Rezession in Deutschland? Dann ist Schluss.

Es war und ist nur eine Frage der Zeit, bis die Wohlstandsillusion unserer politischen Führung der sie stützenden medialen „Öffentlichkeit“ und der an sie glaubenden Bevölkerung zerplatzt. Tut sie es, wird auf einen Schlag deutlich, wie schlecht wir in den letzten Jahren regiert wurden. Ich denke immer noch, die Union könnte dasselbe Schicksal erleiden wie die Democratia Cristiana in Italien.

Ist es nun so weit? Die Anzeichen für eine Rezession bei uns nehmen zu:

  • „The economic outlook in Germany is deteriorating with alarming speed and any mistake by policy-makers could push the country into a full-blown slump, a leading economic institute has warned. (…) The Macroeconomic Policy Institute (IMK) early warning indicator said the recession risk over the next three months has jumped suddenly to 32.4pc as trade tensions mount and liquidity ebbsaway in the international financial system.“ – bto: Schluss mit dem Märchen vom “reichen Land”.

Quelle: The Telegraph

  • „It may be a false alarm but it clearly indicates that global growth is weaker than widely assumed just weeks ago. (…) Germany is heavily reliant on world trade and is therefore a bellwether for the broader health of the global economy. Its industrial sector lurched abruptly from boom to bust early in the last downturn and proved to be a leading indicator for the Great Recession.“ bto: Klar, niemand ist wie wir abhängig von der Zusatzverschuldung in der Welt.
  • „Germany is the chief supplier of machine tools and engineering equipment to China. The weakening data dovetails with signs that the Chinese economy has come off the boil since the Communist Party conclave last November. The delayed effect of credit curbs are biting. (…) Proxy measures put together by Capital Economics suggest that the true rate of economic growth in China has dropped to near 4.5pc, a growth recession in Chinese terms and a far cry from the smoothed official figure of 6.6pc.“ bto: Eine Illusion, die wir auf Exporten aufgebaut haben, findet ihr Ende.
  • „The Fed is on the warpath. (…) the global money is slowing as quantitative easing goes into reverse, and as the Fed lifts global borrowing costs. Three-month Libor rates have jumped 60 basis points this year, hitting $9 trillion of floating contracts worldwide.“ bto: Das hatten wir schon, ist aber relevant.
  • „(…) the global economic slowdown was baked into the pie months ago when the money supply began to falter. (…) six-month real M1 money touched a nine-year low of 1pc in February. (…) This signal tends to lead the economy by around six months, suggesting that the global economy may remain trapped in the doldrums through the second and third quarters.“ bto: Auch entscheidend sind Veränderung und Grenznutzen!
  • „It is clear that the eurozone boom in 2017 has fizzled out. There has been a blizzard of disappointing figures on industrial output, retail sales, and business confidence over recent weeks.“ bto:  Und damit fällt das Kartenhaus der Politiker in sich zusammen!
  • „The European Central Bank faces a treacherous task as it prepares to phase out QE altogether this year (…) Nobody knows for sure how much damage is being caused by this reduction in the „flow“ of stimulus, since few can agree intellectually on how QE actually works. The risk is that the ECB could tighten too hard and cause the current soft patch to metastasize into a full-blown downturn.“ bto: Da kann ich nur lachen. Ich denke, die EZB wird gar nicht kürzen, aber schon die Tatsache, dass sie nicht weiter Gas gibt, wird zu Problemen führen.
  • „The Powell Fed no longer pays attention to monetary data and seems not to regard QT as significant, despite warnings from former Fed chairman Ben Bernanke that it was safer not to try at all. The Fed is therefore almost certain to keep tightening and keep raising rates until the economy breaks. This is the time-honoured cause of recessions.“ bto: Da bin ich auch nicht so sicher, die Märkte signalisieren ja schon Rezession.
  • „The hedge fund CrossBorderCapital said its global liquidity index has dropped to a six-year low of 25.3, nearing levels last seen during the onset of the European banking crisis in 2011.“bto: was nur beweist, dass man eine Schuldenkrise nicht mit noch mehr Schulden bekämpfen kann.
  • „The odds of a serious market correction remain high. Our models have been warning of sharply deteriorating risks from the second quarter of 2018. The latest tariff tensions are not the main issue, because we live in a world dominated by capital flows not trade flows. The next bear market may be underway (…).“ bto: sehr gut möglich! Der Euro überlebt das nicht.
32 Kommentare
    • Wolfgang Selig sagte:

      @Frau Bachmeier: Hier geht es aber nicht um die gesamte Inflationsrate, sondern nur um den Anteil der Wohnungsmieten. Fairerweise weist die Studie der Deutschen Bank aber auch darauf hin, dass die Mietenentwicklung diverser Ballungsräume stärker ist als in der Fläche und der offizielle Index näher an der Wahrheit liegt als es den ersten Anschein hat. Die persönliche Inflationsrate für den Wohnungswechsler in Berlin ist einfach höher als für den Bestandsmieter in Görlitz.

