsreche. Das ist ein Korb aus den gängigen Währungen (USD, EUR, GBP…) in den die Chinesen vor ein paar Jahren aufgenommen wurden.

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @LeleCastello

      „SDR“ sind die „Sonderziehungsrechte“ (Special Drawing Rights) beim Internationalen Währungsfonds, vereinfacht gesprochen eine Kunstwährung des IWF, die sich an einem Währungskorb anlehnt, dessen Zusammensetzung und Gewichtung über die Jahrzehnte veränderlich ist.

      Aktuell besteht 1 SDR aus 0,58252 US-Dollar, 0,38671 Euro, 0,085946 britischen Pfund, 11,900 Yen und 1,0174 chinesischen Yuan.

      Antworten
  27. Avatar
    Hoxworth sagte:

    Dank für diesen Artikel.

    Für die Laien unter uns, wie ich es bin:

    Darf man das so interpretieren, dass Hr. Bauer davon ausgeht, dass China an einem steigenden Goldpreis interessiert ist?
    Und wo wäre der Ziel- Goldpreis für China? Wenn man eine zumindest tlw. Golddeckung herstellen will, wäre doch ein wesentlich höherer Goldpreis sinnvoll. In diesem Fall könnte tatsächlich und in naher Zukunft eine abrupte Neubewertung des Goldpreises eintreten. China kauft immens viel gold, sowohl der Staat als auch die Bürger, diese werden – im Gegensatz zu uns oder in den USA – zum privaten Goldkauf ermutigt.

    Mich würde sehr interessieren, in welcher Höhe Hr. Bauer diesen Ziel- Goldpreis sieht. EUR 5000,-/oz?

    Antworten
    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Hoxworth

      „Darf man das so interpretieren, dass Hr. Bauer davon ausgeht, dass China an einem steigenden Goldpreis interessiert ist?“

      Chinas Ziel ist es, die Vormachtstellung der USA zu brechen. Den USA das Privileg zu entziehen, als einziges Land die Weltreservewährung unbegrenzt drucken zu dürfen, ist da nur Mittel zum Zweck, wenn auch ein strategisch extrem bedeutsames.

      „Mich würde sehr interessieren, in welcher Höhe Hr. Bauer diesen Ziel- Goldpreis sieht. EUR 5000,-/oz?“

      Ich würde die Frage eher so formulieren: „Wie weit muss das derzeitige Kreditgeld gegenüber Gold abwerten, damit eine zukünftige Währung wieder durch Gold gedeckt sein kann?“

      Oder alternativ: „Wie viel vom derzeitigen Kreditgeld müssen wir durch Insolvenzen oder einen Währungsschnitt vernichten, damit eine zukünftige Währung wieder durch Gold gedeckt sein kann?“

      Antworten
      • Avatar
        Hoxworth sagte:

        @Ott

        Ja, ich kenne diese Argumentation.

        Allerdings denke ich nicht in Generationen, sondern in meiner voraussichtlichen Lebensspanne. Und da ich 53J alt bin interessiert mich weniger, was in einigen Jahrzehnten sein wird, sondern eher die nähere Zukunft, also die nächsten paar Jahre.

        Und da ist die Entwicklung des Goldpreises für mich interessant, und zwar in EUR. Ob man das jetzt als Anstieg des Goldpreises oder Abwertung der Fiat Währung betrachtet ist mir in diesem Zusammenhang ziemlich egal. Wesentlich ist die zukünftige Kaufkraft des EUR. Steigt der Goldpreis so, dass zumindest für eine gewisse Zeitspanne von vielleicht einigen Jahren ein überproportionaler Kaufkraftgewinn entsteht, ja oder nein? Das ist die Frage, die mich interessiert. Kann aber wie zu erwarten kaum jemand beantworten. Die wenigen Leute, die es könnten, schreiben wohl nicht hier, und auch sonst nirgendwo in den Weiten des Web..:)

      • Avatar
        Hansjörg Pfister sagte:

        @Richard Ott:
        „Ich würde die Frage eher so formulieren: „Wie weit muss das derzeitige Kreditgeld gegenüber Gold abwerten, damit eine zukünftige Währung wieder durch Gold gedeckt sein kann?“
        Oder alternativ: „Wie viel vom derzeitigen Kreditgeld müssen wir durch Insolvenzen oder einen Währungsschnitt vernichten, damit eine zukünftige Währung wieder durch Gold gedeckt sein kann?“
        Widerspricht sich das nicht? Wenn man Fiat – Geld durch Insolvenzen oder Währungsschnitte vernichtet, dann wertet es doch gegen Gold auf (die Währung wird stabiler, die wirtschaftliche Malaise ist allerdings auch viel größer), oder nicht? Andersrum, verhindert man Insolvenzen auf Teufel komm raus durch Gelddrucken, ist das erstmal gut für die meisten, aber es entsteht auch irgendwann eine erhebliche Inflation, Gold wertet gegen Fiat – Geld auf und die Fiat – Währung geht zugrunde? Und ist es nicht so, dass Gold gegen eine goldgedeckte Währung abwerten würde?

