Wir haben Putin eine Vorlage geliefert

Zur Wahrheit über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gehört, dass sich der Westen durch unsere Art der Klima und Energiepolitik in eine immer größere Abhängigkeit begeben hat. Michael Shellenberger, einer der Vorreiter der Klimaschutzbewegung und einer derjenigen, die auf Effizienz und vor allem Effektivität der ergriffenen Maßnahmen drängt, hat es auf Twitter auf den Punkt gebracht und auf Zero Hedge zusammengefasst:

  • “‘People think nothing could have been done to prevent Russia from invading Ukraine, but that’s absurd,’ bravely writes outspoken realist Michael Shellenberger in a Twitter thread (…) ‘if Putin thought the costs of invasion outweighed the benefits, he wouldn’t have done it. He’s a rational actor not a madman. And today it’s clear Putin calculated correctly’.” – bto: Und da hat er einen Punkt. Wie auch ich mit Blick auf die Sanktionen geschrieben habe: Der Preis war vor dem Krieg nicht als hoch genug wahrgenommen.
  • After Russia invaded, a few people demanded that Europe stop buying its natural gas, but European utilities snatched up long-term Russian contracts, and the White House said, ‘Our sanctions are not designed to cause any disruption to the flow of energy from Russia to the world.’” – bto: Das ist auch klar: Die Welt kann sich keine dauerhaft hohen Energiepreise leisten.
  • People who believe that nothing could have been done to prevent Russia from invading Ukraine thus imply that Russia’s chokehold over European energy supplies was inevitable, but it wasn’t. Europe could have easily increased, rather than closed, nuclear plants and natural gas.” – bto: allen voran die deutschen Politiker, die uns in eine überproportional große Abhängigkeit führten.
  • “Britain could have increased fracking for nat gas but didn’t. Why? Because Russia pumped $95M into anti-fracking advocacy. Noted the head of NATO, Russia ‘engaged actively with environmental organisations (… ) to maintain Europe’s dependence on Russian gas’.” – bto: Ich würde mich nicht wundern, wenn Russland wie schon früher bei der Friedensbewegung auch bei der Klimabewegung im großen Stil die Fäden zöge.
  • Europe could have kept operating and expanded its nuclear power plants but instead, under pressure from climate activists, including Greta Thunberg, shut them down.” – bto: wiederum mit den Deutschen an der Spitze.
  • “The impact of Thunberg’s anti-nuclear renewables-only advocacy directly impacted France, which has throttled its nuclear plants in service of demands from climate alarmists within Macron’s coalition. Macron allowed greater use of natural gas and wind energy, a decision that recarbonized French electricity, and was also directly harmful to its nuclear power plants. The consequence is that French nuclear plants have suffered significant outages when they were needed most, the current energy crisis. A full one-third of the French nuclear fleet is not operating.” – bto: wobei Macron ja das Steuer herumreißt.
  • Efforts to make Europe less energy independent, and thus more dependent on Russian gas imports, were led by powerful banking interests in coordination with climate activists and center-Left parties around the world.” – bto: Und diese weigern sich anzuerkennen, dass sie auf einem völlig falschen Weg sind.
  • The ideological justification for energy scarcity long predates climate change. In the 1960s, radical Left activists abusing their authority as scientists claimed that the world was running out of energy, despite the fact that nuclear proved that energy supplies are infiniteThe reason pro-scarcity ‘greens’ attacked nuclear was because it debunked the idea that we faced resource scarcity and environmental degradation from overpopulation. Infinite nuclear energy meant infinite fertilizer, freshwater, and food.” – bto: Andere Länder wissen das und handeln entsprechend. Interessanterweise hat Russland in den letzten Jahren die Kernenergie ausgebaut. Wohl auch, um mehr Rohstoffe exportieren zu können. 
  • The goal of Western elites is energy scarcity. The cost of that scarcity is to empower tyrants like Putin who can invade nations like Ukraine with little cost Western elites are thus Putin’s useful idiots. They are the ones now saying nothing could have prevented invasion (…).” – bto: genau das, was wir jetzt ständig von unseren Politikern und Journalisten hören.
  • What the US, Canada, Europe, Japan, South Korea, Australia and other Western allies must do is obvious and urgent: we must massively expand nuclear energy and oil and gas production. This will lower energy prices and reduce exposure to Russian use of energy as a weapon of war.” – bto: Das sagte auch Gunnar Heinsohn im Podcast.
  • The public needs to understand that Russia could not have taken Ukraine had the West expanded energy production rather than throttled it by closing nuclear plants and reducing oil and gas production.”

zerohedge.com: „Shellenberger: Western Elites Are Putin’s ‘Useful Idiots'”, 26. Februar 2022

Kommentare (56) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Rolf Peter
    Rolf Peter sagte:

    Und hier noch eine Buchempfehlung (wirklich empfehlenswert):

    Daren Acemoglu; James A. Robinson: Economic Origins of Dictatorship and Democracy

    Antworten
  2. Rolf Peter
    Rolf Peter sagte:

    Auf einen Artikel wie den heutigen habe ich schon die ganze Zeit gewartet. Im Gegensatz zum russischen Angriff auf die Ukraine ueberrascht es mich nicht, dass nun einige, denen schon vorher die ganze Richtung nicht gepasst hat, diesen Krieg als Rechtfertigung fuer ein Zurück zu Atom und Oel missbrauchen.

    Wie werden noch mehr solcher Narrative zu sehen bekommen.

    Die „Ironie“ russischer Beschiessungen ukrainischer Atomkraftwerke darf dabei natürlich nicht von den tiefschuerfenden „geopolitischen“ Betrachtungen ablenken, die unsere früheren Fachleute fuer Corona, Immunologie etc. nun anstellen muessen.

    War es tatsächlich abzusehen, dass das Kalkül des Putinregimes sich zu dem eines autoritären Gewaltherrschers entwickelt hat? Das Regime muss nicht mehr auf die Belange der Masse der Bevölkerung Rücksicht nehmen, sondern nur noch seinen Machtapparat, also vor allem die Armee, Polizei und den Geheimdienst, zufriedenstellen.
    Der Diktator selbst muss sich zunehmend mit der Frage auseinandersetzen, „wie überlebe ich den morgigen Tag“.

    Dieses Kalkül unterscheidet sich grundlegend von dem eines demokratischen Regimes. Diese Wandlung haben wir (jedenfalls ich) verpasst und deswegen die Handlungen des russischen Regimes falsch eingeschätzt.

    Trotz dieser „Ex post“ Erkenntnis wuerde ich nicht sagen, die westliche Politik war vorher falsch. Austausch mit Russland (z. B. Nordstream 2) war die richtige Strategie, um langfristig stabile Beziehungen mit Russland zu schaffen. Dass es nicht geklappt hat, liegt zum Teil auch am Westen, aber hauptsächlich, wie gesagt, im Abdriften des russischen Regimes in Richtung Diktatur.

    Antworten
    • Stoertebekker
      Stoertebekker sagte:

      @R Peter

      Bin so ziemlich bei Ihnen. Aus meiner Sicht

      a) denkt und agiert Putin mit dem geopolitischen Werkzeugkasten und Kategorien wie Macht und Militär. Und zwar nach außen UND innen.

      b) denkt und agiert Europa mit dem innenpolitischen Werkzeugkasten und Kategorien wie Konsens und Transfers. Und zwar nach innen UND außen.

      Beide schaffen sich dadurch Probleme, sowohl innen, als auch außen. Aber welcher der Wege mehr Probleme schafft, hängt immer vom Zeitpunkt, anderen aktuellen Entwicklungen, anderen Spielern usw. ab. Insofern ist dieses ganze “Hinterher”-Verstehen Humbug. Entwicklungen hätten ab dem Zeitpunkt der Entscheidung immer auch anders laufen können.

