MMT: Gedanken von Gunnar Heinsohn

Im Laufe dieses Jahres war MMT immer wieder Thema auf bto. Auf meine Frage, was er denn von MMT halte, schrieb mit Professor Gunnar Heinsohn, dass er das Thema noch weiter durchdenken würde, dass er mir aber gern eine Zusammenfassung seiner derzeitigen Überlegungen schicken würde. Hier ist sie:

Quelle: Gunnar Heinsohn

Darüber hinaus schickte er folgenden Gedanken, der durchaus etwas hat: Solange der Staat die Bürger noch ausreichend enteignen kann, ist er solvent:

Quelle: Gunnar Heinsohn

Kommentare (29) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    Wolfgang Selig sagte:

    Ein hervorragender Beitrag, der die Debatte wie immer bei Heinssohn bereichert. Allerdings sagt er nichts zur Verteilung des besteuerbaren Vermögens, aber das will er ja auch gar nicht. Auch nicht über das Schrumpfungsrisiko des besteuerbaren Vermögens durch Katastrophen oder Vertrauensverlust. Das ist allerdings auch geldpolitisch nicht irrelevant.

    1) Verteilungsgerechtigkeit:

    Ich bin überzeugt, die Staatsverschuldung im Verhältnis zum besteuerbaren Vermögen war 1917 in Russland ganz okay. Vermutlich hatte der Zar deswegen die Oktoberrevolution auch nicht wirklich auf dem Schirm gehabt. Es könnte also sein, dass die Mächtigen in den o.g. Ländern dennoch Probleme bekommen, bevor die argentinische Situation eintritt, und in der Folge auch das Inflationsthema unerwarteten Einflüssen unterliegen kann.

    2) Katastrophen:

    Wir haben durch Corona erlebt, wie schnell das weltweite BIP in die Knie gehen kann, wenn Seuchenschutzmaßnahmen es erfordern. Die Schuldenquote steigt dann sofort.

    3) Vertrauensverlust

    Sobald eine systemrelevante Großbank im Westen den „Lehman“ macht, könnte ebenfalls das BIP massiv einbrechen.

    Insofern macht Heinssohn eine Schönwetterrechnung auf, die aber zeigt, dass ohne ein Schwarze-Schwan-Ereignis der Staat normalerweise nicht so leicht insolvent wird.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Wolfgang Selig

      >Es könnte also sein, dass die Mächtigen in den o.g. Ländern dennoch Probleme bekommen, bevor die argentinische Situation eintritt, und in der Folge auch das Inflationsthema unerwarteten Einflüssen unterliegen kann.>

      Ihre Überlegungen sind nicht nur völlig richtig, sondern auch höchst RELEVANT.

      Es gibt VIELE Ursachen, darunter auch „Schwarze-Schwäne“-Ereignisse, die zu gesellschaftlicher INSTABILTÄT führen können.

      Aus dem Ruder laufende Inflation ist nur eines davon.

      Meine Sicht der Dinge:

      Das kapitalistische System erfüllt in seiner jetzigen Phase nicht mehr die Ansprüche vieler Menschen in den entwickelten Volkswirtschaften.

      Es ist erst einmal egal, ob die Ansprüche zu hoch sind (aufgrund der Leistungen des Systems) oder das System versagt.

      Wie auch immer, Gesellschaften kommen sozusagen in unterschiedlichen Bereichen und auf verschiedenen Ebenen in BEWEGUNG:

      Finanz- und Geldsystem, Energiewende, vertiefende Spaltung in Stadt/Land, Einheimische/Migranten, Reiche/Arme, Junge/Alte, weniger Konsens- und mehr Konfliktpolitik, Handelskriege.

      Kann man alles mit Beispielen unterlegen.

      Ich sehe KRIEGSSCHIFFE im Mittelmeer auffahren, um Gebietsansprüche zu sichern.

      Es sind die Kriegsschiffe von NATO-„Partnern“.

      Wenn man da nach ORTUNG sucht, kommt viel in den Blick, aber Inflation ist erst einmal nicht dabei.

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    Stoertebekker sagte:

    @D Tischer
    >Die Konsumentenpreise beginnen zu steigen, also alles wird TEURER und GLEICHZEITIG wird dafür gesorgt, dass die Menschen WENIGER Geld in der Tasche haben -DAS ist das große PROBLEM von MMT.>

    Da müsste man vermutlich differenzieren, bei welchen Waren und Dienstleistungen die Preise steigen (es werden ohnehin nicht alle Kapazitäten in allen Sektoren gleichzeitig ausgelastet sein).

    Man könnte sich ja darauf einigen, dass Inflation bei Waren des täglichen Bedarfs schlicht „ausgesessen“ wird – sprich der Rückgang aufgrund der Preiserhöhungen reicht als Gegensteuerung.

