Schock für den Getreide­markt

In den letzten Tagen habe ich meine Sicht auf die Wirksamkeit von Sanktionen vorgetragen. Sicherlich kann ich mich irren. Interessant fand ich zumindest diese Bestätigung in der FINANCIAL TIMES (FT) mit Blick auf den Markt für Nahrungsmittel:

  • “If the war is prolonged, it will impact millions of people living in places such as Egypt, Tunisia, Morocco, Pakistan and Indonesia. That could have political consequences. Local and imported grain shortages have been cited as one of the causes of the 2011 Arab Spring uprisings, as well as the Syrian civil war.” – bto: Es geht um die Preise für Nahrungsmittel und diese könnten durch die Decke gehen.
  • “It is all a reminder of the historic importance of Ukraine’s grain production. Evidence from the Nuremberg war crimes trials show the prospect of grain and grain lands were a big part of German motives for attacking Ukraine in 1941.And Lenin is credited with saying: ‘Wheat is the currency of currencies’.” – bto: In der Tat zeigen die Pläne der Nazis, dass es um die Kornkammer ging.
  • “(…) Russia and Ukraine are, or were, among the largest wheat exporters in the world. According S&P Global Platts, Russia and Ukraine together were projected to export 60mn tonnes of wheat in the crop year of 2021-2022. All Ukrainian wheat exports, and most Russian exports, pass through terminals along the north shore of the Black Sea. It is not certain when Black Sea ports can reopen. Ships are not available for chartering, and even if the owners were willing, insurance would be unavailable.” – bto: Das ist also schon ohne Sanktionen ein Problem.
  • “(…) in the 2021-2022 crop year, the US is forecast to export 22mn tonnes, less than half the Russia/Ukraine total, according to S&P Global Platts. Canada should export about 15.2mm tonnes and the EU 37.5mn tonnes.
  • “According to the US Department of Agriculture’s November World Agricultural Supply and Demand estimate, the carry-over is estimated to be 16.19mn tonnes by June 2022. That is not enough to offset the Black Sea shortfalls, even it were all available.” – bto: Es gibt wie bei Gas nicht ausreichend Reserven.
  • “(…) North African and Asian countries that depend on Ukrainian grain will be hoping the international community settles the Russian war quickly and that transport infrastructure and grain terminals are not sabotaged.” – bto: Das Risiko ist erheblich.
  • “(…) since Russia has prohibited the export of nitrogen fertiliser until April and China the export of phosphate fertiliser until at least June 2022, more grain output from other producing areas is even more problematic now.” – bto: China damals schon dabei?

ft.com (Anmeldung erforderlich): „Ukraine war disrupts global market for grains”, 26. Februar 2022

Kommentare (68) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Wolfgang Selig
    Wolfgang Selig sagte:

    @Alexander:

    Sie schreiben: “Europäische Geldgeschenke in die Sub Sahara Zone vergrößern die Inflation nicht das Angebot, immerhin könnte man mit den Geldmitteln Tickets nach Europa erwerben.”

    Ich antworte darauf sachbezogen und Sie reagieren mit:

    “Wären Sie so freundlich mir mitzuteilen, ob Sie den Nazi Charakter des Regiments Asov anerkennen oder nicht?”

    Das mir bisher unbekannte Regiment Asow ist laut wikipedia wohl in der Ukraine und das ist definitiv nicht in der Subsahara, sondern weitestgehend in Osteuropa.

    Ich bitte um Verständnis, dass ich auf solch wirren Gedankensprünge nicht mehr eingehen werde; das war meine erste und letzte Antwort an Sie. Und nur um das klarzustellen: ich bin weder für Russland noch für die Ukraine, weil ich von beiden Ländern, ihren Sprachen, ihren Konfessionen und ihrer Geschichte viel zu wenig verstehe; ich bin einfach nur gegen den Krieg, gegen Straftaten und gegen alle Nazis, egal welcher Nation. Und wenn dieses Regiment aus Nazis bestehen sollte, wofür laut meiner soeben stattgefundenen Google-Recherche auch sehr viel spricht, dann bin ich dagegen. Es hatte nur überhaupt nichts mit dem Thema zu tun und ich lasse mich von niemandem auf diesem Portal Gesinnungstests zu willkürlichen Themen unterziehen, auch nicht von Ihnen..

    Leute wie Sie werden vermutlich der Grund sein, dass Herr Dr. Stelter die Kommentarfunktionen entweder irgendwann schließt oder künftig moderiert und im Zweifel einzelne Foristen abschaltet. Also reißen Sie sich entweder an der Tastatur zusammen oder meiden dieses so wertvolle Forum bitte. So wie ich Herrn Stelters Zeitbudget einschätze, wird er sich die Moderation nicht antun und zwar m.E. nach der Lekture von Äußerungen wie der Ihren vollkommen zurecht; er hat wirklich wichtigeres zu tun. Für Diskussionen auf diesem Niveau ist seine Intelligenz zu hoch und sein Talent zu selten. Denn wir werden es in den kommenden volkswirtschaftlichen Turbulenzen national dringend brauchen.

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  2. Nur ein Bürger
    Nur ein Bürger sagte:

    So, nun geht der Umbau und die Erziehung der Gesellschaft voran : https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/oel-als-druckmittel-koennen-wir-putin-mit-tempolimits-autofreien-tagen-und-e-autos-schaden/28127444.html
    Die ersten Nachrichten platzieren, natürlich alles im Namen des guten Kriegs gegen Putin, und dann solche Dinge einfordern. Keiner ( bis auf eine kleine Minderheit der Mittelschicht die das ja alles bezahlen muss ) wird dagegen sein.

    Hallejuja !

    Antworten
  3. Lele Castello
    Lele Castello sagte:

    Kartoffeln essen wird man müssen. Wir sind im März in 30-60 Tagen wird in der Ukraine Mais angebaut. Dort ist jetzt die Hölle die auf Erden, keine Lastwagen, kein Saatgut, keine Strassen, keine Brücken. Das kann Tricky werden dort eine Ernte rauszuholen.

    Antworten
  4. Felix
    Felix sagte:

    Nochmals zum Blog. Ich schätze ihn sehr. Ich lese auch gerne die Bücher von Herrn Dr. Stelter, empfinde aber die Kommentare hier im Blog als wertvolle Erweiterungen.

    @ Alexander: Ich denke auch, wir haben Ihren Punkt begriffen. Feuer einstellen, oder “Stopfen”.
    @ Alle Kritiker von Alexander: Früher schrieben immer die Sieger die Geschichte und kamen damit durch. Diese Zeiten sind vorbei. Es ist auch ein wesentlicher wirtschaftlicher Faktor, wenn in den Gesellschaften überall starke Minderheiten sind, die eine andere Meinung haben, die “nicht sein darf”. Nach allgemeiner Erfahrung sind diese Menschen verärgert, aufgeregt, gehen in die innere Kündigung oder gar in eine Form des Widerstands.

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    • weico
      weico sagte:

      “@ Alle Kritiker von Alexander: Früher schrieben immer die Sieger die Geschichte und kamen damit durch. Diese Zeiten sind vorbei.”

      Zum Glück sind diese Zeiten vorbei.

      In Zeiten des Internet’s, wo jede offizielle Rede von Ausschüssen, Sicherheitskonferenzen ,politischen Reden, wikileaks usw. von JEDEM frei abrufbar ist, kann jeder die FAKTEN nachprüfen…ob diese FAKTEN auch mit der offiziellen Medienmeinung ,des jeweiligen Landes, übereinstimmen.

      Um nochmals auf mein Beispiel/Kommentar von vor 2 Tagen einzugehen:

      “Meine Beobachtung:

      Seit ca.8 Std. sind die Besucherzahlen um knappe 600’000 gestiegen.
      Zurzeit 13.198.022 . Die Kommentare sind bei 15496 “eingefroren” . Die jüngsten Kommentare sind 11 Tage alt.

      Mal schauen wie sich die Zahlen entwickeln werden.

      Warum das die Leute JETZT nicht mehr kommentieren dürfen ,kann sich jeder selber denken. Für eine Demokratie sind genau solche Entwicklungen verheerend bzw. absolut kontraproduktiv.”

      https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/auch-putins-scheitern-wirkt-negativ-auf-maerkte-und-weltwirtschaft/#comment-230849

      Ein Zuwachs in knapp 2 Tagen, für einen geopolitischen Vortrag von 2015, um mehr als 1.4 Millionen… ist absolut erstaunlich. Zurzeit 14.543.289 Aufrufe.

      Erstaunlich ist LEIDER auch, dass die Kommentare “eingefroren” wurden, als die Leute erkannten, dass Mearsheimer die FAKTENLAGE schon vor Jahren korrekt beschrieben und den KONFLIKT korrekt vorausgesagt und die Lösung aufzeigte hat.

      Man schaue sich nur die Kommentare an, dann ist der Grund völlig klar..

      Wie hoch die Kommentarspalte und die Zustimmung jetzt wohl wären, kann sich jeder selber vorstellen.

      Antworten
  5. Peter Grotmann
    Peter Grotmann sagte:

    Gerne appelliere ich erneut an Herrn Stelter, die Kommentarfunktion NICHT zu schliessen.

    Hier lässt sich viel lernen, auch zum aktuellen Thema, das in den Mainstreammedien fehlt.

    Ganz sicher gibt es keinerlei Rechtfertigung für diesen Angriffskrieg, aber so mancher hier erwähnte Aspekt (Regiment Asow, Nazi-Kollaborateur Bandera als Nationalheld) bezeugen erneut, dass politische Sachverhalte kompliziert und selten schwarz-weiss sind.

    Diese Diskussion ist wichtig, und zwar nicht, um den Amoklauf eines Diktators zu entschuldigen, sondern weil es vermutlich auch hier einen Nachkriegszeit geben wird.

    Und wer die Geschichte weder kennt oder ihre Komplexität ignoriert, ist bekannt verdammt, die Fehler zu ignorieren.

    Antworten
    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      @ Peter Grotmann
      „Und wer (…) Komplexität ignoriert, ist bekannt verdammt, die Fehler zu wiederholen“.