      Antworten
  1. Wolfgang Selig sagte:

    bto: sehr gut möglich! Der Euro überlebt das nicht.

    Da bin ich mir nicht sicher, die Politik in Deutschland wild entschlossen, daran festzuhalten, egal wie schädlich es ist. Oder anders formuliert (ich glaube ein Zitat eines der frühen Rothschilds), womöglich nicht ganz originalgetreu:

    „Es ist selten gut für Dich, wenn Du recht hast und die Regierung nicht.“

    Antworten
      • troodon sagte:

        Hallo Hr. Pabst,

        mal wieder von mir volle Zustimmung an Sie und zum verlinkten Artikel von Michael Schulte. Man muss mit dem Wind pi… und nicht dagegen. Das ist an der Börse auch nicht anders.

        Und bezüglich der Aktienscheu deutscher Anleger, dürfte sich seit den letzten Jahren langsam der Trend drehen. Es wächst ein Generation nach, die Zinsen praktisch nicht kennt. Ein Sparplan/eine Anlage mit Fonds/ETF’s wird deutlich beliebter gegenüber der klassischen Versicherung oder dem Banksparplan. Die Sparkassen haben wohl im Jahr 2017 täglich über 2000 Fondssparpläne neu eingerichtet. Gut so, auch wenn davon sicherlich nur ein Teil in die Aktienmärkte fließt. Wer noch ansparen kann oder muss kommt langfristig nicht an Aktien vorbei. Anteil natürlich je nach individueller Situation unterschiedlich…
        Irgendwann kommt der Crash , aber meistens steigen dann die, die seit Jahren darauf gewartet haben, zu früh ein…
        Und auch fundamental ist mir der DAX im Vergleich zu den Zinsmärkten nicht zu teuer. 5% bis 7% p.a. (Brutto-)Ertrag sollten langfristig von heute ab realistisch sein. Wann wird man diese Renditen jemals wieder mit Bundesanleihen erzielen können ?
        Aber klar, würden die US Börsen einbrechen, hätte das auch deutlich negative Auswirkungen auf den DAX. Aber dieser mögliche Crash ist eben nicht fundamental zeitlich vorher bestimmbar. Man kann nur darauf reagieren und sich in die Büsche schlagen…
        Die Ausbildung eines niedrigeren Hochs im DAX Wochenchart in den nächsten Wochen/Monaten wäre hingegen ein markttechnisches Warnsignal, welches es dann zu beachten gäbe.

    • Jacques sagte:

      Da müssen Sie sich aber einen klaren Fehler eingestehen. Lesen Sie Kostolany, er führt eine Hausse oder Baisse auf genau zwei Faktoren zurück: Psychologie und Geld. Die Stimmung am Markt war die letzten Jahre positiv, gerade weil die Konjunktur auch expandiert bspw. in den USA. Auch der Faktor Geld war stark positiv, die EZB hat dermaßen viel Geld in den Markt gepumpt das die Kurse nur steigen mussten. Insofern haben sie völlig falsch gehandelt obwohl alles auf eine Hausse ausgerichtet war. Nochmal: historisch gesehen wurden die Geldschleusen noch nie so weit geöffnet wie in den letzten Jahren, wie sollten da die Kurse tendenziell fallen? Das hätten sie mitnehmen müssen und könnten jetzt langsam aussteigen, da der Faktor Geld in den USA restriktiver wird. Somit können sie dann in der Baisse volle Power investieren. Nächstes Mal!