    Bei anderen, weniger „Unruhe erzeugenden“, also unkritischeren Waren und Dienstleistungen könnte eine entsprechende Luxus-/Inflations-/Grunderwerbs-/Tesla-/was-weiß-ich-Steuer punktgenau angewendet werden, um die Nachfrage gezielt zu bremsen. Bei wohlüberlegter Güterwahl könnte das auf Akzeptanz breiter Bevölkerungsschichten stoßen.

    Das bringt mich noch auf einen anderen nicht ganz sauberen Punkt der Heinsohnschen Argumentation. In der DDR wurde zwar Geld gedruckt, aber es gab aufgrund der Planpreise keine Inflation bei den allermeisten Waren/Dienstleistungen.

    Es gab einen Schwarzmarkt, auf dem bestimmte Konsumgüter, aber eben nicht die kritischen Waren des täglichen Bedarfs, massiven Preissteigerungen unterlagen – de facto ist das für diese Waren natürlich Inflation. (Es sei denn, man gehörte zu den Glücklichen, die eine Zuteilung bekamen.)

    Was aber – neben dem Rückfall in eine Barter-Economy – passierte, war ein Ausweichen in „harte Währung“, wo immer es ging (ständige Abwertungstendenz der DDR-Mark, aber eher moderat). Und wenn ich MMT richtig verstanden habe, ist das ja auch als Weg für Leitwährungsländer gedacht. Das war die Mark der DDR nun selbst im RGW nicht.

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      Richard Ott sagte:

      @Stoertebekker

      „In der DDR wurde zwar Geld gedruckt, aber es gab aufgrund der Planpreise keine Inflation bei den allermeisten Waren/Dienstleistungen.“

      Tja, und weil es so schön günstige Planpreise gab, wurden die Waren einfach aufgekauft und dann waren die Regale leer. Einer meiner Urgroßeltern hat in der DDR zum Beispiel massenweise Semmeln beim Bäcker aufgekauft und an seine Schafe verfüttert weil diese in der DDR hoch ssubventionierten Semmeln viel billiger waren als normales Tierfutter.

      So funktioniert Planwirtschaft in der Praxis.

      „Es gab einen Schwarzmarkt, auf dem bestimmte Konsumgüter, aber eben nicht die kritischen Waren des täglichen Bedarfs, massiven Preissteigerungen unterlagen“

      Auf dem Schwarzmarkt wurden in der DDR auch viele andere wichtige Rohstoffe und Waren gehandelt. Baumaterial zum Beispiel. Oder Autos – und Autoersatzteile.

      Kommen Sie zufällig aus dem Westen? Sie sollten ein wichtiges Funktionsprinzip der Planwirtschaft verinnerlichen. Die staatlich festgesetzten Preise sind völlig egal wenn es keine Waren zum „einheitlichen Verkaufspreis“ in den Läden gibt weil die Versorgung nicht funktioniert. Niemanden interessiert die offizielle Inflationsrate wenn es im Laden nichts zu kaufen gibt, dann ist das planwirtschaftliche System schon so nahe am Abgrund dass man es mit dem Indikator „Inflationsrate“ gar nicht mehr vernünftig messen kann.

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        Stoertebekker sagte:

        Danke für die Unterweisung. Ich komme aus dem Osten, habe das alles live erlebt und mir schon jede Menge Kommentare von Wessis anhören dürfen, wie‘s mir im Osten ergangen ist… Reicht für dieses Leben.

        Ich kann Ihnen aber als damaliger Bewohner der Provinz versichern, dass es IMMER ausreichend zu Essen gab, Milch, Brötchen, „normales Fleisch“ usw. Dass man in Restaurants Essen gehen konnte, dass irgendwie auch viele an ein Auto gekommen sind, jeder in einer Wohnung (manche im Eigenheim) gewohnt hat und auch Friseure, Autowerkstatt, Tankstellen, Wäschereien usw. existierten. Kurz, dass die EXISTENZIELLEN Dinge des Lebens vorhanden, für jeden bezahlbar und preisstabil waren. Nur das wollte ich oben klarmachen.

        Und bevor Sie mich jetzt in Ihre Lieblingskategorie der Linksradikalen einsortieren – ich bin 1990 in den Westen gegangen, hab hier ordentlich VWL studiert, bin Unternehmer geworden, erfreue mich – und das ist der wichtigste Unterschied zur DDR – meiner geistigen (und finanziellen) Freiheiten und finde UNIDEOLOGISCHE Sachdiskussionen sehr spannend und anregend. Und Corona-Witze wie „Grenzen dicht, Regale leer – willkommen in der DDR“ lustig.

        Und bleibe bei meiner Meinung, dass die DDR als Beispiel für MMT nicht taugt.

        Ihnen einen schönen Abend und ein schönes Wochenende.

