Erhebliche Integrationsschwierigkeiten

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Und das vor der Bundestagswahl. Da wird doch tatsächlich über die wirtschaftlichen Folgen unserer Art der Zuwanderungssteuerung geschrieben. Vermutlich geht man (zu Recht) davon aus, dass diese Tatsachen ohnehin nicht wahrgenommen werden. Leser von bto wissen es schon lange: Gerade die Zuwanderung aus der Türkei ist eine Belastung für den Sozialstaat. Was die Frage aufwirft, weshalb wir diese nicht schon längst konsequent unterbinden?

  • „Die Integration von Zuwanderern ist eine Aufgabe für Generationen. Spätestens seit der Flüchtlingskrise besteht daran kein Zweifel mehr. Doch die wahre Größe der Aufgabe zeichnet sich erst schemenhaft ab. Der anhaltend hohe Migrationsdruck aus Afrika und dem Nahen Osten wird die deutsche Gesellschaft auch künftig vor riesige Herausforderungen stellen.“ – bto: Was ich schon an diesem Einleitungssatz komisch finde, ist, dass die Integrationsleistung von den Deutschen gefordert wird. Der Autor des Artikels in der WELT übersieht, dass wir gar nicht die finanziellen Ressourcen haben, zu finanzieren, was da auf uns zukommt.
  • „Neuere Untersuchungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zeigen, dass Zuwanderer aus manchen Regionen selbst in der zweiten Generation beträchtliche Integrationsschwierigkeiten haben. Ökonomisch ablesen lässt sich das zum Beispiel an der hohen Arbeitslosigkeit und Sozialhilfequote von Einwandererkindern.“ – bto: Das erklärt bekanntlich den gesamten Anstieg der „Armut“ in Deutschland in den letzten zehn Jahren.
  • Die Ergebnisse der OECD-Studie sind aus zwei Gründen aufschlussreich: Zum einen zeigen sie die Bedeutung der Einwanderungspolitik. Zum anderen lassen sich viele der Erkenntnisse auf die in Deutschland lebenden Türken übertragen.“ – bto: Ich hatte ja vor einigen Tagen schon den Vergleich mit den Kubanern in den USA und den Vietnamesen.
  • Marokkaner stellen eine der zahlenmäßig größten Einwanderergruppen in den Industrieländern.(…). In vielen Ländern gelten sie heute als Problemgruppe. (…) Im Schnitt sind Marokkaner, die in die industrialisierte Welt eingewandert sind, damit ungefähr dreimal so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen wie der Rest der Bevölkerung. Allerdings gibt es markante Unterschiede zwischen den neuen Heimatländern. In den USA stehen die Chancen deutlich besser. Die OECD-Forscher führen das auf die rigide Einwanderungspolitik im Land zurück, die nur solche Arbeitsmigranten zulässt, die gewünschte Qualifikationen vorweisen können.“ – bto: ach nein. Ich höre schon die (deutschen) Politiker, die sagen, wir müssten uns nur mehr Mühe geben. Es ist doch so einfach: Je höher die Bildung, desto größer die Chance auf Integration. Einer meiner besten Kollegen bei BCG kam aus Marokko und lebt nun in Kanada. Hoch qualifiziert und supersmart ist er ein global Citizen. Nach Deutschland ist er übrigens nicht ausgewandert.
  • „Da die im Gastland geborenen Kinder von Einwanderern das gleiche Schulsystem wie die Kinder von Einheimischen durchlaufen, müssten sie im Prinzip ähnliche Beschäftigungschancen haben. Die Realität sieht aber anders aus. In Deutschland zeigt sich dieses Muster ebenfalls, nicht zuletzt bei den Türken.“ – bto: Und wir lassen das zu. Ich will da nicht wie Politiker fordern, dass wir mehr tun müssen, sondern dass wir weniger zulassen. Zuwanderung in unsere Sozialsysteme muss unmöglich werden und wir müssen eine Gegenleistung in Form von Arbeit von jedem fordern, der von staatlicher (also unserer) Unterstützung lebt.
  • „Türken haben dreimal so hohes Risiko, keinen Job zu finden. (…) Die Bundesagentur für Arbeit beziffert den Anteil der türkischen Staatsbürger ohne Job auf 15,9 Prozent. Rund 22 Prozent der Türken in Deutschland leben von Sozialhilfe. Die entsprechenden Quoten für deutsche Staatsbürger sind 5,4 Prozent und sieben Prozent.“ – bto: Zeit, wie die SPD es fordert, die Transferleistungen für diese Bevölkerungsgruppe weiter zu erhöhen (haben wir sie eigentlich noch alle?).
  • „Das bedeutet, dass Türken ein ungefähr dreimal so hohes Risiko haben, keinen Job zu finden und auf Hartz IV angewiesen zu sein wie Deutsche. Bei Türken der zweiten Generation, die keinen Schulabschluss haben, ist die Gefahr der Erwerbslosigkeit um fast 14 Punkte höher als bei Personen ohne Migrationshintergrund.“ – bto: Und wer ist jetzt schuld daran?
  • „Insgesamt hat sich der Anteil der ausländischen Staatsbürger in Deutschland in den letzten Jahren stark erhöht: Nach der Einwanderungswelle der vergangenen Jahre stellen sie zwölf Prozent der Bevölkerung. Vor zehn Jahren waren es erst acht Prozent.“ – bto: und damit alleine über den Mixeffekt die „Armut“.
  • „Die Gründe für die Schwierigkeiten der Türken auf dem Jobmarkt sind vielfältig. Forscher kommen aber immer wieder darauf zurück, dass das allgemeine Bildungsniveau zu niedrig ist, um in einem modernen Industrieland auf einem sich wandelnden Arbeitsmarkt zu punkten.“ – bto: So, und deshalb haben wir die Grenzen geöffnet und holen uns weitere Millionen im Zweifel noch schlechter qualifizierter Arbeitskräfte ins Land?
  • „Allerdings sind die Chancen offenbar auch bei gleicher Qualifikation schlechter. Interessenverbände sehen darin einen Beweis für berufliche Diskriminierung.“ – bto: Wir wissen, was nun kommt: anonymisierte Bewerbungen mit Annahmepflicht des Arbeitgebers etc. In Berlin will der rot-rot-grüne Senat Einfluss auf die Vergabe von Wohnungen nehmen, damit die Vermieter „nicht mehr diskriminieren“ können. Da habe ich mich übrigens gefragt, warum die das eigentlich machen? Sind die Stimmenanteile dieser Bevölkerungsgruppe schon so groß, dass sie wahlentscheidend sind? Offensichtlich sind sie größer als die der Gruppe, die dadurch verliert, nämlich die schlechter gestellten Deutschen, die doch eigentlich die Kernwählergruppe dieser Parteien darstellen?

welt.de „Türkischstämmige Migranten in einer besonders ungünstigen Lage“, 15. September 2017

62 Antworten
  1. Wolfgang Selig says:

    Ich schlage Ihnen vor, Herr Dr. Stelter, diesen bto-Beitrag möglichst in einer oder mehreren der bekannteren Medien mit großer Reichweite zu lancieren und wünsche Ihnen dabei viel Erfolg. Ich denke nicht, dass die großen Medienschaffenden in Presse, Funk und Fernsehen diese Art Meinungsfreiheit in Deutschland heute tolerieren. Bitte stellen Sie sich darauf ein, künftig als Rechtspopulist verunglimpft zu werden.

    Dazu aus Artikel 5 Grundgesetz: „Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“

    Wer Selbstzensur vorfindet, braucht als Staat auch keine Zensur.

    Antworten
      • Wolfgang Selig says:

        Dazu möchte ich eine Anmerkung und ein Gedankenexperiment vorbringen:
        1. Bitte sehen Sie sich die Augenbrauen von Frau Maischberger während der Aussagen von Helmut Schmidt an und interpretieren Sie ihre Reaktion.

        2. Überlegen Sie die mediale Reaktion, wenn
        a) Sarah Wagenknecht
        b) Alice Weidel oder
        c) Martin Schulz
        sich heute wortgleich äußern würden.