      Antworten
  2. globalvoterorg sagte:

    Wir erleben eine WeltmarktmanipulationTotal. Kein Anlagebereich ist frei von massiver Einflußnahme des ZB Systems! Solange, alle „Mittäter“ (Banken und Multi´s, Fonds) dieses Spiel stützen, ist alle Vorhersage Makulatur! Alles ist ein „showdown“. Beschäftigungstherapie für die Masse!
    Es gibt 3x Szenarien, die allgemeinene Lösungsansätze, d.h. Auslöser der Systemkrise, darstellen:
    1. Systemabbruch, Crash, durch einen exogenen Event (folgt, Bürgerkrieg, in der EU/D/USA)
    2. Konfrontation im „Nahen Osten“, Weltkrieg III, erweitert auf Europa/D. (Gegen Russland & Co!)
    3. Durchsetzung der innovativen „Virtuellen DiktaturTotal – Orwell 3.0“ ein Folgesystem der unipolaren Weltordnung (Dominanz), des FIAT Schuldgeldsystems. (Abschaffung des Bargeldes)

    Die Tatsache der simultanen „Vorbereitung“ der 3x obigen Pläne, verwirrt die meisten Analytiker und Wirtschaftssubjekte und leitet sie zu Fehlkonklusionen. Punkt 1. und 2. sind, zugleich, Ablenkungsmanöver, Beschäftigungstherapie, wie auch historisch denkbare Alternative.
    Der Punkt, unter 3., ist, aber, die wahre Ziel! Die Menschheit, wie der Frosch, im sich erwärmenden Wasser. Er merkt, daß er „gekocht“ wird erst zu spät!
    Es ist tragisch-komisch, wie D und die dort schon länger Wohnenden diesem Illusionstheater, frappiert, bewohnen. D hat seit 1945, also, schon viel länger, als die Meisten erkennen, FERTIG!
    Das „Abkochen“ des dt. Frosches ist ein perverses Spiel/eine Rache der Sekte. die man nicht beim Namen nennen darf. Das Schicksal Zentraleuropas folgt dem „Speiseplan“ Israels und weiter nichts!
    Das, wirklich, Irre ist, daß die gedungenen Vasallen/“Influencer“/Lobbyisten (mit haufenweise Schweigegeld versorgt), selber, in Alternative 3., mit untergehen!
    In der neuen virtuellen Diktatur (facebook, google & Co) braucht man, nämlich, keine Mittäter mehr. Die intelligenten Roboter erledigen die Dominanz, die Machtmatrix, BESSER und OHNE, Schweigegeld! Industriealisierung 4.0. NEIN, virtuelle Dominanz 5.0

    Antworten
  3. Dietmar Tischer sagte:

    a) Bei einer Rezession in Deutschland wird es SCHWIERIG, aber die Eurozone muss nicht notwendigerweise ZERFALLEN, wenn ich „Schluss“ im hier dargelegten Zusammenhang so richtig verstehe.

    Wir hatten im Zuge der Finanzkrise einen Rückgang des BIP von 5,5 %. Das Konjunkturprogramm betrug um die EUR 70 Mrd., wenn ich mich richtig erinnere.

    Käme es zu einem ähnlichen Einbruch, würde die – jede – Bundesregierung das locker überbieten, wenn es ihr notwendig erschiene.

    In der Eurozone würde die EZB die Staatshaushalte alimentieren wie noch nie.

    Wirklich problematisch würde es erst dann werden, wenn eine chronische Rezession nachhaltig anhielte. Das ist nicht ausgeschlossen, aber im Augenblick nicht erkennbar.

    b) Die Wohlstandsillusion wird SCHWINDEN, muss aber nicht notwendigerweise PLATZEN.

    Auch beim Schwinden der Wohlstandsillusion ist natürlich irgendwann die „Geduld“ der Bevölkerung am Ende, etwa wenn die Ansprüche an die Sozialleistungen aufgrund der demografischen Entwicklung nicht mehr finanziert werden können, OBWOHL das BIP noch steigt.

    Was dann passiert, kann man heute nicht sagen.

    Auf dem Weg zur Anpassung nach unten wird nichts besser, aber vieles schwieriger und vermutlich wird manches nicht mehr im Konsens lösbar sein. Spätestens dann dürfte es mit den Transferzahlungen über die Grenze aus sein – und zugleich Schluss mit der Eurozone.

    Bei Aussagen, die darüber hinausgehen, wäre ich vorsichtig.

    Nichts ist auszuschließen, aber die Union würde ich nicht mit der Democratia Christiana vergleichen.

    Für einen realistischen Vergleich scheint mir die Lust am Untergang hierzulande doch ziemlich schwach ausgeprägt zu sein.

    Antworten
    • Alexander sagte:

      @Dietmar Tischer
      Im Falle einer Rezession kann die EZB Staaten pampern, aber nicht die Firmenzombies unterhalb der Industrie. Ganz im Gegenteil beginnen Einkäufer geschrumpfte Margen durch Neuverhandlung zu kompensieren, nur dass Lieferantenzombies schon blutleer sind. Das Outsourcing bei Minipreisen von Ingenieur- bis Hausmeisterdienstleistung schlägt dann voll durch.

