SPIEGEL: Wir dürfen unseren Kindern keine schwarze Null hinterlassen

Ich bin nicht immer mit Thomas Fricke einer Meinung. Bei der deutschen FINANCIAL TIMES (FT) war er einer meiner Lieblingsautoren. Bei SPIEGEL ONLINE vertritt er seit einiger Zeit Positionen, die ich so bei ihm nicht erwartet hätte. Deshalb hatte ich einige kritische Beiträge an dieser Stelle.

Heute geht es um die „schwarze Null“, die ich bekanntlich auch nicht für gut halte, vor allem wegen der fehlenden Zukunftsinvestitionen und dem Stärken der Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft. Abgesehen davon, dass die Schulden in Wirklichkeit steigen, wegen der immer größeren Leistungsversprechen für die Zukunft.

Fricke will auch Abschied nehmen von der „schwarzen Null“. Sehen wir uns seine Argumentation an:

  • Es „ist zu lesen, dass es mit dem Schuldenabbau auch mal gut sein müsse. Sagen selbst konservativ geneigte Wirtschaftsexperten wie der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, dass etwa die Schuldenbremse dazu beitrage, Investitionen und Steuersenkungen zu verhindern. Während der Chef des Münchner Ifo-Instituts Clemens Fuest sagt, dass es keinen Sinn ergebe, die Schuldenquote weiter zu senken.“ – bto: vor allem dann nicht, wenn sowieso absehbar ist, dass die anderen Insassen der Euro-Titanic es mit dem Sparen niemals so ernst meinen werden und auf die Monetarisierung setzen.
  • Sind Schulden plötzlich toll? Quatsch. Schulden sind weder per se gut noch per se schlecht. Es kommt darauf an, was man mit dem Geld macht, das man sich ausleiht – und was man, umgekehrt, ohne Kredit nicht macht.“ – bto: Das gilt nicht nur für die Kredite, sondern für die gesamten Staatsausgaben! Und da haben wir ja gesehen, dass unsere Politiker Milliarden übrig haben für alle Arten von Konsum.
  • Das Land bekommt gerade an allen Ecken und Enden zu spüren, was ein falsch verstandener Schwarze-Null-Eifer an Desastern hinterlassen kann – auch für die viel bemühten Kinder, die wenig davon haben, dass der Herr Finanzminister im Fiskaljahr 2019 wieder mal eine schöne schwarze Null hatte, wenn ihnen im Gegenzug dafür kaputtgesparte Schulen oder, schlimmer noch, ein Smartphone-Empfang auf dem Niveau ihrer Eltern hinterlassen wird.“ – btoRichtig!, mag man da ausrufen. Oder doch falsch!? Der Bund allein hatte in den letzten zehn Jahren 460 Milliarden zusätzlich zur Verfügung. 280 Milliarden Zusatzausgaben (ja, die Inflation wirkt hier auch, aber es ist dennoch ein Entscheid der Politik), 136 Milliarden weniger Zinsen, 46 Milliarden weniger für Arbeitslose. Muss man da Schulden machen für Breitband und Schulen? Sicherlich nicht! Man hätte es nur anders ausgeben müssen! Das ist Politikversagen der Spitzenklasse. Sicherlich, die „schwarze Null“ ist falsch, aber aus anderen Gründen.
  • „Wenn Politiker heute klagen, der Staat könne gar nicht so viel mehr investieren, weil Ämtern und Baufirmen die Kapazitäten fehlen, dann ist das richtig, liegt aber auch daran, dass einfach in den Jahren davor so heillos gekürzt wurde – um Schulden abzubauen. Zu den Kollateralschäden eifriger Schuldenbegrenzung zählt, dass Schulen heute die Lehrer fehlen – auch weil mal als toll galt, Lehrer gar nicht mehr zu verbeamten (um, klar, Schulden abzubauen). Oder Kita-Kräfte so mies bezahlt werden, dass das eigentlich auch keinem mehr zuzumuten ist (weshalb auch da die Leute fehlen). Oder dass S-Bahnen zu Unternehmungen mit Lotteriecharakter geworden sind. Oder Minister mit ollen Maschinen in Afrika hängen bleiben.“ – bto: ja. Das ist die Geschichte des Märchens vom reichen Land. Aber es ist nicht die Folge der schwarzen Null. Es ist die Folge schlechter Prioritätensetzung der Politik.
  • „Wir haben die weltweit herausragende schwarze Dauer-Null. Nur fehlt dafür Geld, um das viel zitierte Breitbandnetz in Deutschland auszubauen – die Sache mit dem Empfang. Oder um endlich den großen Sprung in die Elektromobilität hinzukriegen – was auch daran scheitert, dass nicht genug Geld in ein großes Netz an E-Tankstellen gesteckt wird. Oder darein, dass öffentliche Verkehrsbetriebe sich mehr (teurere) Elektrobusse leisten können. Oder in Forschungsförderung.“ – bto: Nochmals, das ist schlechte Politik, nicht die Folge der schwarzen Null!
  • „Was haben die großen Kürzungen in den Sozialetats geholfen, wenn das so viel Unmut auslöst, dass die GroKo seit Jahren heillos versucht, die Schäden wieder auszugleichen – und die Sozialbudgets damit wieder hochtreibt? Und wenn das zur Steilvorlage für rechte Populisten geworden ist, die damit Stimmung machen, dass die ‘eigenen’ Leute so geschunden sind, während Flüchtlinge angeblich all unser schönes Geld kriegen. Auch ein Kollateralschaden falsch angewandter Sparpolitik.“ – bto: Das ist Irreführung!
  • „Womit wir wieder bei der eigentlich entscheidenden Frage sind – nach den guten und den schlechten Schulden. Und wie sich herausfinden und bestimmen lässt, für welche Ausgaben und Investitionen es sich lohnt, im Zweifel auch mal Schulden aufzunehmen – und für welche nicht. (…) also ob es nun die schöne schwarze Null hier und heute gefährdet; sondern daran, ob es eine gute Investition ist, um künftige Krisen zu vermeiden, neuen Wohlstand zu schaffen – oder gar den Kollaps liberaler Demokratien zu verhindern, wie er in manchem Land droht.“ – bto: Ja, aber das hat nichts mit Schulden ja oder nein zu tun, sondern mit der Verwendung der Milliarden, die der Staat einnimmt.
  • Der beste Weg dahin wäre nur, heute mehr und nicht weniger zu investieren. Dann braucht es künftig auch weniger statt mehr Geld, um das eine oder andere Desaster zu beheben, was wir heute noch verhindern können. Der Schuldenabbau von heute ergibt keinen Sinn, wenn er die Probleme von morgen schafft.“ – bto: stimmt.

Ich würde anders argumentieren:

  1. Der Staat hat nicht gespart, sondern weniger mehr ausgegeben und vor allem die Ersparnisse aus Zinsen und Arbeitslosigkeit verplempert.
  2. Die Politik hat es vorgezogen, die Sozialleistungen auf ein Rekordhoch zu treiben – absolut und relativ, obwohl die Arbeitslosenquote so tief ist!
  3. Und hat an der Zukunft gespart.
  4. Außerdem hat sie die Sozialausgaben in Gesetze festgeschrieben und damit die Schulden eigentlich erhöht!
  5. Die „schwarze Null“ gilt damit nur kameralistisch, wirkt aber auf die Volkswirtschaft mit einer Erhöhung der Sparquote (weil da eben die Versprechen nicht einfließen), verstärkt die Exportabhängigkeit und macht uns so anfällig für externe Schocks und Protektionismus.
  6. Und trägt dazu bei, dass wir unser Geld im Ausland falsch anlegen und verlieren werden.