    • MFK says:

      Presseunternehmen sind rechtlich Tendenzbetriebe, d.h. Pressefreiheit findet auf der Eigentümerebene statt und nicht auf der Ebene des einzelnen Redakteurs. Das wird häufig verkannt. Es ist daher m.E. auch verfehlt von Lügenpresse zu sprechen. Die Welt bsw. gehört zum Springer Konzern und die Nähe von Frau Springer zu BKin Merkel ist bekannt. Äußerliches Zeichen dieser Nähe ist, dass Frau Springer für die CDU in allen Bundesversammlungen saß und auch zu anderen Anlässen, bsw. der Geburtstagsparty für Herrn Ackermann eingeladen wird. Wie Frau Springer von Merkel hofiert wird, wird auch an dem Gebrauch ihres „Doktortitels“ deutlich. Welche Rolle die Presse also bei der Aufarbeitung von Themen wie EURO und Einwanderung spielt, dürfte also deutlich zum Ausdruck kommen. In Bezug auf andere Länder, wie Russland, wird dann schon einmal abfällig von „regierungsnahen Presseorganen“ gesprochen.

      Antworten
  2. Hansjörg Pfister says:

    Ein Aspekt der meiner Ansicht nach zu kurz kommt ist der: Es wird immer von „Integration“ gesprochen (je nach Weltbild eine von den Zuwanderen oder der Aufnahmegesellschaft zu erbringende Leistung). Das ist aber eine reine Projektion, denn es unterstellt eine generelle Integrationsbereitschaft, man geht davon aus, dass Otto Normal Zuwanderungsaraber unsere westliche Zivilisation so toll findet, dass er im Prinzip dazu bereit ist deren zentrale „Werte“ zu verinnerlichen. Das ist ein naiver Gutmenschenglaube, die Macht der Sozialisation wird vollkommen unterschätzt. Die meisten moslemischen Zuwanderer kommen hierher um wirtschaftlich zu profitieren, ansonsten wollen sie aber die bleiben die sie sind. Die kulturellen Unterschiede sind viel zu groß. Wenn wir Glück haben, bilden sich Parallelgesellschaften, die einander in Ruhe lassen. Wenn wir Pech haben endet das in bürgerkriegsähnlichen Verhältnissen, vor allem dann wenn der Kuchen den es zu verteilen gibt, kleiner wird.

    Antworten
  3. Johannes says:

    bto: „…Da habe ich mich übrigens gefragt, warum die das eigentlich machen?… “

    Diese Frage stellen sich immer mehr Menschen in Deutschland. Sie werden kommenden Sonntag allerdings – und aller Voraussicht nach – überwiegend wieder Parteien wählen, die diese Entwicklungen weiter verfestigen werden.

    Anders als Sie Herr Steltner denke ich allerdings nicht, dass es sich um profanen Stimmenkauf der rot – rot grünen Berliner Regierung handelt. Ich bin inzwischen zu der Einschätzung gelangt, dass hier hoch ideologisierte „Überzeugungstäter“ am Werk sind. „Erkennungs-Kennzeichen“ dieser Gruppe ist eine hoch ausgeprägte Resistenz gegen das zur Kenntnis nehmen von Fakten. Dazu zählen auch die Erkenntnisse aus der OECD-Studie. Und dazu zählen auch sicher die Erkenntnisse einer Studie des Internationalen Währungsfonds.

    https://www.welt.de/debatte/kommentare/article162603389/Fluechtlinge-sind-nicht-die-neuen-Fachkraefte.html

    „Die zwei Sätze klingen hart, aber sie sind schlicht das Ergebnis einer großen Studie. Erstens: Flüchtlinge senken das Niveau der Bildung hierzulande. Zweitens: Flüchtlinge vergrößern den Anteil der Niedriglöhner.“

    Oder diese Erkenntnisse einer europaweiten Studie:

    http://www.tiesproject.eu/component/option,com_docman/task%2Cdoc_download/gid%2C519/Itemid%2C142/index.html.pdf

    “ Im Gruppenvergleich lässt sich erkennen, dass insbesondere die Türken der zweiten Generation beim Durchlaufen des Bildungssystems schlechter abschneiden als die anderen beiden untersuchten Gruppen. Hierfür können einige Faktoren ausgemacht werden, die die Bildungskarriere der Mitglieder dieser Gruppe beeinflussen: Sie wiederholen öfter Klassen in der Grundschule wie auch in der Sekundarstufe I. Sie erhalten im Vergleich Schulempfehlungen für Schultypen, die vorrangig mit niedrigeren Schulabschlüssen abgeschlossen werden. Diese Gruppe schafft es auch weniger erfolgreich, diese Nachteile im weiteren Bildungsverlauf wieder aufzuholen, d.h.Schulabschlüsse nachzuholen und z.B. die Hochschulreife zu erlangen.“

    Wie man es schafft, die Ergebnisse dieser sehr ernüchternden Studie, so zu präsentieren, dass insgesamt ein positives Momentum resuliert ist hier zu lesen:

    https://www.frankfurt.de/sixcms/media.php/738/TIES_Zusammenfassung_Ergebnisse.pdf

    Autoren dieser Zusammenfassung sind die Bertelsmann-Stiftung, eine Verein „Mut für Multikulturelle Angelegenheiten“, die Volkswagen-Stiftung und eine Gruppe „Vielfalt bewegt Frankfurt“.

    Merke: wer eine Studie von 212 auf 2 Seiten wiedergeben kann, hat die Deutungshoheit errungen. Denn diese beiden Seiten werden gelesen, die 212 eher nicht…

    Antworten
  4. SB says:

    Die deutsche Zuwanderungspolitik, sagen wir besser -agenda, verstößt derart gegen jedes vernünftige Eigeninteresse, dass man hier nur von Vorsatz sprechen kann. Meiner Meinung nach liegt die Ursache im von den Linksgrünen (das sind alle derzeit im Bundestag vertretenen Parteien) praktizierten Kulturmarxismus, der gerne auch als kulturelle Moderne bezeichnet wird. Wichtigstes Kernelement ist die sog. „offene Gesellschaft“, die jegliche – insbesondere auch sachlich gerechtfertigte – Unterscheidung und den darauf beruhenden Schutz funktionierender Systeme, als Rassismus einordnet, der gegen Gleichheit und Gerechtigkeit verstößt. Deutschland wird unter dieser Ideologie sukzessive komplett ausgeplündert und zerstört sowie sukzessive auf das Niveau ärmerer und armer Länder heruntergebracht. Die Anpassung nach unten ist ein wichtiger Bestandteil dieser linken Ideologie auf dem Weg zur unterschiedslosen Gleichheit, denn ohne Frage lässt sich der umgedrehte Weg (Anpassung des Lebensniveaus der vielen armen Länder an das von D und ähnlichen) nicht bewerkstelligen. Nur so lässt sich erklären, dass der herrschende Parteien-Mainstream eklatant gegen die Interessen seiner Wähler verstößt und deren Sozialsysteme und Ersparnisse gegenleistungslos für alle Welt öffnet.

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    • Hansjörg Pfister says:

      Das sehe ich auch so, meiner Meinung nach ended das in einem gewaltigen Desaster, worauf zwangsläufig die Konterrevolution folgt. Was dann man Ende dabei herauskommt weiß ich auch nicht: Demokratischer Rechtstaat, wie wir ihn mal hatten, populistische Dikatur (Cäsarentum) oder völkischer Nationalstaat?

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      • Wolfgang Selig says:

        Ich vermute eine populistische Diktatur, wobei man sich natürlich fragen kann, ob wir das aufgrund der herrschenden political correctness nicht schon haben.
        Populismus ist auch in anderen Ländern zu Zeit gerade en vogue (vgl. Polen, Russland oder Ungarn, die USA sind auch schon auf dem Weg). Außerdem fehlt uns für einen echten demokratischen Rechtsstaat wie der Schweiz eine breite gesellschaftliche Bewegung zur Erneuerung der Demokratie. Sonst würde es eine große Bewegung für die Einführung von Volksentscheiden geben.
        Einen völkischen Nationalstaat halte ich kurzfristig für unrealistisch; ob das so bleibt, wenn der margin call kommt bzw. die Flüchtlingswellen noch größer werden? Da bin ich mir unsicher. Die Deutschen waren immer anfällig für das Totalitäre und die jetzige Politik ahnt nicht im Ansatz, wie schnell sich die aktuelle Arbeitsmarkt- und Exportlage in Luft auflösen kann und welche Spannungen dann entstehen werden.

  5. Hansjörg Pfister says:

    Hatte gerade eine Diskussion mit Kollegen über das Thema: Sie sehen die Probleme im wesentlichen auch, wählen aber trotzdem Merkel, sie machen Merkel für nichts verantwortlich, ich verstehe nicht, was in solchen Köpfen eigentlich vor sich geht. Tja, wie ich in meiner Jugend öfter hören musste, war der Führer auch für nix verantwortlich, das waren irgendwie die Nazis.