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        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        Umso unverständlicher, wieso Sie dann so schreiben, wie Sie schreiben, wenn Sie es doch auch persönlich erlebt haben:

        „Ich kann Ihnen aber als damaliger Bewohner der Provinz versichern, dass es IMMER ausreichend zu Essen gab, Milch, Brötchen, „normales Fleisch“ usw“

        Ja, verhungern musste in der DDR niemand – zumindest ab der 2. Hälfte der 1950er Jahre nicht mehr, als sich die Versorgungslage entspannte und die Rationierung aufgehoben wurde. Kohl und Äpfel und Kartoffeln und Schnaps gab es immer. Aber schon bei Eiern war das noch längere Zeit deutlich schwieriger. Die sind ja aber auch nicht existentiell. ;)

        „dass irgendwie auch viele an ein Auto gekommen sind“

        Toll, nicht wahr? Man musste dazu nicht einmal auf den Schwarzmarkt zurückgreifen. Einfach eines bestellen und schon wenige Jahre später wurde es geliefert. ;)

        „jeder in einer Wohnung (manche im Eigenheim) gewohnt hat“

        Nicht besonders schwierig wenn der knappe und immer mehr verfallende Wohnraum vom Staat zwangsbewirtschaftet wird. Wenn es eng wird, bekommen Sie einen Wismut-Bergmann zugewiesen, der dann bei Ihnen in der Wohnung ein Zimmer bewohnt. Das fördert das Gemeinschaftsgefühl und sorgt dafür, dass man sogar zu Hause neue Leute kennenlernt! ;)

        „Kurz, dass die EXISTENZIELLEN Dinge des Lebens vorhanden, für jeden bezahlbar und preisstabil waren.“

        Das waren sie eben nicht. Auch existentielle Dinge wie Wohnraum und Transportmittel waren „vorhanden“ aber knapp. Und diese Knappheit verwaltete die Planwirtschaft mit Zwangsbewirtschaftung beziehungsweise über extrem lange Wartezeiten bis zur Lieferung. Die offiziellen Preise waren dabei egal.

        „Und bleibe bei meiner Meinung, dass die DDR als Beispiel für MMT nicht taugt.“

        DDR war halt MMT mit sozialistischer Planwirtschaft und autoritärer Ein-Parteien-Diktatur, die außerdem noch den Anweisungen und den wirtschaftlichen Forderungen des „Großen Bruders“ Sowjetunion folge leisten musste, weil sich die Macht der SED auf die Unterstützung der Sowjetunion stützte.

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        Stoertebekker sagte:

        @ R Ott
        >Umso unverständlicher, wieso Sie dann so schreiben, wie Sie schreiben, wenn Sie es doch auch persönlich erlebt haben.>

        Genau das habe ich mit meiner Anmerkung zur UNIDEOLOGISCHEN Sachdiskussion. Setzen Sie doch einfach mal Ihre (insbesondere linksradikal) wertende Brille ab und schauen nur auf die Fakten.

        a) In der DDR gab es für einen großen Teil des Warenkorbs keine Inflation (aus welchen Gründen auch immer).
        b) MMT geht in ihrem Wirkprinzip von Inflation aus.

        Damit ist in meinen Augen die DDR KEIN Beispiel für MMT – wenn auch eines für Gelddrucken.

        Das war alles. Und da ist es egal, ob die Planwirtschaft nicht genug Autos hervorbringt, Ihr Urgroßvater Brötchen verfüttert oder ich genug Fleisch zu essen hatte.

        Und diese Betrachtung hat nix, aber auch gar nix, mit meinen persönlichen Erfahrungen und meinem Leben in der DDR zu tun. Ich will das nicht wiederhaben, glorifiziere die DDR nicht, weiß um all die Probleme des Lebens dort, habe eine Stasiakte, habe im Herbst 1989 als Student Wasserwerfern und bewaffneten Kampftruppen gegenübergestanden und bin froh und dankbar ob meines selbstbestimmten Lebens im Westen. (und teile ob dieser Erfahrungen die deutlich negative Einstellung einiger Forumsteilnehmer zum realen Staat und zur realen Politik trotz aller Defizite nur bedingt)

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        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        „In der DDR gab es für einen großen Teil des Warenkorbs keine Inflation (aus welchen Gründen auch immer).“

        Richtig, Planwirtschaft mit staatlichen Preiskontrollen verhindert Inflation.

        Aber bevor MMT-Freunde jetzt auf dumme Ideen kommen: Die Probleme, die sich daraus ergeben, tauchen dann an anderen Stellen auf.

        „Damit ist in meinen Augen die DDR KEIN Beispiel für MMT – wenn auch eines für Gelddrucken.“

        Plakativ formuliert:
        MMT + staatliche Preiskontrollen = DDR.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Stoertebekker

      Wenn man über MMT diskutiert wie wir hier, kann man nur bei den KATEGORIEN und der sie verbindenden FUNKTIONALITÄT bleiben.

      Ausprägungen verbieten sich, „Konsumentenpreise“ muss da genügen.

      Es kommt auch auf die Verfasstheit der Gesellschaft an, etwa die Eigentumsverhältnisse, das Bankensystem und das Rechtssystem etc.

