Modern Monetary Theory sei einfach „falsch“, meint Olivier Blanchard

Weiter geht es in der Diskussion der MMT. Bekanntlich nichts anderes als die Vorbereitung der konsequenten Fortsetzung der Politik der letzten Jahrzehnte, haben sich doch Politik und Notenbanken immer mehr in die Ecke manövriert. Dazu gehört natürlich auch Kritik von prominenter Seite, die sich bei genauerem Hinsehen als eher technische Kritik erweist:

  • Olivier Blanchard, former IMF chief economist and professor at Massachusetts Institute of Technology, (…) waded into treacherous waters on Tuesday — the simmering debate on modern monetary theory (…) captured the imagination of left-wing Democrats because it seems to offer the opportunity for the Federal Reserve to fund ways to combat economic inequality.“ – bto: Ich finde es auch eine bestechende Idee, mit neu geschaffenem Geld Staatsausgaben zu finanzieren und so alle Probleme zu lösen. Wieso ist man da nicht früher draufgekommen?
  • „What MMT gets wrong, Blanchard said, is the notion that the Federal Reserve can just print money to pay for this increase’ he said. The Fed did purchase trillions of dollars in assets, known as quantitative easing, to lower long-term interest rates and pull the economy out of the Great Recession of 2008. But this was not printing money, Blanchard said. It was essentially just buying long-term bonds with short-term debt, creating bank reserves at the Federal Reserve, that still paid an interest rate, he said. In effect, QE was government debt transformation.“ – bto: Das stimmt übrigens. Ich habe das hier vor Jahren schon gezeigt in einem Beitrag von Steve Keen. → QE ist kein Gelddrucken
    Und wenn ich die Geldpolitik kritisiere, so bin ich hier oft nicht sprachlich sauber gewesen. Neues Geld setzt einen Verschuldungsakt voraus, der Tausch von langlaufenden Schulden (Bonds) in kurzfristige (Banknoten) ändert erst mal nichts. Indirekt soll es natürlich zu mehr neuen Krediten führen.
  • „‘If [the Fed] issued money at zero rate, then we’d have hyperinflation. But we’re basically issuing a new form of debt, which is bank reserves,’ he said. (…) The one exception, which has caught the eye of MMT advocates, is Japan, where interest rates are zero. ‘When you are at zero, debt and money are the same thing,’ he said. But this can’t last forever.” – bto: zumindest nicht, wenn man Vertrauen als Voraussetzung ansieht.
  • „‘The day on which Japan has to pay a positive interest rate on bonds, it will have to pay a positive interest rate on the money, otherwise people will not hold it, or there will be hyperinflation,’ he said.“ – bto: Ich muss gestehen, dass ich hier genau weiß, worauf Blanchard abstellt. Den Vertrauenspunkt sehe ich, den Punkt mit der Notwendigkeit der Verzinsung von Geld nicht. Richtig ist natürlich, dass die Umlaufgeschwindigkeit explodiert, wenn das Vertrauen weg ist und dann gibt es zwangsläufig Hyperinflation.
  • „On the surface, Blanchard seemed like a natural ally for modern monetary theory supporters. He caused a stir at the American Economic Association earlier this year when he said there was too much concern about government debt levels given the new low-interest-rate global economy. He argued that, with interest rates low, public debt was not ‘crowding out’ more productive investment, which was the long-time fear about high government borrowing.“ – bto: Es ist klar, dass wir nur mit staatlichen Programmen die Eiszeit überwinden. Dennoch bleibt als Fazit von Blanchards Kritik, die Sicht – die auch Professor Huber hatte –, dass man eben die Probleme nicht so einfach lösen kann, wie es sich die Proponenten der MMT denken.

    → marketwatch.com: „What Modern Monetary Theory gets ‘plain wrong,’ according to former IMF chief economist“, 11. Juni 2019

    Kommentare (38) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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      Udo Glittenberg sagte:

      Bei dem Versuch, MMT vor dem Hintergrund üblicher makroökonomischer Denkweisen so einzuordnen, dass sowohl ihre Möglichkeiten, als auch ihre Grenzen sichtbar werden, empfiehlt sich ein Blick auf Michael Pettis: „I never assume things like MMT are articles of faith, and so can be „right“ or ‚wrong“ in and of themselves. MMT claims make sense under certain conditions, and these conditions should be specified. I address some of these issues in my October 19, 2015, entry.“ Mehr dazu hier:
      https://carnegieendowment.org/chinafinancialmarkets/61679
      https://carnegieendowment.org/chinafinancialmarkets/78304

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      Frage? sagte:

      Ich würde gerne meine Frage wiederholen, weil niemand darauf eingegangen ist. Wieso versucht man MMT nicht in Venezuela und Argentinien? Beide Länder haben eine eigene Währung und eine Notenbank.

      Danke für die Erklärung.