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    • SB says:

      Das Phänomen erklärt sich mit jahrezentelanger Gehirnwäsche (= political correctness mit all ihren Tabus) in Verbindung mit Realitätsverweigerung. Dieser Knoten wird sich (leider) erst auflösen, wenn diese Menschen durch Erfahrung in der eigenen Person lernen müssen. Ich habe derzeit zwei solcher Leute in meinem Bekanntenkreis, die gerade erkennen, dass sie extrem veräppelt werden. Bei beiden geht es um staatliche Leistungen, wo sie sich mit Blick auf unsere „Neuankömmlinge“ doch recht stark benachteiligt fühlen und das, obwohl sie lange ins Sozialsystem eingezahlt haben. Es ist interessant zu sehen, wie persönliche Erfahrung wirkt. Der eine, ein wirklich linker (Lehrer in Pension) erwägt allen Ernstes, AfD zu wählen. Manche Leute schwenken dann eben (wiedermal) von einem Extrem ins andere. Wobei das andere lediglich die Mitte von vor 15 Jahren ist.

      Antworten
      • Hansjörg Pfister says:

        Ja, das ist aber jemand vom Typus „Realitätsverweigerer“. Davon kenne ich auch jede Menge, diese Leute verstehe ich sogar (Gehirnwäsche usw.). Was ich meine sind Leute, die gar nicht politisch korrekt sind, die Probleme ansatzweise verstehen aber trotzdem Merkel wählen, weil sie für nix verantwortlich ist.

      • SB says:

        Auch das sind (natürlich) Realitätsverweigerer. Oder wie lässt sich der Umstand definieren, dass Leute, die gar nicht politisch korrekt sind, die Probleme ansatzweise verstehen, dann trotzdem diejenige(n) wählen, welche die Probleme – politisch korrekt – erzeugt haben. Man könnte auch annehmen, dass diese Leute nicht zurechnungsfähig sind, was ja beinahe noch die bessere Erklärung wäre. Nur: dann dürften sie wenigstens nicht wählen.

  6. SR says:

    Sehr geehrter Herr Stelter,

    Sie schreiben

    Rund 22 Prozent der Türken in Deutschland leben von Sozialhilfe. Die entsprechenden Quoten für deutsche Staatsbürger sind 5,4 Prozent und sieben Prozent.“ – bto: Zeit, wie die SPD es fordert, die Transferleistungen für diese Bevölkerungsgruppe weiter zu erhöhen (haben wir sie eigentlich noch alle?).

    Können Sie mir (uns) dazu eine Quelle angeben, dass die SPD das fordert oder ist das „nur“ Ihr Bauchgefühl?

    Antworten
    • Daniel Stelter
      Daniel Stelter says:

      Es ist korrekt, dass die SPD nicht fordert, die Leistungen für Türken zu erhöhen. Sie tritt aber an, „Gerechtigkeit“ herzustellen. Sofern dies Umverteilung beinhaltet ist es klar, dass davon alle jene profitieren, die Anrecht auf Sozialleistungen etc. haben, also wegen des ansteigenden Anteils an Migranten in diesem Segment automatisch diese Gruppe auch. Ich hoffe, dies klärt das Thema.

      Antworten
    • MFK says:

      Ich halte es auch für verfehlt, Sozialhilfebezieher in Gruppen einzuordnen. Wer hier lebt und einen gesetzlichen Anspruch auf Sozialhilfe hat, hat sie zu bekommen.

      Das Problem stellt sich vielmehr auf einer anderen Ebene. Die Verteilungskämpfe im massendemokratischen Wohlfahrtsstaat nehmen nach meiner Wahrnehmung zu.

      Beispiele. Frauen bekommen weniger Rente als Männer. Das sei ungerecht.
      Überhaupt seien die Renten zu hoch und das ginge zu Lasten der jüngeren Generation. Überhaupt würden Ältere die Mehrheit der Wähler stellen und seltsam wählen. Das sei ungerecht. Die Mieten seien zu hoch. Das sei ungerecht. Das Schulsystem ist ungerecht (deshalb schickt Frau Schwesig u.a. ihre Kinder auf Privatschulen.)

      Überall wird mit pauschal mit „Gerechtigkeit“ argumentiert. Schon jetzt stellen Sozialleistungen den größte Ausgabenposten im Haushalt dar. Nun werden noch einmal ca. 2 Millionen (+/-) Sozialhilfeanspruchberechtigte in dieses System aufgenommen. Ich frage mich, was passiert, wenn es zu einem gravierenden wirtschaftlichen Abschwung kommt. Wir erleben gerade eine Spaltung der Gesellschaft wie sie nie zuvor zu beobachten war. Randbemerkung, auch wenn es nicht in diesen Zusammenhang gehört: Auch außenpolitisch hat Frau Merkel es geschafft, die EU zu spalten. Einerseits zwischen armen und reichen Ländern, andererseits zwischen Ost- und Westeuropa. Das Verhältnis Deutschlands zu Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Griechenland, Türkei, Russland, UK, USA ist schwer gestört. Würde der männliche CEO eines Großunternehmens so agieren, wie Frau Merkel es tut, würde man ihm schwere sozaile Defizite vorwerfen.

      Das ganze lässt nichts Gutes ahnen. Derzeit wird diese Situation nur von der Sonderkonjunktur Deutschlands, welche zu Lasten seiner Handelspartner geht, übertüncht. Nur deshalb nehmen es die meisten Deutschen auch widerspruchslos hin. Diese Situation ist aber nicht nachhaltig, wie hier im Blog oft angesprochen.

      Antworten
  7. SR says:

    Sehr geehrter Herr Stelter,

    Es bleibt eine Unterstellung, denn Sie fügen nun eine weitere Bedingung an („Sofern dies Umverteilung beinhaltet ist es klar, dass davon alle jene profitieren, die Anrecht auf Sozialleistungen etc. haben …“).

    Gerechtigkeit ist in unserer Gesellschaft überlebensnotwendig. Daran mangelt es elementar. Allein die Tatsache, dass die wertlosen Staatsanleihen nun dem deutschen / europäischen Volk und nicht mehr den Superreichen und ihren Banken gehören ist doch evident. Wir werden sehen, was ein Mangel an Gerechtigkeit bedeutet, sobald wir in die Krise geraten.

    Dafür sollen schon mal Migranten und „Sozialtransfers“ als Sündenböcke aufgebaut werden? Machen Sie doch dabei bitte nicht mit.

    Umverteilung durch Sozialtransfers finden doch anderswo millionenfach statt. Nämlich um Niedriglöhne aufrecht zu halten und die Vermögenszuwächse der Superreichen asu dem Fokus zu nehmen.

    Die heutige soziale Situation „der Türken“ ist doch vielmehr die Folge einer Altlast der 60er Jahre: nachdem die „Gastarbeiter“ mit Sonderzügen nach Deutschland gekarrt wurden, hat man in den 70er Jahren auf Wunsch der deutschen Wirtschaft versäumt, die Menschen nach Hause zu schicken als. Und Bildung hat man ihnen auch nicht gegeben. Und nun haben sie Kinder, die das Sozialschema und die Opferrolle übernehmen.

    Jahrzehnte lang weigerte sich CDU/CSU Ganztagsschulen einzurichten. Das wurde als Ausgeburt der Gleichmacherei verteufelt. Landtagswahlkämpfe wurden so entschieden. Heute wären wir froh, wenn diese Menschen den gleichen Bildungsstand hätten.
    Ebenso wie es aufgrund dieser beiden Parteien bis heute kein Einwanderungsgesetz gibt. Das der SPD anzulasten ist nicht in Ordnung.

    Vorwerfen könnte man ihr, dass sie sich mittlerweile auch nur auf Reparaturen der Symptome beschränkt und die wahren Ursachen und die Systemfehler lieber verschweigt.

    Antworten
    • Johannes says:

      „Und nun haben sie Kinder, die das Sozialschema und die Opferrolle übernehmen.“

      Wurden diese Kinder gezwungen diese Rolle (so man überhaupt von Opfer sprechen kann, was ich stark bezweifle) zu übernehmen?

      Und falls Sie diese Frage mit ja beantworten. Wer hat diese Kinder gezwungen?