Viele gute Gründe gegen die „schwarze Null“. Aber nicht die knappen Kassen oder unzureichende Sozialleistungen.

→ spiegel.de: „Wir dürfen unseren Kindern keine schwarze Null hinterlassen“, 1. März 2019

40 Kommentare
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    jobi sagte:

    Kein Spielraum für weitere Zinssenkungen, ausgereizte Zinssubventionen für die Südstaaten, unterkapitalisierte Rettungsprogramme, eine sich abschwächende Konjunktur und dazu noch der drohende harte Brexit – es ziehen bedrohlich dunkle Wolken auf, die unserem unheilbar kranken Patienten, dem Euro, kurzfristig den Rest geben könnten.

    Es ist also kein Zufall, dass gerade jetzt Forderungen lauter werden, die schwarze Null zu kippen. Die Verschuldungskapazität von DE wird für die Euro-Rettung benötigt – jetzt dringender denn je !

    Das lässt sich so natürlich nicht kommunizieren. Daher wird uns lieber erzählt, die Erhöhung der Staatsschulden sei für die Wiederherstellung des wirtschaftlichen Gleichgewichts erforderlich.
    Als wäre nicht auch gerade die Eurorettung mit ihren Zinsverzerrungen und unbegrenzten Überziehungskrediten ursächlich für die gestiegenen LB-Überschüsse.
    Mehr noch, eine natürliche Anpassung über Zins und Wechselkurs wird unmöglich, da man diese Marktmechanismen einfach außer Kraft gesetzt hat.
    Also sollen es jetzt mehr Schulden richten. Welch kranke Logik.

    Die Debatte um die Schwarze Null ist ein Ablenkungsmanöver.
    It’s the Euro – stupid !

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      Axel sagte:

      Das Scenarium gilt natürlich (fast) nur für Deutschland, welches noch über finanziellen Spielraum und Marktvertrauen verfügt. Das weckt im Fall der Fälle natürlich Begehrlichkeiten bei unseren eropäischen Freunden. Wird Deutschland im Ernstfall die Börse öffnen und das europäische Projekt retten, oder besinnt man sich auf die eigenen Wähler und behält die Penunzen für diejenigen, die sie erwitschaftet haben und von Altersarmut bedroht sind?
      Wird Deutschland das Zünglein an der Waage, welches über Wohl und Wehe des Kontinents entscheidet und vielleicht durch seine hartherzige, egoistische Knitterigkeit wieder der Buhmann Europas?

      Auch wenn DE noch über etwas Feuerkraft verfügt, um schwierige Zeiten zu überbrücken, gilt das für die Südländer natürlich nicht. Kann die EZB dann überzeugend eingreifen oder zerlegt sich der Euro dann in seine Einzelteile?

      In diesem Fall sind alle Überlegungen über die Vorteile unserer musterschülerlichen Schuldenquote natürlich obsolet!

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    Axel sagte:

    Wobei zu hoffen bleibt, daß Sozialleistungen neu diskutiert werden. Müßen wir z.b. wirklich jedem Schul- (Leistungs)verweigerer eine eigene Wohnung inkl. Vollausstattung finanzieren?
    Soll er doch sein Leben lang bei seinen Eltern wohnen bleiben!
    Die werden sicherlich irgendwann dafür sorgen, daß der Sohnemann in die Puschen kommt!

    Hat jeder Leistungsverweigerer ein Recht auf kostenlose medizinische Rundumversorgung?
    Sollte man jemanden, der Pflege- oder Rettungskräfte attackiert nicht das Recht auf ärztliche Grundversorgung auf Kosten der Allgemeinheit entziehen?
    Ich bin mir bewußt, daß dies sehr „rechts“ klingt, bin aber der Meinung, daß in einer sich verändernden Gesellschaft der Staat wieder spürbar werden und sich nicht mehr von bestimmten Gruppen auf der Nase rumtanzen lassen sollte.

    Ich arbeite im Sozialsektor. Meine Erfahrung ist, um so weniger ich mich selbst anstrenge, um so mehr springt das Hilfesystem des Staates in die Bresche.
    Davon profitiert natürlich das Sozialsystem und wird den Kritiker immer mit Verweis auf Humanismus, christl. Menschenbild, soziale Kälte, etc. versuchen menschlich, moralisch und ethisch zu diskreditieren, um sich weiterhin am Fleischtopf laben zu können. Die Menschen werden so aber zu Unselbstständigkeit animiert.
    Eine Krise hätte das Potenzial, unserer verhätschelten Gesellschafft wieder mehr „Biss“ abzuverlangen. Das wäre ein positiver Nebeneffekt!

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Axel

      >Ich arbeite im Sozialsektor. Meine Erfahrung ist, um so weniger ich mich selbst anstrenge, um so mehr springt das Hilfesystem des Staates in die Bresche.>

      Ihre ERFAHRUNG und die anderer, die sie auch haben, zählen nicht, weil die kritische Masse derer, die diese EINSTELLUNG haben, bereits derart groß ist, dass sie von der überwiegenden öffentlichen Meinung und der Politik immer wieder BESTÄTIGT wird.

      Diese Dynamik ist m. A. n. nicht mehr zu stoppen, auch weil die demografische Entwicklung dahin führt, dass sich eine wachsende Anzahl von älter werdenden Menschen tatsächlich nicht mehr anstrengen kann und daher der Staat einspringen MUSS (Pflege, Krankheiten wie Demenz etc.)

      Wenn man aber das selektive Prinzip „Hilfe nur dann, wenn ohne Hilfe kein menschenwürdiges Leben“ GENERALISIERT zu einem quasi gesamtgesellschaftlichen „um so weniger ich mich selbst anstrenge, um so mehr springt das Hilfesystem des Staates in die Bresche“, ist die Tragik vorprogrammiert.

      Sie besteht darin, dass am Ende des Tages auch keine hinreichende selektive Hilfe für ein menschenwürdiges Leben geleistet werden kann.

      Dann haben wir eine Gesellschaft, in der die Devise gilt:

      Rette sich wer kann.

      Es wird eine Gesellschaft sein, die nichts Gutes verheißt.

      Der Meinung, dass eine Krise Besinnung einkehren lassen kann, war schon F. J. Strauß:

      „Es muss noch schlimmer werden, damit es besser wird“.

      Seit diesen Worten ist nichts wirklich schlimmer geworden und gebessert hat sich auch nichts.

      Wir stecken nur tiefer im Morast, auf den er damals schon verwiesen hatte, hier:

      https://www.youtube.com/watch?v=23xtl3iV7-0

      Was damals für den Kanzler H. Schmidt die Lachnummer war, ist heute bitterer Ernst, in Italien z. B., hier:

      https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/buergergeld-sorgt-fuer-ansturm-in-italien-16075215.html

      Dort soll jetzt das Bürgergeld von EUR 780,- ausbezahlt werden.

      Bedürftigkeitsprüfung?

      Nur auf dem Papier, weil das Personal fehlt, die Prüfungen durchzuführen.

      Die dadurch verursachte staatliche Neuverschuldung von mehr als EUR 30. Mrd. ist kein Problem trotz fehlenden Wirtschaftswachstums und extrem hoher Staatsverschuldung.

      Es gibt ja die EZB.

