Forderung des WEF-Chefs: Globale „Insti­tu­tionen“ statt Demo­kratie?

Nach meiner Replik auf Thomas Frickes Forderung nach einer Reform des Kapitalismus habe ich eine Vielzahl von Zuschriften bekommen. Auf Twitter wurde ich gefragt, was ich denn von den Aussagen von Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums (World Economic Forum, kurz WEF) in Davos, zu dem Thema hielte. Dieser hätte sich im Interview mit der ZEIT geäußert. Daraufhin bot ich an, dieses Interview zu lesen und auf bto zu kommentieren.

Gesagt, getan:

Dazu muss man wissen, dass Schwab ein Buch geschrieben hat: The Great Reset“. Da denke ich natürlich an die Lösung der Euro- und Schuldenkrise. Aber Schwab denkt wohl an den Umbau der Weltordnung, die ihn erst so erfolgreich gemacht hat.

  • ZEIT ONLINE: (…) Die Zeit nach der Pandemie werde eine Phase massiver Umverteilung einleiten von den Reichen zu den Armen und von Kapital zu Arbeit, schreiben Sie. Das hört sich eher nach Linkspartei an und weniger nach Weltwirtschaftsforum.“ – bto: Man muss keiner linken Partei angehören, um zu erkennen, dass es in einigen westlichen Ländern mehr Umverteilung braucht. Siehe USA. In anderen findet sie schon statt, siehe Schweden und Deutschland. Abgesehen davon haben wir weltweit in den letzten Jahrzehnten die Ungleichheit reduziert. Globalisierung sei Dank. Im Westen wird allein die Demografie für steigende Lohnquoten sorgen.
    Klaus Schwab: (…) Derzeit sind wir mit zwei riesigen Herausforderungen konfrontiert: die zunehmende Kluft zwischen Arm und Reich, auf nationaler und internationaler Ebene, sowie die Klimakrise. (…) Wir brauchen ein Wirtschaftssystem, das widerstandsfähiger, inklusiver und nachhaltiger ist.“ – bto: Ich nenne das „Anbiedern“ an den Zeitgeist. Warum? Weil diese Aussage so nicht stimmt. Auf internationaler Ebene ist es gleicher geworden und auf nationaler ungleicher. Nach Umverteilung ist das in Europa weitgehend und in Deutschland völlig korrigiert. Die „Klimakrise“ bedarf einer marktwirtschaftlichen Antwort, um nicht wirklich zu einer Krise zu werden – und zwar auch zu einer sozialen. Letztlich ist unser System sehr widerstandsfähig, denn das Corona-Chaos ist wohl nicht der Wirtschaft geschuldet. 
  • ZEIT ONLINE: Die Corona-Krise ist für Sie der Todesstoß für den Neoliberalismus. Was meinen Sie damit?“ – bto: Wir haben in der EU Staatsquoten um die 50 Prozent. Neoliberalismus? Wenn, dann trifft diese Aussage für Großbritannien und die USA zu.
    Schwab: Landläufig wird unter Neoliberalismus ein ungeregelter, ungehemmter Kapitalismus verstanden. Und gerade die Länder, die diese Strategie am stärksten vorangetrieben haben – beispielsweise die USA und Großbritannien – werden von Corona mit am härtesten getroffen. Die Pandemie hat somit einmal mehr gezeigt: Der Neoliberalismus in dieser Form hat ausgedient.“ – bto: Und warum in aller Welt erzählt er es nicht dort, sondern in der ZEIT, die das dann so darstellt, als hätten wir das Problem auch? Und: Wenn ich mir die Fallzahlen anschaue, sieht es in Frankreich, dem Vorreiter der staatlichen Planwirtschaft, nun auch nicht wirklich gut aus.
    Schwab: Ich bin davon überzeugt, dass wir den Kapitalismus neu definieren müssen. Wir dürfen nicht nur das Finanzkapital berücksichtigen, sondern auch das Sozialkapital, das Naturkapital und das menschliche Kapital. Unternehmen, die heute erfolgreich sein wollen, müssen alle diese Komponenten in ihre Strategie einbeziehen. Vor allem, weil wir es mit einer jungen Generation zu tun haben, die sich viel stärker der negativen Folgen eines Kapitalismus und einer ungehemmten Globalisierung bewusst ist. Es muss ein Umdenken stattfinden.“ – bto: Oh wow, angesichts eines massiven demografischen Rückgangs, den wir durch Migranten mit geringem Qualifikationsniveau nicht auffangen können, müssen wir uns jetzt also mehr um die wenigen qualifizierten der kommenden Generation kümmern. Dazu brauche ich aber keinen Hinweis von Herrn Schwab, ein Blick auf die Zahlen je Jahrgang genügt. Klar ist, dass diese hoch umworben sein werden mit steigenden Löhnen – ob nun in Geld oder in Freizeit.
    Schwab: Nein, der Kapitalismus ist nicht das Problem. Ich bin davon überzeugt, dass die unternehmerische Kraft jedes Einzelnen die Triebfeder für echten Fortschritt ist – und nicht der Staat. Aber diese individuelle Kraft muss in ein System von Regeln eingebettet werden, das ein Überborden in die eine oder andere Richtung verhindert. Diese Funktion muss ein starker Staat erfüllen. Der Markt löst allein keine Probleme. Ich plädiere nicht für eine Systemänderung. Ich plädiere für eine Systemverbesserung.“ – bto: Der Markt löst schon mal das wichtigste Problem: die Allokation knapper Ressourcen. Wer das nicht weiß und dies, obwohl er seit Generationen mit Managern zu tun hat, sollte nicht so unhinterfragt argumentieren dürfen. Der Markt ist der große Problemlöser. Nur gefällt uns das effiziente Ergebnis – aus guten Gründen – nicht immer. Dann muss korrigiert werden, und zwar nur in drei Bereichen: 1. Sicherstellung fairen Wettbewerbs, 2. Internalisierung externer Kosten, 3. Umverteilung des Wohlstandes, um jene, die im Markt nicht bestehen können, zu schützen.
  • ZEIT ONLINE: Sie fordern in Ihrem Buch den großen Neuanfang. Derzeit gibt die Politik aber vor allem Geld aus, um das alte Wirtschaftssystem am Leben zu erhalten. Ist das nicht die falsche Politik?“ – bto: Wieso ist es falsch, ein hochfunktionsfähiges System zu erhalten, das durch mangelnde Vorsorge der Politik in eine Krise gestürzt ist? Welches System hätte denn die ZEIT stattdessen gerne? Den Sozialismus à la DDR oder Venezuela? Es ist eine Schande, wie hier innerhalb einer Frage argumentiert wird.
    Schwab: Zunächst einmal müssen wir natürlich dafür sorgen, dass das System nicht kollabiert, ansonsten gehen zu viele Arbeitsplätze und zu viel Wirtschaftskraft verloren. Aber die Stabilisierung muss in die richtige Richtung gehen. In Deutschland müssen beispielsweise grüne Investitionen angeschoben und die Digitalisierung vorangetrieben werden.“ – bto: Das kann man so stehen lassen, natürlich hilft es, in die Zukunft zu investieren. Allerdings ist es eine Frage, wie es gehen soll, mit Investitionen ein Ziel zu erreichen, das schwer zu erreichen ist (Klimaneutralität), ohne dabei zugleich einen Abbau an Arbeitsplätzen hierzulande zu bewirken.
  • ZEIT ONLINE: Die Bundesregierung beteiligt sich dagegen lieber an der Lufthansa, ohne große Auflagen. Ein falscher Schritt?“ – bto: Was sagt man dazu? Zum einen sind die Konditionen sehr teuer, fast schon wie von einem Hedgefonds, was zur Frage führt: Was ist der Sinn davon? Ich denke, es wäre besser gewesen, wenn die Lufthansa Insolvenz in Selbstverwaltung gemacht hätte. Und wenn es darum geht, Auflagen zu machen, die das Geschäft beschränken, wie Verbot innerdeutscher Flüge, welches bekanntlich null Auswirkungen auf das Klima hat, dann fragt man sich, weshalb man überhaupt rettet. Man fliegt dann halt von Berlin über London in die USA.
    Schwab: Das dient der Stabilisierung des Systems in einer tiefen Krise. Gleichzeitig sollte der Staat aber Alternativen zum Flugverkehr ausbauen und unterstützen und etwa den Wettbewerb im Bahnnetz fördern.“ – bto: Auch da kann man nichts gegen sagen. Doch was hat das mit der Aussage zu tun, der „Neoliberalismus hat ausgedient“? Niemand hat den Staat gehindert, mehr in Infrastruktur zu investieren.
  • ZEIT ONLINE: Sie vergleichen die Corona-Krise mit einem Krieg. Ist das nicht etwas übertrieben?“ – bto: Das ist es. Der Kampf gegen den Klimawandel ist vergleichbar. Während bei Corona keine Maschinen/Anlagen zerstört werden, wird das durch die Klimapolitik erreicht.
    Schwab: Es gibt natürlich grundlegende Unterschiede zwischen einer Pandemie und einem Krieg. Durch die Pandemie werden in jedem Fall weniger Menschen sterben als beispielsweise im Zweiten Weltkrieg. Aber die transformativen Kräfte können ähnlich sein. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Währungssystem Bretton Woods, die Vereinten Nationen und die EU gegründet.“ – bto: Corona wird als Vorwand genutzt werden, aber es ist nicht die Ursache. Das erkläre ich in „Coronomics“.
    Schwab: Wir brauchen Institutionen, die die Welt als System verstehen und die Regierungen, Unternehmen und Zivilgesellschaft integrieren. Keines der Probleme, die wir auf globaler Ebene haben, kann isoliert betrachtet werden und jedes dieser Probleme braucht die Zusammenarbeit aller.“ – bto: Wovon spricht Schwab hier? Von einer Weltregierung? Er lebt als Deutscher seit Jahrzehnten in einem der wohl am besten funktionierenden Gemeinwesen der Welt, der Schweiz. Warum funktioniert die Schweiz so gut? Weil es viele dezentrale Verantwortung gibt. Also das genaue Gegenteil! Und: Wen bitte repräsentieren die Regierungen, wenn nicht die „Zivilgesellschaft“? Geht es hier um die Überwindung der Demokratie? Ich frage mich, warum hier nicht sofort eingehakt wird.
    Schwab: (…) Durch die Pandemie ist es wesentlich konkreter geworden. Und die Folgen lassen sich auf andere globale Probleme übertragen: Wenn wir jetzt nichts unternehmen, wird die Klimaerwärmung unser tägliches Leben ähnlich stark umwälzen wie jetzt die Pandemie. (…) Wir müssen die Dekarbonisierung der Wirtschaft so schnell wie irgend möglich vorantreiben. Schauen Sie sich die Waldbrände in Kalifornien an. Da tragen die Menschen nicht nur wegen der Pandemie eine Maske, sondern weil die Luft voller Rauchpartikeln ist.“ – bto: Wir wissen a), dass die Waldbrände die Folge falscher Waldpflege sind, b) dass die Dekarbonisierung den Klimawandel um wenige Monate verschiebt. Gerade von Schwab hätte ich erwartet, dass er für einen intelligenten Mix eintritt: Dekarbonisierung auf effizientem und effektivem Weg und Maßnahmen zum Bewältigen der Folgen.
    Schwab: Wachstum ist die falsche Kennzahl, wenn es nur darum geht, die Zuwachsraten des Bruttosozialprodukts zu messen. Wir arbeiten gerade an einem System, in dem jedes Unternehmen verpflichtet wird, über seine Umweltleistung und seine soziale Leistung genauso zu berichten wie jetzt schon über seine finanzielle Bilanz. Das Gleiche sollte man auch vom Staat verlangen.“ – bto: Die Kritik am Wachstum ist nicht neu, was es nicht besser macht. Wir wissen zum Beispiel, dass trotz erheblichen Wachstums der Ressourceneinsatz relativ zum BIP sinkt. Diesen Weg müssen wir gehen.
    Schwab: Natürlich ist das Steuersystem ein Instrument im Kampf gegen die Ungleichheit. Ich denke da aber nicht an die Einkommenssteuer. Wir brauchen eine generelle Umgestaltung des Steuersystems nicht nur um die Unterschiede auszugleichen, sondern auch für die Einbeziehung von Umweltschäden. Wir in Genf zahlen beispielsweise keine Kapitalgewinnsteuer – damit wird also unternehmerisches Handeln richtigerweise bevorzugt. Wir zahlen aber eine Vermögensteuer bereits auf geringe Beträge im Vergleich zu anderen Industrieländern. Es wird zwar immer mal wieder darüber geschimpft, aber man gewöhnt sich daran. Und letzten Endes muss man sagen: Es ist sozial gerechtfertigt.“ – bto: Was Schwab dabei unterschlägt, ist die Tatsache, dass die gesamte Steuerbelastung deutlich tiefer ist. In Deutschland sollen solche Steuern ja on top kommen.
  • ZEIT ONLINE: (…) Muss man den Reichen dieser Welt mehr wegnehmen?
    Schwab: Ja. Ich bin mit dieser Auffassung auch nicht allein. Reiche und einflussreiche Menschen wie Bill Gates und Warren Buffet denken ähnlich. Aber wir dürfen in diesem Diskurs nicht in alte Ideologien zurückfallen: Wir sind auf eine innovative und handlungsfähige Wirtschaft angewiesen. Und die steckt mitten in der vierten industriellen Revolution. Da kann man nicht unbegrenzt Steuern erhöhen.“ – bto: Bill Gates und Warren Buffet wären in Deutschland deutlich ärmer, dank der bereits gegebenen Umverteilung. Warum lassen wir uns von den Medien immer so in die Irre führen? Die in den USA objektiv gegebene Ungleichheit wird als Begründung angeführt, warum es bei uns so ungerecht sei!
    Schwab: Die sozialen und wirtschaftlichen Ungleichgewichte werden weiter zunehmen, die Ungerechtigkeiten und die Umweltzerstörung werden wachsen. Wenn wir dagegen nichts unternehmen, werden die Veränderungen irgendwann auf anderem Wege kommen, durch gewalttätige Konflikte oder Revolutionen etwa. Das lehrt uns die Geschichte.“ – bto: und die Antwort darauf? In Deutschland noch mehr Steuern und Abgaben erheben und diese dazu nutzen, den Standort beschleunigt zu deindustrialisieren? Das Gute ist, dass es bei uns begrüßt werden wird, Hauptsache wir werden alle arm, gerecht also

