STELTERS MAILBOX: Was halten Sie von der „antikapitalistischen Propaganda“?

„Sehr geehrter Herr Stelter,

mich würde Ihre Meinung zur zunehmenden antikapitalistischen Propaganda in den Medien interessieren.

Ein Vertreter dieser Bewegung ist z. B. der eloquente Herr Precht, dem Sie ja vor kurzer Zeit bei Lanz ohne rechte Gegenwehr gegenübersaßen.

Oder die von den Medien geförderten Bestrebungen, die pluralistische Gesellschaft in eine ökosozialistische Technokratie umzuwandeln und die Freiheit des Individuums massiv zu beschneiden, um das Klima zu „retten“.

Hierbei dient die „grüne Bewegung“ nach Gunnar Kaiser als Trojanisches Pferd.

Die Protagonisten sind z. B. Greta, Rezo und wieder der Herr Precht.

Meine Fragen konkret:

Sehen Sie auch diese Tendenz hin zur undifferenzierten Kapitalismuskritik?

Wenn ja,  für wie gefährlich halten Sie diesen Trend für die Entwicklung des Wohlstandes in Deutschland?“

Abgesehen davon, dass ich bei meiner Diskussion mit Herrn Precht bei Lanz nicht den Eindruck hatte, „ohne rechte Gegenwehr“ agiert zu haben, betrifft diese Zuschrift natürlich einen gesellschaftlichen Trend, der nicht zu leugnen ist und der durchaus gefährlich ist. So zumindest meine Meinung. Ich gehe folgende Fragen nacheinander durch:

1.     Die Haltung der Deutschen zur Marktwirtschaft

2.     Die Haltung der Medien zur Marktwirtschaft

3.     Politiker lieben Eingriffe

4.     Demokratischer Sozialismus – die Deutschen lieben es unfrei

5.     Grundeinkommen als Trojanisches Pferd

6.     Klimarettung oder Systemwechsel? Worum geht es?

7.     Emigration wirkt – Beispiel Skandinavien

8.     Fazit

1.     Die Haltung der Deutschen zur Marktwirtschaft

Im Herbst 2019 erschien eine Umfrage, die zeigte, wie die Bürger die Lage einschätzen:

  • „(…) die meisten Bürger (…) äußern sich mit überwältigender Mehrheit besorgt über die sozialen Folgen einer ausgeprägt marktliberalen Politik. (…) So stimmen etwa 87 Prozent der Aussage zu, dass die ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen zunehmend zu einem Problem für den Zusammenhalt der Gesellschaft in Deutschland wird.“
  • „So sind 57 Prozent der Ansicht, dass der soziale Ausgleich in Deutschland – eines der Grundprinzipien der vielbeschworenen sozialen Marktwirtschaft – heute nicht mehr funktioniert. Nur 36 Prozent sehen diesen Ausgleich zwischen Arm und Reich noch intakt. Und weniger als ein Drittel der Befragten findet, dass die Topreichsten in Deutschland ihren Reichtum auch verdient haben, 62 Prozent sehen das nicht so.“
  • „Gleichzeitig weisen die Deutschen dem Staat Verantwortung angesichts einiger absehbarer sozialer Gefahren zu – etwa der, dass die Digitalisierung und weitere Globalisierung Arbeitsplätze in größerem Ausmaß bedrohen könnte. Insgesamt vier von fünf Befragten stimmen der Aussage, dass die Regierung Betroffene in einem solchen Fall stärker schützen sollte, ‘voll und ganz’ (23 Prozent) oder ‘eher’ (57 Prozent) zu.“

Die Studie wurde vom „Forum New Economy“ in Auftrag gegeben.  „Das Forum versteht sich als Plattform von Wirtschaftswissenschaftlern, die eine Politik als gescheitert sehen, die auf freie Märkte mit möglichst wenig Regulierung und einen Rückzug des Staates setzt. (…) Die von dem Forum in Auftrag gegebene Online-Umfrage unter 1009 Personen soll diese Thesen stützen. Und tatsächlich geht aus den Ergebnissen hervor, dass die meisten Deutschen im Jahr 2019 eine ausgeprägt marktliberale Ordnung ablehnen.“ Man kann also sagen, dass die Umfrage wunschgemäß die Ausrichtung des Forums untermauert, das nach eigener Aussage eine dediziert linke Ausrichtung hat. Kein Wunder, dass die Süddeutsche Zeitung behauptete: → „Die Deutschen denken linker, als sie wählen“

Mehr zur Umfrage hier: → Wirtschaftsdienst: Angst im Aufschwung

Doch ganz so eindeutig scheint die Haltung der Deutschen dann doch nicht zu sein, wie eine andere Umfrage zeigt – und wieder beweist, dass man auch immer prüfen muss, wer die Umfrage beauftragt hat. So befragte die WirtschaftsWoche in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey die Bundesbürger, um den Rückhalt für die soziale Marktwirtschaft zu prüfen. → WiWo: Wer sich in Deutschland wirklich mehr Staat wünscht

Ergebnis: Die soziale Marktwirtschaft genießt einen großen Rückhalt bei den Deutschen.

  • „70 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass die soziale Marktwirtschaft das bestmögliche Wirtschaftssystem für die Bundesrepublik darstellt. Nur 16 Prozent teilen diese Meinung nicht. Der Rückhalt ist in allen Bevölkerungsgruppen hoch – unabhängig von Alter, Kaufkraft und Bildung. Auffällig ist allerdings, dass die Marktwirtschaft im Westen des Landes (73 Prozent) populärer ist als im Osten (59 Prozent).“ – bto: Klare Aussage ist aber, es wird kein Systemwechsel gewünscht.
  • „Erwartungsgemäß hängt die Unterstützung für die Marktwirtschaft auch von den Parteipräferenzen ab. Allerdings existiert kein eindeutiges Rechts-Links-Schema: Mit 84 Prozent gibt es bei den Anhängern der Union zwar am meisten Befürworter, mit 79 Prozent und 74 Prozent sind sie bei SPD und Grünen aber ähnlich stark vertreten. Den geringsten Rückhalt für die deutsche Art des Kapitalismus gibt es mit 50 Prozent bei Linken-Wählern. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Selbst die Hälfte dieser Gruppe wünscht sich nicht einmal einen Hauch DDR zurück.“ – bto: Leider muss man festhalten, dass die Parteikader eine andere Agenda verfolgen, als die Basis wünscht. Das sieht man sehr deutlich bei der SPD, aber es dürfte auch bei den Wählern der Grünen so sein, dass sie sich gar nicht vorstellen können, was da auf sie zukommt.
  • „(…) weite Teile der Bevölkerung (wünscht) mehr Umverteilung. Allerdings nicht pauschal, sondern durchaus differenziert. Denn es geht den Befragten mehr um die Beseitigung von empfundenen Ungerechtigkeiten bei der Vermögens– als bei der Einkommensverteilung. So wird eine Entlastung von Gutverdienern und Unternehmen nicht in Bausch und Bogen abgelehnt.“ – bto: klingt irgendwie anders als in der anderen Studie.
  • „Immerhin 44 Prozent sind der Meinung, auch die einkommensstärksten zehn Prozent sollten vom Solidaritätszuschlag befreit werden. (…) Steuersenkungen für Firmen befürworten zwar nur 31 Prozent, aber auch nur eine relative Mehrheit von 48 Prozent lehnt sie ab. Beachtliche 21 Prozent sind unentschieden. Auch hier gibt es offenbar ein Bewusstsein dafür, dass Unternehmer Arbeitsplätze schaffen und auch entsprechende Spielräume für Investitionen brauchen.“ – bto: Das heißt aber auch, dass die Bürger den Unterschied zwischen „gut verdienen“ und „reich sein“ besser verstehen als unsere Politiker.
  • „Wohl auch, weil die wenigsten Deutschen selbst reich sind oder sich zumindest nicht als wohlhabend empfinden, ist die Sehnsucht nach einer Vermögensteuer groß: Ihre Wiedereinführung wird von 61 Prozent befürwortet.“ – bto: Klar, es ist eine Steuer, die die „anderen“ trifft. Dabei wissen wir, dass die wirklich großen Vermögen ihr entgehen können.
  • „(…) es gibt unter den Deutschen durchaus auch das Verlangen nach mehr Dirigismus. Selbst wenn es sich in klaren Grenzen bewegt: So befürworten immerhin 53 Prozent der Befragten einen sogenannten ‘Mietendeckel, wie ihn Berlin nun plant. Demnach werden für Wohnungen vom Staat Obergrenzen für die Mieten festgelegt. Es handelt sich also um einen starken Eingriff in das Marktgeschehen.“ – bto: Immer wieder habe ich erklärt, warum dieser Eingriff nichts bringt, spare mir also an dieser Stelle die Wiederholung. Was aber klar ist: Die ökonomische Bildung ist so gering, dass die Deutschen Populisten gern auf den Leim gehen.
  • „Wird diese Intervention noch von einer Mehrheit toleriert, ist der Rückhalt für die ebenfalls populistische Forderung nach einer Verstaatlichung von privaten Wohnungskonzernen bereits geringer: Er liegt nur bei 40 Prozent. 48 Prozent lehnen diesen Schritt dagegen ab.“ – bto: 40 Prozent sind für Enteignungen! Das ist wohl der entscheidende Punkt für die Feststellung, dass es eben bei uns doch völlig falsch läuft. Das ist der Boden, wo die Fantasien für den „demokratischen Sozialismus“ gedeihen.

2.     Die Haltung der Medien zur Marktwirtschaft

Heikles Thema. Ich habe bereits vor einigen Wochen die Studie der Oxford Universität zitiert, die die deutschen Medien links der Mitte verortet.

→ Zur Wirkung der Medien in Deutschland

Dann wurde ich bei Twitter belehrt, dies würde alles nicht stimmen und wäre letztlich nur rechte Propaganda, die ich da verbreiten würde. Hm. Ich fand das Ergebnis, dass die eher konservativen Menschen den Medien deutlich weniger vertrauen, relevant. Aber wie gesagt, ich habe die Studie nicht gemacht und wir haben ja schon gesehen, dass dies eine wesentliche Rolle spielt.

Doch auch von anderer Seite gab es Kritik an der Ausrichtung der Medien. So schrieb der damalige SPIEGEL-Kolumnist Jan Fleischhauer schon 2013:→ SPIEGEL Online: „Warum sind so viele Journalisten links?“

„Nach einer der größten Studien zum Thema, 2005 durchgeführt vom Hamburger Institut für Journalistik unter 1500 Journalisten aller Gattungen, verteilt sich die politische Sympathie der im Meinungsgeschäft Tätigen wie folgt:

Grüne: 35,5 Prozent,
SPD: 26 Prozent,
CDU: 8,7 Prozent,
FDP: 6,3 Prozent
Sonstige: 4
keine Partei: 19,6 Prozent.

Dem bürgerlichen Lager neigen also gerade mal 15 Prozent der in Deutschland arbeitenden Journalisten zu.“ – bto: was irgendwie zum persönlichen Eindruck passt.

Dies kann natürlich nicht wahr sein, meint der Deutschlandfunk, um ausführlich darzulegen, warum das alles nicht stimmt: → DLF: „Studien mehrfach missinterpretiert – Deutsche Medien nicht ‘links-grün’“

  • „Einige von ihnen stützen sich dabei auf eine Befragung, die zehn Jahre alt ist, und genau dieses Ergebnis gar nicht hergibt. Die Journalismusforscherin Margreth Lünenborg von der Freien Universität Berlin ist Mitautorin der Studie. Sie sagt: ‘Das Ergebnis zeigt, dass die größte Gruppe, mehr als ein Drittel, sich keiner Partei zuneigend beschreibt.’“ bto: Aha, 19,6 sind irgendwie kein „Drittel“. Ich habe versucht, die Studie im Original zu finden im Netz, leider ohne Erfolg. Bei Katapult → KATAPULT: „Deutscher Journalismus linksgrün und abgehoben?“ standen dann 36,1 Prozent ohne Parteineigung. Dass es so etwas gibt! 36 Prozent ohne jegliche politische Bindung. Da muss ich gestehen, sind mir die 19,6 Prozent schon fast zu hoch.

Jan Fleischhauer hat den Text im DLF auch gelesen und es zum Thema einer weiteren Kolumne gemacht, diesmal beim FOCUS, seinem neuen Arbeitgeber. Da wiederholt er die Zahlen erneut, obwohl er doch beim DLF gelesen hat, dass sie „falsch“ sind. Komisch, denn ich kann mir schwer vorstellen, dass er vorsätzlich falsche Zahlen verwendet, vor allem weil es im Kontext völlig egal ist, ob 19,6 oder 36,1 Prozent→ FOCUS: „Rot-grüner Mainstream: Die zwei Gründe, weshalb Journalisten viel linker als das Land sind“

  • „Linke Medienkritiker weisen gern darauf hin, dass die Chefredakteure oft sehr viel konservativer sind als die Mannschaft. Das mag stimmen, aber es hat im Redaktionsalltag weniger Auswirkungen, als man annehmen sollte (oder sich der Chefredakteur einbildet). Es gibt viele Möglichkeiten, die Anweisung von oben zu unterlaufen – ich spreche aus Erfahrung. Themenvorschläge werden ignoriert, oder der Chefredakteur bekommt zu hören, dass sich leider keine Belege für seine These finden ließen.“ – bto: Das leuchtet ein.
  • „Warum sind so viele Journalisten links eingestellt? Ein Grund ist das, was die Soziologie Selektionsverzerrung nennt. Der typische Journalist hat Germanistik, Geschichte oder Politik studiert. Jura oder Ingenieurwissenschaften, also Studiengänge, in denen man linken Gedanken abwartend gegenübersteht, kommen eher selten vor. Weshalb tendieren Geisteswissenschaftler so stark nach links? Die Betroffenen würden vermutlich sagen, weil ihnen die Gerechtigkeit besonders am Herzen liegt.“ – bto: Ein Journalist mit Volkswirtschaftsstudium twitterte daraufhin, dass er ja Ökonom sei und implizierte damit, dass Fleischhauer dummes Zeug schreibt (meine Worte). Dass Volkswirtschaftslehre auch eine Geisteswissenschaft ist, war ihm wohl nicht bekannt.
  • „Meine Antwort wäre, dass es sich um eine Art Kompensationshandlung handelt. (…) Stellen Sie sich vor, Sie sind mit Bill Gates zur Schule gegangen. (…) Sie (haben) nur eine Chance, wie Sie sich herauswinden können. Sie sagen: ‘Das stimmt schon, Bill Gates ist viel reicher als ich. Aber ich habe mich nicht korrumpieren lassen. Ich bin nicht zum Kapitalistenschwein geworden.’“

Auch wenn es sicherlich bestritten wird, dürfte die Mehrheit der Journalisten – wie der Lehrer – unserem Wirtschaftssystem aus ideologischen oder Verständnisgründen negativ gegenüberstehen. Dies zeigt auch der Spin, der bei der Besprechung von Umfragen gegeben wird. Dies verstärkt natürlich wiederum die negative Haltung der Bevölkerung gegenüber unserer Wirtschaftsordnung.

3.     Politiker lieben Eingriffe

Im idealen Staat werden Rahmenbedingungen gesetzt und dort, wo nötig über Regulierung und vor allem Preissignale korrigierend eingegriffen. Zudem erfolgt eine gewisse Umverteilung zum sozialen Ausgleich.

Doch so ein idealer Staat ist aus Sicht von Politikern schlichtweg uninteressant. Es gäbe relativ wenig zu tun und damit wenig Bühne für die Politik. Also muss etwas passieren – und damit sind wir in der heutigen Welt, wo interveniert wird, was das Zeug herhält. Clemens Fuest vom ifo Institut hat das in der vergangenen Woche in einem sehr guten Artikel in der F.A.Z. verdeutlicht.

→ F.A.Z.: „Neodirigismus“, 7.2.2020

Er spricht vom „Neodirigismus“. Die Highlights:

  • „Derzeit vergeht kaum ein Tag, ohne dass gesellschaftliche und ökonomische Missstände auf eine angeblich neoliberale Politik zurückgeführt werden. (…) Wer heute von Neoliberalismus spricht, meint aber meistens eine übermäßige Marktgläubigkeit und einen Rückzug des Staates aus Feldern, in denen er eigentlich gebraucht wird.“ – bto: Und er meint es dediziert negativ. Freie Märkte sind ein Graus, alles muss der Staat regeln.
  • „Tatsächlich ist von einem Rückzug des Staates aus der Wirtschaft in Deutschland wenig zu sehen. Die Staatseinnahmenquote lag 2018 nach Zahlen des Internationalen Währungsfonds bei 46,4 Prozent und damit höher als in allen Jahren seit der Wiedervereinigung mit Ausnahme des Jahres 1999, als diese Quote kurzzeitig 46,5 Prozent erreichte.“ – bto: und so hoch, wie noch nie in einem ökonomischen Boom!
  • „Die inflationäre Verwendung des Begriffs Neoliberalismus ist insofern paradox, als die politische Debatte in Deutschland zunehmend von einer Haltung geprägt ist, die das Gegenteil von liberal oder neoliberal ist: Man kann diese Haltung als Neodirigismus bezeichnen.“ – bto: Und wir sind erst am Anfang, gibt es doch keine Partei mehr, die für Freiheit eintritt.
  • „Neodirigismus zeichnet sich durch die folgenden Charakteristika aus: Erstens besteht ein geringes Vertrauen in die Fähigkeit von Märkten, Preismechanismen und Wettbewerb, wirtschaftliche Probleme zu lösen. Stattdessen wird staatlichen Institutionen zugetraut, durch steuernde Eingriffe in das Wirtschaftsgeschehen bessere Ergebnisse zu erzielen.“ – bto: was schon deshalb komisch ist, weil wir doch wissen, dass die Alternative kläglich scheitert. Bei jedem erneuten Versuch.
  • „Zweitens gehört zum Neodirigismus die Vorstellung, dass ökonomische Anreize für wirtschaftliche Entscheidungen keine zentrale Rolle spielen. Daraus folgt drittens die These, dass der Staat durch Preisregulierungen, Sozialtransfers oder Steuern Einkommen umverteilen kann, ohne dass größere Ausweichreaktionen und schädliche Nebenwirkungen zu befürchten sind. Diese Haltung erinnert an den wirtschaftspolitischen Dirigismus der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts.“ – bto: der bekanntlich auch auf voller Linie gescheitert ist.
  • „Das wichtigste Beispiel ist die Umwelt- und Klimapolitik. Um beim Schutz der Umwelt unnötige Kosten zu vermeiden, sind Preissignale unentbehrlich. Sie sorgen dafür, dass Umweltbelastungen dort vermieden werden, wo die Kosten der Vermeidung am niedrigsten sind. Die deutsche Klimapolitik hat jahrzehntelang die Einführung eines einheitlichen CO2-Preises verweigert. Stattdessen hat man auf ein Sammelsurium von nicht aufeinander abgestimmten Maßnahmen gesetzt, die viel Geld gekostet haben. Trotzdem verfehlt Deutschland seine Klimaziele.“ – bto: Wie sehr unsere Politiker hier versagt haben und unseren Wohlstand aus dem Fenster geworfen haben, war immer wieder Thema bei bto: → Versuch der Sachlichkeit in der Klimadebatte
  • „Mittlerweile hat man sich darauf geeinigt, einen einheitlichen CO2-Preis anzustreben. Die positiven Wirkungen dieses Instruments werden aber durch eine Vielzahl ergänzender, lenkender Eingriffe überlagert. Es ist beispielsweise kontraproduktiv, zusätzlich zu einem einheitlichen CO2-Preis Flottenverbräuche für Autohersteller vorzuschreiben, wie es mit der EU-Verordnung zu CO2-Emissionen von Autos geschieht. Diese Verordnung legt fest, dass die CO2-Emissionen von Neuwagen zwischen 2021 und 2030 um 37,5 Prozent reduziert werden müssen. Sinn des einheitlichen CO2-Preises ist es eigentlich, dass sich im Wettbewerb herausstellt, wo CO2-Emissionen zu den geringsten Kosten eingespart werden können. Wenn die massive Senkung von Emissionen bei Autos die kostengünstigste Art ist, die Ziele zu erreichen, wird sich das auch ohne Regulierung ergeben. Aber es ist durchaus denkbar, dass die Senkung des CO2-Ausstoßes in anderen Sektoren, beispielsweise bei den Gebäudeheizungen, weniger Kosten verursacht. Dann wird durch die CO2-Verordnung für Autos das Erreichen der Klimaziele unnötig verteuert.“ – bto: Und das, weil Politiker sich einbilden, es besser zu wissen – oder aber, weil es in Vorwand ist, die Gesellschaft nach eigenen Vorstellungen umzubauen.
  • „Es ist auch nicht zielführend, zusätzlich zum CO2-Preis das Errichten von Sonnenkollektoren und Windrädern zu subventionieren und dabei auch noch Ausbauziele für einzelne Technologien vorzugeben. Der CO2-Preis allein sorgt schon dafür, dass Energiequellen, die kein CO2 ausstoßen, einen Kostenvorteil haben. Auch untereinander sollten erneuerbare Energiequellen miteinander konkurrieren. Darüber hinausgehende Förderung und politische Lenkung des Ausbaus einzelner erneuerbarer Energien erhöht ebenfalls die Kosten des Klimaschutzes.“ – bto: Ich erinnere an die 82 Milliarden für die Photovoltaik mit einer Einsparung von zwei Prozent unseres CO2-Ausstoßes.
  • „Da derartige Eingriffe (…) den Klimaschutz verteuern, untergraben sie letztlich klimapolitische Ziele. Hinzu kommt, dass das Ausmaß an CO2-Emmissionsabbau für Deutschland und Europa ohnehin durch internationale Verpflichtungen vorgegeben ist. Förderung sollte sich auf Forschung und Entwicklung neuer Technologien konzentrieren, nicht auf die flächendeckende Subventionierung des Ausbaus bekannter Technologien.“ – bto: Für diese klare Erkenntnis muss man nun wahrlich nicht studiert haben. Es ist weniger überraschend, was hier gesagt wird, als dass es nicht Allgemeinwissen ist. Daran sind aber die Politiker und die Medien schuld, die damit andere Ziele als den Klimaschutz verfolgen.
  • „Zusätzliche Eingriffe (…) werden in Fällen gebraucht, in denen der CO2-Preis nicht wirkt. Beispielsweise senkt die bessere Wärmedämmung von Gebäuden die Heizkosten für Mieter. Wenn die Kosten dafür aber aufgrund von Mietregulierungen nicht vollständig auf Mieten umlegbar und deshalb teilweise von Vermietern zu tragen sind, werden steigende CO2-Preise nicht dazu führen, dass Gebäude im richtigen Umfang isoliert werden. (Hier) kann es sinnvoll sein, ergänzend finanzielle Anreize für Vermieter zu schaffen, damit sie in Wärmedämmung investieren.“ – bto: Besser wäre es, alles umlegbar zu machen und die Mieten freizugeben und im Gegenzug Steuern und Abgaben zu senken und das Wohngeld zu erhöhen.
  • „Unnötiger Dirigismus schadet auch in anderen Bereichen der Umweltpolitik, etwa der Begrenzung von Feinstaubemissionen in Innenstädten. (…) Statt Verbote zu fordern, sollte man auf flexible Mautsysteme setzen. Bei hoher Feinstaubbelastung sorgen steigende Mautgebühren dafür, dass nur diejenigen mit dem Auto in die Stadt fahren, für die ein Verzicht auf das Auto mit hohen Kosten verbunden wäre. (…) Viele Politiker ziehen jedoch Fahrverbote vor. Die haben aber den Nachteil, nicht zwischen den sehr unterschiedlichen Konsequenzen des Verbots für einzelne Autofahrer zu unterscheiden – die Eindämmung der Feinstaubbelastung wird damit gesamtwirtschaftlich deutlich teurer als nötig.“ – bto: Aber Geld spielt doch in einem so reichen Land wie Deutschland keine Rolle … :-)
  • „Während laut gefordert wird, die öffentlichen Investitionen auszuweiten, werden private Investitionen kaum beachtet. Dabei ist das Volumen der privaten Investitionen etwa neunmal so hoch wie das der öffentlichen. Man kann durchaus der Meinung sein, die öffentlichen Investitionen, die in den vergangenen Jahren schon gestiegen sind, müssten weiter erhöht werden. Aber auch das würde nichts daran ändern, dass die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands vor allem im Bereich der privaten Investitionen entschieden wird. Um hier voranzukommen, sind bessere Rahmenbedingungen erforderlich. In der Unternehmensbesteuerung werden derzeit durch Verlustausgleichsbeschränkungen riskante gegenüber weniger riskanten Investitionen diskriminiert, im internationalen Vergleich ist die Steuerlast zu hoch. Außerdem wird eine verlässliche Versorgung der Industrie mit bezahlbarem Strom benötigt.“ – bto: auch dies getragen von Politikern, die denken, es besser zu wissen.
  • „Niedrigere Unternehmensbesteuerung, so die Behauptung, würde nicht zu mehr Investitionen in Deutschland führen, Vermögensteuern nicht zu einer Kapitalflucht. Dass viele Studien das Gegenteil zeigen, wird ignoriert. Aus der Existenz negativer Nebenwirkungen von Steuern allein folgt nicht, dass man sie senken oder gar nicht erst erheben sollte. Aber diese Wirkungen müssen bei der Abwägung von Kosten und Nutzen finanzpolitischer Reformen ernst genommen werden.“ – bto: Das würde aber ein ganzheitliches Denken voraussetzen und das können wir uns schon gar nicht leisten!
  • „Ein besonders krasses Beispiel (…) ist der (…) Berliner Mietendeckel. Die Politik verlässt sich hier darauf, dass man Mieten durch Regulierung senken kann, ohne dass das Folgen für das Angebot an Mietwohnungen hat. Tatsächlich zeigen Erfahrungen mit Mietregulierungen aber, dass sie Wohnungsbauinvestoren verschrecken und das Wohnungsangebot verknappen.“ – bto: Auch das habe ich ausführlich erklärt: → Das Desaster der deutschen Wohnungspolitik
  • „(…) Wohngeld und sozialer Wohnungsbau sind bessere Instrumente als ein Mietendeckel. Sie sorgen dafür, dass mehr Wohnungen verfügbar sind, während der Mietendeckel die Wohnungsknappheit verstärkt. Letztlich schädigt der Mietendeckel Menschen, die eine Wohnung suchen, und verteilt zugunsten derjenigen um, die bereits eine haben.“ – bto: So ist es. Und jene, die sich eine teuere Wohnung leisten können, wohnen oft besonders günstig.
  • „Neodirigismus bringt die Gefahr mit sich, dass ideologisch motivierte, über die erforderliche Rahmensetzung hinausgehende Interventionen Wachstum und Beschäftigung, aber auch das Erreichen umweltpolitischer Ziele untergraben. Es besteht das Risiko, dass Deutschland die zugesagten Beiträge zur Eindämmung des Klimawandels nur zu unnötig hohen Kosten oder gar nicht erreicht. Der Versuch, durch direkte Vorgabe von Marktergebnissen – wie beispielsweise die gesetzliche Senkung von Mieten – Verteilungsziele zu verfolgen, verschärft Wohnungsknappheit, statt sie zu lindern.“ – bto: was dann noch mehr Eingriffe rechtfertigt und nötig macht!

Wir befinden uns seit Langem in der von Friedrich August von Hayek beschriebenen Interventionsspirale auf dem „Weg in die Knechtschaft“, so der Titel des kurz nach dem Zweiten Weltkrieg erschienenen Buches.

4.     Demokratischer Sozialismus – die Deutschen lieben es unfrei

Fuest spricht auch an, woran es liegt:

  • „Die Verteidigung der marktwirtschaftlichen Ordnung gegen dirigistische Eingriffe ist in der breiten Bevölkerung nicht sonderlich populär. Das zeigen Meinungsumfragen. Die Aussage, dass der Staat sich aus der Wirtschaft eher heraushalten sollte, unterstützten 32 Prozent der deutschen Bevölkerung im Jahr 2018, mehr als 50 Prozent lehnten sie ab. Wenig und im Zeitablauf sinkende Unterstützung für eine freiheitliche Wirtschaftsordnung zeigt sich auch bei der Beurteilung der These, Sozialismus sei im Grunde eine gute Idee, die nur schlecht ausgeführt wurde. 39 Prozent der westdeutschen Bevölkerung stimmten dieser Aussage im Jahr 1991 zu, immerhin kurz nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa. Im Jahr 2018 lag die Zustimmung bei 49 Prozent. In Ostdeutschland liegt die Zustimmungsquote konstant über 70 Prozent.“

Hier zeigt sich klar, woran es mangelt: an ökonomischem Verständnis und an sauberer Information. Die Medien – wie dargelegt – selber unwissend oder ideologisch positioniert, erzählen ständig die gleiche Geschichte des ungerechten Landes und des Nutzens des Sozialismus. Und wer würde sich nicht weniger Stress wünschen und seinem Nachbarn ein kleineres Auto?

