Schon vor zehn Jahren erkenn­bar: Das Desaster des Aka­demi­sierungs­wahns

Am Sonntag (10. September 2023) geht es im bto-Podcast um die Bedeutung des Bildungswesens. Dass dies kein neues Problem ist, unterstreicht dieser Artikel aus der Neuen Zürcher Zeitung aus dem Jahr 2014 – Deutschland im Akademisierungswahn:

  • „Immer mehr Schüler machen Abitur, und das mit immer besseren Noten, wie die Kultusministerkonferenz bei ihrer jährlichen Auswertung herausgefunden hat. Machte vor 40 Jahren noch weniger als ein Zehntel der Schüler die Reifeprüfung, sind es jetzt im Schnitt etwa 40 Prozent. Und es gibt noch einen bundesweiten Trend, den das Land Nordrhein-Westfalen besonders gut widerspiegelt: 2006 gab es dort 421 Mal die Bestnote 1,0. Vier Jahre später waren es 763. 2012 gab es 1200 ‚Einser-Abis‘. Die Zahl der Abiturienten ist um ein Drittel gestiegen, die Durchfallquote sinkt – allerorten.“
  • „‚Natürlich beschwert sich kein Schüler über ein geschenktes Abi‘, sagt Rainer Bölling, Bildungsforscher und Autor einer ‚Kleinen Geschichte des Abiturs‘. Er warnt vor einer Noteninflation. ‚Die Schüler werden nicht schlauer, die Messzahlen ändern sich‘, sagt Bölling.“
  • „Fatal sei auch das Zentralabitur, sagt Hans Peter Klein, Professor für Biologiedidaktik an der Universität Frankfurt. Dabei werden die Prüfungsaufgaben von einer zentralen Behörde vorbereitet. Früher hätten die Lehrer Aufgabenvorschläge an die Schulbehörde geschickt, die dann einen davon auswählte. Aber mit Blick auf Bayern wurde fast überall in Deutschland das Zentralabitur eingeführt: Das sei gerechter und garantiere ein höheres Niveau, hiess es. Aber Standardisierung heisse oft Vereinfachung, meint Klein warnend. Den Beweis hat er in einer 11. Klasse gefunden: Er legte den Schülern Mathe-Aufgaben aus der Analysis vor – eine aus der Zeit vor und eine aus der Zeit nach dem Zentralabitur. Das „Zentralabi“ ‚bestanden‘ alle bis auf 2, im Vergleichstest scheiterten 21 von 22.“
  • „Eine hohe Abiturientenquote verspricht nicht unbedingt eine florierende Volkswirtschaft. Rainer Bölling hat den Zusammenhang zwischen Abitur und Jugendarbeitslosenquote in Österreich, der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Italien untersucht und stellt fest: ‚Je höher die Abiturquote, desto höher die Arbeitslosigkeit. Es ist deprimierend‘, sagt Bölling. ‚Man müsste diesen Akademisierungswahn stoppen.‘ Er fürchtet, dass das Abitur zum neuen Hauptschulabschluss wird – und dass dabei vergessen wird, wie sehr das deutsche duale System in aller Welt bewundert wird. Erst 2013 lobte es der US-Präsident Obama in seiner State-of-the-Union-Rede.“
  • „Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hinken die Mathe-Leistungen bei Studienanfängern oft um ein halbes Schuljahr hinterher, um die Leseleistungen ist es noch schlechter bestellt. Selbst Mathe-Erstsemester besuchen Stützkurse in Mathe, ein Drittel aller Bachelor-Studenten bricht das Studium ab.“

Hoffnung auf Besserung besteht keine. Vielleicht auch egal, zieht es deutsche Studenten ohnehin vor allem in den öffentlichen Dienst. Auch ein Weg in den Sozialismus.

nzz.ch: Deutschland im Akademisierungswahn, 3. November 2014

Kommentare (34) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Hans
    Hans sagte:

    Akademisierungswahn begann in den sozialistischen 70ern bei gleichzeitigem Giesskannenprinzip in der Forschung. Die Universitäten wurden für die Masse und Gott und die Welt geöffnet. Jede Universität kostete den Steuerzahler mehr und es wurden die selben Staatsstellen geschaffen. Geld für alle möglichen Forschungsbereiche war dann nicht vorhanden und somit nicht besetzt, die Leute gingen in die USA oder Japan. Volkswirtschaftlich war/ist das konsumierend, sodass Steuergeld in der Bildung die neuen Staatsdiener glücklich macht, aber das Niveau nicht hebt. Am Ende ist man bei Professor Gender (unnötig), Vergangenheit (nicht der höhe der Zeit) und Dünnpfiff (Propaganda) angelangt. Letztere versuchen zu verkaufen, dass heutige Anforderungen zu gering seien und nicht dass es die eigene Generation verbockt hat.