      Da MMT meines Wissens dazu KEINE bestimmten Aussagen macht, sondern – so darf man wohl annehmen – UNSERE Gesellschaft auf dessen Geldsystem „aufsetzt“ bzw. es auf unserer, habe ich mit dem von Ihnen zitierten Satz lediglich dargelegt, was ICH als Problem sehe bei DIESER Annahme.

      Es ist KEINE Aussage über MMT als THEORIE, da ich sie bezüglich der Gesellschaftsform als unbestimmt ansehe.

      >Und bleibe bei meiner Meinung, dass die DDR als Beispiel für MMT nicht taugt.>

      Das ist auch meine Meinung.

      „Staatlich Geld generieren“ ist zwar eine BESTIMMTE Funktionalität, die quantitativ nach UNTERSCHIEDLICHEN Kriterien gehandhabt werden kann und sie hat UNTERSCHIEDLICHE Auswirkungen in unterschiedlichen Gesellschaftssystemen.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        Die wirklich interessante Frage ist: Kann ein Staat MMT einführen, ohne dass zwangsläufig auch sein Gesellschaftssystem über die Zeit immer mehr in Richtung DDR degeneriert?

        Mehr als ein Parlament auf Volkskammer-Niveau braucht der Staat zum Beispiel nicht mehr, wenn er so viel Geld schöpfen kann, wie er will. Die Judikative kann mit gehorsamen Parteikadern besetzt werden, das haben wir schon heute in Ansätzen bei der Ernennung von Horbath als Richter am Bundesverfassungsgericht gesehen, von Borchardt als Landesverfassungsrichterin in Meck-Pomm ganz zu schweigen.

        Und als „Kanzlerwahlverein“ ohne eigenen programmatischen Anspruch wird die CDU ja schon länger tituliert…

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        Kann ein Staat MMT einführen, ohne dass zwangsläufig auch sein Gesellschaftssystem über die Zeit immer mehr in Richtung DDR degeneriert?

        Was heißt „in Richtung DDR“?

        Richtig ist, dass bei MMT die FINANZIERUNG des Staat BELIEBIG durch den STAAT erfolgt.

        Da seine Finanzierung nicht mehr von ANDEREN, dem Steueraufkommen des Privatsektors und der Bereitschaft der Märkte, seine Anleihen zu kaufen, abhängt, gewinnt er ENORM an Macht.

        Das ZIEL ist nicht „Konkursvermeidung des Staats“ – dafür braucht man nicht monetäre Staatsfinanzierung à la MMT.

        Das ZIEL ist vielmehr:

        KEINE Budgetrestriktionen.

        Das heißt allerdings NICHT notwendigerweise:

        Sozialismus, d. h. Vergesellschaftung der privaten Produktionsmittel.

        Wir haben noch nicht monetäre Staatsfinanzierung à la MMT, sind aber bereits auf dem Wege, mit der Energiewende die GESAMTE Wirtschaft auf den Kopf zu stellen, OHNE dass der Staat sich z. B. die neu entstehenden regenerativen Energieerzeuger ANEIGNET.

        Daher gilt für MMT:

        Diese Theorie ebnet nicht den Weg in Richtung DDR, aber zu einem DOMINIERENDEN interventionistischen ZENTRALISMUS, der mit der GEWOLLTEN Entwertung produktiven Sachkapitals (AKWs, Kohlekraftwerke u. a.) und daraus folgend der GEWOLLTEN Konditionierung der Konsumenten (E-Automobile u. a.) eine mit der DDR durchaus GLEICHWERTIGE, aber eben NICHT gleiche Fremdbestimmung individueller Lebensgestaltung ERZWINGT.

        Ich teile die Besorgnis, habe auf diese Implikation von MMT verwiesen – BEDROHLICHER als irgendwann durch monetäre Staatsfinanzierung hervorgerufene Inflation -, halte aber Sozialismus als Benennung für irreführend.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Richtig ist, dass bei MMT die FINANZIERUNG des Staat BELIEBIG durch den STAAT erfolgt. Da seine Finanzierung nicht mehr von ANDEREN, dem Steueraufkommen des Privatsektors und der Bereitschaft der Märkte, seine Anleihen zu kaufen, abhängt, gewinnt er ENORM an Macht.“

        Der Machtgewinn läge ganz spezifisch bei einem bestimmten Teil des Staates. Nämlich derjenigen Ebene der Exekutive, bei der die Kontrolle über die MMT-Finanzierung liegt. Legislative und Judikative und alle staatlichen Strukturen auf Länder- und Kommunalebene würden geschwächt. In der Eurozone würde das die Ebene der Nationalstaaten einschließen.