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        Richard Ott sagte:

        @Frage

        Weil es in den beiden Ländern noch nicht genug Latte-Macchiato-Linksgrünhipster gibt, die nach der Arbeit im Cowork-Space das Konzept auf Twitter pushen. ;)

        Nein im Ernst: Sowieso schon schwaches Vertrauen in die Währungen der beiden Länder und starke Konkurrenz durch den US-Dollar in Lateinamerika machen dort irgendwelche MMT-Spielereien aussichtslos. Venezuela finanziert sich sicherlich auch jetzt schon zumindest teilweise über seine Notenpresse, mit der Konsequenz dass es dort Hyperinflation gibt und bestimmte Waren nur noch auf dem Schwarzmarkt im Tausch gegen Naturalien oder für US-Dollar.

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          Frage? sagte:

          @ Richard Ott: Also in Venzuela und Argentinien funktioniert es nicht…. schade… aber kann ja mal passieren… wo würde es den funktionieren? Brasilien? Südafrika? EU? Gibt es da ein Kriterium oder eine Liste von Ländern? Sollte eine Theorie nicht allgemeingültig sein? Und wird nicht jede Währung im intern. Handel zur Weichwährung bei Einführung MMT?

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          Richard Ott sagte:

          @Frager

          MMT ist keine „Theorie“ im naturwissenschaftlichen Sinn. Ich würde „Theorie“ hier eher mit „unbewiesene These“ gleichsetzen.

          Grundsätzlich könnte man sagen, dass MMT-artige Aktionen dort am längsten funktionieren könnten ohne dass es negative Konsequenzen gibt, wo es besonders hohes Vertrauen in die jeweiligen nationalen Währungen gibt. Die offensichtlichen Kandidaten sind also diejenigen Staaten, in denen global gesehen ein wesentlicher Anteil Währungsreserven gehalten werden: USA, Eurozone, Japan, UK, Schweiz. (China ist ein Sonderfall wegen Kapitalkontrollen, dem aktuellen Handelskrieg mit den USA, dem Hickhack um das SWIFT-Zahlungsverkehrssystem und so weiter.)

          „Und wird nicht jede Währung im intern. Handel zur Weichwährung bei Einführung MMT?“

          Ich denke schon. Aber das geht bei Währungen, die sowieso schon als „weich“ angesehen werden, viel schneller als wenn zum Beispiel die USA mit MMT anfangen würden. Da ist noch mehr Vertrauen vorhanden, das man mit MMT quasi „aufbrauchen“ kann.

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          Frage? sagte:

          Also theoretisch würde es funktionieren, aber es ist noch nicht klar wo und was die Konsequenzen sind. Hört sich gut an.

          Da fällt mir Yogi Berra ein: „In theory there’s no difference between theory and practice. In practice there is.“ LOL.

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          Richard Ott sagte:

          @Frager

          Es ist wie wenn die Reifen bei Ihrem Auto platzen und Sie dann auf den Felgen weiterfahren. Das „funktioniert“ auch – bis Ihr Auto irgendwann auseinanderfällt.

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        ZIRP sagte:

        Venezuela und Argentinien sind Schwellenländer ohne Weltleitwährung, die von der Zufuhr von ausländischem Kapital abhängig sind. Jeder, der dies kann vermeidet die nationale Schwachwährung. Ferner haben diese keinen Außenhandelsüberschuß wie Europa und Japan.

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      Udo Glittenberg sagte:

      Den Blanchard-Beitrag auf marketwatch hat Bill Mitchell – führender MMT-Vertreter – gestern in seinem Blog ebenfalls kommentiert, und zwar unter dem Titel „An economist trying to stay relevant long after he lost it“. Hier der Link zum Blog-Beitrag: http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=42618

      Im Hinblick auf die inzwischen durchaus begrenzten Möglichkeiten der Zentralbanken macht es Sinn, sich sine ira et studio mit den Argumenten der ernst zu nehmenden Vertretern von MMT, zu denen Bill Mitchell ganz ohne Zweifel gehört, auseinander zu setzen, ohne damit zu quasi „religiösen“ Eiferern eines neuen Glaubens zu werden.

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        Richard Ott sagte:

        Es gibt bestimmt auch Vertreter von der Flache-Erde-Theorie, die meinen, dass sie „ernst zu nehmen“ seien…

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          ruby sagte:

          Herr Ort, wie Michell und Keene mit den „gestrigen“ Neoliberalen umgehen (Gefängnis für Blanchard, Krugman nicht satirefest) ist doch auch Ihr Stil!?
          Nur, daß Bill Mitchel auch wieder von Schecks schreibt ist doch ebenso vergangen wie Finanzämter nach der Fiskalsteuerungsgeldstromrückflußszenerie, die das Kreditgeld auf einmal im Handy/Smartphone erscheinen läßt.