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        troodon sagte:

        @ D..T.
        Das ist eben Abweichung von Theorie und Praxis auf italienische Art…
        Aus dem verlinkten Artikel:

        „Die Rentenkasse, deren Spitze gerade vakant ist, sollte eigentlich die Bedürftigkeit jedes einzelnen Antragstellers prüfen, zum Beispiel ob das Jahreseinkommen wirklich unter 9360 Euro liegt, ob neben dem selbstgenutzten Haus kein Immobilienbesitz mit einem Wert von mehr als 30.000 Euro besteht oder ob im Haushalt gerade ein neues Auto angeschafft wurde. Doch die Rentenkasse teilte nun mit, sie könne nicht im Detail prüfen und müsse erst einmal jedem Antragsteller glauben.

        Zudem sollte jeder Antragsteller verpflichtet werden, aktiv Arbeit zu suchen oder einen Ausbildungskurs zu machen. Allerdings können die 6000 zusätzlichen Arbeitsvermittler, die von der Regierung eingestellt werden sollten, noch lange nicht die Arbeit aufnehmen. Die Regionen pochen darauf, dass sie für die Arbeitsämter zuständig sind und das Personal einstellen dürfen. Mit 9000 Mitarbeitern können die Ämter den Ansturm der Antragsteller nicht bewältigen.“

        Und das dann alles unter dem Deckmantel „soziale Gerechtigkeit“.

        Würde mich mal konkret interessieren, ob man bei einer selbst genutzten Immo trotzdem den max. Satz von € 780,– erhalten kann und ob es eine Verbindung zwischen Höhe des Bürgergeldes und der max. Größe der selbst genutzten Immo gibt.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        Ich glaube, dass der GESETZESTEXT eine Verbindung herstellte, d. h. Ausschlusskriterien enthält. Der Artikel behauptet das jedenfalls.

        Gesetze sind eine Sache, die PRAXIS, in diesem Fall die Handhabung der Gesetze ist eine andere.

        Meine Vermutung, nicht mehr als eine Vermutung:

        In der Praxis wird der Gesetzestext locker gehandhabt werden, weil anders der POLITISCHE Effekt für 5-Sterne-Partei, die sowieso in der Defensive ist, bei der großen Zahl italienischer Immobilienbesitzer nicht zu erzielen sein würde.

        Ich rede hier noch nicht einmal von Bestechung.

        Es funktioniert viel einfacher:

        Man macht ein Gesetz, das die Verwaltung überfordert. Die Verwaltung setzt es um, kann es aber nicht richtig umsetzen, weil sie nicht hinreichend ausgestattet ist. Also wird sie Bescheide ohne Prüfung erteilen.

        Wir haben dieses „Phänomen“ auch hierzulande, z. B. aktuell:

        IS-Kämpfer, die mit der Flüchtlingswelle eingereist sind, können trotz Hinweisen nicht strafrechtlich verfolgt werden, weil es dafür nicht das Personal gibt.

        Abgesehen von all dem:

        Ein Staat muss sich verschulden können und soll sich u. U. auch verschulden.

        Die Einführung des Bürgergelds ist angesichts der wirtschaftlichen Situation Italiens und der bereits bestehenden sehr hohen Staatsverschuldung allerdings ein Sargnagel für die Eurozone bzw. die EU.

        Die gegenwärtige und jede zukünftige Regierung kommt da kaum noch raus.

        Damit steigen die Divergenzen zu Deutschland, den Niederlanden, Österreich und anderen.

        Irgendjemand wird irgendwann einmal sagen:

        Nicht mehr mit uns und damit auch nicht mehr mit der EZB.

        Übrigens:

        In Deutschland sind zumindest einige in Sachen „soziale Gerechtigkeit“ viel konsequenter:

        Wenn schon Mütterrente oder Respektrente, dann aber bitte ohne Bedürftigkeitsprüfung.

        Nur:

        Auch da kehrt irgendwann die Realität ein und daher

        … nur SOLANGE, wie sich DIESE „sozialer Gerechtigkeit“ finanzieren lässt.

        Die Spielräume werden nicht größer, sondern enger, hier z. B.:

        https://www.tagesspiegel.de/politik/reformen-kommen-teuer-milliarden-defizit-in-der-pflegeversicherung/24082106.html

        Eine Politik der Illusionen wohin man blickt.

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    Axel sagte:

    @ Dietmar Tischer
    Natürlich kann ein Einbruch der Auslandsnachfrage nicht 1:1 kompensiert werden. Aber die Restauration der Infrastruktur wird auf Hochtouren gefahren. Und um so ärger es jetzt aussieht, desto mehr kann im Krisenfall nachgeackert und beschäftigt werden. Das kommt vornehmlich dem Baugewerbe und Maschinenbau zu Gute.
    Auch wird ein Einbruch der Konjunktur im Zeitalter des Fachkräftemangels erstmal auf ein Stadium des ausgeglichenen Fachkräfteangebotes/-nachfrage zurückgefahren, bis es arg wird.

    Die Folgen können selbstverständlich nur abgemildert aber nicht vollständig kompensiert werden, wie ich andeutete. Aber auf 120%, also das doppelte des derzeitigen Standes, könnte die Schuldenquote nach meiner laienhaften Einschätzung wohl hochgefahren werden. Das sind also mind. 2 Billionen Euros an Kompensationsmunition. Kombiniert mit einer sanften Lohn- und Reichensteuererhöhung o.ä. kann man schon einiges überbrücken.

    Sollte dies nicht gelingen und es ist nicht mehr genug Geld für die Sozialausgaben vorhanden, wird es, und das sehe ich genau wie Sie, zu sozialen Verwürfnissen und Neiddebatten kommen, die das politische System zerreißen könnten.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Alex

      Ich bestreite nicht, dass wir uns im Falle eines Konjunktureinbruchs

      a) in erheblichen Umfang weitgehend problemlos verschulden können

      und

      b) auch Investitionen helfen könnten, ihn zu mildern.

      Im Falle eines Konjunktureinbruchs sollten wir uns auch DAFÜR verschulden, wenn es sein muss, auch massiv.

      Schon in der letzten großen Krise waren Investitionen im Konjunkturprogramm II vorgesehen und von der Wissenschaft diskutiert worden, hier z. B.:

      https://www.cesifo-group.de/DocDL/ifosd_2009_2_1.pdf

      Insoweit gibt es keinen Dissens zwischen uns.

      Ich habe lediglich auf zwei Aspekte hingewiesen:

      Das Geld wird erst einmal für die Sozialleistungen benötigt, die steigen werden im Falle eines Konjunktureinbruchs. Dies obendrauf zu den – heutiger Stand lt. Finanzminister Scholz – EUR 25 Mrd., die allein die Verlangsamung des Wachstums (noch kein Konjunktureinbruch!) geschuldet dem Staat in der Kasse fehlen bezogen auf die gesetzlich fixierten und geplanten Ausgaben.

      Die Sozialleistungen, die sogenannten automatischen Stabilisatoren, sind konsumbezogen und sie sind in den letzten 10 Jahren noch einmal gestiegen.

      Heißt:

      Konsum hat Vorrang vor Investitionen.

      Zweitens sind Investitionen nicht so schnell konjunkturwirksam.

      Beides sind keine Gründe auf Investitionen im Falle eines Konjunktureinbruchs zu verzichten.

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    Axel sagte:

    Die schwarze Null war genau richtig.
    Unsere Schuldenquote liegt bei 60%. So haben wir in der nächsten, vielleicht unmittelbar vor der Tür stehenden Krise genug Feuerkraft, genau dann zu investieren, wenn die Nachfrage aus der Industrie wegbricht. So wird der Abschwung abgemildert und soziale Spannungen verringert.
    Was soll man auch jetzt, bei Vollbeschäftigung und Fachkräftemangel investieren, wenn die Arbeiter durch die Aufträge aus der freien Wirtschaft gebunden sind?