        „Was heißt ‚in Richtung DDR‘?“

        Versuchen wir mal, die Eigenschaften des politischen Systems DDR kurz zu charakterisieren:

        – sozialistische Planwirtschaft mit kleinen, über die Zeit immer mehr verkleinerten, Nischen für private Unternehmer
        – Ein-Parteien-Diktatur (aber so in den staatlichen Institutionen versteckt, dass es oberflächlich betrachtet immer noch „demokratisch aussieht“)
        – gleichgeschaltete Propagandamedien
        – von der Partei kontrollierte Organisationen durchdringen die ganze Gesellschaft und versuchen, die Bevölkerung zu „neuen sozialistischen Menschen“ zu erziehen
        – ein riesiger staatlich kontrollierter Überwachungsapparat, der ebenfalls alles gesellschaftliches Leben durchdringt und auch für die Zersetzung der Opposition benutzt wird

        Mir kommt dabei die erschreckende Idee, dass Ihr „interventionistischer Zentralismus“ in einem Zusammenspiel globalisierter Technologie- und Medienkonzerne mit der Überwachungstechnologie der Five-Eyes-Geheimdienste noch viel effektiver die Überwachungs- und auch Zersetzungsaufgaben erfüllen könnte als es die STASI in der DDR je geschafft hat.

        Daraus folgt auch, dass die Befürworter des Interventionistischen Zentralismus Konzerne wie Apple, Alphabet oder Facebook niemals zerschlagen würden sondern sie stattdessen immer mehr mit dem Staat verflechten würden. Natürlich ist das aus der altmodischen Perspektive gesehen sehr unsozialistisch, man müsste sich Figuren wie Bezos und Zuckerberg dann eher als einen neuen Typus von Führungskader in diesem neuen System vorstellen.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Richard Ott

        >Mir kommt dabei die erschreckende Idee, dass Ihr „interventionistischer Zentralismus“ in einem Zusammenspiel globalisierter Technologie- und Medienkonzerne mit der Überwachungstechnologie der Five-Eyes-Geheimdienste noch viel effektiver die Überwachungs- und auch Zersetzungsaufgaben erfüllen könnte als es die STASI in der DDR je geschafft hat.>

        Ich würde nicht bestreiten, dass es so sein könnte.

        Mein Punkt ist ein anderer:

        Es gibt in JEDEM System Überwachung, Dirigismus und Zwang.

        Es gibt sie in UNTERSCHIEDLICHEN Graden.

        Es gibt sie mit unterschiedlicher AKZEPTANZ der Bevölkerungen.

        Das gilt übrigens auch für das rein kapitalistische System, wo der ZWANG besteht, über ein Einkommen oder Vermögen zu verfügen, wenn man überleben will.

        Es muss daher zukünftig NICHT zu Enteignungen kommen, als zu dem was historisch als Sozialismus bekannt ist.

        Damit wir jetzt nicht endlos weiter diskutieren müssen, sage ich auch:

        Mir PERSÖNLICH ist es aufgrund meiner mich prägenden Lebenserfahrungen und dessen, was ich woanders beobachte, NICHT egal, WIE das System beschaffen ist.

        Ich glaube aber, dass Menschen sich mit unterschiedlichen Systemen ARRANGIEREN können.

        Was für uns unmöglich wäre, wird z. B. in China akzeptiert und zwar wie ich glaube weitgehend aus ÜBERZEUGUNG und nicht oder nicht nur wegen des Machtapparats der dortigen kommunistischen Partei.

        Die ÜBERGÄNGE sind m. A. n. das – zumindest für die Stabilität von Gesellschaften – besonders PROBLEMATISCHE.

        Und es gibt IMMER Übergänge, mal sind sie disruptiv wie bei der Französischen Revolution, mal eher mit Zuckungen verbunden, wie die Abschaffung der Sklaverei in USA, mal schleichend wie durch die Demografie in den Wohlstandsgesellschaften.

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        Richard Ott sagte:

        @Herr Tischer

        „Es gibt in JEDEM System Überwachung, Dirigismus und Zwang.“

        Das mag sein, nur sind größere Ausmaße von Überwachung und Zwang nicht mehr mit einer freien und demokratischen Gesellschaftsordnung vereinbar. Um den Zwang zu legitimieren, müssen die Rechtfertiger dieser Maßnahmen dann schon auf aus der SED bekannte Argumentationsstrukturen zurückgreifen, zum Beispiel dass der Wille von Partei und Volk ja angeblich identisch seien und daher jeder Gegner der staatlichen Maßnahmen auch ein Volksfeind ist. Praktischerweise haben wir ja noch einige amtierende Politiker mit einschlägiger SED-Erfahrung im Amt, zum Beispiel Senator Geisel in Berlin…

        „Ich glaube aber, dass Menschen sich mit unterschiedlichen Systemen ARRANGIEREN können. Was für uns unmöglich wäre, wird z. B. in China akzeptiert und zwar wie ich glaube weitgehend aus ÜBERZEUGUNG und nicht oder nicht nur wegen des Machtapparats der dortigen kommunistischen Partei.“

        In China liegt das wahrscheinlich nicht an ideologischer Überzeugung, sondern daran, dass sich der Lebensstandard der Chinesen in den letzten 40 Jahren unter der Herrschaft der Kommunistischen Partei Chinas (wir können jetzt darüber diskutieren, wie „kommunistisch“ deren Politik tatsächlich war) massiv verbessert hat.