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          Richard Ott sagte:

          @ruby

          Tut mir leid, ich verstehe nicht, was Sie mir damit sagen wollen.

    4. Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      Schon einmal anderswo verlinkt und hier noch einmal:

      https://blog.zeit.de/herdentrieb/2019/06/25/moderne-geldtheorie-mmt-nihil-novi-sub-sole_11354 – comment-220013

      Ich habe auch etwas dazu geschrieben, aber vor allem lesenswert ist die vernichtend kurze Kritik von HKaspar, einem der brillantesten Ökonomen, die ich an Blogs erlebt habe.

      Unvergessen, wie er vor Jahren die FAZ bloßgestellt und daraufhin Gerald Braunberger die Nerven mit „wir kriegen Sie“ verloren hat.

      „HKaspar“ kann nicht mit seinem Klarnamen kommentieren, weil er eine beruflich so exponierte Position in USA einnimmt, dass es Wirbel gäbe, wenn man wüsste, wer die Kommentare schreibt.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Unvergessen, wie er vor Jahren die FAZ bloßgestellt und daraufhin Gerald Braunberger die Nerven mit ‚wir kriegen Sie‘ verloren hat. “

        Jetzt haben Sie mich neugierig gemacht! Haben Sie einen Link dazu? Und um welches Thema ging es dabei?

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          Dietmar Tischer sagte:

          @ Richard Ott

          Die Kontroverse ereignete sich vor vielleicht 5 bis 6 Jahren beim Herdentrieb.

          Kann mit keinem Link dienen.

          Aber vielleicht unser Meister im Verlinken?

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          Thomas M. sagte:

          Jetzt bin ich auch neugierig… ein sachdienlicher Hinweis – es scheint auf einem anderen Blog gewesen zu sein. Folgenden Eintrag fand ich auf Herdentrieb:

          „Ich erinnere mich, wie er nicht hier am Herdentrieb, sondern einem anderen Blog, an dem auch ab und an Koryphäen aus USA gepostet haben, einmal einen FAZ-Redakteur, beileibe kein Dummkopf, fachlich so in die Ecke gestellt hat, dass Braunberger nur noch mit Drohungen reagieren konnte.“

          https://blog.zeit.de/herdentrieb/2017/09/21/fed-zieht-die-zuegel-weiter-an-wenn-auch-nur-sehr-sanft_10554

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      Michael Stöcker sagte:

      Und da sich bislang noch niemand substanziell zu den Fehlern in der Analyse von Beck und Prinz zu MMT geäußert hat, hier nun meine Einschätzung:

      Die Analyse zu MMT beginnt schon im Teaser mit einem groben Patzer, wenn Beck und Prinz schreiben:

      „Sie kann so viele Banknoten drucken lassen, wie sie für die Bezahlung ihrer Verbindlichkeiten benötigt.“

      Was bitte schön hat MMT mit dem Drucken von Banknoten zu tun. Dahinter verbirgt sich entweder umgangssprachliche Schludrigkeit oder aber ein fundamentales Missverständnis über die Funktionsweise eines zweistufigen Geldsystems.

      Banknoten werden in unserem aktuellen Geldsystem immer nur dann gedruckt, wenn wir als Bevölkerung Banknoten dem Giralgeld vorziehen. Die Zeiten, in denen eine Regierung ihre eigenen Zahlungsmittel ausgibt sind selbst in den USA lange vorbei (Stichwort Federal Reserve Notes und United States Notes: https://en.wikipedia.org/wiki/United_States_Note). Und in Zeiten von Apple Pay sowie der unseligen Better than Cash Alliance ist das Drucken von Banknoten im Kontext von MMT völliger Humbug.

      Auf Seite 2 folgt dann der nächste Klops:

      „Geld entspricht letztlich einer unverzinsten Staatsanleihe mit einer Laufzeit von Null.“

      MMT würde hier wohl eher formulieren:

      Wenn sich der Staat unmittelbar über die Notenbank finanziert, dann entspricht DIESER Teil des Geldes einer unverzinsten Staatsanleihe mit einer unendlichen/unbestimmten Laufzeit. Unendlich deshalb, weil alle Staatsanleihen grundsätzlich revolviert, aber niemals zurück gezahlt werden.

      Es gäbe aber auch keinen formalen Unterschied, wenn diese Anleihe verzinslich wäre, da Notenbank und Staat – trotz formeller Unabhängigkeit – in der Tat eine finanzielle Einheit bilden. Die Höhe der Zinsen spielt dabei grundsätzlich keine Rolle, da die Zinszahlungen via Gewinnausschüttung der Zentralbank wieder an die Haushalte zurückgeführt würden (linke Tasche, rechte Tasche).

      Richtig ist hingegen, dass an der Nullzinsgrenze Staatsanleihen und Geld beinahe perfekte Substitute sind.