      Zum Verständnis der Folgen von politischen und ökonomischen Entwicklungen gehört auch die Auseinandersetzung mit Faktoren, die im Verborgenen liegen, die nicht dem unmittelbaren eigenen, zumeist begrenzten Informationszufluss entsprechen, die mit Kausaldenken nicht erreichbar sind und deren Bewertung erst nach einer Vernetzung gelingt, an den möglichst viele Sichtweisen vertreten sein sollten. Es macht diesen Blog aus, dass über die reine Ökonomie hinaus viele Themen mit sehr vielen Sichtweisen / Faktoren angesprochen werden. Das bekommt man woanders kaum geboten.

      Zurzeit werden wirtschaftliche Folgen einer kriegerischen Auseinandersetzung mit globalen Wirkungen aus verschiedenen Perspektiven diskutiert. Dafür gebührt Herrn Dr. Stelter für seinen Einsatz höchste Anerkennung, denn der lebhafte Blog ist für Nutzer kostenfrei und für jedermann zugänglich.

      „Diese Diskussion ist wichtig, und zwar nicht, um den Amoklauf eines Diktators zu entschuldigen, sondern weil es vermutlich auch hier einen Nachkriegszeit geben wird“.

      Es gibt Kommentatoren hier, die sehen keinen Amoklauf, sondern eine Notwendigkeit, die Menschen zusammen zu schießen oder nehmen deren Ermordung und Vertreibung als Kollateralschaden in Kauf – so deren wahrgenommene Sprachweise. Herr Dr. Stelter selbst wird sich einer solcher Entwicklung entledigen (müssen). Besser noch: diese Akteure verziehen sich auf andere Felder, weil hier kein fruchtbare Boden für das Gedankengut ist. Wäre im Sinne von Dr. Stelter wünschenswert.

      Antworten
      • weico
        weico sagte:

        JürgenP

        “Es gibt Kommentatoren hier, die sehen keinen Amoklauf, sondern eine Notwendigkeit, die Menschen zusammen zu schießen oder nehmen deren Ermordung und Vertreibung als Kollateralschaden in Kauf – so deren wahrgenommene Sprachweise.”

        Sie haben völlig recht.

        Es ist absolut unverantwortlich von diesen Kommentatoren, die deutsche Sanktionspolitik und die massiven Waffenlieferungen zu preisen,die den Konflikt nur verlängern .

        Statt mit aller Kraft darauf hinzuwirken, dass ALLE Konfliktpartner schnellstens an den Verhandlungstisch kommen, wird mit EU-Milliardensummen die Kriegs-und Aufrüstungsspirale angeheizt. Das solches noch von einer mehrheitlich Rot-Grünen Friedensregierung kommt, ist absolut schändlich.
        Deutschlang WIEDER zuvorderst ..wie man es ja KENNT !!

        Man kann da eine weniger “soziale” Regierung, für Besonnenheit und Vernunft, nicht genug loben.

        https://ungarnheute.hu/news/orban-wir-stehen-im-kreuzfeuer-der-grossen-geopolitischen-akteure-24148/

      • JürgenP
        JürgenP sagte:

        @weico “Sie haben völlig recht”. Danke, dass Sie das auch so sehen.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @weico

        Hier sehen Sie mal wieder: Ironie funktioniert im Internet einfach nicht.

        @JürgenP

        “Es gibt Kommentatoren hier, die sehen keinen Amoklauf, sondern eine Notwendigkeit, die Menschen zusammen zu schießen oder nehmen deren Ermordung und Vertreibung als Kollateralschaden in Kauf – so deren wahrgenommene Sprachweise.”

        Nein, einen “Amoklauf von Putin” sehe ich tatsächlich nicht. Wer sich schon länger als nur die letzten 2 Wochen mit der Ukraine beschäftigt hat und auch nicht von der bizarren und äußerst scheinheiligen Idee besessen ist, dass Staaten ihr Handeln an moralischen Kriterien ausrichten sollten, der dürfte eine ganze Reihe vollkommen rationaler Erklärungen dafür finden, wieso Russland (das Land hat übrigens noch mehr Einwohner als nur “Putin”) so agiert wie es agiert.

        Aber wie kommen Sie auf den ganzen Rest? Hat die ukrainische Kriegspropaganda Ihr Bewusstsein vernebelt? Oder möchten Sie unbedingt Dinge in Aussagen hineininterpretieren, die so nie gefallen sind, um sich selbst moralisch zu überhöhen oder vielleicht ein Paar Leute zum Schweigen zu bringen, die Dinge sagen, die Ihnen nicht gefallen?

        Eine “Notwendigkeit [!!], die Menschen [offenbar denken Sie an jedermann, nicht nur an Soldaten] zusammenzuschießen”, sieht hier jedenfalls niemand und Vertreibungen kann man schon ganz grundsätzlich nicht “in Kauf nehmen”, sondern muss sie aktiv betreiben. Das wollen weder die Russen noch die überwiegende Mehrheit der Ukrainer – ausgenommen die ukrainischen Nazi-Battalione (es gibt ja nicht nur Azov, sondern zum Beispiel auch noch den “Rechten Sektor”), deren Namen nicht genannt werden dürfen weil es ja angeblich nichts mit dem Thema zu tun hat…

        Im Krieg sterben allerdings Soldaten, das liegt im Wesen des Krieges. Und leider auch oft Zivilisten, aber ich kenne niemanden auf russischer Seite, der den Tod von Zivilisten abfeiern würde, so wie das merkwürdigerweise die von Ihnen “wahrgenommene Sprachweise” ist.

      • @foxxly
        @foxxly sagte:

        @ r ott 08:29
        ein netzfund…………. darf man sowas bringen, ohne als putinversteher gebrandmarkt zu werden?

        eine mögliche erklärung für das schnelle eingreifen russlands

        Der ehemalige ukrainische Premierminister Mykola Asarow berichtet:

        ◾Seit Dezember 2021 hat Russland Informationen über die Pläne der NATO erhalten, vier Militärbrigaden (zwei Land-, eine See- und eine Luftbrigade) in der Ukraine zu stationieren. Eine Luftbrigade mit der Fähigkeit, Nuklearsprengköpfe zu tragen.

        ◾Die NATO wollte die Einführung von Truppen im Sommer 2022 auf der Sitzung des UN-Sicherheitsrates genehmigen. Bis Ende des Jahres würden sie einen Konflikt provozieren und eine umfassende Militäraktion mit Atomwaffen gegen Russland starten.

        ◾Die russische Regierung hat beschlossen, diese Situation einzudämmen und Ordnung in die Ukraine zu bringen.

        ◾Erst jetzt ist es möglich, Informationen über die Vorbereitung einer Provokation und eines anschließenden Angriffs mit Vernichtung der Bevölkerung in der LNR und DNR zu veröffentlichen.

        ◾Die AFU, die von den Nationalen Sicherheitskräften angeführt wird, bereitete sich darauf vor, am 25. Februar 2022 eine Militäroperation im Donbass zu starten.

        ◾Donezk, Luhansk und mehrere andere Städte sollten zunächst nicht eingenommen, sondern umzingelt werden. Vor einer “vollständigen Säuberung” war eine Blockade von Bevölkerungszentren vorgesehen.

        ◾Putin war Kiew und den Plänen des Westens buchstäblich 24 Stunden voraus. Einen Tag vor Beginn des Krieges zur Auslöschung der russischsprachigen Bevölkerung im Donbass wurden folgenschwere Entscheidungen getroffen.

        ◾️Warum sind sie so hysterisch? Denn es war alles für die Einnahme von Gebieten vorbereitet, doch plötzlich, einen Tag zu früh, wurden Einheiten der LNR und der DNR, unterstützt von den russischen Streitkräften, aktiv.

    • weico
      weico sagte:

      @Peter Grotmann

      “Und wer die Geschichte weder kennt oder ihre Komplexität ignoriert, ist bekannt verdammt, die Fehler zu ignorieren.”

      Richtig.

      Wer nach den gemachten Fehlern dann noch die Auswege aus der Krise ignoriert/blockiert und dabei nicht erkennt, wo die eigentlichen Probleme der ZUKUNFT liegen…. aus WESTLICHER GEOPOLITISCHER SICHT gesehen …. dem ist wirklich nicht zu helfen… wenn er den nächsten grossen liberalen Fehler begeht.

      Why the Ukraine Crisis Is the West’s Fault (September/October 2014)

      “The United States will also someday need Russia’s help containing a rising China. Current U.S. policy, however, is only driving Moscow and Beijing closer together.
      The United States and its European allies now face a choice on Ukraine. They can continue their current policy, which will exacerbate hostilities with Russia and devastate Ukraine in the process—a scenario in which everyone would come out a loser. Or they can switch gears and work to create a prosperous but neutral Ukraine, one that does not threaten Russia and allows the West to repair its relations with Moscow. With that approach, all sides would win.”

      Antworten
  6. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    @ Alexander

    >Wenn Tatsachen nicht mehr aussprechbar sind, gibt es auf keinem politischen Feld mehr Hoffnung.>

    Sie können doch aussprechen, was Sie für Tatsachen halten.

    Oder hat man es Ihnen verboten?

    Hat man nicht.

    Was Sie NICHT zur Kenntnis nehmen wollen:

    Ihre Posts hier, wie die aller anderen, werden ERLAUBT und GEDULDET.

    Sie verstehen dies als ein RECHT, das Sie umstandslos BEANSPRUCHEN können.

    Das ist ANMASSUNG.

    Ich hätte nichts dagegen, wenn Ihnen der Unterschied zwischen Duldung und Recht durch ZUGANGSVERWEIGERUNG zu diesem Blog gelehrt würde.

    Was mich betrifft, wäre es kein Verlust, weil die allermeisten Ihrer Beiträge O.T. sind und mit Tatsachen sehr wenig zu tun haben.

    Antworten
    • Alexander
      Alexander sagte:

      @ Dietmar Tischer

      Ich muss verrückt sein, mich die ganze Zeit mit unbequemen Aussagen angreifbar zu machen. Dass jeder Aussage nachprüfbare Tatsachen zugrunde liegen – läßt Sie zu sooo alt aussehen.

      Die Reaktion ist furchteinflößend und zielt darauf ab jede Duldung durch bto zu verwirken. Inhaltlich gibt es nichts als Empörung und Emotion.

      Dass Sie zu feige sind klare Position für einen Nachrichtenbeitrag des ZDF zu beziehen überrascht nicht. Dass Sie mangels Inhalt – gestern bei foxxly – gerne in persönlichen Angriffe abstürzen, wäre für mich ein Grund Sie bei bto zu sperren.