zeit.de: „Der Neoliberalismus hat ausgedient“, 21. September 2020

Kommentare (72) HINWEIS: DIE KOMMENTARE MEINER LESERINNEN UND LESER WIDERSPIEGELN NICHT ZWANGSLÄUFIG DIE MEINUNG VON BTO.
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    foxxly sagte:

    @tischer, …. ich finde ihre argumentation ziemlich „lehrbuch“ -mäßig. in dieser betrachtung haben sie absolut recht. vielfache praxis sieht anders aus!

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    foxxly sagte:

    Die macht der „nicht-regierungs-organisationen“ wird hier stark runtergespielt. sie brauchen kein direktes durchgriffsrecht, -sie haben trotzdem eine riesen macht, den sich die regierungen in aller regel, beugen. natürlich, bessser, leider gibt in diesen kreisen viel erpressungspotenzial. aber auch wieder viele bündnisse. ob die zig, oder hunderte von nichtregierungsorganisationen ngo, oder die denkfabriken , transatlantische bündnisse, vereinigungen, arbeitgeber-, nehmerverbände, sozialverbände nicht zu vergessen die großen religionen/kirchen, uno und alle unteroganisationen, die hochfinanz und konzerne,- und viele andere,- einige arbeiten in sinne von regierungen, andere wiederum dagegen. ich denke, mal pauschal, alle haben sie im sinne ihrer „nicht.regierung“ doch mehr oder weniger, sehr viel erreicht, bzw. sie treiben die regierungen zu ungewollten handlungen, vielfach oft gegen das volk, welche die regierung vertreten.
    zusammen genommen sind diese ngo´s und verbände, eine riesen macht geworden, – in aller erster linie für deren eigen-interessen ,oder zur veränderung einer gesellschaft. sie sind weitgehend selber lobbyisten und jobjäger, welche gut von den spenden etc. usw. leben können. oder „großgönner“, wie g. sorros, oder b. gates. sie brauchen keine regierungsmacht, erreichen durch ihre gezielten spenden in un, who medien usw. oft weit mehr einfluß, als so mache regierung erreichen kann. die medien haben in diesen falschen spiel eine schlüsselrolle!

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      Thomas M. sagte:

      Ich hatte zu diesem Thema einmal ein interessantes Modell gesehen. Die NGOs / Interessenverbände üben (auch) indirekte Macht aus, indem Sie Wertvorstellungen / Präferenzen formen. Das war im Modell noch einmal eine Etage über der Politik. Wenn durch geschickte, emotional wirkende Kommunikation von Fakten genügend Bürger Angst vor XZY haben oder meinen, man müsse dies und jenes tun, wird die Politik oder auch Privatwirtschaft – zumindest in Teilen – genötigt zu handeln. Dank Internet-Medien klappt das heute – so mein Eindruck – bedeutend leichter.

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Thomas M.

        Genauso ist es:

        NGOs/Interessenverbände VERÄNDERN Präferenzen.

        Die Medien sind Verstärker.

        Aber die Politiker ENTSCHEIDEN.

        Dass sich aufgrund von veränderten Präferenzen die SANKTIONEN ändern, die den Politikern drohen, ist klar – sie sind keine Konstante, können keine sein in einer sich verändernden Welt.

        Das ändert aber NICHTS daran, dass die Politiker entscheiden und nicht die NGOs/Interessenvertreter.

        Die Diskussion krankt nicht an der BENENNUNG der Phänomene.

        Sie krankt an ihrer richtigen EINORDNUNG.

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        Horst sagte:

        „Aber die Politiker ENTSCHEIDEN.“

        Ich verstehe Thomas eher dahingehend, dass die Politik eben NICHT entscheidet, da bereits in der Hierarchieebene oberhalb der Politik (hier NGOs / Interessenverbände) durch das Verändern der Präferenzen, die zu dieser und jener Entscheidung der Politik führen, entschieden wird (längst entschieden wurde).

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Horst

        Thomas sagt:

        >Präferenzen FORMEN>

        Das heißt NICHT, dass die geformten Präferenzen von den NGOs/INTERESSENVERBÄNDEN in Politik UMGESETZT werden.

        Die Regierungen/Parlamente ENTSCHEIDEN, was umgesetzt wird.

        Da fließen auch die geformten Präferenzen MIT ein.

        Entweder sind sie so dominierend, dass die Politik sie weitgehend umsetzt

        ODER

        sie sind so beachtlich, dass die Politik sich an dem damit verbundenem Sanktionspotenzial orientieren muss, wenn sie sie nicht hinreichend umsetzt.

        Das ist die Realität.

        Es ist richtig, zwischen den EBENEN zu differenzieren.

        Man muss dann aber auch folgerichtig zwischen den FUNKTIONALITÄTEN der Ebenen differenzieren.

        Tut man dies NICHT, kommt man zu dem FEHLSCHLUSS:

        Auf der obersten Ebene (NGOs/Interessenverbände) wird entschieden und auf allen darunter werden die Entscheidungen umgesetzt.

        Wer klar sehen will, muss die mediale Brille absetzen.

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        Thomas M. sagte:

        @Horst und Herr Tischer: Jo, ich meinte es so, wie Herr Tischer es beschrieben hat.

        Jede Institution kann unabhängig voneinander entscheiden, was sie will, aber nur die Politik kann mit ihren Entscheidungen Gesetze direkt beeinflussen und damit direkte Macht ausüben. So gesehen werden vielleicht Entscheidungen auf NGO-Ebene getroffen oder Ziele formuliert, aber diese Entscheidungen werden deswegen noch lange nicht umgesetzt und die Ziele nicht notwendigerweise erreicht oder auch nur anvisiert.

        Ein sehr plaktatives Beispiel für die Begrenztheit der Beeinflussung durch NGO sind die USA. Da können NGOs noch so viel kommunizieren, wenn der Präsident sagt „I don’t care“ und sich genügend Bürger finden, die auch sagen „You know what? I don’t care either.“ gibt es keine Gesetze im Sinne der NGO.

        Damit ist nicht gesagt, dass NGO/Interessenverbände keine Macht ausüben. Allerdings ist diese indirekter Natur und stark abhängig von Rahmenbedingungen. Mein Eindruck ist z.B., dass Klimaveränderung vielen Bürgern aktuell nicht mehr so relevant erscheint, wenn Corona und potenzielle Arbeitslosigkeit drohen und die Medien bevorzugt hierzu schreiben.

        Abstrakter: Oftmals wird eine Hierarchie mit kausalen Wirkketten unterstellt, wenn man Institution X oder NGOs am Drücker wähnt („Wer ist der Boss von wem?“). Tatsächlich kann man sich die Einflussnahme eher als überlappende Felder (im physikalischen Sinne) vorstellen. Zudem gibt es noch Interaktionen zwischen allen Beteiligten. Das macht die Vorhersage der Entwicklungen auch schwer bis unmöglich.

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    Richard Ott sagte:

    Während Schwab und seine Davos-Freunde neue globale Institutionen wollen, drehen die existierenden supranationalen Institutionen durch:

    „Die Antwort der IWF-Forscher ist überraschend eindeutig: Ja, ein strenger Lockdown ist fast immer richtig, und vor allem: Je schneller und konsequenter die Maßnahmen durchgesetzt werden, desto besser ist das langfristig für die Konjunktur. Das Forschungspapier trägt den Titel ‚The Great Lockdown. Dissecting the economic effects‘, was man übersetzen könnte mit ‚Der Große Lockdown. Eine Tiefenanalyse der wirtschaftlichen Auswirkungen‘.

    ‚Lockdowns können trotz kurzfristiger wirtschaftlicher Kosten den Weg zu einer schnelleren Erholung ebnen, indem sie die Ausbreitung des Virus eindämmen und die Notwendigkeit einer freiwilligen sozialen Distanzierung im Laufe der Zeit verringern‘, heißt es in dem Report. Insgesamt würden sie sich damit positiv auf die wirtschaftliche Erholung auswirken.“

    https://www.welt.de/finanzen/article217479064/IWF-Strenger-Lockdown-ist-alternativlos.html

    So ein Paper wäre im Januar ein sinnvollen Diskussionsbeitrag gewesen, als man das Coronavirus tatsächlich noch hätte eindämmen können (aber Reisebeschränkungen für China waren ja damals „rassistisch“, vielen Dank WHO). Im Oktober 2020 sind diese Ideen von der Realität überholt und führen nur zu massivem wirtschaftlichen Schaden.