      Den viralen Punkt spricht HKaspar an:

      „Erwarten Sparer Inflation, versuchen sie Geld abzustoßen, und erwerben stattdessen andere Assets, z.B. ausländische Währung.“

      Das sehe ich genauso. Aber: Genau das betonen auch die Vertreter von MMT. Es ist gerade nicht so, dass sie dieses Inflationspotential mit seinen negativen Folgen ignorieren.

      Das alles geht mAn aber an dem Grundproblem mit MMT völlig vorbei. Es geht doch vielmehr um das bewährte und fein austarierte System der Checks and Balances zwischen privaten Interessen und staatlichen Interessen; denn Geld ist grundsätzlich hierarchischer und hybrider Natur: https://zinsfehler.com/2019/01/23/warum-konnen-wir-unser-geldsystem-nicht-richtig-verstehen/

      Dieses System möchte MMT ändern und der Regierung zukünftig die alleinige Verantwortung für die Geldwertstabilität übertragen. Das ist der Knackpunkt.

      Dass wir uns überhaupt mit MMT beschäftigen ist doch vielmehr der Tatsache geschuldet, dass die Regierungen ihrer Aufgabe im System der Checks and Balances schon seit geraumer Zeit nicht mehr gerecht werden. Allerdings waren daran die Zentralbanken mit ihrer Inflationsphobie und unvollständigen Modellen selber nicht ganz unschuldig.

      Schon 2014 hatte Mario Draghi dann aber ein Investitionsprogramm für Euroland gefordert, für das er insbesondere von deutscher Seite massiv kritisiert wurde: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/merkel-veraergert-ueber-draghi-ezb-fordert-mehr-investitionsprogramme-a-989009.html

      In das gleiche Horn bläst seit geraumer Zeit Larry Summers und wirbt für Infrastrukturinvestitionen. Und vor zwei Tagen fühlte sich sogar Jerome Powell bemüht, auf die Rolle der Fiskalpolitik aufmerksam zu machen: https://youtu.be/XXX4jgBjbrg?t=2492.

      Einige Tage zuvor hatte sich wiederum Draghi auf der Konferenz in Sintra für eine größere Rolle der Fiskalpolitik ausgesprochen: https://youtu.be/K7Wwe4_hxj8?t=2298.

      Und was machen die deutschen Medien? Sie spielen Lückenpresse. Lediglich Gerald Braunberger hatte sich zur Eröffnungsrede von Olivier Blanchard geäußert: https://www.faz.net/aktuell/finanzen/ezb-konferenz-in-sintra-es-gibt-keine-schuldenkrise-16241621.html

      Rüdiger Bachmann trifft mit seiner Kritik am deutschen Wirtschaftjournalismus voll ins Schwarze: https://makronom.de/rudi-bachmann-wirtschaftsjournalismus-die-buerger-brauchen-die-oekonomik-fuer-ihre-wahlentscheidung-31659

      Und jetzt zurück zu MMT. In Zeiten negativer Renditen selbst bei den 20jährigen Bunds ist die Forderung nach monetärer Staatsfinanzierung à la MMT auch aus fiskalischer Perspektive wenig sinnvoll. Erst dann, wenn die Renditen wieder über Null liegen, wäre dies aus rein rechnerischer Sicht die preiswertere Variante.

      Statt mit dem Blick auf MMT die Staatsverschuldung weiterhin zu diskreditieren (Die ich rief, die Geister…), sollten wir vielmehr dafür sorgen, dass nun endlich auch die Fiskalpolitik wieder ihrer Rolle im System der Checks and Balances gerecht wird.

      Für eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik gilt noch immer: It takes two to tango. Insofern treibt MMT eine wichtige Diskussion voran, schießt aber über das Ziel hinaus, weil es die hybride Natur des Geldes im System der Checks and Balances unterminiert.

      LG Michael Stöcker

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        Horst sagte:

        „Die Höhe der Zinsen spielt dabei grundsätzlich keine Rolle, da die Zinszahlungen via Gewinnausschüttung der Zentralbank wieder an die Haushalte zurückgeführt würden (linke Tasche, rechte Tasche).“

        Wenn das so ist, gilt die Wallace-Neutralität nicht nur für Zinssätze nahe (plus und minus) und bei 0%.
        Sie hätte dann unbeschränkte Gültigkeit. Staatsfinanzierung über die Notenbank erzeugte dann keine spürbaren Inflationseffekte.

        https://www.econbiz.de/Record/the-zero-bound-on-interest-rates-and-optimal-monetary-policy-eggertsson-gauti/10001794960

        Spannend ist, dass Woodford und Eggertsson bereits 2003 diese Arbeit verfassten – in einem gänzlich anders gelagerten Zinsumfeld.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        Na gut, wenn’s befriedigt, dann eben Patzer aufdecken; ist aber nicht das Wichtigste.