    Hätten wir in den letzten Jahren die Schuldensause fortgesetzt, sähen wir alt aus, wenn’s rumpelt. Der Spielraum dann Gas zu geben, wäre sehr limitiert….aber wer weiß, vielleicht regnet es ja auch Geld über Europa, um die Illusion des „Friedenprojektes“ als Heilsbringer für die Bürger unseres Kontinentes am leben zu halten und dem sonst unzweifelhaft expandierenden Populismus Einhalt zu gebieten…

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Axel

      >Unsere Schuldenquote liegt bei 60%. So haben wir in der nächsten, vielleicht unmittelbar vor der Tür stehenden Krise genug Feuerkraft, genau dann zu investieren, wenn die Nachfrage aus der Industrie wegbricht. So wird der Abschwung abgemildert und soziale Spannungen verringert.>

      In dieser Überlegung liegt mehr als ein Körnchen Wahrheit und daher werden viele so denken.

      Sie übersehen dabei allerdings Entscheidendes:

      Wenn die Konjunktur wegbricht – von Krise müssen wir noch nicht einmal reden – erhöht sich die Zahl der Arbeitslosen und damit steigen auch die Sozialausgaben. Das ist vor allem so, wenn sie über einen längeren Zeitraum wegbricht.

      Wenn die Reserven aufgebraucht sind, wird sich der Staat zuerst einmal DAFÜR verschulden müssen, weil er sich gesetzlich verpflichtet hat, sie zu leisten und die Bevölkerung kein Verständnis dafür aufbrächte, wenn sie nicht geleistet würden. Die Besteuerung und die Abgaben sind so hoch, dass auf dieser Einnahmeschiene insbesondere in einer Abschwungphase keine Mehreinnahmen zu erzielen sind.

      Investitionen sind also erst einmal nachrangig, aber natürlich nicht verboten, wenn man sie finanzieren kann. Wenn der deutsche Staat richtig zulangte bei der Verschuldung, könnte er sie in erheblichen Umfang finanzieren.

      Allerdings wären damit nicht zu unterschätzende Friktionen verbunden.

      Denn eine Volkswirtschaft von Konsum auf Investitionen zu trimmen, ist nicht mit dem Umlegen eines Schalters vergleichbar. Da geht vor allem um Qualifikation und – ich wiederhole mich – die „Gerechtigkeitsplanung“ in Deutschland wird die Umstellung nicht effizienter machen.

      Deshalb nur zur Erinnerung:

      Als nach der Lehman-Pleite die Konjunktur einbrach mit einem Minus von 5% des BIP hat die Bundesregierung was getan als erstes?

      Sie hat die Verschrottung von Automobilen subventioniert und das Kurzarbeitergeld aufgestockt.

      Es hat gewirkt, aber mit Investitionen hatte es nichts zu tun.

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    Michael Stöcker sagte:

    @ Dietmar Tischer

    „Mit diesen vier Sätzen sind Spitzenpolitik und nicht nur die auf einem sicheren Weg in die Frühpensionierung.“

    Und das zu Recht, Herr Tischer. Denn diese Story ist und bleibt eine Story von Dietmar Tischer, die er gerne in Griechenland & Co. erzählen kann, aber keinesfalls in Deutschland.

    Insofern müsste es nicht heißen: „Fricke versteht NICHTS von Ökonomie.“ sondern vielmehr „Tischer versteht NICHTS von Ökonomie“.

    Kleines Beispiel gefällig?

    „Da kann jeder begreifen, der es verstanden hat und nachdenkt, dass die Identität

    Y= C + I nicht auszuhebeln ist:

    Entweder man konsumiert das Volkseinkommen ODER man investiert es. Ein UND kann es nicht geben.“

    Und wo bitte schön ist in Ihrer Gleichung das Ausland??? Unfassbar, wie Sie hier mal wieder Nebelkerzen werfen. Der „Hüther“ der Marktwirtschaft hat seine mikroökonomischen Lobby-Fehlurteile einkassiert und wurde vom Saulus zum Paulus. Sie beten hingegen leierkastenmäßig die olle Fastennummer aus dem Sado-Maso-Studio von Schuknecht/Schäuble. Ganz nach dem Motto. Wenn sich die Fakten ändern: umso schlimmer für die Fakten!

    „Deutschland hat zu VIEL konsumiert und zu WENIG investiert.“

    Deutschland hat zu VIEL EXPORTIERT und zu WENIG investiert.

    „Das ist die Wahrheit, das Problem und die gesamtgesellschaftliche Malaise, weil ein großer Teil der Konsumausgaben DAUERHAFT auf gesetzlicher Basis als Rechte fixiert sind, die man nicht widerrufen kann, weil sonst der Aufschrei der Enteignung das Land erschüttern würde.“

    Das ist die Wahrheit, das Problem und die gesamtgesellschaftliche Malaise, weil ein großer Teil der Exporteinnahmen DAUERHAFT auf monetärer Basis als TARGET-SALDEN fixiert sind, die man nicht widerrufen kann, weil sonst der Aufschrei der Enteignung das (Unternehmer)Land erschüttern würde.“

    „Das alles hat NICHTS mit der Schwarzen Null zu tun.“

    Das alles hat SEHR VIEL mit der Schwarzen Null zu tun. Sehr wohl aber auch mit Lobbyismus und parasitärer Steuervermeidung.

    „MEHRVERSCHULDUNG ist letztlich nur dann angebracht, wenn es in einer Volkswirtschaft ungenutzte Ressourcen gibt.“

    Schon wieder falsch: Sie ist auch dann angebracht, wenn strukturelle Ungleichgewichte (insbesondere LB-Ungleichgewichte) die langfristige Stabilität der Weltwirtschaft sowie den langfristigen Wohlstand eines Landes bedrohen.

    Und bevor Sie mir antworten, empfehle ich Ihnen doch noch einmal in verständiger Ruhe meinen Beitrag aus dem Oktober 2014 zu lesen: https://zinsfehler.com/2014/10/27/schuldmythen-und-das-dilemma-der-schwarzen-null/

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    • Avatar
      Thomas M. sagte:

      Das ist doch kein Entweder-Oder. Es lässt sich doch Und-Verknüpfen…

      „Deutschland hat zu VIEL konsumiert und zu WENIG investiert.“ UND
      „Deutschland hat zu VIEL EXPORTIERT und zu WENIG investiert.“

      Ich übersetze mal für mich: Statt ohne entsprechende Güterimporte zu viel zu exportieren und statt 100.000de nicht in Arbeit zu haben (die nur konsumieren) und statt einige 10.000-100.000de früher in Rente zu schicken (die nur konsumieren), hätte man diese potenzielle People-Power und die importierten Güter bei uns auf die Straße bringen können: Material und Technik für Straßen, Schulen und 5G-Vernetzung. Gebaut und installiert durch uns.

      Theoretisch.

      Praktisch haben wir visionslose Politiker, die keine Führungsverantwortung für’s Land übernehmen können oder wollen (vielleicht geht es auch bei den Wählern nicht) und Deutschland für das 21. Jahrhundert aufstellen wollen und die Bürger motivieren mitzugehen.

      Gibt es auch bei Firmen; die haben dann eine Weile schöne Bilanzkennzahlen und werden dann doch „überraschend“ vom Markt bereinigt, weil die Maschinen alt, die Produkte von gestern und die motivierten Mitarbeiter woanders hingegangen sind. Es wird Staaten global gesehen nicht anders gehen. Es dauert nur länger.

      Das ist die Krux und Gnade zugleich.