Das dies so ist, zeigen auch Umfragen: → wallstreet:online: „Wie neidisch sind die Deutschen?“

  • „Deutsche sehen Reiche als egoistisch, materialistisch und rücksichtslos. Zudem neigen Deutsche stärker zum „Sündenbockdenken“ als andere Nationen und geben Superreichen die Schuld an den Problemen dieser Welt. Schließlich reagieren sie eher als Franzosen, Briten und Amerikaner mit Schadenfreude, wenn ein Millionär mit einem Geschäft viel Geld verliert.“bto: so die Zusammenfassung der Ergebnisse.
  • „Der Anteil der Sozialneider ist in den Ländern sehr unterschiedlich. (…) Setzt man die Zahl der Menschen mit ausgeprägtem Sozialneid und jener, die weniger oder keinen Sozialneid empfinden, ins Verhältnis, dann ergibt sich der Sozialneidkoeffizient. Er zeigt, wie das Verhältnis von Neidern und Nicht-Neidern in einem Land ist: Bei einer Zahl über 1 überwiegt die Zahl der Neider, bei einer Zahl unter 1 überwiegt die Zahl der Nichtneider. Am stärksten ausgeprägt ist der Sozialneid demnach in Frankreich, am schwächsten in Großbritannien.“ – bto: Großbritannien dürfte sich in den kommenden Jahrzehnten auch besser entwickeln.

  • Gefragt wurde auch, welche Eigenschaften die Menschen besonders häufig bei Reichen vermuten. Am häufigsten wurden in Deutschland Egoismus, Materialismus und Rücksichtslosigkeit genannt. Nur 17 Prozent der Deutschen kennen jedoch persönlich einen oder mehrere Millionäre gut. (…) Die Menschen, die einen Millionär kennen, beurteilen diesen ganz anders als der Durchschnitt der Bevölkerung. Sie sehen diesen Millionär vor allem als fleißig, intelligent und einfallsreich.“ Hier der Unterschied zwischen Nahbild und Fernbild von Millionären:

  • „In der Studie wird die ‘Kompensationstheorie’ entwickelt, nach der viele Menschen dazu neigen, Reichen im Bereich ‘moralischer Werte’ negative Eigenschaften zuschreiben, um damit ihr Selbstwertgefühl zu schützen: Sie schreiben anderen Menschen, die ihnen auf irgendeinem Gebiet überlegen sind, auf anderen Gebieten Minuspunkte zu, damit sie sich mit ihnen wieder gleich fühlen oder sich über sie stellen können.“ – bto: Das hatten wir ja schon, unsere Journalisten sind halt echte Deutsche.

5.     Grundeinkommen als Trojanisches Pferd

Es gibt klare Themen der Neodirigisten: Klima und „Gerechtigkeit“. Beides ruft nach staatlichem Handeln (so die Neodirigisten). Am Beispiel des bedingungslosen Grundeinkommens können wir die Entwicklung durchdenken.

Zunächst wird das Grundeinkommen zu einem „wahlentscheidenden Thema“ stilisiert, natürlich mit dem Ziel, es einzuführen. Das wird dann so erklärt. Konkret von Philip Kovce, Ökonom und Philosoph im Interview bei n-tv.: → n-tv: „Grundeinkommen wird wahlentscheidend“, 15. Juli 2019

Zunächst wird betont, dass es ja keine „linke“ Idee ist: „Das Grundeinkommen kennt ebenso liberal wie sozial gesinnte Unterstützer. Es gibt Unternehmer und Gewerkschafter, Rechte und Linke, die sich dafür einsetzen. Die einen betonen, dass es die Freiheit des Einzelnen fördere, die anderen, dass es allen gleichermaßen zugutekomme. Letztlich gibt es so viele Gründe für ein Grundeinkommen, wie es Befürworter gibt.“ – bto: Wie beim anderen großen Thema, dem „Klima“, wird gesagt, dass es alle, die denken können, als einzig wahre Lösung sehen. Richtig ist aber, dass sich führende Manager wie Tim Höttges von der Telekom auch für das bedingungslose Grundeinkommen eingesetzt haben.

  • „Dagegen spricht nichts, außer unseren Vorurteilen. Doch auch die bröckeln langsam. Wenn man jüngsten Umfragen Glauben schenken will, dann befürwortet inzwischen bereits die Hälfte der Deutschen ein bedingungsloses Grundeinkommen.“– bto: was wiederum herzlich wenig dazu aussagt, ob das wirklich richtig ist. Die Deutschen haben ja eine Tradition in der vorsätzlichen Minderung des eigenen Wohlstands.
  • „Leistung ist nur dann die Voraussetzung für Verdienst, wenn ich als archaischer Selbstversorger allein auf die Jagd gehe. In einer modernen arbeitsteiligen Überflussgesellschaft, in der außerdem immer mehr Maschinen die Drecksarbeit übernehmen, gilt der Grundsatz: Freiheit ist die beste Voraussetzung guter Dienstleistung. Wenn ich will, dass andere möglichst gut für mich arbeiten, dann habe ich dafür zu sorgen, dass sie dies aus freien Stücken tun können. Wer nicht arbeiten muss, der will arbeiten.“ – bto: Mit Blick auf unser Sozialsystem halte ich fest, dass wir nicht so weit davon entfernt sind. Es gibt zwar die Aufforderung, einer Arbeit nachzugehen, verbunden mit den von der Linken so abgelehnten Sanktionen. Andererseits muss man aber sehen, dass zum Beispiel der hohe Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund bei den Hartz-IV-Empfängern daraufhin deutet, dass es doch recht bedingungslos ist. Damit würde der Anreiz zuzuwandern noch deutlich erhöht und die Finanzierbarkeit unmöglich. Wer also in diese Richtung denkt, muss zwingend die Zuwanderung begrenzen. Da dies nicht der Fall ist, sondern die wesentlichen Unterstützer des bedingungslosen Grundeinkommens genau jene sind, die für offene Grenzen eintreten, muss das mit einer sozialistischen Gesellschaftsordnung einhergehen, die solange funktioniert, solange man die vorhandenen Ressourcen verbrauchen kann.
  • „Anstrengung hat nichts mit Geld, sondern mit Sinn zu tun. Wir beginnen überhaupt erst, uns wirklich anzustrengen, wenn wir uns für eine Sache begeistern können. Wer so tun muss, als sei er ganz bei der Sache, obwohl er innerlich längst gekündigt hat, der ist gemeingefährlich. Er simuliert Leistung und sabotiert Qualität. Er tut so, als wäre er fleißig, dabei ist er längst faul. Das Grundeinkommen würde diesem Unsinn entgegenwirken. Es korrigiert die systematische Fehlleistung der heutigen Arbeitszwangsgesellschaft, die Leistung verhindert und Faulheit fördert.“ – bto: Und wer wird dann die Toiletten putzen? Nur jene, die sich „dafür begeistern“ können? Na, da bin ich gespannt. Es ist nun mal so, dass es genug nicht automatisierbare Tätigkeiten gibt, die gemacht werden müssen. Es können nicht alle Ökonomen sein und staatlich alimentiert theoretisieren.
  • „Das Grundeinkommen ist ein Grundrecht. Es betrifft jeden Einzelnen und die ganze Gesellschaft. Darüber lässt sich zwar trefflich streiten, aber es lässt sich nicht irgendwie im Reagenzglas testen.“ – bto: Es kann aber nur innerhalb einer geschlossenen Gesellschaft funktionieren.
  • „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die erste große Partei auf ein Grundeinkommen nicht länger verzichten will. Sobald dies der Fall ist, werden auch die anderen Parteien ihre Modelle auf den Tisch legen. Sie wollen in diesem Wettstreit ganz sicher nicht den Kürzeren ziehen. Dann ist klar: Das Grundeinkommen ist nicht nur ein positiv besetzter Begriff, sondern eine wahlentscheidende Komponente.“ – bto: Es ist die Eintrittskarte in das sozialistische Paradies. In der DDR gab es übrigens Arbeitszwang. Interessant, finde ich.
  • „Gerade das Grundeinkommen ermöglicht eine nachhaltige Existenz. Es beugt unsinniger Produktion wie unsinnigem Konsum gleichermaßen vor. Wer das Klima wirksam schützen will, dem kommt der soziale Klimawandel des Grundeinkommens entgegen.“ – bto: Und wer definiert denn, was „unsinnig“ ist? Klar, jedem fällt was ein. Dem einen die SUV, den anderen gleich alle Autos, der nächste findet, wir brauchen keine Smartphones, wieder andere stören sich am Fleischkonsum oder an Flugreisen.

Womit wir schon ahnen, wohin das bedingungslose Grundeinkommen führen muss. In eine Welt, wo es eben nicht mehr „bedingungslos“ ist. So die logische Konsequenz.

Gut erklärt unter anderem hier: → MISES WIRE: „Universal Basic Income: A Dream Come True for Despots“

Der Autor berichtet von einem Gespräch im Nachgang zu einer Tagung: „(…) when miraculously the conversation at my table turns to the universal basic income (UBI). My neighbour gushes with vigour over its merits. He eagerly vows that it will solve innumerable problems facing our civilisation and I get the feeling he has been spreading the gospel at every available turn because this idea is the crucial one. (…) I politely wait my turn, and then ask a simple question: ‘What do you think the potential disadvantages of the basic income would be, then? He replies, ‘There aren’t any.’“ – bto: Es gibt also etwas, das keinerlei Nebenwirkungen hat? Das ist doch mal bemerkenswert.

  • „Despite the heated disagreements between economists on just about every issue under the sun, there is probably one point that they are all actually unanimous on. That is the fact that every policy has winners and losers. Given that human wants are infinite but our means towards attaining those wants are limited, policies, by their nature, advantage some groups at the expense of others.“ – bto: Auch das muss so sein und kann doch eigentlich nicht überraschen!
  • „But the universal basic income seems unaffected. It’s going to cure poverty, eliminate stress, reduce crime, unleash entrepreneurship, emancipate women, save us from AI, and fight climate change. I’m not not exaggerating. I googled, and there are multiple articles claiming that, not only will the UBI save the economy from flatlining due to a lack of consumer demand by increasing consumption, but somehow also put a halt to global warming as well — contradictory as these two aims may seem.“ – bto: Und wie wir schon oben gesehen haben, wird nur noch „sinnvoller“ Konsum geduldet. Und offen ist, wer „sinnvoll“ definiert.
  • „Professional advocates of the UBI are bound to be more evenhanded in their consideration of the comparative advantages and disadvantages of the program and present a more nuanced view, aren’t they?“
  • „Well, not according to the titles of their books …

Rutger Bregman comes right out and calls his book advocating the UBI Utopia for Realists.

Annie Lowrey’s book Give People Money carries the subtitle ‘How a Universal Basic Income Would End Poverty, Revolutionize Work, and Remake the World.’

Andy Stern and Lee Kravitz’s book Raising the Floor carries a subtitle claiming the UBI will, Renew Our Economy and Rebuild the American Dream.’

Phillipe Van Parijs and Yannick Vanderborght entitled their book Basic Income: A Radical Proposal for a Free Society and a Sane Economy.“

  • „This boundless idealism scares me. The Russians were also offered utopia after the tsars, as were the Chinese when Mao came to power. So if I deviate from my so-far-ecumenical tone in this new coda, it’s in part because people seem to too readily forget what the road to hell is paved with.“ – bto: Das Gegenteil von “gut” ist bekanntlich “gut gemeint”. Und das ist immer so bei sozialistischen Träumen, die am Ende zu Albträumen werden.
    „I have seen precious little worrying as to what the government — or a future government — might actually do once it has seized control over everyone’s purse strings. (…) One such cautionary tale may be found in China.If we take a look across to China, where they are instituting a “social credit system,” we might glean some insight into what may be in store for us with the UBI.“ – bto: weil es eben am Ende ohne Kontrolle nicht gehen wird.
  • „Under the Chinese social credit system, the government judges their citizens‘ behaviour and trustworthiness in order to assign each person a rating out of one thousand which the state can then improve or dock. (…) Now a basic income guarantee may be universal, but as the years wear on and it proves expensive to provide, it might be that corners have to be cut in order to ensure its continued fungibility. Hardly anyone will object to the UBI being withdrawn from criminals, for example. And then perhaps for antisocial behaviour. People may have their universal basic income docked for committing petty crimes like littering the street. A few might moan that this is the beginning of a government social engineering program, but to most people this will seem like a quite a sensible and reasonable measure. After all, we all ‘benefit’ from the benevolence of society providing our roads and schools, and now our basic income. So if some choose to repay society in disrespect, with such vulgar behaviour as littering, throwing away the ends of cigarettes, spitting on the street, failing to remove their dog foul, or what have you, why should society continue to furnish them with the fullness of a basic income? Besides, if their basic income is docked for several months they are unlikely to repeat the crime — they will soon learn their lesson. It will save money on law enforcement, lengthy court trials, and prison sentences as well, all of which are costly. Clipping people’s basic income will soon seem the most sensible and appropriate response to many crimes and misdemeanours.“ – bto: Und es ist naheliegend, solch gesellschaftsschädliches Verhalten auf ganz anderen Ebenen zu bestrafen, zum Beispiel für politisch unkorrekte Kommentare in sozialen Plattformen. Ich könnte mich  mit noch mehr Energie auf meinen Blog stürzen – doch wäre ich noch so frei oder würde mir das Grundeinkommen auch gekürzt? So wurde mir eine Anzeige wegen Volksverhetzung angedroht, weil ich in einem Artikel den britischen Telegraph zitiert habe, der vor den „grünen Taliban“ gewarnt hat.
  • „Under the UBI, there are bound to be complaints that some people are taking advantage of the system but are not contributing, and that that is bad for them as well as for society. It will therefore seem sensible to save money, andencourage people into better habits, by docking their universal basic income if they spend too much time playing on the computer, on clicking around on social media. The government will likely have many bright ideas as to what kind of activities they should be getting up to instead. They may soon also want to reward people for good behaviour, like contributing to charity or volunteering. But how long can such a system remain impartial? How long before people start creating malignant causes to launder and take advantage of free government money? How long before the government starts to select which causes are worthy and which are not?“ – bto: Also zum Beispiel Engagement in einer akzeptierten politischen Partei wird belohnt, Mitwirkung in einer anderen Partei wird bestraft.
  • „The government rewarding specific activities with public funds supplants the market system with a “bribocracy” where people can climb the ladder not by directly providing goods and services that others are willing to pay for, but by finding out what the government approves of and collecting brownie points. If spying on neighbors and reporting their so-called antisocial behaviour qualifies, then the government will have found a role for the new class of sycophants — the idea becomes all the scarier. It would not be the first time governments have called upon their citizens to tell on their neighbor.“ – bto: Aber es ist doch richtig, sozialschädliches Verhalten zu bestrafen. Oder nicht? So zumindest die erwartbare Argumentation!
  • „In China people can have their social credit score docked for posting fake news online. We may, of course, ask, fake according to whom? After all, the Chinese government maintains that the Tienanmen Square Massacre of 1989 was “fake news” drummed up by the West to undermine the regime. Closer to home, the mainstream media was entirely complicit in selling the war on Iraq to the public, but I very much doubt we will see people being sanctioned for posting news from mainstream sources such as the BBC or MSNBC. Our leaders are above falsifying our historic records and sending embarrassing incidents down the memory hole for permanent deletion. The purse strings of the universal basic income also present a grave threat to freedom of speech. Anyone who has been following the ‘woke wars’ on Twitter and other social media platforms will have heard of people receiving lifetime bans for tweeting things like ‘Men are never women.’ Now whether you believe such a message is transphobic or otherwise, you may at least believe that someone has the right to tweet it, and be duly educated as to the wrongs of their action by other users. The universal basic income could easily become the new weapon to wield against those who hold unpopular opinions or those that are simply no longer politically correct. It will be first used to strike against unpopular groups such as racists, misogynists, homophobes, and bigots. Not many people will come to their defense when they lose their basic income for spreading hate. But one day you yourself may hold an unpopular opinion that is relatively benign. Maybe you will say that people shouldn’t have their basic income docked just because they say unpopular things on the internet. You will not just be slapped with a Twitter ban, you will potentially lose $1000 a month.“ – bto: Und genau das ist die Folge. Der Staat weiß alles besser und die Herrschenden haben die totale Kontrolle.
  • „Far from creating a futuristic utopia where — once our security needs are met — we are all liberated to pursue our dreams, become great scientists, scholars, artists, and entrepreneurs, the universal basic income threatens a totalitarian horror the likes of which we are used to seeing imagined only on The Twilight Zone and The Outer Limits. (…) The UBI will institutionalise the state as each of our patrons — and us as wards of the state. Once this relationship is established we will enter into a frightening era where the government is our provider and the UBI can easily be weaponized by our rulers to shape us into compliance.“ – bto: Und wenn ich mir die aktuelle politische Diskussion in Deutschland ansehe, liegt dieses Szenario nicht fern.

Dieser Cartoon bringt es auf den Punkt:

6.     Klimarettung oder Systemwechsel? Worum geht es?

Der wichtigste Hebel zur Änderung des Systems dürfte die Politik gegen den Klimawandel sein. Ich wiederhole nicht meine schon an anderer Stelle ausführlich gebrachte Analyse. Ich will stellvertretend ein Buch heranziehen, das ich nicht gelesen habe (und auch aus Zeitgründen nicht lesen werde).

Aufmerksam wurde ich durch eine euphorische Besprechung im Deutschlandfunk – leider nur Audio verfügbar –, die so von antikapitalistischen Gedanken und Pauschalbehauptungen geprägt war, dass ich sie am liebsten gleich bei bto zerlegt hätte.

So nehme ich eine andere Besprechung des Buches, um zu zeigen, wie das Klimaziel missbraucht wird, um bestimmte Ziele zu erreichen: → Die Freiheitsliebe: „Bruno Kern – Das Märchen vom Wachstum

Der Autor, Bruno Kern, hat übrigens mit einer Studie über die Marxismusrezeption in der lateinamerikanischen Theologie der Befreiung promoviert und ist Gründungsmitglied der Initiative Ökosozialismus.

  • „In seinem Buch wird schnell klar, dass er die kapitalistische Produktionsweise und die Konsumweise des globalen Nordens als die zentralen Problematiken des Klimawandels feststellt. Damit reiht Bruno Kern sich in die inhaltliche Tradition des im letzten Jahr erschienen Buches der Imperialen Lebensweise von Ulrich Brand und Markus Wissen ein, auf die er in seinem Werk auch häufig verweist. Allerdings unterscheidet er sich zu den beiden genannten Autoren, indem er klarer den globalen Kapitalismus für die Klimazerstörung verantwortlich macht, sowie eine konkretere Alternative zum heutigen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem formuliert: Den Ökosozialismus.“ – bto: Wenn man an den Zustand der Umwelt im real existierenden Sozialismus erinnert, muss man sich schon wundern, wie man so eine These unwidersprochen aufstellen darf. Nicht der Sozialismus hatte den besseren Umweltschutz, sondern der „Kapitalismus“. Ebenso hat Letzterer die Armut weltweit drastisch reduziert.
  • „Zentral sticht in seinem Buch seine These heraus, dass der Energie- und Ressourcenverbrauch auf der Welt (vor allem in den Industrienationen) deutlich zu hoch ist und keine Entkoppelung von Wachstum und Verbrauch möglich sei. Dadurch schließt er reformorientierte Ansätze eines Kapitalismus aus, da sie diesen hauptsächlichen Widerspruch nicht lösen können und viele Ideen von grünliberalen Parteien und Denkern nur eine Rekonstruktion dieses Wirtschaftswachstums anstreben würden.“ – bto: Ja, die These muss herausstechen, ist sie doch empirisch falsch! Die Menge an CO2, die zur Produktion von kaufkraftbereinigten 1000 Dollar an Wirtschaftsleistung ausgestoßen wird, hat sich in Europa in den letzten vierzig Jahren um etwa zwei Drittel verringert. In China ist sie derweil um ganze vier Fünftel auf das Niveau gesunken, das in Europa noch 1970 üblich war. Die Umweltzerstörung nimmt ab, sobald sich die Menschen den Fortschritt leisten können. Das ganze Buch basiert also auf Fake-News!
  • „Sehr stark an seinem Buch sind seine greifbaren Transformationsüberlegungen, die er in seinem Kapitel ‘Auf dem Wege zu einer ökosozialistischen Gesellschaft’ darstellt, da er viele anschauliche Beispiele kapitalistischer Verschwendungs- und Ausbeutungslogik an der Natur anführt, die in einer nicht auf Profit basierenden Gesellschaft (dem Ökosozialismus) irrelevant wären. Auch unterstreicht er, dass eine ökologische Transformation der Welt nicht auf dem Rücken der armen Schichten ausgetragen werden darf. Es sei sowohl ungerecht als auch nicht umsetzbar. Eine Umverteilung des Reichtums setze eine ökologische Veränderung voraus.“ – bto: Aus der Geschichte wissen wir, dass die Vernichtung von Wohlstand durch sozialistische Umverteilung ziemlich rasch an das Ende des Systems führt. Egal, man verbindet hier alles und begründet mit dem Klimathema die Neuauflage eines verfehlten Konzepts.
  • „Einer Studie von Oxfam aus dem Jahr 2015 zu Folge schadet jemand aus dem Reichsten Prozent 175-mal mehr als eine Person aus den ärmsten 10 %. Außerdem verantwortet das reichste globale 10 Prozent 50 % der CO2 Emissionen. Nur 100 Konzerne sind seit 1988 für unglaubliche 71 % der Emissionen verantwortlich – allen voran aus der fossilen Energieindustrie. Wir können also die Klimakrise nicht von der Klassenfrage trennen. Einfach gesagt: Je mehr Einkommen, desto mehr ökologischer Schaden. Dass global gesehen natürlich ein nicht unbedeutender Teil der Mittelschicht Deutschlands zur reicheren Fraktion auf der Welt gehört, ist unumstritten.“ – bto: Also ist der beste Weg für das Klima, die „Reichen“ abzuschaffen? Doch wo soll der technische Fortschritt herkommen, der in der Vergangenheit mehr für das Klima getan hat als alle sozialistischen Gleichmacherei-Phantasien?  „Dass so viele heute über die Klimakrise reden, ist ein Produkt von der riesigen Organisierung von Schülerinnen und Schülern bei Fridays for Future, die durch zivilen Ungehorsam und Streiks auf sich aufmerksam machten. Außerdem wird der Kapitalismus nicht durch Konsumveränderung oder Verzicht abgeschafft, was eine riesige Illusion ist. (…) Es (wäre) auch jetzt schon nützlich, sich auf bestimmte Alltagsänderungen in einer (hoffentlich) zukünftig ökosozialistischen Gesellschaft einzugewöhnen, in der der Fleischkonsum und die Mobilitätsfrage radikal verändert werden müssten.“ – bto: Im Arbeiter- und Bauernparadies war das bereits realisiert.
  • „Jedoch sollten wir diese kleineren Änderungen nicht vor die ganz große Herausforderung stellen: Den strukturellen Zwang des kapitalistischen Wirtschaftssystems zu mehr Wachstum und somit mehr Energie- und Ressourcenverbrauch. Wir sollten vor allem uns bemühen, politisch gewisse Entscheidungen zu fällen, damit eben die Verkehrswende sozial und ökologisch geschieht, die Massentierhaltung abgeschafft wird oder Plastik verboten wird. Dazu müssen wir uns organisieren und gemeinsam täglich kämpfen. Wenn wir fast 200 kapitalistische Staaten auf der Welt haben, die alles daransetzen, damit sich ihre eigenen nationalen Konzerne auf dem Weltmarkt durchsetzen, haben wir es mit viel größeren Dimensionen zu tun.“ – bto: Interessanterweise würde ich beim Thema Wachstumszwang nicht widersprechen, aber beim Thema Ressourcenverbrauch. Mit entsprechender Bepreisung der externen Kosten wird das System immer effizienter und ressourcenschonender. Wie schon in den letzten Jahrzehnten.

Dennoch müssen wir feststellen, dass die Nachricht verfängt. Es trifft auf eine deutsche Öffentlichkeit, die aus Unkenntnis schon wenig zur freien Marktwirtschaft steht, von Politikern und Medien konsequent mit negativen Nachrichten zur Marktwirtschaft versorgt wird und dann in immer mehr staatlichen Eingriffen – egal ob zur sozialen Gerechtigkeit oder zum Klimaschutz – die Lösung von Problemen sieht, die entweder schon gelöst sind oder aber durch marktwirtschaftliche Instrumente besser gelöst werden könnten!

7.     Emigration wirkt – Beispiel Skandinavien

Das Ganze ist schon betrüblich genug, könnte aber auch die Folge der Tatsache sein, dass Deutschland seit Jahrhunderten ein Auswanderungsland ist. Wer auswandert, ist eher freiheitlich orientiert und selbstbestimmt. Dies erklärt zum Beispiel die ungebrochene Dynamik der USA.

Für Deutschland habe ich keine Daten gefunden, aber eine Studie zu den skandinavischen Ländern. Die FINANCIAL TIMES (FT) berichtet: → FT: „How America made Scandinavian social democracy possible“, 30. März 2017

  • „(…) migrants bring with them a far more individualistic version of their culture than wherever they came from. Hence the not-unreasonable stereotype that places largely populated by voluntary migrants and their descendants — such as the United States — are more entrepreneurial, wealthier, and more unequal than source countries, such as Europe.“ – bto: Die unternehmerischen Menschen sind gegangen.
  • „New research presented at the annual conference of the Economic History Society suggests the stereotype fairly describes the outcome of migration from Norway and Sweden to the United States in the second half of the 19th century.“ – bto: Diese Studie ist natürlich auch in kleineren Herkunftsländern leichter zu machen.
  • „The researchers suggest the migration flows, which were small relative to the native population of America but equivalent to about 25 per cent of the total population of Scandinavia, changed the character of Norwegian and Swedish society by removing the most ambitious and independently-minded people.“ – bto: Es gab also eine Veränderung der sozialen Struktur der zurückgebliebenen Gesellschaft.
  • „In other words, Scandinavian social democracy might not be possible without America’s historic willingness to absorb those who refused to follow the ‘Law of Jante’.“ – bto: Ich musste das auch erst googeln (also klicken Sie ruhig auf den Link!) Es gibt eine Art „Gesetz“, das individuelles Herausragenwollen missbilligt.
  • „The methodology centres on names. Psychologists have long found that people with relatively rare names are more likely to be ‘unique’, presumably because parents who consciously choose rare names for their children would be more likely to raise them to be nonconformists.“ – bto: Auch das leuchtet natürlich ein.
  • „They found that while ‘individualism’ rose modestly overall, the places with more emigration became relatively more ‘collectivist’ than those regions with less emigraton. Here’s a simple version:“ – bto: Also, die zurückbleiben, sind weniger individualistischer.
  • „This wasn’t just a coincidence. Focusing on the people who actually left Norway and Sweden for America, it turns out they were much more likely to have ‘unusual’ names for their region than those who remained in Scandinavia. As the authors conclude: Individualistic types are more prone to migrate as they feel less attached to their surrounding social environment. In the sending population, this self-selection generates a push towards collectivism.“
  • „If you want a highly individualistic society, with all the benefits and pitfalls that entails, you should want large-scale immigration, particularly from places that are far away. If you prefer more tight-knit communities and a large welfare state, you might prefer to avoid taking in ambitious nonconformists from abroad and instead try to get your own ‘Troublemakers’ to leave.“ – bto: Ich würde aber ergänzen, es müssen qualifizierte Zuwanderer sein und es darf nicht im Sozialstaat geschehen. Denn die Auswanderer in die USA in vergangenen Jahrhunderten mussten arbeiten, um zu überleben.  

Es liegt nahe, genau das bei uns zu beobachten. Wir haben eine Abwanderung der „troublemaker“, über die sich andere Länder freuen. Wir haben einen großen Sozialstaat. Was noch nicht passt, ist die Abschottung nach Außen, wobei wir die bezüglich qualifizierter Migranten irgendwie auch schon haben. Vergangene und derzeitige Entwicklungen bestärken klar den Trend zu mehr Staat und eher sozialistischen Gesellschaftsmodellen.