    Vielleicht wäre es stattdessen beser, unsere bestehenden internationalen Institutionen zu schwächen oder ganz aufzulösen weil sie Versager sind und dafür in Zukunft mehr Probleme auf lokaler Ebene zu lösen? Die frei gewordenen Angestellten der Insitutionen können wir zu Bauhelfern und Pflegehelfern umschulen, da können sie endlich einmal etwas Nützliches tun.

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    Bauer sagte:

    Die Luft ist in Davos bekanntlich dünner als im Flachland. Symptome für eine Hypoxie (Sauerstoffmangel in der Höhe) ist u.a. eine Durchblutungsstörung im Gehirn, die zu Wahrnehmungs- und Bewusstseinsstörungen führt, im Anfangsstadium gewöhnlich ohne dass der Betroffene sich dessen gewahr wird. Im Alter sinkt die Höhentoleranz beträchtlich. q.e.d.

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    Gregor_H sagte:

    Ich glaube, einige hier unterschätzen den Einfluß von Schwab und vor allen Dingen den weltweiten Einfluß der beim WEF in Davos versammelten Unternehmer.
    Ich frage mich, ob auf dieser Veranstaltung mit ihren vielen internen Treffen und Nebenveranstaltungen nicht der Tatbestand der Organisierten Kriminalität erfüllt wird?

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Gregor_H

      > … Tatbestand der Organisierten Kriminalität erfüllt wird?>

      Sie projizieren in die Davoser Treffen etwas hinein, was dort NICHT erfolgt und es daher NICHT gibt.

      Hat es nach irgendeinem der dortigen Treffen eine erkennbar ANDERE Politik in der Welt oder wenigstens eine ANDERE von wichtigen Entscheidern gegeben, also etwas, dass auf eine VERABREDUNG – ob für kriminelles Handeln oder nicht, sei dahingestellt – deuten würde?

      Nicht dass ich wüsste.

      Man kam, man sprach, die Kameras hielten drauf, man ging.

      Davos ist ein MEDIENEREIGNIS.

      Zugegeben, es ist eines mit – im wahrsten Sinne des Wortes – AUSSTRAHLUNG und mit Nachgeplappere.

      Das schon, aber NICHT mehr.

      Kommentare mit gedankenschwerer Hochstilisierung ändern nichts daran.

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      ruby sagte:

      Es ist noch viel schlimmer, folgendes ist für jeden Menschen auf der Erde bereits beschlossen
      https://id2020.org/digital-identity
      als Ziel der UN Strategie 2030, was die Bundesregierung massiv bewirbt.
      Last Exit, um die Kinder der Neuen Weltordnung der Vereinten Nationen die Grundlage zu entziehen und ihre Masken des stillen Gehorsams.

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        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @ruby:
        mit jedem “ Corona-Test“ wird die individuelle DNA abgegriffen und kann gespeichert werden-
        unsere DNA ist DER Identitäts-Ausweis, unverwechselbar ( ausser bei eineiigen Zwillingen), darauf läuft m.E. die derzeitig weltweite Testmanie hinaus.
        Die Bedeutung der Vergabe des Biochemie-Nobelpreises an die zwei symphatisch wirkenden Forscherinnen wird mit rein positiven Ergebnissen konnotiert ( Krebs-Therapie! das zieht immer, = unverdächtig) .
        Dabei ist die Crisp-Technik der Eintritt zu optimierter biologischer Kriegsführung:
        Es können schon jetzt labortechnisch spezifische Viren hergestellt werden, die z.B. nur für eine bestimmte ethnische Gruppe / oder auch Individuum/ Reparatur-Gene verändern, unauffällig tödlich und mit herkömmlicher Diagnostik nicht nachweisbar.
        Wo bleiben die kritischen Fragen der “ Bio-Leistungskurse-Kids“, das Schweigen der Ärzte/ Natur-Bio-Wissenschaftler zu den Gefahren der Chimären-Produktion und biologischer Kriegsführung?
        Viele Wege führen zu keinem Ziel.

      • Avatar
        Joerg sagte:

        @Verschwoerungstheorien:
        1) Mit ein paar Wahrheiten beginnen
        2) dann subtile Halbwahrheiten einfliessen lassen,
        3) schliesslich Ideen aus dem SciFi- oder Horror-Genre ohne Belege damit verknuepfen

        „mit jedem “Corona-Test“ wird die individuelle DNA abgegriffen“

        Ja, und? bei jeder Blutabnahme „theoretisch“ auch. Keiner untersucht ohne Auftrag, Geld. Schon die mittelfristige Lagerung stoert/kostet. Wer soll also genau wofuer von welchem Geld unsere DNS lagern/untersuchen?

        „die Crisp-Technik der Eintritt zu optimierter biologischer Kriegsführung“

        Technologie ist immer neutral. Menschen koennen sie zum Positiven (Krankheiten heilen) oder Negativen (Kriege) nutzen. Wenn, dann ist der Mensch boese/Zauberlehrling, nicht die Technologie.

        „Es können schon jetzt labortechnisch spezifische Viren hergestellt werden, die z.B. nur für eine bestimmte ethnische Gruppe / oder auch Individuum/ Reparatur-Gene verändern, unauffällig tödlich und mit herkömmlicher Diagnostik“

        Koennen Sie bitte genau erklaeren, wie Sie das realisieren moechten (zB nur Weisse als Target, sagen wir EBOLA-artiger Virus), was es kostet, was dazu noetig ist, wie lange das dauern koennte und wer so etwas warum machen kann und sollte? Damit die ganzen Bio-Leistungskurs-Kids, Aerzte, Wissenschaftler, die hier mitlesen, was von Ihnen lernen koennen!

        Warum sind sie so aengstlich? Vor was oder wem graut Ihnen?
        Das Leben ist doch schoen, die Sonne scheint (ueber den Wolken), verbringen Sie etwas Zeit mit Freunden, Essen gehen, Musik hoeren oder Wandern oder …

        LG Joerg

      • Avatar
        Joerg sagte:

        Gegen Luegen gibt es ein einfaches Antidot: WAHRHEIT
        https://www.bibleserver.com/ELB/Matth%C3%A4us4

        Naja, wenn man schon so ein offensichtliches Pseudonym verwendet, was ist da schon zu erwarten …?
        dr LUCI*F****ER

        Wuerde mich nicht wundern, wenn hinter RUBY die gleiche Person wie hinter LUCI steckt und hier trollt?

        LG Joerg

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Joerg

        „Naja, wenn man schon so ein offensichtliches Pseudonym verwendet, was ist da schon zu erwarten …?
        dr LUCI*F****ER“

        Sie sollten Ihre eigenen Medikamente besser einstellen lassen.

      • Avatar
        ruby sagte:

        @ Dr. LUCIE Fischer
        Mercie pour votre explications mediciennes.
        Wegen der DNA/RNA Replikationen mit Veränderungen habe ich mich als Laie und mit Hilfe meiner Naturheilerin etwas eingelesen…
        Wir sind in reger Diskussion, ihre Tochter ist Pharmamedizinerin und es geht beim Berufsverbot, das in den Gremien läuft darum, das Desaster der Pharmindustrie durch Einverleibung des jahrhunderte praktisch erlernten Wissens weitere erfolgreichere Geschäftsbereiche zu schlucken/einzuverleiben – kostenlos. Und fast alle in der Gesetzgebung spielen dabei mit. Das wird die Menschen bei ihrer Gesundheit persönlich treffen, finanziell ebenfalls.
        Das sind die Lebenswirklichkeiten mit den echten natürlichen Geschichten und nicht künstliche ausgedachte 🤗
        Die An- und Vorwürfe ohne Substanz treffen die Lachmuskeln und führen zum Kern, zur Intention : Überordnung und Einfordern der Unterwürfigkeit bei -logien, so mein Schluss.
        Nichts neues!

      • Avatar
        Thomas M. sagte:

        >Wuerde mich nicht wundern, wenn hinter RUBY die gleiche Person wie hinter LUCI steckt und hier trollt?

        Ne, halte ich für extrem unwahrscheinlich. RUBY ist m.W. schon länger hier und beide haben komplett unterschiedliche Schreibstile und reagieren zu unterschiedlichen Themen mit unterschiedlichen Beiträgen.

        Generell finde ich die Kommentar-Ecke von BTO amüsant, weil sich hier immer die gleichen Verdächtigen tummeln und man bei längerem Verfolgen die Personen kennenlernt. Alias hin oder her.

        Mich wundert ein bisschen, dass über die Zeit nicht mehr Stammschreiber hier aufschlagen. Aber ist vielleicht auch gut so… wenn man sich Kommentarqualität in anderen freilaufenden Foren anguckt.

      • Avatar
        Thomas M. sagte:

        @RUBY: Wer ist der größte Drogenpusher? Big Pharma.

        Okay, ist jetzt komplett off-topic. Aber das Geschäftsmodell ist schon in nicht wenigen Fällen zivilistatorischer Krankheiten das Einstellen von Werten / Symptomreduktion über regelmäßige Medikamenteneinnahme anstelle von Ursachenkurierung. Das ist als Geschäftsmodell das Quasi-Abo für Testkit-Firmen, Labore, Ärzte und Medikamentenhersteller und damit hochlukrativ. Verschwörung wittere ich da weniger als westliche Kultur.

        (Bevor sich jetzt Leute auf den Schlips getreten fühlen: Ich spreche hier von z.B. mit Überernährung oder Fehlernährung und Bewegungsmangel assoziierten Krankheiten. Eine feine Sache insbesondere in den USA sind auch Schmerzmittel, Muskelentspanner und Psychopharmaka.)

      • Avatar
        ruby sagte:

        @ Thomas M
        Sie haben eine Lehre vom Menschen aufgezeigt, die vom Beginn bis zum Ende des Lebens alle Bereiche einbezieht und beschrieben, wie die moderne, westliche Kulturation langsam aber bestimmt die Verknüpfungen verloren hat.
        Vor Jahren (unter Kohl ~1995) stand eine Lehrplanaktualisierung für den Schulbereich an. Damals wäre die Gelegenheit gewesen, ein Fach Ernährungslehre, heute Fitness & Wellness + Physics & Foods, zu unterrichten. Ab 25 Jahren wären alle Bürger heute darin gebildet und könnten führsorglich diesen Gesundheitsstil weiter verbessern.
        Stattdessen ist das Gesundheitsdesaster zum profitablen Gesundheitsektor mutiert – was für eine Sanierungs-, Baustelle.
        Drogen & Gifte im Pflanzenhaushalt und Einsatz für den Körper steht ebenso gegen die sogar kriminellen organisierten Zweige der schnellen, einfachen Gewinne durch Menschenmißbrauch. Dort die Finantströme mit der Technik herauszukanalisieren – ein unehrliches Dulden mit Absahnen täte sich auf.

        Danke für die persönlichen Einordnungen und ich denke, die eigene Entwicklung samt (Blog -) Controlling ist eine bereichernde Freude.
        Als Ideal mag ich die Interdisiplinarität, weil trotz Verschiedenheiten alle fast alles als gleiche Lebewesen durchreisen dürfen.

