Offene Grenzen reduzieren das soziale Kapital der Solidarität

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Heute Morgen habe ich (erneut) die Kosten der Zuwanderung betrachtet. Es gibt ja wirklich Menschen, die denken, dass Zuwanderung ein Menschenrecht (ich denke, es ist ein Privileg) sei und deshalb sagen, wir können nichts daran ändern. Die Grenzen müssten nun mal offen sein. Auf welch schwachen Füßen diese Argumentation steht, habe ich an dieser Stelle schon im Januar erläutert:

  • „In jedem öffentlichen Raum haben Menschen das Recht, sich frei zu bewegen – oder sollten es haben –, ebenso, wie sie das Recht haben (sollten), frei ihre Meinung zu äußern. In beiden Fällen muss jeglicher Versuch, Menschen an ihrem freien Handeln zu hindern, mit stichhaltigen Argumenten begründet werden.“ – bto: also absolute Freizügigkeit als Prinzip. Den Grünen dürfte das gefallen (und der SPD, deren Stiftung den Beitrag veröffentlicht hat).
  • Staatsgrenzen sind an sich noch kein Grund, das Recht einer Person zur freien Wahl des Aufenthaltsortes, also die Freizügigkeit einzuschränken. Wer sich für Einschränkungen der Freizügigkeit ausspricht, muss erklären, warum es durch das Vorhandensein einer Staatsgrenze für den Staat erforderlich ist, die Freizügigkeit zu beeinträchtigen.“ – bto: Dafür ist das Vorhandensein einer Staatsgrenze doch nicht erforderlich, sondern zum Schutz des Vermögens der bereits hier wohnenden Bevölkerung. Dabei geht es nicht um die Privatvermögen (auch, aber nicht zuerst), sondern um Volksvermögen wie Infrastruktur (Schulen, Behördenkapazität, Polizei, Feuerwehr, Gesundheitsversorgung, Straßen etc.), das von den schon dort Wohnenden aufgebaut wurde und dann quasi umsonst geteilt wird. Und es geht um das soziale Kapital der Solidarität.
  • „Stichhaltige Argumente sind vor allem deshalb wichtig, weil es sich bei der Einschränkung der Freizügigkeit nicht einfach nur um eine politische Maßnahme handelt. Vielmehr gehen staatliche Zwangsmaßnahmen damit einher. Da ist nicht nur die Unannehmlichkeit, dass sich ein Grenzbeamter unseren Pass ansieht. Das kann auch die Zwangsmaßnahme militärischer Patrouillen sein, die auf Migranten schießen; Internierungslager, in denen Tausende unter brutalsten Bedingungen inhaftiert werden; (…) Das ist nicht etwa das inakzeptable Gesicht der Einwanderungskontrollen, sondern es ist heute Realität. Und nicht wer gegen diese Zwangsmaßnahmen ist, sondern wer sie vertritt, muss das moralisch und politisch begründen.“ – bto: Und genau das kann man auch, wie ich heute Morgen gezeigt habe.
  • Welche Argumente werden also gegen die Freizügigkeit ins Feld geführt? Grob gesagt fallen sie in drei Kategorien: Freizügigkeit untergräbt die Souveränität eines Staates, sie verstößt gegen die Demokratie, und sie hat verheerende praktische Auswirkungen. Sehen wir uns alle drei Kategorien kurz an.“ – bto: Wie ist es mit den Stichworten Volksvermögen und Sozialstaat? Schon der Nobelpreisträger Milton Friedman hat erkannt, dass ein Sozialstaat und offene Grenzen nicht kompatibel sind. Mit keiner Silbe wird das in diesem Beitrag erwähnt. Man kann natürlich offene Grenzen haben, dann muss man aber so wenige Gemeinschaftsgüter wie möglich haben. Keine Umverteilung, private Infrastruktur, für die jeder bezahlen muss.
  • „Es gibt keinen Grund, warum sich ein souveräner Staat in seiner Grenzpolitik gegen die Freizügigkeit entscheiden sollte. (…) Freizügigkeit ist demnach an sich noch keine Verletzung der Souveränität. Kritiker vermengen das Recht auf Grenzkontrollen mit der Verpflichtung, Grenzkontrollen durchzuführen.“ – bto: aber doch nicht, um Grenzen zu sichern, sondern die Verteilung des Volksvermögens.