        So ein Versprechen auf wachsenden Wohlstand kann der Westen seiner Bevölkerung nicht mehr erfüllen, egal ob mit oder ohne MMT.

        Und deshalb wird eine Ausweitung der staatlichen oder quasi-staatlichen Repression hier auf viel größeren Widerstand stoßen.

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    Felix sagte:

    Man sehe in der oberen Tabelle in das letzte Feld unten rechts: ideales MMT in der DDR. Genau richtig. Und wer wollte dieses Geld? Niemand. Das einzige was man damit kaufen konnte, waren die wenigen Grundgüter, die die DDR ihren Menschen zum Überleben zubilligte und im Stande war zu beschaffen. z.B. Wurzelbürsten aus einem VEB und schlechtes Fleisch aus polnischen Massentierhaltungen. Das war wenig genug unter seinerzeit viel günstigeren Umständen als heute (günstiger Zugang zu Rohstoffen, viele junge Menschen die bereit waren viel zu arbeiten, kein Internet.)

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    Alexander sagte:

    Allgemeine Verschuldung (Staat, privat, cooperate) macht Reiche reicher, weil der Wert aller ihrer Pfänder steigt, unabhängig von der individuellen Verschuldung. Natürlich sind die Investitionen von Reichen genauso (un)rentabel wie die der Allgemeinheit, wenn sie ähnlich nicht von der Inflation der Pfänder profitieren.

    Staatliche (allgemeine) Verschuldung ist für Reiche am rentabelsten, denn die Auftragsvergabe erfolgt über die Verteilungskanäle der Demokratie und ist keinen Marktzwängen unterworfen, ganz egal welchen Ausschreibungszirkus die EU einflechtet.

    MMT verstehe ich als ausschließliches Privileg des demokratischen Staates im Sinne des Allgemeinwohles an frische Kaufkraft durch Verschuldung zu gelangen bei gesetzlich garantierten Pfändern deren Marktwert von der Zentralbank besiegelt wird.

    MMT wird meiner Meinung nach niemals für das gemeine Publikum zugänglich sein.

    MMT ist die letzte Karte der Demokratie sich vor strukturellen Reformen zu drücken, die Macht weiter zu erhalten und nicht direkt durch Konfiskation auf die unverpfändeten Bürgereigentümer zu zu greifen. MMT dient demnach der Systemstabilität.

    Würde der Staat zur Refinanzierung von MMT die Steuern erhöhen, käme die private Nachfrage noch mehr ins Abseits und wäre mehr als die erhobene Steuer an staatlicher Neuverschuldung nötig. Warum? Weil der Staat im Normal mehr konsumiert als Investitionsgüterproduktion auslastet.

    Sicherlich wird man versuchen per Vermögensssteuer UND Erbschaftssteuer solche Steuern zu setzen, die der privaten „Kaufkraft“ nicht soooo sehr schaden.
    Der Schaden wird dennoch in einer Staatsabhängigkeit aller Akteure, Korruption und Misswirtschaft jeden Nutzen von MMT übertreffen.

    Geldpolitik die strukturelle Reformen auf den St. Nimmerleinstag aufschiebt schadet der Gesellschaft bis zu ihrem demographischen Untergang. Ohne Demographie könnte man sich per Währungsreset und Zwangshyotheken für einen neunen Durchgang einrichten, mit der Schrumpfvergreisung verschwinden die Steuerkühe/Lieferanten/Fachkräfte in der Geschichte und Frau Merkel ff. kauft mit dem geschöpften Geld nichts ein als Zombies.

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    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ Alexander

      >Würde der Staat zur Refinanzierung von MMT die Steuern erhöhen, käme die private Nachfrage noch mehr ins Abseits …>

      WARUM sollte der Staat – nicht MMT, eine Theorie kann man nicht finanzieren oder refinanzieren -, hier: die Zentralbank refinanzieren WOLLEN, wenn diese so viel sie will Geld schöpfen und sich somit nach Belieben „refinanzieren“, also zumindest solvent halten KANN?

      Die ERHÖHUNG von Steuern erfolgt NICHT für irgendeine Refinanzierung, sondern dient MMT zufolge ALLEIN dazu, die Inflation unter Kontrolle zu halten.

      Wenn Vollbeschäftigung erreicht wurde und die Kapazitäten ausgelastet sind, was durchaus möglich sein kann, dann ist es MMT zufolge GERECHTFERTIGT und ZIELFÜHREND, Steuern zu erhöhen, um Inflation zu vermeiden.

      MMT liegt als THEORIE damit nicht falsch.

      Die Frage ist lediglich, WIE eine Gesellschaft beschaffen sein muss, damit Steuererhöhungen bei INFLATION für die BEKÄMPFUNG der Inflation in der PRAXIS umgesetzt werden können.