    Sicher richtig ist, dass Standardisierung “Ausrechenbarkeit” bedeutet und bei viel stärker ernstgenommenen Abiturs bessere Noten rauskommen. Oder bestimmte Gymnasien zu Gesamtschulen wurden und allgemeine Noten verbesserten. Und dies überhaupt nicht auf eine verschulte Hochschule abgestimmt ist. Das gilt auch bei Auszubildenden. Massenunis, an denen das Geld versickert, schaffen kein Interesse als Mensch wirklich reinzuinvestieren, sondern Leute tun sich das nur an, um danach Geld zu verdienen, weshalb dort auch der Beschiss so groß ist. Schuld daran, ist die Überbewertung der Universitäten und Verpflichtung des Titels in Tarifverträgen bei Bekämpfung freier Verträge und Selbstständigkeit. Und das seit 50 Jahren! Selbstverständlich wird dann niemals die große Masse auf eine gute Universitätszeit verzichten und freiwillig weniger Gehalt für die selbe Leistung im Betrieb beziehen.

    Sinnlos auch “Obama” zu erwähnen, als sei das qualitativ. Zumal duales System nicht bedeutet, weniger Akademiker zu haben, sondern lediglich schon Arbeitende. Dass man in den USA trotzdem besser verdient, liegt daran, dass es keine Giesskanne gibt, schlechte Professoren fliegen und die “Akademisierung” weniger versickert.

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  2. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    >‚Je höher die Abiturquote, desto höher die Arbeitslosigkeit. Es ist deprimierend‘, sagt Bölling. ‚Man müsste diesen Akademisierungswahn stoppen.‘ >

    Man könnte ihn dadurch stoppen, dass die KOSTEN für die Erlangung des Abiturs ab einem bestimmten Schuljahr den Schülern auferlegt werden bzw. an zu erbringende schulische Leistungen gekoppelt werden – war so nach WK II in Westdeutschland −, selbstverständlich auch durch rückzahlbare Kredite.

    Könnte man, aber wird man nicht.

    Denn dadurch würde man den Schülern angeblich Chancen verbauen.

    Wir sind auf dem besten Weg den finalen Modus vivendi in unserer Gesellschaft zu erreichen:

    Die Wahrnehmung von Möglichkeiten im öffentlichen Raum, die staatlich nicht voll finanziert wird, ist DISKRIMINIERUNG.

    Antworten
      • Dr. Lucie Fischer
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @weico 03:39
        Für alle ( die sich noch trauen, die Zeichen zu erkennen ) wird deutlicher als deutlich : die zerstörerisch-destruktive Tendenz der Politik.
        Grenzen offen wie Scheunentore,
        ungerührt von Protesten oder Umfragen wird knallhart eine Brüssel-Agora-WEF-bestimmte Agenda durchgezogen, die Herrschenden scheinen sich ganz sicher zu fühlen. Diffamierungen , Bespitzelung
        ( Massen, Dr. Krall ) und Zensur werden immer drastischer.
        Beim absehbaren Zusammenbruch von Kaufkraft und sozialen Sicherungssystemen bieten kampfbereite Einmänner :
        Gewaltsame Plünderungen bei winterlichem Blackout , gewohnte Versorgung*** wird selbst organisiert, geplantes Gemetzel.
        Stillschweigende Beamtenschaft klebt an Versorgungshoffungen wie letzte Generation an Asphalt.
        Niemand kann sagen, er habe nichts geahnt:
        https://www.youtube.com/watch?v=1jknzDumBOs
        ***s. heute Tichys Morgenwecker, Gespräch mit Peter Hahne

    • TvZH
      TvZH sagte:

      Nun aus den Erinnerungen meines Vaters (1934-2013):
      “Damals wurden 10 Jahre Berufserfahrung einem Studienabschluss gleichrangig gewertet, so konnte ich ohne Probleme vom Kfz-Mechaniker zum Angestellten in der Marktforschung werden.”
      Aus Code Complete von Microsoft:
      “Jedes Jahr fangen Leute an zu programmerien. Nur ein Drittel davon hat Informatik studiert.”
      weniger akademische Arroganz könnte das Problem auch lösen. Erfordert aber ein Umdenken der Human Remains Departments und des Businesses.

      Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @GB

      “Ich kann nur jedem in diesem Zusammenhang empfehlen, das Video von Mathe Prof. Krötz anzuschauen.”

      Das Indienvergleich-Video hatten wir erst kürzlich.
      Es zeigt hauptsächlich ,wir durch harte Selektion nur die Besten aus der Masse an die Futtertöpfe bzw.an die gutbezahlten Jobs kommen.

      Indien hat Sektoren (Raumfahrt,Informatik usw.) in denen sie sehr stark sind .
      Solches bringt viele dann dazu, an das positive Indien- Narrativ deder westenlichen Medien zu glauben.

      Die grösste “Demokratie” der Welt (sic !) und “Wertepartner” Deutschlands (sic !) wird medial so hochgelobt ..wie China niedergeframt wird.

      Vernünftige und realistische Stimmen sind bei beiden Narrativen leider selten zu lesen.

      Über Indien wäre Hr. Mody zu empfehlen, um das positive Narrativ über Indien….etwas zu korrigieren.. :

      https://archive.li/5gcQj

      Antworten
  3. Bakwahn
    Bakwahn sagte:

    Die Thesen, Feststellungen, Warnungen etc., die in den letzten beiden Tagen in den Stelter-Texten zu lesen waren, sind alle durchweg „olle Kamellen“, alles längst bekannt, gesagt, diskutiert und von den zuständigen Kultur-, Schul-, Bildungspolitiker (fast aller Parteien) abgehakt und abgelegt; und zwar ohne je auf Wiedervorlage hoffen zu können.
    Die deutsche Öffentlichkeit, die Eltern, Schüler scheint die Bildungskatastrophe nicht zu stören.
    40 % eines Geburtenjahrgangs kommt mit dem Abitur, dem Zeugnis der Reife, daher. Ist doch prima.
    Noch schlimmer als die millionenfache Fehlleitung junger Menschen in ein akademisches Studium, dem viele intellektuell nicht gewachsen sind (ich erlebe es gerade bei einem Neffen aus der eigenen Familie), sind die vielen, die überhaupt keinen Bildungsabschluß meistern; und dazu auch keine Berufsausbildung schaffen.
    Das sind, neben einer handvoll ethnisch Deutscher, hauptsächlich Kinder und Jugendliche aus der in den letzten Jahrzehnten Zugewanderten. Diese waren und sind fast alle im Bereich des Analphabetentums. Wir haben unsere Gesellschaft mit einer millionenstarken bildungsfernen Unterschicht unterfüttert,

    Live aus dem Biergarten Stoffeln zu Düsseldorf – 8. September 2023 – 16:08 Uhr Ortszeit – ab heute gibts „Wiesn Bier“ hahaha
    Felix Haller – nicht erst seit 2013 alternativ

    Antworten
    • Bakwahn
      Bakwahn sagte:

      Ein Großteil der deutschen Bevölkerung scheint mit dem eigenen Niedergang und der eigenen Auslöschung einverstanden zu sein. Seit 2015 Millionen Armutszuwanderer, jedes kommende Jahr zwischen 300.000 bis 500.000 Neuzugänge. Fast ausschließlich Moslems, darunter ca. 75 % junge Männer, die allermeisten unqualifiziert, in der Nähe des Analphabetismus; die Masse mit einem IQ zwischen 85 – 95 (der Durchschnitt bei und Deutschen liegt bei 100).