        Argumentativ interessanter:

        >Den viralen Punkt spricht HKaspar an:

        „Erwarten Sparer Inflation, versuchen sie Geld abzustoßen, und erwerben stattdessen andere Assets, z.B. ausländische Währung.“>

        MMT könnte darauf antworten:

        Die Sparer werden keine Inflation erwarten, weil wir dafür sorgen, dass es keine gibt.

        Wie tut sie das?

        Lt. Beck und Prinz durch Besteuerung.

        Dazu habe ich geschrieben:

        >Die Besteuerung allein entzieht dem Wirtschaftskreislauf kein Geld. Der Staat müsste die Steuereinnahmen sterilisieren, wenn er sie dem Wirtschaftskreislauf entziehen will. Würde er es tun, und wenn so, nach welchen Kriterien?

        Wenn jede Generation frei sein soll, das Ausmaß an Steuern zu wählen und dem gemäß gesamtwirtschaftliche Größen wie Sozialprodukt und Beschäftigung gesteuert werden sollen (so MMT lt. Beck und Prinz) – also steuern durch besteuern –, dann weiß man, was man zu erwarten hat:

        POLITISCHER Wettbewerb hin zu weniger Besteuerung und mehr Staatsausgaben, vor allem mehr Sozialausgaben.>

        Das ist nicht aus der Luft gegriffen, wie ich hinzugefügt habe:

        >Hier schon einmal, wohin die Reise bereits geht, auch ohne MMT:
        https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/teure-angelegenheit-berlin-will-tausend-langzeitarbeitslose-in-ersatz-jobs-bringen-a2925714.html?newsticker=1

        Aufschlussreich ist der Titel „Solidarisches Grundeinkommen“, unter dem das Projekt läuft.

        Heißt:

        Die Politik verschafft Einkommen nach einem definierten Bedarf vorwiegend in staatlich kontrollierten bzw. finanzierten Einrichtungen statt es sich Menschen aufgrund ihrer Produktivität in der Privatwirtschaft erwerben zu lassen und es evtl. aufzustocken.
        Die „scharfe Kritik“ der FDP wegen zu teuer und nicht zielführend liefe bei einem monetären Regime MMT ins Leere. Denn die Finanzierung der veranlagten Ausgaben in Höhe von 36,6 Mio. EUR schon fürs erste Jahr wäre Peanuts und die Jobs und Arbeitgeber sind „gemeinwohlorientiert“, also politisch ausreichend legitimiert.

        MMT ist ein höchst eleganter, sehr effektiver Hebel für den Umbau der Gesellschaft.>

        Damit sind wir beim Knackpunkt, auf den Beck und Prinz nicht explizit eingehen und den Sie so sehen:

        >Es geht doch vielmehr um das bewährte und fein austarierte System der Checks and Balances zwischen privaten Interessen und staatlichen Interessen.>

        Schön, dass Sie das bei MMT kritikwürdig finden.

        Wenn es aber um die von Ihnen immer wieder geforderte AUSWEITUNG der Fiskalpolitik geht, hört man nichts von Checks und Balances.

        Jeder Verweis, dass die Kapitalmärkte das doch leisten, wird von Ihnen mit Neoliberalismus und dgl. abgebügelt. Dabei haben sich die Märkte bewährt, mit einem fein austarierten System relativer Zinskosten (Spreads u. a.) die Entwicklung der Staatsverschuldung mit Bezug zur Wirtschaftsleistung zu bewerten und so zu signalisieren, dass eine richtige oder falsche Fiskalpolitik betrieben wird.

        Das passt Ihnen natürlich nicht in den Kram, weil es einengt.

        Da, finde ich, ist MMT konsequenter:

        Ein wirklich funktionsfunktionsfähiges Geldsystem MUSS auf Checks und Balances verzichten, damit es ohne RESTRIKTIONEN die gesellschaftlich erforderliche und gewünschte FINANZIERUNG leistet kann.

        Das ist schlüssig, auch wenn es geradeswegs ins Desaster führt.

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          Richard Ott sagte:

          @Herr Tischer

          „Erwarten Sparer Inflation, versuchen sie Geld abzustoßen, und erwerben stattdessen andere Assets, z.B. ausländische Währung. MMT könnte darauf antworten: Die Sparer werden keine Inflation erwarten, weil wir dafür sorgen, dass es keine gibt.“

          Genau der Knackpunkt. Das Vertrauen der Bevölkerung in die etablierten politischen Eliten im Westen ist so zerrüttet, dass wir in den letzten Jahren Trump, Brexit, die Fake-News-Debatte, böse „rechtspopulistische“ oder gar angeblich „rechtsextreme“(Salvini) Regierungen zum Beispiel in Ungarn und Italien und noch viele andere Alarmsignale gesehen haben.

          Wie groß wird wohl das Vertrauen der Bevölkerungen darin sein, dass eine experimentelle neue Gelddruck-Wirtschaftstheorie zu keinerlei Inflation führen wird?