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      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        >…hätte man diese potenzielle People-Power und die importierten Güter bei uns auf die Straße bringen können: Material und Technik für Straßen, Schulen und 5G-Vernetzung. Gebaut und installiert durch uns.
        Theoretisch.>

        NUR theoretisch.

        Keine Partei will, dass die Ressourcen noch rüstiger Rentner aktiviert werden.

        Wollte man dies, hätte sich der Staat DAFÜR auch verschulden können.

        Stattdessen schiebt man das Renteneintrittsalter nach oben, weil man TROTZ einer hohen Abgabenquote die Finanzierung nicht mehr schafft.

        JETZT sollen wir uns mehr verschulden MÜSSEN, um das Investitionsloch zu stopfen – so die Schönredner Fricke und Stöcker.

        Eine höhere Staatsverschuldung wird dazu dienen, die offensichtlichsten Investitionsdefizite zu kaschieren und ansonsten der Finanzierung des Konsums dienen.

        Wer etwas anderes behauptet, verkennt die Realität.

        Millionen RENTNER irren sich nicht, wenn sie in der Wahlkabine stehen.

    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Michael Stöcker

      Man kann natürlich die Basis-Identität erweitern.

      Wenn man es wie Sie macht, verschleiert man sie – und betreibt ebenfalls DEMAGOGIE:

      >Deutschland hat zu VIEL EXPORTIERT und zu WENIG investiert.>

      Es geht HIER in der Diskussion um den STAAT und dessen SCHWARZE NULL und um nichts anderes.

      Statt Volkseinkommen hätte ich auch Staatseinnahmen durch Besteuerung schreiben können.

      Also kommen Sie nicht mit der Export-Nummer, die mit dem Staat nichts zu tun hat, weil der nichts exportiert.

      >„MEHRVERSCHULDUNG ist letztlich nur dann angebracht, wenn es in einer Volkswirtschaft ungenutzte Ressourcen gibt.“
      Schon wieder falsch: Sie ist auch dann angebracht, wenn strukturelle Ungleichgewichte (insbesondere LB-Ungleichgewichte) die langfristige Stabilität der Weltwirtschaft sowie den langfristigen Wohlstand eines Landes bedrohen>.

      Was erreichen Sie denn mit Mehrverschuldung, wenn es keine ungenutzten Ressourcen gibt in der Volkswirtschaft?

      Sie erhöhen die Nachfrage und damit nichts weiter als die INFLATION.

      Natürlich macht es einen Unterschied, wer sich verschuldet und die Nachfrage erhöht. Dies kann strukturelle Ungleichgewichte reduzieren oder verschärften – eine nachgeordnete Diskussion.

      Da empfehle ich den Blick auf Italien, wie da strukturelle Ungleichgewichte mit noch mehr Staatsverschuldung angegangen werden.

      Sie sind ein Verschuldungsfanatiker und glauben, dass wir mit MEHR Staatsverschuldung und Fiskalpolitik unsere Probleme lösen können.

      Klar, der deutsche Staat kann sich problemlos mehr verschulden angesichts unserer vergleichsweise geringen Schuldenstandsquote.

      Aber den Investitionsrückstand daran festzumachen, dass wir es in der Vergangenheit nicht getan haben, ist einfach nur lächerlich.

      Sie wie auch Fricke wollen die Basis-Identität NICHT verstehen.

      Passt halt nicht ins Denkschema der „Lösung“.

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        Alexander sagte:

        „Also kommen Sie nicht mit der Export-Nummer, die mit dem Staat nichts zu tun hat, weil der nichts exportiert. “
        „Statt Volkseinkommen hätte ich auch Staatseinnahmen durch Besteuerung schreiben können“

        ….und so fraternisiert Berlin glücklich die Erlöse aus den target2 Luftbuchungen, die wir sauber vorfinanzieren anstelle dieses noch kaufkräftige Geld inländisch so anzulegen, dass es später rentiert. Rendite im Sinne von Mehrwert.

        Berlin erlaubt sich das, weil man sich sicher sein darf, dass der Spaß mit explodierender Staatsverschuldung nur aufgeschoben ist – begründet mit Marktversagen und gemeinwohlen Konjunkturimpulsen.

        Geldstabilität muss Sorge der Bürger sein, der Staat = Bank der letzten Instanz aus Gewaltmonopol gewinnt (fast) immer.

        Sie haben natürlich Recht und Fricke gehört zum besten was der deutsche Wirtschaftsjournalismus aufzubieten hat.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Also kommen Sie nicht mit der Export-Nummer, die mit dem Staat nichts zu tun hat, weil der nichts exportiert.“

        Mit dieser Aussage zeigen Sie mal wieder Ihr unzulängliches Verständnis sowohl für makroökonomische als auch industriepolitische Implikationen. Dazu nur ein paar wenige Stichworte zur gedanklichen Anregung, damit das Niveau der Diskussion nicht ganz auf Klippschulniveau stehen bleibt:

        Auswirkungen des Exportsektors auf Beschäftigung, Gewinne, Einkommen, Kaufkraft, Steuern… Exportförderung über Hermeskreditbürgschaften, BLE Förderprogramm für den Export deutscher Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft… https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/aussenwirtschaftsfoerderung.html

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        „Sie erhöhen die Nachfrage und damit nichts weiter als die INFLATION.“

        Wenn Sie sich an die Diskussion im Herdentrieb mit Henry Kaspar erinnern, dann war EXAKT das sein Vorschlag, um die Disparitäten in Eurosystem wieder einzuebnen. Den gleichen klugen Vorschlag gab es übrigens auch von Hans-Werner Sinn:

        „Wir brauchen höhere Löhne und mehr Inflation in Deutschland und niedrigere Löhne und weniger Inflation im Süden, um die Fehlentwicklungen der Vergangenheit zu korrigieren.“ https://www.zeit.de/2013/47/hans-werner-sinn-export-euro-rettung/seite-2

        „Sie sind ein Verschuldungsfanatiker und glauben, dass wir mit MEHR Staatsverschuldung und Fiskalpolitik unsere Probleme lösen können.“

        Mit dieser Aussage konkurrieren Sie mit Malte Fischer um den Fake News Award.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Endlich einmal eine klare Antwort.

        Und zudem eine Bestätigung, dass Fricke einfach nur dummes Zeug erzählt, wenn er sagt:

        >„Wir haben die weltweit herausragende schwarze Dauer-Null. Nur fehlt dafür Geld, um das viel zitierte Breitbandnetz in Deutschland auszubauen – die Sache mit dem Empfang. Oder um endlich den großen Sprung in die Elektromobilität hinzukriegen …

        Das Geld hat nicht gefehlt und fehlt nicht, sondern es wurde und wird für Konsum ausgeben.

        Was Sie für sinnvoll halten, wissen wir.

        Das steht hier nicht zu Debatte, ebenso wenig wie die Auswirkungen des Exportsektors auf die Beschäftigung etc. und der Verweis, dass die Disparitäten in der Eurozone durch Inflation bei uns abgebaut werden könnten …

        Zum Export und zu den Disparitäten in der Eurozone sagt Fricke nichts.

        Und ich muss auch nichts dazu sagen, wenn sie nicht sein Thema sind.

        Ihre Erwiderungen mir gegenüber weiter oben sind daher schlicht neben der Sache.

        Es sind nichts weiter als Ausflüchte von Ihnen, die vom Thema ablenken.

    • Avatar
      troodon sagte:

      @ M.S.
      Sind Sie der Auffassung, wie es Fricke suggeriert, dass die von ihm gewünschten Investitionen in Infrastruktur und Bildung aufgrund der schwarzen Null nicht möglich waren ?