8.     Fazit

„Für wie gefährlich halten Sie diesen Trend für die Entwicklung des Wohlstandes in Deutschland?“

Für sehr gefährlich. Es ist die Wurzel aller Probleme. Mangelndes ökonomisches Verständnis, Falschdarstellungen von Medien und Politik und demografische Änderungen führen zu einer unglücklichen Mischung. Der Wohlstand wird schrumpfen und dadurch die bereits bestehenden Faktoren des Niedergangs verstärken.

Kommentare (106) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Ulrich Remmlinger sagte:

    @ D. Tischer „…statt mit einer Verweigerungshaltung in der Diskussion nicht bestehen zu können.“
    Herr Tischer, ich verweigere mich nicht der Diskussion, aber ich verstehe den Sinn dieser aktuellen Diskussion nicht und ich hasse fruchtloses Wortgeplänkel.

    Ausgangspunkt war die Behauptung, eine freie Marktwirtschaft könne nur zum Preisoptimum führen und das wäre nicht immer wünschenswert. Ich habe darauf hingewiesen, daß der Staat seit Jahrhunderten mit Steuern den Markt steuert. Im Mittelalter war es der Zehnte, heute sind wir bei einer Staatsquote von fast 50% angelangt. Wie viel soll es denn noch sein? Zusätzlich gibt es sogar noch Verbote von harmlosen Produkten wie Glühbirnen, Staubsaugern und, bereits beschlossen, de facto dem Verbrennungsmotor. Das reicht aber Herrn Anders immer noch nicht. Ihm ist die Produktion in Billiglohnländern ein Dorn im Auge, da der Transport nach seiner Meinung Ressourcen verschwendet, wobei er seine eigene, skurrile Definition von optimaler Ressourcenallokation hat. Letztlich will er die Globalisierung zurückdrehen, denn ob es um Krabbenschälen in Marokko oder um T-shirts-nähen in Bangladesh geht, immer entstehen Transportkosten. Als Maßnahme fordert er eine Verschärfung der Deklarationspflicht. Wie soll das aussehen? Müssen dann auf alle T-shirts abschreckende Bilder von Sweat-shops gedruckt werden, so wie heute auf den Zigarettenschachteln?

    Herr Tischer, Sie unterstützen das auch noch („Es ist völlig richtig, was Sie sagen – ich unterschreibe jeden Satz“). Dabei ist es nicht möglich, dies mit H. Anders zu diskutieren. Wenn man ihm aufzeigt, wohin seine Forderungen letztendlich führen und reale Beispiele dazu bringt, kommt sofort der Satz: „Strohmann, Strohmann, das hab ich überhaupt nicht gesagt“.

    Herr Tischer Sie schreiben: „Sie sollten bitte zur Kenntnis nehmen, dass ein großer Teil der Bevölkerung die Märkte, die Sie als real ansehen, nicht mehr praktiziert erleben möchte“.
    Wenn dem so ist, und Herr Anders gehört wohl zu dieser Spezies, dann wäre es doch überlebenswichtig, diesen Absichten vehement entgegenzutreten und nicht noch solche Menschen in ihren Gedanken zu bestärken. Wie ich geschrieben habe, hat jeder Markteingriff, besonders wenn er „in guter Absicht“ erfolgte, in der Vergangenheit immer wieder zu massiven Fehlallokationen und zu Wohlstandsverlusten geführt. Wir sollten aus der Geschichte der DDR lernen und jeden noch so kleinen Schritt in Richtung Planwirtschaft bekämpfen.

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      Christian Anders sagte:

      Remmlinger:
      „Das reicht aber Herrn Anders immer noch nicht. Ihm ist die Produktion in Billiglohnländern ein Dorn im Auge, da der Transport nach seiner Meinung Ressourcen verschwendet, wobei er seine eigene, skurrile Definition von optimaler Ressourcenallokation hat. Letztlich will er die Globalisierung zurückdrehen, […]“

      Nicht ein Wort davon ist wahr. Das ist das Problem, das Sie und auch Hr Ott haben: Sie entnehmen meinen Kommentaren einen Sinn, den diese nicht haben. Sie können keine Stelle zitieren, in der ich solches fordere, oder solche Wertungen vornehme, weil ich es schlicht nicht geschrieben habe – aber trotzdem glauben Sie, es gelesen zu haben.
      Sie haben etwas völlig anderes verstanden als Herr Tischer. Herr Tischer hat verstanden, was ich gemeint habe, Sie nicht. Deshalb stimmt er mir zu während Sie nicht verstehen (können), warum.
      Das liegt an Ihnen, weder an meinen Kommentaren (die sind unmissverständlich formuliert), noch daran, dass es besonders schwer zu verstehen wäre.

      Sie imaginieren solche Dinge, geschuldet einem Bias, den Sie offen zur Schau tragen:

      Remmlinger:
      „Wie ich geschrieben habe, hat jeder Markteingriff, besonders wenn er „in guter Absicht“ erfolgte, in der Vergangenheit immer wieder zu massiven Fehlallokationen und zu Wohlstandsverlusten geführt.“

      Jeder immer? Mir fallen genug Beispiele für das Gegenteil ein, womit „jeder“ „immer“ definitiv falsch ist. „Viele“ „oft“ wäre korrekt.
      Ohne extreme Markteingriffe in Richtung Umweltschutz wäre das Ruhrgebiet den Weg zur Kloake weitergegangen, den es während der Hochzeit der Zechen und Hütten eingeschlagen hatte. Meine Eltern erinnern sich noch an Zeiten, in denen die paar Fische, die es in den Flüssen noch ausgehalten haben, ungenießbar waren. Überall legte sich ein Rußfilm drauf, wer mit weißem Kragen am Sonntag raus wollte, machte einen Sprint zum Auto.
      Dass das nicht mehr so ist, ist kein Marktergebnis. An der Umwelt hing seinerzeit kein Preisschild – ein solches haben Eingriffe von außen erst generiert. Und in Folge stießen Unternehmen technische Innovationen in Richtung Umweltschutz an. Ist die Verbesserung von Wasser und Luft ein Wohlstandsverlust? Kann man die gegen wegefallene Arbeitsplätze aufrechnen? Wenn ja, wie?

      Eigentlich ist es viel einfacher, ich zitiere Herrn Tischer:
      „Es wird etwas GEWOLLT.
      Wenn genügend einflussreiche Menschen es wollen und nicht hinreichend viele dagegen sind, wird es umgesetzt.
      Dann nicken mehr oder wenige alle oder es gibt blockierenden Widerstand.
      Wenn so, dann wird etwas ANDERES gewollt.
      Usw., usw., usw. … – wenn die Dinge ordnungsgemäß laufen.
      Manchmal fällt auch alles zusammen.
      Aber auch dann wird wieder etwas gewollt.
      Usw., usw., usw. …“

      Und genau da setzte mein Kommentar ursprünglich an: Manchmal wird eine Ressourcennutzung gewünscht, die der Markt trotz perfekter Preisfindung nicht bieten KANN. Das ist die simple Feststellung eines Fakts. Dass ich es überhaupt nötig fand, das Festzustellen, liegt daran, dass Marktliberale dies häufig schlicht ignorieren oder sogar für falsch halten.

      Es ist weder antikapitalistisch, noch links, noch generell antiglobalistisch, noch irgendwas. Und schon gar nicht ist es eine konkrete Handlungsvorstellung einen Systemwechsel betreffend. Das alles haben Sie dennoch in meine Kommentare hineinimaginiert, siehe Zitat oben! Grund ist der Bias von „jede“, „immer“.

      Man kann nur diskutieren, wenn man auf einer gemeinsamen Basis an Wissen steht und über ein paar Punkte uneins ist. Wenn man nicht mal über die Wissensbasis einig ist, kann man nur aneinander vorbeireden.

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        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        „Ist die Verbesserung von Wasser und Luft ein Wohlstandsverlust? Kann man die gegen wegefallene Arbeitsplätze aufrechnen? Wenn ja, wie?“

        Haben Sie eine Antwort auf diese Frage, die Sie selbst aufwerfen?

        Wenn Sie vernünftig optimieren wollen, müssen Sie nicht nur irgendwoher einen Preis für die Verbesserung von Luft und Wasser herleiten – sondern der Preis darf auch nicht zu hoch sein, ansonsten vernichten Sie viel zu viele Arbeitsplätze und (was gerne vergessen wird) Sie haben viel weniger Produktion der entsprechenden Industriegüter als vorher. Weniger Produktion heißt, es gibt weniger zum sozialistischen Verteilen an die neuen Arbeitslosen beziehungsweise höhere Preise am Markt.

        Genau das gleiche Problem haben wir bei der CO2-Steuer.

        „Und genau da setzte mein Kommentar ursprünglich an: Manchmal wird eine Ressourcennutzung gewünscht, die der Markt trotz perfekter Preisfindung nicht bieten KANN.“

        Aha! Da stimme ich Ihnen sogar voll zu – nur ist eine „gewünschte Ressourcennutzung“ (egal ob nun von einem einzelnen oder von einer Wählermehrheit oder von einer Regierung) etwas völlig anderes als eine „materialmäßig optimale Ressourcennutzung“, was als Konzept schon deshalb unzreichend ist, weil Sie es nicht sinnvoll definieren können.

        Wenn Ihnen persönlich nicht gefällt, dass Krabben zum Pulen tausende Kilometer durch die Gegend geschickt werden und Sie irgendwie gefühlsmäßig den Eindruck haben, dass das ressourcenverschwendung sei, dann könnn Sie meinetwegen sogar fordern, das komplett zu verbieten. Vielleicht bekommen Sie sogar eine Mehrheit dafür. Es hat nur nichts mit einem auf irgendeine Art und Weise „optimierten“ Ergebnis zu tun.

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        Christian Anders sagte:

        R Ott:
        „Haben Sie eine Antwort auf diese Frage, die Sie selbst aufwerfen?“

        Natürlich nicht. Genau darum geht es. Es gibt keine Möglichkeit, diese Frage objektiv zu beantworten. Dennoch kann eine Gesellschaft (und sie tut es immer wieder) der Meinung sein, dass A besser ist als B, selbst, wenn A das Marktergebnis ist. Und somit IST in einer solchen Gesellschaft A dann auch besser als B – solange man sich nicht einer anderen Auffassung besinnt.

        Der Blick auf die Ressourcennutzung ist ein Fixpunkt, mit dessen Hilfe Menschen ihre Meinung darüber abwägen können, ob Sie A besser oder schlechter finden als B. Dabei muss man gar nicht eine optimale Ressourcennutzung definieren – es ist ausreichend, eine vorliegende als schlecht zu charakterisieren.
        Dieses Meinungsbild dann auch noch in eine Handlung, eine Anordnung, eine Haltung zu überführen, oder zu dem Schluss zu kommen, dass man nichts machen kann/sollte, ist ein ganz anderer Schritt.

        Über den zweiten Schritt sage ich gar nichts. Ich habe nur ein Faktum festgestellt, aus zwei Gründen. Erstens wird dieses Faktum von Marktliberaler und libertärer Seite entweder verneint oder ignoriert.
        Zweitens, und das ist der Bezug zum Artikel, wird auf Leute, die das Faktum benennen, das Label „links“ draufgeklebt. Als ob Fakten politische Gesinnung kennen würden. Das führt dazu, dass Berichterstattung als links empfunden wird und der (aus meiner Sicht falsche) Schluss gezogen wird, mehr Naurwissenschaftler und Ingenieure würden eine weniger linke Berichterstattung erzeugen. Dabei liegt „links“ hier extrem am Betrachter – genau das demonstrieren Sie und Herr Remmlinger hier eigentlich die ganze Zeit. Kein NWler käme auf die Idee, die Feststellung, dass am Markt Preisoptimum und Ressourcenoptimum nicht deckungsgleich sein müssen, sei eine linke Vorstellung. Er würde solches auch nie mit „links“ bezeichnen. Viele Rezipienten einer solchen Vorstellung aber offensichtlich schon.

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        Alexander sagte:

        @ Christian Anders

        Betreff Ressourcennutzung.

        Selbst die um das Weltkima besorgtesten Staaten unseres Planeten, verschwenden unvorstellbare Ressourcen für ihre Mitlitärs und angezettelten Krieg …. deren Legitimation mit einem Haufen Lügen und Counterlügen abgeleitet wird.

        Neben den Ressourcen für all das Gerät zu Lande, Wasser, der Luft kommt der Verbrauch von Treibstoffen aller Art sowie des Personals hinzu.

        Der Wahnsinn steigert sich dorthin, dass sogar die Bundeswehr Uranmunition einsetzt, d.h. die Milan Panzerabwehrsysteme die zuletzt (ab 2014) ins kurdische Kriegsgebiet (Türkei, Syrien, Irak) verschenkt wurden….sind uranbeschichtet.

        Die Doppelmoral ist himmelschreiend, wenn man das Bürgerkriegspotential durch Import von jungen Kämpfern aller Franktionen nach der BRD kleinredet um gleichzeitig greisen Sportschützen/Jägern die Magazinkapazität zu beschränken – weil es gar keine jungen Kämpfer sind, sondern Klimaflüchtlinge mit Kriegstraumata.

        „Derweil“ diskutieren moralisch überlegene Zeitgenossen über Krabben aus Nordafrika, einen veggie day, Dieselfahrverbote, Klimaflugabgaben, das Ende von Verbrennungsmotoren, eine ehtische Energiewende….. und die Finanzierung von all dem Wahnsinn durch den „new green deal“ einer Wirtschaftskriminellen unter Anleitung von schwedischen Transkids…..angeführt durch v.d.Leyen, die seinerzeit Bundeswehroffiziere ohne OSZE Mandat nach der Ukraine sandte.

        Sonst geht es allen gut, wenn nur der Markt nicht immerzu versagen würde.

        BRD 2020.

        Wir schaffen das.

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        Christian Anders sagte:

        @Alexander
        Soll ich das so verstehen, dass meine Meinung unwichtig ist, weil wir wichtigere Probleme haben, oder enthält Ihr Beitrag überhaupt kein Argument und Sie wollten einfach mal Dampf ablassen?
        (Und einen Satz kreieren, in dem transwirtschaftsverbrecherveggiegenderschwachsinnswaffengesetz vorkommt)

        Nun, das ganze begann mit Bezug zu Hr. Stelters Blogbeitrag. Kann man unwichtig finden, ist es evtl. auch. Mit dem „Argument“ des wichtigeren Problems kriegt man selbstverständlich alles entwertet. Doppelmoral wäre es u. U., wenn ich zu den anderen Problemen meine Haltung kundgetan hätte. Habe ich aber nicht.

        Ich hoffe, die Imaginitis meine Kommentare betreffend ist nicht ansteckend – wir haben ja schon Coronavirus.

        Ich bin ja mittlerweile ob meiner Kommentare doppelmoralischer Klimasozialist. Wenn ich noch ein Jahr bei bto kommentiere, kriegen wir da sicher noch irgendwo ein veggiegenderlinksgrünversifft reingedreht.

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        Alexander sagte:

        @Christian Anders

        In Kleinigkeiten streng sein (Kassenbonpflicht ab 2020) und bei den großen Schnitzern großzügig leben (z.B. Waffengeschenke in Kriegsgebiete) so erfahre ich diese alternativlose Politik schon länger.

        Ihre Meinung muss sich an Tatsachen messen lassen und die kann man in einem Satz zusammen fassen.

        Ihre Relativierungen können Sie gerne behalten, weil es Ausflüchte ohne Gewicht sind.

        Nach einem langen Diskussionsstrang der von sämtlichen Teilnehmern mit dem Bemühen um sachliche Argumente geprägt war, habe ich für mich entschieden die Gangart zu verschärfen….bevor die Kinderei arg zu lächerlich wird.

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        Christian Anders sagte:

        „Ihre Relativierungen können Sie gerne behalten, […]“

        ??

        Was relativiere ich womit?
        SIE haben doch einen Zusammenhang hergestellt.

        Ihr Empfinden über die alternativlose Politik teile ich ironischerweise. Es hat nur mit meinen Beiträgen nichts zu tun, weil das nicht das Thema war.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Christian Anders

        „Dampf ablassen müssen“ als Ihr Fazit meiner Aussage ist Relativierung, wo Sie mit dem Tatsachenhammer wirken können.

        Ich teile die ungeduldige Haltung von Ulrich Remmlinger, dass mir Angst wird vor der schillernden Zukunft, die von Leuten geprägt wird, welche nachweislich z.B. u.o.mehrfach Parlamente, Weltöffentlichkeit oder ihre Wähler belogen haben.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Ulrich Remmlinger

      >… ich verweigere mich nicht der Diskussion, aber ich verstehe den Sinn dieser aktuellen Diskussion nicht und ich hasse fruchtloses Wortgeplänkel.>

      Der Sinn dieser Diskussion ist es, folgende Frage zu beantworten:

      Was leistet – als KONZEPT verstanden – der Markt (so wie er praktiziert wird) und was leistet er nicht?

      Dazu hat C. Anders eine Auffassung vertreten und er hat sie begründet.

      Er hat natürlich einen Bezug zur Realität wählen müssen, weil Märkte nicht im luftleeren Raum stattfinden.

      Entscheidend aber:

      Aber er hat daraus NICHT geschlossen, dass aufgrund dieser Klärung die Realität, d. h. die Märkte geändert werden MÜSSTEN.

      Die Klärung und mögliche Schlussfolgerungen daraus sind völlig GETRENNT zu betrachten.

      Oder lassen Sie uns ein anderes Beispiel nehmen, was am Blog mit Beteiligung von C. Anders intensiv diskutiert wurde.

      Sie haben das sicher verfolgt und erinnern sich:

      Es ging um die Frage, ob die Temperatur aufgrund der CO2-Emissionen steigt.

      C. Anders hat gesagt, dass dies seiner Meinung nach so sei und es auch begründet.

      Er hat aber daraus nicht geschlossen, dass DAHER eine konsequente Energiewende zu betreiben sei.

      Er hat vielmehr die Auffassung vertreten, dass es dafür zu spät sei und man sich besser um die Konsequenzen der Erwärmung kümmern müsse.

      Sie wie auch R. Ott haben die Differenz zwischen konzeptioneller KLÄRUNG und möglichem HANDLUNGIMPERATIV ignoriert mit Unterstellungen, die auf C. Anders nicht zutreffen.

      Das ärgert ihn maßlos – und zu recht.

      Sie wissen, wo ich stehe und dass ich vermehrte Markteingriffe, speziell mit Blick auf die Energiewende ablehne, weil ich die Folgen für unsere Gesellschaft als desaströs ansehe.

      Was konkrete Markteingriffe generell angeht, werden C. Anders und ich vermutlich unterschiedliche Auffassungen vertreten.

      Es kann aber keine darüber geben, dass der Markt eben nicht alles kann und schon gar nicht alles besser kann.

      Und es kann keine darüber geben, dass diese Feststellung erst einmal gar nichts darüber besagt, wie man PRAKTISCH mit den Märkten verfahren sollte.

      Man kann selbstverständlich konzeptionelle DEFIZITE des Marktes feststellen und gleichzeitig für MEHR Markt votieren.

      Ich finde, dass es Ihnen und auch Herrn Ott nicht schwerfallen sollte, meine hier vorgebrachten Darlegungen nachzuvollziehen und anzuerkennen.

      Man kann sie jedenfalls nicht mit der Begründung ablehnen, dass sie nicht angebracht seien, weil sie TAKTISCH schädlich seien, nämlich diejenigen bestärkten, die immer noch mehr Markteingriffe fordern.

      Wenn wir eine Gesellschaft sein wollen, die vernünftig ihr Schicksal gestalten will, kommen wir um Klärung und Aufklärung nicht herum.

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        Ulrich Remmlinger sagte:

        @ D. Tischer
        „Man kann selbstverständlich konzeptionelle DEFIZITE des Marktes feststellen und gleichzeitig für MEHR Markt votieren.“
        Ich habe doch Defizite nicht abgestritten und dem Staat die Erhebung von Steuern als Lenkungsfunktion zugestanden.

        „Aber er hat daraus NICHT geschlossen, dass aufgrund dieser Klärung die Realität, d. h. die Märkte geändert werden MÜSSTEN.“
        Wenn es doch so wäre, Herr Tischer, dann könnten wir es bei dieser theoretischen Diskussion belassen. Er hat aber explizit eine erzwungene Deklaration über die Transportwege auf der Verpackung in übergroßen Buchstaben gefordert. Das klingt zwar harmlos, aber damit ruft er Geister auf den Plan, die er nicht mehr los wird. Am Ende stehen dann Verbote und Zwang.

        Für mich zählt, welche Gesetze und Verordnungen mich in der alltäglichen Praxis einschränken. Wenn diese ideologisch oder moralische begründet werden, ist der gesunde Menschenverstand machtlos. Ob Sie jetzt feststellen, daß „der Markt nicht alles kann“ oder daß der Klimawandel mit demokratischen Mittel nicht mehr aufzuhalten ist oder daß der Sozialismus die gerechtere Gesellschaftsform ist oder daß die Ressourcenallokation nicht dem physikalischen Optimum (C. Anders) entspricht, all diese Feststellungen, selbst wenn diese für manche Menschen begründbar sind, sind ein Freibrief für mehr Regulierung und öffnen das Tor zur Hölle der Ideologie. Sie mögen es taktisches Verhalten nennen, aber Demokraten müssen laut auf die Konsequenzen der Markteingriffe hinweisen und für ihre Positionen werben, sonst bilden sich fatale Mehrheiten.

        Mehr kann ich dazu nicht mehr sagen.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Ulrich Remmlinger

        >… all diese Feststellungen, selbst wenn diese für manche Menschen begründbar sind, sind ein Freibrief für mehr Regulierung und öffnen das Tor zur Hölle der Ideologie.>

        Sie sind kein Freibrief, aber – ganz richtig – sie werden ALS Freibrief MISSBRAUCHT.

        Das ist leider nicht zu verhindern.

        Aber man muss es natürlich auch nicht befördern.

        Ich würde mit den hier getätigten Aussagen nie bei der SPD oder den Grünen auftreten, selbst bei der CDU wäre ich nicht sicher, ob da nicht einige wären, die sich mit falschem Verständnis bestätigt sehen würden.

        Es muss aber einen Raum geben, wo man unbefangen über derartige Themen diskutieren kann.

        Ich meine, dass dieser Blog einer ist.

        >Sie mögen es taktisches Verhalten nennen, aber Demokraten müssen laut auf die Konsequenzen der Markteingriffe hinweisen und für ihre Positionen werben, sonst bilden sich fatale Mehrheiten.>

        Demokraten müssen das – unbedingt.

        Wenn sie es tut, ist es kein taktisches Verhalten, sondern manifestierter Ausdruck einer von BESORGNIS getragenen Überzeugung.

        Mehr will ich auch nicht mehr dazu sagen.

  2. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    @ Richard Ott

    Sie:

    >Offensichtlich will also gar niemand auf minimalen Energie- und Materialverbrauch optimieren, aber dass der Markt es nicht tut, ist ein ganz ganz schrecklicher Systemfehler.>

    Sie wollen es einfach nicht begreifen und verdrängen zudem die Realität.

    >Offensichtlich will also gar niemand auf minimalen Energie- und Materialverbrauch optimieren,>

    Das ist richtig und wird TROTZ Regulierung weitgehend so praktiziert von uns allen als Konsumenten und Produzenten.

    >aber dass der Markt es nicht tut, ist ein ganz ganz schrecklicher Systemfehler.>

    Das haben DIESELBEN Marktteilnehmer der Politik signalisiert, die daher beschlossen hat (in der bestmöglichen Variante, aber nicht nur in der, siehe schon jetziges Kostenfiasko der Energiewende):

    Der Markt „an sich“, also als Verfahren, ist kein Systemfehler – kann auch keiner sein, als Verfahren -, aber das System der Preisfindung DIESES praktizierten Marktes ist eines, das geändert werden muss, am besten durch Verschmutzungszertifikate.

    Ihre implizite Auffassung ist:

    Wenn niemand etwas anderes will, als das, was praktisch ALLE – das Verfahren „Markt“ nutzend – tun, ist das RICHTIG.

    Wer von FEHLER – Systemfehler – redet, ist linksgrüner Ideologe.

    Die richtige Auffassung ist:

    Es gibt kein Richtig oder Falsch.

    Es gibt nur ein Legitimiert oder nicht Legitimiert.

    Darüber befinden die Menschen und das sind, wenn es demokratisch erfolgt, die Wähler und nicht die Kids auf der Straße.

    Zu diesen Menschen zählen selbstverständlich auch jene die den Markt praktizieren, wie er praktiziert wird.

    Sie entscheiden mit, aber die Entscheidung fällt nicht nach dem AUSSCHLUSS-Diktum, dass der von ihnen praktizierte Markt richtig und jeder andere falsch ist.

    Das ist die Sache mit dem Markt.

    Eine ganz andere, m. A. n. weitaus schwerwiegendere ist, die Menschen durch interventionistischen Zentralismus dahingehend zu konditionieren und letztlich zu reglementieren, dass sie Marktverhalten – in welchem System der Preisfindung auch immer – aufgeben MÜSSEN (Ökodiktatur).

    Wer das will, und natürlich kann auch das gewollt werden, wenn Mehrheiten das legitimieren, will nicht nur eine andere Politik, sondern eine ANDERE Gesellschaft.

    Markt und Gesellschaft muss man auseinanderhalten.

    Entsprechend muss man auch argumentieren – und natürlich auch VOTIEREN.

    Wenn es ernst wird, nicht nur in der Wahlkabine.

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    • Avatar
      Alexander sagte:

      @ Dietmar Tischer

      „Kompliziert denken und einfach sprechen“ (F.J.S)

      Markteilnehmer handeln rational entsprechend der Anreize, die massgeblich durch Rahmengesetzgebung (Steuern, Abgaben, Subventionen, SonderAbschreibungen, Garantiezins, Strafzins, Nullzins……u.v.a.m.) politisch demokratisch ausverhandelt werden.

      Der Markt als Handelsplattform ist immer effizient auch wenn das Ergebnis nie passt.

      Bleibt die Frage nach Henne oder Ei?

      Im Falle unseres Marktes war es nach Einführung des Geldmonopoles, Abgabenzwanges und Gesetzgebung der Staat, der dem Markt seine Normen abverlangt.

      Zwar lässt sich der „Staat“ seine Entscheidungen durch den Souverän legitimieren, aber das praktizierten Adolf Hitler, Ceaușescu, Mao ZeDong, Erich Honecker oder Chomeini auch nicht ohne Abstimmung.

      Dass der Staat seine Souveräne zwischen den Wahlen bevormundet und ihnen kaum eine Alternative lässt zwischen mainstream und Ausgrenzung gehört zur Komödie.

      Ehrlich langweilt mich der Verweis darauf, dass der Wähler schließlich andere Regierungen wählen könne….der Weg ist zuweit für den Bürger mit 1000send Ängsten, nach Konsum der Aufkärungsmedien, verschuldet bis Dienstzeitende mit Rechtfertigungsdruck vor den bunt geschulten Kindern beim Abendbrot.

      Antworten
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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        >Ehrlich langweilt mich der Verweis darauf, dass der Wähler schließlich andere Regierungen wählen könne….der Weg ist zuweit für den Bürger mit 1000send Ängsten, …>

        Es ist zwar richtig, dass die Menschen träge sind, oder positiv ausgedrückt, auf Kontinuität setzen, wenn sie einigermaßen zufrieden mit ihrem Leben sind.

        Aber der MAINSTREAM kann sich über die Jahre und Jahrzehnte – durchaus guten Zeiten, wie wir sie erlebt haben – deutlich ändern.

        In den 80er- und 90er-Jahren hat man die Grünen weitgehend als Spinner wahrgenommen, während heute ernsthaft diskutiert wird, ob ein Habeck Kanzler werden könne.

        Käme es so, hätten wir eine definitiv ANDERE Regierung, verglichen mit den Jahrzehnten zuvor.

        Der Gedanke daran langweilt mich nicht.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @Dietmar Tischer

        Um regierungsfähig zu werden mussten diese Grünen genau „den Naturschutz“ abwickeln, gefällig als Realpolitik erzählt.

        Geleitete Wahlen seit der bedingungslosen Selbstaufgabe durch Journalisten, die im Westen wie Osten nach Schulung aus Gnade in solchen Zeitungen Aufklärungsarbeit leisteten, die auserwählt eine Lizenz empfingen.

        Falls wissenschaftliche Studien aus diesen auserwählten Konzernen die gute Politik begleiten, darf man sich bedanken….für betreutes Denken.