      Es lohnt, die von mir oben verlinkten Studienergebnisse, die auf europäischer Ebene erhoben wurden, zur Kenntnis zu nehmen. Hier noch einmal:

      http://www.tiesproject.eu/component/option,com_docman/task%2Cdoc_download/gid%2C519/Itemid%2C142/index.html.pdf

      Antworten
      • SR says:

        Sehr geehrter Johannes,

        haben Sie Kinder?
        Glauben Sie nicht, dass sich die meisten Kinder nach dem Ende ihrer Pubertät ähnlich verhalten werden wie ihre Eltern?
        Dass sie deren Weltbild / Bildungsnähe / Bildungsferne / Gewalt / Diskussionverhalten überwiegend adaptieren?
        Warum sollte das bei Migrantenkindern der 60er und 70er Jahre anders sein?
        Das gilt doch ebenso für die Verliererfamilien der Nachwendezeit in Ostdeutschland. Oder sehen Sie das anders.
        Wenn Eltern nicht (mehr) dazu in der Lage sind, Ihren Kindern die Werte und Pflichten zu vermitteln, die für ein soziales Miteinander notwendig sind, dann läuft das Ganze aus dem Ruder. Dann muss das die Gesellschaft leisten.

        Wenn wir das unterlassen oder gar leugnen, werden wir die Zeche dafür bezahlen. Schaut nach Frankreich oder auf die brennenden Asylantenheime.

        Damit rede ich mitnichten einem „weiter so“ das Wort. Im Gegenteil.

      • Johannes says:

        Werter SR,

        Ihre Antwort interpretiere ich als „jein“. Kinder habe ich übrigens nicht, aber lange lange Jahre Jugendarbeit „gemacht“. Die Jungendlichen waren zwischen 12 und 18 Jahren, die rebellischste Phase wohl überhaupt.

        Und ich habe die Erfahrung gemacht, wie wichtig Vorbilder in dieser Lebensphase sind. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass sich Kinder in diesem Alter beginnen, von ihren Eltern und dem zu Haus vorgelebten emanzipieren. Und sich andere Vorbilder suchen, wie den Leiter einer Jungendgruppe z.B..

        Meine Frage haben sie nicht direkt beantwortet. Auch die Kinder türkischer Eltern machen die oben geschilderte Phase durch und hatten die Gelegenheit auf Emanzipierung. Viele dieser Kinder ergreifen sie aber nicht – warum?

        PS: meine Eltern waren beiden klassische Arbeiter im Niedriglohnsektor (würde man heute so sagen); ich bin prom. Naturwissenschaftler.

  8. Ondoron says:

    Erneut: Die AfD ist die einzige Partei, die diesem ganzen Treiben ein Ende setzen könnte. Man sollte sich allerdings fragen, warum alle Parteien, die von Transatlantikern dominiert sind, immer mehr integrationsunwillige Fremde in unser Land holen wollen, die mehrheitlich auf Kosten der autochthonen Bevölkerung leben. Die können dann natürlich bis 70 und länger arbeiten. Und dazu der Euro. In Deutschland gut und gerne leben – die Raute zerstört gerade Deutschland.

    Antworten
  9. SR says:

    Herr Ondoron,

    Sie schreiben:“Die AfD ist die einzige Partei, die diesem ganzen Treiben ein Ende setzen könnte.“

    Sollten wir uns anstelle der Pest nun die Cholera ins Haus holen?

    Antworten
    • Hansjörg Pfister says:

      Ondoron, sie projezieren das in die AFD hinein was der Mainstream will. Ja, es gibt schon schräge Vögel in der AFD, aber mit Nazi hat das nix zu tun, auch Gauland ist kein Nazi. Außerdem: wenn das alles so ausgeht, wie es meiner Ansicht nach ausgehen wird, dann können wir alle froh sein wenn wir es „nur“ mit der AFD zu tun bekommen (so wie sie jetzt ist).

      Antworten
  10. Dietmar Tischer says:

    Einige Anmerkungen.

    Erstens:

    Es kann bei uns OFFEN und ohne Diskriminierung über das Thema diskutiert werden. Beispielhaft auch gestern Abend bei Plasberg: Die AfD saß mit einer anständig argumentierenden Weidel gleichberechtigt in der Runde.

    Zweitens:

    Ein Grundproblem liegt VOR jeglicher Integration. Es betrifft die durch Zuwanderung und Erfahrung geprägte Einstellung vieler Deutschen, dass sie mehr und mehr ihre IDENTITÄT als Deutsche verlieren. Das hat erst einmal nichts mit Rassismus oder Fremdenfeindlichkeit zu tun. Es begründet allerdings ein Abweisungsbegehren.

    An dieser Einstellung ändert auch nichts, dass die „global Citizen“ in der polyglotten Welt der Frankfurter Hochhäuser oder in den Konzernzentralen international agierender Hersteller und weltweit tätiger Dienstleister MEHR als VOLL integriert sind. Der globale Citizen ist auch kein Ge-genargument, weil er eine Lebens- und Arbeitswelt betrifft, die viele andere nicht direkt betrifft.

    Drittens:

    Gerade was die Türkei betrifft, verläuft die Debatte VÖLLIG falsch, insbesondere, wenn sie an der Person von Erdogan festgemacht wird.

    Es hätte nicht einmal ernsthaft in Erwägung gezogen werden dürfen – und heute bei klarerer Fak-tenlage für mich jedenfalls selbstverständlich –, dass die Türkei kein EU-Mitglied werden darf. Die Gründe:

    a) die EU ist heute bereits so groß und so komplex, dass sie praktisch nicht mehr stabilisiert werden kann (u. a. osteuropäische Länder bezüglich Recht und Verteilung von Zuwanderern, Regio-nalisierungsbestrebungen wie in Katalanien etc.). Ein ERWEITERUNG ist daher kontraproduktiv.

    b) die Türkei ist ein Land, das sich aufgrund der ungelösten Kurdenfrage faktisch im BÜRGER-KRIEG befindet und immer mehr in den Nahostkonflikt involviert sein wird. Es kann nicht das Ziel der EU und Deutschlands sein, hierbei durch EU-Mitgliedschaft zu Solidarität genötigt zu werden.

    c) Die zivilisatorische Entwicklung hat in den islamischen Gesellschaften, also auch in der Türkei, nicht den Zustand erreicht, der für gelingende Integration unverzichtbar ist, nämlich eine Prägung durch Säkularisierung. Keine christliche Religion würde bei uns ihr Gebot „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben“ in den Rang verbindlicher Gesetzgebung erheben wollen. Wer zu uns kommt – Flüchtlinge und Verfolgte ausgenommen – sollte sich diese VERZICHTLEISTUNG abge-rungen haben, bevor er bei uns anklopft.

    Auch wenn dies geklärt ist, muss man über Integration diskutieren.
    Man kann es aber gelassener tun.

    Antworten
  11. Alexander says:

    Eine Nation kann ihre Narren überleben – und sogar ihre ehrgeizigsten Bürger. Aber sie kann nicht den Verrat von innen überleben. Ein Feind vor den Toren ist weniger gefährlich, denn er ist bekannt und trägt seine Fahnen für jedermann sichtbar.
    Aber der Verräter bewegt sich frei innerhalb der Stadtmauern, sein hinterhältiges Flüstern raschelt durch alle Gassen und wird selbst in den Hallen der Regierung vernommen.
    Denn der Verräter tritt nicht als solcher in Escheinung: Er spricht in vertrauter Sprache, er hat ein vertrautes Gesicht, er benutzt vertraute Argumente, und er appelliert an die Gemeinheit, die tief verborgenen in den Herzen aller Menschen ruht. Er arbeitet darauf hin, dass die Seele einer Nation verfault. Er treibt sein Unwesen des Nächtens – heimlich und anonym – bis die Säulen der Nation untergraben sind. Er infiziert den politischen Körper der Nation dergestalt, bis dieser seine Abwehrkräfte verloren hat. Fürchtet nicht so sehr den Mörder. Fürchtet den Verräter.

    Er ist die wahre Pest!

    (Marcus Tullius Cicero)

    Antworten
    • Eric Macula says:

      Vielleicht muss man schon fragen: wer treibt Merkel und wo bleibt die parlamentarische Kontrolle? Wie kommt es zum generalisierten Versagen der 4.Gewalt. Springer, Burda, Mohn/Bertelsmann , die SPD-Medienholding, wer schaltet sie gleich? Die CDU wird das Schicksal der CD Italiens ereilen trägt sie doch durch Charakterschwache Abnickmentalität wesentliche Schuld am Niedergang unserer freihaitlichen Demokratie. Der unwidersprochen akzeptierte populistische Merkelismus ist der Geburtshelfer der Spaltung unserer Gesellschaft.