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        ruby sagte:

        @ Thomas M
        Noch eine Erkenntnis in ertragsrechnerischer und vermögensaufstellender Beziehung, weil Sie das „Abo“-Prinzip ansprechen:
        Westlicher Wachstums“zwang“ ist im Kredit-Tilgungsmodell überhaupt nicht pathologisch, im Gegenteil, es kann wie ein Lagererfassungssystem oder Regelkreis gesehen und verwendet werden.
        Im Erfolgsrechnungskreis dokumentiert sich der Fluss und in der Vermogensrechnung die Beständigkeit. Und es ist ganz normal wie das Menschenleben, das ein Bestands- und Verwendungsende besteht.
        In verschiedenen Geschäftsbereichen ist das offenkundig, weil die Höhen der betriebsnotwendigen Vermögen und Kapitalien enorm variieren.
        Tilgung und Abschreibung sind vergleichbar der täglichen Ernährung und des Energieumsatzes sowie der Vorräte. Bilanzschrumpfungen der Zentralbanken bzw. der Geldmengenaggregate sind daher das natürlichste auf der Erde, besonders weil diese fiktiv sind und nicht limitiert wie Golddeckung. Damit ergibt sich der Luxus und nicht die Verteufelung der Kredittilgung/des Wertverzehrs durch Abschreibung.

      • Avatar
        Dr. Lucie Fischer sagte:

        @ruby, ruby:
        “ happiness is a warm gun“, und schon Edgar Allen Poe wusste, dass die Beste Tarnung ist, sich nicht zu verstecken. Unter dem Radar fliegen, hinter den 7 Bergen wohnen, das genügt.

      • Avatar
        Thomas M. sagte:

        @Ruby: Die Natur macht es in der Tat vor: Verschwenderisches Wachstum bei gleichzeitigem Zulassen des Vergehens führt zu einem Equilibrium. Solange ordentlich recyclet wird, ist dies unproblematisch. Das zeitlich überdauernde qualitative Wachstum (Gewinn an Funktion und Adaption) übernimmt dann die Evolution.

        Und: Weniger Effi Briest und Lateinische Vokabeln und dafür mehr (bzw. überhaupt mal) Life Skills im Gymnasium hätte ich (auch) gut gefunden.

        In diesem Sinne: Schönen Sonntag :)

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    JürgenP sagte:

    Klaus Schwab, 82, Gründer des Weltwirtschaftsforums – mit folgender selbst gestellter Aufgabe:

    „Seit 50 Jahren lädt er Regierungschefs, Majestäten, Vorstandsvorsitzende, Menschenrechtler und Umweltaktivisten ins schweizerische Davos, um sie ins Gespräch zu bringen“.

    Tolle Leistung, Gespräche sind besser als Krieg. Seine Erkenntnis aus 50 Jahren Aktivität >

    „Ich bin davon überzeugt, dass die unternehmerische Kraft jedes Einzelnen die Triebfeder für echten Fortschritt ist – und nicht der Staat“.

    Ach. Und die Voraussetzung dafür ist >

    „Aber diese individuelle Kraft muss in ein SYSTEM von Regeln eingebettet werden, das ein Überborden in die eine oder andere Richtung verhindert. Diese FUNKTION muss ein starker Staat erfüllen. Der Markt löst allein keine Probleme.

    Seine Schlussfolgerung >

    „Wir brauchen ein WirtschaftsSYSTEM, das widerstandsfähiger, inklusiver und nachhaltiger ist“.

    Wie kann das realisiert werden? >

    „Wir brauchen Institutionen, die die Welt als System verstehen und die Regierungen, Unternehmen und Zivilgesellschaft integrieren“.

    Weil welches Problem besteht? >

    „KEINES DER PROBLEME, die wir auf globaler Ebene haben, KANN ISOLIERT BETRACHTET WERDEN und jedes dieser Probleme braucht die ZUSAMMENARBEIT ALLER“.

    … die Wahrnehmung der Folgen von globaler Vernetzung von Allem mit Allem (Komplexitätszuwachs) löst den offenbar den Änderungswunsch aus. Eine ganz neue Erkenntnis wird publiziert. Müssen wir nach dem Interview damit rechnen, dass demnächst in Davos mit brachialen Systemeingriffen der komplette Blindflug eingeleitet wird?

    Daher ein paar Fragen an den Gründer des Forums:

    1. Wie betrachtet man Probleme integriert (statt isoliert) auf lokaler Ebene (fangen wir damit doch mal an) oder gar auf globaler Ebene? Welche Methode wird vorgeschlagen?

    2. Wie muss man sich die Zusammenarbeit ALLER vorstellen? Wie ist die Führung zu gestalten, um diese Zusammenarbeit zu initiieren, aufrecht zu erhalten und ins Ziel zu bringen?

    3. Weil die Argumentation ein wenig durcheinander geriet > welches „System“ gilt es denn zu verändern:

    • das ganze System MIT seinen Regeln (alles bleibt wie es ist, bis auf ein paar umzugestaltenden Regeln)?

    • oder das ganze System DURCH seine Regeln (die neu aufzustellenden Regeln gestalten etwas vollkommen Neues)?

    4. Gibt es ein erprobtes Muster für die Umgestaltung des „SYSTEMS“, eine funktionierende Blaupause? Wer soll’s machen? Ab wann? wie durchsetzen? Was passiert, wenn es einigen Leuten nicht passt?

    (Quellen: Zitate aus dem Artikel auf Zeit-Online)

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    Dietmar Tischer sagte:

    >Schwab: Ich bin davon überzeugt, dass wir den Kapitalismus neu definieren müssen.>

    Den Kapitalismus neu DEFINIEREN !!

    Schwab ist einer dieser eifernden TRÄUMER, die ihre Lebensaufgab darin sehen, eine NEUE Welt HERBEIZUPREDIGEN.

    Der Kapitalismus ändert sich nicht per Definition, sondern durch das INTERAKTIVE Handeln derer, die im System ihre INTERESSEN verfolgen.

    GENAU dies führt zu SystemÄNDERUNGEN, die – falls ALLE Betroffenen beteiligt sind – SystemVERBESSERUNGEN sind.

    Denn das KRITERIUM für BESSER ist:

    Konfliktfreiere FUNKTIONALITÄT des Systems.

    Die HANDELNDEN bzw. der VERHANDELTE Interessenausgleich schaffen das.

    Das jeweilige ERGEBNIS, d. h. die Systemgestaltung kann daraufhin sein, was es ist.

    Entscheidend:

    Das System besitzt die größte AKZEPTANZ.

    MEHR kann man sinnvollerweise NICHT erreichen.

    Wer darüber hinaus will, leidet an Realitätsverlust und Phantasterei.

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      Richard Ott sagte:

      @Herr Tischer

      „Den Kapitalismus neu DEFINIEREN !! (…) Der Kapitalismus ändert sich nicht per Definition, sondern durch das INTERAKTIVE Handeln derer, die im System ihre INTERESSEN verfolgen.“

      Der Herr Schwab ist halt Konstruktivist. Wenn der eine Definition ändert, dann ändert sich auch die Realität. Das kennen Sie doch aus dem Feminismus und aus der Berichterstattung der Tagesschau. ;)

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        JürgenP sagte:

        „Der Herr Schwab ist halt Konstruktivist“.

        Richtig. Das lässt sich leicht herauslesen aus seinem Interview. Hilflos, wie er versucht, mit seinem bis dato unveränderten Denkansatz in „Systeme“ einzugreifen und sie nach seinem Belieben zu gestalten. Hilflos deshalb, weil es ihm an Methodengrundlagen fehlt.

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      JürgenP sagte:

      „Konfliktfreiere FUNKTIONALITÄT des Systems.

      Die HANDELNDEN bzw. der VERHANDELTE Interessenausgleich schaffen das“.

      >> Wie? Wer verhandelt mit wem – Herr Schwab mit ein paar neuen Teilnehmern seiner verschneiten Gesprächsrunde? Und wann geschieht das, auf was muss noch gewartet werden? Wann „funktioniert“ ein System?

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ JürgenP

        >WIE?>

        So wie es GESCHIEHT.

        Herr Schwab und seine Teilnehmer sind – der Marxschen Auffassung entlehnt – lediglich so etwas wie der „kommunikative Überbau“.

        Schön, in Davos EINFLUSSREICHE Menschen zu versammeln.

        Die kommen auch gern, weil die Botschaft des Dabeiseins ist:

        Ich bin einflussreich.

        Das ist es dann auch schon.

        KEIN Politiker von Rang wird SEINE Entscheidungen an den Vorstellungen von Herrn Schwab ausrichten.

        Warum sollte er es auch?

        Herr Schwab kann NICHT Sanktionen verhängen, um die Entscheidungen der Politiker zu beeinflussen.

        Er ist insofern UNBEDEUTEND für die Politik.

    • Avatar
      Dieter Zorn sagte:

      „Schwab ist einer dieser eifernden TRÄUMER, die ihre Lebensaufgabe darin sehen, eine NEUE Welt HERBEIZUPREDIGEN.“ Gut ausgedrückt! Er ist jedoch ein gefährlicher Träumer, da er in Davos die Leute mit Geld und Einfluss zusammenbringt, um seine Träumereien umzusetzen. Und während Schwab ein (deutscher) Träumer ist, halten sich die Gates, Rockefeller, Soros & Consorten nicht mit Träumen auf. Sie versuchen mit ihrem Geld und ihrem medialen Einfluss Tatsachen zu schaffen, also die Welt zu verändern.

      Antworten
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        Dietmar Tischer sagte:

        @ Dieter Zorn

        > … halten sich die Gates, Rockefeller, Soros & Consorten nicht mit Träumen auf. Sie versuchen mit ihrem Geld und ihrem medialen Einfluss Tatsachen zu schaffen, also die Welt zu verändern.>

        Richtig.

        Die Genannten unterscheiden sich von vielen anderen nur dadurch, dass sie MEHR Mittel haben und einsetzen können, um die Tatsachen, die sie schaffen wollen, auch zu schaffen.

        Das ist ein durchaus beachtenswerter Unterschied.

        Er beruht nicht auf Davos und hat mit Davos nichts zu tun.

        Diese Leute haben ein eigenständiges Sendungsbewusstsein und kommen nicht nach Davon, um sich von bekehren zu lassen.

    • Avatar
      JürgenP sagte:

      @ DT: „Herr Schwab kann NICHT Sanktionen verhängen, um die Entscheidungen der Politiker zu beeinflussen. Er ist insofern UNBEDEUTEND für die Politik“.

      … also viel heiße Luft von jemanden, der angetreten ist um System(e) zu verändern.

      … im Umkehrschluss: wer sanktionieren kann, ist in der Lage die Entscheidungen von Politikern zu beeinflussen und somit bedeutend für die Politik. Welche Art von Sanktionen wären es, die systemrelevante Änderungen bewirken können?

      Antworten
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        foxxly sagte:

        @jürgenp……. das finde ich schon sträflich untertrieben, oder sympatisieren sie mit ihm?
        wenn h. schwab so eine große show liefert, dann ist er selber ein medium! jetzt wurde bekannt, dass er mit der uno zusammenarbeitet mit dem ziel der transformation der menschen zu beschleunigen und die zielsetzungen gleich zu richten und zu bestärken.
        leute wie schwab müssen offen nicht direkt sanktionieren können, das passiert im hintergrund! alles andere zu glauben, wäre sehr naiv!

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ JürgenP

        >… im Umkehrschluss: wer sanktionieren kann, ist in der Lage die Entscheidungen von Politikern zu beeinflussen und somit bedeutend für die Politik.>

        So ist es.

        Die Sanktion par excellence, die systemrelevante Änderungen bewirken können, ist die Wahl.