  • „Das zweite Argument gegen die Freizügigkeit lautet, dass offene Grenzen undemokratisch seien, weil es für eine solche Politik kein Mandat gebe. Es stimmt, dass man eine liberale Einwanderungspolitik nicht gegen den Widerstand der Bevölkerung umsetzen kann, sondern nur, wenn man die Öffentlichkeit davon überzeugen kann. Dieses Argument widerlegt aber nicht die Freizügigkeit, sondern spricht dafür, ein demokratisches Mandat für solch eine Politik zu erlangen.“ – bto: Das ist sicherlich richtig. Es wird aber nicht versucht, weil die Politiker wissen, dass sie es bei einer direkten Befragung nicht bekämen.
  • „Einerseits erkennen die Politiker die Notwendigkeit der Einwanderung an, andererseits stellen sie sie als Problem dar, das es zu lösen gilt. Gleichzeitig bringen Politiker häufig eine Verachtung für die Massen zum Ausdruck, die sie als rassistisch einordnen, als unfähig, eine rationale Sicht der Einwanderung zu gewinnen. Diese giftige Mixtur aus der Notwendigkeit von Migration, der Angst vor ihr und der Verachtung der Gegner fördert die Stigmatisierung von Migranten und schürt im Volk eine Feindseligkeit gegenüber der liberalen Elite, weil sie die Ansichten der Bürger zur Einwanderung ignoriert.“ – bto: Wie bei derartigen Kommentaren üblich wird postuliert, Migration sei Notwendigkeit. Das wäre zu beweisen, da, wie ich mehrfach gezeigt habe, die Welt vor Überalterung steht und damit alle Länder mit einer schrumpfenden Bevölkerung rechnen müssen. Migranten werden nämlich auch alt. → „Zuwanderung ist die falsche Strategie“
    Hinzu kommt, dass nicht nach der Art der Migration unterschieden wird. So es eine unbelegte Behauptung an einem zentralen Punkt. Die anderen Argumente, die hier vorgebracht werden, sind dagegen zweitrangig oder lenken ab. So taugen dazu, um sehr schön in sich schlüssig zu argumentieren, sind aber irrelevant.
  • „Die dritte Kategorie von Argumenten gegen die Freizügigkeit betrifft die praktischen Folgen: Bei offenen Grenzen könne die ganze Welt ins Land kommen; insbesondere könnten Kriminelle und Terroristen ins Land kommen.“ (…) Freizügigkeit bedeutet nur, dass es keine willkürlichen Kontrollen geben darf, die sich auf Kategorien wie Nationalität, Vermögen oder Schichtzugehörigkeit beziehen, ebenso wenig, wie sie nach Religion, Hautfarbe oder Geschlecht erfolgen dürfen.“ – bto: Dennoch könnte die ganze Welt kommen. Was – wie gesagt – okay ist, solange man die Gemeinschaftsgüter privatisiert und jeder dafür direkt bezahlen muss. Zur Erinnerung: Als die großen Einwanderungswellen waren, zum Beispiel in die USA, mussten die Einwanderer vom ersten Tag an für sich selber sorgen. Es wäre niemand auf die Idee gekommen, diese mit großzügigen Sozialleistungen auf dem Niveau der Leistungen für die einheimische Bevölkerung zu versorgen.
  • „Einwanderungskritiker behaupten, Massenmigration schaffe Arbeitslosigkeit, lasse die Löhne sinken und zehre an den Ressourcen. Die meisten Befunde weisen in eine andere Richtung (…). Solange wir Migranten als Sündenböcke für solche Probleme missbrauchen, übersehen wir aber die zugrunde liegenden Ursachen für stagnierende Löhne, die Zunahme von Null-Stunden-Verträgen, den Wohnungsmangel oder das Gefühl vieler Leute, politisch abgehängt und an den Rand gedrängt worden zu sein (…)“ – bto: Das stimmt sicherlich. Es ist allerdings vor allem eine Frage der Qualifikation der Zuwanderer.
  • „Kritiker der Massenmigration erklären außerdem, bestimmte Typen von Migranten ließen sich schwerer integrieren, weil sie völlig andere Werte hätten. (…) Natürlich bringen Einwanderer kulturelles Gepäck mit, fühlen sich bestimmten Traditionen oder Institutionen zugehörig und vertreten einen eigenen Moralkodex. Doch Gemeinschaften von Migranten sind weder homogen, noch sind solche Zugehörigkeiten konstant.“ – bto: Es ist allerdings unstrittig, dass bestimmte Gruppen eine nachhaltig geringere Erwerbsbeteiligung mit deutlich tieferen Löhnen haben und deshalb dauerhaft Netto-Kosten verursachen. Siehe

    Bertelsmann-Studie,→ Der DIW Faktencheck – Teil 3 (Erträge und Fazit)

    DIW-Daten→ Der DIW Faktencheck – Teil 3 (Erträge und Fazit). (Das ist in der Tat im selben Beitrag. Darin wird vorgerechnet, wie deutlich geringer die Ist-Löhne von Zuwanderern sind. Sie sind ein Nettoverlustgeschäft.)