      Antworten
      • Alexander says:

        Nach dem Fall der Mauer begannen illegale Kriege (vgl. Daniele Ganser) und die Medien des Westens logen fleißig mit. Welcher Partei der amtierende Präsident angehörte war Nebensache. Einzig bei Trump ergoss sich die Lawine der 4. Gewalt, wobei er angetreten war illegale Kriege zu beenden. Die Kritik machte Pause als Trump seine ersten Kriegsverbrechen beging und illegale Kriege fort führte. dito. alle westlichen Regierungen+Medien…
        Welcher Redakteur oder kleine Abgeordnete wollte sich dem widersetzen? Wozu, wenn die Realität der Bezüge so besänftigend auf das Gewissen wirkt, dass man es nicht mit der Verantwortung der eigenen Familie gegenüber vereinbaren kann – dem Geldstrom ein jähes Ende zu setzen?

        Auf meine Nachfrage, ob die Waffengeschenke ins kurdische Kriegsgebiet etwas mit der Radikalisierung der hier lebenden Menschen mit türkischem Migrationshintergrund zu tun habe, antwortete der betroffene MdB „Wir liefern die Waffen ausschließlich an die Guten“.

        Erleben wir jetzt die erste Bundestagswahl ohne Wahlgeschenke und Wahlversprechen durch regierende Parteien? Soll weiter so genug sein, um Deflationsängsten der Wähler zu beschwichtigen?

        Vielleicht bricht der Selbsterhaltungstrieb durch das Propagandadickicht – zu hoffen wäre es…

  12. SR says:

    @Hansjörg Pfister, ich bin da ganz biblisch:“Prüfe sie an ihren Taten“. Das Reden Einzelner interessiert mich wenig.

    Aber: ich (nur ich?) möchte nicht von der AFD befreit werden, sondern werbe um Einsicht in die Notwendigkeiten bei allen Parteien. Dazu ist hier von Herrn Stelter und Ihnen doch schon Einiges geleistet worden.

    Solange völkische Hetze in der AFD kein Tabu ist, ist sie Tabu für mich. Den innerparteilichen Reinigungsprozess warte ich dann doch lieber ab.

    Antworten
    • Hansjörg Pfister says:

      @SR Das Völkische ist auch meine Sache nicht, aber es ist ein legitimes Weltbild und hat per se nichts mit „Nazi“ zu tun, sonst wären ja alle Sozialisten auch Nazis und zwar weniger wegen des „Sozialismus“ im Namen, sondern wegen des kollektivistischen Ansatzes den sie mit den Linken gemein haben. Das „Völkische“ (ins deutsche übersetzt aus dem lateinischen „national“) war mal sehr avantgardistisch, es diente der Überwindung der feudalistischen Kleinstaaterei (samt der Befreiung des Individuums aus den Folgen eben dieser).
      Insofern ist das Völkische anachronistisch, aber es gibt Schlimmeres , z.B. der ubiquitäre gutmenschliche Totalitarismus unserer Tage.

      Antworten
  13. SR says:

    Zu viele „Gutmenschen“ kann es ja nicht gegeben haben als der Rentner in der Bankfiliale durch 4 von 5 Mitbürgern im Stich gelassen wurde.

    Ist aber bestimmt der berühmt-berüchtigte Einzellfall …

    Antworten
    • MFK says:

      Ich denke, dass man den Begriff Gutmensch vermeiden sollte, genauso wie Pack, Dunkeldeutsche auf der anderen Seite. Er spaltet die Gesellschaft unnötig, ohne dass er zu der Diskussion etwas beiträgt. Wer anderen Menschen mit seinen eigenen Mitteln hilft, verdient erst einmal Respekt, wer allerdings seine politischen Vorstellungen durchsetzen will und die Kosten der Allgemeinheit auferlegen will, dem gehört durch den Staat Einhalt geboten. Staatliches Handeln unterliegt hier anderen Maßstäben.

      Besonders verwerflich ist es, wenn Maßnahmen wie der Atomausstieg oder die Öffnung der Grenzen ohne vorherige Debatte in Öffentlichkeit und Parlament quasi im Alleingang durch die Bundeskanzlerin getroffen werden. Demokratie ist Diskurs. Ich frage mich manchmal, welches Demokratieverständnis diese Bundeskanzlerin hat.

      Antworten
    • Hansjörg Pfister says:

      Ein „Gutmensch“ zeichnet sich doch nicht dadurch aus, dass er „gut“ ist (sonst würde ein Zitronenfalter auch …) , sondern dadurch, dass er von anderen verlangt gemäß seiner Gesinnungsmoral zu handeln. Die Gesinnungsmoral ist im Gegensatz zur Verantwortungsmoral nun ein höchst launisches und opportunistisches Wesen. Man predigt z.B. Multi – Kulti und schickt seine Kinder nicht in die Schule ums Eck mit dem hohen Migrantenanteil, sondern in die weiter entfernte bio-deutsche Bildungsstätte.

      Antworten
      • MFK says:

        Sie dürfen gerne unterstellen, dass mir bekannt ist, was mit Gutmensch ausgedrückt werden soll. Ich lehne den Begriff trotzdem ab, weil er auf der Gefühls- und nicht auf der Sachebene argumentiert. Dadurch ist er verletzend, was ja auch gewollt ist. Im Falle Schwesig ist er auch überflüssig. Es reicht, ihr widersprüchliches Verhalten vorzuhalten.

  14. SR says:

    Sehr geehrter Johannes,

    da haben wir anno tobac einen ähnlichen Werdegang (im Nebenfach Wirtschaftswissenchaften, also VWL und BWL); „zum Schluß“ bin ich dann Unternehmer geworden.

    Meine Erfahrung (immerhin mit mehreren wohlbehüteten Kindern und deren Freundeskreis) ist die, dass das Peergroup-Verhalten heute eine wesentlich größere Rolle spielt als zu „unserer“ Zeit. Die übergreifende Wertegemeinschaft der Elternhäuser, die wir noch in allen europäischen Ländern vor 20, 30 Jahren hatten, gibt es so nicht mehr. Damals war noch einigermaßen klar, was Gut und was Böse war. Das ist heute nicht immer weniger der Fall.

    Heute finden man Gangster-Rapper cool (oder ist das schon wieder out?) oder War of irgendwas oder Komasaufen oder auch nicht mehr.

    Kinder, die in gut situierten Familien groß werden, packen es dann meistens später doch. Aber was ist mit denen, die in diesem Millieu gefangen bleiben? Daraus können mE nur Einzelne ausbrechen.
    Deshalb: wehret den Anfängen.

    Das war in den Zeiten vor der ersten sozialliberalen Koalition übrigens nicht viel anderes. Aber das Duckmäusertum war damals viel größer. Ich sehe durchaus (spiegelverkehrte) Parallelitäten mit der DDR und ihren Folgen.

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    • Thomas says:

      Ganz kurz ein Einwurf dazu: In der Entwicklungspsychologie ist m.W. recht gut dokumentiert, dass der Peergroup-Einfluss ab der Pubertät entscheidend wird. (Wie auch oben ein Forist in der Jugendarbeit praktisch beschrieb.) Da hat man als Eltern nur noch begrenzt Einfluss. Allerdings zahlt sich aus, wenn man zuvor gut erzogen hat (Werte vermittelt) und eine emotionale Bindung hat. Bei Erwachsenen lassen sich Werte kaum und nur sehr langsam noch ändern; das muss dann auch aus dem Individuum kommen. Einen Flyer mit Kultur in die Hand zu drücken und zu denken, damit erziehe man, ist da schon mehr als naiv.

      Anekdote hierzu: Ich erinnere mich noch gut, dass zwei nette Freunde aus der Grundschule zur Hauptschule gingen. Ich erkannte sie 2-3 Jahre später kaum wieder. Ich sag’s mal salopp: Es waren Asis geworden, die primitives Dominanzverhalten an den Tag legten. Einen Vorwurf kann man da nun nicht machen; schließlich war das die vorherrschende Kultur an ihrer Schule. Wäre ich dahin gegangen, hätte ich mir auch Nunchakus zugelegt.

      (Und damit schimpfe ich nicht auf Hauptschule an sich; das war halt meine persönliche Erfahrung mit dieser einen Schule in einem guten (!) Viertel. Ich weiß es deswegen so gut, weil unser Gymnasium direkt an diese Hauptschule angrenzte. Ab und an gab es sogar Besuche von nebenan, wo dann teilweise auch unsere Lehrer eins auf die Nase bekamen. So viel zum Ausdiskutieren der Rangordnung. Das war in den 80ern.)

      Was unsere unbedarften Sozial-Ingenieure m.E. völlig unterschätzen sind zwei Dinge: Kultur wirkt stets in beide Richtungen und runter geht’s immer schneller als rauf wegen der Entropie.