      Das aktuell vorherrschende gesellschaftliche Bewußtsein in Deutschland kann folgendermaßen skizziert werden; hierbei stütze ich mich auf unsere Diskussionen über einschlägige Texte von Gunnar Heinsohn:
      Zwar wissen wir, daß man Wohlstand nur mit „Brainpower“, also mit Intelligenz, mit Bildung und qualifizierter beruflicher Ausbildung erreichen kann, gepaart mit Fleiß, Anstrengung, Leistungsbereitschaft und all den anderen Tugenden, die Individuen und Gesellschaften zu wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit befähigen. Es ist uns bewußt, daß wir im internationalen Wettbewerb nur mit höchster Leistung bestehen können.
      Jedoch:
      Wir haben die Pflicht, jeden der über unsere Grenze kommt, aufzunehmen, ihn willkommen zu heißen und ihn an unserem hart erarbeiteten Wohlfahrtsstaat teilhaben zu lassen.
      !Unsere Humanität ist uns viel wichtiger als unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit!
      UND DARAUF SIND WIR STOLZ!!!
      Wir verlangen auch keine verpflichtenden Gegenleistungen unserer Neubürger. Wenn diese bei der Integration in unsere Gesellschaft (z.B. mangelhafte Sprachkenntnisse, Arbeitsmarkt etc.) scheitern, dann haben wir Deutschen die Schuld an ihrem Scheitern. Dafür tragen wir die Verantwortung!
      Wir müssen unsere Leistungen steigern, müssen noch mehr fördern, noch mehr Geld sowie weitere materielle und personelle Ressourcen aktivieren, um es den Neubürgern so bequem wie möglich zu machen. Wir müssen uns ihnen auch kulturell und in ihrer Mentalität anpassen, damit sie sich nicht ausgegrenzt fühlen…..

      Live aus dem Biergarten Stoffeln zu Düsseldorf – 8. September 2023 – 16:15 Uhr Ortszeit – jetzt mit „Wiesn Bier“ hahaha
      Felix Haller – nicht erst seit 2013 alternativ

      Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Bakwahn

      “Die Thesen, Feststellungen, Warnungen etc., die in den letzten beiden Tagen in den Stelter-Texten zu lesen waren, sind alle durchweg „olle Kamellen“, alles längst bekannt, gesagt, diskutiert und von den zuständigen Kultur-, Schul-, Bildungspolitiker (fast aller Parteien) abgehakt und abgelegt; und zwar ohne je auf Wiedervorlage hoffen zu können.”

      Korrekt !

      Der ehemalige Präsident des Deutschen Lehreverbandes ,Josef Kraus, hat schon seit Jahrzehnten in seinen Büchern davor gewarnt.

      Er war 30 Jahre der “Oberlehrer der Nation”.. aber seine Warnung waren vergebens.

      In seinem Vortrag vor 5 Jahren, bringt er die ganze Problematik auf den Punkt.

      https://www.youtube.com/watch?v=kHA6VtA5fsw

      Antworten
  4. Rolf Peter
    Rolf Peter sagte:

    Was wäre denn die „richtige“ Akademikerquote?

    Bisher war es so, dass die Arbeitslosigkeit bei Leuten mit (Fach-) Hochschulabschluss deutlich niedriger lag als bei solchen mit „niedrigeren“ (oder keinen) Abschluessen. Das gilt meines Wissens auch fuer Jugendliche.

    Eine Korrelation zwischen Akademikerquote und allgemeiner Arbeitslosigkeit geht am Problem vorbei und sagt nichts aus.

    Allerdings gibt es innerhalb der Akademikerschaft auch erhebliche Unterschiede.

    https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Statistiken/Themen-im-Fokus/Berufe/AkademikerInnen/Allgemeiner-Teil/1-7-Arbeitslosigkeit.html?templateQueryString=akademiker

    MINT ist nicht unbedingt eine Jobgarantie.

    Vor ca. 40 Jahren, als ich Abitur gemacht habe in Baden-Wuerttemberg, wurde dort das Zentralabitur als Qualitätsausweise betrachtet. Heute ist es „fatal“. Aha!

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Rolf Peter

      “Vor ca. 40 Jahren, als ich Abitur gemacht habe in Baden-Wuerttemberg, wurde dort das Zentralabitur als Qualitätsausweise betrachtet. Heute ist es „fatal“. Aha!”

      Ja, weil das Niveau -aus der Zentrale in Stuttgart heraus gesteuert- extrem verwässert wurde, auch wenn Sie das offensichtlich nicht wahr haben wollen.