        Genauer:

        Es ist die KONTINUIERLICHE Abwahl systemfördernder bzw. systemerhaltender Politiker und die Einsetzung von solchen, die grundlegende Änderungen am System vornehmen.

        Das findet in der Regel nicht an einem Wahltag statt, sondern erfolgt in Schritten über längere Zeit und bildet in der Summe den Weg zum und letztlich das andere System.

        Man schaue sich Deutschland an:

        Nachdem in der Adenauerzeit die Weichen gestellt waren und die Leute bei den damaligen Wachstumsraten an „Wohlstand für alle“ glauben konnten, dauerte es lange Zeit bis die Veränderung unseres Systems in Fahrt kamen.

        Aber sie kamen, Schritt für Schritt:

        SPD und, mit Unterbrechung durch den Wiedervereinigungsbonus für die CDU, wieder SPD mit den Grünen als Kellner, dann wieder SPD, zwar als Juniorpartner, aber jahrelang mit quasi Narrenfreiheit beim gesetzgeberischen Eifer für „soziale Gerechtigkeit“ und ab nächstes Jahr vermutlich die Grünen als Treiber für die Beschleunigung der Energiewende mit Maßnahmen, die immer stärker systemverändernd sein werden.

        Es ist noch ein gutes Stück weit bis zum total anderen System, aber die ÄNDERUNGEN am System sind NICHT zu übersehen – und sie sind erfahrbar.

        Das ist die zivilisatorische Variante, durch Sanktionen das System zu verändern.

        Andere wurden in der Vergangenheit erprobt, etwa der etwas aus der Rolle gefallene „passive Widerstand“.

        Aktueller und wirkungsvoller:

        Umsturz durch die Straße.

        Ich erinnere an die Gelbwesten in Frankreich:

        Eine kleine Dieselverteuerung für die Umwelt – und wenig später stand die Republik vor der Unregierbarkeit.

        Es tut sich etwas, das System wird so und/oder so über Deutschland hinaus massiv verändert und gerät in INSTABILITÄT.

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        Dieter Zorn sagte:

        Es geht nicht so sehr um Sanktionen, sondern um das neue Zusammenspiel von Politik, Supranationalen Institutionen, Multinationals, NGOs und Stiftungen. In diesem Viereck werden heutzutage die politischen Weichenstellungen vorgenommen, die die Welt verändern. Wahlen können daran immer weniger ändern, weil sich diese Player außerhalb des politischen Spielfelds bewegen. Sie brauchen den (National-) Staat nur noch eingeschränkt, um ihre Ziele zu verfolgen. Zynisch formuliert: Während früher die Staaten Großunternehmen und Finanzkapital kontrollierten, kontrollieren heute Großunternehmen und Finanzkapital Staaten. Neben der Verlagerung der Entscheidungsebene auf internationale Organisationen, wie EU/UN/WHO, kommt noch ein weiteres Kennzeichen hinzu: Die bewusste Ausnutzung /Herbeiführung von Krisen zur Systemveränderung. Wer über den Ausnahmezustand gebietet ist Souverän, sagte Carl Schmitt. Zwar brauchen die neuen globalen Player noch die Staaten zur Verkündung des Ausnahmezustandes. Sie führen ihn jedoch herbei oder formen ihn zu ihren Zwecken. Da diese Vorgehensweise über die Massenmedien abgesichert wird, hat der Bürger kaum noch eine Chance das Spiel zu durchblicken, geschweige denn es zu durchkreuzen. Summits wie Davos, bieten den Rahmen, um sich ganz offen über die wesentlichen Entwicklungslinien abzustimmen. Postdemokratie eben.

      • Avatar
        Dietmar Tischer sagte:

        @ Dieter Zorn

        >Es geht nicht so sehr um Sanktionen, sondern um das neue Zusammenspiel von Politik, Supranationalen Institutionen, Multinationals, NGOs und Stiftungen. In diesem Viereck werden heutzutage die politischen Weichenstellungen vorgenommen, die die Welt verändern.>

        Ich sage NICHT, dass dieses Viereck nichts bewirkt.

        Natürlich bewirken z. B. die Klima-Konferenzen, wie die von Paris, ETWAS.

        Die dort unterzeichneten Absichtserklärungen sind REFERENZEN und insoweit nicht unbedeutsam.

        Aber sie sind NICHT Imperative oder Handlungsanweisungen.

        Politische Weichenstellungen werden dort nicht vorgenommen, Trump z. B. sabotiert sie, schickt die WHO aufs Abstellgleis und die UNO ist mehr denn je die supranationale Institution, bei der die politische Weichenstellung BLOCKADE heißt.

        Ein konkretes Beispiel, das ich als sehr bezeichnend empfinde:

        Klar, wenn der Teenager Greta T. in New York den versammelten Regierungschefs mit „Kommt mir nicht mit Wachstum …“ die Leviten liest, hört die Welt zu.

        Und die so Gescholtenen applaudieren auch noch entzückt!

        Aber zeigen Sie mir eine Regierung, die sich sagt:

        Recht hat sie, lassen wir doch diese CO2-verdreckende Wirtschaft absaufen, Covid-19 kommt da gerade wie gerufen.

        NIEMAND und NIRGENDS will das jemand, der Top-Entscheider ist und Verantwortung trägt.

        Jeder bangt um Wachstum, haut Geld dafür raus, soviel wie möglich.

        Das ist die globale EMPIRIE, egal wie UNTERSCHIEDLICH die einzelnen Länder reagiert werden.

        >Zwar brauchen die neuen globalen Player noch die Staaten zur Verkündung des Ausnahmezustandes. Sie führen ihn jedoch herbei oder formen ihn zu ihren Zwecken>

        Auch damit liegen Sie VÖLLIG daneben.

        Als Beleg dafür die GESCHEITERTE Migrationspolitik der EU:

        Es gibt die Migration nach Europa; gemessen an den Anfangsjahren kann man sie als Ausnahmezustand verstehen und, wenn Sie es meinen, sei sie auch einer, der von den globalen Playern herbeigeführt worden ist.

        Die Antwort darauf, eben eine stimmige Migrationspolitik der EU scheitert, weil die Regierungen der entscheidenden STAATEN unterschiedliche INTERESSEN vertreten.

        Die NATIONALSTAATEN sind so STARK, dass keine Einigung zustande kommt.

        Und das nationalstaatliche ELEMENT wird global besehen in der Politik IMMER stärker – man blicke auf die Wahlergebnisse und die Handelspolitik.

        Dahinter stehen die WÄHLER, ob sie etwas durchblicken oder nicht, ist dabei unerheblich.

        Sie haben ihre Erfahrungen und wollen – bei Androhung von Abwahl – eine andere Politik.

        Ich rede auch hier von der EMPIRIE.

    • Avatar
      JürgenP sagte:

      @Dietmar Tischer
      „Es ist noch ein gutes Stück weit bis zum total anderen System, aber die ÄNDERUNGEN am System sind NICHT zu übersehen – und sie sind erfahrbar. (…). Es tut sich etwas, das System wird so und/oder so über Deutschland hinaus massiv verändert und gerät in INSTABILITÄT“.

      Malik (MZSG ST. Gallen) schrieb dazu im Dezember 2007: „Das 21. Jahrhundert wird sich grundlegend, das heißt kategorial, vom 20. Jahrhundert unterscheiden. Mit «kategorial» meine ich, dass ein Neues Weltbild im Entstehen ist. Es heißt auch, dass die Kategorien, die den Menschen noch bis vor Kurzem Orientierung gaben, nicht mehr nützlich sein werden. Die alten Kategorien werden im Gegenteil schädlich sein, desorientierend und irreführend“. „Ich mache keine Prognose, sondern schreibe über bereits eingetretene Tatsachen, die als solche aber kaum erkannt werden“.

      Stand Oktober 2020:
      „ZEIT ONLINE: Die Bundesregierung beteiligt sich dagegen lieber an der Lufthansa, ohne große Auflagen. Ein falscher Schritt?“ – bto: (…) „Schwab: Das dient der Stabilisierung des Systems in einer tiefen Krise.

      Was für ein Unfug. Welches „System“ soll hier stabilisiert werden und wozu?

      Es sind dreizehn Jahre mit mind. 12 Davos-Sessions vergangen, um sich auf eine Situation einzustellen, die in ihrer Dimension vielleicht mit einem Unterwassererdbeben vergleichbar wäre und deren Erschütterung vielleicht der eine oder andere Davoser mit glasigen Augen im Weinglas als leichtes Zittern wahrgenommen hat. Die Corona-Überraschung hatte immerhin noch einen Vorlauf von 2012 bis 2020 , also sieben Jahre.

      Die Wellen sind schon lange im Anrollen und treffen zurzeit auf ein vollkommen unvorbereitetes Terrain.

      Malik schrieb weiter: „Die heutigen gesellschaftlichen Institutionen (r)evolutionieren sich oder sie verschwinden, weil sie unmanageable sind und daher ihre Zwecke nicht mehr erfüllen. Finanzierungsschwierigkeiten sind nur das Symptom ihres Nicht-Funktionierens. Die Ursache ist ihr Mangel an richtigem, komplexitätsgerechtem Management“.

      @DT Es ist nur noch die Frage, wie sich (r)evolutionieren. Durch Wahlen oder durch (R)evolution. Kann man sich das noch aussuchen?

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        Dietmar Tischer sagte:

        @ JürgenP

        Bemerkung zu

        a) Malik erstes Zitat:

        Sehe ich auch so.

        Und:

        Die Menschen werden mit dem „neuen Weltbild“ zu leben lernen.

        b) Malik zweites Zitat:

        Sehe ich anders.

        Es ist zwar richtig, dass heutige gesellschaftliche Institutionen sich (r)evolutionieren oder verschwinden werden, aber NICHT deshalb, weil sie UNMANAGEABLE sind und daher ihre Zwecke nicht mehr erfüllen.

        Sondern:

        Sie sind zwar manageable – siehe z. B. die EZB -, können aber WEGEN geänderter BEDINGUNGEN letztlich nicht mehr systemstabilisierend agieren bzw. nur noch beschränkt so mit EXPLIZITER Überschreitung ihres Mandats (wiederum beispielhaft die EZB, siehe Thread vom 5. Oktober).

        c)> bto: (…) „Schwab: Das dient der Stabilisierung des Systems in einer tiefen Krise.

        Was für ein Unfug. Welches „System“ soll hier stabilisiert werden und wozu?>

        Es gibt zu JEDEM Zeitpunkt ein System, auch jetzt in der Coronakrise ist das der Fall.

        Wenn es dysfunktional zu werden droht, wird man es zu stabilisieren versuchen, EGAL wie gut oder schlecht es funktioniert.

        Wenn nicht, würde der Schaden zu groß werden.

        Es zu stabilisieren, ist als also KEIN Unfug und Dr. Stelter hat recht, wenn er sagt

        >… da kann man nichts dagegen sagen>

        ABER – und das ist die andere Seite dieses Stabilisierungsversuchs:

        Er verändert das System erheblich durch dramatisch zunehmende staatliche Eingriffe

        UND

        es wird dadurch ZUGLEICH strukturell instabiler (Zombifizierung, innovationshemmend etc.).

        Insofern:

        Sehr PROBLEMATISCH.

        >Es ist nur noch die Frage, wie sich (r)evolutionieren. Durch Wahlen oder durch (R)evolution. Kann man sich das noch aussuchen?>

        Nein, man kann es sich NIE aussuchen.