    Die dominierende Rolle der Einwohner mit türkischen Wurzeln im Armutsbereich.→ Wer sind die Armen in Deutschland?

    • „Abgelehnt wird die Freizügigkeit aus Angst – Angst, dass Migranten unser Land überfluten, dass sie uns Jobs wegnehmen, von Sozialhilfe leben, unsere Kultur untergraben, unsere Werte zersetzen. Diese Angst schafft eine Welt, in der nicht mehr Souveränität oder Demokratie herrschen, sondern Menschen hinter Mauern weggesperrt werden und jeder Staat seine eigene Festung Europa ist. Wollen wir das wirklich?“ – bto: Ich denke, wir müssen es wollen, solange wir den Sozialstaat und die Solidarität nicht aufgeben wollen. Frauen, die sich nicht mehr abends alleine in die Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln trauen, fallen in zwei Gruppen: jene die sich Auto/Taxi leisten können und jene, die nicht. Das ist nicht sozial gerecht.
    • „Mir ist aber wichtig zu betonen, dass keins der Argumente gegen die Freizügigkeit schlüssig ist. (…) Ich weise außerdem darauf hin, dass die Versuche, Migranten aus willkürlichen Gründen fernzuhalten, nicht praktikabel und unmoralisch sind, weil sie in zunehmendem Maße mit brutalen Zwangsmaßnahmen einhergehen. Wenn man Migranten als Sündenböcke für soziale und wirtschaftliche Probleme missbraucht, wird es zudem noch schwerer, die wirklichen Ursachen dieser Probleme anzupacken. Der einzige schlüssige Ansatz ist, Argumente für eine Liberalisierung der Einwanderungspolitik zu formulieren und sich nach und nach dem Ideal der Freizügigkeit anzunähern.“ – bto: Es passt nicht zusammen. Sozialstaat und offene Grenzen sind keine Frage der Argumente für eine Liberalisierung, sondern ein Widerspruch, der nicht lösbar ist. Man kann nicht beides haben.

      bto: Die Argumentation ist dennoch sehr interessant, denn sie offenbart (vor dem Hintergrund edler Motive) ein theoretisches Gerüst, das die ökonomischen und sozialen Zusammenhänge mit Blick auf Wohlfahrtsstaat und Gemeinschaftsgüter völlig ausblendet.

      ipg-journal.de: „Für offene Grenzen“, 2. Januar 2017

      23 Kommentare
      1. Wolfgang Selig says:

        Interessant wird m.E. jetzt kurfristig die Frage, ob es die beiden voraussichtlich neuen Parteien im Bundestag in Fraktionsstärke, FDP und AFD, schaffen, das Thema überhaupt ruhig zur Sprache zu bringen. Die Altparteien wollen das ja offenbar nicht. Dazu braucht es den Konsens der übrigen Parteien, sich auf eine Sachdiskussion einzulassen, um Mehrheiten zu bekommen. Und die Bereitschaft der Medien, über diese zu berichten, damit die Bürger zumindest Fortschritte erkennen können. Sollte diese Chance vertan werden, sehe ich langfristig sehr schwarz für eine sachliche Lösung des Themas. Das wäre für unser Land extrem schlecht, denn dann könnten viel zu viele Leute auf die Idee kommen, Demokratie sei unnötig, da keine Problemlösung erfolgt. Eine derartige Debattenkultur (wegen anderer Themen, z.B. Wirtschaftskrise, Kriegsfolgen WK I u.ä.) hatten wir schon mal in den 1920er-Jahren. Das sollte sich wahrhaft keiner zurückwünschen, der nur ein bisschen aus der Geschichte gelernt hat.