    6. Avatar
      Michael Stöcker sagte:

      „bto: Ich muss gestehen, dass ich hier genau weiß, worauf Blanchard abstellt. Den Vertrauenspunkt sehe ich, den Punkt mit der Notwendigkeit der Verzinsung von Geld nicht. Richtig ist natürlich, dass die Umlaufgeschwindigkeit explodiert, wenn das Vertrauen weg ist und dann gibt es zwangsläufig Hyperinflation.“

      Hier fehlt wohl ein „nicht“. Worauf Blanchard hinaus möchte: Sobald die Zinsen anziehen, sind Bonds und Geld keine Substitute mehr. Die Geldhalter suchen nach verzinslichen Assets. Finden sie diese nicht im Inland, dann schauen sie sich im Ausland um. Die Folge: Abwertung der Währung und steigende Inflation. Auf diesen Sachverhalt hat auch HKaspar gestern im Herdentrieb aufmerksam gemacht: https://blog.zeit.de/herdentrieb/2019/06/25/moderne-geldtheorie-mmt-nihil-novi-sub-sole_11354#comment-220011. In einem solchen Umfeld muss die Zentralbank durch den Verkauf von Assets ihre Bilanz wieder verkürzen und somit Geld aus dem Markt herausziehen, um das hot potato Problem zu lösen. Das geht immer noch am besten mit einer unabhängigen Notenbank und nicht mit der Übertragung von Geld- und Fiskalpolitik in eine Hand, wie es den Vertretern der MMT vorschwebt.

      LG Michael Stöcker

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Michael Stöcker

        o.k. Sie waren schneller als ich.

        Wir scheinen wohl grundsätzlich gleicher Meinung zu sein.

        Die Einwände gegen MMT wiegen jedenfalls schwer.

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      Christian Hu sagte:

      MMT: wir lasten unsere Produktionskapazitäten nicht aus und sollten Geld drucken, um unser Potentialwachstum zu erreichen.

      Blanchard: „What MMT gets wrong […] is the notion that the Federal Reserve can just print money to pay for this increase. If [the Fed] issued money at zero rate, then we’d have hyperinflation. But we’re basically issuing a new form of debt, which is bank reserves“

      Ganz, ganz schwache und substanzlose Aussagen auf Niveau einer Geldpolitik-Grundvorlesung. Das ist nur schwer als Kritik zu erkennen, inhaltlich in Teilen falsch und ich hoffe, dass es noch weitere flankierende Aussagen gegeben hat, die von Hrn. Stelter lediglich nicht zitiert wurden

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        Richard Ott sagte:

        @Christian Hu

        „MMT: wir lasten unsere Produktionskapazitäten nicht aus und sollten Geld drucken, um unser Potentialwachstum zu erreichen.“

        Ich schüttle schon bei der von Ihnen zitierten „MMT-Position“ den Kopf. Wieso sollten wir unsere Produktionskapazitäten voll auslasten, wenn wir ohne zusätzlich gedrucktes Geld gar keine Nachfrage für die Produkte haben? Brauchen wir die Dinge und Dienstleistungen wirklich, welche die MMTler zusätzlich produzieren wollen?

        Faszinierend auch dass bei MMT solche Statements kommen und dann am Klima-Hüpf-Freitag wieder ein Loblied auf „Nachhaltigkeit“, „bewussten Konsum“, etc. pp. gesungen wird. Mir kommt das ziemlich schizophren vor.

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        Christian Hu sagte:

        „Wieso sollten wir unsere Produktionskapazitäten voll auslasten, wenn wir ohne zusätzlich gedrucktes Geld gar keine Nachfrage für die Produkte haben?“

        Weil wir weniger Bedarf als Bedürfnisse haben und nur bei ausgelasteter Produktion, die übrigens verstärkt nicht-physisch ist, Vollbeschäftigung erreichen können. Die benötigen wir, um einen existenzsichernden, produktivitätsadäquaten Lohn für alle, hohe Steuereinnahmen und eine starke Binnennachfrage zu erreichen.

        „Faszinierend auch dass bei MMT solche Statements kommen und dann am Klima-Hüpf-Freitag wieder ein Loblied auf „Nachhaltigkeit“, „bewussten Konsum“, etc. pp. gesungen wird“

        Schauen Sie sich mal den „Green New Deal“ an. Das wäre zumindest mal ein Anfang, und ich bin der festen Überzeugung, dass wir sehr viele Dinge auch CO2-neutral produzieren können

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          Richard Ott sagte:

          @Christian Hu

          Können Sie mir erklären, was Sie mit „nicht-physischen“ Produktionskapazitäten meinen und wie man deren Auslastung eigentlich misst?