      Gemäß Hanna Arendt verliert eine Gesellschaft ohne Tatsachenwahrheit ihre Handlungsfähigkeit
      https://youtu.be/helZc310GBM

      Läuft.

      Antworten
      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        Der Mond besteht nicht aus Käse.

        In Deutschland darf man nackt Auto fahren.

        Es gibt schwarze Schwäne.

        Es gibt wieder Wölfe in Deutschland.

        Dieser Beitrag von mir ist komplett O. T, was Absicht ist.

        Alles o. g. sind Tatsachen.

        Alles o. g. ist Whataboutism in Überspitzung.

        Dieser tatsachenbasierte Beitrag ist unbequem, weil er die Diskussion entgleisen lassen will. Aber es sind Tatsachen – also muss ich ernst genommen werden. Verrückt!

        Wäre das hier nicht ironisch gemeint, müsste ich für meine eigene Sperrung sein.

        Ich gefalle mir als Querulant deshalb so gut, weil mich jede Gegenrede bestätigt. Ich kann also nicht mehr Unrecht haben. Das ist der Gipfel geistiger Bequemlichkeit.

        Tatsache!

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Christian Anders

        “Alles o. g. ist Whataboutism in Überspitzung. Dieser tatsachenbasierte Beitrag ist unbequem, weil er die Diskussion entgleisen lassen will.”

        Jaja, Linke nörgeln immer über “Whataboutism” herum, wenn irgendjemand in einer Diskussion eine Tatsache anbringt, die für sie unbequem ist. (Dass Sie jetzt wahrscheinlich bestreiten werden, überhaupt ein Linker zu sein, macht das ganze nur noch lustiger…)

        Sie möchten dann das Diskussionsthema unbedingt so eng definieren, dass die unerwünschte Tatsache schon außerhalb des Themas liegt und angeblich “die Diskussion entgleisen lässt”. Ich kenne das noch aus der Zuwanderungsdebatte 2015/2016, wo mir sogar von verzweifelten Linken (oder vielleicht waren es auch nur von der Willkommens-Dauerpropaganda gehirngewaschene Naive) vorgeworfen wurde, dass ich mit Statistiken vom Arbeitsamt oder vom Bundeskriminalamt “Derailing” betreiben würde. Tatsächlich ging es natürlich nur darum, das Märchen von den zuwandernden “Fachkräften” aufrecht zu erhalten und jeden zum Schweigen zu bringen, der an ihm rütteln wollte.

        Heute heißt das Märchen: “Die Ukraine ist Putins armes Opfer und führt einen gerechten Krieg.”

        Sie möchten es soooo gerne glauben, und ich kann schon das wütende Empörungsgeschrei hören, weil Sie es hassen, wenn jemand Ihnen Ihr neues liebstes Märchen kaputt macht, aber dieses Propagandamärchen stimmt so einfach nicht. Und wenn wir in Zukunft auch weiter irgendwie mit Russland auskommen wollen ohne das Land völlig zu isolieren oder zu vernichten, dann sollten wir von diesem Propagandamärchen ganz schnell wieder abrücken, denn ansonsten wird eine Einigung ausgesprochen schwierig.

        Wir sollten allerdings Interesse an einer Einigung haben, ansonsten wird es für uns sehr teuer und schmerzhaft, mit möglicherweise unkalkulierbaren Folgen für den Rest der Welt. Spätestens hier sollten Sie auch dann, wenn Sie sich heute besonders begriffsstutzig stellen wollen, merken, dass wir beim Thema sind.

        Der Preis ist nicht hoch, wir müssen nur ein paar hundert wirklich unappetitliche ukrainische Neonazis über die Klinge springen lassen und schon würden die Russen merken, dass wir vielleicht tatsächlich noch zu einer differenzierten Betrachtung des Konflikts in der Lage sind. Aber was weiß ich schon, ich hielt auch die Neutralität der Ukraine für etwas, das wir im Westen ganz leicht akzeptieren könnten.

        “Ich gefalle mir als Querulant deshalb so gut, weil mich jede Gegenrede bestätigt. Ich kann also nicht mehr Unrecht haben. Das ist der Gipfel geistiger Bequemlichkeit.”

        Wer behauptet das? Wenn Sie glauben, dass Alexander Unsinn behauptet, dann widerlegen Sie ihn doch. Ich bin sehr gespannt, wie Sie das anstellen wollen, die Geschichte von den ukrainischen Regierungstruppen-Nazis im Azov-Batallion stimmt auch nach meinen Informationen tatsächlich und sie macht mittlerweile überall auf der Welt ihre Runden, wo die Ukraine-Nachrichten nicht der journalistischen Kriegspropaganda-Selbstzensur unterliegen: https://www.aljazeera.com/news/2022/3/1/who-are-the-azov-regiment

        Sie möchten gerne unbequeme Tatsachen ignorieren, weil sie ahnen, dass die Ihr Weltbild erschüttern könnten. *DAS* ist der Gipfel geistiger Bequemlichkeit.

      • Markus
        Markus sagte:

        @CA:
        “In Deutschland darf man nackt Auto fahren.”

        Da bin ich mir nicht so sicher. Bin auf dem Gebiet allerdings nicht bewandert.

      • Christian Anders
        Christian Anders sagte:

        @R. Ott @Markus

        „Heute heißt das Märchen: “Die Ukraine ist Putins armes Opfer und führt einen gerechten Krieg.”
        Sie möchten es soooo gerne glauben“

        Sie imaginieren wie üblich etwas in meine Beiträge hinein, was da nicht steht, nicht mal meta oder subsub. Glaube ich nicht und würde ich auch nicht gerne glauben.
        Ging ja auch um was ganz anderes.

        Zum Autofahren: Barfuß ist verboten, Tatsache. Sie hatte Schuhe an…

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander, @ Richard Ott

        Sie reden von UNBEQUEMEN Aussagen bzw. Tatsachen.

        Ich weiß vermutlich schon bevor Sie geboren wurden, dass 1973 der Putsch in Chile gegen Allende MASSGEBLICH durch die USA ermöglicht wurde.

        Hier nachzulesen:

        https://nsarchive2.gwu.edu/NSAEBB/NSAEBB123/chile.htm

        Daraus:

        >When Nixon notes that “our hand doesn’t show on this one though,” Kissinger responds that “We didn’t do it” [referring to the coup itself]. I mean we helped them….created the conditions as great as possible.”>

        Die USA hat es gewollt und ist durch „Schaffung von GRÖSSTMÖGLICHEN Bedingungen“ für die Realisierung diese Putsches ursächlich SCHULDIG geworden.

        Daran gibt es nichts, aber auch wirklich NICHTS zu deuteln, z. B. auch nicht, dass durch die entschädigungslose Verstaatlichungen, die von der Unidad Popular unter Allende vorgenommen wurden, die Inflation MASSIV anstieg.

        Was ist an diesen Sachverhalten UNBEQUEM?

        NICHTS.

        Sachverhalte, denen Wahrheit attestiert werden kann, SIND.

        Ob sie der EINE oder ANDER oder KEINER als unbequem ansieht oder moralisch SO oder SO bewertet, ist an diesem BLOG:

        KEIN THEMA.

        Es geht um Ökonomie, d. h. die WIRTSCHAFTLICHEN Folgen von ENTSCHEIDUNGEN und MASSNAHMEN.

        Wenn Sie notorisch ANDERE Themen aufrufen, MISSBRAUCHEN Sie diesen Blog.

        Nehmen Sie dies zur Kenntnis und posten Sie entsprechend statt ihn mit Ihrem hier unerheblichen Geschwafel VOLLZUMÜLLEN.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @Alexander

        Das ‘sich-aufs-Spiel’ Setzen!

        “Ich muss verrückt sein, mich die ganze Zeit mit unbequemen Aussagen angreifbar zu machen.”

        Nur die ‘unbequemen Aussagen’ helfen uns weiter! Wir leben in Phasen höchster Kreativität!

        In verschiedenen geschichtlichen Zusammenhängen beobachten wir zeitlich begrenzte dynamische Entwicklungen, bei denen sich selbständig periodische Strukturen bilden, nachdem zuvor ein ursprünglich räumlich homogener Zustand instabil geworden ist, also ein Phasenübergang stattgefunden hat.

        Der wichtigste Zeitpunkt eines Phasenüberganges ist die alles bestimmende ‘Dunbar-Zahl’, die Gemeinschaften und Gesellschaften voneinander trennt, wobei letztere vom Debitismus als eine “Beschreibung dessen, was passiert, wenn Schulden im System sind”, bestimmt werden.

        Der Debitismus schafft mit der Schuldhaftigkeit einen Phasenraum der Schwingungen und Wellen: Die Schulden unterliegen schließlich einem Wachstums- und Entwicklungsprozess, der in allen Einzelheiten als Debitismus diskutiert wird.

        Es ist zu erkennen, dass der Goldene Schnitt und die Fibonacci-Folgen von ursprünglicher und allgemeingültiger Bedeutung sind – sie sind ein objektives Entwicklungsmuster in der Natur und stellen optimale Vereinfachungen in der Entwicklung und Konstruktion dar. Er tritt überall dort in den Verhältniszahlen auf, wo ein Lebewesen größere Komplexität aufweist. Der Goldene Schnitt ist Tor zu einer übergeordneten Problematik – er umfasst alle Lebensbereiche.

        Beatrice Audétat (früher Lukas) in ‘sectioaurea’ und Dr. Dr. Ruben Stelzner in ‘golden-section’

        Die gesamte lebendige Natur strebt dem Goldenen Schnitte als Attraktor zu – auch die Ökonomie menschlicher Gesellschaften bewegt sich gemäß dem Debitismus auf diesen “nobelste aller irrationalen Zahlen” hin. Die unterschiedlichsten Systeme sind aus formloser Gewalt hervorgegangen, ruhen auf formal-rechtlicher Herrschaft und enden wieder in Gewalt.

