Klimaneutrales Deutsch­land soll „Wirtschafts­wunder“ aus­lösen

Ein Hörer meines Podcasts hat mich auf eine Studie hingewiesen, die beweisen würde, dass das mit der Klimaneutralität gar kein Problem sei. Im Gegenteil: Es wäre die Grundlage für ein neues Wirtschaftswunder. Gut, dass wir das machen.

Nun, mit Blick auf die Vernichtung vorhandenen Vermögens kann man das wohl sagen. Anders als im Krieg, glücklicherweise ohne die menschlichen Verluste. Aber kann man aus der Tatsache, dass man vorhandene Vermögenswerte vernichtet, direkt auf einen neuen Boom schließen? Ich denke, nein.

Ein paar Aussagen aus der Studie, bevor ich meine Bewertung darlege:

  • „Der Weg zur Klimaneutralität 2050, wie er in dieser Studie beschrieben wird, stellt einen aus Kosten­sicht und unter Berücksichtigung der Umsetzbarkeit optimierten Weg dar. Hauptkriterien bei der Aus­wahl der Maßnahmen waren Wirtschaftlichkeit und die Wahrung der Investitionszyklen.“ – bto: Das ist eine interessante Behauptung – gleich am Anfang der Studie. In der Studie tauchen zwar viele Zahlen auf, aber nur eine mit einem Euro-Zeichen dahinter. Und die Zahl ist nicht mal berechnet, sondern von der BCG-Studie für den BDI abgeschrieben! Ansonsten tauchen die Kosten mit keinem Wort, geschweige denn mit einer Zahl in der Jubelstudie auf.
  • „Die Minderung um 65 Prozent bis 2030 ergibt sich dabei aus drei Handlungssträngen: Erstens ist die schnelle Dekar­bonisierung des Stromsektors durch Kohleausstieg und Erneuerbare­ Energien­ Ausbau zentral für die weiteren Schritte in den anderen Sektoren, da diese CO2­armen Strom für ihre Klimaschutzanstrengun­gen benötigen. Zweitens stehen in der Industrie zwischen 2020 und 2030 erhebliche Reinvestitionen an, die direkt in Richtung Klimaneutralität erfolgen müssen, um Stranded Assets in den 2030er­ und 2040er­Jahren zu vermeiden. Und drittens bedeutet eine Erhöhung des EU­Klimaziels 2030 natürlich, dass die Emissionen auch im größten EU­Mitglieds­staat Deutschland bis 2030 stärker sinken müssen als bisher vorgesehen.“ – bto: Es stehen Re-Investitionen an. Doch wo steht geschrieben, dass man diese in einem Land mit schrumpfender Bevölkerung, verfallender Infrastruktur, verkümmertem Bildungswesen, hoher Abgabenlast und teurer sowie unsicherer Energieversorgung tätigen muss? Global agierende Unternehmen haben andere Optionen und müssen diese auch nutzen.
  • „Im zweiten Schritt werden die Emissionen nach 2030 gegenüber dem Basisjahr 1990 um 95 Prozent auf ein Minimum reduziert. Dabei werden in Energie, Verkehr, Gebäude und Industrie nur noch klimaneut­rale Technologien eingesetzt, sodass schlussendlich vollständig auf die fossilen Energieträger Kohle, Erdöl und Erdgas verzichtet wird. Entscheidend für diese Phase der Transformation ist es, dass die Marktan­teile für viele traditionelle Technologien (wie Ver­brennungsmotoren, fossile Heizungssysteme, erdgasbasierte Chemieanlagen) im Zeitraum 2020 bis 2030 konstant sinken und ihr Geschäftsmodell nach 2030 vollständig der Vergangenheit angehört. Sich auf diese – globalen – Entwicklungstrends einzustel­len ist sowohl für die Industrie­ und Wirtschaftspoli­tik als auch für die beteiligten Unternehmen eine der zentralen Aufgaben in den 2020er­Jahre.“ – bto: Da ist die Rede von „globalen“ Trends. Obwohl China beispielsweise noch bis 2030 den CO2-Ausstoß steigern darf und auch wenn Donald Trump nicht mehr Präsident ist, wäre es gut möglich, dass bereits in vier Jahren wieder eine Kehrtwende vollzogen wird.
  • „Der dritte Schritt neutralisiert die gar nicht zu vermeidenden Restemissionen weitgehend durch CO2 ­Abscheidung und Lagerung (englisch: Carbon Capture and Storage, CCS). Die Restemissionen stammen, bedingt durch die Tierhaltung, vor allem aus der Landwirtschaft. Hintergrund ist hier, dass die Studie keine drastischen Änderungen der Ernährungsgewohnheiten voraussetzt, sondern lediglich aktuelle gesellschaftliche Trends fortgeschrieben wurden. Zudem sind in der Zementindustrie trotz des Einsatzes neuer Technologien Restemissionen zu erwarten. Der Ausgleich dieser verbleibenden etwa 60 Millionen Tonnen CO2e findet in Industrie und Energiewirtschaft statt, die CO2 aus Biomasseanlagen und aus der Luft abscheiden. Die CO2 ­Ablagerung könnte dann in leeren Gasfeldern oder tiefen geologi­schen Formationen unter der Nordsee stattfinden.“ – bto: Die deutsche Politik lehnt diese Technologien rundweg ab. Insofern wird hier etwas angenommen, was nicht gewünscht ist.
  • „Der Weg in die Klimaneutralität ist ein umfassendes Investitionsprogramm, vergleichbar mit dem Wirtschaftswunder in den 1950er-/60er- Jahren. Kernelemente sind dabei eine Energiewirtschaft auf Basis Erneuerbarer Energien, die weitgehende Elektrifizierung von Verkehr- und Wärme, eine smarte und effiziente Modernisierung des Gebäudebestands sowie der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft für die Industrie. Dies steigert zugleich die Lebensqualität durch weniger Lärm und Luftschadstoffe.“ – bto: Das ist doch eine Aussage! Völlig ohne jeglichen Beweis. Einfach behauptet. Dabei fragt man sich, wie eine deutlich kleinere Automobilindustrie, sinkende Massenkaufkraft und Verwenden von Investitionsmitteln für unproduktive Zwecke, einer alternden Gesellschaft mit schwindenden Produktivitätsfortschritten und schrumpfender Erwerbsbevölkerung und Billionen Euro an ungedeckten staatlichen Verpflichtungen ein neues „Wirtschaftswunder“ bescheren soll. Es ist ein Verarmungs- und De-Industrialisierungsprogramm.
  • „Das Gutach­ten basiert auf dem Kerngedanken, Deutschland durch öffentliche und private Investitionen zu modernisieren. Der Investitionsstau der letzten Jahre wird aufgelöst. Dabei werden Infrastrukturen wie das Energie­ und das Verkehrssystem grundlegend erneuert und gleichzeitig langlebige Kapitalstöcke wie Gebäude und Industrieanlagen auf den moderns­ten Stand gebracht.“ – bto: Diese simple Simulationsrechnung mit vielen „Ein Wunder geschieht“-Annahmen als „Gutachten“ zu bezeichnen, unterstreicht das gesunkene Niveau der Diskussion zu diesem Thema.  