      Man scheitert an sich selbst, weil Vernunft nicht Gegenstand von BWL istm im 10 Jahr seit Ausbruch der Unterkapitalisierungskrise.

      Ganz im Gegenteil wird man versuchen mehr zu globalisieren und zusätzliche Automatisation zu verordnen.

      Ob eine neuerliche Rezession zum Systemabsturz reicht wird sich zeigen. Die Chancen stehen besser als 2009, weil unsere Partner in Europa schon klinisch tot sind….andernfalls könnte sich der jugendliche Präsident Frankreichs finanzielle Begehrlichkeiten sparen.

      Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Alexander

      Ich glaube auch, dass die Zombieunternehmen ein entscheidendes Problem wären.

      Was die TATSÄCHLICHE Nachfrage betrifft, kann die EZB eben nicht das bewirken, was der Fiskalpolitik möglich ist. Und ob die im Falle eines Falles hinreichende Durchgriffswirkung auf die Zombies hat, darf sehr bezweifelt werden.

      Sie könnten recht damit haben, dass eine neuerliche Rezession – wenn es eine wirklich schwerwiegende wäre – zum Systemabsturz reichen könnte.

      Der IWF verweist schon einmal darauf, dass die Entwicklungsländer hoch verschuldet seien.
      Ich schaue jetzt nicht nach, ob sie das heute deutlich mehr sind als bei letzten Finanzkrise, aber es könnte sehr, sehr dramatisch werden, wenn es so ist.

      @ Jacques

      Auch wenn es offiziell niemand erklären würde und nur Vordenker wie A. Turner oder der hier hoch geschätzte M. Stöcker für Helikoptergeld predigen – es könnte der Rettungsanker sein, aber NUR fürs Finanzsystem. Für die Realwirtschaft wäre damit noch lange nichts gewonnen. Helikoptergeld kann z. B. nicht die demografische Entwicklung ändern. Es kommt letztlich darauf an, wie sich die Welt REAL auf die Megatrends einstellt.

      Antworten
  4. Johannes sagte:

    Ich denke inzwischen auch, dass der politische Wille die Eurozone zu halten ungebrochen stark ist und auch eine Rezession in Deutschland wird an diesem politischen Willen nichts ändern. Eher das Gegenteil befürchte ich: eine zunahme der einseitigen Solidarisierungsbekundungen der Deutschen Bundesregierung.

    Die Geduld der Bevölkerung wird m:E. von einer ganz anderen Seite, als der wirtschaftlichen auf die Probe gestellt; der sozialen Seite. Hier könnte es auch schneller als Berlin „lieb“ ist, zu stärksten Verwerfungen in der Geduld der Bevölkerung kommen. Ich möchte zu diesem Beitrag keine off-Topic-Diskussion eröffnen sondern lediglich durch zwei exemplarische aktuelle Artikel (die sich inzwische in eine Vielzahl von Übergriffen einreihen) unterstreichen was ich meine:

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article175626314/Berlin-Mit-Guertel-auf-Israeli-losgegangen-Haftbefehl-gegen-antisemitischen-Angreifer.html

    https://www.welt.de/vermischtes/article175644996/Essen-Junge-Maenner-schlagen-in-U-Bahnhof-brutal-auf-17-Jaehrige-ein.html

    Schlimme Dinge, die berichtet werden. Die CDU, in Form ihrer Generalsekretärin, verlegt sich aber aufs Lavieren und versucht das Problem umzudeuten.

    https://www.welt.de/politik/deutschland/article175645788/CDU-Generalsekretaerin-Kramp-Karrenbauer-Islam-Debatte-fuehrt-nicht-weiter.html

    Während dessen handelt Frankreichs Regierung inzwischen pragmatisch und m.E. zutreffend:

    https://www.welt.de/politik/ausland/article175645477/Muslimin-darf-nach-verweigertem-Handschlag-nicht-Franzoesin-werden.html

    Die sozial/gesellschaftliche Sicherheit im öffentlichen Raum in Deutschland hat in der Wahrnehmung (und auch tatsächlich, je nach Wohnort) vieler inzwischen in eine erhebliche Schieflage inne. Dies verzeihen Deutsche weniger als wirtschaftliche Schiefllagen. Bei den nächsten Wahlen wird sich in den Wahlergebnisse niederschlagen und von diesen Wahlergebnissen sehe ich eine viel größere Gefahr als von einer Rezession.