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      2. SL says:

        Im amerikanischen hat vor kurzem das Wort “BAIZUO” die Runde gemacht. Es stammt angeblich aus dem chinesischen und beschreibt die Eigenschaften der „White Liberals“

        those who “only care about topics such as immigration, minorities, LGBT and the environment” and “have no sense of real problems in the real world”; they are hypocritical humanitarians who advocate for peace and equality only to “satisfy their own feeling of moral superiority”; they are “obsessed with political correctness” to the extent that they “tolerate backwards Islamic values for the sake of multiculturalism”; they believe in the welfare state that “benefits only the idle and the free riders”; they are the “ignorant and arrogant westerners” who “pity the rest of the world and think they are saviours”.

        Trifft die Sache denke ich ganz gut, auch bei uns.

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        • Wolfgang Selig says:

          Gut, aber andererseits: was ist das Gegenteil? Herzlose Materialisten, denen der Rest der Welt einfach vollkommen egal ist? Es kommt wahrscheinlich darauf an, aus welcher Warte man das sieht. Wäre ich ein Jugendlicher in einem Slum in Lagos, wäre ich vermutlich nicht unglücklich, wenn ein paar BAIZUO in meinem Land wenigstens ein bisschen dazu beitragen, mein Trinkwasser, meine medizinische Versorgung und meine Schule zu verbessern. Damit will ich die „Kommt alle zu uns, wir nehmen jeden auf-Mentalität“ vieler Deutscher und auch die weit verbreitete Korruption in der Entwicklungshilfe nicht schön reden, aber Eintreten für den Weltfrieden halte ich grundsätzlich noch nicht für schlimm. Und dass staatliche Sozialleistungen nur Trittbrettfahrer bekommen: wer das glaubt, dem empfehle ich den Besuch einer Behinderteneinrichtung oder einer Förderschule. Ich möchte nicht soweit gehen, dieser Person selbst eine Behinderung oder schwere Krankheit zu wünschen oder seinen Kindern, aber keiner von uns weiß, ob er nicht schon nächsten Monat in einem Rollstuhl sitzt oder in einem Pflegebett liegt. Seien Sie bitte dankbar, wenn Ihre Mutter – wovon ich hier ausgehe – während der Schwangerschaft weder Contagan genommen hat noch Sie mit AIDS infiziert hat noch durch Alkoholmissbrauch aufgefallen ist. Ich bin dafür jedenfalls dankbar.

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      3. SR says:

        Ich halte Herrn Herles nicht für einen Schwätzer; das was er sagt ist schon sehr bedenklich.

        Die Alternative kann aber doch nur darin bestehen, mehr Meinungsvielfalt zu schaffen – vor allem in den Öffentlich-Rechtlichen. Wir brauchen eine Mitmach-Demokratie.

        Von der privaten Medienoligarchie kann ich nicht allen Ernstes erwarten, dass die sie sich um mehr schert als um den Macht- und Vermögenserhalt und ihre Gewinne. Und dabei sind Sensationen und Skandale besonders hilfreich.

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      4. Bakwahn says:

        Zum ersten Teil des Stelter-Textes:
        Die SPD vertritt schon lange nicht mehr die Interessen der kleinen Leute; sie hat sich von den Unterschichten und unteren Mittelschichten unseres Volkes meilenweit entfernt.
        Konkret:
        Da ist der Gabelstapelfahrer, genau der, der mit der Stapelgabel prahlt, die Verkäuferin beim Aldi an der Kasse, der Lagerist bei Amazon, der Briefzusteller bei der Post, der Verkaufsberater im Baumarkt usw. Da sind die vielen 400-Euro-Jobber und die Aufstocker, dazu die in Hartz4 abgesunkenen Langzeitarbeitslosen u.v.m.
        Sie setzt auf die internationale Solidarität aller Proletarier. Ihr Mühseligen und Beladenen dieser Welt ihr dürft alle zu uns kommen; wir bereiten euch das Paradies.
        Die SPD stellt die Interessen von Armutsmigranten – hauptsächlich kulturfremde, unqualifizierte junge Männer – über die ihrer eigenen Klientel. Die Folge: Sie ist von einer 40 zu einer 23 Prozent Partei verkommen.
        Dazu vertritt die SPD leidenschaftlich die Interessen unserer EU-Partner. Viele führende SPD-Politiker plädieren für größte Solidarität mit den ach so armen und bis zur Halskrause verschuldeten Südländer, für Schuldenübernahme, Transfers und weitere über Schulden finanzierte Wirtschafts- und Sozialprogramme. Sie wollen eine weitere Staatsfinanzierung über die EZB. Sie unterstützen eine gemeinsame Arbeitslosen- und Krankenversicherung u.v.m.
        Die Türkin Özoguz darf, vom Beifall des Mainstream begleitet, behaupten: „Eine spezifisch deutsche Kultur ist jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.“
        Genau dafür steht Schulz und Co.