  • „Diese Studie hat kein Business-as-usual­ Szenario erarbeitet, gegenüber dem man die Mehrinvestitio­nen beziffern könnte, die durch die Entscheidung für Klimaneutralität nötig werden – schließlich ist ein „Weiter so“ angesichts des globalen Handlungsdrucks beim Klima keine realistische Option mehr. Die BDI­ Studie Klimapfade für Deutschland, die von Boston Consulting und Prognos 2018 veröffentlicht wurde, hat dies noch getan und beziffert die Mehrin­vestitionen im 95­ Prozent­ Szenario auf 70 Milliar­den Euro pro Jahr bis 2050. Nimmt man diese Summe an (auch wenn sie angesichts der konservativen Annahmen zum technologischen Fortschritt tenden­ziell zu hoch geschätzt sein dürfte), entspricht sie knapp 10 Prozent der aktuellen Bruttoinvestitions­summe Deutschlands – eine Investitionssteigerung, die angesichts der aktuellen Niedrigzinsphase machbar erscheint.“ – bto: a) Die Frage der Wirtschaftlichkeit muss man sich nicht stellen, weil es keine Rolle spielt. Es ist ja alternativlos. b) Die 70 Milliarden sind „zu hoch“, – als wäre BCG nicht in der Lage, den technischen Fortschritt zu beurteilen und im Zweifel besser als diese Truppe. c) Was sind schon 70 Milliarden? Sind ja nur zehn Prozent der „Bruttoinvestitionen“. Da andere Investitionen dringend auch erforderlich sind, muss es zulasten des Konsums gehen.
  • „Die Schlüsseltechnologien für Klimaneutralität sind bekannt: Es geht um den Aufbau eines komplett auf Erneuerbaren Energien basierenden Stromsystems, das 2050 mindestens 50 Prozent mehr Strom produziert als heute. Beim Straßenverkehr und in der Wärmeversorgung werden voraussichtlich stromba­sierte Lösungen, das heißt Elektromobilität und Wärmepumpen, aufgrund ihrer hohen Effizienzvor­teile global die Leittechnologien. Die effiziente Sanierung des Gebäudebestands und der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft für Industrie, Energie­wirtschaft, Schiffs­ und Flugverkehr sind weitere Kernbestandteile einer solchen Strategie. Als Resultat hat Deutschland 2050 eine erneuerte Strom­ und Verkehrsinfrastruktur, eine zukunftsfähige Wasser­stoffindustrie, einen modernen Gebäudebestand sowie eine Industrie, die in den Zukunftstechnolo­gien im globalen Wettbewerb vorne mitspielt. Diese Investitionen anzustoßen und durch Skaleneffekte Größenvorteile zu erlangen ist Aufgabe der Politik der nächsten Jahre.“ – bto: Wir wissen aber, dass wir uns der physikalischen Effizienzgrenze nähern und neue Technologien brauchen. Sagt Fraunhofer.
  • „Neben der beschleunigten Energiewende können durch einen beherzten Einstieg in die Wasserstoff­ wirtschaft im Industriesektor weitere 17 Millionen Tonnen CO2 gegenüber dem aktuellen Sektorziel eingespart werden. Da ohnehin etwa die Hälfte der zentralen Industrieanlagen der deutschen Grund­stoffindustrie in den nächsten zehn Jahren zur Reinvestition anstehen, gehen hier Klimaschutz und Modernisierung Hand in Hand. Vorreiter könnte die Stahlindustrie sein, in der ans Ende ihrer Lebenszeit kommende Hochöfen durch Direktreduktionsanla­gen ersetzt werden. Voraussetzung hierfür ist eine Politik, die den Aufbau der Wasserstoffwirtschaft strategisch vorantreibt.“ – bto: Wer ist der Hauptkunde der Stahlindustrie? Ja, die Automobilindustrie, die ja nur noch halb so viele und kleine Autos herstellen soll. Warum sollte ein Stahlunternehmen in Deutschland reinvestieren??
  • „Viele Studien zeigen: Der Weg in Richtung Klimaneutralität schafft Wirtschaftskraft und Arbeitsplätze – aber es wird Verschiebungen zwischen Branchen und Regionen geben. Es ist Aufgabe von Politik, Wirt­schaft und Gesellschaft, vor diesem Strukturwandel nicht die Augen zu verschließen oder zu versuchen, ihn zu verlangsamen. Vielmehr geht es darum, die anstehenden wirtschaftlichen Veränderungen aktiv anzugehen, in den betroffenen Regionen neue Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze der Zukunft anzusiedeln, und so allen Betroffenen neue Chancen zu eröffnen.“ – bto: Ja, wer kann besser Arbeitsplätze schaffen als die Politik? Ich wüsste keinen.
  • „Die Studie setzt explizit nicht auf Verzicht als not­wendige Voraussetzung für Klimaneutralität: die Pro­Kopf­Wohnfläche steigt weiter und die Mobilität bleibt vollumfänglich erhalten. (…) Der Indust­riestandort Deutschland erhält sein hohes Produktionsniveau. In der Studie wurde ein mittleres Wirt­schaftswachstum von 1,3 Prozent pro Jahr angenommen.“ – bto: Zum Thema Mobilität gleich noch was die unter „vollumfänglich erhalten“ verstehen. Der Industriestandort bleibt voll erhalten trotz der enormen Belastung? Ja, wir nehmen das einfach mal an! 1,3 Prozent Wachstum bei einer deutlich schrumpfenden Erwerbsbevölkerung? Schon mal nach Japan geblickt? Ein Land, das das BIP pro Kopf deutlich steigert, was uns nur bedingt gelingt? Klar, ich nehme auch an, morgen ist alles toll. „Gutachten“, dass ich nicht lache!
  • Die ökonomischen Effekte der Klima­schutzmaßnahmen wurden nicht explizit untersucht. Studien (z.B. BDI 2018) zeigen jedoch, dass mit internationaler Kooperation ambitionierter Klima­schutz ohne gesamtökonomische Einbußen umsetz­bar sind. Es wurde angenommen, dass temporäre Wettbewerbsnachteile für Unternehmen beim Übergang zu einer klimaneutralen Produktion vermieden oder kompensiert werden.“ – bto: aber die Aussage treffen, es gäbe ein neues Wirtschaftswunder! Das ist Propaganda.
  • „Im Verkehr findet eine Trendwende statt. Die persön­liche Mobilität bleibt vollständig erhalten, aber sie verändert sich. Die Menschen fahren deutlich mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie dem Rad und gehen zu Fuß.“ – bto: Ich gehe gern zu Fuß,  fahre auch Fahrrad. Aber mir jetzt vorzuschreiben, dies mehr zu tun, kein eigenes Auto mehr zu haben, sondern das zu teilen, keine Reisen mehr durch andere Länder im Auto zu machen und dann darüber zu schreiben, „die persön­liche Mobilität bleibt vollständig erhalten“, ist dem Orwellschen Wahrheitsministerium schon sehr nahe.