      Konkret:

      Die Konsumentenpreise beginnen zu steigen, also alles wird TEURER und GLEICHZEITIG wird dafür gesorgt, dass die Menschen WENIGER Geld in der Tasche haben -DAS ist das große PROBLEM von MMT.

      Es nützt weder dem Verständnis noch der Kritik, Sachverhalte zu behaupten, die nicht auf MMT zutreffen.

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        Alexander sagte:

        @Dietmar Tischer

        „Wenn Vollbeschäftigung erreicht wurde und die Kapazitäten ausgelastet sind, was durchaus möglich sein kann, dann ist es MMT zufolge GERECHTFERTIGT und ZIELFÜHREND, Steuern zu erhöhen“

        Mehr Annahmen können Sie in einem Satz gar nicht verpacken um mit großen LETTERN zu begründen.

        Ihre Illusion ist beispielhaft für Arbeitnehmerdenken der Staat/ZB können es schon richten. Dabei vergessen Sie, dass der Ausrüster der Weltwirtschaft (BRD) niemals seine Kapazitäten durch einen Binnenmarkt und sei es dem europäischen auslasten kann. Die betroffenen Betriebe haben keine Spielräume um 30-40% Umsatzrückgang ohne Auswirkungen auf ihre Produktionsmittelnachfrage + Arbeitsplätze zu haben. DITO pandemische shutdowns.

        Private Verschuldung zu ersetzen muss MMT leisten, wenn es zur Erhaltung der erreichten Vermögenspreise kommen soll und diese darüber hinaus mit einer Inflationsrate von 2% steigen müssen.

        Fallende Preise bedeuten Deflation und zugleich steigende Konsumentenpreise kämen nur dadurch zustande, wenn die außereuropäischen Lieferanten dieses Geld (Aluchips) nicht mehr akzeptieren und Devisen verlangen*.

        Jeder falsche Einsatz von MMT wirkt auf die betroffenen privaten Sektoren deflationär mit Arbeitslosen/Firmenpleiten/Nachfrageausfall.
        Jede falsche Steuererhöhung wirkt genauso deflationär, wobei die Globalisierung von Wertschöpfung noch schneller abläuft um dem Murx zu entkommen.

        Da Europa (wie die USA) bereits sehr viel Wertschöpfung=Hochlohnindustrie=Schlüsselqualifikationen nach z.B. China abgegeben hat und MMT weder Innovation/Demographie/Bildungserfolge erkaufen kann, bleibt als Einsatz nur sterbende Industrien zu pampern und staatliche Transferleistungen zu bezahlen….bis das Geld an Kaufkraft verliert. (*)

        Genaus deshalb sehe ich die Zustimmung der Zombies für gesetzt und den Misserfolg jedes MMT Ansatzes der ohne strukturelle Reformen durch die Parlamente gewunken wird.

        Das Systemstabilität bis zu Disfunktion.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Alexander

        >Ihre Illusion ist beispielhaft für Arbeitnehmerdenken der Staat/ZB können es schon richten.>

        Ich rede nicht darüber, wer es richten könne.

        Ich rede über eine THEORIE, nach der etwas ERFOLGEN soll.

        >Dabei vergessen Sie,…>

        Ich vergesse NICHTS.

        Meine Kritik bezog sich auf IHRE Ausführungen.

        Wieder einmal, wie nicht nur ich feststelle:

        Mit Ihnen kann man NICHT diskutieren.

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        Alexander sagte:

        @Dietmar Tischer

        Einen Satz warum „der Staat – MMT refinanzieren will/muss/wird“ glauben Sie damit entwerten zu können, dass man Theorien nicht zu refinanzieren braucht. Gleich darauf dozieren Sie im Falle von Inflation müsse der Staat seine Steuern erhöhen um was zu erreichen? Die Folgen von MMT zu kompensieren? Kompensation mit Refinanzierung zu vertauschen ist zu kompliziert gedacht?

        Tatsächlich bin ich nicht daran interessiert mich auf Ihre Notation der Systemstabilität einzulassen, spielen Sie sich mit ihren Genossen – um der heißen Luft willen.

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    Dietmar Tischer sagte:

    >Staatliche Zentralbanken können eigenkapital-negativ sein und doch an pfandpotente Banken ausleihen, solange Staat/Steuerzahler rekapitalisieren, also als Eigentumsgeber letzter Hand fungieren. Gelingt das nicht … Inflation tritt ein.>

    Ich denke schon, dass „rekapitalisieren“ in diesem Kontext („eigenkapital-negativ“) einen Sinn hat, auch wenn man gemeinhin wohl etwas anderes darunter versteht.

    Das gesagt, ist mein Punkt mit Bezug auf MMT, so wie ich sie verstehe:

    MMT will NICHT rekapitalisieren, sondern – unterstellt das Bankensystem bleibt erhalten – durch Steuererhöhungen die INFLATION unter Kontrolle halten, was nicht nur, aber auch heißt:

    WENIGER Ausleihungen der BANKEN erzwingen (weniger Liquidität im privaten Sektor mindert dessen Bonität und damit die Bereitschaft der Banken Kredite zu vergeben).