      Oder wären diese Ausgaben durch Kürzungen an anderer Stelle bzw. durch Nutzung der riesigen Mehreinnahmen auch ohne Neuverschuldung machbar gewesen?

      Beim Thema Bürgergeld schrieben Sie “ Ich möchte keinen unnötigen Verwaltungsapparat mit weiteren Bullshit-Jobs. „.
      Somit kann ich davon ausgehen, dass Sie der Auffassung sind, es gäbe bereits Bullshit-Jobs in der Verwaltung. Reduzierung von Bullshit-Jobs, um im Gegenzug damit Investitionen teilweise zu finanzieren, ist der schwierigere Weg gegenüber einer leicht zu tätigenden Neuverschuldung. Aber wäre es nicht der sinnvollere, bessere Weg ? Für mich jedenfalls wäre es die bessere Variante, zusätzlich zur Nutzung der Mehreinnahmen überwiegend für Investitionen.
      Das würde doch auch viel besser zu: „Stattdessen wäre viel mehr „Entfesselung“ erforderlich, auch um von innovativen Entwicklungen, die vielen in der Gesellschaft ganz neue Felder der „Vorwärtsverteidigung“ eröffnen könnten, zu profitieren. Natürlich kann man und sollte man das mit Anreizen zur Weiterbildung verbinden.“ passen, dem Sie ja auch zustimmen, obwohl die Aussage von D.T. stammt. :)

      Den leichteren Weg (Verschuldung) in jeder wirtschaftlichen Situation zu wählen, kann auf Dauer nicht richtig sein.

      Das Export Thema ist für mich separat von diesem Komplex zu sehen. Ebenso das Thema Neuverschuldung in einer Rezession, die wir aber in D in den letzten Jahren nicht hatten.

      Antworten
      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ troodon

        >Oder wären diese Ausgaben durch Kürzungen an anderer Stelle bzw. durch Nutzung der riesigen Mehreinnahmen auch ohne Neuverschuldung machbar gewesen?>

        Stellen Sie nicht diese unanständige Frage.

        Sie rütteln am Tabu – kommt bei Fricke und Stöcker nicht vor.

        >Das Export Thema ist für mich separat von diesem Komplex zu sehen.>

        Klar.

        Um auf mich einzugehen, hätte Stöcker mir aber nicht mit Verweis auf Exporte antworten dürfen, sondern mit dem auf Importe, wenn er staatliche Verschuldung rechtfertigen will.

        Denn selbstverständlich hätte der Staat sich verschulden können in der Vergangenheit durch die Finanzierung von Importen, d. h. durch Güter und Dienstleistungen von Unternehmen aus dem Ausland, die deutsche Straßen und Schienen Instant gesetzt hätten.

        >Ebenso das Thema Neuverschuldung in einer Rezession, die wir aber in D in den letzten Jahren nicht hatten.>

        Genau.

        Es gab auch von daher KEINEN Grund zur Mehrverschuldung des Staats.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ troodon

        „Somit kann ich davon ausgehen, dass Sie der Auffassung sind, es gäbe bereits Bullshit-Jobs in der Verwaltung.“

        Selbstverständlich gibt es Bullshit-Jobs; ohne Ende. Aber diese sind nicht das wahre aktuelle Problem im Eurosystem, sondern eine strukturelle Jahrhundert-Daueraufgabe, der wir uns aber in der Tat sehr viel intensiver widmen müssten.

        Wir sind glücklicherweise so produktiv, dass wir uns das (noch) leisten können. Besser wäre es selbstverständlich, solche Jobs zu eliminieren. Aber wie wollen Sie auf die Schnelle aus einem lethargischen Zollbeamten, der mich heute Nachmittag mal wieder kujonieren wird (muss mal wieder ein Päckchen aus den USA nachverzollen), einen Fliesenleger machen, geschweige denn einen Ingenieur oder gar eine pädagogische Spitzenkraft. Bei dem sieht es doch noch so aus wie zu Kaiser Wilhelms Zeiten.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        troodon sagte:

        @ M.S.
        Völlig klar, Bullshit-Jobs in produktive Jobs umzuwandeln, geht nicht auf die schnelle. Trotzdem ist es eine Aufgabe, die ergänzend angegangen werden muss.

        Auf meine wesentlicheren Fragen haben Sie aber nicht geantwortet:

        Sind Sie der Auffassung, wie es Fricke suggeriert, dass die von ihm gewünschten Investitionen in Infrastruktur und Bildung aufgrund der schwarzen Null nicht möglich waren ?

        Oder wären diese Ausgaben durch Kürzungen an anderer Stelle bzw. durch Nutzung der riesigen Mehreinnahmen auch ohne Neuverschuldung machbar gewesen?

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ troodon

        Ich stimme mit Fricke in diesem Punkt weitgehend überein. Eine Kürzung/Erhöhungsunterlassung von Sozialausgaben hätte die Inlandsnachfrage sowie die Importseite noch weiter geschwächt und somit die Ungleichgewichte in der Leistungsbilanz noch weiter verschärft. Die Haushaltsüberschüsse der letzten Jahre sind eine absolute Ausnahmeerscheinung und nur in Sondersituationen möglich/sinnvoll. Es wäre besser gewesen, man hätte den Mittelstandsbauch in der Steuerprogression schon mindestens vor 5 Jahren beseitigt und die Kurve weiter abgeflacht, so dass der Spitzensteuersatz z. B. erst ab 250.000 EUR greifen würde.

        „Oder wären diese Ausgaben durch Kürzungen an anderer Stelle bzw. durch Nutzung der riesigen Mehreinnahmen auch ohne Neuverschuldung machbar gewesen?“

        Wie gesagt, Kürzungen an anderer Stelle hätten vermutlich erst einmal die Nachfrage geschwächt. Die Mehreinnahmen hätten weitestgehend via Steuerreform an die Mittelschicht zurück gegeben werden müssen. Die für die Investitionen fehlenden Mittel müssten dann über eine höhere Neuverschuldung realisiert werden, wie es in einem Kreditgeldsystem auch eigentlich angebracht wäre. Dann würde es auch wieder mit den Zinsen klappen. Eine sinnvolle Alternative wäre die Aktivierung des fiktiven Kapitals via Erbschaftssteuer. Sie kennen sicherlich meine Meinung hierzu.

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ M. Stöcker

        @ troodon hat Ihnen diese ganz einfach Frage gestellt:

        >„Oder wären diese Ausgaben durch Kürzungen an anderer Stelle bzw. durch Nutzung der riesigen Mehreinnahmen auch ohne Neuverschuldung machbar gewesen?“>

        Jeder Mensch, der des Deutschen einigermaßen mächtig ist, versteht sie und er versteht auch, dass die Antwort darauf ein JA oder NEIN sein MUSS.

        Und Sie?

        Sie eiern herum mit:

        >Wie gesagt, Kürzungen an anderer Stelle hätten vermutlich erst einmal die Nachfrage geschwächt…>

        Es geht nicht einmal um Kürzungen, sondern um die NUTZUNG der MEHREINNAHMEN.

        Dr. Stelter hat es auch in diesem Beitrag vorgerechnet:

        >Der Bund allein hatte in den letzten zehn Jahren 460 Milliarden zusätzlich zur Verfügung. 280 Milliarden Zusatzausgaben (ja, die Inflation wirkt hier auch, aber es ist dennoch ein Entscheid der Politik), 136 Milliarden weniger Zinsen, 46 Milliarden weniger für Arbeitslose. Muss man da Schulden machen für Breitband und Schulen? Sicherlich nicht! Man hätte es nur anders ausgeben müssen! Das ist Politikversagen der Spitzenklasse.>

        Bestreiten Sie die Zahlen derart, dass der Staat hätte Schulden machen müssen für Breitband und Schulen ODER hat Dr. Stelter recht und der Staat hätte demnach keine Schulden machen müssen für Breitband und Schulen?