Fazit:

  • Viele Zahlen: nur eine einzige mit einem Euro-Zeichen und diese auch noch von anderen übernommen.
  • Viele Behauptungen: individuelle Mobilität unverändert, solange man ÖPNV nutzt oder zu Fuß geht.
  • „Neues Wirtschaftswunder“ versprechen, aber die wirtschaftlichen Folgen nicht beachten.
  • Carbon Capture Technologien propagieren, die politisch aber rundweg abgelehnt werden.
  • Der Umbau der Wirtschaft verursacht CO2. Wenn wir neue Gebäude, Bahnlinien, Windkraftanlagen etc. bauen, verursacht das CO2 und das wird völlig ausgeblendet. Also nicht nur die Kosten werden vernachlässigt, sondern auch die Klimafolgen des Umbaus.

→ stiftung-klima.de: Klimaneutrales Deutschland, Oktober 2020

Kommentare (31) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
  1. Avatar
    Michael Stöcker sagte:

    @ JürgenP

    „Nein: vorsorglich wird (von Ihnen ?) der el. Nachheizstab mit ordentlich kW-Power eingesetzt.“

    Der Nachheizstab ist bei mir höchst vorsorglich deaktiviert. Wie bitte schön sollen bei einer Frischwasserstation OHNE Zirkulationspumpe relevante Legionellenmengen entstehen??? Bis das Frischwasser Duschtemperatur erreicht hat (ca. 20 Sekunden), ist das GESAMTE stehende Wasser aus der Rohrleitung bereits in der Kanalisation. Oder kennen Sie jemanden, der bei 23 Grad duscht?

    Bei Mehrfamilienhäusern sind aus Komfortgründen zur Minderung der Leitungswege mehrere dezentrale Wärmetauscher einzuplanen, je nach Größe/Bedarf in Kaskadenschaltung.

    Das eigentliche Problem mit WPs ist mAn vielmehr, dass ca. 85 % aller Systeme falsch geplant und/oder eingestellt sind und somit weit unterhalb des möglichen Effizienzpunktes arbeiten. Es gibt nur wenige Hersteller und insbesondere Installateure, die wirklich Ahnung haben. Aus eigener Erfahrung kann ich auch weiterhin nur diesen Hersteller uneingeschränkt empfehlen: https://www.heliotherm.com/produkte/warmwasserbereitung/frischwassersystem/kategorie/frischwassersystem/

    „Solange Sie Ihre eigene Gesundheit riskieren, dürfen Sie auch weniger als 55°C, damit die Solarthermie und Wärmepumpe überhaupt was bringt.“

    WPs mit Solarthermie machen keinen Sinn. 1. ist eine gute WP schon an sich sehr effizient und somit macht Fotovoltaik idR mehr Sinn und 2. wird im Sommer der Kessel zu heiß, so dass die Frischwasserstation bei hohen Temperaturen verkalkt. Das kann bei 46 Grad nicht passieren. Und Legionellen können bei korrekter Planung mit Frischwasserstation(en) nicht in gesundheitsgefährdender Menge entstehen.

    Weil ich mich mit der Legionellenproblematik eingehend beschäftigt habe, lasse ich übrigens in Hotels die Dusche immer 1 bis 2 Minuten laufen, bevor ich sie nutze.

    LG Michael Stöcker

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      JürgenP sagte:

      @ Michael Stöcker

      So wie sich Ihr Text liest, handelt es sich um eine WP-Lösung für ein EFH. Da können Sie nach Belieben deaktivieren was Sie wollen.

      Viel Spass und gute Nerven, sollten Sie Vermieter zum Beispiel einer neu erworbenen MFH-Wohnung / Ferienwohnung mit dieser Technik sein. Die Probenahmepflicht für dezentrale Anlagen ist im Anmarsch, da kennen die Aufsichtsbehörden kein Pardon. Und der Klimaschutz ist kein Thema für die Gesundheitsämter, genauso wenig wie die Belange einer Volkswirtschaft, wenn Mikroben in der Luft sind.

      Die Prospektaussage „Bakterienhemmend und Schutz vor Legionellen (Durchlauferhitzer)“ zeugt von Unkenntnis. Sie passt auch nicht zur Mitteilung des Umweltbundesamtes vom 18.12.2018, wonach Erkenntnisse vorlägen, dass es auch in dezentralen Trinkwassererwärmern und in den dahinterliegenden Leitungen zu einer Legionellenvermehrung kommen kann:

      https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/374/dokumente/mitteilung_dezentral_tw_erwaermung.pdf

      Etwas ausführlicher hier:

      https://www.sbz-online.de/trinkwasserhygiene/neues-zur-dezentralen-trinkwassererwaermung#:~:text=In%20einer%20Mitteilung%20vom%2018.%20Dezember%202018%20hat,auch%20das%20Umweltbundesamt%20%28UBA%29%20diesen%20Standpunkt%20offiziell%20gekippt.

      Übrigens: die UBA-Mitteilung beschreibt den „Stand der Technik“. Bauträger + Planer + Ausführende + Hersteller sollten das bei ihren Überlegungen zum klimaschützenden Technikeinsatz – zum Beispiel WP-Konzepte – beachten. Ansprüche nach § 634 a Abs. 1 Nr. 2 BGB können Fünf Jahre ab Abnahme des Bauwerks angemeldet werden. Das kann eine lange Zeit sein, insbesondere wenn sich Legionellen schon kurz nach der Abnahme nachweisen lassen. Schadensersatzansprüche von Erwerbern bei Nichtbeachtung des Standes der Technik durchzubringen, d.h. wenn die a.a.R.d.T. nicht genügen (UBA … ), ist ein rel. leichtes Spiel für Baurechtler.

