„Worries over debt costs gnaw at corners of US stock markets“

Gestern beschäftigte ich mich schon mit der hohen Verschuldung der US-Unternehmen. Hier ein Nachtrag aus der FT:

  • „Equities bears are sharpening their focus on debt, judging from the latest analysis by Goldman Sachs. In a new note, the investment bank points out that US companies with the highest debt loads sensitive to rising borrowing costs have been taking a bigger hit than their peers in the latest markets shake-out. The drag is a reminder that macroeconomic and monetary policy-related strains still matter (…).“ bto: natürlich, kommt doch das Ausfallrisiko zurück!

Quelle: FT

  • „(…) a basket of 50 US equities with floating rate bond debt in excess of 5 per cent of total borrowing has performed roughly 3.2 percentage points worse than the benchmark S&P 500 index, Goldman Sachs calculates. The move has come as a key reference rate for trillions of dollars worth of debt has risen to levels not seen since the global financial crisis in 2008.“ bto: Das habe ich hier schon diskutiert. Die Gründe sind vielfältig, ich denke aber, es zeigt nur, dass die Märkte anfangen, wieder ein bisschen zu funktionieren.
  • „More worryingly, the average company in the US index is highly levered. Despite the preponderance of technology groups with large cash mountains, the median ratio of net debt to earnings before interest, tax, depreciation and amortisation is 1.7 — the highest since 1980.“ bto: was man auch aus dieser Darstellung entnehmen kann:

Quelle: FT

  • „Interest payments on leveraged loans tend to react more directly to increases in near-term rates. Researchers at Goldman Sachs point to media group Viacom and construction materials group Vulcan as examples — both have net debt of roughly three times earnings before interest, depreciation and taxes. And both have significant portions of variable-rate bonds among their total stock of debt. Shares in companies like these have underperformed the S&P 500 index by roughly 5 per cent since July. That suggests a level of discernment that credit analysts think is beyond the equity market.“ bto: noch nicht ausreichend, denke ich. Da ist noch mehr erforderlich und wird sich entsprechend spürbar machen.
  • Goldmans Empfehlung: „Over a longer horizon, though, the backdrop of elevated corporate leverage and tightening financial conditions drives our continued recommendation to own stocks with strong balance sheets.‘“ bto: Dem kann ich mich nur anschließen!

ft.com (Anmeldung erforderlich): „Worries over debt costs gnaw at corners of US stock markets“, 3. April 2018

ft.com (Anmeldung erforderlich): „Libor/equities: smarter than thought“, 4. April 2018

5 Kommentare
  1. Dietmar Tischer sagte:

    Wenn jetzt mehr und mehr Studien von Kapitalmarktexperten kommen, die bewertungsbezogen thematisieren, dass Zinsen auch Kosten sind, beweist dies

    a) der Markt funktioniert nach wie vor

    und

    b) er funktioniert nach wie vor bei Finanzierungsbedingungen, die sich nicht aus dem Marktgeschehen ergeben, sondern ganz wesentliche von den Notenbanken gesetzt werden.

    Ob sich allerdings daraus allein schon die EMPFEHLUNG ableiten lässt, man müsse Aktien von Unternehmen mit geringer Verschuldung („strong balance sheet“) BESITZEN, wage ich zu bezweifeln.

    Richtig ist nach den Erkenntnissen lediglich, dass sie bei steigenden Zinsen hinsichtlich der Wertentwicklung besser abschneiden werden, als die von Unternehmen mit hoher Verschuldung.

    Wenn aber Aktien von hoch verschuldeten Unternehmen unter Druck kommen, werden ganz sicher auch sie Wertverluste aufweisen.

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    • Dietmar Tischer sagte:

      Ich erkenne folgende Korrelationen:

      Unternehmen mit einer wie angegeben bestimmten Verschuldungsqualität (blaue Punkte) schneiden der Wertentwicklung nach gegenüber dem S & P 500 Index GERINGFÜGIG schlechter ab verglichen mit dem Durchschnitt jener Unternehmen, die eine normale Verschuldungsqualität aufweisen (rosa Punkte) UND sie weisen diese schlechtere Wertentwicklung bei weitem nicht so variierend auf (liegen durchweg ENGER an der Linie) wie jene anderen Unternehmen, deren Wertentwicklung individuell sehr weit von der durchschnittlichen Wertentwicklung bezüglich des S & P 500 abweichen kann (GROSSE Streuung der rosa Punkte).

      Ich finde, dass dies keine sehr signifikanten Korrelationen sind.

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  2. Aktionär sagte:

    Laut Blackrock sollte man sich keine Sorgen machen und voll in Aktien gehen ( Aufgrund der wohl fehlenden Alternativen ).

    https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/der-6-3-billionen-dollar-manager-anleger-sollten-zu-100-prozent-in-aktien-investieren_H156791002_566903/

    Daher kann man die Seite hier wohl nicht ernst nehmen und muss sie (leider) als Untergangspropheten abstempeln.
    Egal was kommt, die Notenbanken richten es schon. Wer unendlich Geld zur Verfügung hat, kann einfach ALLES gerade biegen

    So long

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  3. Dietmar Tischer sagte:

    Neben Verbrauchern und Unternehmen, darf der Staat nicht zu kurz kommen bei der Betrachtung der Verschuldungsdimension.

    Ab 2023 werden nach Berechnungen des Congressional Budget Office die Zinszahlungen der USA höher sein als die Verteidigungsausgaben. Hier:

    https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-04-11/cbo-warns-lawmakers-interest-spending-to-outpace-military-by-23

    Die jährlichen Zinszahlungen werden von 310 Mrd. Dollar (2018) auf voraussichtlich ca. 915 Mrd. Dollar (2028) steigen.

    Eine Verdreifachung in nur 10 Jahren:

    Das sagt alles, wohin die Reise geht – und dass sie im Desaster enden wird.

    Oh, beinahe hätte ich es vergessen:

    Selbstverständlich wird die amerikanische FISKALPOLITIK es auch bei diesen Zahlen schaffen, dass Land auf die Reihe zu bringen. Ist doch nur ein Klacks.

    Hier die Economics dazu:

    https://www.thebalance.com/interest-on-the-national-debt-4119024

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