      Antworten
  15. Bakwahn says:

    Es ist in der Vergangenheit zur millionenfachen !!!falschen!!! Einwanderung alles erforscht, gedacht, geschrieben und diskutiert worden.
    Jedoch:
    Ein sehr großer Teil der deutschen Bevölkerung will ganz offensichtlich den Wandel hin zu einer multiethnischen, multikulturellen, multireligiösen, ja multitribalen Gesellschaft. Der Wille zur Selbstabschaffung, ja Selbstzerstörung ist offensichtlich.
    Im Moment noch zählen wir zu den weltweit führenden Nationen; wissenschaftlich-technisch, wirtschaftlich, kulturell. Das wird sich in den kommenden Jahren, wenn auch schleichend aber sicher und stetig, ändern. Der Abstieg wird nicht mehr aufzuhalten sein.
    Man scheint bereit zu sein, sich von der eigenen, so erfolgreichen Nation abzuwenden und sie durch eine Gesellschaft ersetzen zu wollen, die von der Ideologie eines humanitären Universalismus („kein Mensch ist illegal“ und „alle Menschen sind gleich“) getragen wird.
    Sehr viele Deutschen beklatschen den eigenen Untergang, ja sehnen den Abstieg förmlich herbei.
    Hier bejubelt ein wahrscheinlich handverlesenes Publikum („Merkelfans“) frenetisch und enthusiastisch Merkels Antwort auf die Frage einer besorgten Deutschen nach dem millionenfachen Jungmännerüberschuß.
    https://www.youtube.com/watch?v=jEvfSJ6Id9E

    Was soll man dazu noch sagen?
    Bakwahn – AfD

    Antworten
    • Dietmar Tischer says:

      > Der Wille zur Selbstabschaffung, ja Selbstzerstörung ist offensichtlich.>

      Das ist TOTALER Unsinn.

      Wenn Sie KRASS überzeichnend sein wollen, könnten Sie sagen:

      Selbstabschaffung und Selbstzerstörung werden in KAUF genommen.

      Dies aus Gründen, die vielfältig sein können.

      Dazu könnte man zählen, dass die Selbstabschaffung bzw. Selbstzerstörung bisher nicht hinreichend erkennbar war (für viele oder den großen Teil der Bevölkerung, auf den Sie sich beziehen) oder weil viele bzw. ein großer Teil der Bevölkerung bis zur Erfahrung mit den Problemen sozusagen Ignoranten sind.

      Und jetzt bitte einmal eine Antwort auf die HYPOTHETISCHE Frage, zu der ich mich berechtigt finde, wenn Sie von Selbstabschaffung und Selbstzerstörung reden:

      Angenommen, wir könnten unsere Existenz (Überleben) nur mit millionenfacher Einwanderung von Menschen schaffen, die aus unserer Gesellschaft eine multiethnische, multikulturelle, multireligiöse, ja multitribunale Gesellschaft werden ließe.

      Würden Sie fürs Überleben oder Untergehen votieren?

      Antworten
      • Daniel Stelter
        Daniel Stelter says:

        Lieber Herr Tischer, dass ist aber wirklich hypothetisch, da wir doch wissen, dass die ganze Welt altert und die heutigen Migranten dies auch tun. Die Antwort ist Automatisierung wie Japan es vormacht. LG Dst

      • Dietmar Tischer says:

        Herr Dr. Stelter,

        natürlich ist meine Frage hypothetisch – weshalb ich das mit der Schreibweise HYPOTHETISCH auch deutlich unterstrichen habe.

        Mein Punkt ist, dass der angeblich offensichtliche (!) WILLE zur Selbstabschaffung, nicht nur so unrealistisch bzw. hypothetisch ist wie meine Frage, sondern dass er im Zusammenhang der politischen Diskussion auch zu tiefst DEMAGOGISCH, letztlich DIFFAMIEREND ist.

        Denn etwas wollen heißt:

        BEWUSST auf ein Ziel – hier Selbstabschaffung und Selbstzerstörung – hinarbeiten.

        Soweit ich weiß, hat das bisher noch nie jemand einem anderen unterstellt.

        Es ist infam, mit solchen Parolen aufzutreten.

        Ich jedenfalls werde nicht sagen, dass die AfD Deutschland in die Armut führen will. Im Gegenteil, ich würde einer solchen Auffassung deutlich widersprechen.

        Würde ihr Programm lupenrein umgesetzt, wäre das allerdings der Fall für die Exportnation Deutschland.

        Dieses Ziel will die AfD ganz sicher nicht erreichen.

      • Axel says:

        Das ist die kontroverse Kernthese Rolf Peter Sieferle’s in seinem umstrittenen, posthum erschienen Essay FINIS GERMANIA.

        Wir leben in einer postpolitischen Zeit, in der es keine POLITIK mit seinen klaren Ideologien mehr gibt, sondern in SYSTEMEN. Der einzig verbleibende Grundwert, sozusagen der letzte noch existente Werteanker und Konsensfaktor unserer politischen Kultur ist der Antifaschismus.
        Da die Greueltaten der NS Zeit aber eine Ewigkeitsgarantie haben (wie übrigens erst kürzlich von Merkel wortwörtlich bestätigt!) und für immer mit dem deutschen Volk in Verbindung gebracht werden, ist die einzige Möglichkeit, diesen quälenden Stachel im Volks- und Ichbewußsein zu eliminieren, daß deutsche Volk abzuschaffen…

        Intellektuell auf einem hohem Niveau argumentiert, kann und will ich mir allerdings nicht vorstellen, daß jemand, der in solchen Kategorien WIRKLICH denkt, eine politische Führungsposition inne hat….Ich glaube vielmehr (Robin Alexander), daß Merkel einfach intellektuell blockiert war, (wirkliche Einstellung contra mediale Wirkung) und sich mit dem ehrenhaftesten aller Motive, dem humanitären Imperativ, aus dem Schlamassel reden will

        Noch ein Wort zur Integration und wie wichtig Sprachkurse, Bildung etc. sind: Aus beruflicher Erfahrung kann ich sagen, daß ich immer wieder mit hochgebildeten Akademikern (aus dem islamischen Kulturkreis) zu tun habe, bzw. deren Kindern, die gegen ihren Willen mit Angehörigen aus der Heimat verheiratet werden sollen und entweder psychisch krank oder suizidal (bis hin zum Vollzug) werden.
        Integration spielt sich vor allem im Kopf ab. Und da wird mir Bange, wie viel von der vermeintlich „gut integrierten“ hier wirklich angekommen sind.

        Durch Familiennachzug werden die Menschen in Ihren kulturellen Strukturen und Mikrokosmen gehalten. Wer alleine hier ist, verspürt einen viel stärkeren Drang, auf die deutsche Bevölkerung zuzugehen und sein Bedürfniss nach sozialer Integration zu befriedigen.
        Nach der Argumentation der Groko, etc., müßten die libanesischen Großfamilien in Berlin, Bremen und Essen ja die best integrierte Gruppe der Welt sein. Ist das wirklich so? Weiß das jemand? Kann man mich mal aufklären???

    • Hansjörg Pfister says:

      Ich glaube die „Elite“ will das, Herr und Frau Mustermann nicht. Letztere wählen aber, warum auch immer, ihre eigenen Metzger. Nur werden sie sich irgendwann ihrer Situation bewußt und dann folgt auf die totale Willkommenskultur irgend was anderes Totales. Hauptsache total, so sind sie halt die Deutschen, Verzeihung, die schon länger hier Lebenden.

      Antworten
      • Richard Ott says:

        Herr Tischer, ich glaube schon, dass es viele Linksradikale gibt, die bewusst von innen heraus auf die Zerstörung Deutschlands hinarbeiten oder die zumindest für die umsetzung ihrer ideologischen Ziele in Kauf nehmen. . Wie erklären Sie sich sonst Slogans wie „Bomber Harris do it again“?

  16. Alexander says:

    Fragen…
    >Angenommen, wir könnten unsere Existenz (Überleben) nur mit millionenfacher Einwanderung von Menschen schaffen

    Mit Existenz wäre der Sozialstaat (Kranken-,Renten-, Pflegeversicherung & Dienste) gemeint + das Fachkräfteproblem?

    – Fachkräfte fehlen von high tech bis Pflegearbeit.

    Das hat nichts mit inflationierter Kostensteigerung im Sozialstaat zu tun?
    Das hat nichts mit prekärer Entlohnung in den Mangelberufen (außer high tech) zu tun?
    Das hat nichts mit Inflation von Hochschulszugangsberechtigungen zu tun, in der Hoffnung auskömmlichen Einkommen zu erziehlen?
    Das hat nichts mit der Demographie der Beitragszahler zu tun?