      Ich schreibe das deshalb so ausführlich zu dem Blogbeitrag, weil die Ersteller der Studie unmöglich übersehen haben können, dass ein Riesenproblem für den im großen Stil vorgesehenen WP-Einsatz vorliegt. Damit steht und fällt das gesamte so schön ausgemalte Konstrukt des Klimaschutzes im Gebäudesektor, d.h. die Studie wäre ihr Papier nicht wert !!!

      VG JürgenP

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      • Avatar
        Michael Stöcker sagte:

        @ JürgenP

        Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich sehe die Legionellenproblematik durchaus, bin aber der begründeten Auffassung, dass bei korrekter Planung der Frischwasseranlage keine besondere Gefährdungssituation eintreten kann; zumindest keine höhere Gefährdung als bei normalen Kaltwasserleitungen, die ja ebenfalls in warmen Räumen ein gewisses Gefährdungspotenzial entwickeln können. Das eigentliche Problem: Die meisten Heizungsbauer haben zu wenig Ahnung.

        LG Michael Stöcker

  2. Avatar
    foxxly sagte:

    @ anders 11:21
    42 bill kwh stammt aus dem netz. ich habe nicht die menschliche abwärme gemeint, sondern die abwärme, welche durch diesen strom von den 42 bill. kwh entseht, beim nutzen, also leistungsverlust und direkte leistung licht und kraft.
    zusätzlich wärme bedeutet zusätzliches aufheizen der ozeane. dies bedeutet vermehrte freisetzung von co2 und wasserdampf, – beide sind klimaschädlich. der sonnenzyklus wäre auch zuberücksichtigen. also die ursächlichkeiten können verschieden sein.

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    • Avatar
      Christian Anders sagte:

      Verstehe Ihren Ansatz nicht. Wieso sollte der Strom komplett in Wärme umgesetzt werden? Eigentlich produzieren wir ihn in der Regel, damit er Arbeit liefert, keine Wärme.

      Aber selbst wenn es so wäre, habe ich Ihnen das Verhältnis vorgerechnet.

      Falsch ist auch, dass die Ozeane bei der Erwärmung zwangsläufig netto CO2 freisetzen. Aktuell sind sie trotz Erwärmung netto Aufnehmer von CO2. Einfach, weil die Konzentration in der Atmosphäre an der Wasseroberfläche mitentscheidet, nicht bloß die Temperatur.

      Sowohl Sonnen- als auch Erdbahnzyklen stehen trendmäßig auf Abkühlung. Trotzdem wird es wärmer. Dass sie nicht auf das Klima wirken würden, sagt ja niemand.

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        foxxly sagte:

        @ anders wenn ein strom eine „arbeit “ liefert, dann entstehen, mehr oder weniger stark, reibungen,- selbst die chips und prozessoren heizen sich auf, komisch oder? die stromenergie dürfte sich mit wenig abweichung nahezu vollständig in wärme auflösen/umwandeln , im transport und arbeit!
        @anders, sind sie wasserexperte, chemiker oder physiker? ich bezweifle, dass die aktuellen co2 -luft-konzentrationen so hoch sind( runde 400ppm), dass die ozeane sogar noch co2 aufnehmen. vielleicht in sehr kalten see-bereichen, aber kaum in wärmeren gewässer.

      • Avatar
        Christian Anders sagte:

        @foxxly

        Physiker.
        Der Skill ist nicht, überall „Experte“ zu sein sondern die Studien zu lesen und zu verstehen. Auch ohne Ozeanologe zu sein sehe ich, dass auf der Welt GEMESSEN wird, dass die Ozeane CO2 aufnehmen und nicht abgeben.
        Ihr Zweifel könnte der Anfang eines Erkenntnisgewinns sein, wenn Sie nachschauen würden, ob es Empirie Ihre Fragestellung betreffend gibt.

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    JürgenP sagte:

    @DS
    Mal schnell nachgelesen, ob sich was geändert hat.

    Aha, lt. Seite 29, mittendrin in der Tabelle = Anzahl Wärmepumpen (Mio. Stück)
    • SOLL
    2018 – 1,0
    2030 – 6,0
    > Diff.: 2030-Ende.2018 = 11 Jahre >> 5,0 Mio WP / 11 Jahre = 0,455 Mio./pa. im Mittel
    2040 – 11,0
    2050 – 14,0
    > Diff.: 2030-Ende.2018 = 31 Jahre >> 13,0 Mio WP / 31 Jahre = 0,419 Mio./pa. im Mittel

    • IST
    Lt. „Wärmepumpenticker“ des Bundesverbandes der Wärmepumpenhersteller
    https://www.waermepumpe.de/presse/zahlen-daten/

    2020 – rd. 0,998 Mio Stück (4-stündlich werden es 1 Stück mehr, boa)
    Zuwachs 2019 = 0,086 Mio Stück
    Wachstum 2018 – 2019 = 2,0%

    Da fehlen bis heute schlappe 1 Mio. Stück, müssen also noch auf das Rest-Mittel draufgelegt werden.

    Frage: bis zu welcher Vorlauftemperatur auf der Heizungsseite kann eine Wärmepumpe wirtschaftlich (WIRTSCHAFTLICH) betrieben werden? Antwort: 52°C *). In der Kaskade der Temperaturübertragung von dem Verdichter einer Wärmepumpe bis zur Dusche eines Mieters, liegt ein hygienisches Problem. Denn: mit 52°C Ausgangs der WP kann keine Mindesttemperatur von 55°C im Warmwassernetz geliefert werden. Man muss also kräftig nachheizen. Der eine nimmt teuren Strom, der andere die Brennwerttherme. Beides ruiniert die Wirtschaftlichkeit des Versorgungssystems.

    Es ist also die Frage, ob Wärmepumpen überhaupt zur Beheizung eines Gebäudes im großen Stil zum Einsatz kommen werden.

    Kommen sie nicht zum Einsatz, z.B. weil es nicht zulässig wäre, eine bestimmte Temperatur, die Wärmepumpen unzuträglich ist, zu unterschreiten, so bricht das ganze Effizienzkartenhaus des Sektors „Gebäude“ von vorn herein zusammen. Und nicht nur dieser Sektor wäre betroffen, auch andere Annahmen der gerechneten Szenarien fallen zusammen oder wären hinsichtlich der gerechneten Effizienzwerte stark betroffen.