        Wir alle sind zwar BETEILIGTE und auch BEEINFLUSSENDE, aber NICHT bewusst ZIELBESTIMMENDE und daher auch NICHT zielbestimmende Maßnahmen WÄHLENDE.

        Die Zivilisation läuft NICHT auf einen Endzweck zu.

        WAS sich ergibt, das ergibt sich durch ein INTERAKTIVES Mit- und/oder Gegeneinander.

        Es ist zwar BESTIMMT, aber unseren Erkenntnismöglichkeiten nach OFFEN.

  8. Avatar
    Arda Sürel sagte:

    ‚Geht es hier um die Überwindung der Demokratie? Ich frage mich, warum hier nicht sofort eingehakt wird.‘

    Vielleicht sind es Marx‘ Analysen, die dazu führen, dass selbst heute noch unternehmergeführte KMUs und Grosskonzerne als wesensgleiche Teilnehmer der ‚privaten Marktwirtschaft‘ angesehen werden. Jemand, der seine Idee oder seine Vision zu Erfolg bringen möchte, wird gleichgesetzt mit jemandem, der sich in einer Grossorganisation hochgearbeitet, -gedient, -gewurschtelt, hat.

    Diese Sicht versperrt den Blick auf fundamentale Unterschiede zwischen Unternehmen und Grossorganisationen. Man sollte vielleicht daran denken, dass Korporationen etwas völlig anderes darstellen als eigentümergeführte Betriebe und dass es sehr bedeutende Unterschiede gibt zwischen Korporatismus und Marktwirtschaft.

    Korporatismus basiert auf Ablaufregeln, die oftmals Kreativitaet, Flexibilitaet, Entscheidungsfreude und Akzeptanz von Verantwortung für Entscheidungen verneinen und zu Grossbürokratien führen. Dass einer der medialen Hauptvertreter des globalen Korporatismus solche Regelwerke für das moderne Leben an sich einfordert, scheint da folgerichtig zu sein. Sklerose des wirtschaftlichen und letztlich des sozialen Lebens sind die Folge.

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      Stoertebekker sagte:

      @A Sürel

      GROSSARTIG! Endlich mal noch jemand, der Unternehmer und Manager klar auseinandergehalten haben möchte.

      Bei den vielgescholtenen Tech-Unternehmen gibt es manchmal aber auch Unterstrukturen, die ein Unternehmer-ähnliches Handeln ermöglichen. (aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass die amerikanisch geprägt sind)

      Und aus eigener Unternehmer-Erfahrung muss ich leider sagen, dass manchmal nur Corporates in der Lage sind, die globalen Trends mitzugehen. Das schaffen KMU dann nicht mehr.

      Antworten
  9. Avatar
    Stoertebekker sagte:

    @D Stelter: die Fragen bezogen sich doch gar nicht auf Deutschland, warum kommentieren Sie das dann mehrfach in diese Richtung? ZEIT- oder Schwab-Bashing kann man ja machen, aber das ist dann ne andere Ebene.

    Hab schon mehrfach kommentiert, dass mir die WIRTSCHAFTLICHEN Zusammenhänge hier zu stark mit deutschem Fokus diskutiert werden. Wir haben nun mal global agierende Industrien (von heute: https://www.n-tv.de/wirtschaft/China-belebt-deutsche-Autobauer-wieder-article22084675.html) und dann muss man auch global denken.

    Insofern ist der Gedanke von Schwab, dass man die Zusammenhänge GLOBAL verstehen muss, doch völlig ok. (siehe auch den Stöckerschen Link zum Carrytrade Yen).

    Nationale Institutionen können das per definitionem nicht, regionale wie die EU offenbar auch nicht, WER soll es machen?

    Das wäre die Diskussion, die vorwärtsbringt – und nicht dieses ständige „Geht nicht.“, „Passt nicht.“, „Die globale Weltverschwörung macht uns sowieso platt.“ usw. (@D Stelter – da nehme ich Sie jetzt explizit aus, Sie versuchen immer wieder, kreative und machbare Ideen in Umlauf zu bringen).

    Hör‘ jetzt mal auf, da ich den Kommentar von @R Ott schon fast selbst schreiben könnte. (PS Gestern war Republikgeburtstag 😉)

    Ach, und dass jemand von Ihnen aus D in Richtung Osten wegzieht, davon kann ich nur abraten. Bin osteuropäisch verheiratet und nach dem Abi meiner Tochter mit ihr in Berlin in den Zug gestiegen und bis Saigon (Abstecher Tibet, Nordkorea, Hongkong) Bahn gefahren. Ist also ein Ratschlag aus erster Hand.

    Antworten
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      Richard Ott sagte:

      @Stoertebekker

      „Nationale Institutionen können das per definitionem nicht, regionale wie die EU offenbar auch nicht, WER soll es machen?“

      Das klingt einfacher als es ist. Wer soll globale Institutionen legitimieren? Wer soll sie kontrollieren? Und was machen wir, wenn sie versagen?

      PS: Zum Tag der Republik wurden auch die Nationalpreise der DDR verliehen, schön dass es im Westen ähnliche Traditionen gibt. Hätte eigentlich den heiligen Drosten bei Medizin erwartet, aber der wurde ja mit Bundesverdienstkreuz abgespeist, setze daher alle meine Hoffnungen am Montag auf den Wirtschafts-Nobelpreis für Jan Marsalek und die Buchhaltungsabteilung von Wirecard.

      Antworten
      • Avatar
        Stoertebekker sagte:

        @R Ott

        >Das klingt einfacher als es ist. Wer soll globale Institutionen legitimieren? Wer soll sie kontrollieren? Und was machen wir, wenn sie versagen?>

        Genauso ist das. Aber die Welt schert sich nicht drum und tickt trotzdem global. Und nun?

        Weitermachen wie bisher? Gemeinsam nachdenken, ob man was verbessern kann? Andere machen lassen und denen dann erklären, dass es nicht funktionieren kann? Oder vielleicht sogar zur Erkenntnis kommen, dass die viel geschmähte Politik ein paar Schritte in diese Richtung versucht? Einen @D Tischer-3000 ft-Beitrag lesen und die Handlungsempfehlung suchen? Untergang?

        Bei der Diskussion um die Erderwärmung gab’s hier eine tolle faktengespickte DEBATTE. Warum bekommen wir das in nem Wirtschaftsblog nicht für Wirtschafts-/Geldthemen hin?

        Zum PS. EY würde ich schon auch noch mitbedenken. Die sollten die checks&balances sein. Deren Scheitern gibt denen Aufwind, die das System für falsch halten.

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Stoertebekker

        „Aber die Welt schert sich nicht drum und tickt trotzdem global. Und nun?“

        Wenn sich keine globalen Institutionen etablieren können, weil die nicht legitimiert, kontrolliert und finanziert werden können, dann muss die „globale Welt“ (was ich übrigens für eine Platitüde halte, die Welt war schon immer global) eben weiter mit supranationalen, nationalen und lokalen Institutionen auskommen.

        „Andere machen lassen und denen dann erklären, dass es nicht funktionieren kann?“

        Glauben Sie etwa, dass es doch funktionieren könnte? Oder sind Sie nur darüber frustriert, dass Sie sich etwas sehr Abstraktes wünschen (nämlich irgendwelche „globalen Institutionen“, die irgendwelche globalen Probleme lösen) und keine Ahnung haben, ob und wie sich ihr Wunsch umsetzen lassen könnte?

        An welche Art von globalen Institutionen denken Sie dabei überhaupt? So eine Art globales Parlament, das globale Gesetze verabschieden und globale Steuern erheben könnte? Oder ein globales Klimagericht, dem sich dann alle Staaten unterwerfen sollen und das dann irgendwo per Erlass Kohlekraftwerke abschalten dürfte? Oder etwa ganz anderes?

        Ich versuche ja gerade, Ihnen zu erklären, wieso es nicht funktionieren kann. Die Antwort gefällt Ihnen bloß nicht, aber es ist nicht meine Schuld, dass die Welt nicht so funktioniert, wie Sie sich das wünschen. Also sparen Sie sich das Gemecker.

        „Warum bekommen wir das in nem Wirtschaftsblog nicht für Wirtschafts-/Geldthemen hin?“

        Weil das Errichten von neuen globalen Institutionen nicht in erster Linie ein Wirtschaftsthema ist, sondern ein Politik- und Rechtsthema.

        „[das] Scheitern [der Wirtschaftsprüfer] gibt denen Aufwind, die das System für falsch halten.“

        Ach, die scheitern regelmäßig. Siehe Enron. Grundsätzlich hat unser kapitalistisches System doch gut funktioniert, Wirecard ist jetzt pleite, Marsalek ist auf der Flucht und das Eigenkapital der Aktionäre ist verloren. Es hat nur frustrierend lange gedauert, bis der Betrug aufgedeckt wurde. Ein Scheitern des Systems wäre es gewesen, wenn die Bundesregierung ein staatliches Rettungspaket für Wirecard geschnürt hätte.

      • Avatar
        Stoertebekker sagte:

        @R Ott

        >Glauben Sie etwa, dass es doch funktionieren könnte? Oder sind Sie nur darüber frustriert, dass Sie sich etwas sehr Abstraktes wünschen (nämlich irgendwelche „globalen Institutionen“, die irgendwelche globalen Probleme lösen) und keine Ahnung haben, ob und wie sich ihr Wunsch umsetzen lassen könnte?>

        Das ist so’n typischer Ott. Ich habe sechs Fragen gestellt (und wünsche mir GAR NICHTS außer Erkenntnis). Und Sie greifen sich die raus, die Ihnen wieder eine Argumentationskette hinein in Ihre Überzeugung gibt. Warum fragen Sie mich nicht ob wir „Gemeinsam nachdenken, ob wir was verbessern können?“ Oder ob ich an den „Untergang?“ glaube. Waren auch Fragen von mir.

        Ich kann es 100x erzählen😤: wenn ich Fragen stelle, habe ich keine fertige Lösung, nur Ideen. Und ich will nicht per se – wie offenbar die meisten hier – den Status Quo erhalten oder zurück in die Vergangenheit. Ich will ein Thema offen diskutieren. Geht leider nicht.

        Und ich hab durchaus ne Reihe von Argumenten, die für lokale Institutionen sprechen, aber sehe auch die Probleme, die dadurch für die WIRTSCHAFT nicht gelöst werden. (z.B. Standards/Normen, Wechselkursprobleme, Pandemiebekämpfung, Steuerfluchten usw.)

        Und ich halte das WEF ebenfalls für einen großen Zirkus, ABER ich weiß eben auch, dass NUR dort CEOs konkurrierender (globaler) Unternehmen überhaupt mal über die Perspektive der eigenen Branche untereinander und hin und wieder auch mit Politikern sprechen konnten. Ansonsten geht das nur mit Anwalt.

        PS Ich bin nicht frustriert über Entwicklungen in dieser Welt. Bin a) im Osten groß und b) im Westen Unternehmer geworden. Bin es daher gewohnt, mich auf ALLES einzustellen. Bin frustriert über den fehlenden KONSTRUKTIVEN Ansatz vieler Diskutanten hier. 😥 Und über einseitige Darstellungen – im Übrigen links und rechts im politischen Spektrum. Jeder will SEINE Diktatur. Und dann fahren wir allesamt an die Wand. Egal. Hauptsache der andere gewinnt nicht. Ganz großes Kino.