    Antworten
    • SB sagte:

      @Johannes: „Bei den nächsten Wahlen wird sich in den Wahlergebnisse niederschlagen und von diesen Wahlergebnissen sehe ich eine viel größere Gefahr als von einer Rezession.“

      Welche Gefahren, die sich von den Wahlergebnissen niederschlagen und die eine größere Gefahr sind, als die aktuelle Politik sehen Sie denn? Wäre es nicht wünschenswert, wenn es in D schnellstmöglich in Richtung AT und FR ginge, was den Umgang mit Ausländern angeht und die grenzenlose Toleranz ihre Ende hat, damit die soziale / gesellschaftliche Sicherheit wiederhergestellt wird?

      Antworten
  5. Carsten Pabst sagte:

    Hallo trodoon,
    ich kann Ihre Auffassung auch nur teilen. Natürlich ist die Anlageentscheidung und das Anlageverhalten von vielen Faktoren abhängig, bei Aktien insbesondere das Alter des Anlegers. Aber der typische Deutsche Anleger (meine Sicht) ist halt auf nominale Sicherheit seiner Geldanlage bedacht. Nur was ist heute noch sicher?! Wie im Forum schon oft zurecht darauf hingewiesen, ist eine Streuung seines Vermögens nach individuellen Gesichtspunkten das Beste. Ich für meinen Teil bin schon immer mit Aktien am Besten gefahren, da ich lieber investiere statt spare. Und wenn dann der CRASH irgendwann kommt, dann freue ich mich, noch günstiger in Qualitätsunternehmen einzusteigen. Und im Aktienschaufenster sind im Moment Rabatte bis 30% ausgestellt: Nestle, Novo Nordisk, Procter&Gamble… Unter disruptiven Gesichtspunkten bezüglich des Geschäftsmodells sehe ich noch keine schwarzen Schwäne aufziehen. Aber das wäre auch mal ein interessantes Thema für dieses Forum. In diesem Sinne allen Foristen eines schönes Grillwochenende.
    Freundliche Grüße
    Carsten Pabst

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      >Unter disruptiven Gesichtspunkten bezüglich des Geschäftsmodells sehe ich noch keine schwarzen Schwäne aufziehen. Aber das wäre auch mal ein interessantes Thema für dieses Forum.>

      Ich fange einmal damit an:

      Sind Sie sicher, dass man sehen kann, wie Schwarze Schwäne AUFZIEHEN?

      Überprüfen Sie Ihr Konzept „Schwarzer Schwan“.

      Antworten
      • Carsten Pabst sagte:

        Hallo Herr Tischer,
        natürlich kann ich keine schwarzen Schwäne erkennen. Somit war die Formulierung falsch. Ich wollte lediglich damit ausdrücken, dass ich die Geschäftsmodelle der oben genannten Firmen im Moment nicht disruptiv gefährdet sehe. Dies ist meine Sicht der Dinge, man kann natürlich anderer Meinung sein. Deshalb habe ich die oben genannten Firmen auch am Freitag gekauft. Dies gedenke ich auch immer wieder zu tun, wenn diese Aktien in meinen Augen günstig sind. Vielleicht werden sie auch noch günstiger. Wer weiss das schon? Ihnen noch ein schönes Wochenende.
        Freundliche Grüße
        Carsten Pabst

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Carsten Papst

        Schon klar, ich hatte auch keine andere Antwort von Ihnen erwartet.

        Zu Ihrer Kaufentscheidung:

        Ich schaue sicher nicht so genau hin wie Sie, sehe bei den genannten Firmen aber auch keine disruptiven Geschäftsmodelle.

        WENN man anlegen will, ist Ihre Entscheidung gewiss akzeptabel, möglicherweise auch mit starken Argumenten sehr gut zu rechtfertigen.

        Es bleibt aus meiner Sicht eine VORGÄNGIGE Entscheidung zu treffen (und zwar nicht die anderswo diskutierte zwischen Atomkrieg und Nicht-Atomkrieg).

        Es ist diese:

        WIEVIEL Cash will ich halten?

        Erst einmal: Damit pi … man nicht gegen den Wind, sondern dreht sich lediglich aus dem Wind.

        Zum andern zu M. Schulte (von Ihnen verlinkter Kommentar):

        Es kann schon sein, dass es SELBSTÜBERSCHÄTZUNG ist, an den Crash zu glauben.

        Es ist aber dann keine Selbstüberschätzung, wenn man wie Dr. Stelter BEGRÜNDET, warum es aus objektiven Gründen – einer riesigen weltweiten Verschuldung und bekannten Wirkmechanismen, die keinen Abbau, sondern einen weiteren Aufbau zwingend erscheinen lassen – darlegt, das diese Entwicklung nicht ewig weitergehen könne und es daher zu einem Crash kommen werde.