        Dass Habeck kein Kanzler wird können wir, Herr Tischer, gerne wetten.
        Wie schon bei @bakwan wäre mein Einsatz eine Flasche bavarian Gin No.6
        https://www.schnaps-mayer.de/spirituosen/geist-und-br%C3%A4nde/

        Der Wähler hat mich zwar bisher enttäuscht, aber seine Wut/Rachsucht/Jähzorn/Hinterlist dürfte im Rezessionsjahr 2020, angesichts der privaten Kreditaufnahmen ziemlich unberechenbare Formen annehmen, selbst mit brainwashing.

        @bakwan
        Rezession da, Traum zu Ende, Falsche fällig?

    • Avatar
      ruby sagte:

      @ Herr Tischer
      System „Markt“ gibt es nur m i t Preis!
      Daher ist, diesen als Fehler zu bezeichnen und durch Zertifikate=Mengen/Preis-Kontingente (Zertifikate=Coase) oder Steuer (Gesetz=Pigout) manipulieren zu wollen ein ignoranter Trugschlug.
      Es gehen nur Technologien und Mengen Regulierungen, um Schadstoffe⬇️zu bekommen.
      Die wirtschaftlichen wirklichen Geschäftstätigkeiten werden das zeigen.

      Und meine Einschätzung zum Verkehrssektor, der in DE zentral für Europa ist, wäre, E- und KI- Schnickschnack endet bereits bei flächendeckenden Versorgung über Tankstellen, Ladestationen, Erreichbarkeiten, Versorgungen im Flächenmodus in moderner Arbeits- und Wohngesellschaft.

      Kinder und „Ados“ ohne Führerscheine, Kraftsfahrzeuge, Lokführer, Lkw-Fahrer sind nicht zukunfts- bzw geschäftstauglich.
      Kein ausreichendes Einkommen : kein Mobilitätsgerät, kein familientaugliches Heim, keine Bildungschancen, keine schnelle gute medizinische Versorgung / Behandlung und was weiter daran verknüpft ist.

      Ideen, Traumziele, Parteiprogramme, Mehrheiten sind notwendig,
      der konkrete nächste Realisierungsschritt hinführend.
      Wirtschaftsordnungstheorie&Wirtschaftsoednungspolitik, das ist Nachkriegsniveau.

      Antworten
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        Dietmar Tischer sagte:

        @ ruby

        >System „Markt“ gibt es nur m i t Preis!>
        Das ist richtig.

        >Daher ist, diesen als Fehler zu bezeichnen und durch Zertifikate=Mengen/Preis-Kontingente (Zertifikate=Coase) oder Steuer (Gesetz=Pigout) manipulieren zu wollen ein ignoranter Trugschlug.>

        Diese Schlussfolgerung ist falsch.

        Benzin und Dieselkraftstoff werden besteuert – und dennoch gibt es einen Markt für sie.

        Es sind zwar nicht derselben Märkte wie ohne Besteuerung, es sind aber Märkte (unvollkommene wie vorher, aber dennoch Märkte).

        „Die WILLKÜRLICH beaufschlagten Steuern sind natürlich nicht volkswirtschaftlich, aber aus Sicht des Käufers ein Preisbestandteil, den er nicht anders als die Preise bzw. Preisbestandteile der Mineralölwirtschaft wahrnimmt, bedingt beispielsweise durch Raffineriekosten.

        Daher hat M. Stöcker jüngst in der Diskussion mit mir gesagt, die Eingriffe in Märkte durch Steuer und Zertifikate geschehen für eine Preisbildung MIT den Märkten.

        Was bei dieser Betrachtung ausgeblendet wird, ist die Tatsache, dass GEGEN die ursprünglichen Märkte agiert wird – das, was Sie meinen, wenn ich Sie richtig verstehe.

        Die DADURCH ausgelösten Preisänderungen – in aller Regel VERTEUERUNGEN – haben weitreichende und z. T. auch dramatische Konsequenzen.

        Beispielhaft:

        Die Euro 40 bis 50 Mrd., die veranschlagt werden im Zusammenhang mit der Abschaltung der Kohlekraftwerke bis 2038, werden bis auf die Entschädigung der Kraftwerkseigner in Höhe von ca. Euro 4 bis 5 Mrd. NICHT für die ABSCHALTUNG aufgewendet und auch nicht für den Bau neuer Anlagen für regenerative Energie, sondern für die Schaffung von ARBEITSPLÄTZEN auf Kosten der Steuerzahler.

        Ein „neuer Markt“ kann diese Arbeitsplätze nicht schaffen – wie sollte er auch, wenn dort „Kahlschlag“ gemacht wird.

        Das heißt dann auch gleich mal wieder „Marktversagen“.

        So verändern sich Wirtschaft und Gesellschaft – „mit“ dem Markt.

        Für alles wird doch umsichtig gesorgt, dumm nur, dass die Leute AfD wählen.

        Echte Demokraten können das einfach nicht verstehen.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @Herr Tischer
        a)Preise (von Fertigprodukten) zu regeln ist Marktaufgabe.
        b)Schadstoffe zu minimieren (Gŕenzwerte ausgewählter Inhaltsstoffe) ist Sache von Wissenschatlern/Technologen sowie beschliessen Politikern.
        Es müssen zwei Faktoren linear optimiert werden. Deren Anteile müssen gewichtet werden. Das ist das Problem, was Alexander mit über Bord werfen des Naturschutzes und Herr Ott mit Konkurrenz der Kalkulationen meinen, so wie ich sie verstehe.

        Ein Dilemma, das nur gelöst werden kann durch Kompromisse, die allen gerecht werden. Es sei denn Prioritäten sind gesetzt. Zuerst A dann B erreichen oder bestimmte Mindesziele bei A und B danach A+B.
        Das bedeutet multiple/verschiedene Optima disziplinübergreidend.
        Das abstrahiert natürlich vom aktuellen Gesellschaftszustand, wie Sie so plastisch analysieren.

        Vielleicht habe ich jetzt umfassend dargestellt.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ ruby

        Es muss überhaupt nichts.

        Es gibt kein Dilemma.

        Nichts muss allen gerecht werden.

        Lineare Optimierung kommt nicht vor.

        Sie haben sich im Labor verirrt, es ist viel einfacher:

        Es wird etwas GEWOLLT.

        Wenn genügend einflussreiche Menschen es wollen und nicht hinreichend viele dagegen sind, wird es umgesetzt.

        Dann nicken mehr oder wenige alle oder es gibt blockierenden Widerstand.

        Wenn so, dann wird etwas ANDERES gewollt.

        Usw., usw., usw. … – wenn die Dinge ordnungsgemäß laufen.

        Manchmal fällt auch alles zusammen.

        Aber auch dann wird wieder etwas gewollt.

        Usw., usw., usw. …

  3. Avatar
    Ulrich Remmlinger sagte:

    @ D. Tischer @ C. Anders
    um ihr Beispiel aufzugreifen: was ist daran falsch, Krabben in Polen oder Marokko pulen zu lassen?
    Wenn die Lkw-Maut und die Dieselpreise so niedrig sind, daß sich das rechnet (d.h. die eingepreiste Umweltbelastung ist gering), dann haben wir doch eine win-win-Situation: Ich kann mir Krabben leisten und in Marokko sind einige Menschen nicht mehr arbeitslos.
    Soll das etwa vom Gesetzgeber verboten werden, obwohl alle Beteiligten nur Vorteile haben? Ein solches Verbot wäre reine, grüne Ideologie!
    In der Folge gäbe es keine Krabben mehr zu kaufen, da unbezahlbar. Die Parlamentsmehrheit würde also mir, einem Krabbenliebhaber, ohne Not, aus rein ideologischen Gründen, ein Nahrungsmittel verbieten. Zur Demokratie gehört der Minderheitenschutz! Jeder dirigistische Eingriff in den Markt läßt sich nur ideologisch begründen. Wer entscheidet dies?
    Die Abschaffung der Marktmechanismen ist ein solch einschneidender Eingriff in ein funktionierendes demokratisches System mit Verbrauchermacht und birgt so große Gefahren von ideologisch bedingter Fehlsteuerung, daß ein Aushebeln des Marktes strenggenommen nur mit 2/3-Mehrheit des Parlaments möglich sein sollte.

    Antworten
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      Christian Anders sagte:

      @U. Remmlinger

      Zitat:
      „Wenn die Lkw-Maut und die Dieselpreise so niedrig sind, daß sich das rechnet (d.h. die eingepreiste Umweltbelastung ist gering), dann haben wir doch eine win-win-Situation:“

      Die Umweltbelastung preist aber nicht der Markt ein. Er kann es nicht, weil es keine Informationen über den Preis für „Umwelt“ gibt.

      Zitat:
      „Soll das etwa vom Gesetzgeber verboten werden, obwohl alle Beteiligten nur Vorteile haben?“
      Nicht ALLE Beteiligten, sofern man die Umwelt auch für einen hält. Gleichwohl habe ich nichts von Verboten geschrieben.

      Zitat:
      „In der Folge gäbe es keine Krabben mehr zu kaufen, da unbezahlbar. Die Parlamentsmehrheit würde also mir, einem Krabbenliebhaber, ohne Not, aus rein ideologischen Gründen, ein Nahrungsmittel verbieten.“
      OT: Als „Krabbenliebhaber“ sollten Sie den exorbitanten Unterschied zwischen der benzoesäuregetränkten Reimportware und Nordseekrabben direkt von der Nordsee durchaus mal erschmeckt haben. ;-)

      Es ging mir aber eigentlich um was ganz anderes: Wenn der Umweg eines Nordseeproduktes über Nordafrika und wieder zurück die preisoptimale Marktlösung ist, ist die Kraft des Marktes zu optimaler Ressourcenallokation in mindestens diesem Fall im Widerspruch zur optimalen Preisfindung. Und das sollte nach der Doktrin der Marktgläubigen einfach nicht so sein – obwohl es das offensichtlich ist. Die Doktrin in ihrer Reinform für Unsinn zu halten, ist nur der daraus folgende, logische Schritt.
      Sie dürfen von mir aus Krabben aus Marokko essen, ich will da nichts verbieten. Das Beispiel sollte nur den Widerpsruch visualisieren.

      Antworten
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        Alexander sagte:

        @Christian Anders

        Wer soll denn den Preis für Umwelt bestimmen, wenn die Marktteilnehmer dazu unfähig sind?

        Welche Qualifikation ist nach Stand des Wissens heute dazu hinreichend solche PreisGesetze zu verabschieden?

        Kann Massendemokratie so etwas leisten, wenn die Souveräne nicht einmal ihre RV/KV/AV/PV ohne Vormund organsieren können?

        Müssen wir ausländische Naturpotentaten wie Bolsonaro durch militärische Intervention daran hindern sein Staatsgebiet zu vergiften/roden/verbrennen?

        Wie verhält es sich mit China, USA, Russland oder der Türkei?

        Utopia, wobei der Auslöser des Wahns der Versuch ist das Marktsignal einer Wohlstandsgrenze zu negieren. Selbstverständlich bezahlt die Demokratie ihre Fehlbeträge aus Subvention über die Kreditaufnahme ohne Abischt der Tilgung.

        Ohne Subvention/Markteingriffe wären viele Handelsstränge tot und es gäbe keine Erdbeeren zum Weihnachten im Kaufhaus des Westens.

      • Avatar
        Ulrich Remmlinger sagte:

        @ C. Anders: „Gleichwohl habe ich nichts von Verboten geschrieben.“
        Mir ist nicht klar, was Sie genau wollen.
        Wenn die Regierung den Markt steuern will, so tut sie dies seit Jahrhunderten durch die Erhebung von Steuern. Im Beispielfall durch Mineralölsteuer, Kfz-Steuer und Lkw-Maut. Das funktioniert, gerade wurde wieder eine Erhöhung der Mineralölsteuer für die nächsten Jahre beschlossen. Das reicht ihnen aber offensichtlich nicht. Sie wollen den Preismechanismus durch irgendetwas anderes ersetzen. Lt. ihrer Antwort an H. Ott wollen Sie keine Planwirtschaft. Lt. obiger Antwort auch keine Verbote. Was denn jetzt? Bitte keine wolkigen Theorien, sondern konkrete Vorschläge.
        Und warum ist bitte das Krabbenschälen in Polen keine „optimale Ressourcenallokation“?

      • Avatar
        Thomas M. sagte:

        Letzte Anmerkungen von mir…

        Zum Thema optimale Ressourcenallokation / Preisfindung: Man sollte nicht unterschlagen, dass es den freien Markt in Reinform gar nicht gibt. Dass Krabben bis nach Marokko reisen ist *auch* ein Ergebnis von staatlichen Rahmenbedingungen wie z.B. Mindestlohn, Arbeitszeiten, Sozialabgaben, Industriestandards bei uns.

        Die optimale Ressourcenallokation ist eine nur höchst subjektiv zu bewertende Sache. Im Prinzip sind die Ressourcen schon optimal genutzt, da viele Leute gerne günstige gepulte Krabben haben und sich keinen Kopf darum macht, dass man kostbares Öl hierfür verfeuert (um ein Beispiel herauszipicken). Aus Joe Sixpacks Sicht sind die Ressourcen gut eingesetzt, für den ökologisch bewertenden Menschen hingegen nicht. Wer hat nun Recht? Die Mehrheit?

        Und das bringt mich dann zum Punkt, den Alexander auch anreißt: Also soll es eine Minderheit richten, die vorausschauender und ausgewogener bewerten kann als der durchschnittliche Bürger.

        Wenn ich mir nun Politiker und Experten anschaue, fällt mir aber auf, dass die auch nur Menschen sind und ihre Verzerrungen in der Bewertung und erst recht Fehler in der Lösung mitbringen.

        Und an dieser Stelle wird es potenziell gefährlich, da Macht ausgeübt wird. Bei Krabben sicherlich noch nicht, aber bei anderen Themen vielleicht schon. Der freie Markt macht sicherlich viele komische Sachen und verballert Ressourcen ohne sich Gedanken ums Morgen zu machen. Aber für die richtig schlimmen Dinge sind doch oft Staaten verantwortlich, insbesondere solche die große Produktionskraft lenken können (Kriege als Extrem).

        Das ist mit ein Grund, weshalb Liberale die Staatsmacht einschränken wollen. Dieser Punkt erscheint heute sicherlich nur ein Gähnen und Schmunzeln wert; auf die Güte und Weitsicht der Herrscher und Gelehrten möchte ich mich nicht verlassen müssen.

        Den Liberalismus auf Markt und Preise zu reduzieren springt sehr kurz.

        (@C. Anders: Ich sehe, Sie sprechen von Marktliberalismus; wahrscheinlich trennen Sie gedanklich sauber; ich mach mir aber Sorgen bzgl. der Entwicklungen: The road to hell is paved with good intentions. Meine weniger differenzierten Bekannten fallen in die Kategorie „Kapitalismus hat versagt/ist schlecht“ und wählen entsprechend… den Packungszettel zu Risiken und Nebenwirkungen des Sozialismus haben sie nicht gelesen.)

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @U. Remmlinger

        Es ist deshalb keine optimale Ressourcenallokation, weil „optimal“ hier heißt, ein Ergebnis mit dem Einsatz so weniger Ressourcen wie möglich zu erreichen. Wenn in Norddeutschland Krabben aus Norddeutschland angeboten werden, die einen Zwischenstopp in Nordafrika zum Pulen samt Benzoesäurebad genommen haben (das Bad ist überhaupt nur wegen des Transports nötig), ist das de facto nicht ressourcenoptimal. Nicht mal ansatzweise. Dennoch ist es preisotpimal. Auf dem Markt sind Preis- und Ressourcenoptima nicht deckungsgleich – auf mehr wollte ich mit dem Beispiel nicht hinaus.

        Nun zu meinen konkreten Konzepten. Ich bin kein wolkiger Rethoriker, sondern habe eine ganz konkrete Forderung: Auf jedes Produkt in einer Schrift so groß, das Oma Erna sie ohne Brille lesen kann, Herstellungsorte aller Zutaten und Orte aller Verarbeitungsschritte. Fertig. DANN kann der Verbraucher informiert Entscheidungen treffen. Ich will daraus folgend auch, dass die Lobbyisten der Industrie aus den Gesetzgebungsprozessen der Deklaration entfernt werden.
        Ich will unmissverständliche Information entgegen dem Primat des Marketings.

        Und wenn genug Verbraucher dann trotzdem Konservierungsmittel mit Krabbenanteilen aus Marokko haben wollen, sei es so. So viel Freiheit muss sein.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @Thomas M.

        Ja, ich trenne gedanklich, extrem scharf sogar. Das ist den Naturwissenschaftlern so gegeben (oder zumindest angelernt). Für mich sind Markt und Gesellschaft zwar nicht untrennbar, aber dennoch konzeptionell verschiedene Paar Schuhe.
        Die Vermischung von beidem zu einer einzigen amorphen Diskursmasse ist ein Übel unserer politischen Debatte m M. n.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Ulrich Remmlinger, Alexander

        Es ist klar, was der (ideal) Markt als ORGANISATIONSPRINZIP ist – er funktioniert so und nicht anders. Das ist sozusagen etwas Gegebenes.

        Seine REICHWEITE, d. h. das Set der Phänomene, auf das er sich bezieht es nicht etwas Gegebenes.

        Der Konsens der Marktteilnehmer und die Gleichgültigkeit derer, die nicht am Markt teilnehmen bestimmen die Reichweite des Marktes.

        Die Reichweite ist demnach prinzipiell VARIABEL.

        Das thematisierte Beispiel:

        Die Grabben in Polen oder Marokko pulen zu lassen, ist dem Organisationsprinzip des Marktes nach die optimale Lösung, wenn die am Produktionsprozess nach Marktpreisen Ausgewählten und somit Beteiligten – und NUR die – nur IHRE Kosten plus IHRE kalkulatorischen Aufschläge in das Angebot bzw. die Nachfrage für die verkaufsfähige Endprodukt eingehen lassen.

        Optimal heißt hier:

        Am PREISGÜNSTIGSTIGSTEN für die Endverbraucher, weil die DIESEM Konsens nach preisgünstigsten Ressourcen für den Produktionsprozess genutzt wurden (idealerweise in der gesamten Kette von Fangen der Grabben, Pulen, Logistik, verkaufsfertige Aufbereitung und Verkauf)

        Das wird optimale RESSOURCENALLOKATION genannt.

        Was ist falsch daran?

        NICHTS – in DIESEM System SO handelnder Akteure.

        Es ist aber völlig klar und sollte einsichtig sein, dass die Ressourcen, die hier in die Preisfindung durch den MARKT eingehen, NICHT identisch mit den Ressourcen sind, die vom PROZESS betroffen sind.

        Markt (als Einbeziehung ZUGERECHNETER Ressourcen) und Prozess (mit Einbeziehung TANGIERTER, aber nicht eingerechneter Ressourcen) sind nicht identisch.

        Der Unterschied ist praktisch IRRELEVANT, wenn wie vor Zeiten – sagen wir 7 Millionen Menschen auf der Erde – mit den damals verfügbaren Technologie wirtschaften; er ist aber praktisch RELEVANT, wenn wie heute 7 Mrd. Menschen die ihnen zur Verfügungen stehenden Technologie einsetzen.

        Soviel zur Klärung der prinzipiell zu beachtenden Unterschiede.

        Ob man tangierte Ressourcen in die Preisfindung einbeziehen soll oder nicht, ist eine Frage, die NICHT mit Verweis auf den Markt zu beantworten ist, weil der Markt nicht darüber entscheiden kann.

        Wenn sich alle am obigen Beispiel der Herstellung von Grabbenprodukten EINIG sind, tangierte Ressourcen nicht einzubeziehen in die Preisfindung UND niemand, der dies verhindern könnte, es verhindern will, dann ist diese Marktgeschehen LEGITIMIERT.

        Dann braucht z. B. auch nicht darüber diskutiert zu werden, dass der Preis für die Umwelt nicht einbezogen werden kann, weil er den Marktteilnehmern nicht bekannt ist.

        Denn unabhängig davon, ob er bekannt ist oder nicht bekannt ist, wird NICHT gewollt, ihn oder einen als angemessen angesehenen Preis einzubeziehen.

        Entscheidend:

        „legitimiert“ heißt NICHT „legitimerweise nicht außer Kraft zu setzen“.

        Eine Gesellschaft, die von den tangierten Ressourcen betroffen ist, kann natürlich versuchen, einen Konsens herbeizuführen, dem zufolge die tangierten Ressourcen in die Preisfindung einzubeziehen sind.

        Das ist zumindest formal nichts Außergewöhnliches für Gesellschaften – so legitim wie sie durch Konsens erreicht mittels Besteuerung in die Mineralöl- oder Logistikmärkte eingreifen. Dass Ziele und Zwecke breit streuen, die Mineralölsteuer z. B. auch und sogar überwiegend Sozialausgaben finanziert, ist ein anderes Thema.

        Wenn eine Gesellschaft im Konsens beschließt, tangierte Ressourcen in die Preisfindung einzubeziehen, kann NICHT argumentiert werden, dass damit DIE „optimale Ressourcenallokation“ verletzt wird.

        Sie wird ERSETZT durch eine andere, neue Ressourcenallokation.

        Diese ist, gemessen an den Folgekosten, nicht notwendigerweise optimal (am kostengünstigsten) hinsichtlich einer WILLKÜRLICHEN Bepreisung der einbezogenen tangierten Ressourcen, kann aber AUCH als OPTIMALE angesehen werden mit Bezug auf den gesellschaftlichen Konsens, wenn der Markt als Organisationsprinzip beibehalten wird.

        Kurzum:

        Letztlich entscheiden nicht die Märkte, sondern die Gesellschaften – hoffentlich im Konsens möglichst ALLER –, was „optimale Ressourcenallokation“ ist.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @D. Tischer

        Sie haben von meinem konkreten Beispiel auf ein allgemeines Konzept abstrahiert und ich will im großen Ganzen nicht widersprechen. Sie haben mich da schon richtig verstanden. Dennoch habe ich an einer entscheidenden Stelle etwas anders gemeint als Sie:

        „Letztlich entscheiden nicht die Märkte, sondern die Gesellschaften – hoffentlich im Konsens möglichst ALLER –, was „optimale Ressourcenallokation“ ist.“

        Ich meinte den Terminus „optimale Ressorucenallokation“ tatsächlich im physikalischen Sinn: Diejenige Herstellungskette, die am wenigsten Energie/Material braucht. Unabhängig von einem Konsens habe ich diese als Maßstab für das Marktergebnis genommen – und anhand dessen gezeigt, dass ein Preisoptimum nicht einem solchen Energie-/Materialminimum entsprechen muss.

        Ihr Einwand, dass „Optimum“ weder ein Marktkonzept, noch ein physikalisches Konstrukt, sondern ein Produkt gesellschaftlicher Erwartungshaltung ist, verstehe ich, teile es aber aus Gründen der Terminologie nicht: Optimum ist für mich ein scharf abgegrenzter Begriff. Was Sie meinen, müsste für mein Dafürhalten einen anderen Namen bekommen. Ich weiß nicht genau, welchen, und bin deshalb zunächst für „Erfüllung“ (bezogen auf ein zuvor definertes Ziel).

        Dass der Markt solche Ziele nicht generieren kann, darüber sind wir einig.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        „Im physikalischen Sinn verstanden“ ist für Sie eine „optimale Ressourcenallokation“ diejenige, die MENGENMÄSSIG den geringsten Ressourceneinsatz für die Erreichung eines bestimmten Produktionsergebnisses (Zielerreichung) erfordert.

        Das ist konzeptionell vertretbar.

        Es ist richtig, dass ein Preisoptimum eine so zu verstehende Ressourcenoptimierung, wenn überhaupt, dann nur zufällig widerspiegeln würde.

        Ich hatte das in meine Betrachtung nicht einbezogen, weil es der Diskussion eine Dimension, die weitere Differenzierung verlangt, hinzugefügt hätte.

        Es ist diese:

        Der Kontext, in dem von einer wie auch immer gearteter und bestimmter Ressourcenallokation die Rede ist, betrifft die Befriedigung von Bedarfen.

        Der mengenmäßig geringste Ressourceneinsatz ist mit Blick darauf durchweg eine variable Bedingung für und zumindest bei heutiger Lebensgestaltung allenfalls ein Sonderfall der Befriedigung von Bedarfen, in aller Regel aber nicht Ziel der Befriedigung von Bedarfen.

        Er ist somit auch kein Ziel, das notwendigerweise mit dem Organisationsprinzip Markt verbunden ist.

        Dies gilt gleichermaßen für Subsets von Akteuren, etwa diejenigen, die an der Herstellung von Grabbenprodukten beteiligt sind, wie für die gesamte Gesellschaft.

        Heißt:

        Sie messen die Leistungen des Marktes an etwas, das er NICHT leisten SOLL.

        So RICHTIG Ihre Feststellung ist, dass das Preisoptimum nicht dem Energie-/Materialminium entsprechen muss und durchweg auch nicht entspricht, so UNBEACHTLICH ist diese Feststellung.

        Das wäre die Bewertung Ihres Einwands.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        @Christian Anders

        „Wenn der Umweg eines Nordseeproduktes über Nordafrika und wieder zurück die preisoptimale Marktlösung ist, ist die Kraft des Marktes zu optimaler Ressourcenallokation in mindestens diesem Fall im Widerspruch zur optimalen Preisfindung.“
        (…)
        „Es ist deshalb keine optimale Ressourcenallokation, weil „optimal“ hier heißt, ein Ergebnis mit dem Einsatz so weniger Ressourcen wie möglich zu erreichen. Wenn in Norddeutschland Krabben aus Norddeutschland angeboten werden, die einen Zwischenstopp in Nordafrika zum Pulen samt Benzoesäurebad genommen haben (das Bad ist überhaupt nur wegen des Transports nötig), ist das de facto nicht ressourcenoptimal. Nicht mal ansatzweise. Dennoch ist es preisotpimal. Auf dem Markt sind Preis- und Ressourcenoptima nicht deckungsgleich – auf mehr wollte ich mit dem Beispiel nicht hinaus.“

        Ihr Problem ist offensichtlich: Sie haben bestimmte ideologische Vorstellungen davon, was eine „optimale Ressourcenallokation“ ist und suchen jetzt nach Begründungen, um die auch durchzusetzen. Dabei sind Sie aus einem merkwürdigen Grund, den ich nicht nachvollziehen kann, fixiert auf physische Ressourcen und ignorieren völlig den Input „Arbeit“ und dass der in unterschiedlichen Ländern völlig unterschiedliche Kosten hat.

        Mit Wissenschaftlichkeit hat das überhaupt nichts zu tun.

        „Ich meinte den Terminus ‚optimale Ressorucenallokation‘ tatsächlich im physikalischen Sinn: Diejenige Herstellungskette, die am wenigsten Energie/Material braucht. Unabhängig von einem Konsens habe ich diese als Maßstab für das Marktergebnis genommen – und anhand dessen gezeigt, dass ein Preisoptimum nicht einem solchen Energie-/Materialminimum entsprechen muss.“

        Wenn Sie dieser wirren Logik konsequent folgen, müssten Sie auch gegen jegliche Mechanisierung und Automatisierung von Produktionsprozessen sein. Also Feldarbeit mit der Hacke statt mit dem Traktor. Wissen Sie nicht, wie viel Energie und Material die Herstellung der Landmaschinen verbraucht und wie viel Diesel die verbrennen?

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @R Ott
        Die unterschiedlichen Arbeitskosten sind doch der Grund, dass ein Preisoptimum abseits eines physischen Optimums erreicht wird. Hier spielen Sie Käpt’n Obvious. Das hielt sich für so selbsterklärend, dass nicht erwähnenswert.

        Der Sinn von Automatisierung liegt darin, dass Zeit auch als Ressource gilt. Da bin ich natürlich nicht gegen.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @R Ott

        Ergänzung, weil Sie offensichtlich nicht erkannt haben, WARUM ich das Argument aufgebracht habe.

        SOLLTE eine Gesellschaft beschließen, besonders ressourcensensitiv im physischen Sinn produzieren zu wollen, kann der Markt dafür nicht aus sich heraus Lösungen generieren, weil er „Ressourcen“ anders definiert.