        PS2 Nochmal zur Erinnerung Guterson: „…dass die meisten alternden Menschen keineswegs weise waren, sondern nur einen dünnen Mantel aus billigen Weisheiten als Schutz vor der Welt trugen.“
        Mal raus aus der eigenen Erfahrungswelt und Dinge neu betrachten! 👍 Und die vielen Möglichkeiten dieser Welt nutzen. 😊

        Ein schönes Wochenende! 🍻

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      foxxly sagte:

      was uns weiter bringt, wird sehr hart werden: der eingeschlagene weg führt uns in den zusammenbruch und sozialismus. der propagierte weg der transformation, ist nur ein umweg zum gleichen ergebnis.
      echte lösungsansätze wären u.a.: raus aus diesen kreditgeldsystem; – banken und privatpersonen dürfen niemals die geldhoheit besitzen; – es muss obergrenzen bei einkommen und vermögen geben; – die eigentumsverteilung muss möglichst breit sein; – sozialismus ist absolut keine lösung; – medien, welche interessen vertreten, müssen abgschafft werden; arbeit von von den nebenkosten befreit werden und der ge- und verbrauch von gütern und dienstleistungen, müssen alle abgaben tragen.
      die gegenfrage ist, was hat uns in diese missliche lage gebracht: der wachstumszwang des geldsystems!

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        Felix sagte:

        @ foxxly

        Ich glaube Ihre Sicht ist zu sehr von der Beobachtung der Gegenwart geprägt. Die SciFi-Autoren die ihre Romane geschrieben haben, als das Rad der Geschichte das letzte mal an diesem Punkt der Entwicklung stand, kamen zu ähnlichen Ergebnissen wie Sie. Sie sahen in der Zukunft meist Militärdiktaturen als Lösung. Militär ist immer robust organisiert und war damals noch positiv besetzt.

        Es war dennoch abwegig, denn wie jeder Mensch weiß, der große Organisation von innen kennt: da läuft nix. Das einzige was die können, ist kleinen Unternehmern die Ideen klauen und produktive Individuen in ihrer Orga aussaugen.

        Bodenständiger Kapitalismus und ein ordentlicher aber nicht übergriffiger Staat (was eine solide Währung unbedingt einschließt) sind das einzige, was funktioniert. Alle anderen „Konfigurationen“ verfressen lediglich das in diesen gesunden Epochen gebildete Vermögen.

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    Felix sagte:

    Für den normalen Bereich der Selbstbedienung der „Eliten“ gibt es ja das Wort, „Geld ist nie weg, es hat nur wer anders.“ Aber bei den jetzt anstehenden Plänen und den Vögeln, die das Umsetzen wollen (sollen?) wird es eine Abweichung von der Regel geben. Das Geld (der Wohlstand) wird tatsächlich weg sein, weil das alles nicht funktionieren kann. Die Leute wollen bei Licht im Warmen sitzen und nicht ausgehungert und verfroren ihre Angehörigen verscharren.

    Ein wesentlicher Teil des Problems ist, dass die heute älteren (ab einigen „Nomaden“ aufwärts, um nochmals das zyklische Bild von Howe zu gebrauchen) einfach nie begriffen haben, dass es für viele schon extrem eng ist. Ihnen ging es immer gut und fast jeder versucht sich gut darzustellen. Lesen tun wir auch nicht, und da sind wir jetzt.

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      Jacques sagte:

      Das sehe ich auch so. Das war auch eine der Grundaussagen der Gelbwesten: „Die Eliten reden vom Ende der Welt, wir denken an das Ende des Monats wenn das Geld knapp wird“. Gestern wurde die CO2 Steuer 2021 auf Brennstoffe endgültig beschlossen welche das Leben weiter verteuert, bei angeblicher Entlastung (wers glaubt?).
      Die alte Generation hat aus dem Vollen geschöpft während die junge Generation heute mit deutlich höheren Steuern und Abgaben auf ihrem Lohm kämpfen und absurde Immobilienpreise über Jahrzehnte tilgen muss. Dabei war die Entwicklung der Reallöhne seit der Wiedervereinigung schon schlecht, rechnet man die Einkommensbelastung und Vermögenspreise hinzu, steht man heute weit schlechter als Arbeitnehmer da als damals.
      Die alte Generation hat wunderbar reden, sie erlebt die Folgen nicht und ist bestens versorgt. Es ist einfach abstoßend.
      Die Schülergeneration kann noch kaum selbstständig denken und wird für ihre Zwecke eingespannt. Das wird ein hartes Erwachen geben wenn in 10-20 Jahren deutlich weniger gutbezahlte Tätigkeiten mehr in Deutschland verfügbar sind, da die Industrie erfolgreich vertrieben wurde. Aber dann ist es zu spät und keiner will es auch bei den Jüngeren gewesen sein.

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    Susanne Finke-Röpke sagte:

    „…dass er sich dem Zeitgeist nicht aus finanziellen Gründen anbiedern muss.“

    Dazu sage ich nur so viel: der Ehrgeiz der Jugend zerfällt im Alter in Ehre und Geiz.

    Ich denke nicht, dass Herr Schwab es verkraften würde, durch Provokationen den „Unberührbaren“ zugeordnet zu werden, wie z.B. Herr Roland Tichy in Deutschland, der unverändert an der Marktwirtschaft festhält, auch wenn ihm der Zeitgeist immer mehr entgegen weht.

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      Richard Ott sagte:

      @Frau Finke-Röpke

      „Ich denke nicht, dass Herr Schwab es verkraften würde, durch Provokationen den „Unberührbaren“ zugeordnet zu werden, wie z.B. Herr Roland Tichy in Deutschland“

      Glaube ich auch nicht. Schwab ist die dicke Spinne mitten im Netz; der fängt nicht plötzlich an zu „provozieren“, schon weil er so großen Einfluß auf Journalisten hat, dass er selbst darüber bestimmt, was als „Provokation“ gilt und was nicht.

      Der ist ein Überzeugungstäter, das macht seine Äußerungen ja so interessant.

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  12. Avatar
    Dieter Zorn sagte:

    Man muss das Schwab-Interview als Varieté-Show mit doppeltem Boden lesen. Einerseits bedient er damit die Narrative des Links-Grünen Zeitgeistes, den die ZEIT-Leser natürlich gern hören: Umverteilung, Vermögenssteuer, Staatsinterventionismus, also den Neo-Sozialismus. Andererseits versteckt er dahinter ganz gut die Strategien der Sponsoren des WEF wie Sorros, Bergruen, Gates und die dahinterstehende Globale Industrie und Finanzoligarchie, die nach einer Weltregierung streben, weil in ihren Augen nur eine solche in der Lage sein wird, die globalen Probleme wie Überbevölkerung (verschwiegen), Resourcenverbrauch, Klimaveränderung und Digitalisierung zu lösen. Corona ist nur der Hebel mit dem die nötigen Veränderungen durchsetzbar erscheinen. Siege dazu auch das letzte Interview von Schäuble. Was Leute wie Schwab und seine Mitstreiter so gefährlich macht ist, dass sie über genügend Geld und medialen Einfluss verfügen um ihre letztendlich totalitären Ideen umzusetzen. Sie sind nichts anderes als der alte Totalitarismus, unter Ausschaltung der Bürgerbeteiligung und damit der Demokratie, wie ihn der Kommunismus und Faschismus die letzten hundert Jahre versuchte, jetzt im neuen Gewand des Globalismus der Multinationals. Er wird genauso scheitern wie seine Vorläufer. Aber erst nachdem er die Welt ein weiteres Mal zugrunde gerichtet hat.

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    Al sagte:

    Ach, Herr Schwab und seine Pläne.
    Ein weiterer Vertreter dem gegenwärtigen grünlich- linken Agenda.
    Wer noch mehr über ihn erfahren möchte, dem empfehle ich das Blog von Martin Armstrong.

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    Johannes sagte:

    Ich sagte es bereits hier:

    7. Oktober 2020, 14:11 / https://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/globaler-schulden-update-nicht-gut/#comment-163424

    Es scheint für manche Institution und Person die Zeit „reif“ zu sein, einen Systemwechsel einzuleiten. Herr Schwab zählt eindeutig dazu. Eine neue Form des Sozialismus steht „ante Portas“ und als Wegbereiter dafür sollen offenkundig „Sachzwänge“ wie der Klimawandel (aber nur der anthropogene) und nun „Corona“ dienen; am besten im Verbund.

    Und wissen Sie was, werte Foristen und werter Herr Stelter: inzwischen bin ich überzeugt: diese neue Form des Sozialismus wird sich durchsetzten (nicht nur in Deutschland). Weil die Mehrheit der Wähler es so will. Sie will es so, weil sie entsprechend informiert wird. Unter entsprechend verstehe ich Framing und Nudging. Es ist übrigens keine Verschwörung – die Fakten liegen offen auf dem Tisch. Herr Schwab spricht nur offen das aus und schreibt inzwischen ein Buch darüber, was kommen soll und wird: eine neue Form des Sozialismus, die die Rolle und die Befugnisse des Einzelnen zugunsten eines Kollektivs beschränkt. Und viele werden das aus Angst vor der Zukunft begeistert aufnehmen. Wohin sich das alles entwicklelt? Hin zu einem politischen System, dass die uns gewohnten INDIVIDUELLEN freiheitlich demokratischen Grundrechte transformiert hin zu „KOLLEKTIVEN gesellschaftlichen Grundpflichten“.

    Ich hoffe, ich liege mit meiner Einschätzung falsch – aber meine Hoffnung schwindet immer mehr.

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    • Avatar
      Richard Ott sagte:

      @Johannes

      „Und wissen Sie was, werte Foristen und werter Herr Stelter: inzwischen bin ich überzeugt: diese neue Form des Sozialismus wird sich durchsetzten (nicht nur in Deutschland).“

      Bei den wohlstandsverwahrlosten Westeuropäern vielleicht, aber nicht in Osteuropa, und auch nicht in Russland. Da hilft auch das Rebranding als grüner Hygienesozialismus nicht, 40 Jahre waren genug.

      Für das an Westdeutschland angegliederte Ostdeutschland entwickelt sich das zu einem grundsätzlichen politischen Problem, aber andererseits… die tschechische und polnische Grenze ist nicht weit entfernt, da fällt die Flucht in ein freieres System leicht.

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        Johannes sagte:

        @ Herrn Ott: „… die tschechische und polnische Grenze ist nicht weit entfernt, da fällt die Flucht in ein freieres System leicht.“

        Bei Russland teile ich Ihre Einschätzung – bei Polen und Tschechien… hmmh.. noch ja. Aber ich hoffe, dass Sie auch auf Dauer richtig liegen.

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      Thomas M. sagte:

      Für Eliten ist der Klimawandel und jetzt die Pandemie eine gute Gelegenheit, um etwas Gutes zu tun UND Gewinne zu machen. Ich denke, dass sich die Gestaltenden nicht mit makroökonomische und gesellschaftspolitische Detailanalysen oder gar den Fakten aufhalten.

      Alleine der folgende Satz verdient besondere Betrachtung: „Und gerade die Länder, die diese Strategie am stärksten vorangetrieben haben – beispielsweise die USA und Großbritannien – werden von Corona mit am härtesten getroffen. Die Pandemie hat somit einmal mehr gezeigt: Der Neoliberalismus in dieser Form hat ausgedient.“

      So einfach geht Suggestion. Und ich dachte es läge am amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, dass ausgerechnet die zwei Staaten so hart getroffen wurden. Ein Journalist hätte hier kritisch nachgefasst und das Manöver enttarnt. (Wurde das vielleicht gemacht? Habe den Artikel im Original nicht gelesen.)