          „Weil wir weniger Bedarf als Bedürfnisse haben“

          Irgendwelche unbefriedigten Bedürfnisse wird es immer geben. Aber daran kann auch MMT nichts ändern, weil es zwar theoretisch unbegrenzt Geld erschaffen kann (solange die Bevölkerung nicht das Vertrauen in die Währung verliert), aber die anderen, blöderweise physisch existierenden Produktionsinputs wie Rohstoffe, Energie und Arbeitszeit immer nur begrenzt verfügbar sind, egal wie viel Geld geschöpft wird.

          Der „Green New Deal“ ist das beste Beispiel für diesen Denkfehler. Da steht zum Beispiel drin, dass -per MMT finanziert- die komplette Gebäudebestand der USA innerhalb der nächsten 10 Jahre so modernisiert werden soll, dass sie dann „maximal energieeffizient sind“:

          „the goals described in subparagraphs (A) through (E) of paragraph (1) (referred to in this resolution as the “Green New Deal goals”) should be accomplished through a 10-year national mobilization (referred to in this resolution as the “Green New Deal mobilization”) that will require the following goals and projects […] (E) upgrading all existing buildings in the United States and building new buildings to achieve maximum energy efficiency, water efficiency, safety, affordability, comfort, and durability, including through electrification“
          https://www.congress.gov/bill/116th-congress/house-resolution/109/text

          Völlig utopisch, selbst mit einer unbegrenzten Menge an frisch gedrucktem Geld. Die Bauwirtschaft der USA ist nicht einmal ansatzweise groß genug um das innerhalb von 10 Jahren zu leisten, es gibt weder genug Arbeitskräfte noch genug Baumaterial dafür, jedes einzelne Gebäude innerhalb von 10 Jahren zu modernisieren. Und egal mit wie viel Geld der Staat um sich wirft, er wird das nicht ändern können. Aber er wird eine Menge Inflation dabei erzeugen, falls er es trotzdem versucht.

          „ich bin der festen Überzeugung, dass wir sehr viele Dinge auch CO2-neutral produzieren können“

          Sicher, das können wir, auch mit den Technologien, die wir jetzt schon haben. Das Problem dabei ist aber: Diese Dinge verteuern sich dann um ein Vielfaches! Sogar vollständig synthetischen Diesel („Blue Crude“ oder „E-Diesel“) können wir schon produzieren (Wasserstoff per Elektrolyse herstellen, CO2 aus der Luft mit Wasserstoff zu CO reduzieren und dann per Fischer-Tropsch-Synthese langkettige Kohlenwasserstoffe erzeugen) aber das Verfahren ist sehr energieintensiv und der synthetische Diesel kostet am Ende deutlich über 2 Euro pro Liter – und zwar ohne Steuern. Das Verfahren braucht ungefähr 17 kWh Strom pro produziertem Liter Diesel – und 1 Liter Diesel hat einen Energiegehalt von etwa 10 kWh. Sie können jetzt sagen, „ist uns egal, machen wir trotzdem, und Geld spielt keine Rolle weil wir MMT haben“, aber wenn Sie so wirtschaften haben Sie eine Menge Energie dafür eingesetzt um etwas herzustellen, das wir auch jetzt schon billiger aber eben nicht „CO2-neutral“ haben. Mit der eingesetzten Energie können Sie dann nichts anderes produzieren – und Energie kann die MMT leider, leider, nicht drucken. Die Konsequenz daraus sind massive Preissteigerungen und Wohlstandsverluste für die Bevölkerung. Sind Sie bereit, das für Ihren Traum von der CO2-Neutralität in Kauf zu nehmen?

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          Thomas M. sagte:

          @Hr. Ott: Thanks für den Link. Ich hatte mehrfach davon gehört, aber man muss mal den Originaltext lesen. Alles gut und schön; aber 10 Jahre? Da fehlt wohl eine 0… dann wäre es ambitioniert, aber machbar. Die Liste ist ja nicht nur ewig lang, sondern da sind ja noch Planung, Diskussionen, internationaler Austausch und F&E drin enthalten.

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          Richard Ott sagte:

          @Thomas M.

          Ich habe immer den Eindruck, die meisten Unterstützer des „Green New Deal“ haben den Plan beziehungsweise die „Resolution“ überhaupt nicht gelesen. Für mich wirkt es eher wie ein überlanger Wunschzettel an den Weihnachtsmann als wie eine Strategie zur wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes.

          Hier noch eine interessante und sehr kontroverse Primärquelle, das „Green New Deal FAQ“ von der Kongressabgeordneten Alexandra Ocasio-Cortez, in dem sie sich um Kopf und Kragen redet (weshalb das Dokument dann auch schnell wieder von ihrer eigenen Webseite verschwand, aber vorher praktischerweise schon archiviert wurde): https://web.archive.org/web/20190207191119/https:/ocasio-cortez.house.gov/media/blog-posts/green-new-deal-faq

          „the Green New Deal […] guarantees to everyone: […] Economic security to all who are unable or unwilling to work“

          Wirtschaftliche Sicherheit auch für Leute zu versprechen, die schlicht keine Lust auf Arbeiten haben, kommt in den USA ganz schlecht an.