        Not as a bug, but as a feature – man muss es nur wissen und zwingend beachten.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @Dietmar Tischer

        -> Produktionsprozeß, Marktpreise, Kosten

        Bei Ihren Überlegungen haben Sie daran gedacht, dass Berlin/Paris/Madrid/Lissabon ein politisches Interesse an der Stärkung heimischer Industriezweige haben. Deshalb vergibt die KfW über die Landesbanken verbilligte Kredite an die Schwerindustrie/Schiffbau, flankiert durch Abschreibungsförderung aus Berlin…..so kommen steuerlich geförderte Fischereigesellschaften Portugals in den Genuß modernster Fangflotten, deren Kapazität durch Brüssel mit den Küstenstaaten Nordafrikas ausgehandelt wird.
        Mit den verkaufen Lizenzen bezahlen die Magrehbstaaten Infrasturkturprojekte oder Rüstungsgüter aus den USA. Zeitgleich subventioniert die EU Existenzgründungen im Frachtgewerbe oder sucht nach Auslastung griechischer Redereien, so dass die Fracht der Krabben gewollt rentabel wird.
        Polen seinerseits führt aus Gründen des Wechelkurses den Euro nicht ein, stärkt durch Währungswettbewerb seine Industrien und wird ebenso durch Brüssel subventioniert.
        Um Berge von unverzehrten Meeresfrüchten zu vermeiden, bemühen sich EU Ökotrophologen darum bewusstere Ernährungkonzepte zu bewerben. Man überlegt fleischlose Tage gesetzlich zu verabschieden, um wie seinerzeit im Mittelalter während der Fastenzeit die Fischzucht zu fördern……

        Fazit:
        Jeder Preis ist Ausdruck politischer Entscheidungen.

        Der Zins war das einzige Signal, welches scheinbar nur der Bonität von Gläubiger und Schuldner unterworfen war…..vor 40 Jahren. Seit auch der Zins von der Realtität seines Geldschöpfungsvorganges getrennt wurde, beginnt die Welt wahnwitzige Ungleichgewichte aufzubauen…..und die politische Kaste ist unfähig den Geist in die Flasche zurück zu bannen.

        Was der Markt ohne politische Intervention könnte, werden WIR nie herausfinden.

        Behalten wir die aktuelle Unwucht von Ressourcenverbrauch / Produktion / Verschuldung bei, betreiben wir das Spiel bis das System explodiert.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Ihr Problem ist offensichtlich: Sie haben bestimmte ideologische Vorstellungen davon, was eine „optimale Ressourcenallokation“ ist und suchen jetzt nach Begründungen, um die auch durchzusetzen.>

        Das beschreibt nicht das, was C. Anders hier sagt, sondern es ist IHRE Projektion in die Auffassung von C. Anders hinein.

        Wo will er etwas DURCHSETZEN?

        Er empfiehlt noch nicht einmal etwas.

        Er verweist lediglich den Markt betreffend auf etwas, was der Fall ist, wenn man „optimale Ressourcenallokation“ im physikalischen Sinn versteht.

        Was ist daran IDEOLOGIE?

        Nichts, aber auch gar nichts.

        Sie betreiben ein Geschäft, das heißt:

        Wer nicht dafür ist, ist dagegen.

        Das kann man ja tun, aber intellektuell integer ist es nicht, anderen, die nicht in dieses Schema passen, Ideologie zu unterstellen und damit abzukanzeln.

      • Avatar
        ruby sagte:

        Es wurde das Grundgesetz als System in dem Wirtschaft und Gesellschaft agieren bestätigt.

        Die vorherrschen Akteure der politischen und geldlichen Institutionen immunisieren sich und ihre Handlungen.
        Diese verletzen den Bonitätsmechanismus des Zinses als Haftungsinstrument zur Auslese der Marktteilnehmer und versuchen mittels empirischer Modelle, Gründe des bisberigen Scheiters zu finden, um weiter ein muddling through, höheren Integrationsdruck zu rechtfertigen. Dabei wird offenkundig, die aktuelle Geldverfassung ist kein Lösungsgeber für die Abgrenzung zwischen Marktlicher Aufgabendefintion sowie staatlicher öffentlicher Aufgabenerfüllung sondern notwendige aber nicht hinreichende Wirtschafts- und Gesellschaftsdeterminante. Es wird klar erkennbar, daß Finanzsammelstellen über Finanzintermediäre bei Fortführung der aktuellen Politiken sämtliches Giralgeld konzentrieren werden. Dazu hat Steve Keen seine Modellrechnungsläufe vorgestellt.
        Kontinuierlicher Vermögensverzehr der Überpfandillusionswerte durch Rückverteilung in reale Wirtschafts-, Geschäftsaktivitäten ist auf einer Agenda nicht zu finden.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        „Die unterschiedlichen Arbeitskosten sind doch der Grund, dass ein Preisoptimum abseits eines physischen Optimums erreicht wird. Hier spielen Sie Käpt’n Obvious. Das hielt sich für so selbsterklärend, dass nicht erwähnenswert.“

        Was ist denn das „physische Optimum“? Maximale Produktion bei minimalem Verbrauch von „physischen Ressourcen“ pro Einheit der produzierten Güter? Ist der Input „Arbeit“ eine physische Ressource? Oder das Gegenteil davon, also „virtuell“? Die Arbeitskräfte, mit denen ich so zu tun habe, sind aber alle sehr real.

        Sie wollen die Wirtschaft auf eine vage Zielvorstellung hin optimieren, von der Sie selbst keine hinreichend konkrete Vorstellung haben, was sie eigentlich ist.

        „Der Sinn von Automatisierung liegt darin, dass Zeit auch als Ressource gilt. Da bin ich natürlich nicht gegen. (…) SOLLTE eine Gesellschaft beschließen, besonders ressourcensensitiv im physischen Sinn produzieren zu wollen, kann der Markt dafür nicht aus sich heraus Lösungen generieren, weil er ‚Ressourcen‘ anders definiert.“

        Der Markt optimiert nicht auf möglichst niedrige „physische“ Ressourcenintensität, sondern auf möglichst niedrige Kosten. Und beim Produktionsfaktor „Arbeit“ ist die maßgebliche Einheit dafür auch nicht „Arbeitszeit in Stunden“ sondern „Arbeitskosten in Euro“. Die Arbeitsstunde eines marokkanischen Krabbenpulers kostet nun einmal deutlich weniger als die eines Krabbenpulers in Deutschland.

        Wenn Ihnen aus irgendwelchen persönlichen Gründen nicht gefällt, zum Beispiel weil Sie es irgendwie für zu sehr „physisch ressourcenintensiv“ halten, dass Krabben für den europäischen Markt in Marokko gepult werden, dann können Sie ein Importverbot für gepulte Krabben in die EU verhängen. Das ist ein Vorschlag auf dem gleichen intellektuellen Niveau wie das „SUV-Verbot“. Eine in irgendeinem Sinn „optimale“ Ressourcenallokation erreichen Sie damit nicht, aber vielleicht beruhigt es ja Ihr grünes Gewissen ein bisschen.

        @Herr Tischer

        „Er verweist lediglich den Markt betreffend auf etwas, was der Fall ist, wenn man „optimale Ressourcenallokation“ im physikalischen Sinn versteht. Was ist daran IDEOLOGIE?“

        Es ist bestenfalls eine völlig unsinnige Betrachtungsweise unserer Wirtschaft, aber wahrscheinlich noch nicht einmal ein hinreichend definiertes Konzept.

        Noch ein Beispiel? Was ist denn die „optimale Ressourcenallokation im physikalischen Sinn“ bei Transportmitteln? Ein eigener PKW für Herrn Anders ist es sicherlich nicht, viel zu materialintensiv in der Herstellung und treibstoffintensiv im Betrieb. Also die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel? Auch nicht viel besser. Ein Fahrrad? Für dessen Herstellung und Wartung werden immer noch Energie und Rohstoffe gebraucht. Aber er könnte überall hin zu Fuß gehen – natürlich ohne Schuhe – dann ist die „physische Ressourcenintensität“ für seine Fortbewegung nahezu Null.

        Völlig absurd – es erschüttert mich, dass wir über solchen unausgegorenen naivgrünen Blödsinn ernsthaft diskutieren müssen.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @R. Ott

        Ott:
        „Sie wollen die Wirtschaft auf eine vage Zielvorstellung hin optimieren, von der Sie selbst keine hinreichend konkrete Vorstellung haben, was sie eigentlich ist.“

        CA:
        Die Zielvorstellung ist nicht vage, sie ist konkret. Ausformuliert:
        —–
        Stehen verschiedene Wege zur Bereitstellung identischer Mengen eines Produkts/einer Dienstleistung über identische Zeiträume zur Verfügung, gilt derjenige dieser Wege als physikalisch ressourcenoptimal, der am wenigsten Material verbraucht. Dazu zählen auch zur Energieerzeugung eingesetzte Materialien, die den Energiebedarf des Prozesses decken.
        —–
        Ich schrieb: SOLLTE eine Gesellschaft eine solche Zielvorstellung ausgeben, kann der Markt keine eigenständige Lösung generieren, mit der das Ziel erreicht werden kann. Die Begründung haben Sie, Herr Ott, beigelegt:

        Ott:
        „Die Arbeitsstunde eines marokkanischen Krabbenpulers kostet nun einmal deutlich weniger als die eines Krabbenpulers in Deutschland.“

        CA:
        Sollten beide Krabbenpuler gleich schnell pulen, ist die Ressource ihrer Arbeitskraft physikalisch äquivalent, Begrüdnung s. o! Sie ist aber nicht marktäquivalent, siehe Ihre Begründung mit dem Preis der Arbeit. SOLLTE man also das Ziel des physikalischen Minimums bei der Krabbenherstellung verfolgen WOLLEN, bietet der Markt keine Lösung an. Er kann es einfach nicht. Weil er so arbeitet, wie er arbeitet.

        Die Metaebenen, die Sie in meinem Kommentar über mein (angebliches) Wollen gefunden zu haben glauben, bedenke ich gnädigerweise mit Nichtbeachtung. Ich merke nur an, dass ich bereits früher schrieb, dass Naturwissenschaftler die Marktliberalen für nicht die hellsten Kerzen auf der Torte halten. Ihr Kommentar illustriert, woran das liegt.

        Ott:
        „Völlig absurd – es erschüttert mich, dass wir über solchen unausgegorenen naivgrünen Blödsinn ernsthaft diskutieren müssen.“

        Die Absurdidät ergibt sich aus IHREM Strohmann, den Sie da abfackeln, (Verzicht auf Schuhe optimiere irgendwas). SIE haben die Absurdität selbst erzeugt und versuchen jetzt, mir das in die Schuhe zu schieben. Das ist entweder böswillige Absicht oder einfach Unvermögen, zu verstehen, über was geredet wird. Sie können sich gerne aussuchen, ob Sie lieber der Böse oder der Dumme sein wollen.

        Herr Tischer hat es sofort verstanden – ich gehe deshalb davon aus, dass ich nicht unverständlich bin. Es liegt also auch an Ihnen. Dass Sie mal wieder verbal überall Label drauf kleben („naivgrün“), greift Ihr niedriges Niveau wieder auf, mit dem Sie aus mir auch schon mal einen „Klimalarmisten“ gemacht haben.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        „Stehen verschiedene Wege zur Bereitstellung identischer Mengen eines Produkts/einer Dienstleistung über identische Zeiträume zur Verfügung, gilt derjenige dieser Wege als physikalisch ressourcenoptimal, der am wenigsten Material verbraucht. Dazu zählen auch zur Energieerzeugung eingesetzte Materialien, die den Energiebedarf des Prozesses decken.

        Ausformuliert wird Ihr Unsinn noch offensichtlicher.

        „Material“ und „Energie“ haben unterschiedliche Einheiten. Wie verrechnen Sie die beiden? Geht das etwa streng nach Masse?

        Bonusfrage: Wenn die verschiedenen Produktionswege unterschiedlich viel Arbeitszeit als Input benötigen, wie verrechnen Sie dann „Zeit“ mit „Material“ und „Energie“? Wie viele kg „Materialeinsparung“ rechtfertigen in Ihrer Gedankenwelt die Aufbringung von einer zusätzlichen Stunde Arbeitszeit, um immer noch als „ressourcenoptimal“ zu gelten?

        Über die am Markt festgelegten Preise für die unterschiedlichen Inputs und Ressourcen wollen Sie es ja offensichtlich nicht tun, aber wenn Sie etwas trotzdem „optimieren“ wollen, müssen Sie eine alternative Methode für den Vergleich und die Bewertung haben.

        „Die Metaebenen, die Sie in meinem Kommentar über mein (angebliches) Wollen gefunden zu haben glauben, bedenke ich gnädigerweise mit Nichtbeachtung. Ich merke nur an, dass ich bereits früher schrieb, dass Naturwissenschaftler die Marktliberalen für nicht die hellsten Kerzen auf der Torte halten. Ihr Kommentar illustriert, woran das liegt.“

        Das beruht bei uns beiden konkret wohl auf Gegenseitigkeit. Wobei ich schon viele Naturwissenschaftler kennengelernt habe, die durchaus vernünftig waren und keine so wirren und untauglichen Vorstellungen über Märkte und Ressourcen hatten wie Sie.

        „SIE haben die Absurdität selbst erzeugt und versuchen jetzt, mir das in die Schuhe zu schieben. Das ist entweder böswillige Absicht oder einfach Unvermögen, zu verstehen, über was geredet wird. Sie können sich gerne aussuchen, ob Sie lieber der Böse oder der Dumme sein wollen.“

        Sie erkennen nicht, wie absurd Ihr eigener hier vorgeschlagener angeblicher „Optimierungsmechanismus“ ist. Böswilligkeit möchte ich Ihnen trotzdem nicht unterstellen.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Es ist bestenfalls eine völlig unsinnige Betrachtungsweise unserer Wirtschaft, …>

        Nein, sie ist nicht UNSINNIG, WEIL die Betrachtungsweise darauf verweist, was unsere Wirtschaft mit ihren Märkten AUSSER Acht lässt.

        Das ist Aufklärung bezüglich dessen, was UNSERE Märkte de facto NICHT leisten.

        Und es ist damit ein valides Argument gegen die Auffassung, dass (ideale) Märkte grundsätzlich die optimale Ressourcenallokation sichern.

        Nichts ist absurd daran, überhaupt nichts.

        Was man allerdings sagen kann:

        Die Betrachtung ist nicht BEACHTLICH mit Blick auf UNSERE Märke, weil diese so ausgerichtet sind, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort etwas Gewünschtes erfolgt. Sie zielen eben nicht auf eine optimale Ressourcenallokation im physikalischen Sinn und können es auch nicht, weil DAMIT das so Gewünschte nicht erreicht werden würde. C. Anders hat klar gemacht, dass er das auch weiß.

        Sie wollen in ihrer Abwertungsmanie den Unterschied nicht erkennen und spielen den Erschütterten bezüglich etwas, dass Sie als naivgrünen Blödsinn DIFFAMIEREN.

        Sie müssten ihn eigentlich verstehen können, aber hier eine Analogie:

        Wenn jemand sagt, dass man mit dem Automobil überall hinkommt, kann man ihm antworten:

        Das ist falsch, denn mit dem Automobil kann man nicht von Hamburg nach London kommen (fahren).

        Das ist ein richtiger Einwand, mit dem klar wird, dass die Eingangsbehauptung nicht aufrecht zu erhalten ist.

        Man kann allerdings darauf antworten:

        So what, dafür wurde das Automobil nicht geschaffen, das WOLLEN wir auch nicht – es ist also eine unbeachtliche Feststellung.

        „Unbeachtlich“ relativiert, kann aber eine richtige Feststellung nicht zu einer falschen machen.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @R Ott

        Ott:
        „Ausformuliert wird Ihr Unsinn noch offensichtlicher.
        „Material“ und „Energie“ haben unterschiedliche Einheiten. Wie verrechnen Sie die beiden? Geht das etwa streng nach Masse?
        Bonusfrage: Wenn die verschiedenen Produktionswege unterschiedlich viel Arbeitszeit als Input benötigen, wie verrechnen Sie dann „Zeit“ mit „Material“ und „Energie“?“

        CA:
        Wenigstens stellen Sie eine substanzielle Frage.
        Wenn Sie die Produktion von etwas auf unterschiedliche Arten bei identischen Zeitspannen hinsichtlich der produzierten Menge und der dazu eingesetzten Masse (nehmen wir ruhig die Masse in kg) an Materialien vergleichen – und zwar ALLE Materialien, auch die zum Transport und zur Herstellung von eingesetzter Energie genutzten – erhalten Sie eine Kennzahl, die Aussagekraft über die physikalische Ressourcennutzung hat. Ihre Aussagekraft über die Preise dieser Produktionskette ist hingegen Null.
        Wenn Sie den Marktmechanismus walten lassen, benutzt er umgekehrt nur Kennzahlen, die Aussagekraft über die Preise haben und keine über die physikalische Ressourcennutzung.

        Das ist eine supersimple Feststellung, die sich am Beispiel der Krabben einfach überprüfen lässt. Niemand kann ernsthaft bestreiten, dass das preisoptimale Marktergebnis hier weit weg vom Optimum physikalischen Ressourceneinsatzes ist.

        Zu der Frage, was daraus folgt, sind wir gar nicht vorgedrungen, weil Sie immer schon vorher vor lauter Unterstelleritis vom Weg abkommen.

        Weder behaupte ich, dass physikalische Optimum ließe sich überall zuverlässig feststellen (geht nicht), noch behaupte ich, dass man in jedem Fall dieses anstreben muss.
        Man KANN sich aber in definierten Fällen entscheiden, das zu wollen und dann muss man überlegen, welche Maßnahmen man dazu ergreifen möchte – einfach weil der Markt es aus logischen Gründen nicht kann.

        Ich z.B. bin ein Freund von viel(!) klarerer, deutlicherer Deklaration von Warenläufen, die zu einem Produkt führen – Banderole um die Waren im Supermarkt, wenn Sie so wollen (plakativ ausgedrückt). Ein ganzes Heer von Lobbyisten ist mit nichts anderem beschäftigt, als im Sinne des Marketings solches zu verhindern. Man muss nicht dauernd mit Verboten arbeiten. Man kann auch erstmal schauen, was Menschen so machen, wenn sie besser informiert sind, bevor man über andere Sachen nachdenkt.

        Und, das ist wichtig: Weder ist das Feststellen des simplen Faktums der Marktunvollkommenheit bei bestimmten Fragestellungen antikapitalistisch, noch bricht der Sozialismus aus, wenn eine Gesellschaft an definierten Stellen Lösungen fordert und fördert, die der Markt nicht bieten kann. Wenn ich Ihnen zuhöre, dräut bei der kleinsten Marktkritik die umfassende Planwirtschaft am Horizont.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ ruby

        Ist nicht nur in Ordnung, sondern auch notwendig, darauf zu verweisen, wie WEIT wir bereits von einer Marktwirtschaft weg sind.

        DARUM geht es aber nicht in der Debatte.

        Es geht vielmehr darum, ob der Markt zu kritisieren ist, d. h. eine BEGRENZTE Reichweite anzuerkennen ist oder nicht.

        Das hat nichts, überhaupt nichts damit zu tun, dass unsere Gesellschaft ihn in hohem Maß verdrängt, wo er NICHT begrenzt ist.

        Immer wieder die Ebenen zu vermischen bringt nichts, sondern nervt nur.

        Jedenfalls jemanden wie C. Anders und auch mich.

      • Avatar
        Ulrich Remmlinger sagte:

        Lieber Herr Ott, warum tun Sie sich das an?

        Diese Diskussion ist doch völlig theoretisch, sozusagen geht es um Kaisers Bart oder um irgendwelche Theorien in Wolkenkukuksheim. Mit der realen Welt hat das doch nichts zu tun. Wenn Sie zur Erläuterung Vergleiche aus der realen Welt bringen, kommt sofort das Strohmannargument. Sie könnten leichter einen Pudding an die Wand nageln.

        Ich habe Herrn Anders gefragt, wodurch er denn konkret den Markt ersetzen will, wenn der nach seiner Ansicht nach nicht funktioniert. Als Antwort kam einzig die Forderung nach einer Deklarationspflicht! D.h. Herr Anders setzt auf die Macht der Verbraucher und damit auf klassische Marktmechanismen um damit einen „nicht funktionierenden Markt“ zu ersetzen. An der Stelle war ich raus. Ohne ein Minimum an Logik kann man nicht diskutieren.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        Herr Remmlinger,

        Sie haben in meinen Antworten an Herrn Ott jetzt mehrmals Gelegenheit gehabt, zu verstehen, was ich meine. Schon alleine deshalb, weil ich genau das schreibe, was ich meine. Sie müssen keine Bedeutungen zwischen den Zeilen suchen. Oder überhaupt irgendetwas suchen. Alles, was ich ausdrücken will, steht explizit geschrieben.

        Ich rede explizit nicht von Marktversagen. Wo denn? Der Markt versagt nicht. Er funktioniert perfekt wie er soll. Trotzdem kann er bestimmte Dinge nicht. Sie sind einfach nicht teil seiner Funktion.

        Und dass Transparenz teil des Marktmechanismus wäre, ist mir neu. Der informierte Verbraucher muss aktiv von Kräften geschaffen werden, die keine Marktkräfte sind. Die einzige Information, die der Markt gibt, ist das Preisschild. Alle anderen Deklarationen sind Kinder der Gesetzgebung. Ich habe eine gesetzliche Informationspflicht vorgeschlagen – das ist KEINE Marktlösung.

        Es sei noch gesagt, dass das fast schon penetrante „Wort-im-Mund-rumdrehen“ (Marktversagen, Marktlösung) Ihrerseits und Hr. Otts (der attestiert mir gleich eine ganze Ideologie und sein „konkretes“ Beispiel war ohne Bezug zu von mir Geschriebenem, ist also wirklich ein Strohmann) mir tierisch auf den **** geht. Wenn ich Kommentare schreibe, erwarte ich, dass man wenigstens versucht, sie sinnerfassend wie einen Sachtext zu lesen. Wenn man nie versucht hat, die Logik zu sehen, ist es kein Wunder, dass man sie am Ende vermisst.

        Das dann als Vorwurf an andere zu formulieren, ist einfach unverschämt.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ U. Remmlinger

        C.A. (anfangs):

        >Wenn der Umweg eines Nordseeproduktes über Nordafrika und wieder zurück die preisoptimale Marktlösung ist, ist die Kraft des Marktes zu optimaler Ressourcenallokation in mindestens diesem Fall im Widerspruch zur optimalen Preisfindung.>

        Sie zuletzt:

        >Mit der realen Welt hat das doch nichts zu tun.>

        Sie irren.

        Selbstverständlich hat es etwas mit der realen Welt zu tun, wenn die Krabben einen Umweg über Nordafrika machen.

        Es ist real, weil der Umweg Ressourcen verbraucht.

        Was Sie MEINEN mit realer Welt ist:

        Es ist die Welt, in der der Markt u. a. PREISOPTIMALE Verkehrswege bestimmt, EGAL was der pyhsikalische Ressourcenverbrauch ist.

        Diese Welt gibt es, weil diese Welt PRAKTIZIERT wird.

        Dagegen, d. h. gegen deren EXISTENZ sagt niemand etwas, kann auch niemand etwas sagen.

        Aber Sie implizieren, dass es NUR diese Welt geben kann und Erörterungen darüber hinaus Theorien im Wolkenkuckucksheim seien.

        Das ist schlichtweg falsch.

        Und es zeigt, dass Sie offensichtlich nicht wissen, was abläuft oder es völlig falsch einschätzen.

        Sie sollten bitte zur Kenntnis nehmen, dass ein großer Teil der Bevölkerung die Märkte, die Sie als real ansehen, nicht mehr praktiziert erleben möchte und nicht wenige unter Ihnen, wie etwa Prof. Sinn, die bisher als preisoptimal bewerteten Verfahren der Energiegewinnung mit einer ANDEREN Ressourcenbewertung weltweit verteuern wollen.

        In der EU ist das bereits der Fall und es ist wiederum ein Marktgeschehen.

        Es ist KEINES aus dem Wolkenkuckucksheim.

        Es ist ein REALES, gegen das ich opponiere, weil die Konsequenzen verheerend sein werden.

        Darauf sollte es auch Ihnen ankommen (meine ich):

        Zu wissen, WARUM man gut begründet gegen etwas sein kann statt mit einer Verweigerungshaltung in der Diskussion nicht bestehen zu können.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Remmlinger

        Ich finds interessant. Was mir hier als großartige neue Erkenntnis angepriesen wird, ist, dass der Markt nicht auf „minimalen Energie- und Materialverbrauch“ hin optimiert. Das wird als schwerwiegendes Problem dargestellt, aber bei meinen bescheidenen Vorschlägen zur ressourcenoptimierten Organisation des eigenen Individualverkehrs (Schuhe ausziehen um den Schuhsohlenverbrauch auch noch zu optimieren und dann überall hin laufen) wird Herr Anders ja gleich pampig und reagiert als ob man der Luisa die Bonusmeilen gestrichen hätte. Immer das selbe mit diesen Pappenheimern – links reden, rechts leben. ;)

        Offensichtlich will also gar niemand auf minimalen Energie- und Materialverbrauch optimieren, aber dass der Markt es nicht tut, ist ein ganz ganz schrecklicher Systemfehler. Tja.

        @Christian Anders

        „Wenn Sie die Produktion von etwas auf unterschiedliche Arten bei identischen Zeitspannen hinsichtlich der produzierten Menge und der dazu eingesetzten Masse (nehmen wir ruhig die Masse in kg) an Materialien vergleichen – und zwar ALLE Materialien, auch die zum Transport und zur Herstellung von eingesetzter Energie genutzten – erhalten Sie eine Kennzahl, die Aussagekraft über die physikalische Ressourcennutzung hat. Ihre Aussagekraft über die Preise dieser Produktionskette ist hingegen Null.“

        Ein wunderschönes Plädoyer für Atomkraft als ausschließliche Energieversorgung. Konkurrenzlos wenig Masse pro bereitgestellter Einheit Energie.

        Leider ist 1kg Uran verglichen mit 1kg Braunkohle ziemlich teuer, aber Preise interessieren Sie ja nicht – und wie unsinnig Ihr ganzes Konzept von der „Kennzahl der physikalischen Ressourcennutzung“ ist, auch nicht…

        „Weder behaupte ich, dass physikalische Optimum ließe sich überall zuverlässig feststellen (geht nicht), noch behaupte ich, dass man in jedem Fall dieses anstreben muss.
        Man KANN sich aber in definierten Fällen entscheiden, das zu wollen und dann muss man überlegen, welche Maßnahmen man dazu ergreifen möchte – einfach weil der Markt es aus logischen Gründen nicht kann.“

        Sie wollen sich unter Umständen dazu entscheiden, die Erreichung eines Zustandes zu wollen, den Sie gar nicht genau definieren können?

        „Und dass Transparenz teil des Marktmechanismus wäre, ist mir neu. Der informierte Verbraucher muss aktiv von Kräften geschaffen werden, die keine Marktkräfte sind. Die einzige Information, die der Markt gibt, ist das Preisschild. Alle anderen Deklarationen sind Kinder der Gesetzgebung. Ich habe eine gesetzliche Informationspflicht vorgeschlagen – das ist KEINE Marktlösung.“

        Strohmann. Sie werden heute kaum einen Markt finden, der nicht auf irgendeine Art gesetzlich reguliert ist. Von mir aus auch per Transportstreckenbanderole im (ansonsten) Unverpacktladen. Ich glaube aber, dass das die meisten Verbraucher nicht interessieren wird. Die wollen Erdbeeren und Spargel auch im Januar und ganzjährig günstige fertig gepulte Krabben – und die kommen dann eben aus Südafrika, Peru und Marokko. In der Obst- und Gemüseabteilung wird das auch so ausdeklariert, ich nehme übrigens immer den peruanischen Bio-Spargel für mein gutes Gewissen…

      • Avatar
        Thomas M. sagte:

        >Des Krabbenfischers Traum wären eigene Pulmaschinen der Erzeugergemeinschaft.

        Ich stell mir als finale Lösung der Robotik Maschinen vor, die komplexe Maschinen-Hände haben und um den Faktor X beschleunigt auch Teile auseinanderschrauben können und dann Käbelchen entlöhten, neue Teile einsetzen, anlöten, anschrauben etc. pp.

        Die technische Entwicklung ist jedenfalls atemraubend.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @Thomas M.
        Seit den ersten Steinmalereien vor 17 Tsd Jahren in Amerika auf denen die Jagdtechnologie als Heiligtümer verewigt wurden, bis heute mit robotischer programmierter Fertigungs- bis Anwendungstechnologie, scheint dieser Traum sich in den Gehirnspeichernetzneuronen als Handlungsmuster zur Wirklichkeitsbewältigung wiederzufinden.