        Wann das sein wird, weiß niemand, auch Dr. Stelter nicht und er hat ja auch immer wieder angedeutet, dass die Musik noch eine Zeit lang weiterspielen könne.

        Man kann ja gegen Dr. Stelter argumentieren, aber dann muss m. A. n. mehr kommen als von M. Schulte.

        Zu sagen, dass es falsch sei, von fundamentalen Verzerrungen des Marktes Entscheidungen abzuleiten, weil Timing am Markt entscheidet, halte ich für FALSCH – jedenfalls mit Blick auf das, was ich oben vorgängige Entscheidung genannt habe.

        Denn wenn ich zu der Erkenntnis gekommen bin, dass das Geschehen an den Finanzmärkten auf strukturellen Verwerfungen beruht, dann muss ich AUCH CASH HALTEN – und zwar MEHR als ich halten würde bei der Erkenntnis, dass die Märkte sich (lediglich) zyklisch verhalten.

        Kurzum:

        Die Entscheidung, einen bestimmten Anteil des Anlagevolumens in Cash zu halten, ist eine abgeleitete Entscheidung, die mit ANDEREN Überlegungen als denen zu Anlageentscheidungen zu treffen ist und somit nicht wie diese dem TIMING am MARKT unterliegt.

        Es ist, wenn man so will, eine Entscheidung ZUM Markt.

        Abgesehen davon sollte M. Schulte etwas vorsichtiger sein.

        Das Unternehmen Amazon und die Entwicklung des Aktienkurses mögen sehr geeignet sein, um Timing am Markt zu demonstrieren.

        Dass aber die BESONDERHEITEN von Amazon derart zu vernachlässigen sind, dass dieses Unternehmen bzw. die Aktie als „Mutter aller Trends“ bezeichnet werden kann, disqualifiziert M. Schulte.

        ALLE Trends?

        Ich glaube, hier hat oder will einer ein ganz paar Trends – die meisten natürlich weit weniger spektakulär – einfach übersehen.

        Es hat welche gegeben, da existierte Amazon noch nicht einmal.

      • Daniel sagte:

        @Dietmar Tischer

        „Denn wenn ich zu der Erkenntnis gekommen bin, dass das Geschehen an den Finanzmärkten auf strukturellen Verwerfungen beruht, dann muss ich AUCH CASH HALTEN – und zwar MEHR als ich halten würde bei der Erkenntnis, dass die Märkte sich (lediglich) zyklisch verhalten.“

        Es ist ja auch vorstellbar, dass das Vertrauen in die Werthaltigkeit des Geldes nach und nach sinkt. Dann gibt es eine Krise ohne Nachkaufgelegenheit.

        Ich halte das Risiko eines Kaufkraftverlustes bei einem hohen Cash-Bestandes auf lange Sicht für relativ hoch.

        Das Warten auf Kaufkurse aufgrund einer Krise kann funktionieren. Es ist jedoch ebenso denkbar, dass es nicht mehr dazu kommt. Letztlich ist es pure Spekulation.

        Die Überlegung „This time is different.“ ist meistens sehr teuer und könnte trotzdem im Falle einer systematischen Krise goldrichtig sein.

        Im Übrigen existieren auch Absicherungsmöglichkeiten für das Aktiendepot. Eine hohe Investitionsquote und Absicherung ist womöglich die konservativste Variante.

      • Dietmar Tischer sagte:

        @ Daniel

        >Es ist ja auch vorstellbar, dass das Vertrauen in die Werthaltigkeit des Geldes nach und nach sinkt.>

        Das ist richtig und daher ist Ihre Bemerkung grundsätzlich angebracht bei einer derartigen Diskussion:

        Bei hoher und/oder stark steigender Inflation würde c. p. kein vernünftiger Anleger nennenswerte Beträge in Cash halten und vermutlich ganz darauf verzichten.

        Nur:

        Im VORLIEGENDEN Fall – M. Schulte spricht von den „AKTUELLEN Verzerrungen des Marktes durch die Notenbanken“ – erfolgt das Geschehen bei vergleichsweise niedriger Inflation.

        Kommt ein Krisen-/Crash-Szenario dazu, ist Cash zu halten eine Überlegung, die VORGÄNGIG zum Markt-Timing zu erfolgen hat. Im speziellen Einzelfall kann sie natürlich zu der Entscheidung führen, Cash nicht zu halten.

