Printing money to fund deficit is the fastest way to raise rates

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Eine weitere Aufforderung an die Notenbanken, ihren Weg konsequent zu Ende zu gehen. Zur Erinnerung: Banken schaffen Geld „aus dem Nichts“ (daher „fiat“), indem sie solventen Schuldnern einen Kredit gewähren gegen gute Sicherheiten. Beide haben in dieser Idealwelt die Absicht, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Deshalb auch meine Sicht, dass Schulden eigentlich gut sind. Sie führen zu einer Mehrleistung des Schuldners und damit zu Innovationen und Wachstum. Weil Banken immer wieder vor dem Risiko standen, im Falle eines (ob berechtigt oder nicht, spielt keine Rolle) Bankenruns insolvent zu werden, wurden die Zentralbanken gegründet. Ziel: im Falle von Engpässen den Banken helfend zur Seite zu springen und zudem die Staaten gut zu finanzieren. Wenn eine Krise eintrat, so liehen diese Zentralbanken den in Not geratenen Banken Geld, sofern diese solvent waren und gegen gute Sicherheit zu hohen („punitive“) Zinsen. Rettung mit Strafe als Anreiz, idealerweise nie Hilfe zu brauchen.

Heute ist das anders: Die EZB leiht insolventen Schuldnern Geld zum Nullzins gegen zunehmend schlechte Sicherheiten. Und dennoch kommt die Wirtschaft nicht auf die Beine, was daran liegt, dass den eigentlichen Schuldnern, die ebenfalls insolvent sind, nicht geholfen wird. Diese sollen angesichts verfallener Vermögenspreise und Rezession Schulden bedienen, die sie leichtfertig in guten Zeiten aufgenommen haben. Folge: Die Rezession verschärft sich und immer mehr Schulden werden faul. Nötig ist eine Bereinigung der Schuldenlast, wie schon seit 2011 immer wieder angeregt.

Doch die (Ex-)Notenbanker bleiben in ihrer Welt gefangen. Wenn es nicht funktioniert, kann es nur an der Dosis, nicht aber an der Medizin liegen. Deshalb kommt immer häufiger die Forderung, doch noch mal richtig Gas zu geben. Die Argumentation wird immer besser: Weil die tiefen Zinsen zu immer mehr Spekulation führen (bto: richtig) und zudem faule Unternehmen am Leben halten (bto: stimmt, vor allem Banken), sollten die Zinsen möglichst rasch steigen. Um dies zu erreichen – so die Argumentation – sollten die Notenbanken direkt die Staaten finanzieren, die höhere Schulden machen sollten, um Ausgaben zu finanzieren. (bto: Mir wäre es, wie geschrieben, lieber, es dann den Schuldnern/Bürgern direkt zu geben.) Die neuen Schulden wären dabei zins- und tilgungsfrei. So würde die Wirtschaft wieder auf die Beine kommen. Ohnehin sollten die Schulden des Staates bei der Zentralbank nie getilgt und verzinst werden, faktisch also annulliert, was in England schon länger diskutiert wird. So wäre das Problem dann gelöst.

In einem Nebensatz verweist der Autor auf die Möglichkeit, dass auch Banken dann anfangen könnten, mehr Kredit zu geben (bto: was natürlich Inflationsgefahren bedeutet). Diesem könne aber durch höhere Mindestanforderungen begegnet werden. Komisch: Wenn die Schulden so einfach und ohne Verlust für irgendjemanden aus der Welt geschaffen werden können, weshalb finanzieren die Notenbanken nicht immer den Staat?

FT (Anmeldung erforderlich): Printing money to fund deficit is the fastest way to raise rates, 10. November 2014

1 Antwort
  1. Hartmut G. says:

    „Mir wäre es, wie geschrieben, lieber, es dann den Schuldnern/Bürgern direkt zu geben.“

    Anstelle den Bürgern als Lösungsansatz willkürlich (Falsch)Geld zu schenken, warum nimmt man es dann eigentlich den Bürgern vorher mittels dragonischer Steuereintreibung weg, so zu sagen „Mehrwert muss bestraft werden“ (und wer es sich nicht wegnehmen lassen will, wandert für ein paar Jahre in „Staatspension“, während der etatistische Pöbel applaudiert)?
    jaja, ich weiß alles komplizierte Fragen im Leben….
    mfG

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