        Bakwahn
        Hamburg Bankok Düsseldorf

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      5. Axel says:

        Ich habe letzens ein Buch gelesen: „Die offene Gesellschaft und Ihre Freunde“ von Harald Welzer.
        In ca. 30 Referaten (die meisten Autoren haben ausländische Namen) wird für die offene Gesellschaft geworben.
        Seit dem Buch ist die offene Gesellschaft kein Thema mehr für mich.
        Das geht soweit, daß gefordert wird, kein Mensch habe die Sprache des Gastlandes zu lernen, auf die Kultur anderer Rücksicht zu nehemen, etc. Und wer dies verlange, solle wegen Angriff auf die individuelle Lebensgestaltung (sinngemäß) verklagt werden können.
        In dem gesamten Buch wurden die Probleme komplett (bis ansatzweise bei Precht) ausgeklammert.
        Seit dem ist die offene Gesellschaft für mich undiskutabel. Sie ist bloße Sozialromantik und bricht jeder Gesellschaft das Genick!
        Gegen geregelte Einwanderung ist nichts auszusetzen.

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      6. Bakwahn says:

        Deutschland versteht als ein reiches Land.
        Wir sind kein reiches Land. Unser angeblicher Reichtum besteht in unserer LEISTUNGSFÄHIGKEIT.
        Was ist und worin besteht diese Leistungsfähigkeit?
        Wir sind eine funktionierende Demokratie; Rechtsstaatlichkeit, Rechtssicherheit, und die Gewaltenteilung sind ihre Säulen; dazu eine Politik, die zu politischer Stabilität geführt hat und die am Gemeinwohl orientiert ist. Weitestgehend jedenfalls. Ein effektiv funktionierender, korruptionsfreier öffentlicher Dienst. Bitte, trotz aller Beamten- und Behördenwitze.
        Dazu in der Bevölkerung:
        Grundlegende positive Einstellungen zu Arbeit, Eigenverantwortung, Eigeninitiative, Mobilität, Fleiß, Leistungsbereitschaft, Sparsamkeit, nützlich-effizienter Umgang mit knappen Ressourcen, Bildungs- und Ausbildungsstreben, Kreativität und wirtschaftlicher Wagemut etc.; dazu metaphorisch formuliert: ein langer Atem, Stehvermögen, die Fähigkeit, Rückschläge wegzustecken. Weitere Stichworte: Berufsethos, Disziplin, Gewissenhaftigkeit, Wirtschaftsgesinnung.
        Dieses alles hat uns zu einer leistungsfähigen, innovativen, wettbewerbsfähigen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft gemacht.
        Das ist die kulturelle Tiefenprägung, das notwendige Humankapital, aus der erfolgreiche Nationen und Volkswirtschaften geschnitzt sind; so sieht das kulturelle Kapital, das Sozialkapital aus, mit dem Gesellschaften sich im internationalen Wettbewerb behaupten können.
        Wenn man mit dem Regionalzug durch Ostwestfalen fährt, sieht man die Ergebnisse dieser kulturellen Tiefenprägung, dieser LEISTUNGSFÄHIGKEIT. In Gütersloh, Bielefeld, Herford, Löhne, Ölde usw. sitzen mittelständige Unternehmen, die in die Reihe der sogenannten Weltmarktführer gehören. Das ist in BW noch besser.

        Die Armutsmigranten kommen aus gescheiterten Staaten. Deswegen stranden die meisten Migranten aus den mohammedanischen und auch aus den schwarzafrikanischen Ländern bei der Integration, weil ihre kulturelle Tiefenprägung, die sie mitbringen und an der sie weitwehend festhalten, nicht für diese Arbeits-, Leistungs- und Konkurrenzgesellschaft geeignet ist.