        Der uns interessierende irrationale Attraktor ist sehr seltsam und vor allem chaotisch. Für gesellschaftliche Systeme (Menschen, Gesellschaften, Länder, Staaten, Imperien usw.) bedeutet das: Sie haben einen bestimmten Einzugsbereich, kleine Änderungen des Anfangszustandes erzeugen unterschiedliche systemische Verläufe, alle Fibonacci-EMAs – unter Beachtung und Deutung ihrer Beziehungen untereinander und ihrer Knotenpunkte –, die im Einzugsbereich starten, konvergieren gegen den finalen chaotischen Punkt. Dabei sind die Fibonacci-EMAs der Schlüssel zu allem.

        Es wird durchgehend in den Foren noch viel zu sehr in Institutionellem, personalisierten und greifbar-dinglich-materiellen (Zentralmacht, Element, Untertan, usw. usf.) stationären Gegebenheiten gedacht und damit – in Worten von Hans-Peter Dürr – in der ‘Apfelpflücksprache’ formuliert. Das vor allem in der heutigen Zeit vorherrschende Denken in relationalen und funktionalen Zusammenhängen, kommt leider zu kurz. Eben keine Welt der Äpfel- oder der Billardkugeln, sondern das Reich von Potenzialitäten – der Offenheit, Gestalten, Schwingungen, Beziehungen, Wirkverhältnisse und Kräfte –, die, wie wir mit C. F. von Weizsäcker wissen, wieder in der alten Sprache formuliert werden müssen, weil keine andere zur Verfügung steht.

        Gerade heute im Zeitalter der Simulation, in dem „die Bilder der Medien mächtiger und wirklicher geworden sind als die Wirklichkeit selbst“, erleben wir infolge des ‘Realitätsrausches’, der ‘Orgien der Kommunikation’ und der ‘Reden ohne Antwort’ (Jean Baudrillard) den wechselseitigen Umschlag der Polaritäten.

        Es gilt zu verstehen, dass gemäß den hermeneutischen Prinzipien der Polarität und der Entsprechung die sich im Laufe von Jahrzehnten entfaltende ökonomische Evolution (Ausgeben, Auskehren) gleichzeitig mit der Involution (Einsaugen, Rückentwicklung) zu betrachten ist. Das System funktioniert im Hinblick auf den systemimmanenten gegebenen Umschlag von Chaos (Leid, Armut) in Harmonien (Wachstum, Wohlstand) – und umgekehrt.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @Alexander

        “Wir leben in Phasen höchster Kreativität!” Das Prinzip ‘Rückzug und Wiederkehr’

        Carles de Gaulle engagierte sich nach dem 2.Weltkrieg in der französischen Politik. Er war Ministerpräsident einer Übergangsregierung – trat dann aber aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über eine neue Verfassung zurück. Nach weiteren Misserfolgen verließ er die Politik und zog sich 1953 nach Colombey-les-Deux-Églises in die Privatsphäre zurück. Nach dem Chaos und den Misserfolgen der 4. Republik in Indochina, des Putsches französischer Generäle während des Algerienkrieges und der konstitutionellen Krise wurde de Gaulle 1958 aus der Provinz nach Paris zurückgerufen und für sechs Monate zum Ministerpräsidenten gewählt. Mit einer neuen Verfassung gründete er die 5. Republik und war deren Präsident.

        Wilhelm Kaisen war von 1928 bis 1933 Senator für Wohlfahrtspflege in Bremen. In dieser Zeit ereignete sich auch der Zusammenbruch des Nordwolle-Konzerns, die Zahlungsunfähigkeit der Danat-Bank, damals drittgrößte Bank in Deutschland, sowie der größten Bank Nordwestdeutschlands, der Schröder-Bank. Nach dem erzwungenen politischen Rückzug erwarb er im Sommer 1933 eine Siedlerstelle im Großen und Weißen Moor an der Wümme und lebte dort zurückgezogen mit seiner Familie als Bauer und Moorkolonist. Ab August 1945 wurde er Präsident der Bürgerschaft. Da gibt es ein berühmtes Bild, das mittlerweile im Privatbesitz und wohl nicht mehr öffentlich zugänglich ist, mit Theodor Heuss im Kuhstall des Bauern Wilhelm Kaisen:

        „Bundespräsident Theodor Heuss kam am 26. Januar 1953 … inoffiziell nach Bremen. Kaisen mußte wegen einer starken Erkältung das Haus hüten. Heuss besuchte ihn in seinem Siedlungshäuschen an der Peripherie der Stadt. „Willst du auch meinen Ochsen sehen?“ fragte Kaisen schließlich seinen Freund Heuss; – „Natürlich, gern!“ Kaisen schob den Riegel von der Tür zurück, die die Wohnküche vom Stall trennt … und sehr zur Überraschung des Bundespräsidenten stand da der Ochse „Heinrich“ in voller Größe vor ihm. Theodor Heuss kraulte den Ochsen „Heinrich“ zwischen den Hörnern … Seitdem heißt Kaisens Ochse nicht mehr Heinrich, sondern „Theodor“!“

        Eine längere Pause und schöpferischen Phase innerhalb eines Rückzuges und Wiederkehr tritt oft in Verbindung mit dem Phänomen auf, wie kreative Menschen ihre Ideen und Werke darstellen, der Öffentlichkeit zugänglich machen und der Nachwelt hinterlassen.

        Carl Friedrich Gauß, der schon im Alter von 16 Jahren Vermutungen über Erweiterungen zu einer nicht-euklidischen Geometrie angestellt hatte – nach Zweifeln bzgl. der euklidischen Geometrie als 12-Jähriger –, veröffentlichte nur einen Bruchteil seiner Entdeckungen, weil er das ‘Geschrei der Boeoter scheue’ – der anderen Gelehrten –, wie aus einem Briefwechsel mit Friedrich Wilhelm Bessel zu entnehmen ist.

        “Inzwischen werde ich wohl noch lange nicht dazu kommen, meine sehr ausgedehnten Untersuchungen darüber zur öffentlichen Bekanntmachung auszuarbeiten, und vielleicht wird dies auch zu meinen Lebzeiten nie geschehen, da ich das Geschrei der Boeoter scheue, wenn ich meine Ansicht ganz ausspreche.”

        Gemäß Baudrillard ist das alles sehr in Ordnung: die binären Gegensatzpaare – schön/hässlich, wahr/falsch, Sinn/sinnlos, echt/gefälscht, real/imaginär, Original/Kopie oder Ursache/Wirkung – sind sowieso nicht mehr entscheidbar.

        Die Ununterscheidbarkeit von Bild und Wirklichkeit, die Unvollständigkeitssätze, die Unschärferelation und die Unsicherheit der Nachschuldnersuche zeigen uns die grundlegende Ungewissheit der Welt. Die Unschärfe besagt ja, je näher das Subjekt dem Objekt kommt, desto mehr weicht es in Raum und Zeit aus – die Welt entzieht sich uns, sie spielt mit uns. Nicht wir beherrschen die Welt – nein umgekehrt: Die Welt beherrscht uns. Das bedeutet, dass unsere Hoffnungen und Wünsche von der Welt verweigert werden.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @Alexander

        “Wir leben in Phasen höchster Kreativität!”

        Auf der berühmten fünften Solvay-Konferenz im Jahr 1927 in Brüssel über Elektronen und Photonen wurde die neu formulierte Quantentheorie mit den dominierenden Persönlichkeiten Albert Einstein und Niels Bohr (Bohr-Einstein-Debatte) diskutiert. 17 der 29 Anwesenden besaßen oder bekamen in der Folgezeit den Nobelpreis. Die jungen Leute, die an der Entwicklung der Atomtheorie mitgearbeitet hatten, bezeichneten die fünf Jahre nach der Konferenz als das “goldene Zeitalter der Atomphysik”.

        Im Sommersemester 1925 begann Werner Heisenberg an der Universität Göttingen in seiner wissenschaftlichen Arbeit mit dem Versuch, die richtigen Formeln für die Intensitäten der Linien im Wasserstoffspektrum zu erforschen.

        Heisenberg schreibt dazu in https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Teil_und_das_Ganze :

        “Dieser Versuch mißlang. Ich geriet in ein undurchdringliches Dickicht von komplizierten mathematischen Formeln, aus denen ich keinen Ausweg fand. Aber bei diesem Versuch befestigte sich in mir die Vorstellung, daß man gar nicht nach den Bahnen der Elektronen im Atom fragen dürfe, sondern, daß die Gesamtheit der Schwingungsfrequenzen (der sogenannten Amplituden) als ein vollwertiger Ersatz der Bahnen gelten könnte. Jedenfalls konnte man diese Größen ja direkt beobachten.”

        Seine Pläne mit den einfacheren mathematischen Modellen des schwingenden Pendels und den Schwingungen in Molekülen wurden jäh unterbrochen: Heisenberg erkrankte an Heufieber und musste sich für 14 Tage fern von blühenden Büschen und Wiesen in die Seeluft auf der Insel Helgoland zurückziehen und auskurieren. Einige Tage genügten ihm, um den aufgetretenen mathematischen Ballast abzuwerfen und einfache mathematische Formulierungen seiner Fragen zu finden. Es wurde ihm klar, dass in seinen Abhandlungen nur ‘beobachtbare Größen’ eine Rolle spielen sollten. In allen Gliedern seiner Theorie hatte sich der Energieerhaltungssatz als gültig erwiesen. Ein schönes Beispiel zum Thema ‘Rückzug und Wiederkehr’, um Abstand zu gewinnen.

        Mithilfe der europaweiten Community der Quantenmechaniker gelang es, eine mathematisch widerspruchsfreie Darlegung zu erstellen, die sich vollständig äquivalent erwies zur späteren ‘Schrödinger-Gleichung’.

      • Johann Schwarting
        Johann Schwarting sagte:

        @Alexander

        “Wir leben in Phasen höchster Kreativität!”

        Auch im Debitismus und der Machttheorie spielen ‘beobachtbare Größen’ eine grundlegende Rolle. @Zandow sagt:

        “Das Schöne an dottores Theorie ist doch, daß er zu jedem Punkt Belege liefern kann. Seine Erkenntnismethode ist hauptsächlich historisch, nicht nur theoretisch (siehe dazu den Methodenstreit zwischen Menger und Schmoller Ende 19.Jhh.). dottore hat bisher jedes Gegenargument mit archäologischen, ethnologischen, schrifttümlichen usw. Belegen widerlegt. Bei der Betrachtung von Artefakten und Schriften sind natürlich unterschiedliche Interpretationen möglich. Diese sind jedem freigestellt. Doch aus einer anderen Interpretation, als der von dottore, eine in sich geschlossene Theorie zu präsentieren, ist bisher niemandem gelungen. Du bist herzlich eingeladen, dazu einen Versuch hier im Forum zu starten.”