  4. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Die Diskussion läuft falsch, wenn Sie unter „antikapitalistischer Propaganda“ geführt wird.

    Ich knüpfe an das an, was ich zum Neodirigismus von C. Fuest gesagt habe und an das, was C. Anders sagt:

    Eine Gesellschaft kann – wie auch immer das erfolgt – zu der explizit oder implizit vertretenen Auffassung gelangen, dass ihre Probleme solche seien, die durch den Markt und dadurch auch durch den Kapitalismus nicht gelöst werden können.

    Man kann darüber diskutieren, wie die Gesellschaft dazu kommt, etwa aufgrund nicht erlebter einschneidender Wohlstandskrisen der Illusion unterliegt, dass das herrschende Wohlstandsniveau ein Selbstläufer sei und man sich daher den „wahren Problemen“ zuwenden müsse.

    Man kann aber nicht darüber diskutieren, dass sie dazu kommen kann.

    Der Neodirigismus, den Fuest beschreibt, ist eine Bestandsaufnahme gesellschaftlicher Entwicklung mit dem Befund, dass die Gesellschaft schon dazu gekommen ist.

    Ich würde die Bestandsaufnahme lieber mit „interventionistischer Zentralismus“ beschreiben, weil damit der Gegensatz zum Individualismus, der mit dem Markt zu verbinden ist, direkt benannt wird. Das ist aber nicht entscheidend.

    Der Neodirigismus als IDEOLOGIE betreibt eine schlüssige SYSTEMATESIERUNG dieser Entwicklung. Ich habe versucht, das mit meiner Verschärfung der Feststellungen von C. Fest darzulegen.

    Wie auch immer:

    Es ist argumentativ UNPRODUKTIV, weil ins Leere laufend, DIESER Entwicklung mit der Feststellung zu begegnen, dass der Markt es besser könne.

    Er kann es nicht besser, wenn – wie C. Anders völlig richtig gesagt hat – die Probleme solche sind, die der Markt ÜBERHAUPT nicht lösen kann.

    Wie reagiert man auf die Situation?

    Argumentativ:

    Man muss darlegen, dass die Lösungen, mit der die aufgerufene Problemlage beseitigt werden soll, OHNE den Markt NICHT zu leisten sein werden.

    Ein Neodirigismus bzw. interventionistischer Zentralismus wird zwar die Probleme angehen können, aber nicht die Ressourcen haben, sie ZUFRIEDENSTELLEND zu lösen.

    Er kann z. B. weitgehend die Ungleichheit beseitigen, aber dabei nicht den Wohlstand sicheren, den die Menschen selbstverständlich gesichert sehen wollen.

    Kurzum:

    Man muss die fatalen KONSEQUENZEN des Unterfangens aufzeigen.

    Real:

    Die Menschen werden die ERGEBNISSE des Neodirigismus/interventionistischen Zentralismus zu Kenntnis nehmen und dahingehend PRAKTISCHE Schlussfolgerungen ziehen, sie mehr oder weniger widerstandslos zu akzeptieren oder dagegen zu rebellieren und andere Problemlösungen zu erzwingen.

    Die argumentativen Bemühungen an diesem Blog und anderswo, anhand der Sachverhalte und Konsequenzen aufzuzeigen, wie hochproblematisch die sich vollziehende Entwicklung ist, sind Beiträge, zu SENSIBILISIEREN und das VERSTÄNDNIS zu fördern.

    Dieses Ziel ist die Anstrengung wert.

    Den Effekt sollte man aber nicht überbewerten.

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      Dietmar Tischer sagte:

      Ergänzung zum Verständnis, weil das folgende Zitat aus einem Beitrag von C. Anders nicht mit übertragen wurde.

      … was C. Anders sagt:

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      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        Die Übertragung hat wieder nicht funktioniert.

        Ich meine den letzten Satz in der Entgegnung von C. Anders heute 13:16 an R. Ott.

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      ruby sagte:

      @ Herr Tischer & Alle
      Wirtschaft und Gesellschaft die aus Basis von Bilanzierung und Erfolgsrechnung Rechnung legt, muß alles Produktionsfaktoren (Software, Boden, Gebäude, Anlagen, Maschienen, IT, Geist + Körper=Beschäftigte, Kapital…) auf der Aktivseite erfassen; dazu sind die zu ihrer zeitlichen Präferenz gehörenden Zinsätze in der Kalkulation anzusetzen. Nachdem diese die Gewinn- und Verlustrechnung durchlaufen haben, werden ihre Überschüsse auf der Passivseite im Eigenkapital ausgewiesen. Fremdkapitalzinsen verlassen diesen Rechnungskreis, um bei Kreditgeber in dessen Rechnungswesen zu landen.
      Damit sind Kapitalisten (Marktradikale) und Kommunisten (Staatsradikale) erledigt, denn es es müssen wirklichkeitsechte und verursachungsgenaue Positionen und Bewertungen ermittel sowie verrechnet und zugeordnet werden.
      Und zwar für alle zu erledigenden Aufgaben weltweit für jede Kostenarten und Leistungsarten, Kostenstellen und Leistungsstellen über Prozesskosten und Prozessleistungen damit die Kosten- und Leistungsträgerrechnungen abschliessen, die richtigen Angebotspreise und Nachfrageprodukte zu finden.
      da ist kein Platz für einseitiges überflüssiges Gewalt- und Vergnügungspotenzial.
      Aber dann fehlt noch die Kapitalflussrechnung / Finanzierungsrechnung damit die erforderlichen betriebs-/aufgabennotwendigen Gesamtkapitalien vorausgesehen werden. Das sind dann Bilanzveränderungsanalysen und zwar je nach Bedarf – jährlich, quartarlich, monatlich, täglich und die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft erkennen zu wollen.
      Statistik, Abschluß, Planung solange wie Wirtschaft und Gesellschatt existiert und zusätzlich gilt es sich bei der Führung und Verwendung der Aktiv- und Passivpositionen Gedanken über Fortführung, Beendigung oder Erweiterung des Unternehmens, Betriebes, Einrichtung, Haushalts zu machen und zu prüfen, Beschlüsse der Verantwortlichen zu erzielen.
      Also ein Fulltimelifejob.
      Freitag – Feierabend;14. Februar 2020

      Antworten
    • Avatar
      Christian Anders sagte:

      Zitat:
      „Eine Gesellschaft kann – wie auch immer das erfolgt – zu der explizit oder implizit vertretenen Auffassung gelangen, dass ihre Probleme solche seien, die durch den Markt und dadurch auch durch den Kapitalismus nicht gelöst werden können.“

      Herr Tischer versteht mich. Das wichtige ist, dass solche Auffassungen von interessierten Kreisen grundsätzlich als „links“, „strammlinks“, „kommunistisch“, „antikapitalistisch“ o. Ä. gelabelt werden. Oft, um einfach über bestimmte Dinge nicht diskutieren zu müssen.
      Dass man weder den Kapitalismus abschafft noch den Kommunismus einführt, wenn man die Unfähigkeit des Marktes feststellt, bestimmte Dinge zu regeln und über Alternativen an diesen bestimmten Stellen nachdenkt, dürfte eigentlich offensichtlich sein.

      Antworten
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        Thomas M. sagte:

        Invertiert gilt das freilich auch: „dass solche Auffassungen von interessierten Kreisen grundsätzlich als „rechts“, „strammrechts“, „kapitalistisch“, „neoliberal“ o. Ä. gelabelt werden. Oft, um einfach über bestimmte Dinge nicht diskutieren zu müssen.“

        Bzgl. der Offensichtlichkeit, dass man nicht den freien Markt abschaffen will. In moderaten Kreisen mag das so sein, aber es gibt halt auch Kreise, die vom (generellen) Versagen des Marktes sprechen und einen Systemwechsel fordern.

        Zudem gibt es schleichende Entwicklungen, die weitergedacht heute selbstverständliche Freiheiten in Frage stellen werden. Dies sollte man nicht unterschätzen und erklärt auch die Heftigkeit mancher Reaktion aus (im klassischen Sinne) liberalen Kreisen.

        @Hr. Tischer: Exzellente Beschreibung und m.E. absolut richtiges Fazit!

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        „Invertiert gilt das freilich auch:“

        Richtig. Weshalb ich grundsätzlich was gegen diese Labelei habe.

        „In moderaten Kreisen mag das so sein, aber es gibt halt auch Kreise, die vom (generellen) Versagen des Marktes sprechen und einen Systemwechsel fordern.“

        Man darf besonders kleine Kreise nicht ob ihrer Lautstärke überbewerten. Ich kam ja auf das Thema, weil in Hr. Stelters Artikel implizit davon ausgegangen wird, ein Journalismus mit geringerer geisteswissenschaftlicher und größerer naturwissenschaftlicher Prägung wäre „weniger links“ (whatever that means).
        Das halte ich schlicht und ergreifend für falsch. Einen Marktliberalismus, wie ihn klassisch Liberale fordern, finden Sie bei Naturwissenschaftlern selten, Libertarismus noch viel seltener.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Christian Anders

        >Dass man weder den Kapitalismus abschafft noch den Kommunismus einführt, wenn man die Unfähigkeit des Marktes feststellt, bestimmte Dinge zu regelnEinen Marktliberalismus, wie ihn klassisch Liberale fordern, finden Sie bei Naturwissenschaftlern selten, Libertarismus noch viel seltener.<

        Ludwig von Mises verließ diese klassischen Liberalen, weil er sie allesamt für Sozialisten hielt. Etwas anderes kann ich für beamtete Professoren (Technokraten) auch heute nicht feststellen, selbst wenn sie glühende Anarchisten in der Schweiz sind. Bei libertären Juristen ist es kaum besser.

        Was Herr Tischer vornehm ausblendet ist der Umstand, dass der Markt Probleme nicht lösen darf, die als Kollateralschaden anderer politischer Interventionen entstanden und deren Lösung Gesetze, Mehrheiten und humanistische Zwänge entgegen stehen.

        Damit sind wir bei der Herrschaft der Gutmenschen angelangt, flankiert durch Gelehrte und Fürsorge supranationaler Organisationen (UN) im Auftrag von wem auch immer.

        :o)

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @Alexander

        Zitat:
        „Was Herr Tischer vornehm ausblendet ist der Umstand, dass der Markt Probleme nicht lösen darf, die als Kollateralschaden anderer politischer Interventionen entstanden und deren Lösung Gesetze, Mehrheiten und humanistische Zwänge entgegen stehen.“
        Da haben Sie jetzt flugs die Torpfosten verschoben. Weder Hr. Tischer noch ich bestreiten, dass es sowas gibt. Was SIE jetzt aber „vornehm ausgeblendet“ haben, ist der Umstand, dass auch der Markt manche Probleme nicht lösen KANN, selbst, wenn er dürfte.

        Dafür gibt es zwei Gründe:
        1) Der Markt selbst ist ein Mechanismus und als solcher per se nicht fähig, die Eingaben in eben diesen Mechanismus bewusst zu steuern. Oder kürzer: Er kann überhaupt keine Probleme definieren, die einer Lösung harren.
        2) Der Mechanismus funktioniert als Preisoptimierungsmaschinerie und ist als solcher auf Kenntnis der Preise angewiesen. Wie reagiert der Markt auf ein „Problem“, dass kein Preisschild umhängend hat und dessen Preis sich auch nicht aus Einzelpreisen irgendwelcher untergeordneten Einheiten bilden lässt?

        Beispiele für 2):
        Es gibt keinen Marktpreis für die Entsorgung von Atommüll, der alle Risiken einpreisen kann. Man kennt sie schlicht nicht. Der Markt bildet also einen Fake-Preis, der wichtige Faktoren einfach unberücksichtigt lässt. Es funktioniert einfach: Nicht.

        Noch ein Beispiel, wo der Markt perfekt funktioniert, aber dennoch ein Ergebnis liefert, das mit guten Argumenten für fragwürdig gehalten wird: Wenn das Pulen von Nordseekrabben in Marokko samt Hin- und Rücktransport sowie Konservierung das preisoptimale Ergebnis ist, um an der Nordsee Krabben anzubieten, hat der Markt perfekt funktioniert. Und ein Ergebnis geliefert, das aus lauter Gründen, die keinerlei Preisschild besitzen, suboptimal ist.

        Das ist nur ein Beispiel, in Wahrheit liefert der Markt oft aus Marktsicht optimale Ergebnisse, die von der Gesellschaft als nicht optimal empfunden werden. Oder, noch expliziter: Er schafft Probleme, wo er doch eigentlich welche lösen soll.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        Es ist völlig richtig, was Sie sagen – ich unterschreibe jeden Satz.

        Zwei Bemerkungen dazu, warum der Markt verteidigt werden muss, damit Sie und ich nicht in die falsche Ecke gestellt werden können:

        Der Markt ist das Organisationsprinzip, mit dem auf hocheffiziente Weise in – historisch betrachtet – kurzer Zeit ein gesamtgesellschaftlich enormer Wohlstand geschaffen wurde. In den sich entwickelten Volkswirtschaften ist das weiterhin so.

        Er hat demnach eine Funktionalität, auf die nicht einfach mal verzichtet werden kann, wenn man nicht bereit ist, die Folgen des Verzichts zu akzeptieren.

        Dass man die Folgen nicht genau kennen kann, ist zwar richtig, schließt aber nicht aus, dass sie sich tendenziell benennen lassen.

        Die meisten Menschen haben KEINE Ahnung, was die Folgen sein können, sind aber umstandslos bereit, sie zu akzeptieren.

        Das ist zwar nicht widersprüchlich, aber hochgradig leichtfertig und letztlich auch unverantwortlich.

        Zum anderen ist der Markt das Organisationsprinzip, das – idealtypisch betrachtet – keine individuellen Handlungsoptionen ausschließt.

        Er ist also mit „Freiheit“ verbunden, der Freiheit, sein Leben selbst gestalten zu können.

        Diese Freiheit durch Überregulierung oder Ausschaltung der Märkte aufgeben zu müssen, ist vor allem für die schmerzlich und letztlich inakzeptabel, die ihre Freiheit erfolgreich genutzt haben – was immer sie unter „erfolgreich“ auch verstehen. Es muss nicht immer die Maximierung materiellen Wohlstands sein.

        Es gibt also sehr gute Gründe, den Markt zu verteidigen.

        Man sollte es allerdings nicht mit FALSCHEN Zuweisungen und Begründungen tun.

        Wer das tut, muss sich zu recht Ideologie zurechnen lassen.

        Für diese Einsicht plädieren Sie und ich.

        Es ist das Bemühen, dem Markt die ANGEMESSENE Bedeutung zukommen zu lassen, die in seiner starken, aber begrenzten Funktionalität liegt.

        Nicht mehr und nicht weniger.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ Christian Anders

        Ein Teil meiner Antwort -oben- ging durch mein Verschulden verloren.

        Die Beispiele Atommüll und Landwirtschaft/Fischerei sind bekannt, ein weiteres habe ich heute unter dem Exportüberschuss Blogeintrag benannt.

        Ich lehne die von ihnen nahgelegte/suggerierte Illusion einer Expertenregierung/Technokratie ab, weil das keine Lösung für Probleme darstellt.

        Technokratie wird seit der politeia von plato als Gelehrtenherrschaft geträumt, wobei diese Nomenklatur noch niemals in der Geschichte frei von humanen Schwächen war und es niemals sein wird. Andere Zwänge durch konkurrierende Systeme, die ruchlos mit ihren Ressourcen umgehen, können unter keinen Umständen berücksichtigt werden.

        Dass der Markt als Handelsplattform von Steuern, Waren, Dienstleistungen niemals alle befriedigt versteht sich, obwohl die Markteilnehmer (Staat, Unternehmen, Private) in ihren Staaten alle Möglichkeiten hätten…….das Ergebnis zu beeinflussen.

        Bei den Problemen stimmen wir überein, bei ihrer Herleitung konzentrieren Sie sich auf den Markt und ich mich auf die Handelnden.

        Ich befürworte Haftung als Begrenzung von Unvernunft. Niemand hätte die Atomwirtschaft gestartet, wenn persönliche Haftung Bedingung gewesen wäre. Das gilt für alle Probleme, wobei man bei der Verteilung der Gewinne immer persönlich um den ersten Platz streitet.

        Persönliche Haftung für Auslandseinsätze der Armeen, d.h. Familienangehörige in die Feuerlinie und die Kriege finden erst gar nicht statt.

        Um die Haftung drückt man sich, die erste Entscheidung des EFSF war Immunität der Funktionäre, wie in den Parlamenten auch…..

        Weil Haftung das Wachstum begrenzen würde, hat man diese überbrückt durch allerlei Haftungsausschlüsse. Das kann man machen und sich dazu demokratische Zustimmung besorgen, aber die Folgen kann man nicht verhindern…..

        Mit dem Markt hat das alles nichts zu tun.

  5. Avatar
    Bauer sagte:

    Der zitierte Leser frägt : « Sehen Sie auch diese Tendenz hin zur undifferenzierten Kapitalismuskritik? «

    Ja, das ist es, und er ist deshalb so gefährlich, weil in diesem Zusammenhang das Wort “Kapitalismus” falsch belegt ist. Was zu Recht zu beanstanden ist, ist die durch die Geldschwemme der letzten 20 Jahre entstandene Finanzblase, die sich von der Realwirtschaft völlig abgehoben hat, letztere sogar zur Geisel nimmt, und einer sogenanten Elite mit Casinomethoden zur ungehemmten Bereicherung dient.

    Was daran Elite ist, erschliesst sich im übrigen ebenfalls nicht, denn Elite heisst zu deutsch Auslese und da handelt es sich bei dieser Minderheit höchstens um eine Negativauslese, deren Verhalten parasitär ist.

    Kapitalismus als Wirtschaftsform muss zurückgeführt werden auf seine ursprüngliche Bedeutung. Seine Strukturen und Definitionen entstanden in der Kolonialepoche des 17. Jhdts. Seine Ausprägung fand er im 18. und 19. Jhdt im Zuge der Industrialisierung mit ihrem gewaltigen Kapitalbedarf zur Schaffung von Produktionsmitteln. Erst durch die Wandlung in letztere wird aus Geld und/oder Kredit Kapital. Es ist geronnene, nicht konsumierte Arbeit, bei Kredit im Vorgriff. Seine Verwendung wird Investition genannt. Erfolgreiches Wirtschaften setzt voraus, dass dieses Kapital nicht mutwillig vernichtet wird (z.B. EEG), sondern Rückflüsse erzeugt zur Wiederanlage in die nächste Generation von Anlagegütern.

    Der Kapitalbedarf der Wirtschaft steigt stetig. Während vor 80 Jahren in der Weltwirtschaftskrise noch eine Schaufel und eine Schubkarre genügten, um einen Arbeitslosen ins Brot zu bringen, sind heute 6- bis 7-stellige Beträge für einen Arbeitsplatz erforderlich.

    In diesem Sinne brauchen wir heute mehr denn je Kapitalismus statt ihn mit wissentlich falscher Verwendung dieses Begriffs in Verruf zu bringen und zu verdrängen. Frägt sich nur, womit man ihn ersetzen will.

    Der zitierte Leser frägt weiter: “Wenn ja, für wie gefährlich halten Sie diesen Trend für die Entwicklung des Wohlstandes in Deutschland?”

    Nun, der Trend steht eindeutig auf Weiterwursteln. Seit 25 Jahren wird die Welt an die Droge Fiatgeld gewöhnt. Sie hat uns zwar davor bewahrt, schon damals den Gürtel enger zu schnallen, aber inzwischen kommt der Junky nicht mehr von der Nadel. Die Folgen sind bekannt. Die Wirtschaft ist zwar nicht eingebrochen, nähert sich jedoch dem Nullwachstum. Eine Blase löst die vorhergehende ab, jeweis grösser und resistenter. Die Umverteilung von unten nach oben ist in vollem Gange, je nach Ansicht und Land mehr oder weniger, jedoch unbestreitbar. Die Gelehrten straiten zwar über Ursachen und Wirkungen, sind sich jedoch inzwischen weitgehend einig, dass es einen nicht-disruptiven Ausgang nicht mehr gibt.

    Wenn diese Japanisierung noch lange andauert, es könnten ja weitere 10 oder 15 Jahre sein, gibt es niemand mehr, der noch weiss oder erlebt hat, was solides Finanzgebaren und Realwirtschaft sind. Dann ist der Weg frei für Despotie und Fellachentum. Diese beiden Wörter sind von Oswald Spengler entlehnt. Er hat sein Hauptwerk über den Untergang des Abendlandes, nach heutiger Diktion des industrialisierten Westens, vor reichlich 100 Jahren geschrieben. Die Lektüre lohnt sich noch heute und lässt wenig Hoffnung. Seine These vom Lebenszyklus der Kulturen ist schwerlich wiederlegbar. Er diagnostiziert für die Spätphase Despotie. Mit Fellachen definiert er die dazugehörige Bevölkerung, die in dumpfer Ignoranz und Agonie versinkt. Er prognostizierte dieses Ende bereits vor 100 Jahren. Die Errungenschaften der Aufklärung werden ja bereits ganz offen infrage gestellt (z.B. Klimadebatte). Der Humanismus wird täglich an den Universitäten gemeuchelt.

    Die Antwort muss daher lauten: Ja, dieser Trend ist brandgefährlich. Er kann nur aufgehalten werden, wenn der grosse reset besser heute als morgen willentlich ausgelöst wird, solange man sich noch erinnern kann, wie es anders und besser auch geht.

    Ich bin bereit. Wenn man mir den roten Knopf zeigt, drücke ich drauf ohne zu zögern. Aber vielleicht kommen mir die Chinesen zuvor, siehe blog von heute.

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  6. Avatar
    ruby sagte:

    Ich habe die Lebenserfahrung gemacht, daß hinter „antikapitalistischer Propaganda“ reale Kommunisten agitieren und deren Marxismus-Leninismus kann nicht demokratisch sein, zerstört das Rechtssystem der Bundesrepublik Deutschland. Der Staat soll in einer Revolution durch Herrschaft der Ideologen des … ersetzt werden.
    Mit diesem Weltbild gehe ich keine Kompromisse und Diskussion ein, denn am Ende steht immer Gewalt und Unrechtsstaat.
    Das mag hart klingen, aber es geht um die individuelle Freiheit jeden Staatsbürgers. Diese hat weder mit Kommunismus noch Kapitalismus zu tun sondern mit Grundrechten und eines davon ist ein Leben ohne Kommunismus.

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      Alexander sagte:

      @ruby

      Können wir diese Kommunisten von Dummschland aufschlüsseln?

      „Studieren“ mehr als 50% eines Jahrganges keinen gewerblichen Beruf, sondern mangels Mathematikkompetenz eher eine Geschwätzwissenschaft?

      Sind die Eltern von 30 jährigen AntifaAktivisten gemäß durchschnittlicher Fertilität schon im Regelrentenalter?
      Sind akademische Eltern von FFFKids eher Ende 50 Jahre alt?

      Gehören die Eltern dieser Links-Aktivisten und Klimaretter selbst schon nicht mehr zur produktiv werktättigen Bevölkerung, sondern haben ihre Vermögen mehr in Zombie- oder keynesiansichen volkseigenen Konzernen verdient? War die Großelterngeneration dieser Eliten eher staatsnah als im privatwirtschafltich/persönlich haftenden Unternehmerssektor tätig?
      Entstammen die ererbten Vermögen dieser Kreise mehr aus der geldpolitischen Vermögenspreisinflation als nachhaltiger Anlage?

      Ich frage mich ernsthaft, was der stramme Kommunismus irgendwelcher Gesinnungsethiker ab 2020 noch verbraten will, denn das belastbare Eigenkapital aller Unternehmen ist vielfach verpfändet. Die allermeisten Vermögen sind nicht marktfähig, weil es gar keine potenten Käufer für die ausgereizten Vermögenspreise gibt – schon gar nicht massenhaft.

      Selbst wenn man Vermögen zu 100% erbschaftsbesteuert steht dieser enormen Kaufkraft ein kümmerlicher Rest von Leistungsfähigkeit aus dem Handwerk oder Dienstleistungssektor gegenüber. Kümmerlich, weil diese Bereiche ohne Migranten disfunktional wären und Migranten durch diverse kulturelle Nachteile weniger gut ausgebildet werden konnten.

      Migrantenkinder streben selbstredent nach Aufstiegsbildung und studieren z.B. Filmwissenschaften.

      Die Qualität der in der letzten Dekade errichteten BetonGoldBunker korreliert ganz und gar mit der Fähigkeit der bulgarischen/rumänischen/bosnischen Subunternehmer, wenn gern nur noch der Polier dt. Herkunft ist und kurz vor Renteneintritt steht.

      Der kommenden Dikatur steht eine alte Demographie gegenüber, dass das Bild vom grauen ausgebrannten Wutnickel der Pegida + junge Stürmer des Braunkohletagebaus passt lieb ins Bild. Junge Stürmer klagten lebentüchtig gegen unterlassene Versorgungsleistung durch fehlende Polizei….es mangelte an Getränken und gab nur 1x Essen.

      Diese jungen Spinner sorgen sich zurecht um ihre Zukunft, dummerweise nicht wegen Klimakatastrophen sondern aufgrund der Gefahr tatsächlich um den Lebensunterhalt kämpfen zu müssen. Die kommunistisch veranlasste Massenzuwanderung von Sofortrentnern ist einer der vielen Sargnägel….

      Auf mich wirkt es nicht weit hergeholt, dass wir am Ende dieses kommunistischen Durchlaufes stehen. Falls es zu koordinierten Ausschreitungen kommt wie an diversen Silvesternächten, steht diesem Mob eine impotente Armee und eine ~50+ Polizeitruppe gegenüber, welche gar nichts ausrichten können, weil man mit Gewalt gar nicht umgehen mag.

      Frankreich auch in dieser Hinsicht als Vorbild mit einer Opposition ohne Potential. https://www.deutschlandfunk.de/kulturkampf-in-frankreich-radikale-islamisten-erobern.886.de.html?dram:article_id=468466

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      • Avatar
        ruby sagte:

        @ Alexander
        7x? 7x ja!
        Der Blick zurück läßt uns das erkennen, wo und wie wir hier&heute stehen, um uns die Bilder von morgen auszumalen.

        Das ist die Sicht des Individums, was wir beklagen ist die Sicht des Kollektivs.
        Das eine ist nicht ohne das andere.
        75 Jahre wurden die Menschen in das System Bundesrepublik gelebt. Drei Generationen, die seit geraumer, Zeit also ab 1989, die Veränderungen im Innern sowie Äusseren verloren haben.
        Der Gipfel ist TINA.
        Die 20 bis 40 Jährigen werden jetzt die Zukunft verantworten.
        Dazu gehört, genau zu unterscheiden, wer Ihnen was hinterlassen hat und ihnen Gutes, Wissen & Können
        mitgab.
        Das ist wie eine Bilanz — keine Eröffnungs- sondern eine Fortführungsbilanz…Going Concern Prinzip: fortwährendes Betroffenheitsprinzip! Ein passender Begriff, denn eine Zerschlagungsbilanz streben weder EUler noch die Mittedemokraten bisher an.
        Ab jetzt müssen diese leisten und liefern, aber effektiv und effizient. Deshalb wird sich in kürzester Zeit Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Ordnung, Recht auf das praktikable machbare konzentrieren. Überflüssiger Schaum wird wie beim Bier brauen abgeschöpft und biologisch entsorgt.
        Das Spannungsverhältnis zwischen sozialer und freier Marktwirtschaft funktioniert, in dem Druck zu Handlungen führt.
        Frankreich ist viel Gewalt geschwängerter und nationalistischer als unsere Europäer annehmen.
        Spanien mit Sklavenausbeutergeschichte reagiert bereits ohne Rücksicht
        auf Eindringlinge.

        Deutschland wird seine Position neu bestimmen, wahrscheinlich wieder fremdbestimmt ohne freie Entscheidung.

        Hannah Arendt fragt:
        „Was heißt persönliche Verantwortung in einer Diktatur?“
        oder allgemeiner Vergesellschaftung.
        Gedanken und Sprache mit passender Wortwahl verhindern Gehorsam.

        Und das Fehlen von Kompetenz im Umgang und der Handhabung von Geld beendet den Turmbau zu Bruxxelles.
        Der Haushalt der Staaten der europäischen Gemeinschaft wird als Wirklichkeit in den Spiegelneuronen der Gehirne scheinen und Sie nachhause begleiten.