    Insofern könnten die Anhänger von MMT sagen:

    Die BESICHERUNG der ZENTRALBANK ist GEGENSTANDSLOS für MMT.

    Die Frage ist natürlich, was der Fall ist, wenn KONTROLLE der Inflation NICHT gelingt.

    Spielt DANN nicht doch die Besicherung oder ein Äquivalent die entscheidende Rolle?

    Die untere Tafel weist eindrucksvolle Zahlen auf.

    Da ist auch in Deutschland noch viel Luft nach oben für Besteuerung.

    >Solange der Staat die Bürger noch ausreichend enteignen kann, ist er solvent>

    Dies gilt allerdings nur, solange die Bürger das ausreichend MITMACHEN.

    Es könnte auch sein, dass es den enteignenden Staat bereits VOR seiner Insolvenz nicht mehr gibt.

    Der italienische Staat ist mit 24% jedenfalls noch weit von der Insolvenz entfernt, aber mit einer HÖHEREN Besteuerung klappt es wohl nicht sonderlich gut, wenn man sich die politischen Verhältnisse dort ansieht.

    Da machen sich Transfers gut, insbesondere auch von Deutschland, das mit 16% einen vergleichsweise erheblichen Nachholbedarf an Besteuerung aufweist )-:

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    Michael Stöcker sagte:

    Ich verweise auf meinen Kommentar von Dienstag im Anschluss an meinen Murphy/Mises Verriss:

    „MMT ist ein altbekannter keynesianischer Spezialfall am ZLB (Geld und Anleihen sind beinahe perfekte Substitute), die keine Rücksicht auf LB-Ungleichgewichte sowie die Assetinflation nimmt, nicht anerkennt, dass Geld staatlicher UND privater Natur zugleich ist und die eine unzureichende Inflationstheorie hat, weil sie die Lohnpolitik ignoriert. Das kann eine ganze Weile gut gehen – insbesondere bei einer Reservewährung wie dem Dollar – , aber nicht ad infinitum.

    Insofern sollten wir beim eingeübten System des Checks and Balances bleiben und die Staaten sollten endlich ihre fiskalpolitischen Aufgaben erfüllen und die ZBen sich eingestehen, dass sie seit Jahren ganz großes Puppentheater spielen.“ https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/mmt-als-schluss-und-hoehepunkt-des-groessten-schuldenzyklus-der-geschichte/#comment-159876

    LG Michael Stöcker

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    DCSi sagte:

    Obere Tabelle, mittlere Spalte, unterste Zeile: Nullzins MUSS Reiche reicher machen, sonst kollabiert das System! Es kommt auf die Pfänder an. Leider ist von diesen Grundannahmen des Systems so wenig zu lesen. (Dieses Ergebnis ist natürlich erschreckend.)

    Gunnar Heinsohn ist schon immer TOP.

    Vielen Dank für diesen Blogbeintrag.

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      Stoertebeker sagte:

      So richtig klar ist mir die Aussage nicht. Es sind IMMER die Reichen, die über das Pfand verfügen, oder anders: die Reichen haben die besten Voraussetzungen zum Reicherwerden. Egal, wo der Zins steht.

      Wenn die Aussage wäre „Niedrig- oder Nullzins dürfte die Innovationsneigung (=Risikobereitschaft) verringern“, könnte ich mit der dann folgenden Begründung mehr anfangen. Aber auch im jetzigen Niedrigzinsumfeld haben wir noch umfangreiche Innovationen (global gesehen), d.h. es gibt Verpfänder mit höherer Risikobereitschaft.

      Und mit dem reicher werden MÜSSEN ist das auch so eine Sache. Auch im jetzigen Niedrigzinsumfeld verlieren Reiche beim Verpfänden für nicht erfolgreiche Unterfangen ihre Pfänder.

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    Richard Ott sagte:

    Wenn der Staat die Bürger hinreichend enteignet hat, dann sind es keine Bürger mehr – sondern Untertanen oder Sklaven.

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      Susanne Finke-Röpke sagte:

      @Herrn Richard Ott:

      Wenn der Grund für die Enteignung Überschuldung ist, die die Bürger vorher selbst demokratisch durch ihr Wahlverhalten angestrebt oder billigend in Kauf genommen haben, sind sie schon Bürger. Wenn auch ziemlich egoistisch und kurzsichtig denkende ohne Interesse an Generationengerechtigkeit. Das mögen Sie ablehnen, aber es ist demokratisch zulässig.

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    Gerald Baumann sagte:

    „Solange der Staat die Bürger noch ausreichend enteignen kann, ist er solvent!“
    Das nenn ich, auf den Punkt gebracht. Ein Satz des Jahrzehnts! Sollte sich jeder zu Hause an die Wand hängen.

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