      PS Die USA und China scheinen einen (innen/außen) differenzierenderen Ansatz zu verfolgen, allerdings auch mit Schwerpunktsetzungen.

      Antworten
      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ Stoertebekker, @ R. Peter

        Geopolitik geht von harten Fakten aus, gegeben aus Geographie, Geologie (die Rohstoffe!), Demographie, u.a.

        Diese Fakten kann man natürlich individuell interpretieren, meist allerdings falsch, weil das kurzfristig bequemer ist.

      • Stoertebekker
        Stoertebekker sagte:

        @Bauer

        Naja, das würde ja unterstellen, es ist EGAL, wer das Land regiert. Und Obama oder Trump oder Bush oder Clinton hat schon einen Unterschied gemacht.

        (Alternative: die harten Fakten haben sich in den [willkürlichen] Wahlzyklen immer entsprechend geändert. Da scheinen mir vier/acht Jahre im Sinne geopolitischer Änderungen aber schlicht zu kurz.)

        Glaube schon, dass die harten Fakten die Basis sind, dass aber deren Interpretation zu durchaus unterschiedlichen politischen Aktionen führt. (ZB Sanktionen USA gegen Europa oder nicht; amerikanischer Antrag der Aufnahme d Ukraine in die NATO; usw.)

  3. Dietmar Tischer
    Dietmar Tischer sagte:

    Schellenberger:

    >The public needs to understand that Russia could not have taken Ukraine had the West expanded energy production rather than throttled it by closing nuclear plants and reducing oil and gas production.”>

    Das ist WUNSCHDENKEN und IRREFÜHRUNG.

    a) Wunschdenken:

    WELCHES die BEDINGUNGEN dafür sind, dass der Einmarsch in die Ukraine NICHT stattgefunden hätte, wissen wir NICHT.

    Klar, es wäre Putin viel schwerer gefallen, wenn Russland nicht die EUR 600 Millionen bekäme, die der Westen für Gas, Öl und Kohle JEDEN Tag bezahlt.

    Ob er angesichts seiner ÜBERLEGENEN Militärmacht (auch bei konventionellen Waffensystemen) und der vergleichsweise KLEINEN Ukraine den Krieg unterlassen hätte, kann niemand seriös sagen.

    Und:

    In welcher SITUATION der Westen wäre, wenn er die Energieproduktion ERHÖHT haben würde, ob durch AKWs und/oder Ausbau erneuerbarer Energie, ist eine ebenfalls offene Frage und könnte, wenn der Westen DADURCH in eine schwächere bzw. schlechtere Position gekommen wäre, ein ERHÖHTER Anreiz für Putin gewesen sein, die Ukraine anzugreifen.

    Daher:

    Obige Aussage, die von der Atom-Lobby kommen könnte, ist reine SPEKULATION.

    b) Irreführung:

    Sie beginnt schon mit der Überschrift „Western Elites Are Putin’s Useful Idiots“.

    Für Deutschland, immerhin der wirtschaftlich MÄCHTIGSTE Staat in der EU/Europa, gilt:

    NICHT Eliten, sondern eine MEHRHEIT der Bevölkerung hat nach Fukushima die Regierung veranlasst, den Ausstieg aus der Atomkraft zu beschließen und zu realisieren.

    Der Atomausstieg ist eine mehrheitlicher gesellschaftlicher KONSENS in Deutschland bis zum heutigen Tag.

    Dies zu IGNORIEREN und ein „Eliten-Argument“ für Putin zu fabrizieren, ist das Letzte, das wir jetzt noch brauchen.

    Für Deutschland zumindest ist Zug für Atomkraft auf lange Zeit abgefahren.

    KEINE Regierung wird es wagen, mit der AKW-Diskussion eine WEITERE Spaltung der Gesellschaft zu provozieren.

    Für die EU ist die Energieerzeugung durch AKWs eine Zerreißprobe.

    Und um den Rest der Welt muss man sich keine Sorgen machen, denn er wird sich mehr und mehr für Atomkraft entscheiden.

    Denn AKWs sind eine OPTION für viele Nationen in der Welt.

    Sie werden sie ins Kalkül ziehen und sich auch dafür entscheiden, OHNE sich große Gedanken darüber zu machen, ob sie dadurch nützliche Idioten für Putin oder sonst jemand sind.

    Antworten
    • Zorn Dieter
      Zorn Dieter sagte:

      Wenn Sie sich da mal nicht täuschen, Herr Tischer. Es gibt ja keinen strengeren Lehrmeister als die Realität. Und da bin sehr sicher, dass die AKW – Debatte in Deutschland wieder hochkocht, wenn die Blackouts beginnen. Natürlich werden die Medien & die Ampel versuchen, den Deckel drauf zu halten, aber am Ende entscheidet die Zimmertemperatur. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass die Entscheidung zur Abschaltung der AKWs eine Bürgerentscheidung nach einer breit angelegten Debatte war. Es war die einsame Entscheidung einer BK Merkel, die dann über die Medien dem Volk als richtig verkauft wurde. Wie lange kann man das Volk bei der Stange halten, wenn man der einzige Geisterfahrer in Europa ist? Da zerbrechen doch Illusionen an der Realität.

      Antworten
      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Zorn Dieter

        Ich kann mich natürlich täuschen.

        Da müssten die Dinge aber GANZ anders entwickeln.

        Die Regierung hat längst mit den AKW-Betreibern gesprochen:

        Schwierig, aber nicht unmöglich, dass die AKWs länger laufen.

        Für die Grünen wären länger laufende AKWs ein Abfall vom Glauben und daher Verrat.

        Daher:

        Habeck & Co. votieren zwar für ENERGIESICHERHEIT, aber NICHT für die Sicherheit, die ihre Glaubwürdigkeit und den Rückhalt in der Bevölkerung gefährden würde.

        Also wird Erdgas EINGEKAUFT und werden LNG-Terminals gebaut, aber nicht ernsthaft über verlängerte Laufzeit der AKWs diskutiert.

        Und:

        Habeck plant eine nationale KOHLERESERVE (!!), hier:

        https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kohle-habeck-plant-nationale-reserve-fuer-30-wintertage-a-ff82a7f2-be0c-4780-939e-0690238232b3

        JA, die ÖFFENTLICHKEIT wird vermehrt diskutieren.

        Aber selbst eine BEFRISTETE Umkehr in der Atomkraft würde die Bevölkerung selbst in einer für sie SCHWIERIGEN Lage (Rationierung des Energieverbrauchs, Blackouts) und KEINER schnellen Lösung kaum MEHRHEITLICH befürworten.

        Der Fahrplan wäre aus HEUTIGER Sicht:

        Vorhandene fossile Energieerzeugung VOLL nutzen, evtl. auch mit Verlängerung der Laufzeiten von Kohlekraftwerken.

        Es würde MEHR Energie eingekauft werden.

        >Ich kann mich auch nicht erinnern, dass die Entscheidung zur Abschaltung der AKWs eine Bürgerentscheidung nach einer breit angelegten Debatte war.>

        Es gab keine ENTSCHEIDUNG der Bürger, weil keine ERFORDERLICH war.

        Die Bilder von Fukushima haben für die MEINUNGSBILDUNG der Bürger gereicht.

        Als der vorher latente Widerstand gegen die Atomkraft angesichts der Bilder den Umfragen nach EXPLIZITEN umgeschlagen war und zwar quasi über Nacht, konnte Merkel schnell handeln:

        Nicht als Physikerin, sondern als OPPORTUNISTIN legte sie den Schalter um.

        Und dennoch:

        Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg danach siegten die GRÜNEN, nicht die CDU.

        >Wie lange kann man das Volk bei der Stange halten, wenn man der einzige Geisterfahrer in Europa ist?>

        Lange, sehr lange.