  6. Ondoron sagte:

    Ich hoffe doch sehr, dass die sozialistische Merkel-CDU das Schicksal der DC Italiens erleidet! Verdient hat sie das auf alle Fälle. Die hirngewaschenen, leichtgläubigen Deutschen sind nur sehr langsam. Das merkt man auch bei vielen hier Kommentierenden. Die Mainstreammedien verdummen die sich dort Informierenden gründlich.
    Was soll’s. Das wird eine Katastrophe wie nach einem verlorenen Krieg. Vor allem mit den Goldstückchen, den Ärzten und Ingenieuren, die millionenfach von der fetten Dame ins Land eingeladen wurden.

    Antworten
  7. RW sagte:

    Krise hin, Krise her – Schulden hin, Schulden her. In einer demographisch überalterten Gesellschaft geht es darum, bis zum Ende (Nur der Tod ist sicher.), das so sicher wie das Amen in der Kirche kommen wird , durchzuhalten. Denn auch das römische Weltreich ist nicht ersatzlos auseinandergebrochen, sonst würden wir heute über eine aus Rom stammende europäische Währung reden. Übrigens war die damalige römische Währung oder das römische Geld außerhalb Germaniens (Am deutschen Wesen wird die Welt genesen.) in Europa akzeptiert. Man darf auch nicht vergessen, dass das römische Geld im Laufe der Jahrhunderte hinsicht der Metallinhalte gestreckt wurde. So ändern sich also die Zeiten oder auch nicht. Es geht aber immer weiter….

    Antworten
  8. RW sagte:

    Noch ein Nachtrag: Ähnlich wie Vandalen oder Goten während der großen europäischen Völkerwanderungen im 4. und 5. Jhdt. können wir auch heute gen Rom ziehen, um uns unsere Target-II-Salden zurückzuholen. Aber bringt uns das weiter? Wollen wir tatsächlich den Zustand nach dem Zerfall des römischen Reiches wiederherstellen? Es hat schließlich 1500 Jahre gedauert, bis sich die Europäer dazu entschieden haben, sich nicht mehr die Köpfe einzuschlagen. Da sind Schulden die bessere Alternative. Und wenn man sie nicht mehr bezahlen kann, lässt man sie eben verschwinden und fängt von vorne an.

    Antworten
  9. Carsten Pabst sagte:

    Sehr geehrter Herr Tischer,
    Ihre Frage war:
    Sind Sie sicher, dass man sehen kann, wie Schwarze Schwäne AUFZIEHEN?
    Dies habe ich Ihnen beantwortet. Wenn Sie keine andere Antwort von mir erwartet haben, warum stellen Sie dann die Frage?
    Und ich bin weiterhin der Meinung, das es MIR nichts bringt, auf den Crash zu warten. Dieser wird irgendwann auch kommen, da stimme ich Herrn Dr. Stelter ja zu. Ich will auch nochmal ausdrücklich betonen, das ich sehr viele Ansichten von Herrn Stelter teile und keinesfalls glaube, das er an SELBSTÜBERSCHÄTZUNG leidet (Zumindest liest es sich leicht vorwurfsvoll von Ihrer Seite).
    Es muss auch nicht immer mehr kommen. Der verlinkte Artikel war lediglich eine andere Sicht der Dinge, davon lebt ein Blog. Und ich hatte ja geschrieben, das man nicht einer Meinung sein muss, wohl auch nie sein wird.
    Und wieviel Cash Ich halten will? Was soll diese Frage in einem Blog? Bringt diese Frage überhaupt irgendetwas? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Oder kennen Sie mein Gehalt, finanzielle Lage, Alter, Kinder, Wohne ich zur Miete, habe ich Eigenheim, das evtl. bezahlt ist…..?
    Somit pi… ich wann ich will, wo ich will und in welche Richtung (Der Satz war im Übrigen nicht von mir). Auch auf die Gefahr hin, das ich nass werde. Dann ist dies aber mein Problem.
    Und nochmal auf das Thema Cash zurückzukommen: Wer gibt Ihnen die Garantie, im Falle eines großen Crashes, ihr geparktes Geld in Aktien anlegen zu können? Genausowenig habe ich die Garantie, dann an meine Aktien zu kommen. Das waren Staaten schon immer sehr erfindungsreich. Somit stimmt schon der zitierte Spruch von Herrn Selig, den ich etwas anders kenne: Es ist immer gefährlich richtig zu liegen, wenn Vater Staat falsch liegt.
    ICH fühle mich mit Beteiligungen an Weltfirmen auf jeden Fall deutlich wohler.
    Freundliche Grüße
    Carsten Pabst