        Ich fordere Sie auf, eine eindeutige Antwort zu geben.

        War die NEUVERSCHULDUNG des Staats notwendig oder nicht – darum geht es bei dieser Diskussion.

        Mutmaßungen über Kürzungen an anderer Stelle, die VERMUTLICH …, sind Ausflüchte und keine Antwort.

      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ Dietmar Tischer

        „Jeder Mensch, der des Deutschen einigermaßen mächtig ist, versteht sie und er versteht auch, dass die Antwort darauf ein JA oder NEIN sein MUSS.“

        Meine Antwort war klar und deutlich JA, zumindest für jeden Menschen, der des Deutschen einigermaßen mächtig ist. Meine differenzierte Analyse bezog sich darauf, ob ich eine solche Strategie für sinnvoll halte oder nicht. Und hier lautet meine Antwort NEIN. Begründung siehe auch weiter oben: https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/spiegel-wir-duerfen-unseren-kindern-keine-schwarze-null-hinterlassen/#comment-63091

        Alles klar oder soll ich es für Sie noch einmal buchstabieren?

        LG Michael Stöcker

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Endlich einmal eine klare Antwort.

        Und zudem eine Bestätigung, dass Fricke einfach nur dummes Zeug erzählt, wenn er sagt:

        >„Wir haben die weltweit herausragende schwarze Dauer-Null. Nur fehlt dafür Geld, um das viel zitierte Breitbandnetz in Deutschland auszubauen – die Sache mit dem Empfang. Oder um endlich den großen Sprung in die Elektromobilität hinzukriegen …

        Das Geld hat nicht gefehlt und es fehlt nicht, sondern es wurde und wird für Konsum ausgeben.

        Was Sie für sinnvoll halten, wissen wir.

        Es steht hier nicht zu Debatte.

  6. Avatar
    RaS sagte:

    @ „Bei der deutschen FINANCIAL TIMES (FT) war er einer meiner Lieblingsautoren. Bei SPIEGEL ONLINE vertritt er seit einiger Zeit Positionen, die ich so bei ihm nicht erwartet hätte.“

    Man könnte auch sagen: Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.
    Bereits Relotius hat diese Vorgehensweise fast zur Perfektion geführt.

    Antworten
  7. Avatar
    Dietmar Tischer sagte:

    Fricke versteht NICHTS von Ökonomie.

    Man muss es einmal so deutlich aussprechen.

    Wenn jemand wie Fricke so grundsätzlich daneben liegt, sind fein differenzierende Qualifizierungen nicht angebracht.

    Seine Basis-These, dass die Schwarze Null verhindert habe, dass der Staat nicht genug investieren konnte, ist einfach nur FALSCH und, wenn sie ein Ökonom ausspricht, auch noch DEMAGOGIE.

    Entsprechend daneben ist sein weiterführender Imperativ an die Finanz- und Wirtschaftspolitik:

    Jetzt da für jeden ersichtlich ist, wie verrottet das Land ist, muss endlich investiert werden.

    Investieren können wir nur, wenn wir uns mehr verschulden.

    Also müssen wir uns verschulden und die Schwarze Null aufgeben.

    Fricke hat nichts gelernt, nicht mal im Einführungskurs.

    Da kann jeder begreifen, der es verstanden hat und nachdenkt, dass die Identität

    Y= C + I nicht auszuhebeln ist:

    Entweder man konsumiert das Volkseinkommen ODER man investiert es. Ein UND kann es nicht geben.

    Deutschland hat zu VIEL konsumiert und zu WENIG investiert.

    Dr. Stelter hat die Zahlen auf dem Silbertablett präsentiert, man muss nur mal hinschauen.

    Das ist die Wahrheit, das Problem und die gesamtgesellschaftliche Malaise, weil ein großer Teil der Konsumausgaben DAUERHAFT auf gesetzlicher Basis als Rechte fixiert sind, die man nicht widerrufen kann, weil sonst der Aufschrei der Enteignung das Land erschüttern würde.

    Das alles hat NICHTS mit der Schwarzen Null zu tun.

    MEHRVERSCHULDUNG ist letztlich nur dann angebracht, wenn es in einer Volkswirtschaft ungenutzte Ressourcen gibt.

    Ob wir uns bei unserem JETZIGEN Schuldenstand die Schwarze Null aufgeben sollten, ist eine abgeleitete Frage. Ja sollte man, aber nicht mit der vernebelten irreführenden Argumentation eines Fricke.

    Angesichts der Aussagen von Verteilungsexperten wie des SPD Mitglieds Brunschweiger muss man allerdings Skrupel haben, dafür zu votieren.

    Der Wettbewerb um MEHR Verteilung ist immer noch im Gange.

    Warum sollte man glauben können, dass mehr Geld in den Staatskassen ab JETZT zu mehr Investitionen führen würde?

    Antworten
  8. Avatar
    Wolfgang Selig sagte:

    @Herrn Dr. Stelter: Ich glaube, Sie haben den Grundansatz dieser Leute denke ich nicht verinnerlicht. Sie wollen immer den Wohlstand für alle mehren, nach dem Motto: Wenn der Kuchen größer wird, gibt es auch mehr für jeden einzelnen und alle haben was davon und müssten zufrieden sein. Das sollte doch jeder verstehen. Die Antwort darauf lautet: Nein, und das liegt nicht daran, dass Sie es in diesem Blog nicht erklären können.

    Denn darum geht es Leuten wie Herrn Fricke, besser gesagt seinen Chefs und seinen Lesern, gar nicht. Sie wollen vor allem, dass die Wohlhabenden genauso wenig haben wie die Masse, weil Unterschiede zu Spannungen führen. Es ist gar nicht so schlimm, wenn der gesamte Wohlstand runtergeht, solange anschließend die Unterschiede gering genug sind. Nach dem Motto: lieber lauter kleine Kuchenstücke als viele mittelgroße und einige große. Außerdem appeliert er an die vielen Leute, die sich denken: Hauptsache für mich reichts, soll die nächste Generation schauen, wie sie klar kommt. Also eine klare Zeitpräferenz des Konsums in der Gegenwart anstelle von Konsumverzicht zugunsten von Investitionen, die künftigen Konsum ermöglichen.

    Damit trifft er genau die Meinung der Mehrheit der Spiegellesser und sichert sich seinen Arbeitsplatz. Bei der FTD war das halt noch anders, aber da war ja auch die Zielgruppe anders.

    Alles in allem: ein flexibler Journalist, der seinem Arbeitgeber gegenüber loyal auftritt und die Position des Verlegers vertritt. Nicht geeignet für eine Heldenstatue, aber aus seiner persönlichen Sicht logisch nachvollziehbar. Wahrscheinlich weiß keiner außer ihm, wie seine persönliche Meinung wirklich ist. Vielleicht ist er ja privat ein Goldbug und Misesfan… :-)

    Wie hat ein Bürger der USA mal den Unterschied zwischen einem Nordamerikaner und einem Europäer in einem Witz so schön beschrieben: „Stehen ein Rolls Royce und ein Mini nebeneinander an der Kreuzung vor der roten Ampel. Befindet sich die Kreuzung in Nordamerika, denkt sich der Mini-Fahrer: „Pass auf, eines Tages fahr ich auch so einen Rolls Royce.“ Liegt die Kreuzung in Europa, denkt er sich: Pass auf, eines Tages fährst Du auch nur noch einen Mini.““

    Und der Spiegel kommt halt aus Europa. Und das merkt man dann halt auch beim Lesen.