      • Avatar
        Alexander sagte:

        @ruby

        Über die 75 Jahre BRD scheint mir das Eigenkapital als wichtigstes Mitbringsel der übernehmenden Generation für die Eröffnungskonten der Fortsetzungsbilanz zu fallen.
        Bis zuletzt senkte man einvernehmlich aus Gründen des Machterhaltes diese Anforderung hinab, immer darauf zählend dass man notfalls aus der Substanz vorhandener Ressourcen ausgleichen dürfe.

        Das gilt für Industriekonzerne wie Geldhäuser, das Bildungssystem und natürlich das neue Mittelmaß der Politik, Polizei und Armee im Schlepp.

        Die Generation der nun zur Übergabe anstehenden 20-40jährigen fiel mir in den vergangenen zehn Jahren durch Frechheiten auf, kaum durch Leistung. Man glaubte sich per Schulterschlag von Gelehrten auf der Überholspur, das billige Geld der Nullzinskonjunktur besorgte den Rest. Demographische Erzählungen vom Mangel an Personal sorgte für Übermut, > 30 Jahre Erfahrung als mühsam zusammen geknispertes Eigekapital wurde ein letztes mal getreten.

        Nach zwei Jahren Autokonjunkturcrash und nur zwei Monaten Eingeständnis, dass sich vieles ändern muss, gibt es die ersten Opfer unter den Ikarusfollowern.

        Die FFF Kids sind das letzte Aufgebot an Realitätsfernen, allen übrigen dämmerts und keine Grobheit wird daran etwas ändern. Fehlendes Eigenkapital (1. Fähigkeiten, 2. Einsatz, 3.Pfänder) zeugt von Überschuldung und Mitleid ist keines angebracht.

        Es ist kein nationales Ereignis, sondern ein europäisches und der anstehende Konkurs eine wunderbare Gelegenheit für neue Anfänge jenseits nationaler Zwänge. Der Verlust nationaler Verbindlichkeiten/Vermögen könnte den Weg für ein anderes Europa frei machen. Ein Europa ohne Zwangsmitgliedschaften und fein getrennt gemäß den ethnischen / religiösen Vorlieben seiner Bewohner, dass endlich zusammen findet was zusammen gehört.

        Für radikale Bunte und landfremde Fanatiker ohne Kompetenzen eher trübe Aussichten.
        (Besonders die BRD importiert Nationalismen, deren Kompatibilität gering ausfällt)

        Gut, dass die Geschichte allmählich Fahrt aufnimmt, wer würde das Ende verpassen wollen?

  7. Avatar
    Ulrich Remmlinger sagte:

    Sehr geehrter Herr Stelter, wann wachen Sie endlich auf?

    Seit 8 Tagen haben wir eine Verfassungskrise, es laufen Säuberungsaktionen (aktuell RA Höcker) und Sie diskutieren hier seelenruhig ihre Wirtschaftsthemen.

    Es ist dringend notwendig, daß die Schweigende Mehrheit in D endlich den Mut findet, ihre Stimme zu erheben und sich dem totalitären Geschehen entgegen stellt. Dies wird aber nur geschehen, wenn eine große Anzahl von öffentlich sichtbaren Personen mit leuchtendem Beispiel vorangeht und sich öffentlich artikuliert. Sie gehören zu diesen öffentlich sichtbaren Personen, die den ängstlichen Menschen Mut machen könnten. Das wäre wichtig.

    Falls Sie glauben, daß Sie vorsichtig sein müssen, weil Sie sonst nicht mehr in Talkshows eingeladen werden, kann ich nur warnen. Wenn die Eskalation so weiterläuft, dann wird ihre Stimme in absehbarer Zeit sowieso unhörbar gemacht werden.

    Ich komme mir z.Zt. vor wie auf der Titanic, wo die Kapelle noch während des Untergangs weiterspielt.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Ulrich Remmlinger

      Eine Verfassungskrise ist ein Streit darüber, welche Verfassungsorgane welche Befugnisse haben, d. h. LEGITIMIERT sind, in einer bestimmen Lage überhaupt bzw. wie handeln zu dürfen.

      Dieser Fall liegt nicht vor.

      Wir haben hier einen Streit zwischen politischen Parteien.

      Und insbesondere haben wir mittlerweile auch einen Streit innerhalb einer Partei.

      Da er die größte und damit bedeutendste in diesem Land betrifft, ist dieser Streit schon krisenbehaftet, was das Land betrifft.

      Man wird sehen, wie er gelöst wird.

      Klar ist jedenfalls, dass Abgrenzungen in welche Richtung auch immer keine Lösung sind.

      Denn die Probleme suchen sich ihre Lösung.

      Das betrifft auch den RA Höcker.

      Wenn er sich in seinen Rechten beschränkt sieht, kann er sich an die Gerichte wenden.

      Also:

      Es gibt keinen Anlass, sich auf der Titanic zu fühlen.

      Denn ein Untergang steht weder bevor, noch ist er absehbar.

      Antworten
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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer, Herr Remmlinger

        „Eine Verfassungskrise ist ein Streit darüber, welche Verfassungsorgane welche Befugnisse haben, d. h. LEGITIMIERT sind, in einer bestimmen Lage überhaupt bzw. wie handeln zu dürfen. Dieser Fall liegt nicht vor.“

        Wenn Kemmerich im Amt geblieben wäre, hätten wir definitiv eine „echte“ Verfassungskrise gehabt. Gerade die Legitimität seiner Wahl im Landtag wurde ja von vielen Akteuren auf den Ebenen von Bundes- und Landespolitik in Frage gestellt, bis hinauf zu Merkel („das Ergebnis muss rückgängig gemacht werden“), weil er offenbar nur mit Stimmen der bösen AfD eine relative Mehrheit im dritten Wahlgang erreichen konnte und nach der komplett hysterischen neuen Zählweise (Esken: „Es muss egal sein, wie die AfD abstimmt.“) in Zukunft immer so getan werden sollte, als seien die demokratisch zweifellos voll legitmierten Mandatsträger der AfD in den Parlamenten alle Luft. Faktisch zählen ihre Stimmen aber genau so wie die jedes anderen gewählten Abgeordneten, und um diese Realität werden auch Verfassungsrichter nicht herum kommen.

        Verfassungsrechtlich gesehen eine aussichtslose Lage für unsere Neusozialisten von SED bis Merkel-CDU. Die einzige verfassungskonforme Möglichkeit, die Stimmen der AfD in den Parlamenten wirklich effektiv verschwinden zu lassen, wäre ein Parteiverbot der AfD. Aber dazu müsste man gerichtsfest beweisen, dass die angeblich soo schlimm „faschistische“ Partei AfD tatsächlich verfassungsfeindlich ist. Ich glaube nicht, dass das gelingen wird – und das wissen die Beteiligten auch. Selbst die merkeltreuesten Richter werden es sich in absehbarer Zukunft nicht trauen, die AfD nur deshalb zu verbieten, weil das politisch von der Bundesregierung und Grünen und der SED-Nachfolgepartei so gewünscht wäre.

        Daher wird stattdessen mit altbekannten STASI-Zersetzungsmethoden (Definition hier: https://www.bstu.de/mfs-lexikon/detail/zersetzung/ ) gearbeitet, um die politischen Gegner der sich formierenden sozialistischen Einheitspartei zu demoralisieren und zum Aufgeben zu drängen.

        Was wir hier gerade erleben ist die massive Eskalation eines ursprünglich CDU-internen ungelösten und äußerst unangenehmen Konfliktes über den grundsätzlichen Umgang mit AfD und Linkspartei, in den sich alle möglichen anderen linken Parteien und Bewegungen und natürlich unsere Haltungsjournalisten einmischen. Das war schon lange absehbar, ich habe schon vor der Thürigen-Wahl von diesem Szenario geschrieben – nur der konkrete Auslöser mit der Kemmerich-Wahl hat mich überrascht. Mit etwas Pech hätten wir die gleiche Situation aber schon 2016 bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gehabt, 0,3% weniger Stimmen für die Grünen im Endergebnis damals hätten dort eine ähnliche Situation wie jetzt in Thüringen produziert. In Sachsen-Anhalt sind übrigens im Juni 2021 wieder Landtagswahlen, also noch vor dem nächsten regulären Bundestagswahltermin. Das könnte genau so chaotisch werden wie in Thüringen und zeigt wie dringend die CDU ihre Position grundsätzlich klären und dann mit den Konsequenzen daraus fertig werden muss.

        Überrascht bin ich davon, wie schnell Höcker von der Werteunion plötzlich eingeknickt ist. Wenn das alle DDR-Bürgerrechtler in den 1980ern auch so gemacht hätten, wäre die SED vielleicht heute noch an der Macht und Angela Merkel heute DDR-Volkserziehungsministerin. Die Leute im Westen müssen noch viel lernen.

      • Avatar
        Ulrich Remmlinger sagte:

        Herr Ott, es ist ganz einfach. Eine Verfassungskrise ist ein Streit zwischen Verfassungsorganen. Sowohl der Ministerpräsident als auch der Bundeskanzler sind Verfassungsorgane. Wenn also die Bundeskanzlerin den gewählten Ministerpräsidenten unter Druck setzt, durch ihre Mittelsmänner erpreßt, tätliche Angriffe auf ihn und seine Familie nicht verurteilt und ihn so zum Rücktritt zwingt, dann ist dies ein Lehrbuchfall für eine Verfassungskrise. Hier müßten andere Verfassungsorgane und die Justiz eingreifen und den gewählten Ministerpräsidenten nach § 105 StGB schützen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Herr Remmlinger

        „Wenn also die Bundeskanzlerin den gewählten Ministerpräsidenten unter Druck setzt, durch ihre Mittelsmänner erpreßt, tätliche Angriffe auf ihn und seine Familie nicht verurteilt und ihn so zum Rücktritt zwingt, dann ist dies ein Lehrbuchfall für eine Verfassungskrise. Hier müßten andere Verfassungsorgane und die Justiz eingreifen und den gewählten Ministerpräsidenten nach § 105 StGB schützen.“

        Das sehe ich auch so.

        Nur ist Kemmerich halt mittlerweile eingeknickt und als gewählter Ministerpräsident wieder zurückgetreten, was die Verfassungskrise zumindest kurzfristig scheinbar „gelöst“ hat. Ein schwerer strategischer Fehler, von dem sich die FDP lange nicht wieder erholen wird.

        Das viel grundlegendere Problem der CDU bleibt davon aber natürlich unberührt – und so ist das Eintreten der nächsten akuten Verfassungskrise nur eine Frage der Zeit.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Ulrich Remmlinger

        Beschluss des Koalitionsausschusses:

        „Regierungsbildungen und politische Mehrheiten mit Stimmen der AfD schließen wir aus. Das ist und bleibt die Beschlusslage der die Koalition tragenden Parteien für alle Ebenen.“

        Bewertung durch den von Ihnen verlinkten Autor A. Wendt:

        „Damit definiert die Kanzlerin zusammen mit zwei SPD-Parteivorsitzenden, von denen nur eine ein Parlamentsmandat besitzt, der CDU-Vorsitzenden, die in keinem Parlament sitzt, und dem CSU-Chef auf unbegrenzte Zeit das Stimmverhalten von Abgeordneten ihrer Parteien von der Bundes- bis hinunter zur Gemeindeebene. Das freie Mandat, für Bundestagsabgeordnete im Grundgesetz in Artikel 38 und in den Länderverfassungen in ähnlichen Artikeln garantiert, stand in dem Parteienstaat Deutschland realiter schon immer etwas schwach da. Die Koalitionsausschuss-Entschließung schafft es praktisch ab.“

        In der Bundesrepublik Deutschland können an jedem Ort zu jeder Zeit Leute zusammenkommen und einen Beschluss fassen bzw. etwas definieren.

        Ja, die da im Koalitionsausschuss zusammengekommen waren, sind nicht irgendwelche Leute, sondern einflussreiche.

        Aber auch wieder nicht so einflussreiche, dass ihr DEFINIEREN irgendeinen Abgeordneten im Thüringischen Landtag HINDERN könnte, so abzustimmen wie er oder sie es will.

        Der Koalitionsausschuss hat eine BESCHLUSSLAGE bekräftigt und WÜNSCHT sich mit dieser verbunden ein bestimmtes Abstimmungsverhalten.

        Das war es auch schon bis auf den Peinlichkeit, dass „für alle Ebenen“ ein Selbstbetrug ist, der diese Truppe Lügen straft, da auf den unteren Ebenen bereits Mitglieder aller Parteien mit der AfD abstimmen.

        Das freie Mandat soll damit praktisch abgeschafft worden sein?

        Das ist nicht „sauber herausgearbeitet“, sondern dummes Zeug, reinster Gesinnungsjournalismus, der sich mit einer „verfassungsrechtlichen Betrachtung“ aufplustert.

        Sie:

        >Wenn also die Bundeskanzlerin den gewählten Ministerpräsidenten unter Druck setzt, durch ihre Mittelsmänner erpreßt, tätliche Angriffe auf ihn und seine Familie nicht verurteilt und ihn so zum Rücktritt zwingt, dann ist dies ein Lehrbuchfall für eine Verfassungskrise.>

        „Erpressung“ heißt nach § 253 Strafgesetzbuch (1):

        Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt und dadurch dem Vermögen des Genötigten oder eines anderen Nachteil zufügt, um sich oder einen Dritten zu Unrecht zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

        Sie hätten zu belegen, dass dies geschehen ist.

        Angenommen, Merkel hat nicht erpresst, dann kann von Verfassungskrise keine Rede sein, und von einem Lehrbuchfall schon gar nicht.

        Eine Verfassungskrise gäbe es z. B., wenn Merkel den gewählten Ministerpräsidenten hätte verhaften lassen und so an der Ausübung seines Amts gehindert haben würde.

        Eine gewisse Parallele ist hier Strauß, der einst Augstein verhaften ließ.

        Ich bin ganz sicher, dass unser Rechtsstaat heute genauso wie damals reagieren würde – eher noch entschiedener.

        Merkel weiß das natürlich und wird daher nicht im Traum daran denken, eine Verfassungskrise zu wagen.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Angenommen, Merkel hat nicht erpresst, dann kann von Verfassungskrise keine Rede sein, und von einem Lehrbuchfall schon gar nicht. Eine Verfassungskrise gäbe es z. B., wenn Merkel den gewählten Ministerpräsidenten hätte verhaften lassen und so an der Ausübung seines Amts gehindert haben würde. Merkel weiß das natürlich und wird daher nicht im Traum daran denken, eine Verfassungskrise zu wagen.“

        Erich Honecker persönlich hat keinen einzigen „Republikflüchtling“ am „antifaschistischen Schutzwall“ erschossen und kein einziges „feindlich-negatives Element“ in der DDR-Gesellschaft persönlich in den Selbstmord getrieben.

        Für die unangenehme Drecksarbeit gab es Spezialisten.

        Woher glauben Sie, kamen die Drohungen gegen Kemmerich, seine Familie, alle möglichen FDP-Mitglieder und sogar CDU-Politikern, die Kemmerich einfach nur zur Wahl gratuliert haben?

        Glauben Sie, da könnten Akteure aus „zivilgesellschaftlichen Organisationen“ beteiligt gewesen sein, die zum Beispiel vom Bundesfamilienministerium als Teil der vielen Programme im „Kampf gegen Rechts“ finanziell gefördert werden?

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Sie reagieren doch zu recht allergisch, wenn mit zusammengeschusterten Vergleichen argumentiert wird.

        Hier vergleichen Sie die DDR/Honecker mit BRD/Merkel.

        Ich bitte Sie, dass ist doch an den Haaren herbeigezogen.

        Und wenn eben noch von der Kanzlerin die Rede war, sollen es jetzt Spezialisten sein.

        Die ganze Geschichte ist natürlich ein Trauerspiel und eine Demaskierung aller Parteien, aber eine Verfassungskrise ist es nicht.

        Was mich am meisten beunruhigt, ist nicht, dass vor und hinter den Kulissen mit Druck versucht wird, am öffentlichen Erscheinungsbild Schadensbegrenzung zu betreiben.

        Das ist in solchen Fällen zu erwarten.

        Viel beunruhigender ist vielmehr, dass sich die Politik einmal mehr der Straße treiben lässt und sich auch noch damit schmückt, dass so viele Menschen die „Stimme erhoben haben“ gegen andere, die sich raffiniert, dumm oder naiv verhalten haben, aber alle nicht unrechtmäßig.

        Wenn wir so weiter machen, brauchen wir bald nicht mehr zu wählen.

        Wir bewegen uns sehenden Auges hin zu einer Gesinnungsdiktatur.

        Sollte wir irgendwann einmal die Willensbildung weitgehend der Straße überlassen haben, reden wir über ganz andere Ereignisse als die in Thüringen.

        Denn dann ist Polen offen.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Hier vergleichen Sie die DDR/Honecker mit BRD/Merkel. Ich bitte Sie, dass ist doch an den Haaren herbeigezogen.“

        Sie sprechen von der drohenden „Gesinnungsdiktatur“ und doch sind Ihnen die Methoden noch nicht klar.

        Eine Diktatur funktioniert nicht ohne Repression. Und den Menschen in dem Repressionsapparat müssen Sie eine gute ideologische Motivation liefern, wieso deren Drecksarbeit nicht nur gesellschaftsdienlich sondern sogar moralische Pflicht ist. Diese Motivation wird der „Antifaschismus“ sein, nicht gerichtet gegen tatsächliche Faschisten sondern interpretiert als politischer Kampfbegriff (der sich demzufolge gegen jeden wenden kann), so wie er in der DDR oder in der Sowjetunion benutzt wurde.

        Die mittlerweile verstorbene DDR-Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley beschreibt Ihnen die Mechanismen, nach denen der Repressionsapparat funktionieren könnte:

        „Alle diese Untersuchungen, die gründliche Erforschung der Stasi-Strukturen, der Methoden, mit denen sie gearbeitet haben und immer noch arbeiten, all das wird in die falschen Hände geraten. Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen – um sie dann zu übernehmen. Man wird sie ein wenig adaptieren, damit sie zu einer freien westlichen Gesellschaft passen. Man wird die Störer auch nicht unbedingt verhaften. Es gibt feinere Möglichkeiten, jemanden unschädlich zu machen. Aber die geheimen Verbote, das Beobachten, der Argwohn, die Angst, das Isolieren und Ausgrenzen, das Brandmarken und Mundtotmachen derer, die sich nicht anpassen – das wird wiederkommen, glaubt mir. Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles seine Kontur verliert.“

        Was wir von der Merkel-Regierung heute schon wissen, ist, dass sie keine Skrupel hat, Lügen zu verbreiten, wenn es von ihrem eigenen politischen Scheitern ablenkt. Denken Sie an die Kontroverse um die angeblichen „Hetzjagden“ in Chemnitz. Die begann damit, dass ein Twitter-Account mit dem vertrauenswürdigen Namen „Antifa Zeckenbiss“ einen kurzen Videoschnipsel online stellte, auf dem eine solche Hetzjagd angeblich zu sehen war. Der Regierungssprecher und der Staatsfunk sind dann darauf aufgesprungen.

        Bundesverfassungsschutz-Chef Maaßen wagte es damals, die Geschichte anzuzweifeln. Das brachte ihm den Rausschmiss ein. Und in seiner Abschiedsrede sagte er:

        „Hintergrund der Regierungskrise war die Tatsache, dass ich am 7. September gegenüber der größten deutschen Tageszeitung ‚Bild-Zeitung‘ die Richtigkeit der von Medien und Politikern verbreiteten Berichte über rechtsextremistische ‚Hetzjagden‘ bzw. Pogrome in Chemnitz in Zweifel gezogen hatte. Am 26. August 2018 war ein Deutscher von Asylbewerbern in Chemnitz getötet worden. Am gleichen Tage gab es Demonstrationen ìn Chemnitz gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung von normalen Bürgern, aber auch von Rechtsextremisten. Dabei kam es auch vereinzelt zu Straftaten. Am folgenden Tag und an den darauffolgenden Tagen stand nicht das Tötungsdelikt im politischen und medialen Interesse, sondern rechtsextremistische Hetzjagden gegen Ausländer. Diese ‚Hetzjagden‘ hatten nach Erkenntnissen der lokalen Polizei, der Staatsanwaltschaft, der Lokalpresse, des Ministerpräsidenten des Landes und meiner Mitarbeiter nicht stattgefunden. Sie waren frei erfunden.

        Ich habe bereits viel an deutscher Medienmanipulation und russischer Desinformation erlebt. Dass aber Politiker und Medien, ‚Hetzjagden‘ frei erfinden oder zumindest ungeprüft diese Falschinformation verbreiten, war für mich eine neue Qualität von Falschberichterstattung in Deutschland. Ich hatte mich in der darauffolgenden Woche gegenüber der ‚Bild-Zeitung‘ in nur vier Sätzen dazu geäußert, indem ich klarstellte, dass es nach Erkenntnissen aller zuständigen Sicherheitsbehörden keine derartigen rechtsextremistischen ‚Hetzjagden‘ gab.

        Gegenüber den zuständigen Parlamentsausschüssen stellte ich in der folgenden Woche klar, dass ein Kampf gegen Rechtsextremismus es nicht rechtfertigt, rechtsextremistische Straftaten zu erfinden. Die Medien sowie grüne und linke Politiker, die sich durch mich bei ihrer Falschberichterstattung ertappt fühlten, forderten daraufhin meine Entlassung. Aus meiner Sicht war dies für linksradikale Kräfte in der SPD, die von vorneherein dagegen waren, eine Koalition mit der CDU/CSU einzugehen, der willkommene Anlass, um einen Bruch dieser Regierungskoalition zu provozieren. Da ich in Deutschland als Kritiker einer idealistischen, naiven und linken Ausländer- und Sicherheitspolitik bekannt bin, war dies für meine politischen Gegner und für einige Medien auch ein Anlass, um mich aus meinem Amt zu drängen.“

        Linksradikale Kräfte in der SPD. (Die gibt es natürlich auch bei den Grünen und vor allem in der Linkspartei.) Mittlerweile ist offensichtlich, dass es diese Kräfte gibt und dass viele linke Spitzenpolitiker und Haltungsjournalisten mit ihnen sympathisieren. Die Jusos Berlin zeigten sogar in ihrer Wahlwerbung vor der Europawahl 2019, wie ihr Verhältnis zu Gewalt ist. Ambivalent, und durchaus Gewalt rechtfertigend, solange es gegen Leute mit der falschen Gesinnung geht (die natürlich alle böse „Faschisten“ sind, und für diese Einordnung reicht es schon, die EU kritisch zu sehen): https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/05/berlin-jusos-baseballschlaeger-nationalismus-eiskalt-abservieren-facebook-post-eu-wahl.html

        „Viel beunruhigender ist vielmehr, dass sich die Politik einmal mehr der Straße treiben lässt und sich auch noch damit schmückt, dass so viele Menschen die „Stimme erhoben haben“ gegen andere, die sich raffiniert, dumm oder naiv verhalten haben, aber alle nicht unrechtmäßig. “

        Ich würde darauf tippen, dass die Drohungen gegen die FDP-Leute und die Werteunion aus diesem Millieu kommen. Das wäre dann nicht „Druck von der Straße“, sondern Druck von Linksradikalen in den politischen Parteien und ihren staatlich geförderten NGO-Vorfeldorganisationen auf der linken Seite im politischen Spektrum. Von der Merkel-Regierung zum Machterhalt benutzt, ohne sich selbst die Hände schmutzig machen zu müssen.

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        Thierry sagte:

        Man kann der AfD nur raten, bei der kommenden Wahl des Ministerpräsidenten in Thüringen jedem Kandidaten gesammelt ihre Stimmen zu geben. Dann ist er logo verbrannt. Und dann ist es eine richtige Verfassungskrise.

        Merke: Man kann nicht die Stimmen von 25% der Wahlberechtigten einfach ignorieren.

      • Avatar
        Thierry sagte:

        @ zu vorhin

        Da ist nochwas: Als wirksam gewählter MP ist Herr Kemmrich zwar zurückgetreten, doch nun mit der Weiterführung der Regierungsgeschäfte betraut. Falls im die übernommenen Ministerkollegen nicht passen oder Obsrtuktion betreiben, kann er sie auswechseln. Kandidaten dafür werden sich finden. Siehe:

        https://verfassungsblog.de/totgesagte-leben-laenger/

        Die AfD kann ihm mit ihrem Wahlverhalten und der Sturheit der anderen Parteien jeden Nachfolger vom Leib halten.

        Bis die Akteure Vernunft annehmen.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thierry

        >Und dann ist es eine richtige Verfassungskrise>

        Nein, auch dann ist es keine Verfassungskrise.

        Es wäre nur der Beweis, dass der Ausschluss der AfD wie auch der der Links-Partei zwar ein Signal an die Wählerschaft sein kann, WOHIN ihre Stimme bei Wahl der CDU und FDP nicht geht bzw. gehen soll, aber zugleich zu nicht gewollten bzw. hinnehmbaren ZUSTÄNDEN führen kann, wenn danach GEHANDELT wird.

        Es ist daher ABSURD, derartige Abgrenzungsbeschlüsse unter ALLEN Umständen aufrecht zu erhalten.

        Der Punkt ist – und da haben Sie völlig recht -, dass man die Stimmen von 25% der Wahlberechtigten nicht einfach ignorieren kann.

        Die Praxis zeigt das auch:

        Nehmen wir an, in irgendeiner Gemeinde in Hessen sind die Vertreter der AfD im Gemeinderat dafür eine Umgehungsstraße zu bauen und die der CDU ebenfalls.

        Die Vertreter der CDU werden MIT der AfD abstimmen, dass sie gebaut wird.

        Sie werden sich nicht enthalten oder gar dagegen stimmen, weil es in Thüringen einen Höcke gibt, der Nazi genannt werden darf und mit dessen Partei man lt. Koalitionsbeschluss in Berlin (!) nicht zu „politischen Mehrheiten mit der AfD“ auf allen Ebenen kommen darf.

        Wenn in Berlin nicht bald der Realitätsverlust erkannt wird und die Parteien, in erster Linie die CDU, eine ANDERE Politik betreiben, eine die Probleme zu lösen sucht, dann sind wir irgendwann in einer ganz anderen Republik.

        Und ob man DANN die Probleme noch lösen kann, ist mehr als fraglich.

    • Avatar
      Hansjörg Pfister sagte:

      @Ulrich Remmlinger, ich stimme Ihnen zu. Jeder sollte jetzt überlegen, was er tun kann. Bisher war ich der Ansicht, dass die Neomarxisten, Kulturmarxisten oder wie man diese Idioten und Menschenschinder auch nennen mag, daran scheitern, dass Ihnen das Gewaltpotential fehlt („wir sind die Guten“). In der letzten Zeit musste ich mich eines Besseren belehren lassen.

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    Dietmar Tischer sagte:

    Vielschichtige Thematik mit vielen Facetten.

    Nur mal das herausgegriffen, eine Aussage von C. Fuest:

    >„Neodirigismus zeichnet sich durch die folgenden Charakteristika aus: Erstens besteht ein geringes Vertrauen in die Fähigkeit von Märkten, Preismechanismen und Wettbewerb, wirtschaftliche Probleme zu lösen. Stattdessen wird staatlichen Institutionen zugetraut, durch steuernde Eingriffe in das Wirtschaftsgeschehen bessere Ergebnisse zu erzielen.“ >

    Diese Aussage ist viel zu lahm und zu lasch.

    Ich bringe es auf den Punkt:

    1. Satz:

    Neodirigismus zeichnet sich durch die folgenden Charakteristika aus:

    Erstens müssen Probleme als zentral HERAUSGEHOBEN und deren Lösung als ENTSCHEIDEND für den Zusammenhalt der Gesellschaft definierten werden und zwar derart, dass Märkte die Lösung NICHT erbringen können.

    Beispiele:
    Ungleichheit, soziale Ungerechtigkeit in allen ihren vielfältigen Varianten und Ausprägungen.

    2. Satz, der bei C. Fuest fehlt, aber natürlich nicht in der öffentlichen Diskussion, weil er als Folgerung unverzichtbar ist:

    Zweitens muss festgestellt werden, dass der Markt VERSAGT, wenn er derartige Probleme nicht lösen kann.

    3. Satz:

    Drittens muss der Versager Markt abgelöst werden und stattdessen MUSS der Staat die Probleme lösen – es ist ja niemand anderes da, sie zu lösen.

    4. Satz:

    Der Staat hat immer wieder gezeigt, dass er Probleme lösen kann.

    5. Satz:

    Also Leute, lasst es uns wollen – die notwendige Einsicht verbreiten, Widerstände ausräumen und Druck auf die Politik ausüben, endlich das/die Problem/e anzugehen.