        Bakwahn
        Hamburg Bangkok Düsseldorf

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      7. Bakwahn says:

        Das führt zur Frage: Wer wollen wir sein? Das ist eine Frage nach Identität, Mentalität, Kultur, Wirtschaft und Politik unserer Gesellschaft. Es handelt sich hierbei um das Recht von uns Deutschen, unsere ethnische, politische, wirtschaftliche, religiöse, kulturelle Lebensform intakt, d.h. weitgehend identisch zu halten. Das ist unser Recht auf Selbstbestimmung als Nation. Wir sehen uns jetzt einem gewaltigen Einwanderungsdruck aus der arabisch-islamischen und schwarzafrikanischen Welt gegenüber. Bei einer weiteren massenhaften Immigration gekoppelt mit einer hohen Vermehrungsrate dieser Zuwanderungsgruppe besteht die nicht von der Hand zu weisende Gefahr, daß unser Gemeinwesen und seine über Jahrhunderte gewachsene politische, wirtschaftliche, kulturelle und auch religiöse Lebensform fundamental umgeprägt wird; (und zwar eindeutig zum Schlechteren!!!).
        Das können wir nicht wollen.

        Zu unseren legitimen Selbstbehauptungsinteressen gehört unsere in Jahrhunderten gewachsene Lebensweise, unsere Sitten und Gebräuche, unsere Sprache, unsere Gewohnheiten und Praktiken, unsere Mentalität. Zu unserer deutschen Identität und Mentalität gehören auch diese von den 68ern als „Sekundärtugenden“ verunglimpften Werte wie Fleiß, Arbeits-, Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft, Disziplin, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit etc., die uns innerhalb zu einer der großen fünf Volkswirtschaften dieser Erde gemacht haben.
        Dieser biedermännische Eifer zur Herstellung einer multikulturellen und multiethnischen Gesellschaft ist von einer unverfrorenen Naivität und Gedankenlosigkeit. Das Bewusstsein der herrschenden politischen, journalistischen und intellektuellen Klasse zeugt von einer politischen und auch kulturellen Einfalt und einem illusionärem Menschenbild. Die Sehnsucht nach einer multikulturellen und multiethnischen Gesellschaft, die auf allen wichtigen Gebieten des menschlichen Lebens absteigt, in Armut und gesellschaftlichen Kämpfen um knapper werdende Ressourcen versinkt, scheint mir der Ausdruck eines Selbsthasses besagter „Eliten“ auf den Erfolg der deutschen Gesellschaft zu sein.

        Daher mein Engagement in und für die AfD.
        Bakwahn
        Hamburg Bangkok Düsseldorf

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      8. SB says:

        Die „liberalen Eliten“, welche eine liberale Einwanderungspolitik betreiben, die in Wirklichkeit nichts andres ist, als eine umgesteuerte, chaotische Zuwanderung, können sich das von Ihnen veranstalteten Zirkus (noch) ruhig anschauen. Finanzieren sie sich doch ganz überwiegend und durchaus stattlich aus den vom „Fußvolk“ abgepressten Steuern und Abgaben. Das Fußvolk muss diese „Elite“ und deren universellen Utopien nicht nur zwangsfinanzieren, sondern lebt aufgrund der Zwangsumverteilung der von ihm erwirtschafteten Ressourcen selbst zu einem beträchtlichen und immer größer werdenden Teil in präkeren Einkommens- und Lebensverhältnissen. Das ein solcher Gegensatz zu Feindseligkeit gegenüber der „Elite“ (die nebenbei keine solche ist, sondern sich nur selbst so bezeichnet) führt, kann nicht wirklich verwundern.

        Antworten
      9. Thomas says:

        Hut ab, dass Sie die Muße haben, so etwas sachlich zu analysieren. An Abschnitten, die mit „Wollen wir das wirklich?“ enden, erkennt man die softe, einfühlsame Propaganda.

        Da wird dann von oben herab von den Unbetroffenen luftig argumentiert und impliziert. „Nur die Dummen haben Angst.“ Na ja, vielleicht haben die Ängstlichen auch mehr Common Sense und praktische Erfahrungen. Angst ist evolutionsbiologisch eine der großen Errungenschaften. Die entsteht im Gesunden nicht ohne innere oder äußere Reize – und seien es Gedankenspiele („Was wenn jetzt jedes Jahr 1 Mio. kommen und keine Arbeit finden? [So ganz ohne Grenzen in totaler Freizügigkeit wäre das natürlich ein absurd optimistisches Szenario.]).

        Wie man so schöne Sätze schreiben kann und dabei dann einfachste Sachzusammenhänge komplett ausblenden kann, wird sich mir wohl nie erschließen. Zu anders muss das Gehirn sein. Man muss doch nicht studiert haben, um zu begreifen, ja zu fühlen, dass man als Land mit 5 Mrd. Menschen, die auf bescheidenem materiellen Niveau leben müssen, nicht ohne Grenzen sein kann.