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        troodon sagte:

        @Hoxworth
        „Steigt der Goldpreis so, dass zumindest für eine gewisse Zeitspanne von vielleicht einigen Jahren ein überproportionaler Kaufkraftgewinn entsteht, ja oder nein? Das ist die Frage, die mich interessiert. Kann aber wie zu erwarten kaum jemand beantworten. Die wenigen Leute, die es könnten, “

        Ich denke nicht, dass Ihnen irgendjemand dies mit 100%iger Sicherheit beantworten kann. Woher sollte dieses Wissen kommen ?

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Pfister

        „Wenn man Fiat – Geld durch Insolvenzen oder Währungsschnitte vernichtet, dann wertet es doch gegen Gold auf (die Währung wird stabiler, die wirtschaftliche Malaise ist allerdings auch viel größer), oder nicht?“

        Völlig richtig, so ist der Mechanismus.

        Aber die Grundidee, die dahinter steckt, ist, dass Gold gegenüber den Fiatwährungen im Moment unterbewertet ist, weil es viel mehr Fiatgeld als Gold gibt und dazu jedes Jahr viel mehr Fiatgeld neu erschaffen als Gold neu geschürft wird. Um die Unterbewertung weg zu bekommen, können Sie entweder

        a. Fiatgeld vernichten
        oder b. zusätzliches Gold erschaffen (aber Bergbau ist sehr aufwendig und Alchemie funktioniert leider nicht…)
        oder c. „der Goldpreis steigt“ entsprechend, beziehungsweise der Wert eines Dollars in Gold ausgedrückt sinkt
        (oder natürlich d. nie wieder zu einem Goldstandard zurückkehren…)

        „Und ist es nicht so, dass Gold gegen eine goldgedeckte Währung abwerten würde?“

        Gegen eine goldgedeckte Währung wäre Gold immer konstant. Die Banknote ist ja dann ein Bezugsschein auf eine bestimmte Menge Gold. Der Goldpreis im Bretton-Woods-System war 35 US-Dollar pro Feinunze, oder anders ausgedrückt: 1 US-Dollar war ein Fünfunddreißigstel einer Feinunze Gold wert, eintauschbar bei der US-Notenbank.

        Wenn Sie Dollars erschaffen ohne das durch neues Gold in den Notenbanktresoren zu decken, dann verschiebt sich dieses Verhältnis und es gibt immer mehr Dollar pro Feinunze („der Goldpreis steigt“). Eigentlich müsste die Notenbank das Bezugsschein-Verhältnis für die Banknoten dann entsprechend anpassen, also „ihre Währung abwerten“, aber einfach die Eintauschmöglichkeit abzuschaffen kann natürlich auch eine Zeit lang funktionieren, falls man die global dominierende Supermacht ist. Siehe Nixon und die Abkehr vom Bretton-Woods-System 1971.

        Sie können sich ja spaßenshalber mal anschauen, wie viel Fiat-Geld seit 1971 auf der Welt neu erschaffen wurde und wie viel Gold seitdem neu geschürft wurde – dann erkennen Sie, was für ein Missverhältnis sich da herausgebildet hat.

        Statt dass der Goldpreis in US-Dollar ausgedrückt in die Höhe schnellt könnten wir natürlich auch einen Währungsschnitt mit Rückbindung an den Goldstandard machen, vielleicht entspricht dann „1 Neuer Golddollar“ wieder 1/35stel einer Feinunze Gold, aber der Wechselkurs zwischen aktuellem US-Dollar und „Neuem Golddollar“ ist dann entsprechend grottig und wir sind dann wieder bei einer Diskussion, die wir in Deutschland schon aus den 1920ern, 1940ern und 1990ern kennen: Welche Guthaben werden bei einem Währungsschnitt zu welchem politisch festgelegten Wechselkursverhältnis umgestellt?

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      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Hoxworth:

      Wenn Sie 53 Jahre alt sind, müssen Sie nicht zwingend in mehreren Generationen denken, aber rein statistisch sollten Sie die nächsten 30 bis 35 Jahre Ihrer durchschnittlichen Restlebenserwartung (= eine Generation) schon noch einbeziehen. Falls Sie Glück haben, können es auch noch 50 Jahre sein. Wenn sie sich ansehen, wie sich das Verhältnis zwischen USA und China seit 1985 verschoben hat und das in die Zukunft extrapolieren, sollte es egal sein, ob bzw. wann genau die Unze 5.000 € wert sein wird. Entscheidend ist, dass das Aufwertungspotential groß und das Abwertungspotential relativ klein ist. Noch entscheidender ist, dass ein US-Goldverbot wie unter Roosevelt umso unwichtiger wird, je mehr Waren von den goldliebenden Chinesen statt von den Amerikanern erworben werden. Das ist der Unterschied zu Bretton Woods oder Nixons Entscheidung zur Aufhebung der Goldpreisbindung des Dollar. Und bis jetzt sind die Wachstumsraten in China unverändert spürbar höher als in den USA.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Susanne Finke-Röpke

        Ich widerspreche Ihnen äußerst ungern, aber hier muss es sein:

        >Falls Sie Glück haben, können es auch noch 50 Jahre sein.>

        Es müsste m. A. n. heißen:

        Falls Sie Pech haben, können es auch noch 50 Jahre sein.