    Antworten
    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Wolfgang Selig

      >Es ist gar nicht so schlimm, wenn der gesamte Wohlstand runtergeht, solange anschließend die Unterschiede gering genug sind. Nach dem Motto: lieber lauter kleine Kuchenstücke als viele mittelgroße und einige große. Außerdem appeliert er an die vielen Leute, die sich denken: Hauptsache für mich reichts, soll die nächste Generation schauen, wie sie klar kommt. Also eine klare Zeitpräferenz des Konsums in der Gegenwart anstelle von Konsumverzicht zugunsten von Investitionen, die künftigen Konsum ermöglichen.>

      So ist es.

      Eine große Anzahl von Menschen, vermutlich sogar die Mehrheit denkt so, will das so haben und ist zudem der Meinung, dass nur das gerecht sei – und das unabhängig von der Bildung, Akademiker kann man getrost einschließen.

      Der SPIEGEL und viele andere Publikationen bestätigen die Auffassungen der Leser.

      Das wird erwartet, das wird geliefert.

      Leute wie Fricke werden dafür bezahlt, es einsichtig zu erledigen.

      Die Leser sagen sich:

      Wenn sogar Experten wie Fricke es bestätigen, MUSS meine Auffassung nicht nur gerechtfertigt, sondern RICHTIG sein – und zwar die EINZIG richtige sein.

      Und dann wählen sie die Umverteilungs- statt die Investitionsparteien, die es angesichts dieser Bestätigungsmechanik auch gar nicht geben kann.

      Der VERBLENDUNGSZUSAMMENHANG ist stringent und umfassend.

      Antworten
  9. Avatar
    Richard Ott sagte:

    „Sind Schulden plötzlich toll? Quatsch. Schulden sind weder per se gut noch per se schlecht. Es kommt darauf an, was man mit dem Geld macht, das man sich ausleiht – und was man, umgekehrt, ohne Kredit nicht macht.“ – bto: Das gilt nicht nur für die Kredite, sondern für die gesamten Staatsausgaben! Und da haben wir ja gesehen, dass unsere Politiker Milliarden übrig haben für alle Arten von Konsum.

    Sehr richtig! Aber leider begreifen die meisten Politiker diesen Zusammenhang nicht, womöglich weil Staatsausgaben (egal ob in Konsum oder Investitionen) schon per Definition immer zum BIP des Landes hinzugezählt werden, egal wie sinnvoll oder sinnlos sie sind. So erhöht auch ein berühmter Flughafen in Berlin die „Wirtschaftsleistung“ des Landes, obwohl in dieser Invest-Ruine noch nie ein Flugzeug abgefertigt wurde.

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    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Richard Ott

      >Aber leider begreifen die meisten Politiker diesen Zusammenhang nicht,…>

      Mag so sein.

      Aber die entscheidenden Politiker begreifen ihn schon.

      Stellen Sie sich einmal vor, ein Scholz oder Altmaier würde in einer Talkshow sagen:

      Deutschland hat in der Vergangenheit zu viel konsumiert. Wir müssen ab sofort mehr investieren, weil nur dadurch der zukünftige Wohlstand gesichert werden kann. Das heißt, liebe Leute, aber auch, dass wir aufhören müssen, es mit Umverteilungsgesetzen jedem im Lande recht zu machen. Das ist so, weil wir das vorhandene Geld nicht zweimal ausgeben können und ihr, die Bürger, auch mehrheitlich gegen deutlich mehr Staatsschulden seid.

      Mit diesen vier Sätzen sind Spitzenpolitik und nicht nur die auf einem sicheren Weg in die Frühpensionierung.

      Wer die Frühpensionierung nicht anstrebt, wird daher den Zusammenhang auch nicht ansprechen und das selbst dann, wenn er ihn begriffen hat.

      Antworten
  10. Avatar
    troodon sagte:

    Sorry, für halb off-topic, aber da die Überschrift lautet „Wir dürfen unseren Kindern…“

    Was für Kinder, wenn es nach dem SPD Mitglied Brunschweiger geht?

    „Kinderfrei statt Kinderlos“ Gymnasiallehrerin Brunschweiger : „Jede Frau, die der Umwelt zuliebe kein Kind bekomme, soll mit 50 Jahren 50.000 Euro bekommen.“
    https://www.focus.de/familie/kind/verfasserin-des-buches-kinderfrei-statt-kinderlos-autorin-brunschweiger-kein-baby-bekommen-der-umwelt-zuliebe_id_10417152.html

    So langsam wird es auch für mich als Optimist schwierig, weiterhin optimistisch in die Zukunft zu schauen.

    Ich stelle mir gerade vor, was in den Medien los wäre, wenn ein unbedeutendes CDU/FDP Mitglied vorschlagen würde“Jede Frau in Afrika soll mit 50 Jahren 5.000€ bekommen, wenn sie keine Kinder bekommt“

    Antworten
    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @troodon
      Deutschland betreibt mal wieder zielsicher die schlimmstmögliche Politik: Wir tun nichts, um die „klimaschädlichen“ hohen Geburtenraten in Afrika abzusenken, öffnen unsere Grenzen für Migration aus dieser Region und dann alimentieren wir die angekommenen Migranten in Deutschland, wo sie in jedem Fall ein Vielfaches der Ressourcen-Menge verbrauchen und „klimafeindlichen“ CO2-Ausstoß verursachen wie in ihren Herkunftsländern. Maximal umweltschädlich!

      PS: Vielleicht sollte ich zu Schüler-Protesten zu diesem Thema aufrufen, sagen wir jeweils Montags? (Freitag ist ja schon belegt, aber lange Wochenenden sind immer schön…) Ob die Regierung und die Lehrergewerkschaften mich dann auch für mein Umweltengagement loben und es für wichtiger als die Erfüllung der Schulpflicht der Demonstranten halten? ;)

      Antworten
    • Avatar
      troodon sagte:

      @ WS
      Die habe ich absichtlich ausgelassen. AUCH weil die AFD m.W. den menschengemachten Klimawandel abstreitet. Insofern würde es nicht passen mit keine Kinder „der Umwelt zuliebe“.
      Aber lassen wir das, sonst schweift es noch mehr ab und das hat Hr. Stelter und der Blog nicht verdient.
      Kümmern wir uns also wieder um die schnöden monetären Themen, die weniger emotional, aber nicht emotionslos, besetzt sind…

      Antworten
    • Avatar
      Fala sagte:

      Danke für den Hinweis.
      Wenn man die Geisteshaltung von Frau Brunschweiger weiterspinnt, dann waren ja Hitler, Stalin, Mao usw. verkappte Umweltschützer…

      Naja … positiv gesehen, müsste diese Geisteshaltung dann nach 1-2 Generationen aus dem Genpool herausgezüchtet sein;).
      Ich befürchte nur, wir haben nicht so lange Zeit. Insofern bevorzuge ich eine Lösung a la Douglas Adams: Man müsste einen Asteroiden entdecken/erfinden, der auf die Erde zurast und diese droht zu vernichten. Dann würden wir schnell ein riesiges Raumschiff für unsere Koryphäen bauen und diese zur eigenen Rettung ins nächste Sonnensystem schicken, nur um dann einige Zeit später festzustellen, dass man sich bei der Flugbahn des Asteroiden etwas verrechnet hat …

      Antworten

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