        Wenn das Volk einigermaßen bequem im Sessel sitzt, kümmert es sich nicht darum, WOHIN die Fahrt geht.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Es gab keine ENTSCHEIDUNG der Bürger, weil keine ERFORDERLICH war.
        Die Bilder von Fukushima haben für die MEINUNGSBILDUNG der Bürger gereicht.”

        Das grundsätzliche Problem mit Ihrer Theorie (es scheint mir eher eine Rechtfertigungs-Rabulistik zu sein) von der demokratischen Meinungsbildung über tagesaktuelle Bilder und Umfragen ist, dass derart erzeugte Stimmungen sehr schnell wechseln können.

        Erinnern Sie sich an die “Bilder” vom 11. September 2001 und das daraufhin entstandene “Meinungsbild”, auch in Deutschland, dass George W. Bush “bedingungslose Solidarität” verdient habe und ein die Invasion Afghanistans im Rahmen des “Krieges gegen den Terror” ein gerechter Krieg sei?

        Schon ein Jahr später, als im Rahmen des “Krieges gegen den Terror” die Invasion des Iraks vorbereitet wurde, war das Meinungsbild ein völlig anderes. Und ich habe sogar ein Wahlergebnis, um das zu belegen, und nicht nur Meinungsumfragen.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Das grundsätzliche Problem mit Ihrer Theorie (es scheint mir eher eine Rechtfertigungs-Rabulistik zu sein) von der demokratischen Meinungsbildung über tagesaktuelle Bilder und Umfragen ist, dass derart erzeugte Stimmungen sehr schnell wechseln können.>

        WELCHE Theorie, WELCHE Rechtfertigungs-Rabulistik?

        Ich berichte von SACHVERHALTEN und rechtfertige NICHTS.

        Selbstverständlich können Stimmungen SEHR SCHNELL wechseln.

        Ich habe nicht das Gegenteil behauptet.

        Wenn die Ereignisse und die BILDER es hergeben, wechseln sie.

        Dazu braucht es mitunter KEIN Jahr.

        Vor Wochen hieß es noch, dass keine Waffen in Kriegsgebiete geliefert werden dürfen und nach dem Afghanistan-Debakel sowieso nicht.

        Aktuell:

        Deutschland liefert keine Waffen an die Ukraine → Deutschland liefert 5.000 Helme an die Ukraine → Deutschland liefert Waffen an die Ukraine (Stinger-Raketen, Panzerfäuste aus DDR-Beständen) → Bundesregierung hat bei Rüstungskonzernen angefragt, welche Militärgüter NEU und als Soforthilfe verfügbar seien.

        Während dies abläuft, sind die Umfragewerte für Scholz und Baerbock GESTIEGEN.

        Das ist LUPENREINE Demokratie.

        Immer die Bilder MITDENKEN, dann verstehen Sie, dass es so ist.

        Ist natürlich schwierig, wenn man wie Sie glaubt, dass die Bilder aus der Ukraine PROPAGANDA-Bilder sind, und so die REALITÄT ausblendet.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        “Selbstverständlich können Stimmungen SEHR SCHNELL wechseln. (…) Das ist LUPENREINE Demokratie.”

        Nein, was Sie beschreiben sind wechselhafte Stimmungen. Wenn man mit ihnen langfristige strategische Entscheidungen rechtfertigt, die schwer zu revidieren sind, dann ist das lupenreine Dummheit.

        “Immer die Bilder MITDENKEN, dann verstehen Sie, dass es so ist. Ist natürlich schwierig, wenn man wie Sie glaubt, dass die Bilder aus der Ukraine PROPAGANDA-Bilder sind, und so die REALITÄT ausblendet.”

        Oh, ich glaube, dass fast alle Bilder, die wir derzeit aus der Ukraine bekommen – und zwar egal von wem – Propagandabilder sind. Es steckt eine Menge Arbeit dahinter, herauszufinden, wie die Realität hinter ihnen mit der größten Wahrscheinlichkeit tatsächlich aussehen könnte.

        Wenn Sie Entscheidungen mit großer Tragweite aufgrund von Propagandabildern treffen, ist das übrigens ganz besonders dumm.

        Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Bilder aus der russischen Propaganda näher an der Realität sind als die Bilder aus der ziemlich hysterischen ukrainischen Propaganda, die auch unsere westlichen Mainstream-Medien gierig übernehmen, aber darüber mit Ihnen zu streiten, wird im Moment vermutlich nichts bringen. In 1 bis 2 Wochen werden wir die Situation klarer sehen. Hoffentlich bereuen Sie dann nicht zu viel.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Selbstverständlich können Stimmungen SEHR SCHNELL wechseln. (…) Das ist LUPENREINE Demokratie.”

        Nein, was Sie beschreiben sind wechselhafte Stimmungen>

        Verstehe nicht, was der Unterschied sein soll.

        >Wenn man mit ihnen langfristige strategische Entscheidungen rechtfertigt, die schwer zu revidieren sind, dann ist das lupenreine Dummheit.>

        Wer redet von langfristig, strategisch und schwer revidierbar?

        Ich nicht.

        Habe nicht gesagt, dass auf Bildern beruhende Entscheidungen nicht lupenreine Dummheit sind oder sein können.

        Gehört zur Demokratie.

        Wo ist das Problem?

  4. Stoertebekker
    Stoertebekker sagte:

    Dass uns die Geopolitik einholt, ist völlig offensichtlich. Dass jeder Spieler fordern kann, was er will und das dann auch passiert, weniger einsichtig. Was berechtigte und was unberechtigte Sicherheitsinteressen sind, liegt immer im Auge des Betrachters und entwickelt sich vermutlich im Zeitablauf. Das gilt für die USA, China, Russland alle gleichermaßen.

    Ob Putin der rationale Akteur ist, für den er bei uns gehalten wird, bleibt abzuwarten. Die Arbeitsteilung zwischen allen Wirtschaftsräumen ist mittlerweile so groß, dass man als so großer Staat kaum autark auf einem vernünftigen Niveau existieren kann.
    (Hab gerade gelesen, dass Russland die Flugzeuge der eigenen Airlines verstaatlichen will, weil die Leasinggeber ihre Airbus und Boeing wohl zurückhaben wollen – das wäre für Russland mit seinen Dimensionen vermutlich ziemlich schmerzhaft. Man kann die Flugzeuge natürlich beschlagnahmen – aber mit der nächsten Wartung oder beim nächsten Defekt geht’s direkt zum Endparkplatz.)

    Bzgl Öl und Gas bleibt auch abzuwarten, wie das läuft. Die einfachste Variante für alle wäre ein Ringtausch von Lieferanten und Kunden. Russisches Öl und Gas geht nach Asien, der Westen kauft im Mittleren Osten und bei evtl. anderen verbliebenen Quellen, die bisher nach China geliefert haben. (so ein Durchtauschen der Lieferanten gab’s beim chinesischen Kohleboykott für beste australische Kohle. Verlierer in dem Fall – China)

    Konsequenz – unsere Preise steigen, aber die Versorgung ist sichergestellt. Die Chinesen bekommen superbillig Energie, weil Russland desperat zu verkaufen versucht. Danach wird der Iran wieder salonfähig und die Situation stabilisiert sich etwas. Zudem laufen bei uns die Kohlekraftwerke weiter.

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie flexibel in Krisenzeiten doch alle sind, wenn die eigenen wirtschaftlichen Interessen und das Ruhigstellen der Bevölkerung auf dem Spiel stehen.

    Ruhe bewahren.

    Antworten
      • weico
        weico sagte:

        Zuviel Hoffnungen in den Iran sollt man “im Westen” nicht haben. Die Ansichten des “Iranian Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei ” ,zum Konflikt bzw. “zum Westen”, sind ja äusserst eindeutig.