        Ich denke, dass Heisenbergs Satz: “die Gesamtheit der Schwingungsfrequenzen (der sogenannten Amplituden) als ein vollwertiger Ersatz” für viele debitistische Fragestellungen gilt – vor allem werden wir den Wust der Ausführungen überwinden. Das lese ich z.B. auch aus @Ashitakas Betrachtungen über die Fourier Analyse heraus. In welchem Verhältnis stehen eigentlich Wellen mit hohen Frequenzen und kurzen Wellenlängen und Wellen mit niedrigen Frequenzen und langen Wellenlängen zueinander?

        Die Einfachheit einer Darstellung hat einen objektiven Charakter, es handelt sich nicht nur um Denkökonomie. Geschlossene Systeme von grundlegenden Annahmen, Axiomen und dergleichen, die bis dahin noch von niemandem ausgedacht worden sind, können als ‘wahr’ gelten, weil sie als Realität auf die Wirklichkeit zielen.

        Wie Werner Heisenberg vom Wechselspiel in der europaweiten Community der Quantenmechaniker mit dem Ziel gemeinsamer Erkenntnisse getragen wurde und geistig lebte, so werden auch die interessierten User vom Wechselspiel in der Community der Debitisten und der Machttheoretiker getragen und geistig leben mit dem Ziel der Gewinnung gemeinsamer Erkenntnisse.

        Und nicht nur das: Paul C. Martin als Initiator des Debitismus und der Machttheorie wird eines Tages in einem Atemzug mit Max Planck als einem Begründer der modernen Physik des 20. Jh. genannt werden.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Johann Schwarting

        Ich schlage vor, dass Sie die Administration dieses Blogs bitten, Ihre E-Mail-Adresse mit der von Alexander tauschen zu dürfen.

        Ist dies erfolgt, können Sie mit ihm Ihre BESTÄTIGUNGSRITUALE nach Belieben betreiben, ohne dabei – wie hier − irgendjemanden belästigen zu müssen.

        Denn es ist BELÄSTIGUNG, was Sie hier veranstalten.

        Nicht nur ich, sondern jeder kann sehen, dass an diesem Blog und insbesondere an DIESEM Thread NIEMAND ein INTERESSE daran hat, Thesen zum Debitismus eines Dottore gepredigt zu bekommen.

        Sie haben doch schon verlinkt, wo die Gemeinde Ihrem Gott huldigt.

        Da können Sie jeden empfangen, der das auch will.

        Hier sind Sie auf einer Mission, zu der Sie niemand gerufen hat.

        Und NIEMAND Sie braucht.

        Denn hier hat jeder seinen eigenen „Gott“, mit und ohne Taufe.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @Johann Schwarting

        Wir schulden unseren Quellen die Verbreitung, damit das öffentliche Wissen hilft Fehler zu vermeiden. Das unlösbare Finanzierungsproblem friedlich zu lösen ist nicht zuviel verlangt.

        Ich danke Ihnen für den Zeiteinsatz, egal wo….

  7. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    Der Artikel gibt leider nicht an, wieviel Millionen Tonnen Getreide die Ukraine und wieviel Millionen Tonnen Russland in den letzten Jahren exportiert haben.

    In der Ukraine wird dieses Jahr ganz sicher SEHR VIEL weniger produziert werden.
    In Russland wird vermutlich ETWAS weniger produziert werden.

    Unabhängig von der Lieferlogistik, aber verstärkt durch ihre Beeinträchtigung wird der Getreidemarkt einen SCHOCK erleben.

    Auch wenn der Schock mangelnden Angebots für WEIZEN am größten sein wird, betrifft er das GESAMTE Getreideangebot.

    Die Welt wird instabiler mit Folgen, die noch nicht absehbar sind.

    Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass DADURCH eine verstärkte Migrationswelle auf Europa zurollt.

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @DS

      “Die Welt wird instabiler mit Folgen, die noch nicht absehbar sind.

      Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass DADURCH eine verstärkte Migrationswelle auf Europa zurollt.”

      Absolut.

      Sanktion sind für ein riesiges Rohstoffland wie Russland …mit starkem Partner China als Abnehmer ,wie schon gesagt, KONTRAPRODUKTIV und verursachen “unabsehbare Nebenwirkungen” .

      Nicht umsonst sagte der russische Botschafter in Schweden :
      „Entschuldigen Sie meine Ausdrucksweise, aber wir scheißen auf ihre ganzen Sanktionen.“ Russland halte bereits zahlreiche Sanktionen aus, welche „gewissermaßen eine positive Wirkung auf unsere Wirtschaft und Landwirtschaften“ hätten, so Tatarinzew.
      „Neue Sanktionen sind nichts Positives, aber sie sind auch nicht so schlimm, wie der Westen behauptet“, so der russische Botschafter in Schweden.”

      Antworten
    • Stoertebekker
      Stoertebekker sagte:

      @DTischer

      Das mit den Ernten bleibt abzuwarten. Wintergetreide ist schon in der Erde. Sommergetreide müsste jetzt langsam in den Boden. Wie die Ukraine das mit Sommer- und Wintergetreidesaat üblicherweise macht, weiß ich nicht.

      Und wenn es zügig zu nem Waffenstillstand kommt, könnte auf hochmechanisierten Feldern die Saatpflege mit vergleichsweise wenig Personal stattfinden. Nehme an, dass die Flüchtlinge vorwiegend aus den großen Städten kommen.

      Wenn allerdings Treibstoff und Wartungspersonal knapp werden, wird’s schwierig.

      Antworten
    • JürgenP
      JürgenP sagte:

      @DT „Die Welt wird instabiler mit Folgen, die noch nicht absehbar sind“.

      Auch wenn es den einen oder anderen zentralistischen Despoten auf der Welt gibt, so ist das System „Globale Wirtschaft“ mit all seinen Sub-Sub-Sub-System als ein im höchsten Maße selbstorganisierendes (evolvierendes) System zu verstehen.

      Wenn heute von einer „neuen Europäischen bzw. globalen Weltordnung“ mit neuen Kräfteverteilungen usw. die Rede ist, so drückt es einen global wirkenden Prozessmusterwechsel aus, der bei Musterwechseln in selbstorganisierenden Systemen immer mit Destabilisierung bestehender Zustände und mit Leistungseinbrüchen verbunden ist.

      Die Folgen der Instabilität, die Neugestaltung und die weitere Entwicklung ist prinzipiell unvorhersehbar. In Bezug auf das Management von Institutionen (Verwaltung, Unternehmen) gilt es anzuerkennen, dass das „Schiff“ nunmehr eine Zeitlang unterwegs ist zu neuen Kontinenten und niemand die Route und die Risiken kennt.

      Insoweit reduziert sich in der Phase der Instabilität vorübergehend die Handlungsfähigkeit der Akteure, jedoch erhöht sich die Anpassungsfähigkeit und Kreativität.

      Das kann, muss und wird auch den Umgang mit Migrationswellen einschließen. Was dabei an Friktionen herauskommt, ist ein Frage der AnpassungsFÄHIGKEIT auf Seiten aller Beteiligter. Seltsam ist, dass diese momentan bei den bisher so störrischen Osteuropäern besonders hoch ist, obwohl die Aufnahmequote für “Ausländer” durch die Decke schießt. Es scheint auf die Begleitumstände anzukommen, dann geht immer etwas.

      Antworten
    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Stoertebekker, @ JürgenP

      Schon richtig, was Sie sagen.

      Allen Erwägungen vorgeschaltet sollte m. A. n. sein, dass beide Länder, die Ukraine der Lage nach sehr viel mehr als Russland, in einem Schock SIND und NICHT zur Tagesordnung übergehen werden, auch wenn DENKBAR ist, dass sie das „eigentlich“ könnten.

      Die dafür erforderlichen landwirtschaftlichen Großgeräte dürften jedenfalls kaum im Kriegseinsatz sein und auch nicht zerstört werden.

      Auch an Saatgut dürfte es nicht mangeln.

      Aber zu viel ist im Fluss, als dass irgendetwas Genaueres als Tendenzen auszumachen ist.

      Die alles mehr oder weniger determinierende Variable ist die DAUER des Kriegs.

      Antworten
  8. PhilSt
    PhilSt sagte:

    Neben den ganzen geopolitischen Perspektiven in miliätischer Hinsicht zwischen Russland und Nato, haben scheinbar einige auch nicht daran gedacht wie reich die Ukraine ist. Es ist an sich ein Wunder das die Bewohner so arm sind.

    Die Ukraine ist nach Flächen das zweitgrößte Land in Europa und hat eine Bevölkerungszahl von über 40 Millionen – mehr als Polen.

    Ukraine rangiert:
    Erster in Europa in nachweislich wiedergewinnbaren Uranerzenreserven;
    2. Platz in Europa und zehnter Platz der Welt in Bezug auf Titanerzreserven;
    2. Platz der Welt in Bezug auf die erforschten Manganerzreserven (2,3 Milliarden Tonnen oder 12 % der weltweiten Reserven);
    zweitgrößte Eisenerzreserven der Welt (30 Milliarden Tonnen);
    2. Platz in Europa bei Quecksilbererzreserven;
    3. Platz in Europa (13. Platz der Welt) bei den Schiefergasreserven (22 Billionen Kubikmeter)
    4. der Welt nach dem Gesamtwert der natürlichen Ressourcen;
    7. Platz der Welt bei den Kohlereserven (33,9 Milliarden Tonnen)

    Die Ukraine ist ein wichtiges landwirtschaftliches Land:

    Erster in Europa in Bezug auf Ackerflächen;
    3. Platz in der Welt durch die Fläche schwarzer Erde (25 % des weltweiten Volumens);
    1. Platz der Welt bei den Exporten von Sonnenblumen und Sonnenblumenöl;
    2. Platz der Welt bei der Gerstenproduktion und 4. Platz bei Gerstenexporten;
    drittgrößter Produzent und viertgrößter Maisexporteur der Welt;
    4.größter Kartoffelproduzent der Welt;
    5.größter Roggenproduzent der Welt;
    5. Platz der Welt bei der Bienenproduktion (75.000 Tonnen);
    8. Platz der Welt bei Weizenexporten;
    9. Platz der Welt bei der Produktion von Hühnereiern;
    16. Platz der Welt bei Käseexporten.
    Die Ukraine kann den Nahrungsmittelbedarf von 600 Millionen Menschen decken.