        Aber vermutlich gibt es genügend Menschen, die meinen, ihr (nicht-) wollendes Schreiben forme die Realität. Ich denk mir dazu: Reality is a bitch. Die kümmert sich recht wenig ums (Nicht-) Wollen.

        Antworten
        • Wolfgang Selig says:

          Lieber Thomas,
          auch die „Unbetroffenen“ haben Angst, aber vor etwas anderem. Nämlich davor, dass ihr soziales Umfeld (Freunde, Kollegen, Vorgesetzte, Nachbarn, etc.) sie für schlechte Menschen halten. Wählen dazu beliebige Begriffe wie Populisten, Nationalisten, Neoliberale, Rechte, unchristlich, herzlos, etc. Und am meisten Angst besteht davor, selbst denken zu müssen und zum gleichen Ergebnis wie verhasste andere Personen zu kommen, seien es traditionell politisch anders Denkende oder sogar die eigenen Eltern…

          Antworten
          • Thomas says:

            Sehr guter Punkt – Danke.

            Der soziale Druck ist definitiv da. Spüre ich selber auch… obwohl ich mich als „mittig“ und sachlich in der Sache empfinde, halte ich doch in zwei Bekanntenkreisen lieber den Mund. (Ich bin normal nicht bang vor Austausch, aber in den zwei Fällen einfach in der Unterzahl bzw. allein und die Diskussionspartner doch sehr … emtional-überzeugt.)

      10. Kritiker says:

        Ich denke das Buch „Das Migrationsproblem: Über die Unvereinbarkeit von Sozialstaat und Masseneinwanderung“ von Rolf Peter Sieferle wird vielen logisch denkenden Menschen insbesondere hier im Forum aus der Seele sprechen.

        Darin findet sich trotz weitgehender Übereinstimmung mit BTO ein Punkt, der dem Statement von Herrn Stelter

        „Dennoch könnte die ganze Welt kommen. Was – wie gesagt – okay ist, solange man die Gemeinschaftsgüter privatisiert und jeder dafür direkt bezahlen muss.“

        widerspricht. Und zwar wird durch starke Migration auch das soziale Kapital „Vertrauen“ funktionierender Gesellschaften aufgezehrt. Soll heißen, dass Menschen „kulturfremden“ Geschäftspartnern weniger vertrauen, und daher die Absicherungskosten (durch Verhandlungen, Verträge, Justizsystem) stark steigen, was wiederum die allgemeine Geschäftstätigkeit negativ beeinflusst.

        Antworten
        • SR says:

          Soll heißen, dass Menschen „kulturfremden“ Geschäftspartnern weniger vertrauen, und daher die Absicherungskosten (durch Verhandlungen, Verträge, Justizsystem) stark steigen, was wiederum die allgemeine Geschäftstätigkeit negativ beeinflusst.

          „Genau“. Unsere exorbitanten Exportüberschüsse kann es also gar nicht geben?
          Und für die Ökonomien der „kulturfremden“ Geschäftspartner gilt das umgekehrt nicht genau so?

          Sorry, so einen hahnebüchenen Unsinn muss man sich nicht antun.

          Antworten
          • Kritiker says:

            Doch, Sie haben natürlich recht, das gilt oft in beide Richtungen.
            Was ich meine: Deutsche Geschäftsleute erlebten und erleben immer noch beispielsweise in China regelmäßig einen Kulturschock. Nicht immer sehen sich chinesische Partner an deutsche Erwartungen bez. Kooperation und Konkurrenz gebunden (Produkt-Plagiate). Und noch ein Beispiel: Besonders alte Menschen in Deutschland haben auf der Mikro-Ebene sehr viel Vertrauen in die Mitmenschen, das aber zunehmend von Betrügern missbraucht wird (Haustürgeschäfte). Dieses Vertrauenskapital muss über Jahrzehnte, vielleicht Jahrhunderte aufgebaut werden, kann aber innerhalb nur einer Generation zerstört werden. Die Geschwindigkeit der Veränderungen in Deutschland lässt nicht immer Zeit alle Auswirkungen zu durchdenken und zu diskutieren. Vielleicht unterlaufen uns hier einige schwere Fehler. Der zitierte Sieferle hat zumindest viele bedenkenswerte Argumente.