        “….the war in Ukraine should be stopped and accused the “mafia-like regime” of the United States of creating the conflict.”
        “The U.S. regime creates crises, lives off of crises and feeds on various crises in the world. Ukraine is another victim of this policy,” Khamenei said in a televised speech.

        “In my view, Ukraine is a victim of the crises concocted by the United States,” he said. “There are two lessons to be learnt here. States which depend on the support of the U.S. and Western powers need to know they cannot trust such countries.”

        https://www.reuters.com/world/iran-supreme-leader-says-ukraine-is-victim-crises-caused-by-us-2022-03-01/

  5. weico
    weico sagte:

    Ob ein Hr. Shellenberger wirklich mehr Gewicht hat in Deutschland als Luisa-Marie Neubauer ?

    Wenn man die neusten Aussagen von Neubauer hört und wie sie jetzt schon wieder Medial- und in “Diskussion”-Sendungen hofiert wird…..wohl kaum.

    “Luisa Neubauer hält davon nichts. Sie sagt, Deutschland müsse jetzt eben noch früher nur auf erneuerbare Energien setzen: “Natürlich ist das möglich. Wir können in Deutschland bis 2035 klimaneutral sein. Es gibt da keinen Mangel an technischen Fähigkeiten. Sondern einen Mangel an politischem Willen. Und gerade die jetzige Situation des Krieges öffnet alle Türen: Wir können jetzt 20 Jahre zurückgehen und alle Fehler noch einmal machen, oder wir können zehn Jahre in die Zukunft springen. Wir haben uns selbst in diese vertrackte Situation gebracht, in der wir jetzt hoch abhängig von fossilen Energieträgern sind. Und das hat seinen Preis. Und es kann doch nicht die Antwort sein, diesen Anteil auch noch zu erhöhen.”

    “An die Adresse der deutschen Regierung gerichtet sagt sie: “Wenn sie jetzt nicht verstehen, dass die erneuerbaren Energien nicht nur die umweltfreundlichste und billigste Energieform sind, sondern auch die friedlichste Form, dann weiß ich nicht, worauf sie noch warten. Natürlich können wir eine volle Versorgung mit Erneuerbaren Energien erreichen. Das sagen viele Studien. Auch mittelfristig.” Und weiter: “Eine Demokratie kann nicht frei und sicher sein, solange ihre Energieversorgung bei einem autokratischen System liegt, das dazu neigt, Kriege anzuzetteln.”

    Da ja momentan JEDER das Stichwort erwähnt von : ” Sicherheit in Europa eng verknüpft” …..darf es auch Hier natürlich nicht fehlen…

    “Positionen, die Neubauer so auch als eine der Rednerinnen auf der großen Demonstration in Berlin gegen den Krieg in der Ukraine am vergangenen Sonntag vertrat. Dort wies sie darauf hin, dass die Klimakrise und die Sicherheit in Europa eng verknüpft seien.”

    https://www.dw.com/de/luisa-neubauer-deutschland-finanziert-putins-krieg/a-60978116

    Antworten
  6. Zorn Dieter
    Zorn Dieter sagte:

    Das langfristige Ziel des Westens scheint mir sehr klar zu sein: Putin muss weg und Russland muss geschwächt werden. Letzterem dienen die Sanktionen, die sein Geschäftsmodell „Energieverkauf“ maximal schädigen sollen. In den geopolitischen Zirkeln wird ja daraus seit zwanzig Jahren kein Hehl gemacht. Maximal auf dem falschen Fuß erwischt wird dadurch Deutschland mit seiner „dümmsten Energiepolitik weltweit“. Putins Ziele werden mir immer klarer. Was er auf jeden Fall vermeiden muss, dass der Westen aus der Ukraine ein russisches Afghanistan macht. Dazu scheinen mir die Waffenlieferungen einiger westlicher Länder zu dienen. Sie können unmöglich der Gegenwehr gegen eine hochtechnisierte russische Armee dienen, sondern einem späteren Guerillakampf. Also wird sein Ziel nicht sein, die Ukraine zu besetzen, sondern die aktuelle Regierung in Kiew „zu bestrafen“. Wenn er das Land unter Kontrolle hat, wird er in Kiew eine russische „Marionetten-Regierung“ installieren und den Donbass und die Krim für sich beanspruchen. Friedensverhandlungen werden genau diesem Zweck dienen. Damit erreicht er seine wesentlichen drei Ziele, ohne aus der Ukraine ein zweites Afghanistan zu machen. Leider spielt die Ukraine und ihre gebeutelte Bevölkerung nur eine Statistenrolle in diesem geopolitischen Kampf der Großmächte.

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Zorn Dieter

      “Dazu scheinen mir die Waffenlieferungen einiger westlicher Länder zu dienen. Sie können unmöglich der Gegenwehr gegen eine hochtechnisierte russische Armee dienen, sondern einem späteren Guerillakampf.”

      Wenn man sich die neuste Wunschliste der Ukraine anschaut, ist die Einsicht für Frieden und Dialog wohl noch fern.

      https://www.spiegel.de/politik/deutschland/krieg-gegen-russland-ukraine-bittet-bundeswehr-um-weitere-waffen-a-cea60d17-7cba-4752-912d-d1ac1e958788

      Nebenbei:
      Ihr ukrainisches Flaggschiff, die «Hetman Sahajdatschnyj» ,sollen sie ja angeblich selbst versenkt haben.

      Antworten
    • Rolf Peter
      Rolf Peter sagte:

      “Putin muss weg und Russland muss geschwächt werden. Letzterem dienen die Sanktionen, die sein Geschäftsmodell „Energieverkauf“ maximal schädigen sollen.”

      Mit der “Geopolitik” ist das so eine Sache. Früher hiess das Weltpolitik und klang dann auch so lächerlich wie der Anspruch, der sich dahinter verbirgt.

      “Putin” (d.h. sein Regime, nicht er allein) ist gerade dabei, Russland zu schwächen. Oder haben Sie schon einmal eine Diktatur gesehen, die ein starkes Land regiert? Gerade “extrahierende” Volkswirtschaften neigen zu solchen Regimen. Eine Strategie, Russland zu schwächen, besteht also darin, in Russland die Spezialisierung auf den Rohstoffsektor unter einer Diktatur zu foerdern.

      Der Nachteil ist, dass solche Regime dann instabil und unberechenbar werden. Demokratien suchen in der Regel starke und stabile Partner.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Rolf Peter

        “Früher hiess das Weltpolitik und klang dann auch so lächerlich wie der Anspruch, der sich dahinter verbirgt.”

        Lieber Geopolitik oder von mir aus “Weltpolitik”, auch wenn Sie das Wort für lächerlich halten, als Bullerbü. Ihr Aufschlagen in der Realität wird sehr schmerzhaft sein.

        “Oder haben Sie schon einmal eine Diktatur gesehen, die ein starkes Land regiert?”

        Ja, schon viele. Das bedeutendste aktuelle Beispiel auf der Welt ist sicherlich China.

        ” Eine Strategie, Russland zu schwächen, besteht also darin, in Russland die Spezialisierung auf den Rohstoffsektor unter einer Diktatur zu foerdern.”

        Tja, wenn das die Strategie ist, für die Sie plädieren – wieso hat der Westen dann die russische Wirtschaft seit 2014 derartig mit Sanktionen überzogen, dass sie zwangsläufig ihre Wirtschaft diversifizieren mussten um unabhängiger von Importen zu werden?

        “Demokratien suchen in der Regel starke und stabile Partner.”

        Hihi, so wie Saudi-Arabien oder Katar?

      • Rolf Peter
        Rolf Peter sagte:

        @ R. Ott
        “Tja, wenn das die Strategie ist, für die Sie plädieren”

        Wo steht in meinem Kommentar, dass ich fuer diese Strategie plädiere?