    Die Ukraine ist ein wichtiges Industrieland:

    Erster in Europa bei der Ammoniakproduktion Europas und das viertgrößte Erdgasfernleitungssystem der Welt;
    drittgrößte in Europa und achtgrößte der Welt, was die installierte Kapazität von Kernkraftwerken angeht;
    3. Platz in Europa und 11. in der Welt, was die Schienennetzlänge angeht (21.700 km);
    3. Platz in der Welt (nach den USA und Frankreich) bei der Produktion von Ortungsgeräten und Ortungsausrüstung;
    3.größter Eisenexporteur der Welt
    4.größter Exporteur von Turbinen für Kernkraftwerke der Welt;
    4. Weltgrößter Hersteller von Raketenwerfern;
    4. Platz der Welt bei Lehmexporten
    4. Platz der Welt bei den Titan-Exporten
    8. Platz der Welt bei den Exporten von Erzen und Konzentrate;
    9. Platz in der Welt bei den Exporten von Produkten der Rüstungsindustrie;
    10.größter Stahlproduzent der Welt (32,4 Millionen Tonnen).

    (ohne Gewähr)

    Man erkennt aber eine Tendenz. Dieses Land ist doppelt interessant. Es liegt geostrategisch zwischen Russland/Asien und Europa und hat noch eine Menge Bodenschätze. 40 Mio Menschen, zum Teil gar nicht schlecht ausgebildet.
    Das weckt Begehrlichkeiten auf allen Seiten.

    Auch das spielt bei dem Konflikt eine Rolle.

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      “Man erkennt aber eine Tendenz. Dieses Land ist doppelt interessant. Es liegt geostrategisch zwischen Russland/Asien und Europa und hat noch eine Menge Bodenschätze. 40 Mio Menschen, zum Teil gar nicht schlecht ausgebildet.
      Das weckt Begehrlichkeiten auf allen Seiten.

      Auch das spielt bei dem Konflikt eine Rolle.”

      Sicher spielen solche Überlegungen ebenfalls eine grosse Rolle.

      Ich denke aber, es ist die tiefe Gespaltenheit der Ukraine die Dauerkonflikte verursacht und verursachen wird.

      Schön beschrieben in einem Artikel von 2014.
      https://www.spiegel.de/politik/ausland/kampf-um-die-ukraine-schachspiel-im-minenfeld-a-954527.html

      Es würde mich nicht wundern, wenn eines Tages die Ukraine so oder so ähnlich aufgeteilt wird, wie die Karte veranschaulicht.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @weico

        Die Karte aus dem Link entspricht auch ziemlich genau der “Frontlinie” bei der letzten gesamtukrainischen Präsidentschaftswahl im Jahr 2010 zwischen der damals prowestlichen Tymoschenko und dem prorussischen Janukowitsch, hier das Ergebnis des 2. Wahlgangs:

        https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/26/%D0%94%D1%80%D1%83%D0%B3%D0%B8%D0%B9_%D1%82%D1%83%D1%80_2010_%D0%BF%D0%BE_%D0%BE%D0%BA%D1%80%D1%83%D0%B3%D0%B0%D1%85-en.png

        Man beachte die Polarisierung. Im Donbass wählten 90% den prorussischen Kandidaten. Im Umland von Lwiw, wo die Banderisten ihre Hochburg haben, wählten 90% die prowestliche Kandidatin. Von den großen Städten sind nur Kiew und Lwiw prowestlich, die anderen alle prorussisch.

        (In dem leicht prorussischen Zipfel ganz im Westen der Ukraine lebt übrigens die ungarische Minderheit…)

        Ich kann mir unmöglich vorstellen, wie ein so gespaltenes Land als Ganzes weiter existieren kann wenn man es zwingt, sich entweder für Russland oder den Westen zu entscheiden, aber vielleicht hilft da ja das “Wasserstoff-Diplomatiezentrum”, das Baerbock kurz vor Kriegsausbruch errichten wollte.

      • PhilSt
        PhilSt sagte:

        @weico @ Richard Ott habe von “Neurussland” und den “Wahlen” dort auch schon gelesen. Und denke das wenn es für Russland optimal läuft. “Neurussland” an sie fällt und die andere Grenze wird der Dnepr.
        Kann auch sein das diese nördlichen gebite nur als komplett Neutral gelten müssen. Aber Russland wird sich seine ganze Grenze absichern wollen. Der Westen hat den “Preis” so teuer gemacht, das auch jetzt besitmmt das “Optimum” rausgeholt werden soll.

        Kiew wäre nicht die erste gespaltene Stadt. In einer Westukraine würde Lemberg eh mehr Gewicht bekommen.

        Erst dachte ich es läuft wie Georgien 2008. Langsam bin ich mir nicht mehr sicher. Es könnte auch eine Zerschlagung wie in Jugoslawien werden.

      • weico
        weico sagte:

        @PhilSt

        “Kann auch sein das diese nördlichen gebite nur als komplett Neutral gelten müssen. Aber Russland wird sich seine ganze Grenze absichern wollen. Der Westen hat den “Preis” so teuer gemacht, das auch jetzt besitmmt das “Optimum” rausgeholt werden soll.

        Kiew wäre nicht die erste gespaltene Stadt. In einer Westukraine würde Lemberg eh mehr Gewicht bekommen.”

        Möglichkeiten gibt es viele und es wird sicherlich spannend.

        Ich glaube aber kaum an die Dnepr-Grenze bzw. das man in Russland erpicht ist Kiew zu teilen und sich damit Dauerprobleme aufzuhalsen. Politisch wäre es für die Ukraine und NATO wohl auch ein No-Go .

        Vielleicht sind wir am Ende auch alle erstaunt, wie wenig Russland eigentlich will (wie angekündigt) .

        Neutralität der Ukraine, Entmilitarisierung und kein NATO-Beitritt .

        Es würde der EU/NATO dann vor Augen führen, dass die “Sonderoperation” nur erfolgte, um die X-fach von Russland angestrebten und missachteten Sicherheitsziele durchzusetzten und es nicht darum ging/geht,die Ukraine “einzuverleiben” .
        Die EU/NATO stände dann mit “abgesägten Hosen” da und jeder würde erkennen , welche verheerenden Auswirkungen ihre jahrzehntelange Osterweiterungs-Diplomatie hatte..

        Sergey Lavrov dazu:

        Russia is confident that the situation around Ukraine will be resolved. “A solution will certainly be found, I have no doubt about it. The conditions that we view as a minimum are no secret,” Lavrov said.

        “Moscow is ready to hold talks with Kiev but will continue the military operation because it can’t “let Ukraine keep infrastructure facilities that threaten Russia.” “Demilitarization in this sense will be completed, even if we sign a peace agreement. This agreement will certainly include such a paragraph,” the top diplomat noted.”

        https://tass.com/politics/1416067

        Nebenbei:
        Ob die Krim und der Donbass dann von der UN als russisches Gebiet anerkannt werden, wird sich zeigen. Vielleicht macht die UN ja die gleichen Fehler wie bei den Golanhöhen und die Gebiete bleiben ein “Dauerzankapfel”.

      • weico
        weico sagte:

        @Richard Ott

        “Ich kann mir unmöglich vorstellen, wie ein so gespaltenes Land als Ganzes weiter existieren kann wenn man es zwingt, sich entweder für Russland oder den Westen zu entscheiden,”

        Kann ich mir ebenfalls nicht vorstellen.

        Das Land ist so gespalten, dass es auch zur Spaltung kommen wird. Je früher je besser.. für ALLE.

        Die Geschichte Europas lehrt, dass Grossmächte die Grenzen gezogen haben.
        Wurden diese Grenzen einigermassen vernünftig gezogen, dann hielt das Gebilde aka Nation.

        Falls die Grenzen unvernünftig gezogen werden, zerfällt das Gebilde im schlimmsten Fall ..oder das Gebiet wird grösser, in dem es Gebiete annektiert …oder das Gebiet wird kleiner weil es von Sezession betroffen ist.

        Man sollte einfach mal 200 Jahre zurückschauen und einwenig die Naivität von ewigen Grenzen ablegen (besonders in Deutschland) und die Karte, nach dem Wiener Kongress , betrachten.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Kongress#Übrige_europäische_Staaten

        Wer die Karte mit der heutigen Zeit vergleicht der sieht, welche Gebiete “gehalten” haben und welche Gebiete sich noch Heute in der “Grenzfindung” befinden und in ihrer “nationalen Identität” noch “etwas herumeiern”.

        Nebenbei:
        Die Schweiz wurde am Wiener Kongress ja nur nicht unter den damaligen Grossmächten aufgeteilt bzw. als Satellitenstaat missbraucht, weil sich deren Interessen gegenseitig zufest überschnitten und man die Erfahrung der Jahre 1798 bis 1813 unbedingt vermeiden wollte .

    • @foxxly
      @foxxly sagte:

      @ philst
      wenn heuer nicht ein ausgesprochen gutes “pflanzen-jahr” wird, also beste wachs- und erntebedingungen, – dann könnten am ende die lebensmittel wirklich knapp werden, weil der handelsdünger so teuer geworden ist, wegen den energiepreisen.

      eine normal durchschnittle ernte an gemüse, getreide und futterpflanzen, wird sicher die versorgung schon knapper werden lassen.

      heuer ein schlechtes wetter wäre für die versorgung in herbst, winter und frühjahr, ziemlich schlimm.

      Antworten
  9. Felix
    Felix sagte:

    China hat rekordverdächtige Vorräte von allem angelegt und seine Bevölkerung vor Monaten aufgerufen, maximale Lebensmittelvorräte anzulegen. Ich habe das auch getan und mein privates Umfeld informiert.
    Die weitere Entwicklung ist meiner Meinung nach nicht mehr kalkulierbar.

    Gestern habe ich erfahren, dass die Biden-Regierung schon seit Monaten von einem Angriff ausging, weil sie die russischen Sicherheitsforderungen 2021 nicht beantwortet hatte und die Geheimdiensterkenntnisse dafür sprachen.