          Und zu den Kosten findet sich nur das:

          „How will you pay for the Green New Deal? The Green New Deal is a massive investment program, not an expenditure. The question isn’t how will we pay for it, but what is the cost of inaction“ – und dann wird ein Forbes-Artikel verlinkt mit der Überschrift „The Green New Deal: How We Will Pay For It Isn’t ‚A Thing‘ – And Inflation Isn’t Either“.

          Tja, wen interessieren schon Kosten? Oder ob es Inflation erzeugt wenn wir so viel Geld schöpfen wie auch immer nötig ist, um den Plan durchzuziehen?

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          Dietmar Tischer sagte:

          @ Richard Ott

          Danke für den Hinweis, was A. O.-C. unter dem Green New Deal versteht:

          INVESTITIONEN für alle, die nicht arbeiten können oder WOLLEN.

          Welche Vorstellung von Investitionen, welche Vorstellung von einer Gesellschaft!

          Wir erleben eine beispiellose Inszenierung, sich von zivilisatorischen Errungenschaften zu verabschieden.

          Soviel Kreativität habe ich mir nicht vorstellen können.

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          Richard Ott sagte:

          @Herr Tischer

          Das wirft natürlich eine Frage auf, die auch AOC nicht beantworten kann. (Vermutlich fällt ihr nicht mal das Problem auf):

          Wenn es das wichtigste Ziel der Gesellschaft sein soll, die amerikanische Wirtschaft komplett im Sinne des „Green New Deal“ umzubauen, um die angeblich existenzielle Bedrohung des Klimawandels abzuwenden – wieso sollen dann auch Arbeitsfähige, aber zur Arbeit Unwillige im Rahmen des „Green New Deal“ mit Sozialleistungen versorgt werden?

          Schon um den kompletten Gebäudebestand der USA innerhalb von 10 Jahren zu modernisieren, wird nun wirklich jeder gebraucht, und sei es als Hilfsarbeiter auf dem Bau! ;)

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      Thierry sagte:

      @Alexander:

      „Der Preis den Japan für sein Geldexperiment bezahlt, ist sein Untergang aus demographischen Gründen. Die Vermögenspreisinflation hat die Immobilien derart verteuert, dass sich kleinbürgerliche Familienvorstellungen nicht mehr finanzieren lassen. Diese Inflation verändert die Menschen selbst.“

      Und dabei wohnt die Mehrzahl der Japaner zwischen Pappmaché-Wänden! und, nebenbei gesagt, die Amerikaner zwischen 4×4-frames with plywood covering.

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    9. Avatar
      Alexander sagte:

      Der Preis den Japan für sein Geldexperiment bezahlt, ist sein Untergang aus demographischen Gründen. Die Vermögenspreisinflation hat die Immobilien derart verteuert, dass sich kleinbürgerliche Familienvorstellungen nicht mehr finanzieren lassen. Diese Inflation verändert die Menschen selbst.

      Nach einer Weile erkennt man die Zusammenhänge nicht mehr und wundert sich nur:
      https://www.youtube.com/watch?v=i1pbVfTtOKA

      Ich glaube heute, dass der Einfluss der Vermögenspreisinfla auf die Demographie ebenso mächtig ist, wie die Verlockungen eines staatlichen Rentensystems = beides bewirkt Verzicht auf Kinder…

      Kombiniert man diese Entwicklung mit einem humnistischen Sozialstaat, vermehren sich ausgerechnet jene Schichten, die den Absturz noch beschleunigen. Das bleibt Japan erspart.

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        Richard Ott sagte:

        @Alexander

        „Kombiniert man diese Entwicklung mit einem humnistischen Sozialstaat, vermehren sich ausgerechnet jene Schichten, die den Absturz noch beschleunigen. Das bleibt Japan erspart.“

        Das wird in Zukunft ein großer Wettbewerbsvorteil Japans gegenüber Westeuropa sein.

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      Horst sagte:

      „…Richtig ist natürlich, dass die Umlaufgeschwindigkeit explodiert, wenn das Vertrauen weg ist und dann gibt es zwangsläufig Hyperinflation.“

      Ich habe gelernt, dass Fishers Quantitätstheorie noch immer „state of the art“ in der VWL zu sein scheint.

      Wen kümmert es? Ein Blick in die Realität – nach Japan – verrät: Die Quantitätstheorie ist verifiziert.
      Die Japaner haben das Vertrauen in den Yen verloren, der Aussenwert fällt ins Bodenlose, Hyperinflation macht sich breit über die fünf Hauptinseln. Armes Japan! Hat es doch nicht auf einen der blindesten Flecken der VWL geachtet.

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