    Antworten
    • Dietmar Tischer sagte:

      @ Carsten Pabst

      Ich habe – Ihre Anregung zur Diskussion aufnehmend – Ihnen und anderen, den Mitlesern, die Frage gestellt, um darauf zu VERWEISEN, dass es entgegen dem, was ihre ursprüngliche Formulierung zum Schwarzen Schwan ausdrückt, eine einzigartige Dimension für Entscheidungen mit Zukunftswirkung gibt, die WESENTLICH für den Anlageerfolg ist:

      Es ist die, dass wir grundsätzlich NICHT wissen können, WAS wir NICHT wissen, aber wissen müssten, um „sicher“ entscheiden zu können mit Blick auf eine Zielerreichung.

      Das muss man erst einmal in der GANZEN Konsequenz begreifen.

      Ich habe Ihnen zugetraut, dass Sie dazu fähig sind und Sie demnach Ihre Aussage als das ansehen, was sie ist: falsch.

      Ihre Antwort hat meine Vermutung bestätigt, was ich mit „keine andere Antwort von Ihnen erwartet“ zum Ausdruck gebracht habe.

      >Und wieviel Cash Ich halten will? Was soll diese Frage in einem Blog? … Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Oder kennen Sie mein Gehalt, finanzielle Lage, Alter, Kinder, Wohne ich zur Miete, habe ich Eigenheim, das evtl. bezahlt ist…..?>

      Ihre Frage zeigt mir, dass Sie meinen Beitrag ANDERS verstehen als ich ihn verstehe bzw. verstanden wissen will.

      Ich käme nie auf die Idee, von Ihnen wissen zu wollen, wie viel Cash Sie halten wollen. Mich interessiert auch nicht ihre finanzielle Lage etc. Wenn soll es auch interessieren – hier am Blog?

      Der BEZUG ist ein anderer.

      Es geht um PRINZIPIELLE Überlegungen, hier neben der zum Schwarzen Schwan um die, die Herr Schulte vertritt. Dabei geht es um SIE insoweit, als Sie ihn verlinkt haben und ausdrücklich gesagt haben, dass Sie die darin zum Ausdruck kommende Auffassung teilen.

      Das ist immerhin ein BEKENNTNIS und insofern etwas anderes als „lediglich eine andere Sicht der Dinge“.

      Meine Bemerkungen zu den Auffassungen von Herrn Schulte sollten Ihnen und, soweit sie interessiert sind, auch anderen helfen, sich darüber KLAR zu werden, WAS sie für RICHTIG halten, wenn sie seine Auffassungen teilen.

      Ich habe begründend dargelegt, warum Herr Schulte falsche Auffassungen vertritt.

      Das, was ich diesbezüglich gesagt habe – meine Auffassung – muss selbstverständlich niemand teilen. Es interessiert mich auch herzlich wenig, ob sie jemand teilt.

      Mich interessiert das Warum – WARUM man irgendeine Meinung, die von H. Schulte, Ihre oder meine oder eine sonstige teilen, d. h. für RICHTIG halten soll.

      Denn daraus leitet sich ORIENTIERUNG ab.

      Darum geht es mir, nicht wohin der eine oder andere läuft.

      Oder anders ausgedrückt:

      Der Steltersche Blog als Anlegerberatung ist mir zu billig.

      Antworten
      • Carsten Pabst sagte:

        Sehr geehrter Herr Tischer,
        ihre Antwort: „Ihre Frage zeigt mir, dass Sie meinen Beitrag ANDERS verstehen als ich ihn verstehe bzw. verstanden wissen will“, habe ich in der Tat anders verstanden. Deshalb vielen Dank für Ihre Erklärung.
        WARUM habe ich dies evtl. anders aufgenommen? Es macht einen großen Unterschied, ob man antwortet:
        Hallo Herr Pabst, ich finde es gut, wenn Sie Ihre falsche Formulierung einsehen und habe das auch von Ihnen erwartet.
        Stattdessen:
        Schon klar, ich hatte auch keine andere Antwort von Ihnen erwartet.
        Somit habe ich dies als negativ wahrgenommen.
        Ich werde aber demnächst versuchen, besser zu begründen, WARUM ich die ein- oder andere Auffassung teile.
        Für Ihre Erläuterungen bedanke ich mich und werde versuchen, sie demnächst im Blog umzusetzen.
        Freundliche Grüße
        Carsten Pabst

Ihr Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.