      Antworten
      • weico
        weico sagte:

        @Richard Ott

        “Ja, weil das Niveau -aus der Zentrale in Stuttgart heraus gesteuert- extrem verwässert wurde, auch wenn Sie das offensichtlich nicht wahr haben wollen.”

        Richtig..

        …nennt sich Noteninflation und hat sogar einen eigenen Wiki-Beitrag.

        Kommt auch in anderen Ländern ebenfalls vor, ist aber besonders in Deutschland schon sehr lange beliebt und “in Anwendung”.

        https://de.m.wikipedia.org/wiki/Noteninflation

        Nebenbei:
        Nicht umsonst reagieren Betriebe ja mit eigenen Einstellungstests auf diese staatliche Bewertungs-Misere.
        In der Schweiz gibt es heute praktisch keine Lehrstellen mehr, die OHNE einen berufsspezifischen Einstellungstest auskommen.

        Da auf staatliche Schulzeugnisse/Benotung leider kein Verlass mehr ist ,mussten die Azubi-Betriebe halt darauf reagieren.

        Die Tests haben einen positiven Nebeneffekt auf Schule und Lehrer.
        Durch solche eigenen Tests wissen Schule und Lehrer genau,dass sie den Schülern keinen Gefallen machen, wenn sie “utopisch” und “leistungsfern” bewerten/benoten.
        :-)

        https://www.berufsberatung.ch/dyn/show/3270

    • felix
      felix sagte:

      Eine sinnvolle Akademikerquote ergibt sich biologistisch aus dem Anteil der Menschen mit hinreichender Intelligenz (nichts unter 115). IQ allein ist natürlich keine hinreichende Eigenschaft, aber eine notwendige.
      Der Berufssohn wird natürlich trotzdem zum Abschluss getragen, wird den damit verbunden Jobanforderungen aber nicht gerecht werden.
      Die Forschung dazu ist seit Jahrzehnten erhärtet, die Lebenserfahrung der Menschen noch mehr.
      Man muss nicht jede Dummheit ständig neu auflegen, nur weil man progressiv sein will.

      Antworten
  5. Alexander
    Alexander sagte:

    Heinsohns Beitrag zum Akademikerwahn von 2012 mit diesem essay
    https://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article13890043/Keine-Schweisser-fuer-Toronto.html

    Strukturelle Inflation durch gesetzlich erzwungene Preiserhöhungen
    nach Verlust aller Menschen- und Grundrechte sind der Erfolg dieser Entwicklung….

    Axe the tax,
    You do (Trudeau’s) math
    https://www.youtube.com/watch?v=902MYYC228Y

    Die Akademie hat allen Respekt verspielt,
    demnächst in jedem Wahlkreis…..

    Läuft.

    Antworten
  6. Bauer
    Bauer sagte:

    >> bto: “Machte vor 40 Jahren noch weniger als ein Zehntel der Schüler die Reifeprüfung, sind es jetzt im Schnitt etwa 40 Prozent.”

    Man kann noch weiter zurückgreifen. Als ich mein Abitur vor 70 Jahren (in Bayern) machte, waren es gerade 5 % der Kohorte, die es soweit brachten. Akademische Titel = 3 % eines Jahrgangs. Das waren genug, um das Wirtschaftswunder zu steuern.

    Antworten
    • Alexander
      Alexander sagte:

      @Bauer

      “1959er Gymnasiasten über die Aufteilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg”
      https://www.youtube.com/watch?v=3zC6ag8KmIw

      Das Wirtschaftswunder verdankt die junge BRD den Aufträgen des Koreakrieges,
      Leistungbilanzüberschüsse als Initiation von Nachfrage für Investitionen. In der Folge gab man sich alternativlos dem wachsenden Wohlstand = Konsum hin, bis die Urenkel als FFF kids ihre Existenzgrundlage verdammen.

      Werte zu vermitteln versagt das Schulsystem seit 1945 aus Angst erneutem Missbrauch den Boden zu bereiten. Werte wären Schutz vor jener Dekonstruktion gewesen, die durch die 68er so erfolgreich alle Institutionen unterwanderte. Späte Einsicht der Altvorderen trifft -jetzt- auf totales Unverständnis aller Nachfolgenden.

      Der Kreis schließt sich, wenn erneut Missbrauch von Idealisten
      eine Gesellschaft in den Ruin dirigiert.