        China hat seinen Aufschwung einer Öffnung nach innen und aussen zu verdanken. Und diese Öffnung wurde vom Westen unterstützt. Das Land ist gerade dabei, diese Öffnung teilweise rückgängig zu machen. Ob es sich dadurch langfristig stärkt, ist eine offene Frage. Meine Prognose: eher nicht.

        Wenn wir einen Zauberstab hätten, würden wir Länder wie Saudi-Arabien und Qatar vermutlich in sowas wie Canada oder Norwegen verwandeln. Haben wir aber nicht, und so können wir uns unsere Geschäftspartner nicht immer aussuchen und müssen mit diesen instabilen Wackelkandidaten leben und auch mit dem Risiko, in einer kriegerische Auseinandersetzung in der Region hineingezogen zu werden.

        Was Russland betrifft, so frage ich mich schon, wie es jetzt weitergeht. In der derzeitigen Situation verlieren alle. Das russische Regime hat sich so eingeboxt, dass es die Option, sich einer europ. Rechtsgemeinschaft anzuschliessen, schon fast nicht mehr wahrnehmen kann, selbst wenn man seinen Interessen entgegenkommt.

      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @Rolf Peter

        “Wo steht in meinem Kommentar, dass ich fuer diese Strategie plädiere?”

        Ah, da habe ich Sie falsch verstanden. Offensichtlich erkennen Sie, dass die Strategie diesen erheblichen Nachteil hat, richtig?

        “China hat seinen Aufschwung einer Öffnung nach innen und aussen zu verdanken. Und diese Öffnung wurde vom Westen unterstützt.”

        Davon haben bestimmte Interessengruppen im Westen ja auch erheblich profitiert. Und China brauchte unbedingt westliche Technologie, um den Anschluss zu finden. Mittlerweile dürfte der hergestellt sein, wenn Sie beispielsweise ein Handy von Samsung oder Apple neben eines von Huawei legen und die Features vergleichen.

        “Das Land ist gerade dabei, diese Öffnung teilweise rückgängig zu machen. Ob es sich dadurch langfristig stärkt, ist eine offene Frage. Meine Prognose: eher nicht.”

        Meine Prognose: Eher ja. Mit der Westöffnung importiert China ungewollt auch bizarre westliche Innovationen wie “weibische Popsänger” (die chinesische Führung nennt das wirklich so…), die neue “Kritische Rassentheorie” oder auch die mittlerweile allgegenwärtigen und äußerst aggressiv vorgetragenen Befindlichkeiten von “Frauen mit Penis”, die eine Gesellschaft eher zersetzen als voranbringen.

        Und, noch viel wichtiger, die Integration mit dem Westen eröffnet dem Westen Möglichkeiten der ökonomischen Kriegsführung, wie es China gerade sehr detailliert am Beispiel Russland studieren kann.

        “Wenn wir einen Zauberstab hätten, würden wir Länder wie Saudi-Arabien und Qatar vermutlich in sowas wie Canada oder Norwegen verwandeln. Haben wir aber nicht, und so können wir uns unsere Geschäftspartner nicht immer aussuchen”

        Das gleiche gilt für Russland – Weltpolitik ist halt kein Wunschkonzert und Sie müssen die anderen Länder mit ihren Interessen so nehmen, wie sie sind.

        “Was Russland betrifft, so frage ich mich schon, wie es jetzt weitergeht. In der derzeitigen Situation verlieren alle. Das russische Regime hat sich so eingeboxt, dass es die Option, sich einer europ. Rechtsgemeinschaft anzuschliessen, schon fast nicht mehr wahrnehmen kann, selbst wenn man seinen Interessen entgegenkommt.”

        Vergessen Sie es. Der Zug ist auf Jahrzehnte abgefahren. Russland hält den Westen gar nicht mehr für einen vertrauenswürdigen Gesprächspartner (umgekehrt ist es vermutlich genauso), damit fehlt vollkommen die Grundlage für eine wie auch immer geartete “Rechtsgemeinschaft”. Mittelfristig wird es schwer genug, irgendeine halbwegs stabile Lösung für die Ukraine zu finden, mit der zumindest sichergestellt ist, dass das Land oder die einzelnen Teile, in die es vielleicht zerlegt wird, im Inneren wieder ruhig sind und auch alle Nachbarstaaten plus unser europäscher US-Hegemon diesen Zustand akzeptieren ohne ihn offen oder verdeckt zu destabilisieren.

        Wenn Sie keine der verbotenen “Feindsender” hören, werden Sie es vermutlich nicht mitbekommen haben, aber das russische Außenministerium hat sich heute so über Deutschland geäußert:

        “In diesem Zusammenhang möchten wir festhalten, dass Berlins Entscheidung, das Projekt zu stoppen, den deutsch-russischen Beziehungen einen irreversiblen Schaden zufügen wird, die auch ohnedies in den letzten Jahren nicht durch unser Verschulden bei Weitem nicht unbetrübt sind. Die Verantwortung für die illegitimen Handlungen, die das Ansehen Deutschlands als eines zuverlässigen außenwirtschaftlichen Partners in Frage stellen, wird vollauf von der deutschen Seite getragen. Den Projektinvestoren steht nunmehr das unstrittige Recht zu, das offizielle Berlin bei den internationalen Schiedsgerichten wegen Kompensationszahlungen zu verklagen. (…) Der Verzicht auf Nord Stream 2 wird unausweichlich zur Folge haben – das beobachten wir jetzt schon, dass die Gaspreise auf dem europäischen Markt rapide ansteigen werden.”

        https://russische-botschaft.ru/de/2022/03/04/stellungnahme-der-sprecherin-des-russischen-aussenministeriums-maria-sacharowa-zur-erklaerung-von-bundeskanzler-olaf-scholz-zum-stopp-von-zertifizierung-von-nord-stream-2/

        Der Trend geht eindeutig Richtung chinesisch-russischer Allianz. Versuchen Sie mal, so eine Einheit zu sanktionieren. Dann wird es schwierig, überhaupt noch genügend Stahl für die westliche Waffenproduktion zu bekommen.

      • weico
        weico sagte:

        @Richard Ott

        “Der Trend geht eindeutig Richtung chinesisch-russischer Allianz. Versuchen Sie mal, so eine Einheit zu sanktionieren. Dann wird es schwierig, überhaupt noch genügend Stahl für die westliche Waffenproduktion zu bekommen.”

        Absolut .

        Der Tenor wird auch in den USA immer lauter ,die auf die verhängnisvolle NATO-Osterweiterungspolitik von Clinton und seinen Nachfolgern verweisen und auf die Konsequenzen des “in-die-Arme-China’s-treiben” von Russland’s.

        Die internationale Politik scheint gerade von Idealismus wieder auf Realismus umzuschwenken.

        Das langfristige Hauptproblem bzw. die Hauptgefahr wird in Europa kaum ein Krieg von AUSSEN sein, sondern die Migration und deren Probleme werden wohl Europa von INNEN spalten und zerreissen.

        Fazit:
        Ob das riesige Russland, als grosse Rohstoffnation, wirklich im Nachteil ….zu den zunehmend deindustrialisierten Wohlfahrtsnationen im kleinen Europa ist, wage ich stark zu bezweifeln…!

    • Dietmar Tischer
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Zorn Dieter

      >Das langfristige Ziel des Westens scheint mir sehr klar zu sein: Putin muss weg und Russland muss geschwächt werden.>

      Der Westen kann dieses ZIEL nicht haben.

      NUR Russen, wer auch immer vom „Zirkel“ um ihn bis zur Bevölkerung können Putin von der Macht vertreiben.

      Der Westen kann darauf hinwirken, dass sie es tun.

      >Letzterem dienen die Sanktionen, die sein Geschäftsmodell „Energieverkauf“ maximal schädigen sollen.>

      Wenn der Westen DAFÜR die Sanktionen erlassen hätte, wäre er einfach nur DUMM.