    Biden hielt es für eine gute Idee, die Chinesen als Vermittler hinzuzuziehen und hat China die Erkenntnisse der US-Geheimdienste zur Verfügung gestellt, die sie wiederum Russland zur Verfügung gestellt haben und Biden hingehalten haben.

    Schließlich haben US-Beamte, die das alles eine ziemlich blöde Idee fanden, es an US-Zeitungen geleakt. Loyalerweise erst nachdem sich dieser Plan als Fehler erwiesen hatte.

    Mein Schluss daraus ist, dass die USA zwar stark profitieren (könnten), zumindest die Politik dieses Ereignis nicht wollte. Vielmehr hat man sich vollkommen verschätzt.
    Das gleiche Muster sehe ich seit Jahrzehnten auch in unserer Politik. Wir haben leider vergessen, dass oberhalb des Rechts und der Wirtschaft das Militär die bestimmende Kraft ist.

    Antworten
    • Stoertebekker
      Stoertebekker sagte:

      @Felix

      Volle Zustimmung zum letzten Satz.

      Auf der anderen Seite wollen wir mal sehen, ob Putin nicht auch vergessen hat, dass sich seine Finanzierer und mittlerweile auch größere Teile der Mittel- und Oberschicht so an den westlichen Lebensstil gewöhnt haben, dass massive Entzugserscheinungen auftreten. (galt bei den Alt-Stasis rund um Schalck-Golodkowski auch)

      Am Ende sitzen wir ALLE in einem Boot. Und alle Seiten haben einen Tunnelblick.

      Antworten
    • @foxxly
      @foxxly sagte:

      @ felix
      >>Vielmehr hat man sich vollkommen verschätzt.<<

      das glaube ich so nicht!
      russland/putin waren/sind immer nüchterne und realistische strategen!

      vielleicht hat sich die usa in der tatkraft, bzw, dass russland in dieser form es macht, etwas verschätzt.

      aber letztlich ist dies im sinne von usa, wenn die spaltung von EU un D zu russland wirklich funktioniert.
      so ist es deren wirtschaftlicher vorteil, mindestens so große wie der nachteil von uns.

      usa haben den konflikt ja auch kräftig geschürt und mrd $ investiert, da wollen sie auch mal ernten davon.

      dass usa die ukraine voll in den westen integrieren kann und gleichzeitig die spaltung zu russland erreichen kann, so naiv waren nicht, aber versucht hatten sie es.

      Antworten
  10. Stoertebekker
    Stoertebekker sagte:

    Jetzt kommt irgendwie alles zusammen bzw. fliegt gerade auseinander, um danach neu zusammengesetzt zu werden. Meine Erwartung wäre, dass sich Produzenten und in deren Gefolge auch Händler von Waren grundsätzlich neue Aufstellungen überlegen (müssen). Bzgl. Rohstofflieferanten, Standorten, Supply-chains insgesamt. Das aktuelle Chaos betrifft ja nicht nur politische Rahmenbedingungen und Corona sondern auch noch Digitalisierung, Datenschutz, Klima usw.

    Reichlich kompliziert. Kein einfacher Job für all die Unternehmen, diese Unsicherheiten zu navigieren. Manchmal ist es ganz gut, zum älteren Eisen zu gehören…

    Antworten
    • Carsten Pabst
      Carsten Pabst sagte:

      Hallo Stoertebekker,
      das alte Eisen ist der Schrott, der keinen Gebrauchswert mehr besitzt und auf einem Sammelplatz vor sich hin rostet.
      Gestern erst Alteisen weggebracht. Scherenschrott 245€/to. Da rostet nichts vor sich hin, die Preise gehen durch die Decke. Das wird auf absehbare Zeit auch so weitergehen. Beispiel Gas, gestern reingeflattert:

      Sehr geehrte Kunden,
      leider haben sich unsere Befürchtungen bewahrheitet, sodass die politischen Spannungen in Europa zu einem gewaltigen Anstieg des Gaspreises geführt haben. Aus dem Grund können wir Ihnen momentan leider nur Tagespreise anbieten, da es zurzeit nicht absehbar ist, wann sich die Lage im Osten wieder entspannen wird.
      Ihr aktueller Gaspreis erhöht sich somit ab sofort um 0,20 €/ kg + Mwst.

      Im Dezember waren wir noch bei 0,14€/ kg und da war es schon teuer. Die Inflation frisst sich unbarmherzig in die Gesellschaft, wir sind erst am Anfang. Und da wir älteren Säcke belastbarer sind, ist es ganz gut, mehrere heiße Eisen immer Feuer zu haben :-)

      Und bei allem Leid in der Ukraine hat das ganze zumindest für uns bräsige Deutsche einen gehörigen Lerneffekt: Bullerbü ist vorbei.
      Wie immer halt. Es muss erst schlechter werden, damit es wieder besser wird. Und wer jetzt noch in Deutschland fordert, hierzulande bestes Ackerland mit Photovoltaik- Anlagen zu überdecken, sollte einen Freifahrtschein der Deutschen Bahn in die Ukraine geschenkt bekommen. Dort kann er/sie dann für seine/ihre Ideologie kämpfen.

      Und im Hinblick auf den nächsten Winter fällt mir der alte Witz der Indianer ein:

      Zwei Indianer gehen zum Medizinmann und fragen ihn wie der Winter wird. Der wirft ein paar Steine in die Luft und sagt:
      “Es wird ein kalter Winter. Geht in den Wald und sammelt viel Holz.”
      Am nächsten Tag kommen wieder einige Indianer und fragen ihn wieder, wie der Winter wird. Er wirft wieder die Steine in die Luft und sagt:
      “Es wird ein kalter Winter. Geht in den Wald und sammelt viel Holz.”
      Die nächsten Tage kommen immer wieder Indianer, auch von anderen Stämmen, und fragen ihn wie der Winter wird. Jedesmal wirft er die Steine und sagt:
      “Es wird ein kalter Winter. Geht in den Wald und sammelt viel Holz.”
      Schließlich überlegt er sich, ob das auch stimmt, was er da erzählt. Deshalb ruft er beim Wetteramt an und fragt wie der Winter wird. Dort bekommt er zur Antwort:
      “Es wird ein kalter Winter. Die Indianer sammeln Holz wie die Verrückten.”

      Für die Indianer setzen sie Deutsche ein und für den Medizinmann von mir aus den örtlichen Bürgermeister oder wen auch immer.
      Und immer dran denken: Wie der Vogel sch…ßt, so das Holz auch reißt!
      Beste Grüße
      Carsten Pabst

      Antworten
      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @C Pabst

        You made my (start in the) day. Immer gute Kommentare. 👍

        PS Wieso haben Sie eigentlich ein Profilbild???

      • Carsten Pabst
        Carsten Pabst sagte:

        Hallo Stoertebekker,
        weil ich ein hübscher Bub bin und nichts zu verbergen habe😉
        Gut, der erste Teil des Satzes könnte gelogen sein. Zum zweiten Teil stehe ich. Ich mag das offene Wort und Visier, das gefällt mir auch an Herrn Stöcker. Man muss nicht immer seiner Meinung sein, aber ich sehe ein Gesicht zu dem Kommentar. Wenn ich mich unterhalte, blicke ich meinem Gegenüber ja auch ins Gesicht. That´s all…
        Und lassen Sie sich Ihren Wildschweinschinken munden. Und Ihren letzten Satz mit der Moral rahme ich mir ein. KLASSE!!
        Beste Grüße
        Carsten Pabst

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @C Pabst

        Oh, da hab ich mich mit dem Bild unklar ausgedrückt. Ich KANN gar kein Profil pflegen, ich hab schlicht keinen Zugriff (bzw. weiß nicht, wie’s geht).

        Vielleicht haben Sie ne andere Zugangsmöglichkeit oder das ging früher mal und Sie, M Stöcker, R Menéndez usw. sind die überlebenden Zeugen früherer Blogversionen…

      • Carsten Pabst
        Carsten Pabst sagte:

        Hallo Stoertebekker,
        sehen Sie, so schnell kann man wie in meinem Fall etwas falsch verstehen :-)
        Das mit dem Bild hat mir freundlicherweise Herr Stöcker damals erklärt. Ich muß nur zu meiner Schande gestehen, dass ich die dazu nötige Webseite/Link nicht mehr kenne. Ob es heute noch geht, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber der gute Herr Stöcker wird Ihnen beim Lesen der Zeilen bestimmt aushelfen. Ansonsten schreiben Sie ihn direkt an, wenn er wieder im Blog unterwegs ist.
        Gruß Carsten Pabst

    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Stoertebekker

      Wir werden in nächster Zeit immerhin sehen, ob Brecht mit seinem Spruch recht hatte:

      “Erst kommt das Fressen, und dann die Moral.”

      Sie wissen ja, auf welche Seite dieser Debatte ich stehe.

      Antworten
      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @R Ott

        Ach, da sind wir völlig auf derselben Seite. Nicht umsonst räuchere ich ja gerade Wildschweinschinken. Hält auch bei Stromausfall.

        Nur sollten wir die Moral nicht so weit verbuddeln, dass wir nicht mehr rankommen, wenn der Hunger gestillt ist.

  11. @foxxly
    @foxxly sagte:

    @ ein schock: die weizenpreise schiessen nach oben, etwa 40€/ dt
    jahrzehnte lang lag der weizenreis unter 20€/dt.
    kurzeitig, zwischen 1970 und 1980 erreichte der wezen mal knapp (umgerechnet) ca 30€

    wenn man diese niedrigen weizenpreise inflationsbereinigt hoch rechnent, dann müsste der weizen selbst ohne den krieg, heute breits über 130€/dt kosten.
    die erzeuger erhielten stets weniger geld, als der kaufkraftverlust hoch war.

    teilweise wurde dies mit hohen agrarsubventionen bezahlt, aber nie voll ausgeglichen.
    deshalb war der erzwungene strukturwandel (betriebsaufgabe) in der Landwirtschaft besonders hoch.

    ziel war. die gesellschaft soll billigere nahrungsmittel haben, um gelder frei zu haben für anderweitigen konsum.

    nun, ein schock! mehr geld für nahrung notwendig und weniger für anderweitigen konsum übrig!

