Hans-Werner Sinn: eurozone doomed to ‚decade of crises‘

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Die Thesen von Hans-Werner Sinn sind uns in Deutschland wohlbekannt. Umso bemerkenswerter, dass die angelsächsische Presse ihm anlässlich seines neuen Buches entsprechend prominent Platz einräumt. Der Telegraph lobt ihn als einen der einflussreichsten Ökonomen Europas und fasst die Kernaussagen gut zusammen: Europa steht vor der nächsten (dritten!) Rezession (oder gar Depression). Die Russlandsanktionen treffen Deutschland, aber die Peripherie damit auch. Frankreich steht vor enormen Sanierungsaufgaben, ohne die der Euro wohl nicht zu retten ist. Der Anteil der Industrie am BIP hat sich dort halbiert und die Beschäftigung im öffentlichen Dienst entsprechend erhöht. Folge: Ein Viertel der Beschäftigung ist im öffentlichen Sektor, doppelt so viel wie in Deutschland. Zwar sollte Deutschland etwas Inflation zulassen, um den Anpassungsprozess zu fördern. Allerdings wird das nicht genügen, da 70 Prozent Inflation erforderlich wäre, um die Wettbewerbsunterschiede wieder auszugleichen. Deshalb bleibt Sinn bei seiner Forderung, (temporäre) Euroaustritte zuzulassen und Schulden abzuschreiben. Ein Mehr an Integration wäre notwendig, so Sinn. Aber er räumt ein, dass genau dies immer schwerer zu realisieren ist, je länger die Krise andauert.

The Telegraph: Hans-Werner Sinn: eurozone doomed to ‚decade of crises‘, 4. Oktober 2014

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