      Denn:

      a) Die Sanktionen SCHWÄCHEN den Westen WIRTSCHAFTLICH in einer Phase, in der er alles andere als vor Kraft strotzt, sondern PROBLEME hat durch Pandemiekosten, gestörte Lieferketten, Inflation.

      b) Die EU und vor allem Deutschland brauchen einen ZUVERLÄSSIGEN Lieferanten von Rohstoffen, darunter Gas, Öl und Kohle, weil der energetische Umbau NICHT ohne diese Rohstoffe zu leisten ist.

      Fazit:

      Der Westen braucht ein STABILES, aber kein geschwächtes Russland.

      Antworten
  7. Bauer
    Bauer sagte:

    Die Lehrstunde in Geopolitik nimmt ihre Fortsetzung, wie könnte es anders sein.

    Jetzt die Energiepolitik auf Gegenkurs zu bringen, ist eine Aufgabe für allermindestens 10 Jahre, wenn das Wahlvolk überhaupt mitmacht. Solange wird uns das Thema Ukraine/Russland als Syrien II ebenfalls beschäftigen. Schliesslich dauert Syrien I ebenfalls schon so lange, auch ein Fall völlig verfehlter Geopolitik.

    Wenn das nur nicht schief geht!

    Antworten
  8. weico
    weico sagte:

    Woher sollen nur all die Gelder SCHNELL fliessen… für all die tollen Projekte ?

    Die SCHNELLE ENERGIEWENDE wurde beschlossen und die DEKARBONISIERUNG der Industrie,Verkehr usw..
    Dazu kommen jetzt noch 100 Milliarden für die SCHNELLE Aufrüstung der Bundeswehr,weil die gleichen Parteien die für Frieden und Menschenrecht waren JETZT mal schnell eine ZEITENWENDE ausgerufen und SCHNELL mehr “härte zeigen wollen”.

    Bedenklich wie SCHNELL die die friedliche Meinung kippen kann und wie die Stimmungslage ist …ein echter Augenöffner:

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article237289231/Deutschlandtrend-Scholz-und-Baerbock-im-Hoehenflug-grosse-Mehrheit-fuer-Haerte-gegen-Putins-Regime.html

    Antworten
    • toll
      toll sagte:

      Leider verletzt Herr Putin unsere berechtigten Sicherheitsinteressen indem er mit seiner Armee in Nachbarlaender einmarschiert.

      Antworten
      • Richard Ott
        Richard Ott sagte:

        @toll

        Tja, und der Westen verletzt die berechtigten Sicherheitsinteressen Russlands (ist das so eine Art Fetisch, den immer Konflikt maximal zu personalisieren?) indem er die NATO unbedingt überall bis an die russischen Grenzen ausdehnen will.

        Jetzt können wir entweder Krieg gegeneinander führen und sehen, wer seine Interessen am Ende als Sieger durchsetzt – oder wir einigen uns irgendwie. Was schlagen Sie vor?

      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ toll

        Umgekehrt wird eher ein Schuh draus, Der Westen plus USA verletzen Russlands berechtigte Sicherheitsinteressen schon seit bald 30 Jahren indem sie die NATO nach Osten schieben und die EU expansiv agiert.

        Ist doch toll, was?

      • toll
        toll sagte:

        Natuerlich muss verhandelt werden. Unter Beruecksichtigung dessen, dass Putin seine Armee ohne irgendeinen Erfolg fuer sich nicht zurueckziehen wird/kann und die ukrainischen Kaempfer noch nicht geborchen sind, sehe ich als einzigen Ausweg, dass Putin irgendetwas anbieten muss (vielleicht liest er mal ein Buch ueber Verhandlungstechniken). Nur dann kann er einen Erfolg (bespielsweise eine Verzichtserklaerung auf den NATO Beitritt) erreichen.

        Allerdings ist er in einer schwierigen Situation, da er als Kriegsgruende: Faschismus und jetzt auch Atombomben aufgefuehrt hat. Da laesst sich der eigenen Bevoelkerung nur schwer verkaufen dass jetzt doch etwas anderes herausgekommen ist.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        >Der Westen plus USA verletzen Russlands berechtigte Sicherheitsinteressen schon seit bald 30 Jahren indem sie die NATO nach Osten schieben und die EU expansiv agiert.>

        Diese Aussage sollten Sie sich nochmals überlegen.

        Denn so SIMPEL argumentieren Sie doch sonst nicht.

        Erstens:

        Die NATO wird NICHT seit bald 30 Jahren nach Osten geschoben.

        Souveräne Staaten in Osteuropa haben die NATO eigenen Entscheidungen nach GEWOLLT, um angesichts einer auch konventionell gerüsteten Militärmacht Russland SICHER zu sein.

        Das ist nur zu berechtigt, wenn man sieht, was dieser Tage in der Ukraine erfolgt:

        NICHT in der NATO, daher KALKULIERBARES Angriffsziel für Putin.

        Das ist kein Plädoyer für den Umkehrschluss, dass die Ukraine in die NATO gemusst hätte.

        Zweitens:

        Russlands Sicherheitsinteressen werden zwar nicht verletzt, aber richtig ist m. A. n. schon, dass sich Russland bedroht fühlt.

        Dafür gibt es Gründe.

        Die NATO ist keiner, denn sie ist kein Angriffs-, sondern ein Verteidigungsbündnis.

        Es hat Russland nicht bedroht und bedroht es auch im jetzigen Krieg nicht.

        Drittens:

        JA, der Westen hat EXPANSIV mit der EU agiert, gerade auch in der Ukraine.

        Das war friedlich, jedenfalls NICHT mit dem Voraustrupp NATO nach der Devise:

        Erst die NATO in der Ukraine, damit die dann folgenden Investitionen aus der EU gesichert sind.

        M. A. n. erfolgte dieses Vorgehen zumindest GEGEN einen erheblichen Teil der dortigen Bevölkerung aus RÜCKSICHT auf Russland, aber OHNE hinreichende Beachtung, wie man dem Sicherheitsbedürfnis Russlands gerecht werden MUSS, wenn der Westen seinen EINFLUSS in Richtung Russland ausweitet.

        Einfluss heißt:

        Wirtschaftsweise, die für eine MEHRHEIT der Bevölkerung mit spürbarer WOHLSTANDSMEHRUNG verbunden ist.

        Es war jedenfalls ein Fehler die avisierte WIN-WIN-Situation des Westens mit der Ukraine als UNBEACHTLICH für die angebliche „Regionalmacht“ Russland anzusehen.

        Dass die USA und bilateral Staaten, die dem NATO-Bündnis angehörten, eine ANDERE Politik als die NATO betrieben haben, will ich nicht bestreiten.

        Sie heben aber auf eine Ost-Verschiebung der NATO ab.

        Deshalb nur dazu etwas.

      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ D.Tischer

        >> “Denn so SIMPEL argumentieren Sie doch sonst nicht.
        Erstens:
        Die NATO wird NICHT seit bald 30 Jahren nach Osten geschoben.
        Souveräne Staaten in Osteuropa haben die NATO eigenen Entscheidungen nach GEWOLLT, um angesichts einer auch konventionell gerüsteten Militärmacht Russland SICHER zu sein.”

        Diesmal argumentieren Sie blauäugig naiv.
        Es gab und es gibt immer noch theoretisch das Übereinkommen von 1991, dass Russland der Wiedervereinigung nichts entgegensetzte, da im gleichen Zug eine Entmilitarisierung der ehem. DDR und die Nichterweiterung der Nato zugestanden wurden. Das ist soweit Tatsache und geopolitisch vernünftig. Die Nato hätte jeden Aufnahmeantrag z.B. aus dem Baltikum mit Hinweis auf dieses Abkommen ablehnen müssen und für diese Staaten hätte eine andere Lösung gefunden werden müssen. So entstand die geopolitische Schieflage, die uns jetzt zwickt. Putin handelt im Interesse Russlands konsequent, auch wenn es jetzt ein grober Schritt ist.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        Ich nehme zur Kenntnis, dass ich angeblich blauäugig naiv argumentiere.