    Die Demographie hat nichts mit der Notwendigkeit familiärer Doppelverdienste zu tun?
    – aufgrund inflationierter Mieten
    – aufgrund inflationierter Immobilienpreise
    – aufgrund deflationierter Kaufkraft

    ..und alles was die Politik dagegen auf zu bieten hat, ist Zuwanderung von hauptsächlich Sekundäranalphabeten aus theokratischen Kulturkreisen?

    Jeder Mensch mit etwas Hirn macht um unsere Solidargemeinschaft einen großen Bogen, es sei denn er generiert eine positive Handelsbilanz, durch Sozialtransfers.
    Das gilt auch für die homophile Lebenspartnerschaft mit Rentenanspruch.

    Warum sucht die Politik ihre Lösungen in neuen Problemen, als ob alte Probleme außer Mode gekommen wären. Schuldgelddrucken löst auch keine Überschuldungsprobleme…

    Ironie ist alles was bleibt.

    Antworten
  17. SB says:

    Die Frage nach dem Warum ist ganz einfach zu beantworten: Es ist das Geschäftsmodell der Politik, Probleme zu schaffen, die sie dann vorgeblich wieder beseitigen muss, wobei sie dabei wieder neue Probleme schafft. Nicht mehr und nicht weniger.

    Antworten
    • Dietmar Tischer says:

      Haben Sie schon jemals über das nachgedacht, was Sie behaupten?

      Wissen Sie überhaupt, was ein Geschäftsmodell ist?

      Wollen Sie wirklich sagen, dass es ZIEL der Politik ist, Probleme zu schaffen, um – ich drücke es mal so aus –, dadurch Beschäftigung zu haben, diese zu lösen.

      Hat sich z. B. die Politik jemals das Ziel gesetzt, das demografische Problem zu schaffen, damit sie sich den Kopf über die Rentenentwicklung zerbrechen kann?

      Wie andere auch sollten Sie ganz schnell vom Baum runterkommen und sich um eine vernünftige Debatte bemühen, statt anderen etwas UNTERSTELLEND anzudichten.

      Jemand anderem etwas zu unterstellen, mag motivierend sein, in den Kampfmodus zu kommen.

      Die eigene Position macht es NICHT besser.

      Vielleicht können Sie das einmal begreifen.

      Wir haben Probleme, die hochkomplex miteinander verwoben sind.

      Welche Lösungsangebote liegen vor?

      Welche davon sind überhaupt umsetzbar?

      Können die umsetzbaren lösen, was sie vorgeben zu lösen?

      Was sind die Konsequenzen, wenn sie umgesetzt werden?

      Gibt es evtl. neue Probleme, wenn sie umgesetzt werden.

      Was sind die Opportunitätskosten bestimmter Lösungen?

      Welche Lösungsangebote sind anderen unter- bzw. überlegen?

      So oder so ähnlich ist die Debatte, die sich z. B. bei Zuwanderung und Integration sowie auch andere Themen betreffend zu führen.

      Ihre einfache Antwort auf das Warum ist nicht nur nichts wert, sie ist auch irreführend und somit kontraproduktiv für konstruktives Bemühen.

      Antworten
      • Alexander says:

        Alle Parteien teilen das gemeinsame Ziel die Gesellschaft zu verändern. Konservative weniger als progressive.

        Seit der 1968er Bewegung war Dekonstruktivismus beherrschend, d.h. tradierte Werte (ohne Wertung) wurden in Frage gestellt. 40 Jahre später lassen sich die Früchte dieser Ideen durchaus beobachten.

        Die Demographie ist weithin leuchtendes Beispiel für das Scheitern dieser Politik, denn was sich nicht reproduzieren will – stirbt aus – > Und das ist gut so. https://www.youtube.com/watch?v=BomE1R7xRMU

        „Die entscheidenden Dinge sind klar und einfach, und auch die Lösungen wären klar und einfach. Aber die Politiker schauen lieber weg und sagen dann, man könne alles von verschiedenen Seiten sehen.“ (Hans A. Pestalozzi)

      • Alexander says:

        Nachtrag.
        Wenn minderheitlich schwule Frauen hoffen ihren Lebensabend aus der Beiträgen einer muslimischen Mehrheit versüßt zu bekommen – haben sie nicht verstanden wie Demokratie arbeitet.
        Nicht nur die Politik, auch die Gesellschaft ist so weit aus der Wirklichkeit gedriftet, dass Europa die Eurokatastrophe so dringend braucht wie eine Bereicherung aus archaischen Kulturkreisen – um wieder nüchtern zu werden.

      • Dietmar Tischer says:

        @ Alexander

        „Die entscheidenden Dinge sind klar und einfach, und auch die Lösungen wären klar und einfach. Aber die Politiker schauen lieber weg und sagen dann, man könne alles von verschiedenen Seiten sehen.“ (Hans A. Pestalozzi)

        Das ist falsch, schlichtweg falsch. Und naiv obendrein.

        Hier ein Kommentar zur Pflegeversicherung, die der Kandidat Schulz in 100 Tagen mit einem „Neustart der deutschen Pflegestruktur“ umbauen will:

        http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-zu-schulz-pflege-der-letzte-ausweg-15206579.html

        Schulz will auf die UNTAUGLICHE Art und Weise ein Problem lösen wie Trump, für den er bei jeder Gelegenheit deutliche Worte hat:

        Schalter umlegen und alles ist EINFACH gelöst – und das in gerade einmal 100 Tagen.

        Man kann viel ändern, muss auch viel ändern.

        Einfach ist das nicht.

        Und was am Ende dabei als Ergebnis zustande kommt, hat bei sich KONTINUIERLICH ändernden Verhältnissen keinen ewigen Bestand, sondern führt NOTWENDIGERWEISE zu NEUEN Problemen.

      • Alexander says:

        @ Dietmar Tischer
        Vor nicht allzu langer Zeit habe ich exakt so argumentiert wie Sie. Bei dem Versuch den Problemen auf rationelle/faire Weise gerecht zu werden – begann meine Suche nach der „ersten bösen“ Tat. Selbst wenn man weit in der Geschichte zurück geht, findet man keinen Ursprung, nur politische Konsequenzen.

        Dabei muss man fairerweise einräumen, dass Politik nicht nur der Sozialstaatlichkeit dient – sondern auch aus Zwängen besteht wie den Russlandsanktionen z.B.

        Zitat Niklas Luhmann:
        »Politik ist der Komplex sozialer Prozesse, die speziell dazu dienen, das Akzept administrativer (Sach-)Entscheidungen zu gewährleisten. Politik soll verantworten, legitimieren und die erforderliche Machtbasis für die Durchsetzung der sachlichen Verwaltungsentscheidungen liefern«

        Komplexe Problem können zu politischem Versagen führen, z.B. die Eurokrise. Anhaltendes politisches Versagen führt zum Krieg als politischem Ausweg – nicht als Lösung.
        Historiker wie David Engels/Egon Flaig/Gunnar Heinsohn weisen auf das bürgerkriegspotential Europas hin und ab hier genügt mir die Komplexität der Probleme nicht mehr als Entschuldigung.

        Jedes Opfer seit 2015 ist zu viel, egal welcher Religion, Rasse oder Nationalität. Wenn Politik nicht einmal Unversehrtheit, Freiheit und Frieden gewähren mag – brauche ich sie nicht.

        Das politische Versagen selbst gemachte Regeln, Gesetze und Ordnungen zu befolgen hat eine historische Krise eingeleitet. Das Gewaltmonopol fiel bereits bei Grenzverletzung….vergangene Woche waren in meiner Heimatregion 18 Streifenwagen erforderlich um zwei Beamten sicheres Geleit aus einem Abschiebelager zu gewähren…

        Hoffentlich findet der wählende Souverän aus seiner Paralyse…bevor noch mehr Unheil angerichtet wird.

      • Dietmar Tischer says:

        @ Alexander

        Luhmann ist Systemdenker und kann daher der Komplexität der Sachverhalte nicht ausweichen.

        Zu welcher Erkenntnis kommt man damit?

        >Komplexe Problem können zu politischem Versagen führen, z.B. die Eurokrise.>

        Ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu.

        Die Schaffung der Eurozone war ein politisches Projekt, das zwar nicht gegen den Willen der betroffenen Menschen realisiert wurde, aber auch nicht mit deren expliziter Zustimmung, etwa durch eine Volksbefragung.

        Insoweit war es kein politisches Versagen.