      11. SR says:

        @Kritiker
        Wie viele andere in meiner Branche (IT) arbeite und handele ich nun seit zig Jahren international. Den von Ihnen beschriebenen Kulturschock habe ich nie erlebt. Früher 50:50 mit den USA und Taiwan, heute überwiegend mit Asien. Ihre Sorgen kann ich daher nicht ansatzweise erkennen. Die deutsche Autoindustrie oder der deutsche Spezialmaschinenbau in China übrigens auch nicht.

        Schon weit vor Columbus wird weltweiter Handel betrieben. Es gibt Belege, dass dies sogar vor mehr als 2000 Jahren in Mitteleuropa der Fall war.

        Dass einige alte Menschen auf der „Mikroebene“ damit Probleme haben, kann ich mir kaum vorstellen, denn Orangen, Bananen bzw. Kupfer und Bauxit für Aluminium-Autos von AUDI gibt es nun mal nicht in Deutschland. Und jedes Jahr neue Räuchermännchen aus dem Erzgebirge wollte schon früher niemand wirklich haben, auch nicht alte Menschen.

        Was den Schutz von Patenten und Rechten betrifft, steht auf einem anderen Blatt und bedarf immer wieder der entsprechenden Regelung. Dazu gibt es Handelsabkommen. Was glauben sie, wie die ausfallen würden, wenn wir nicht in die EU eingebunden wären? Heute handeln wir aus einer Position der Stärke. Alles andere wäre wirklich ein Fall von Selbstabschaffung.

        Denn, wer für sein Unternehmen keine Gewinn-Position vorfindet, wird mit China oder sonstwem keine Geschäfte betreiben. Das ist aber offensichtlich anders.

        Antworten
      12. vlim says:

        Spätestens wenn die Transferleistungszahler, wegen zu hoher Steuern und Abgaben aus Deutschland flüchten oder gar die Arbeit niederlegen, werden jene Apologeten der „Freiheit und offenen Grenzen“ dazu aufrufen, den Deutschlandfahnen-Flüchtigen und Arbeitsverweigerern Steine für das Ausleben ihrer Freiheit in den Weg zu legen, weil irgendwer muss ja schließlich die freiheitliche Party bezahlen.

        Vom weiteren Vermögensaufbau rate ich ab. Die vermeintlich Vermögenden werden die neuen Sündenböcke für die Ungleichheit sein, für die eigentlich die Geldpolitik der Notenbank verantwortlich ist, und den Zorn der verarmten Massen auf sich ziehen. Natürlich wird das zu Enteignungen führen. Das man sein Vermögen aus dem Banksystem wieder heraus bekommt, dürfte auch immer schwieriger werden (Stichwort: Bargeldabschaffung 500 € Schein, Negativzinsen, Bail-In-Gesetz).

        James Rickards schreibt in seinem Buch „Der Weg ins Verderben“ dass Regierungen und Notenbanken bemüht sind, Zugriff auf große Vermögensverwalter z.B. Blackrock zu erlangen, damit diese im Krisenfall nicht ihre Wertpapiere abverkaufen können. Er rechnet mit einem sogenannten Lock Down (Schließung der Banken und Finanzmärkte). Dazu passt auch die Meldung vom 18.09.2017 „EZB will die Kontrolle über die Pensionsfonds“ https://www.wallstreet-online.de/nachricht/9903699-ezb-kontrolle-pensionsfonds .
        Zitat wo:
        „Der Ökonom und Sachbuchautor Peter Boehringer kommentiert den geplanten Zugriff auf die Pensionsfonds wie folgt: „Am Ende stehen dann wie immer in der zentral planenden Voodoo-Wirtschaft von Geldsozialisten mehr ‚Regulierung‘, mehr Zwang, die Nötigung freier Marktkräfte, künstliche Preisfestsetzungen zunächst bei Anleihen, dann bei Sachwerten, dann bei Lebensmitteln, dann der umfassende Plan-Totalitarismus.“

        Ohne Bargeld wird man sein Geld nicht mehr unter die eigene Kontrolle bekommen, deswegen wird es wegen der Überschuldung zu einem Cut kommen.

        Schlussfolgerung: Wer noch einen Kapitalstock aufbauen will, wird voraussichtlich durch Enteignung bestraft werden. Wer schlau ist, arbeitet dann nur noch gerade so viel, wie er zum Leben braucht.

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