        Sie nehmen aber bitte auch zur Kenntnis, dass SIE zurückgeblieben sind, wenn Sie sich auf den DEUTSCHLAND betreffenden Vertrag von 1991 beziehen.

        Es gibt DANACH den Vertrag von 1997, in dem Russland allen Staaten volle SOUVERÄNITÄT zugestanden hat – auch die, der NATO beizutreten.

        Die Nato hätte daher NICHT jeden Aufnahmeantrag ablehnen MÜSSEN.

        Die Staaten der NATO waren insoweit VERTRAGSTREU, aber offensichtlich haben sie nicht klug entschieden.

        WARUM hat es seit dem Beitritt der baltischen Staaten sowie Bulgariens, Rumäniens, der Slowakei und Sloweniens zur NATO im März 2004 auf dem Istanbuler Gipfel die „geopolitische Schieflage“ Putin nicht so sehr gezwickt, dass er erst JETZT handelt, wie er handelt?

        Antwort:

        Es gab keine geopolitische Schieflage, die NATO war ja MILITÄRISCH nicht AKTIV, sondern dort, wo sie war, DEFENSIV präsent.

        Es gab allerdings ein geopolitisch SCHWACHES Russland, dass außer seiner militärischen ÜBERLEGENHEIT praktisch NUR Rohstoffe zu bieten hatte.

        >Putin handelt im Interesse Russlands konsequent, auch wenn es jetzt ein grober Schritt ist.>

        Ob es im Interesse Russlands ist, dass es in der Ukraine Krieg führt, bleibt abzuwarten.

        Fragezeichen sind angebracht.

        KONSEQUENT ist es jedenfalls nicht, erst JETZT die Interessen Russlands derart zu vertreten.

        Wenn so, hätte er viel FRÜHER militärisch handeln müssen.

        Dass er es aus SCHWÄCHE nicht hatte tun können, kann doch dem Westen nicht als FEHLER angekreidet werden.

        Hätten wir die NATO auflösen SOLLEN, damit Russland nach Belieben und mit wenig Risiko, den einen oder anderen Staat hätte einkassieren können?

        Ich bitte Sie.

      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ D. Tischer

        Oh jeh!

        >> “Die Nato hätte daher NICHT jeden Aufnahmeantrag ablehnen MÜSSEN.”

        Allerdings unter Missachtung der geopolitischen Gegebenheiten. Es war halt schlicht kurzsichtig. Die Suppe wird jetzt ausgelöffelt.

        >> “Die NATO ist keiner, denn sie ist kein Angriffs-, sondern ein Verteidigungsbündnis.” So so, deshalb agiert sie out of area so agressiv. NATO heisst aber NORTH ATLANTIC …

        >> “Es gab keine geopolitische Schieflage, die NATO war ja MILITÄRISCH nicht AKTIV, sondern dort, wo sie war, DEFENSIV präsent.” Ja, das war angesichts der Schwäche Russlands eben eine Bedrohung, siehe oben, was Sie ja selbst zugeben.

        >> “KONSEQUENT ist es jedenfalls nicht, erst JETZT die Interessen Russlands derart zu vertreten.

        Wenn so, hätte er viel FRÜHER militärisch handeln müssen.

        Dass er es aus SCHWÄCHE nicht hatte tun können, kann doch dem Westen nicht als FEHLER angekreidet werden.”

        KONSEQUENT ist jedoch Putin, erst Russland wieder gut aufzustellen und Kraft zu sammeln und dann zu handeln. Dieses Motiv hat keine Verfallsdatum.
        Im übrigen sind/waren die Bemühungen der EU im Windschatten weiter vorzurücken ebenfalls zumindest eine Kurzsichtigkeit, und nicht einmal die erste. Ich erinnere an Zypern und die Türkei, um sich gleich beide Streithähne ins Haus zu holen.

      • Dietmar Tischer
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Bauer

        >> “Die NATO ist keiner, denn sie ist kein Angriffs-, sondern ein Verteidigungsbündnis.” So so, deshalb agiert sie out of area so agressiv. NATO heisst aber NORTH ATLANTIC …

        Am NAMEN festzumachen, dass die NATO out of area agiere und das auch noch aggressiv – GESCHENKT, das nehmen Sie doch selbst nicht als Widerlegung ernst.

        Was Sie nicht verstehen wollen:

        Jemand mag ja kursichtig handeln und dies oder das auch falsch machen, aber:

        Wenn dieser jemand wie die NATO gültige VERTRÄGE einhält, gibt es KEINE Begründung, einen Krieg ANZUFANGEN (in einer mittlerweile relativ zivilisierten Welt und einer teilweise so bewaffneten Welt, dass Auslöschung möglich ist).

        Aber wenn schon die NATO als Aggressor:

        Dann hätte Putin einen Krieg gegen die NATO anfangen sollen, statt gegen die Ukraine.

        Dafür ist Putin dann doch eine Nummer zu klein und Russland selbst als Nuklearmacht zu schwach.

        >KONSEQUENT ist jedoch Putin, erst Russland wieder gut aufzustellen und Kraft zu sammeln und dann zu handeln. Dieses Motiv hat keine Verfallsdatum.>

        Das kann man so sehen, allerdings:

        Er hat FALSCH gehandelt.

        Denn die Sanktionen SCHWÄCHEN das Land:

        Westliche Unternehmen stellen reihenweise ihre Kooperation ein, Desinvestitionen statt Investitionen, das eh schon mickrige BIP wird dramatisch fallen.

        Hier:

        https://www.onvista.de/news/oekonomen-russische-wirtschaft-schrumpft-im-quartal-um-35-prozent-523733215

        Sie reden ja gern und viel von Geopolitik.

        Dazu:

        Wenn man Politik GEO machen will, da muss man auch etwas in die Waagschale legen können.

        Russland ist Atommacht, was zwar DEFENSIV etwas wert ist als Abschreckung, aber nichts in die Kasse spült und es ist ROHSTOFFLIEFERANT mit geringer Wertschöpfung.

        Unterm Strich:

        Einfluss ja, aber auf Sicht abnehmend.

    • markus
      markus sagte:

      @weiko:

      Zur Stimmungslage:

      Wäre mal interessant, wieviel diffuse unbewusste “Coronawut” (auf beiden Seiten) da noch ein Ventil sucht…

      Antworten
  9. weico
    weico sagte:

    “bto:Zur Wahrheit über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gehört, dass sich der Westen durch unsere Art der Klima und Energiepolitik in eine immer größere Abhängigkeit begeben hat. ”

    “Westen” ist etwas gar weit hergeholt. Bleiben wir bei den Tatsachen:
    Es war im besonderen DEUTSCHLAND, die von einer WENDE zur nächsten WENDE schwankt/schwenkt und das Klima-und Energiethema zur wahren “Religion” erhob.

    Sogar Putin (2010) hatte Probleme, die deutsche Befindlichkeit zu verstehen:
    https://www.youtube.com/watch?v=wtgkIfcSaSY

    Antworten
    • Richard Ott
      Richard Ott sagte:

      @Zweifler

      Schon die Vorstellung, dass wir Menschen irgendwie “das Klima retten” könnten, ist pure Hybris.

      Wir sollten unsere Kraft besser darauf verwenden, und anzupassen, egal wie es sich verändert.