    Denn die WP-Technik soll noch zu erfindende regenerative Versorgungssysteme „koppeln“, bei denen man schon mal in weiser Voraussicht die Niedertemperaturen in Gebäuden, Quartieren und Regionen für die Erfindung voraussetzt. In einer großen deutschen Stadt wurde der Versuch gestartet zig-tausende Wohnungen mit einer Ausweichtechnik mit niedrigen Temperaturen zu betreiben. Hier beschäftigen sich bereits die Aufsichtsbehörden mit der „Angelegenheit“. Schadensersatzansprüche für hygienische Ruinen ohne Ende … **)

    *) die Freunde der Hochtemperaturwärmepumpen, die angeblich 70°C und mehr schaffen, sollten sich jetzt schon auf ihre Abwrackszenarien einstellen …

    **) besser ist es, auf „Hygieneprobleme“ hinzuweisen beim Versuch zu verkaufen, das Desaster steht ja in jedem WEG-Protokoll …

    Es wird in der Studie – wider besseren Wissens ??? – mit Zahlen für eine entscheidende Effizienztechnologie operiert, die heute schon obsolet sind.

    Wer soll mit einem solchen Papier beeindruckt werden?

    [Komm, packen wir die Sachen und suchen uns einen anderen Planeten. So wird das nix].

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      Michael Stöcker sagte:

      @ JürgenP

      „In der Kaskade der Temperaturübertragung von dem Verdichter einer Wärmepumpe bis zur Dusche eines Mieters, liegt ein hygienisches Problem.“

      Die Lösung lautet: Frischwasserstation!

      Habe ich sehr erfolgreich seit fast 20 Jahren im Einsatz.

      LG Michael Stöcker

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        JürgenP sagte:

        @ Michael Stöcker
        Trinkwarmwassererwärmung im Einfamilienhaus mit zentralen Durchflusserwärmern bei Temperaturen unter 55°C, z.B. bei 44°C – damit die WP optimal im COP läuft – zu betreiben ist rechtlich kein Problem, denn der Staat erlaub es Ihnen sich selbst zu gefährden (eine dazu passende Studie existiert). Bei bei eigenen Kindern, Schwiegermüttern oder Besuchern kann es schon komplizierter werden mit der Erlaubnis.

        Wenn dasselbe Konstrukt im Mehrfamilienhaus mit <55°C im zentralen WW-System betrieben wird, hängt es von den Eigentumsverhältnissen bzw. der tatsächlichen Nutzung ab. Alle Bewohner = Eigentümer, dann: wie oben. Ein einziger Mieter macht die Sache richtig interessant: der Verwalter steht voll in der Haftung nach TrinkwV, der/die Eigentümer = Vermieter der Wohnung ebenso. Haftung heißt hier Strafrecht, schon bei Latenz einer Gefährdung, immerhin reden wir über Lebensmittel Nr. 1. Latenz ist bei Unterschreitung der Mindesttemperatur nach a.a.R.d.T. von 55°C anzunehmen.

        Weil das alles nicht so lustig ist, wird besser die Temperatur hochgedreht auf min. 55°C. Am zentralen Durchflusserwärmer sind es dann im Vorlauf rd. 60°C und die WP verabschiedet sich in den Ruhestand. Nein: vorsorglich wird (von Ihnen ?) der el. Nachheizstab mit ordentlich kW-Power eingesetzt. Nun werden Temperaturverluste und die Mikrobiologie weggeheizt, ebenso die Energieperformance.

        Dieser Sachverhalt ist ein so alter Hut, dass es schwer nachvollziehbar ist, wenn er nicht wenigstens als „Fußnote“ in dem „Gutachten“ erscheint: eventuell so: „Die ausgewiesene Anzahl der Wärmepumpen reduziert sich um 90% bei Anhebung der Systemtemperaturen von angenommenen 45°C auf 55°C“. Tja, das war’s dann mit dem Klimaschutz …

        Aber damit kann die Abteilung Klimarettung in der WP-Industrie nicht unbedingt punkten.

        Vielleicht läuft die Angelegenheit ganz so wie die ungelesene Fussnote 11 in Anlage 4 in der berühmt-berüchtigten Bundestagsvorlage 17-12051 zum Thema Pandemiegefahr: erst „übersieht“ die Politik die Feinheiten, dann erscheint eine Berliner Rettertruppe, um den Schlamassel wegzubazooken.

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        ruby sagte:

        @ Jürgen P.
        Der Anschluß in den Kreislauf der Trinkwasserversorgung ist doch in dieser „Studie“ sicher nicht rechtlich belegt, das kann nur die zuständige Trinkwasserbehörde!

      • Avatar
        JürgenP sagte:

        @ ruby
        Ich hoffe der Link zu diesem Vortrag beantwortet Ihre Frage, und gibt auch einen Hinweis, welche Temperatur nach a.a.R.d.T. angesagt ist:

        https://www.fh-muenster.de/egu/downloads/seminar_symposium_workshop/2007/symposium07/mathys.pdf

        Solange Sie Ihre eigene Gesundheit riskieren, dürfen Sie auch weniger als 55°C, damit die Solarthermie und Wärmepumpe überhaupt was bringt. Da sagt auch kein Gesundheitsamt etwas zu. Momentan sowieso nicht, die müssen erst mal den Corona-Scherbenhaufen räumen. Klar, man kann als Energetiker schon mal so eine Studie übersehen, um die Zahl der zukünftigen WP’s im Lande nach Belieben hochrechnen zu können.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @ JürgenP
        Die Übersicht mit den Schritten&Maßnahmen ist sehr informativ.
        Und die Praxisfälle erschreckend.
        Meine Solaranlage heizt den Speicherkessel sehr heiß auf über 70° im Sommer. Die Durchlauferhitzertemperatur bleibt über 50° fix.
        Zu den Techniken
        https://www.energie-experten.org/heizung/heizungstechnik/pufferspeicher/frischwasserstation
        Demnächst steht eine neue Gasbrennwerttherme zur Investition, ist mit dem Sanitätmeister konservativ abgeklärt. Beim Nachbarn hatten die Marder Vergnügen an den Gummizuleitungsmanschetten der Solarelemente🐾
        Eine informative einleitende Darstellung aus NRW zur Wasserversorgung noch für Interessierte
        https://www.umwelt.nrw.de/umwelt/wer-macht-was/wer-macht-was-trinkwasser

        Danke für das Wissen

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    weico sagte:

    Kleine „Remembering“ für ALLE Wirtschafts-Pessimisten und „Dauerjammerer“.