      Nun denn. Aber *globaler* Sozialismus? Undenkbar. Die einzigen G20-Bürger, die da mitmachen würden, wären (spekulierend abgeleitet basierend auf verschiedenen Umfragewerten) Deutsche und vielleicht noch Franzosen. Vielleicht eine globale CO2- und Impf-Steuer? Aber auch die wird schon schwer mit national denkenden Politikern am Ruder oder auch solchen, die nicht gut mit Chefs über sich können.

      Worauf man sich schon einstellen sollte, sind Maßnahmen seitens der ZB und Rating-Agenturen oder auch Fondsanbieter, die dafür sorgen, dass viel Geld in bestimmte Industriezweige fließt. Diese Institutionen/Unternehmen hängen nicht direkt am Volkswillen und wären damit ein „eleganter“ Startpunkt für zügige gewünschte Industriezweigförderungen.

      Womöglich hat Schwab so gesehen Recht: Der Neoliberalismus könnte ausgedient haben… um in näherer Zukunft exorbitante Gewinne zu machen. Daher jetzt die Konzipierung neuer Mechanismen.

      Fazit: Man sollte sich als Durchschnittsbürger da dranhängen, so man kann und wenn man auch was vom Kuchen abhaben will oder zumindest die an anderer Stelle entstehenden Kosten (teilweise) ausgleichen will.

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      Dietmar Tischer sagte:

      @ Johannes

      >Weil die Mehrheit der Wähler es so will. Sie will es so, weil sie entsprechend informiert wird. Unter entsprechend verstehe ich Framing und Nudging.>

      „Informiert werden“ im Sinne von Framing und Nudging hat ganz sicher einen Einfluss.

      Aber nicht den ganzen und vor allem nicht den entscheidenden:

      Menschen machen kontinuierlich ERFAHRUNGEN.

      Daran MESSEN und BEWERTEN sie die verfügbaren Informationen.

      Denken Sie an die DDR:

      Den Menschen wurde tagtäglich gesagt, dass sie im BESSEREN, ÜBERLEGENEN System lebten.

      Abends schauten sie West-Fernsehen und fragten sich:

      WARUM geht es mir dann SCHLECHTER als denen im Kapitalismus.

      Diesen Widerspruch konnte die SED auch durch „Informationen“ und Framing nicht aus der Welt schaffen.

      DARAN ist letztlich die DDR GESCHEITERT.

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    • Avatar
      jobi sagte:

      @Johannes

      Ich teile Ihre Befürchtungen.

      Entscheidender Hebel für den Systemwechsel dürfte die neue Geldflut (sprich MMT) sein, um das zu vollenden, was mit Framing allein nicht erreicht werden kann. Corona markiert den Wendepunkt.

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      Al sagte:

      Ach iwo! Sobald das Geld knapp wird, zerbricht auch dieser Sozialismus.
      Vielleicht noch 10 bis 20 Jahre, bann ist der Spuk vorbei.

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    foxxly sagte:

    globale institutionen, statt demokratie, …. ist die folge und fortsetzung als konsequenz einer wirtschaft und politik, geprägt durch das kreditgeldsystem! vergessen sind mittlerweile, obwohl noch nicht lange her, TTIP, CETA usw. etc. dies waren vorläufer und irgendwie (noch) nicht umseztbar gewesen. aber die aktuellen bestrebung laufen wieder darin hinaus, dass die hochfinanz (finanzwirtschaft und konzerne) mit ihren wachstumszwang (durch das kreditgeldsystem verursacht), ohne mehr, eigene macht nicht mehr mehrstellig , weiterwachsen können. die größe der unternehmen und organisationen erreicht zunehmend eine „monopolisierung“ dessen einfluss die polit-richtung bestimmt. die weiterentwicklung ist zwangsläufig, (wenn nicht einhalt geboten wird, aber wer sollte und kann dieses?), der verlust der demokratie, zunehmende wirtschaftsdikatur, in realtion eine verarmung der masse, dadurch ein systemwechsel hin zu sozialismus, – und dann revolutionen?
    der kapitalismus endet im sozialismus und wohl auch umgekehrt!

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  16. Avatar
    Richard Ott sagte:

    „Schwab: Wir brauchen Institutionen, die die Welt als System verstehen und die Regierungen, Unternehmen und Zivilgesellschaft integrieren.“

    Hat Anfang 2020 bei der WHO mit ihrem äthiopischen Kommunistenchef und seiner China-freundlichen Corona-Nicht-Eindämmungspolitik (Reisebeschränkungen sind angeblich „rassistisch“) ja schon super funktioniert…

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  17. Avatar
    Susanne Finke-Röpke sagte:

    Ach, Herr Dr. Stelter. Es gibt doch überall und immer Leute, die in jedem System oben schwimmen, weil sie sich zügig anpassen. Herr Schwab gehört offensichtlich auch dazu. Das ist genau die Sorte Leute, die in der DDR noch 1988 die Vorzüge des Sozialismus herausgestellt haben und drei Jahre später die soziale Marktwirtschaft über den grünen Klee gelobt haben. Herr Schwab hätte m.E. vor 300 Jahren auch die Vorzüge der Monarchie zu würdigen gewusst.

    Das gleiche Problem haben Sie mit der „Zeit“. Diese Zeitung wird wegen Altvorderer wie Gerd Bucerius oder Marion Gräfin Dönhoff heute noch als liberal bezeichnet, was nur daran liegt, dass selbst deren Redakteure in ihrem Innersten nicht mehr wissen, dass sie eigentlich den Sozialismus lieben, weil sie medial, schulisch und studientechnisch bereits so sozialisiert sind bevor sie anfangen, für die „Zeit“ schreiben zu dürfen. Herr Schwab passt sich der „Zeit“ und dem Zeitgeist an, so einfach ist das. Würde ich an seiner Stelle eventuell auch, er hat ja nur das WEF und kann es sich gar nicht leisten, den „bösen Kapitalisten“ zu spielen. Wenn er klug ist, ist ihm nach so einem Interview übel.

    Bitte vergessen Sie nie, wie wenige Leute geistig, emotional und finanziell so unabhängig sind wie Sie. Herr Schwab gehört offensichtlich nicht dazu. Damit gehört er zu einer immens großen Bevölkerungsgruppe.

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      Richard Ott sagte:

      @Frau Finke-Röpke

      Mehr „Davos Man“ zu sein als Klaus Schwab geht ja gar nicht. Insofern ist es schon sehr interessant, dass die neuen politischen Vorschläge aus Davos alle in Richtung grün und sozial angestrichenen und unter der Maske nach Desinfektionsmittel riechenden Autoritarismus gehen. Früher wollten die beim WEF in Davos einfach nur mehr Globalisierung und mehr internationalen Handel, diese Zeiten sind offenbar vorbei, und seit der Wahl von diesem bösen orangenen Mann in den USA und dem Brexit in UK ist auch das Vertrauen der Davos Men in die Demokratie grundlegend erschüttert. ;)

      „Herr Schwab passt sich der ‚Zeit‘ und dem Zeitgeist an, so einfach ist das.“

      Das glaube ich nicht. Sein Anspruch ist es, eine Agenda zu setzen – und nicht dem Zeitgeist hinterherzurennen. Und mit dem WEF hat er sicherlich auch genug Geld verdient, dass er sich dem Zeitgeist nicht aus finanziellen Gründen anbiedern muss. Der Mann ist schon ein Überzeugungstäter.

      Sehr süß finde ich aber die kleinen Vorschläge:

      „Wir brauchen eine generelle Umgestaltung des Steuersystems “
      –Sehr gut für die Steuerberatungsfirmen.

      „Muss man den Reichen dieser Welt mehr wegnehmen? -Schwab: Ja. Ich bin mit dieser Auffassung auch nicht allein. Reiche und einflussreiche Menschen wie Bill Gates und Warren Buffet denken ähnlich.“
      –Noch besser für die Beratungsfirmen, diese Milliardäre wählen ja alle Stiftungskonstruktionen, bei denen sie weiter die Kontrolle über das Geld behalten, das sie so großzügig und „gemeinnützig“ an ihre eigene Stiftung gespendet haben. Da gibts viel Beratungsbedarf und hohe Gegenstandswerte.

      „Wir brauchen Institutionen“
      — Da winkt viel Geld für den NGO-Sektor.

      “ Wir arbeiten gerade an einem System, in dem jedes Unternehmen verpflichtet wird, über seine Umweltleistung und seine soziale Leistung genauso zu berichten wie jetzt schon über seine finanzielle Bilanz.“
      — Noch mehr Geschäft für die Steuerberatungs- und Buchprüfungsgesellschaften. Wie hätten eigentlich die Prüfberichte für „Umweltleistung“ und „soziale Leistung“ bei Wirecard ausgesehen? ;)

      Für meinen Geschmack alles sehr Consultant-lastig wenn es konkret wird und die autoritären Kontrollfantasien sind mir noch zu vage. Aber bis Januar hat der Davos Man ja noch Zeit, hoffentlich macht Donald Trump das Event nicht schon wieder kaputt.

      PS: Thema Waldbrände an der US-Westküste – gerne verschwiegen wird, die Waldbrände auch auf Brandstiftung zurückgehen. Das passt ja nicht ins Narrativ von der bösen Klimaerhitzung, manchmal steht es trotzdem sogar in der New York Times, wenn die örtlichen Sheriffs böse „rechts“ sind:

      „Authorities in southern Oregon charged a 41-year-old man with starting part of one of this year’s most destructive fires, saying he lit the fire in a small Oregon town as a larger blaze moved toward the area. The Jackson County Sheriff’s Office said the Almeda Fire started around 11 a.m. on Tuesday in Ashland, Ore., and then began spreading north along Interstate 5. Around 5 p.m., residents reported that a man had started a fire in Phoenix, a town of about 4,500 people just north of Ashland that was under orders to evacuate, authorities said. The Sheriff’s Office said police officers discovered Michael Jarrod Bakkela at the scene, denying that he started the large fire nearby. Police arrested him on a parole violation.“
      https://www.nytimes.com/2020/09/11/us/wildfires-live-updates.html#link-18416023

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      • Avatar
        Thomas M. sagte:

        Nicht zu vergessen: Wenn man an einer Stelle Geld wegnimmt (durch Steuern), geht es ja woanders hin. Und da wird es interessant für die Gestaltenden. Ich fände z.B. eine Gute-Kleine-Firmen-Förderung finanziert durch Starke-Große-Firmen-Steuer eine feine Sache ;)

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Thomas M.

        „eine Gute-Kleine-Firmen-Förderung finanziert durch Starke-Große-Firmen-Steuer“

        Abgelehnt. Ich bin grundsätzlich immer gegen politische Projekte, deren Namen so klingen, als wären sie von irgendwelchen lernbehinderten SPD-Ministern ausgedacht worden.

      • Avatar
        Thomas M. sagte:

        @Hr. Ott: Die Namen sind bewusst gewählt, um sich dem sich entwickelnden Sprachniveau anzupassen. If you can’t beat ‚em, join ‚em ;-)

      • Avatar
        Richard Ott sagte:

        @Thomas M.

        Join them? Nein, das kann ich einfach nicht. Es widert mich zu sehr an. Und wenn die Knallchargen so blöd sind wie ihr Sprachniveau ist, dann können sie auch besiegt werden.

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