      Antworten
      • Zweifler
        Zweifler sagte:

        @Richard Ott

        Da bin ich ganz bei Ihnen. Habe mich da schlecht ausgedrückt.
        „Klima retten“ ist typische menschliche Hybris.
        Wenn sich das Klima verändert, darf ich eben nicht unter jedem Berghang, an jedem Fluss oder am Strand mein Haus hinbauen. Und ich muß das Dach so konstruieren, daß es nicht bei jedem Sturm gleich abgedeckt wird.
        Langfristig oder sehr langfristig müssen wir uns um neue Energiequellen kümmern, klar, tun wir ja auch.
        Die Alles oder Nichts und Sofort und Gleich-Politik ist tödlich.

      • Wolfgang Selig
        Wolfgang Selig sagte:

        @Zweifler und Herrn Ott:

        Das sehe ich etwas anders.

        Ja, wir müssen uns an die Erwärmung anpassen, und nein, “retten” können wir alleine gar nichts. Aber den menschengemachten Anteil der Erwärmung werden wir wohl weltweit trotzdem langfristig reduzieren müssen, was aber wohl erst funktioniert, wenn wirklich alle wichtigen Länder mitmachen und Leute wie Putin nichts mehr zu sagen haben. Vielleicht braucht es in 50 bis 70 Jahren buchstäblich überschwemmte Hafenstädte wie Shanghai, LA, Singapur, Rotterdam, Port Hedland, Busan, etc. und ausgefallene Ernten in Afrika, insolvente Skiliftbetreiber und verzehnfachte Bauholzpreise, dass auch dort ein Umdenken stattfindet.

      • weico
        weico sagte:

        @Zweifler

        “Aber den menschengemachten Anteil der Erwärmung werden wir wohl weltweit trotzdem langfristig reduzieren müssen, was aber wohl erst funktioniert, wenn wirklich alle wichtigen Länder mitmachen und Leute wie Putin nichts mehr zu sagen haben.”

        Also so schlecht sieht es in Putin’s Heimatland ja nicht aus. Einen grossen Unterschied zu Deutschland kann ich nicht erkennen.

        Polen und Estland scheinen “noch etwas” Hilfe der EU zu benötigen…

        https://app.electricitymap.org/map

      • markus
        markus sagte:

        @RO

        Finde ich nicht. “Klimarettung” ist nur ein ein wenig großkotzig. Man könnte es auch “Klimastabilisierung” nennen. Z.B.

  10. Richard Ott
    Richard Ott sagte:

    “Britain could have increased fracking for nat gas but didn’t. Why? Because Russia pumped $95M into anti-fracking advocacy. Noted the head of NATO, Russia ‘engaged actively with environmental organisations (… ) to maintain Europe’s dependence on Russian gas’.” – bto: Ich würde mich nicht wundern, wenn Russland wie schon früher bei der Friedensbewegung auch bei der Klimabewegung im großen Stil die Fäden zöge.

    Eine sehr lustige Idee und bei kleinen Anti-Fracking-Gas-Bürgerinitiativen durchaus plausibel, aber bei “Fridays for Future” und dem ganzen Komplex aus Gretas und Luisas sehr unwahrscheinlich.

    Wenn es so wäre, dann würden die jetzt die Klappe halten. Tatsächlich wird der Ukrainekrieg in das klimahysterische Weltbild mit einbezogen und als Argument für die Forderung einer noch schnelleren Energiewende benutzt, das passt viel eher dazu, dass unsere kleinen hüpfenden Freunde aus den USA gesteuert werden:

    “Weltweit gehen wir – Schüler*innen, Auszubildende, Studierende, Beschäftigte – am Donnestag, den 03.03.2022 für ein Ende des Krieges Putins gegen die Ukraine auf die Straße. Wir halten in unserem Alltag inne, um auf die Notwendigkeit dringender, entschlossener Maßnahmen gegen Putins Brutalität und ungleiche Kriege hinzuweisen, die niemals stattfinden dürfen.
    (…)
    Die Kriege, die in der Welt geführt werden, einschließlich des Krieges, der durch Putins Angriff auf die Ukraine ausgelöst wurde, sind Kriege um Ressourcen. Die Ära der fossilen Brennstoffe muss beendet werden – der Kampf um sie ist eine enorme Bedrohung für Menschen und Ökosysteme.
    (…)
    End the war – end fossil fuels! ”
    https://fridaysforfuture.de/stand-with-ukraine/

    Hoffentlich sagt den Kliemer-Kids niemand, dass es auch Ressourcen gibt, die keine Energieträger sind. Auch um die ergiebigsten Avocado- und Quinoa-Anbaugebiete und um Lithium- und Kupferbergwerke “für die Energiewende” kann und wird man in Zukunft Krieg führen, es wäre bloß ein bisschen umständlicher (aber auch viel lustiger), wenn Kampfeinheiten ihre ganze schwere Ausrüstung mit Lastenfahrrädern transportieren müssten…

    Antworten
    • weico
      weico sagte:

      @Richard Ott

      “Hoffentlich sagt den Kliemer-Kids niemand, dass es auch Ressourcen gibt, die keine Energieträger sind. Auch um die ergiebigsten Avocado- und Quinoa-Anbaugebiete und um Lithium- und Kupferbergwerke “für die Energiewende” kann und wird man in Zukunft Krieg führen”

      …nicht zu vergessen die Kriege um’s Wasser ..

      “Schon heute haben über eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser und 2050 über drei Milliarden, schätzt die UNO. Ohne eine globale Wasserwende mit nachhaltigen Wassermanagement-Methoden drohen Kriege um Wasser.”

      Nach der Atomwende,Klimawende, Energiewende, der außenpolitischen 180-Grad-Wende “ …jetzt noch die Wasserwende.

      Für die politischen Wendehälse …ein weiteres tolles Betätigungsfeld.

      https://www.klimareporter.de/gesellschaft/gibt-es-kriege-um-wasser

      Antworten
      • Bauer
        Bauer sagte:

        @ weico

        >> “…nicht zu vergessen die Kriege um’s Wasser.”

        Richtig, den haben wir schon längst, z.B. als Dauerbrenner in Palästina/Israel.

        1962 habe ich als junger Ingenieur, spezialisiert in Bodenmechanik, mit einer Gruppe das erstemal Israel bereist. Für mich war die Lage unmittelbar evident. Unter jeder jüdischen Siedlung auf der West Bank gibt es einen Tiefbrunnen, der die weniger tiefen palestinischen Brunnen weit rundum leer saugt. Deshalb auch die Streuung der Besiedelung. Als ich das laut äusserte (mit 26 Jahren ist man noch kein Diplomat) herrschte betretenes Schweigen. Später nahm mich der isrealitsche Begleiter der Gruppe beiseite und flüsterte ‘Sie haben recht’.

        Anders wäre es gar nicht möglich, im Negev Kiwis, Avocados und Orangen in grossem Stil zu züchten. Etwas später las ich im Spiegel, dass ein Israeli etwa 800 x mehr Wasser verbraucht als ein Palestinenser. Leider habe ich diesen Artikel seinerzeit nicht archiviert.

        Seitdem sehe ich viele Kriege/Kämpfe ums Wasser allerorten.

  11. @foxxly
    @foxxly sagte:

    >>bto: Ich würde mich nicht wundern, wenn Russland wie schon früher bei der Friedensbewegung auch bei der Klimabewegung im großen Stil die Fäden zöge.<<

    ich will keinenfalls russland, verteidigen und die "fäden" unterschätzen, aber

    wer die globalen finanzinteressen versucht einzuschätzen und den wachstumszwang dazu nimmt,
    der kommt zu einer gegenteiligen einschätzung.

    die big-finanz ist immer noch in den usa zu hause, und sie sind immernoch eine weltmacht.
    sie bringen ihre alliierten länder auf linie, mit teils unsanften druck.
    so auch aktuell mit den sanktionen, welche den europäern vielleicht mehr schaden, als russland.

    dazu passend:
    https://www.timepatternanalysis.de/Blog/2022/02/26/amerikas-wahre-gegner/

    Antworten

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