      Antworten
    • Jacques
      Jacques sagte:

      @Bauer:

      Das mag faktisch so sein, die Gründe dafür sind aber nochmal andere.
      Vor 70 Jahren waren die Kriegsfolgen noch spürbar und breiten Wohlstand gab es überhaupt nicht.
      Die wenigsten Familien konnten es sich leisten, dass die Kinder (als Bsp. meine eigenen Eltern) länger als nötig in der Schule verbleiben.
      Man kam so schon kaum über die Runden, da kann der Nachwuchs nicht bis zum 19. Lebensjahr im Gymnasium lernen und dann sogar noch studieren. Mit 15 Abschluss an der Volksschule und ab zum Arbeiten. So war es damals der Normalfall.

      Der steigende Wohlstand hat den Bildungsaufstieg für viele Familien und Kinder erst ermöglicht. Sieht man ebenfalls in Asien.
      Ein Anstieg auf 20-30% Abiturienten eines Jahrgangs ist demnach völlig nachvollziehbar.
      Das wir über das gesunde Maß längst hinaus sind, ist allerdings auch klar.

      Ich habe schon vor über 10 Jahren im Studium Kommilitonen aus NRW erlebt, die nichtmal ableiten konnten!

      Antworten
  7. komol
    komol sagte:

    Der Ak.wahn ist wichtig, denn ansonsten hätten wir heute nicht den pol. Wandel, den wir haben. Einfach ausgedrückt: Ein Schraubendreher wählt die, die ihn ausbeuten, ein Geistes-, Kultur- oder Sozialwissenschaftler nicht. Wichtig ist der Wandel, weil es um mehr geht als um Wirtschaft. Wirtschaft ist nur ein Teilsystem der Gesellschaft. Die wirt. Schwäche aktuell ist zwar traurig, aber der Preis für etwas, was viel viel mehr wert ist, und das werden auch noch die erkennen, welche die Welt nur durch ihre Ökonomiebrille sehen, also (noch) nicht sehen, was sie eben nicht sehen können. Wir helfen ihnen auf die Sprünge! Es wird am Ende auch für ihr Leben besser sein.

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @komol

      “Ein Schraubendreher wählt die, die ihn ausbeuten, ein Geistes-, Kultur- oder Sozialwissenschaftler nicht.”

      Das kann der Geistes-, Kultur- oder Sozialwissenschaftler ja auch gar nicht, weil er nichts leistet. ;)

      Stattdessen wählt er diejenigen, die ihm eine sinnlose pseudowissenschaftliche Ausbildung aufgeschwatzt haben, für die er sich vielleicht sogar noch selbst verschuldet hat.

      Antworten
      • Beobachter
        Beobachter sagte:

        Falsch, er wählt diejenigen, von denen er glaubt, dass sie ihm seine Nicht-Leistung lebenslang finanzieren.

      • Thomas M.
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Ott

        >Das kann der Geistes-, Kultur- oder Sozialwissenschaftler ja auch gar nicht, weil er nichts leistet. ;)

        Also inhaltlich würde ich ja widesprechen oder zumindest relativieren wollen, aber die Punchline… super Stand-Up Commedy-Bit :)

      • TvZH
        TvZH sagte:

        Problem ist ja auch, wer entscheidet wer überhaupt zur Wahl steht?
        Da findet die Selektion statt…

  8. Stoertebekker
    Stoertebekker sagte:

    Kleiner Trost. Andere sind auch nicht gefeit.

    USA ähnliches Thema (mit den resultierenden riesigen privaten Schuldenbergen).
    China ähnliches Thema (mit Millionen arbeitsloser Abgänger, denen nun “Eat bitterness und “Endure hardship” vom Führungspersonal empfohlen wird)

    Antworten
  9. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    Ein neuer Trend seit Corona ist allerdings, dass selbst die extrem verwässerten Abiturprüfungen noch zu schwer sind und inbesondere die Kultusministerien in unseren linksgrünen Problembundesländern deshalb willkürlich Bonuspunkte vergeben damit die Durchfallquoten nicht zu hoch werden:

    Mathe-Abi “zu schwer”: Niedersachsen hebt Noten um einen Punkt an
    https://www.celleheute.de/post/mathe-abi-zu-schwer-niedersachsen-hebt-noten-um-einen-punkt-an

    Antworten
    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      @RO Ich finde auch, wie Sie, dass die heute 18/19-jährigen nachträglich dafür abgestraft werden sollten, dass sie zwangsbehütet in den eigenen vier Wänden hausen mussten. Die Blaubraunen würden das mit Oberstudienrat H. an der Spitze garantiert knallhart durchziehen. Zum Wohle des Volkes.