        Das Ergebnis zeigt das politische Versagen, nämlich die Fehleinschätzung zur Funktionalität der Eurozone.

        Welche Schlussfolgerung ist daraus zu ziehen?

        Ihre:

        >Anhaltendes politisches Versagen führt zum Krieg als politischem Ausweg – nicht als Lösung … hier genügt mir die Komplexität der Probleme nicht mehr als Entschuldigung.>

        Was mich betrifft, geht es mir mit meinen Verweisen nicht um Entschuldigung, sondern darum, dass bestimmte Lösungen wegen der Komplexität schwierig sind und vor allem: dass Lösungen DRAMATISCHE Folgen haben können.

        Ich habe also kein Problem mit Ihrem Standpunkt, sondern nur eines damit, dass sie nicht die Folgen mit einbeziehen bzw. sie anerkennen.

        Heißt:

        Alle, die für eine Beseitigung obigen Versagens sind und die Eurozone auflösen wollen, müssen auch deutlich sagen, was dies bedeutet:

        Verwerfungen der Finanz- und Realwirtschaft nicht nur in Europa, sondern Schockwellen rund um den Erdball. Die Auswirkungen wären kurz bis mittelfristig verheerend.

        Bedenken Sie dies und bekennen Sie sich dazu, wenn Sie für die Auflösung der Eurozone sind.

        Meine Position ist eine etwas andere:

        Ich würde der Eurozone weiterhin die Chance einräumen, sich auf Basis der Wiedergewinnung nationaler Wettbewerbsfähigkeit zu stabilisieren. Wenn es dafür nicht schon zu spät sein sollte, dann ist Frankreich der Test.
        Würde allerdings versucht werden, die Eurozone INSTITUTIONELL durch dauerhafte TRANSFERS zu stabilisieren, bin ich auch für ihre Aufgabe.

        Andernfalls – da bin ich mir sicher – wäre das Desaster für Europa und insbesondere auch Deutschland NACHALTIG untragbar.

        Fazit:

        Mit ANERKENNUNG und nicht in Abweisung von Komplexität ist die Lösung zu suchen.

        Und zwar gerade auch dann, wenn man dadurch einsehen muss, dass es die einfache, alle befriedigende Lösung nicht geben wird.

        Es geht immer nur darum, das mögliche, mitunter nicht auszuschließende Desaster so gering wie möglich zu halten und die sonstigen Schmerzen so gut wie möglich zu lindern.

      • Alexander says:

        @ Dietmar Tischer.

        Wenn ich von der Eurokrise schreibe heißt das nicht automatisch ich wäre für die Auflösung der Eurozone. Da das Bemühen der Politik seit so langer Zeit zu geringe Erfolge zeigt, erledigt die Geschichte diese Fehlkonstruktion automatisch.
        Die von Ihnen in Aussicht gestellten dramatischen Folgen erwarte ich bis hin zu militärischen Einsätzen um ein Mindestmaß an Sicherheit zu erhalten. Die Wiedereinführung der Wehrpflicht im friedlichen Schweden weist den Weg.
        Den Frieden zu erhalten ist sehr viel schwieriger, wenn sich das Volk aus einer Vielzahl gegensätzlicher Sozialisationen zusammen setzt.

        So wie sich die politischen Führer präsentieren sind sie alle durchweg zu leicht für die Aufgaben, die sie so selbstverständlich übernehmen.
        Das betrifft alle in BTO angesprochenen Themen.

        Wer würde heute noch Haus oder Hof verpfänden, weil ihm ein Martin Schulz, eine Angela Merkel oder ein duo Steinmeier/Seehofer goldene Zeiten versprechen?

      • Dietmar Tischer says:

        @ Alexander

        >So wie sich die politischen Führer präsentieren sind sie alle durchweg zu leicht für die Aufgaben, die sie so selbstverständlich übernehmen.>

        Das kann man so sehen.

        Ich würde allerdings hinzusetzen:

        Das liegt AUCH an den Aufgaben, den Erwartungen der Menschen und den Mechanismen, mit denen sie die Aufgaben lösen müssen, um den Erwartungen der Menschen gerecht zu werden.

        Dabei sollten wir es belassen.

  18. SB says:

    Lieber Herr Tischer, was sollen Ihre persönlichen Angriffe?

    Ich habe einzig erklärt, wie ich – und übrigens immer mehr Leute – den Sachverhalt sehe(n).

    Das Paradebeispiel ist der „ewige“ Kampf um die Herstellung von „Gerechtigkeit“ (nebenbei: niemand, erst recht nicht die Parteien, haben jemals definiert, was das eigentlich genau sein soll). Alle seit Jahrzehnten im BT vertretenen Parteien haben dieses populistische Thema seit Jahrzehnten auf der Agenda. Was ist in dieser Zeit aber passiert? Das genaue Gegenteil wurde von der Politik erreicht: Die Ungerechtigkeit ist so groß wie nie zuvor. Das behaupten die Parteien selbst am lautesten, insbesondere im Wahlkampf. Ist doch prima: Man kämpft ewig um Gerechtigkeit, erzeugt defacto genau das Gegenteil und macht dem Wähler daher im nächsten Wahlkampf das Angebot, weiter für „noch mehr“ Gerechtigkeit zu kämpfen.

    Diese Methode trifft auf x andere Lebenssachverhalte, die von der Politik aufgegriffen und untauglich geregelt werden, ganz genauso zu.

    So auch in der fälschlicherweise so bezeichneten „Flüchtlings“krise: Durch eklatante, vorsätzliche Verstöße gegen Gesetze und Vereinbarungen, schafft die Politik riesige Probleme, für deren Lösung sie dann natürlich gleich wieder zuständig ist. Die Lösungen sind selbstredend völlig untauglich, wie allenthalben zu sehen ist und auch hier im bto-Blog zuletzt wieder überdeutlich aufgezeigt wird.

    Wenn Sie das Prinzip nicht erkennen wollen, ist das natürlich Ihre Sache. Das verhindert natürlich Denkansätze zur Problemlösung.

    Antworten
    • Dietmar Tischer says:

      >Ich habe einzig erklärt, wie ich – und übrigens immer mehr Leute – den Sachverhalt sehe(n).>

      Und ich habe Ihnen anhand Ihrer Aussagen erklärt, warum Sie ihn falsch sehen – sehen MÜSSEN, weil sie mit Unterstellungen erklären statt die komplexen Sachverhalte zu betrachten.

      Auch jetzt argumentieren Sie auf eine Art und Weise, die Sie für eine ernsthafte Diskussion diskqualifiert:

      >Das Paradebeispiel ist der „ewige“ Kampf um die Herstellung von „Gerechtigkeit“ (nebenbei: niemand, erst recht nicht die Parteien, haben jemals definiert, was das eigentlich genau sein soll).>

      und

      >Man kämpft ewig um Gerechtigkeit, erzeugt defacto genau das Gegenteil …>

      Fazit:

      Niemand – und damit auch Sie nicht – hat Gerechtigkeit definiert, aber SIE WISSEN natürlich, was sie ist, weil sie auch wissen, was de facto das GENAUE Gegenteil von Gerechtigkeit ist.

      Das ist ein Widerspruch, mit dem jeglicher Anspruch auf einen Denkansatz hinfällig wird.

      Einfach mal ruhig sein und überlegen, was Sie sagen.

      Und dann können Sie es gern noch einmal mit Denkansätzen probieren.

      Antworten
  19. Dietmar Tischer says:

    @ Richard Ott

    >Herr Tischer, ich glaube schon, dass es viele Linksradikale gibt, die bewusst von innen heraus auf die Zerstörung Deutschlands hinarbeiten oder die zumindest für die umsetzung ihrer ideologischen Ziele in Kauf nehmen. . Wie erklären Sie sich sonst Slogans wie „Bomber Harris do it again“?

    Es gibt selbstverständlich Menschen in Deutschland – Rechtsradikal wie Linksextremisten –, die von innen heraus auf die Zerstörung Deutschlands hinarbeiten und die Zerstörung in Kauf nehmen, egal wie oder durch wen sie erfolgen würde.

    Das war aber nicht die Aussage, gegen die ich argumentiert habe.

    Es war die von Bakwahn:

    >Ein sehr großer Teil der deutschen Bevölkerung will ganz offensichtlich den Wandel hin zu einer multiethnischen, multikulturellen, multireligiösen, ja multitribalen Gesellschaft. Der Wille zur Selbstabschaffung, ja Selbstzerstörung ist offensichtlich.>

    Ein SEHR GROSSER Teil der deutschen Bevölkerung will das definitiv nicht.

    Antworten

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