    „Chinas Online-Riese Alibaba hat während der größten Rabattschlacht der Welt einen Verkaufsrekord erzielt.
    Wie der Konzern am Mittwoch eine halbe Stunde nach dem offiziellen Start in einem Zwischenstand mitteilte, verkaufte er im Rahmen des „Singles Day“ Waren im Wert von 372,3 Milliarden Yuan (etwa 47,7 Milliarden Euro).“

    https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/34-singles-day-34-in-china-alibaba-verkaufsrekord-bei-weltgroesster-rabattschlacht-alibaba-aktie-unentschlossen-9499509

    Nur weil im kleinen Europa langsam der „Ofen“ ausgeht,sollte man nicht vergessen,dass in China der „Ofen“ erst langsam angezündet wurde.Die Chinesen WOLLEN MINDESTENS den gleichen Lebensstandard haben wie im WESTEN.Sie werden ALLES daran setzen,schon rein aus demNATIONALSTOLZ heraus (man vergessen nicht,wass SOLCHER bewirken kann) um dieses Ziel zu errreichen bzw. zu übertreffen.

    USA,mit ihrem neuen Präsidenten Biden, will 2 Billionen in erneuerbare Energie investieren. Europa ist,mit Milliardengeldern ,ebenfalls auf der „grünen Welle“ .China will ,ebenfalls mit Millardenbeträgen,mitmachen ..usw.
    Wer diesen GLOBALEN Trend nicht zu nutzen weiss…ist schlicht ein IDI.T und soll ruhig jammern und „Schuldige“ suchen..

    Als Investor JETZT die BESTE Zeit, um richtig „Kohle“ zu machen .

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    • Avatar
      Lele Castello sagte:

      Solange nicht klar ist wie das mit dem Präsidenten da ausgeht, würde ich mich defensiv verhalten. Aber ich gebe Ihnen recht Crashproheten und Dauerpessimisten sind langweilig und mir ein graus.

      Alibaba mit ihren Bilanzpraktiken ist da ein schlechtes Beispiel, da find ich als Ponsisystem Bitcoin besser.

      Antworten
    • Avatar
      Dietmar Tischer sagte:

      @ weico

      Sie sind einer der Klugen im Lande, die anscheinend etwas vom „Kohlemachen“ verstehen, allerdings nicht nachdenken, was zu tun ist, wenn Sie welche gemacht haben. Jedenfalls haben Sie uns das nicht wissen lassen.

      Ich bemühe mich jetzt mal für Sie:

      Sie MÜSSEN etwas tun mit der „Kohle“, die sie gemacht zu haben.

      Sie zu machen ist schließlich kein Selbstzweck.

      Was also?

      a) Sie wollen in der Kohle baden wie weiland Donald Duck. Ist hierzulande erlaubt, Sie müssen aber damit rechnen, dass irgendjemand den Stöpsel zieht, die Kohle abfließt und sie nackt in der kalten Badewanne liegen.

      Dann doch lieber

      b) sie hauen die Kohle raus wie wild. Was ist aber, wenn Sie hierzulande irgendwann auf Stroh beißen müssten, weil die Pessimisten vielleicht doch Recht haben und mit dem Umverteilungshammer zeigen, wo es langgeht?

      Daher logisch:

      Ab nach China.

      Sie haben ja schon richtig erkannt:

      Dort wird der Ofen gerade erst angezündet.

      Lernen mit Stäbchen zu essen, können Sie auch hier, kein Problem.

      Hierzulande NOCH nicht lernen können Sie, was Sie in China beherrschen MÜSSEN als sozial anerkannter Mensch:

      Eine App herunterladen, mit der Sie Punkt sammeln oder verlieren können.

      Diese haben einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Lebensqualität.

      Wenn Sie also beispielsweise in China vierlagiges Toilettenpapier mit Ihrer Kohle einkaufen wollen, ihre App aber sagt, dass bei maximal dreilagig Schluss ist, sieht es nicht gut für Sie aus in China.

      Denn ein solches Verhalten gefiele dem Zentralcomputer in Peking überhaupt nicht. Und glauben Sie ja nicht, dass sie den austricksen können. Alle paar Meter eine Kamera und Algorithmen für Gesichtserkennung lassen Ihnen keine Chance, den Punkteabzug zu vermeiden.

      Deshalb nachdenken:

      Vielleicht ist besser, hierzulande mal die Füße hochzulegen und in ein veganes Schnitzel zu beißen als dauernd Kohle zu baggern?

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        Heinz sagte:

        Dagobert Duck heißt der Knilch, der im Geld schwimmt. Donald ist sein armer Neffe, mit ständigen Geldproblemen, der für den alten Duck die Drecksarbeit erledigt und außerdem mit Obsorgepflichten für 3 Minderjähigen und einer zickigen Freundin geschlagen ist. Also fast das Ebenbild des deutschen Michels, außer dass sich jener ob seiner misslichen Lage eine cholerische Attitüde zugelegt hat;-)

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Heinz

        Danke für die Berichtigung.

        Ich komme mit den USA einfach nicht mehr klar …

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    Dietmar Tischer sagte:

    Eine hübsche Fingerübung, wie diese „Studie“ auseinandergenommen wird.

    Wer ein wenig im Thema steckt, macht das auf dem Weg zum Klo.

    Bemerkenswert finde ich, wer alles an dem Papier gestrickt hat.

    Wie das Impressum ausweist, ist mit „Erstellt durch“ auch die Prognos AG dabei.

    Sie mit vier promovierten Mitarbeitern.

    Insgesamt werden im Impressum 15 Beteiligte genannt, die eine Promotion erfolgreich abgeschlossen haben.

    Bemerkenswert auch, dass der „Technische Steuerungskreis“ mit 11 Personen besetzt ist. Zwei davon haben promoviert.

    Für WAS das Ganze?

    Für uns ALLE, wie ausdrücklich gesagt wird:

    >Es ist Aufgabe von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, …>

    Wissenschaft als APPELL, alle an einem Strang zu ziehen und zugleich als praktizierte DURCHSETZUNG, wenn ich richtig deute, was die Aufgabe eines „technischen Steuerungskreises“ ist.

    Das ist nicht nur ein Armutszeugnis für den „Wissenschaftsstandort Deutschland“, die Akteure, die mit „wissenschaftlicher Befähigung“ sich für dieses Pamphlet hergeben (und dies vermutlich mit dem besten Gewissen der Welt, weil endlich einmal NUR Positives verwirklicht werden kann), sondern auch eines für UNS als BETROFFENE, die damit konfrontiert und eingestimmt werden sollen – und diese Traktat auch noch FINANZIEREN (müssen).

    Das ist NICHT genau Orwell, aber schon ein gutes Stück bei Orwell, allerdings mit der VERFEINERTEN Methodik eines Demokratischen Rechtsstaats:

    LEGITIMIERT durch mehrheitlich gewählt und gewollt – Widerstand nicht nur NUTZLOS, sondern es wäre auch ein WIDERSPRUCH letztlich vieler, wenn sie sich dagegen wehren würden.