      Antworten
      • Beobachter
        Beobachter sagte:

        Und wer war an der Zwangsbehütung schuld? Wenn das deutsche (Rest)volk nicht lernt, sich von der Obrigkeit zu emanzipieren, wird das nichts. Und übrigens, der Fetisch “AfD” und “rechts” zieht nicht mehr.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @JürgenWärmeP

        “Ich finde auch, wie Sie, dass die heute 18/19-jährigen nachträglich dafür abgestraft werden sollten, dass sie zwangsbehütet in den eigenen vier Wänden hausen mussten. ”

        Nanu, ich dachte immer, Heimarbeit sei supertoll und man könne im Home Office genauso viel leisten wie im normalen Präsenzbetrieb und deswegen müsse ja auch jedem das Recht auf Home Office eingeräumt werden?

        Oder gilt das etwa nur für Beamte und Behördenmitarbeiter und bei Schülern zeigt sich ganz eindeutig, dass sie nur in der Schule gut lernen können? ;)

    • komol
      komol sagte:

      @ott

      Wenn Sie wüßten .. Wir hatten vor einiger Zeit in einer Studie mal Mathematiker in ihrer Lebenswelt erforscht.. Ich kann ihnen nur eins sagen: Wenn wir eine Gesell. aus ausschließl. solchen Leuten hätten, dann gute Nacht. Je mathem. ein Mensch ausgebildet ist, desto mehr ist er Nutzobjekt der Kommunikation. Warum: Weil die Reflektionsfähigkeit über das soz. Geschehen fehlt, in welches dieser jeweilige Mensch eingebettet ist. Das bewirkt Komm. nämlich bzgl. des Bewußtseins tendenziell. Es ist nun einmal so, dass sich Komm. nur darauf angelegt ist, sich zu reproduzieren, aber wir müssen aufpassen, dass sich die dabei in Anspruch genommenen Bewußtseinssysteme nicht zu stark bzw. nicht zuuu viele zu stark entdifferenzieren, denn dann ist irgendwann auch für die Repr. von Komm. selbst gefährdet. Also das wird schon von selber gut gehen.. und deshalb ist die Entw. derzeit ja auch so wie sie ist (die zu große Vielzahl der Schrauber und Ingenieure wird kompensiert).

      Antworten
      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ komol

        >> “Wenn wir eine Gesell. aus ausschließl. solchen Leuten hätten, dann gute Nacht.”

        Heute bkommen Sie ausnahmsweise einmal eine direkte Antwort, denn wer Recht hat, dem soll man es auch sagen.

        Ich hatte durch Erziehung und Beruf lebenslang überdurchschnittlich viel Kontakt mit ‘solchen Leuten’, allein in der nächsten Familie drei, dann mit deren selektivem Umgang, usw. usw.

        Alle zeigten ein höchst eingeschränktes soziales Umfeld und kompletten Mangel an Sensibilität im sozialen Verhalten. Nur wenn man sie in ihrem ‘Käfig’ besuchte, konnte man mit brauchbaren Reaktionen rechnen.

      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ komol

        Ich melde mich nochmal, denn

        >> “die zu große Vielzahl der Schrauber und Ingenieure wird kompensiert”

        Sie tun den Schraubern und Ingenieuren unrecht. Wir bräuchten sie, wenn es diese noch in ausreichender Zahl gäbe. Das sind nämlich diejenigen, die durchaus befähigt wären, ‘solche Leute’ zu werden, die jedoch ihr gesunder Menschenverstand und ihr Gleichgewichtsgefühl davon abgehalten hat. Unser Problem ist doch heute, dass der berufliche Mittelbau (die Handwerksmeister und Fachingenieure) von der Akademikerschwemme leergesogen und in vielen Fällen durch angelernte ‘Schrauber’ ohne solides Grundlagenwissen ersetzt werden müssen.

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