    Das ist die Argumentationsfigur, auf mit der ein breiter Konsens in der Gesellschaft gefunden wird:

    Bürger und Wähler mit jeglichem überhöhten Anspruch, Politiker im Überbietungswettbewerb, die Medien beim Thematisieren des quotensteigernden nicht Normalen sowie Wissenschaftler mit dem sich selbst attestierten Kompetenznachweis, der richtigen Lösung den Weg zu weisen, können sich problemlos und – von der Problemfindung ausgehend – auch grundsätzlich EINVERNEHMLICH einbringen.

    Das ist der Verblendungszusammenhang.

    Die Folgen fallen aus dem Blickfeld derer, die auf dieser Bühne agieren.

    Der REALITÄT, die eine abnehmenden Wohlstands sein wird, kann man allerdings nicht entgehen.

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      Alexander sagte:

      @Dietmar Tischer bzw. Richard Ott

      Ergänzungsversuch.

      Misstrauen gegen Märkte führte zur „German Angst“ gleich nach der global großen Depression 1873-1896. Global gab es zwei Alternativversprechen, die sich in (national)Sozialismus und Marxismus aufteilten.

      Ludwig v. Mises schrieb davon, dass der dt. Nationalsozialismus um die Jahrhundertwende fertig ausgeprägt war und auf seinen Anführer wartete. An den Universitäten wurden bis 1933 entweder Nationalsozialismus (vgl. Inverventionen durch Bismark) oder Marxismus gelehrt.

      In den USA schuf der new deal ein „Büro für Preiskontrolle“ und spätere Wirtschaftsnobelpreisträger waren bekennende Marxisten.

      Mit dem Fall der Mauer endete das Märchen vom gepachteten Wohlstand (Soziale Marktwirtschaft) für West-Deutschland. Als Ausweg erschien nur Aufstiegsbildung, was zum Versuch von Massenkadamisierung führen musste.

      Massenhaft Akademiker braucht kein Land und die Generation Praktikum blieb auf der Strecke, d.h. wer nach 25 Ausbildungsjahren nicht längst auf Gottvater Staat fixiert war musste es durch sein Scheitern am Markt werden.

      Massen von Akademikern bedeutet Massen an Menschen die sich für gelehrt halten. Menschen, welche schon während des Latinums am Marxismus von Plato (vgl. Gelehrtenherrschaft politeia) Gefallen fanden.

      Sogar die Professorenpartei AfD (ihrer Gründerzeit) spielt vor durch Intervention von klugen Köpfen Lösungen jenseits der Marktzwänge anbieten zu können.

      Selbstverständlich nimmt die Staatsgläubigkeit mit marktferne und abnehmender Lebenserfahrung zu, so dass FFFKids die Täter von gestern (Politik Dinosaurier) anbetteln ihre Wohlstandsgrundlagen gegen die Wand zu fahren…..

      Den letzten Kick gab der scheinbar leichte Endloswohlstand aus Anleihekäufen durch ZB´s, weil man sich jetzt alles leisten kann……und „andere“ „ältere“ die Arbeit machen, vgl. Gelehrtenherrschaft.

      Es ist angerichtet.

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  9. Avatar
    Christian Anders sagte:

    Ich möchte zu einem einzelnen Punkt des Artikels was sagen, und zwar dem, der von der politischen/Gesellschaftlichen Einstellung von Journalisten handelt.
    Dort wird in Kurzform folgende These gebracht: Gesellschafts-/Geisteswissenschaftler sind tendenziell öfter links als Ingenieure/Naturwissenschaftler. Das Fehlen letzterer führe zu einem Journalismus mit asymmetrischem Übergewicht nach links.

    Ich werfe mal ein, dass ich viele Naturwissenschaftler aus v. a. der Physik und Chemie und auch einige Ingenieure kenne, nicht bloß privat und freundschaftlich, sondern großteils beruflich und weltweit. Ich versichere, dass die dort vorherrschende Weltsicht im Sinne dessen, was im Artikel (diffus) als links qualifiziert wird: Links ist.
    Mir fällt nicht ein Gesprächspartner meiner Zeit ein (und das waren nicht wenige), der in einem Gespräch, das weit genug bis zu den Themen Politik und Gesellschaft gediegen wäre, eine konservative oder libertäre Position eingenommen hätte. Es gibt wenig klassisch Liberale und ansonsten ist man zusammen da, wo hier „links“ verortet wird.

    Antworten
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      Richard Ott sagte:

      @Christian Anders

      „Mir fällt nicht ein Gesprächspartner meiner Zeit ein (und das waren nicht wenige), der in einem Gespräch, das weit genug bis zu den Themen Politik und Gesellschaft gediegen wäre, eine konservative oder libertäre Position eingenommen hätte.“

      Kann ja sein, dass Sie das so erlebt haben, das ist immer das Problem mit solchen Anekdoten – aber keinen einzigen?

      Ich glaube, ich weiß wieso:

      Sie kommen aus einer Branche, die tendentiell „links“ ist (und vielleicht sogar teilweise oder ganz staatsfinanziert ist statt sich am Markt behaupten zu müssen) und treffen daher auch nur andere Linke. Wenn Sie Lust haben, können Sie ja Ihre Branche verraten, Bergbau oder Ölindustrie sind es sicherlich nicht. ;)

      Dazu auch eine Anekdote von mir: Ich habe mich vor der Trump-Wahl 2016 mal heftig mit einem linken amerikanischen Marketing-Fritzen gestritten, der ursprünglich Theologie (siehe mein Kommentar weiter unten) studiert hatte und dann später ins Marketing wechselte. Der war völlig schockiert davon, dass ich Hillary kategorisch ablehnte und Trump bevorzugte und sagte dann zu mir: „Du redest ja so wie die Ingenieure und die Techniker in dem Bergbaukonzern, in dem ich ein paar Jahre gearbeitet habe!“ (Die wollte er anscheinend umerziehen, was scheiterte. Tja. Später ist er dann zu einer der Soros-Stiftungen gewechselt…)

      Antworten
      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        R. Ott
        Wissenschaft, Branche Analytik mithilfe optischer Methoden, Kontakt zu universitärer Forschung gleichermaßen wie zu F&E von Unternehmen.
        Frei sind nicht die Angestellten der Unternehmen, weder in Ihren Äußerungen, noch ihrer Arbeit.
        Wer frei forschen will, landet meist im staatlichen Zeitvertragssystem mit mieser Bezahlung. Dass man sich hier nicht an einem Markt behaupten müsse, nur weil vorne „staatlich“ drauf steht, ist ein Mythos.
        So viel zur Prägung.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        Der wesentliche Unterschied ist, dass es sich nur staatliche Auftraggeber und staatliche (oder staatsabhängige) Arbeitgeber leisten können, ihre Mitarbeiter und Geschäftspartner nach Gesinnung auszuwählen.

        Erinnern Sie sich noch daran, wie es James Damore bei Google erging? Der hatte es gewagt, offen die heilige Diversity-Kuh anzugreifen. https://www.youtube.com/watch?v=siRG42yMpyc

        Kluge Rechte nehmen solche Geschichten zur Kenntnis und halten besser die Klappe in der Kantine vom Großbetrieb – auch wenn das die Konsequenz hat, dass Leute wie Sie daraufhin glauben, dass Ihre Auffassungen unwidersprochener Konsens sind. Die Überraschung kommt dann spätestens bei der nächsten geheimen Wahl.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @R Ott
        Die Forschung ist nicht der Rundfunkbeirat. Niemand sucht Forscher nach Gesinnung aus – zumindest nicht in den Naturwissenschaften. Bedenken Sie, dass die Forschungsarbeit von einem Heer an billigen Doktoranden/PostDocs mit Zeitverträgen gemacht wird. Deren Gesinnung interessiert keine S**.
        Und es geht auch nicht um’s „Klappe halten“ in der Kantine. Es geht um das, was man privat erfährt. Klar, die können alle lügen. Komischerweise hat keiner ein Problem, kontra Frauenquote zu sein. Ist auch so eine verbreitete Haltung unter Naturwissenschaftlern – soll ja eine Bestenauslese unabhängig vom Geschlecht geben. Aber ansonsten machen alle auf Fake-Links?

        Die Wahrheit ist doch ganz einfach, dass mit der Methodik des Denkens, die Naturwissenschaftlern gemein ist, „der Markt“ nicht als attraktiver Löser von einigen (nicht allen) wichtigen Problemen erscheint. Mit dieser einfachen Conclusio ist man aus Sicht der Wirtschaftsliberalen und Libertären schlicht strammlinks, ganz ohne Kommunist oder Marxist zu sein oder sich überhaupt selbst als links zu sehen.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders
        „Niemand sucht Forscher nach Gesinnung aus – zumindest nicht in den Naturwissenschaften.“

        Ach ja? Gilt das auch für den Bereich der „Klimaforschung“? Oder für Biologen, die interdisziplinär im Bereich Gender Studies „forschen“? Und wie erklären Sie sich, dass eine verwirrte Frau wie Ilona Horvath eine Professur für „Technik und Diversität“ (hihi) an einer Maschinenbaufakultät bekommen konnte: https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/soziologie-geringe-diversitaet-bei-der-feuerwehr-15977480.html

        „Bedenken Sie, dass die Forschungsarbeit von einem Heer an billigen Doktoranden/PostDocs mit Zeitverträgen gemacht wird. Deren Gesinnung interessiert keine S**.“

        Da würde ich sogar zustimmen. Die per Gender- und Gesinnungsquotierung in die Universitäten gedrückten Personen sind für richtige Forschung zu dumm. Das meinten Sie aber vermutlich nicht.

        „Und es geht auch nicht um’s „Klappe halten“ in der Kantine. Es geht um das, was man privat erfährt. Klar, die können alle lügen.“

        In der DDR sagte man, jeder habe 2 Meinungen. Eine private für die Familie und eine für die Öffentlichkeit. Arbeitsbekanntschaften bekommen die private Meinung nur in den seltensten Fällen offenbart. So ist das leider, wenn Gesinnungsschnüffelei zur Staatsdoktrin wird.

        „Komischerweise hat keiner ein Problem, kontra Frauenquote zu sein. Ist auch so eine verbreitete Haltung unter Naturwissenschaftlern – soll ja eine Bestenauslese unabhängig vom Geschlecht geben. Aber ansonsten machen alle auf Fake-Links?“

        Das erschüttert mich. Da existiert offensichtlich noch viel Schulungsbedarf bei den Naturwissenschaftlern. Die Universitäten sollten dringend die Mittel für die Gleichstellungsbeauftragten erhöhen. ;)

        „Die Wahrheit ist doch ganz einfach, dass mit der Methodik des Denkens, die Naturwissenschaftlern gemein ist, ‚der Markt‘ nicht als attraktiver Löser von einigen (nicht allen) wichtigen Problemen erscheint. Mit dieser einfachen Conclusio ist man aus Sicht der Wirtschaftsliberalen und Libertären schlicht strammlinks, ganz ohne Kommunist oder Marxist zu sein oder sich überhaupt selbst als links zu sehen.“

        Sie scheinen ein Problem mit den Konsequenzen Ihrer politischen Präferenzen zu haben. Wenn Sie Marktwirtschaft ablehnen, dann müssen Sie für Planwirtschaft sein, und damit sind Sie nun einmal strammlinks. (Oder faschistisch, gerne vergessen wird ja, dass auch die Nazis eine Planwirtschaft betrieben…) Oder vielleicht auch nur ahnungslos.

        Wie sollen denn sonst Produktionsmengen und Preise für eine unüberschaubar große Anzahl von Gütern und Dienstleistungen gesteuert werden wenn nicht durch den Markt? Kommen Sie mir nicht mit irgendwelchen Zukunftsutopien über noch nicht erfundene Super-KIs oder Selbstermächtigungsfantasien von irgendwelchen Wissenschaftler-Räten, die das ja angeblich alles steuern könnten. Machen Sie einen konkreten Alternativvorschlag, umsetzbar mit existierender Technologie.

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        Christian Anders sagte:

        @R Ott

        Dann mache ich es kurz: Wir sind nicht in der DDR, niemand befürchtet „Gesinnungsschnüffelei“ und man spricht offen, weil man sich „unter seinesgleichen“ wähnt, was hier vor allem „echte Wissenschaftler“ meint.

        Der Grund, dass man in diesen Kreisen den Glauben an die allheilende Kraft des Marktes ablehnt, ist der, dass man es grundsätzlich nicht so mit Glaubenssätzen hat und Leute, die solche benutzen, für nicht die hellsten Kerzen auf der Torte hält.

        Böse gesagt verfestigt sich so ein Eindruck durch Kommentare wie Ihren letzten.

        „Ach ja? Gilt das auch für den Bereich der „Klimaforschung“?“

        Ja. Für Naturwissenschaften, Mathematische Disziplinen und Technik generell.

        „die interdisziplinär im Bereich Gender Studies „forschen“?“

        Das ist dann keine Naturwissenschaft mehr, egal, an welchem Lehrstuhl das passiert.

        „Die per Gender- und Gesinnungsquotierung in die Universitäten gedrückten Personen sind für richtige Forschung zu dumm. Das meinten Sie aber vermutlich nicht.“

        Es wird so nicht ausgewählt. Wahrscheinlich könnte auch gar kein gutes Niveau erreicht werden, würde so ausgewählt. Faktisch sitzt am Ende aber keiner in der Physik, Chemie, Informatik rum, weil er genehme Ansichten zu irgendwas hat. Er leistet, oder eben nicht. Der Ami sagt dazu „publish or perish“, die nächsten kratzen schon immer an der Tür. So von wegen Markt und Konkurrenz in staatlicher Forschung…

        „Wenn Sie Marktwirtschaft ablehnen, dann müssen Sie für Planwirtschaft sein, und damit sind Sie nun einmal strammlinks.“

        Man könnte natürlich auch für öffentliche Aufgaben in ausgewählten Bereichen sein und ansonsten den Markt Markt sein lassen. Faktisch ist es aber Mehrheitsmeinung, dass der Markt in bestimmten Bereichen nichts zu suchen hat und entgegen der Meinung der Marktgläubigen aufgrund seiner Beschränktheit auf Preise manche Dinge auch gar nicht regeln kann.

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        ruby sagte:

        @Herr Anders
        Wenn Sie mit „faktisch“ und Mehrheit argumentieren ist das grundgesetzwidrig und ich betone kommunistisch…
        Die Bundesrepublik Deutschland ist eine soziale Marktwirtschaft oder wollen Sie Mehrheiten zur Änderung demokratisch umsetzen. Dann muss die Gesellschftaft mit einer Volksabstimmung über diese neue Verfassung darüber entscheiden.
        Aber die Politagitateure haben bisher alle Feigheit davor bewiesen. Das Westliche Besatzungsmacht-System bietet die Pfründe ihrer Bereicherung und zeigt seine Unfähigkeit Demokratie den Lebensverhältnissen einer fortschreitenden Welt anzupassen.
        Und nun?

    • Avatar
      Al sagte:

      Die Kritik ist berechtigt. Nach meiner persönlichen Erfahrung fallen Ingenieure weniger häufig als Linke auf, weil sie in den meisten Fällen unpolitisch sind; sie aber deswegen zu Rechten zu machen ist ein Trugschluss!
      Wenn sie „zum Schwur gezwungen“ würden, gäbe es keinen Unterschied zur Gesamtbevölkerung.

      Und weil es in Artikel erwähnt wurde, die meisten Juristen haben einen deutlichen Linksdrall, verbunden mit einer unschönen Obrigkeitsgläubigkeit (ist berufsbedingt.)

      Antworten
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      Thomas M. sagte:

      @Christian Anders: „Mir fällt nicht ein Gesprächspartner meiner Zeit ein (und das waren nicht wenige), der in einem Gespräch, das weit genug bis zu den Themen Politik und Gesellschaft gediegen wäre, eine konservative oder libertäre Position eingenommen hätte.“

      Gab es bei den Gesprächen Leute, die sich nicht groß beteiligt haben? Vielleicht war der ein oder andere Konservative oder Liberale darunter.

      In der Öffentlichkeit oder unter losen Bekanntschaften kann man wohl oft unbekümmert sagen, dass man grün wählt und für dies und jenes ist, aber bei der gegenteiligen Einstellung sieht es schon ganz anders aus. Erlebe ich so übrigens auch in der Businesswelt.

      Ansonsten gibt es natürlich starke Gruppeneffekte: Wertfrei gemeint, gleich und gleich gesellt sich gern.

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        Christian Anders sagte:

        Man sitzt zu zweit oder mit ganz wenigen zusammen. Und wer liberal (nicht libertär) ist, kriegt doch auch die Zähne auseinander.
        Viel entscheidender ist, dass keiner sich selbst als links klassifizieren würde – das Label wird immer von anderen aufgeprägt.
        Ich benutze ja auch das Label „rechts“ nicht, sondern neoliberal, libertär, klassisch liberal, etc.
        Es ist in der Naturwissenschaft – meines persönlichen Eindrucks nach – eher so, dass eine ausufernde Marktgläubigkeit für logisch nicht konklusiv gehalten wird und somit abzulehnen ist. Alternativ entwickelte Ansichten sind aus Sicht der Labelverteiler dann immer irgendwie links.

      • Avatar
        Thomas M. sagte:

        Das Dilemma fängt in der Tat schon bei den Labels an… in Deutschland lässt sich „rechts“ ja eh nicht verwenden. In den USA hat das Wort (mittlerweile? war das überhaupt mal anders?) auch eher einen negativen Beiklang.

        Was genau ist „links“? Ist das progressiv? Ich verwende das Wort nicht so.

        Für mich ist „links“ gleich „(in Summe) mehr staatliche Eingriffe fordernd / soziale Normen stärker zentral vorgebend“.

        Es gibt ja nicht einmal „Richtungs-Adjektive“ für
        „gleich viel Staat so wie jetzt“
        „gleich viel Staat, aber anders“
        „weniger Staat“

        Über Kapitalismus kann man auch kaum sprechen, weil das Wort negativ aufgeladen ist und in der Regel die negativen Seiten assoziiert sind. Basics wie freie Berufswahl oder privater Besitz und freie Verwendung, um damit Produkte und Dienstleistungen anzubieten, sind außer bei „Profis“ nicht angedacht, wenn der Begriff „Kapitalismus“ verwendet wird. So mein Eindruck.

        So hat man nicht mal Wörter, um sich neutral zu unterhalten, ohne gleich was zu triggern…

        Vermutlich empfiehlt sich, die politisch instrumentalisierten und hochgradig aufgeladenen Worte zu meiden und sich über konkrete Ausgestaltungen zu unterhalten.

  10. Avatar
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    Ich sehe den Vergleich mit den USA kritisch und als zu wenig aussagekräftig an. Wenn man die Einkommens- und Vermögensverhältnisse in den USA politisch unkorrekt, aber leider aufschlussreich, nach europäischstämmigen Weißen, Schwarzen, Hispanics und Asiaten aufspaltet, stellt man fest, dass die beiden mittleren Gruppen bei Einkommen und Vermögen extrem viel schlechter gestellt sind als die erst und die letztgenannte Gruppe. Das hat sicherlich auch historische Gründe (z.B. die Folgen der jahrhundertelangen Sklaverei und des unsäglichen Rassismus des 20. Jahrhunderts), aber das alleine reicht als Begründung nicht aus. Dann dürften nämlich die Asiaten nicht so weit oben stehen. Außer, die ausgewanderten Hispanics sind z.B. gerade nicht die dynamischen Mitglieder ihrer Ursprungsländer gewesen.

    Denn die erste Gruppe ist auch aus Skandinavien gespeist worden, die anderen Gruppen nicht. Daher müsste man beispielsweise schon mal schauen, wie sich der Exodus der Hispanics aus Ländern wie Mexiko, Kuba, Puerto Rico u.a. auf die Heimatgesellschaften dieser Länder ausgewirkt hat, um eine vollständige Übersicht zu erhalten. Eventuell liegt es einfach auch an kulturellen Faktoren wie Bildungswillen. Und damit mich keiner falsch versteht, ich rede nicht irgendwelchem genetischen Rassismus das Wort und halte einzelne Mitglieder aller genannten ethnischen Gruppen zu Höchstleistungen in allen Bereichen für fähig. Aber mit der o.g. Begründung müsste die Ungleichheit innerhalb der USA vor allem zwischen unterschiedlichen Einwanderergruppen durchschnittlich wesentlich geringer sein.

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      Richard Ott sagte:

      @Frau Finke-Röpke

      „Daher müsste man beispielsweise schon mal schauen, wie sich der Exodus der Hispanics aus Ländern wie Mexiko, Kuba, Puerto Rico u.a. auf die Heimatgesellschaften dieser Länder ausgewirkt hat, um eine vollständige Übersicht zu erhalten. Eventuell liegt es einfach auch an kulturellen Faktoren wie Bildungswillen.“

      Ich glaube, da sind Sie auf der richtigen Spur. „These countries are not sending their best“, hat Trump mal gesagt. Linke Identitätspolitik dann leider noch dafür, dass auch geistige Blindgänger uns hier im Westen mit ihren Ideen beglücken dürfen, so lange nur Geschlecht und Migrationshintergrund stimmen.

      Hier ein Beispiel: Die derzeit berühmteste amerikanische Politikerin mit Familienherkunft aus Puerto Rico ist eindeutig die hoch intelligente Alexandra Ocasio-Cortez, Erfinderin des „Green New Deal“ in den USA: https://www.foxnews.com/politics/aoc-mixes-up-two-very-different-economists-during-4-day-workweek-discussion-on-instagram

      Ich würde sagen, Puerto Rico hat selbst schon genug Probleme mit unfähigen Politikern und ist froh, dass wenigstens Frau AOC in den USA aufgewachsen ist. So sorgt Migration für ökonomische Konvergenz, wenn auch auf andere Art als sich Linke das immer wünschen.

      Antworten
  11. Avatar
    Dr. Lucie Fischer sagte:

    Sehr geehrter Herr Dr. Stelter,
    Zunächst: Sie haben in der Lanz-Sendung sehr souverän gewirkt. Ich empfehle, die Sendung nur einige MInuten OHNE Ton anzusehen, um die Rolle von Herrn Precht zu verstehen: seine nonverbale Kommunikation/ skinny-Jeans und Körpersprache sind kennzeichnend. Grosses Kompliment daher an Sie.
    Zum deutschen Journalismus habe ich eine Frage:
    Hoger Stelzner wurde letztes Jahr von der FAZ “ mit sofortiger Wirkung“ gekündigt, dabei waren seine Analysen meist kritisch und immer interessant. Kennt jemand die wirklichen Hintergründe? Seither lohnt sich die Lektüre der FAZ nicht mehr.
    Dass die Deutschen so “ Staatsgläubig“ sind hängt auch mit mangelnden ökonomischen Bildung zusammen und dem Wunschdenken nach dem “ guten VATER Staat: infantile Sehnsucht nach Absicherung , Versorgung und Angst vor Autonomie, Einsamkeit und Freiheit . Es gibt genügend entwicklungs-psychologische Studien, die dazu Erklärungen bieten.
    Eine der gravierensten Entwicklungen ist die Tendenz, Kinder noch vor dem 3. Lebensjahr in Fremd-Betreuung zu geben ( Kita), genau so ist die DDR vorgegangen.

    Antworten
    • Avatar
      Thomas M. sagte:

      @Dr. Lucie Fischer: Sie sprechen da das Wichtige an: (oft unbewusste) Motivationen und Emotionen. Ich bin immer wieder überrascht, wie wenig Wissen trotz starker Meinung und Präferenz zu (gesellschaftlichen) Themen bei Mitmenschen vorhanden ist.

      Ein anderer kultureller Aspekt ist m.E. die mechanistische Weltsicht. Viele denken sicherlich, man könne von oben nach unten präzise steuern, wenn man nur schlau genug ran geht.

      Die in der Wahl erfolgreichen Politiker wissen schon, weshalb Sie auf Argumente verzichten können und an die Gefühle appelieren.

      Und in der Tat: Sehr feiner Beitrag!!! Es gibt so viele Stellen, wo ich spontan was sagen möchte. Zu einer Passage mache ich es: „Freiheit ist die beste Voraussetzung guter Dienstleistung“

      Freiheit ist auch die beste Voraussetzung, dem AL-Kunden am Telefon FY! zu sagen und dann aufzulegen. Viele Mitmenschen würden bei Einführung des BGE ihr blaues Wunder erleben :)

      Antworten
  12. Avatar
    Richard Ott sagte:

    Die Mailbox ist wirklich eine schöne Rubrik, Ihr Posteingang muss voller interessanter Fragen sein, Herr Dr. Stelter.

    „der eloquente Herr Precht, dem Sie ja vor kurzer Zeit bei Lanz ohne rechte Gegenwehr gegenübersaßen“

    Es war wohl eher so, dass Precht die linksradikale Gegenwehr zu Stelter sein sollte. ;)

    Wirklich rechte Gegenwehr wird in ZDF-Talkshows doch schon längst nicht mehr eingeladen, schon Herr Maaßen hat den Lanz beim Thema Migration so sehr zur Verzweiflung gebracht, dass dieses Experiment wohl so schnell nicht mehr wiederholt wird.

    Aber eigentlich wollte ich eine Ergänzung zu Punkt 7 machen. Der wichtigste Punkt wird hier nur angetippt und ist ganz leicht missverständlich:

    „migrants bring with them a far more individualistic version of their culture than wherever they came from. Hence the not-unreasonable stereotype that places largely populated by *VOLUNTARY* migrants and their descendants — such as the United States — are more entrepreneurial, wealthier, and more unequal than source countries, such as Europe.“

    Es ist von ganz kritischer Bedeutung, welche Motivation die „freiwilligen“ Migranten haben! Und das hängt von den Sozialleistungen im Zielland ab. Die großen Einwanderungswellen aus Skandinavien in die USA gab es im 19. Jahrhundert, ein Sozialsystem in den USA existierte damals noch nicht. Wer auswanderte, tauschte meistens sein relativ hartes und ärmliches Leben in Schweden gegen ein ebenso hartes Leben in den USA, aber mit der Aussicht auf Aufstieg durch Leistung. Und Land zum Besiedeln gab es in den USA damals noch reichlich, die meisten der großen heutigen Bundesstaaten im Westen der USA waren zum Ende des 19. Jahrhundert hin immer noch „Territories“, die gerade erst erkundet und erschlossen wurden.

    Wer damals als Einwanderer in die USA keine Lust hatte zu arbeiten, ist wahrscheinlich einfach verhungert. Aber Arbeit gab es genug.

    Die meisten der Migranten, die heute nach Schweden (oder auch nach Deutschland) einwandern, haben eine völlig andere Motivation und werden bedingungslos alimentiert. Wie viele von ihnen würden wohl wieder in ihre Herkunftsländer gehen, wenn es hier keine Sozialleistungen mehr für sie gäbe?

    Ich glaube deshalb auch nicht, dass unsere neuen „voluntary migrants“ hier in Europa unsere Gesellschaft individualistischer und unternehmerischer machen, eher im Gegenteil. Die verstärken eher die bestehenden kollektivistischen Tendenzen – wobei noch offen ist, ob sich die Migranten den schon etablierten linken Parteien anschließen oder ihre eigene kollektivistische Ideologie von der islamischen Glaubensgemeinschaft ausrollen, die mit von Allah offenbarter Scharia-Gesetzgebung kontrolliert und regiert wird. Die Zukunft wird da spannend. Ich tippe darauf, dass die radikalen Islamisten die genderquotierten und von jeglicher toxischen Männlichkeit befreiten Linksparteien irgendwann platt machen werden, ohne dass es nennenswerte Gegenwehr gibt.

    Das Gesetz von Jante ist übrigens in der Tat ein großes Thema in Schweden, mir wurde auch von internationalen Studenten erzählt, dass die das in ihren „Integrationskursen“ in den ersten Tagen nach der Ankunft gezeigt bekommen haben, wodurch wohl ein Gefühl für die skandinavische Mentalität vermittelt werden sollte. Ich sehe das sehr ambivalent, die einzelnen Gebote haben eine völlig unterchiedliche Wirkung, je nachdem ob man sie als Appell zu Bescheidenheit und Zurückhaltung liest oder aber sich dazu die Stimme von Saskia Esken oder dem Enteignungs-Kevin dazu vorstellt („Du sollst nicht glauben, dass du mehr weißt als wir“).

    PS: Christliche Priester richten in der Politik mindestens genau so viel Schaden an wie mäßig talentierte Postkartenmaler und Lehrer. Da sollte die Geschichte der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts uns immer wieder eine Mahnung sein.

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