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        Evi Dent sagte:

        Diesbezüglich stehe ich vorbehaltlos zu Herrn Tischer. Meinen eventuellen Ururenkeln möchte ich weder als halbverwester Zombie, noch mit Botox und Silikonimplantaten ,mehr schlecht als recht, aufgerichtet zum Gespött werden.
        Die nötige Kunst zum Überstehen der persönlichen Resthaltbarkeit liegt darin die goldene Balance zwischen eingekochtem Wertmetall und Fiatliquidität zu finden. der Herr Gesetzgeber ist , wie in der Regel, hier nicht auf meiner Seite. Der denkt nur über Senkung von Unternehmenssteuern nach und will von Menschen im Gegenzug dafür immer höhere Abgaben, Beiträge und neue Bepreisungen.

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        Susanne Finke-Röpke sagte:

        @Herrn Dietmar Tischer und Frau Evi Dent:

        Tja, ob ein langes Leben Glück oder Unglück ist, ist wohl Ansichts- und Gesundheitssache. Ich glaube, Herr Tischer und Frau Dent, Sie vertreten eine Minderheitenposition, aber vielleicht irre ich mich ja. Meine Erfahrung ist, dass sich die Einstellung dazu mit zunehmenden Lebensalter wandelt. Während 20jährige überhaupt kein Problem damit haben, wenn man ihnen erklärt, dass sie vermutlich statistisch 85 werden, sehen 80jährige das ganz anders. Da merke ich in der Regel wenig Neigung, abzutreten. Und nach meinem einzigen Gespräch anlässlich eines 100. Geburtstages einer betagten Dame war mir klar, dass die Frage nach der optimalen Lebensdauer wohl nie vernünftig beantwortet werden kann.

        Mein Vorschlag zur Güte: Sie veranstalten in einem Seniorenheim Ihrer Wahl eine offene Podiumsdiskussion mit dem Thema: „Warum soll ich 103 Jahre alt werden wollen, 80 tun es auch…“ Ich wünsche viel Spaß bei den Zuschauerreaktionen!^^

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Susanne Finke-Röpke

        >Sie veranstalten in einem Seniorenheim Ihrer Wahl eine offene Podiumsdiskussion mit dem Thema: „Warum soll ich 103 Jahre alt werden wollen, 80 tun es auch…“ Ich wünsche viel Spaß bei den Zuschauerreaktionen!>

        Ein köstlicher Vorschlag!

        Einer, der bei meinen fast 80 Jahren in unmittelbarer Reichweite liegt.

        Ich werde versuchen, mich vorher mit Evi Dent abzustimmen, falls sie mit mir auftreten wollte.

        Aber dennoch eine Frage:

        Was würden die Zuschauerreaktion bei der gleichen Veranstaltung in – sagen wir – 30 Jahren sein – würden es nicht andere als die heutigen sein?

    • Avatar
      Felix Schroeder sagte:

      @ Hoxworth:

      Sie sind 53. Okay. Wie lange wollen Sie noch? Haben Sie Erben, denen Sie zugetan sind? Gold ist immer gut. Steigt die Wirtschaft langsam vor sich hin, steigt Gold bei Fiat – Währung (heute normal) im Gleichschritt mit. Ergeben sich Unsicherheiten, steigt Gold, schwinden die Unsicherheiten, sinkt Gold wieder auf den Ausgangswert, geht der Euro (Dollar etc.) den Bach hinab, steigt Gold soweit nötig. Und das ist heute sehr viel! Also wenn Sie morgen nicht ableben, und nicht den Rest der Welt hassen, dann haben Sie jeden Grund Gold zu kaufen.

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  28. Avatar
    Hansjörg Pfister sagte:

    Ich bin zwar diesbezüglich Laie, aber für mich hört sich das alles sehr plausibel an.
    „Wir sollten erörtern, wie ein neues Währungssystem auf Goldbasis und ohne Wachstumszwang, der nicht länger leistbar ist, in den hoch entwickelten Staaten aussehen könnte und wie der Übergang dahin zu bewältigen sei.“
    … und wie man sich persönlich im Lichte dieser Erkenntnisse sollte, möchte ich hier ergänzen.

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