    Fazit:

    Zwar unsäglich dumm, aber STIMMIG auf dem Weg in den neuen KOLLEKTIVISMUS.

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    Al sagte:

    „…, glücklicherweise ohne die menschlichen Verluste.“
    Woher wollen Sie das wissen? Ein wirtschaftlicher Abstieg, oder sogar ein Systemkollaps, würde zwangsläufig zu massiven gesellschaftlichen Verwerfungen führen. Die Folgen davon können wirklich schlimm werden.

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    markus sagte:

    „Aber mir jetzt vorzuschreiben, dies mehr zu tun, kein eigenes Auto mehr zu haben, sondern das zu teilen, keine Reisen mehr durch andere Länder im Auto zu machen und dann darüber zu schreiben, „die persön­liche Mobilität bleibt vollständig erhalten“, ist dem Orwellschen Wahrheitsministerium schon sehr nahe.“

    Mit Verlaub: Das stimmt nicht. Man müsste nur das Ausweiten, was jetzt schon existiert. Wenn 90+% der Bevölkerung verarmt sind, wird das Individualverkehrsaufkommen im eigenen Auto und Fernreisen, ja auch allgemein Urlaubsreisen drastisch reduziert werden. Da braucht es nichts Orwellsches. Die Reichen dürfen das natürlich nicht überkompensieren.

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    H. Hoffmeister sagte:

    Herr Dr. Stelter,
    das schlaglichartig vorgestellte „Gutachten“ ist derart hanebüchen, dass eine Diskussion sinnlos ist. Was mich nur immer wundert, dass angenommen wird – auch von einem klugen Kopf wie Ihnen -, dass die „Wissenschaft“, die den anthropogenen Klimawandel als abschließend bewiesen und katastrophal darstellt, sich in ihrer Güte von dem besprochenen Gutachten fundamental unterscheidet. Ich muss gestehen, dass den Erfindern des „AGW“ ein Meisterstück gelungen ist, insbesondere dahingehend, dass die katastrophale Wirkung – und damit Beweisbarkeit – ins Jahr 2050ff verlegt wurde und damit nach den voraussichtlichen Sterbedaten der Verkünder. In der Anfangszeit der „AGW“-Apokalypse haben sich die „Klimaforscher“ unvorsichtigerweise noch auf Prognosen innerhalb von wenigen Jahrzehnten festgelegt (Versteppung Land Brandenburg, Gletscherfreiheit des Himalaya etc.pp).
    Wie dem auch sei, Ihre Beschäftigung mit dem Wuppertaler Gutachten zeigt, dass die dort vorgestellten Annahmen jeglichen ökonomischen Erfahrungen und empirisch gefundenen Zusammenhängen widersprechen. Also benötigen wir nicht nur im Bereich der Geowissenschaften eine Anpasssung der Realität an die ideologische Vorgabe, sondern auch im Bereich der Wirtschaftswissenschaften. Das MMT-Thema ist in gewisser Weise ein Analogon zum AGW und könnte die wirtschaftswissenschaftliche Fundierung eines modernen Sozialismus darstellen. Ein geschlossenes postfaktisches Weltbild ist in der Entstehung begriffen, dass ich das noch erleben darf !

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      Richard Ott sagte:

      @H. Hoffmeister

      “ Ein geschlossenes postfaktisches Weltbild ist in der Entstehung begriffen, dass ich das noch erleben darf !“

      So ist das im Sozialismus immer. Die dafür benötigten ideologietreuen Pseudowissenschaftler werden vom System herangezüchtet. Das bringt uns dann so interessante neue „Forschungsrichtungen“ wie nationalsozialistische Rassenlehre, Lyssenkoismus oder postmoderne marxistische „Kritische Rassentheorie“. Interessant wird es dann wieder, wenn das geschlossene falsche Weltbild an der Realität zerschellt.

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        namor sagte:

        @ott
        „Interessant wird es dann wieder, wenn das geschlossene falsche Weltbild an der Realität zerschellt.“

        Zerschellt ist man die zwei Mal in den letzten hundert Jahren nicht an der Realität, sondern an einen mächtigeren (angelsächsichen) Gegner und dessen Weltbild. Ein „geschlossenes falsches Weltbild“ kann über Jahrhunderte stabil existieren, auch ein sozialistisches, dazu Igor Schafarewitschder die Geschichte der sozialistischen Ideen rekonstruierte.

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    Sven sagte:

    Ob man sich als Ökonom die Zeit nehmen sollte, eine ideologische Studie auseinander zu nehmen, halte ich doch eher für ein Zeichen von Schwäche, da Sie hier zwar alle Punkte von kritisieren können, aber, wie so oft bei Ihnen, keine Ansätze wie es besser gemacht werden könnte, liefern. Ihre Geschichte von der Atomkraft, die Sie letztens als Lösung angebracht haben, hat auch nicht wirklich gezündet und die finanziellen Probleme, die viele Staaten mit der Entwicklung von neuen Meilern haben, sollten Ihnen als Ökonom eigentlich zu denken geben.

    Was mal wirklich interessant wäre, wäre Ihre Meinung zu folgender Aussage, die ja ihre Thesen das die Energiewende ein Kostenfresser ist, unterstützt:
    https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0239520

    Aber bitte keine ideologisch verfärbten Studien mehr erwähnen, die nur die Meinung von Ideologen wiedergeben.

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    Ernst Ziekon sagte:

    Es hat zweier Weltkriege bedurft, um den Deutschen ihren Militarismus und Revanchismus auszutreiben. Das zeigt die Größenordnung des Schmerzes, bis kollektiv ein kollektives Dogma verschwindet.

    Es erscheint mir eine deutlich sinnvollere Verwendung eigener Lebenszeit zu sein, sich auf ein Auswandern vorzubereiten, als zu versuchen, gegen die Windmühlen des Zeitgeistes kämpfen zu wollen.