    Antworten
  12. weico
    weico sagte:

    China wird sicherlich ein dankbarer Abnehmer von jeglichen Rohstoffen aus Russland sein und seine Vorräte gewaltig aufstocken….

    https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/weizenpreise-peilen-400-euro-markt-preist-krieg-mangel-590881

    Der Nebeneffekt der Sanktionen:
    Die Problematik von hohen Weizenpreisen wird wohl in Nordafrika ziemlich schnell zu “unerwünschten Nebenwirkungen” in der Bevölkerung führen bzw. den Staat wohl Milliardensummen kosten, um die Subventionen der Grundnahrungsmittel aufrechtzuerhalten.

    Antworten
    • PhilSt
      PhilSt sagte:

      Die Kosten einer Tonne Getreide können steigen oder fallen.
      Wenn man die Tonne Getreide aber benötigt aber nicht hat, ist sie ALLES wert.
      Die Ukraine kann mit 40 Mio Bewohnern. 600 Mio Menschen ernähren. Fällt die Ernte Aus. So werden wir uns auf massive Umwälzungen im Globalen Süden einstellen können.

      Antworten
      • Namor
        Namor sagte:

        Zwischenbericht der österr. Agrana.
        Im Nov 21 ging man davon aus, dass die Getreideproduktion weltweit zwar steigen wird aber unter dem Bedarf bleiben wird. Also werden Reserven abgebaut. Jetzt der Konflikt. Lagerung durch Händler ist eine wichtige Sache, viel Nahrung ging/geht durch unsachgemäße Lagerung verloren, deshalb lagern nicht die einzelnen Bauern. Nahrung die jetzt nicht verfrachtet wird, ist vielleicht bald verloren, weil zb neue nicht gelagert werden kann. Dazu die Düngemittelproblematik, die sich wohl nicht entschärfen wird, ganz im Gegenteil bei Gasknappheit.

        Nahrung die teuer ist kann man zumindest mit Schulden oder Spenden kaufen, gar verschenken. Nahrung die fehlt, fehlt.

  13. Wolfgang Selig
    Wolfgang Selig sagte:

    Das Hauptproblem bei Weizen ist, dass die Nachfrage kaum preiselastisch ist, anders etwa als italienische Ferienhäuser. Wenn deren Preis sich verdoppelt, mache ich zur Not Urlaub auf Balkonien und lasse den echten Urlaub ausfallen. Weizenkonsumenten können vielleicht auf Roggen, Soja oder Maismehl ausweichen, aber dann wird das knapp. Essensverzicht ist nur bis zu einem bestimmten Punkt eine Option und in Deutschland im Durchschnitt leichter möglich in Ägypten.

    Antworten
  14. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    bto: Es geht um die Preise für Nahrungsmittel und diese könnten durch die Decke gehen.

    Die gehen an den Warenterminbörsen schon jetzt durch die Decke. Weizen beispielsweise +40% – und zwar in den letzten 2 Wochen.

    https://www.finanzen.net/rohstoffe/weizenpreis

    Beispiel Ägypten: Die mittlerweile 102 Millionen Ägypter müssen Nahrungsmittel importieren und sie backen ihr Brot üblicherweise aus Weizenmehl. Der aktuelle Weizenpreis ist schon deutlich höher als der Preis während der ägyptischen Revolution im Januar 2011. Kurz vor Ausbruch der Finanzkrise im Frühjah/Sommer 2008 war er allerdings auch schon einmal so hoch wie heute wieder und damals gab es keine Revolution, ein Automatismus ist das also auch nicht.

    Das ist auch alles Teil des Preises für den Versuch einer Erzwingung einer Westanbindung der Ukraine, den zahlen nicht nur “wir” in Deutschland.

    “(…) since Russia has prohibited the export of nitrogen fertiliser until April and China the export of phosphate fertiliser until at least June 2022, more grain output from other producing areas is even more problematic now.” – bto: China damals schon dabei?

    Sie glauben, die waren schon im Juli 2021 “dabei” als der Phosphatdünger-Exportstopp verkündet wurde? Das halte ich für eine arg hysterische Interpretation. Die Chinesen wollten den Dünger einfach selbst benutzen, auch China ist auf Nahrungsmittelimporte angewiesen. Im Zweifelsfall gehen deren nationale Interessen einfach vor, das kennen wir aus Europa bloß nicht mehr.

    Antworten
    • PhilSt
      PhilSt sagte:

      Wenn Russland nicht mehr exportieren darf, dann geht viel der Nahrungsmittel nach China. Die Ukraine hat mit den 40 Mio Bewohnern das Potential 600 Mio Menschen zu ernähren.
      Das ist für Bevölkerungsreiche Länder wie Pakistan, Indien und China extrem interessant.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @PhilSt

        Tja, gut für die anderen, schlecht für uns.

        Vielleicht kommt die Kriegseuphorie der deutschen Gutmenschen ja auch daher, dass sie solche Konsequenzen einfach nicht mit bedacht hatten?

  15. Alexander
    Alexander sagte:

    “…die fruchtbaren Schwarzerdegebiete zwischen Sankt Petersburg, Odessa und Irkutsk, wo riesige Mengen Getreide, Zuckerrüben, Mais und Sonnenblumen angebaut werden.

    Aus dieser Kornkammer würden auch Teile des Nahen Ostens und Ostafrikas ernährt. Die Sorge vor Engpässen habe bereits die Weltmarktpreise steigen lassen, berichtet die ZEIT. Nach Steigerungen um 30 % im letzten Jahr wird eine neuerliche Verteuerung von nochmals 30 % erwartet, heißt es.”
    https://www.topagrar.com/markt/news/steigende-getreidepreise-treffen-arme-laender-besonders-hat-12864433.html

    Europäische Geldgeschenke in die Sub Sahara Zone vergrößern die Inflation nicht das Angebot, immerhin könnte man mit den Geldmitteln Tickets nach Europa erwerben.

    Läuft.

    Antworten
    • Wolfgang Selig
      Wolfgang Selig sagte:

      Europäische Geldgeschenke? Das klingt mir zu populistisch. Es ist der verzweifelte Versuch der Problemverhinderung dort, sonst zahlen Sie ein Vielfaches an die Küstenwache und das Militär.

      Antworten
      • Alexander
        Alexander sagte:

        Wären Sie so freundlich mir mitzuteilen, ob Sie den Nazi Charakter des Regiments Asov anerkennen oder nicht?
        Als Quellangabe erneut dieser Beitrag des heute journals:
        https://www.bitchute.com/video/rwbuDLDuVLzX/
        …denn die Verbrechen dieser Leute sind ursächlich für die Sezession der abtrünnigen Gebiete, den Krieg von 2014 und dein Einmarsch von 2022.Ferner ist die Existenz durch abgebrochene US Finanzierung belegt:
        de.wikipedia.org/wiki/Regiment_Asow

      • Namor
        Namor sagte:

        @Alexander
        Lassen Sie es doch mal ein paar Tage gut sein. Ist doch eh wie mit Tauben Schach spielen. Die Taube ist halt immer der andere.

      • Hansjörg Pfister
        Hansjörg Pfister sagte:

        @Alexander,
        jetzt geht das schon wieder los. Wenn Sie nicht wollen, dass dieses Forum geschlossen wird, sollten wir uns auf das Thema des Blogartikels konzentrieren. Für Ihre Obsessionen gibt es andere Ventile.
        Hier mein bescheidener Beitrag dazu:
        Da wo ich wohne wird ziemlich viel Mais angebaut, der wird im November geerntet und wird dann mit großen Traktoren und auch LKWs weiß Gott wohin gefahren. Ein Teil davon, vermutlich der größte, endet in Biogasanlagen. Auf diesen Flächen könnte man auch Getreide anbauen. Die Aussaat für Sommerweizen ist jetzt, die Aussaat für Mais ist im April / Mai. Wenn man da Getreide statt Mais anbaut, hat man weniger Biogas. Das ist nun auch irgendwie blöd. Man könnte doch mal eine ökonomische und ökologische Gesamtbetrachtung des Problems erstellen. Nach meinem Bauchgefühl würde das sehr zu ungunsten des Biogas – Maisanbaus ausgehen. Nur mal so als Anregung.

      • Alexander
        Alexander sagte:

        @all

        Ich bin u.a. deshalb empfindlich gegen Nazis, weil mir gestern noch braunes Gedankegut unterstellt wurde – wie so oft in der vergangenen Zeit.

        Wenn Tatsachen nicht mehr aussprechbar sind, gibt es auf keinem politischen Feld mehr Hoffnung.

        Wer glaubt, dass Lügen vor der eigenen Existenz halt machen, zieht falsche Schlüsse.

        @Hansjörg Pfister

        Die Umwidmung von Maisflächen in Getreidebau hätte mit der Aussaat im Herbst 21 beginnen müssen, um den Preis des Verlusts von biostrom im Energiewendemix. Darüber genügen die Flächen (Ukraine = 2x BRD) nicht mal im Ansatz auch die Futtermittel für Viehzucht anzubauen, deren Ställe es nicht mehr gibt – vom vergessenen know how der EnergieJungbauern zu schweigen.

        Licht an, Licht aus = Kindergarten.

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @Hansjörg Pfister

        Kleine Anmerkung zum Mais und volle Zustimmung zu dem Biogas-Wahnsinn.

        Wenn der Mais grün geerntet wird (also mit viel Blatt und Stengel), geht’s in die Biogasanlage. Wenn er bis tief in den Herbst stehen bleibt und gelb und unansehnlich ist, werden die Kolben geerntet – Körnermais. Kann man, glaube ich, unterwegs noch entscheiden.

        Meine Beobachtung im letzten Herbst war, dass wegen der hohen Körnermais-Preise die Bauern in diesem Jahr auf Körnermais setzen. Es müssen Flächen mit Dünger und Saatgut ja auch ein Stück “vorausgeplant” werden. Leider ergibt sich daraus häufig ein Schweinezyklus-Ergebnis.

      • Namor
        Namor sagte:

        Ach Alexander, vernehmen Sie die Zeichen der Zeit. Mit der Bedrohung schließen sich die Reihen. Bedrohung von rechts, Klimakrise, Pandemie, Putinkrieg, etc

        Zeppelin-Flugzettel, Feindsender, Westfernsehen, etc. wird man erwischt, ist es aus. ÜberstrapazierenSie nicht dieses Kleinod, ich habe kein zweites.

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