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    foxxly sagte:

    ich denk, dass die klimaziele garnicht so ehrenwert sind. es geht um einen gewaltigen umbau der wirtschaft, weil die wachstumsgeschwindigkeit in der potential-funktion, an seine grenzen stößt. die klima-euphorie fällt in deutschland auf besonders fruchtbaren boden, weil D immer schon für alles, eine vorschnelle begeisterung entwickelt. es ist schon arrogant/hochnäsig/anmaßend den anderen ländern den klimawandel auf zu nötigen. die anderen lachen sich erstmal kräftig ins fäustchen: sie übernehmen gerne die marktanteile, die deutschland in ihren klima-rausch, verliert. na, vielleicht steckt auch ein kalküll dahinter? (in china zb. geht jeder woche ein neues kohlekraftwerk in betrieb!)
    der umbau der wirtschaft um c02 neutralität zu erreichen, erfordert zuerst mal gewaltige freisetzung von co2 um später die technik einsetzen zu können. dies ließe die ziele bis 2030 sicher platzen. dieses ziel vorausgesetzt, würde es unsere wirtschaft stark abwürgen; – da ständig mit angezogenen handbremse gefahren werden müsste.
    es stellt sich auch die grundsatzfrage, ob die erderwärmung nicht doch auch von anderen einflüssen genauso oder stärker beeinflusst wird? dann laufen unsere behühungen ziemlich ins leere.
    die wirkung der co2 -senkung sei erstmal dahin gestellt; – um die senkung zu erreichen, müsste die gesamt welt-wirtschaft sich vielleicht mehr als halbieren.
    dies ist mit diesen kreditgeldsystem, welchen den zwingenden wachstum systemisch insich trägt, niemals möglich.
    ja, vielleicht gehört die corona-krise zu eine plan, die wirtschaft weltweit zu reduzieren?? ich würde es zumindest nicht ganz ausschließen.
    aber eine gedrosselte wirtschaft, hat weniger kapitalbedarf. es wird aber mit noch mehr krediten zugeschüttet.
    jedenfalls haben alle lösungsversuche der vergangenheit, hinterher noch größere probleme hinterlassen.
    die rettungs-kredite und der umbau zur klimaneutralität, werden uns nicht retten vor dem nahenden systemcrash; – ausgelöst durch den wachstumszwang aus dem kreditgeldsystem.

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      Christian Anders sagte:

      @foxxly

      „es stellt sich auch die grundsatzfrage, ob die erderwärmung nicht doch auch von anderen einflüssen genauso oder stärker beeinflusst wird?“

      Wenn man die Frage ernsthaft beantwortet, lautet die Antwort:
      a)Wärme ist Energie und man hat NIE eine andere Energie in der zur Erderwärmung passenden Größenordnung messen können, als eben jene zusätzlich akkumulierte Sonnenenergie, die durch zusätzliche Treibhausgase im System gestaut wird. Die messbaren Mengen passen zur Erwärmung.

      b) Da zwingend Energieerhaltung gilt, ergibt sich ein zusätzliches Problem, nähme man eine weitere starke Quelle der Erwärmung an: In diesem Moment hat man keine Erklärung mehr, wie die bereits vorhandene Energie aus a) wirkt. Sie ist aber da und kann qua bekannter Physik nicht nicht erwärmend wirken (doppelte Verneinung beabsichtigt).

      Daraus folgt zwingend, dass man eine neue, andere Physik bräuchte, wenn CO2 (bzw. infrarotaktive Gase grundsätzlich) nicht den ihm zugeschriebenen Effekt hätte.
      Das ist das Problem bei Grundsatzkritik am Mechanismus des Treibhauseffekts: Wäre sie stimmig, wäre die bekannte Physik dahin. Ein über Jahrhunderte empirischen Erkenntnisgewinns gewachsenes Theoriegebäude mit exzellenter Erklärkraft für fast alles, was wir heute tun und beobachten, wäre durch ein völlig anderes und dennoch gleich erklärkräftiges Theoriegebäude zu ersetzen.

      Oder als Frage formuliert: Wieso gilt etwas, dass noch nie falsifiziert werden konnte, für den „Spezialfall“ CO2 in der Erdatmosphäre nicht?

      Das wäre dann die Grundsatzfrage. Meine Antwort darauf kennen Sie.

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        foxxly sagte:

        @ ch anders
        frage. zb.,in wie weit sind die die berechnungen von co2 als klimakiller nicht nur bei seiner entstehung drinn, sondern ach bei der anwendung der technik und strom. die berechnungen dürften einschließen, die herstellung von strom etc. aber auch die anwendungen?? denn hierbei wird in etwa die gleiche mengen an energie in form von wärme frei, als diese beim erzeugen. wir sprechen etwa von runden 42 bill. kwh jährlich

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        Christian Anders sagte:

        Man weiß hinreichend genau, welche Abwärme die Menschheit erzeugt. Es ist ein – pardon – Fliegenschiss.

        Die zusätzliche Leistung durch zusätzliches CO2 beträgt ca. 2 W/m², bei einer Erdoberfläche von grob 510 Billionen Quadratmetern. Ein Jahr hat 8760 Stunden. Sind 2*510*8760*10^12[Wh] = ca. 9.000 Billionen [kWh].

        Ihre Zahl war 42 Billionen [kWh].

        42/9.000 = 0,47%

        Das wäre nicht viel. Zusätzlich weiß ich nicht, wo die Zahl 42 Bill. bei Ihnen herkommt. Ich kenne niedrigere Werte, was die Prozentzahl noch mal verkleinern würde. Gibt es dazu eine Quelle?

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Christian Anders

        >Wieso gilt etwas, dass noch nie falsifiziert werden konnte, für den „Spezialfall“ CO2 in der Erdatmosphäre nicht?>

        Grundsätzliche Antwort für echte Erklärungsprobleme (nicht CO2-Erklärungsproblen):

        Der empirische Spezialfall X kann mit dem noch nie falsifizierten Theoriegebäude NICHT erklärt werden.

        Daher:

        Ein NEUES Theoriegebäude ist GERECHTFERTIGT.

        Soweit O.K.

        Aber – und daran zeigt sich das KURZSCHLÜSSIGE aller Besserwisser:

        Das neue MUSS das erklären können, was das alte erklärt hat – und zwar ausnahmslos ALLES, was das alte erklärt hat.

        Das wird „vergessen“.

        Das – ein MEHR der Erklärung (alle alten + neues Phänomen) – ist die notwendige Bedingung für ein überlegenes Theoriegebäude.

        Ist sie auch hinreichend?

        Erdachtes Problem:

        Wenn das neue Theoriegebäude die empirischen Phänomene, die das alte auch erklärt hat, SCHLECHTER als dieses erklärt, z. B. nur teil- oder zeitweise, also nicht mehr allgemein, dann wird es schwierig zu bestimmen, welches überlegen ist.

        Ich würde sagen:

        NICHT bestimmbar, daher zuvor nur notwendige Bedingung.

        Das erdachte Problem ist m. A. n. hypothetisch, was die Naturwissenschaften betrifft, vermutlich nicht wirklich denkbar, weil in der EMPIRIE noch nie aufgetreten.

        Aber abstrakt, also abseits aller empirischer Realität ist es denkbar, aber damit natürlich auch irrelevant.

        Und DAMIT:

        Obige als notwendig bezeichnete Bedingung ist auch die hinreichende.

        Sehen Sie das auch so?

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